Ausgabe 
(10.7.1940) Nr. 187
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parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Neglerendea Dürgermeisters der Freien Hansestadt Vremen

der Nationalsozialisten Vremens

Amtliches verkünvungsblatt des Neichsstarchalkers in Oldenburg und Vremen

Nr. 1S? /10. Zalirgang

Mittwoch, 10. Zuli 1940

Linzelpreis 15 Npf.

Kriegsschuld der Weltmächte klargelegt

Englands gewissenlose lorpedierung des italienischen sriedensvecmitllungs-

-..

Vorschlages / Frankreich bestätigt die wahrlieit des deutschen Weißbuches

Berlin, S. Juli.

Wenn die Veröffentlichungen des deutschen Weißbuches über die Kriegsschuld Englands und Frankreichs überhaupt eines Beweises für ihre absolute Richtigkeit und unantastbare Auf­richtigkeit bedurften, so wird er jetzt eindeutig erbracht durch ein Geständnis des früheren französischen Außenministers George Bonnet.

Bor einer bedeutenden Gruppe sranzösischcr Abgeordneter in Vichy, die sich mit der Frage der Kriegsschuld beschäftigte, er­läuterte Bonnet am Montagnachprittag die Ereignisse und diplomatischen Schritte, die der Kriegserklärung Frankreichs pn Deutschland am 3. September 1939 vorausgingen.

Bannet gab seinen Kollegen bekannt, daß er am 1. Septem­ber im Namen der französischen Regierung dem italienischen Bermittlungsvorschlag zur Beilegung des deutsch-polnischen Konfliktes zugestimmt habe, einem Weg, den bekanntlich auch Deutschland als gangbar akzeptierte. Am 2. September, als Polen mit Deutschland bereits im Kriege war, habe er seine Bemühungen zur Wiederherstellung des Friedens fortgesetzt. Er habe eingewilligt, daß in den folgenden Wochen-«ine Kon­ferenz stattsinde. Diese Konferenz sei aber durch die polnische und britische Regierung unmöglich gemacht worden, indem sie ultimativ die ehrenrührige vorherige Räumung des von Deutschland bereits besetzten Gebietes verlangten.

Bonnet bestätigte damit eindeutig die Kriegsschuld Polens Und Englands. Offen gibt er zu, daß es vor allem die Hetzer in London waren, an deren Halsstarrigkeit diese letzte Möglich­keit einer friedlichen Lösung scheiterte.

Gleichzeitig klagt der frühere Außenminister sich damit selbst an. Die französische Regierung hat in jenen kritischen Tagen es nicht nur geflissentlich versäumt, das französische Volk über die letzte Phase der diplomatischen Verhandlungen zu unter­richten. Bonnet hat sich sogar erdreistet, die deutschen Ver­öffentlichungen, die unbezweifelbar die Friedensbereitschaft des Führers auf der Basis des italienischen Vermittlungsvorschla­ges zu erkennen gaben, zu dementieren.

Statt auf die Stimme des Gewissens zu hören, ist Bannet damals dem Kriegshetzer Nr. 1, dem plntokratischcn England Ehambcrlains, Churchills, Edens und Genossen in die Schlinge gegangen. Bonnet und die englandhörige Clique um ihn, hat dem Druck aus London nachgegeben und niederträch­tig die Friedcnsvorschläge des Duce und die wiederholten Bemühungen des Führers, ein Blutvergießen zu vermeiden, zu Fall gebracht.

Es mag nach den Erfahrungen mit den deutschen Waffen und mit dem englischen Bundesgenossen heute verständlich er­scheinen, daß Bonnet seine Ansicht von damals in Ueber­einstimmung mit den bisher immer wieder dementierten

deutschen Argumenten bekanntgibt: Es vermag aber nichts an den Tatsachen zu ändern. Und diese Tatsachen besagen, daß Frankreich den Weg der Verständigung mit Deutschland der den Verzicht aus die offensiven Bastionen im Rücken des Reiches als integrierenden Bestandteil enthielt ver­lassen hat und nicht nur im September unter Boonet, son­dern auch im November unter seinem Nachfolger die mit so­viel Geduld, Ehrlichkeit und großzügigem Vergessen über den Rhein gestreckte Hand zurückgewiesen hat. Nie hat die Ge­schichte danach gefragt, ob eine politische Entscheidung aus Schuld oder Schwäche gefällt wurde, und es vermag keine späte Einsicht darüber hinwegzutäuschen, daß Frankreich aus eine völlige Vernichtung des Reiches hingearbeitet und diesem Ziel alle anderen Erwägungen hintangestellt hat.

Es bedarf keiner Beweise mehr für die Pläne, die die Weststaaten im Falle ihres Sieges verwirklicht hätten. Sie sind aus allen möglichen Reden und Artikeln, Karten und Programmen in ihrer ganzen Brutalität bekannt. Sie sind unvergessen. Daß alles anders gekommen ist, darf nicht ver­gessen lassen, daß man in Paris gewiß keine unangebrachten Gesüchlsmomente oder Rücksichten auf innerpolitische Aende­

rungen in dem Lande des geschlagenen Gegners oder auf späte Geständnisse einzelner in ihrer Schwäche schuldig ge­wordener Minister gekannt hätte. Das ist auch 1918 nicht geschehen, als man in Berlin die innerpolitische Struktur der Weststaaten übernahm.

Was Georges Bonnet in diesen Tagen gesagt hat. die zwischen dem Wasjenstillstandsvertrag und dem endgültigen Entscheid über die Neuordnung Europas liegen, ist ein klarer Beweis für die Kriegsschuld des Westens, die aus Frankreich ebenso lastet wie auf England. Es ist daH Ge­ständnis, daß es noch i»> September die Möglichkeit gab. den deutsch-polnischen Krieg zu lokalisieren, daß es aber ein­deutig an den Gegner des Reiches lag. ivenn dieser Krieg neue Opfer verlangte, weitere Länder ergrif'. und einen großen Einsatz von Kräften forderte. Lange genug hat das Reich seinem westlichen Nachbarn Frieden und Nachbarschaft auf der Grundlage gleichen Rechts und gleicher Verantwortung für Europa angeboten, man hat es nicht gewollt. So mußten die Waffen sprechen. Sie haben gesprochen und eine Lage geschaffen, die sich von der Situation vyr der großen Ausein­andersetzung in jeder Richtung unterscheidet.

Neue große krfolge unserer U-Voote

Ein U-Voot versenkte SS 500 VM. - kritischer Zerstörer und kandelsschisfe vernichtet Luftwaffe griff KSsen und rankanlagen, flugzeuge fowie Werke der Niistungsindustrie und Vchisssjiele an

Berlin» S. Juli.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Die deutsche U-Bootwaffe hat dem Feind wiederum schwere Verluste beigebracht. Kapitänleutnant Hans-Eer- rit von Stockhausen hat mit seinem Boot S6SÜV BRT. feindlichen Handelsschiffsraumes versenkt. Ein weiteres U-Voot hat den britischen ZerstörerWhirlwind" und mehrere bewaffnete Handelsschiffe, darunter einen bri­tischen Marinetanker von 116K9 BRT. vernichtet. Der im Wehrmachtsbericht vom 28. Juni bekanntgegebene Erfolg eines U-Bootes mit einer Versenkungszisfer von 38ÜVY BRT. hat sich, wie der zurückgekehrte Komman­dant, Kapitänleutnant Knorr, meldet, auf 4V 311 BRT. erhöht.

Schnellboote versenkten bei einem erbeuten Vorstoß gegen die englische Siidküste ein britisches Vchvachungs- sahrzeug.

In England griff die Luftlyaffe Hafen- und Tank­anlagen, Flugplätze sowie Werke der Rüstungsindustrie und Schiffsziele an. Getroffen und schwer beschädigt wurden die Werften von Dcvonport, Tankanlagen in Jpswich, Convey-Jsland» Thames-Haven und Tilbury, Sprengstofswerke in Harwich und die chemischen Erotz- anlagen Villingham, ferner im Kanal und der Nord­see ein Kreuzer, ein Zerstörer und fünf Handelsschiffe. Auf einem Flugplatz wurden mehrere Flugzeuge am Boden zerstört.

Angriffe feindlicher Flugzeuge am 8. Juli in Holland und Belgien blieben erfolglos, in der Nacht zum 9. Juli gegen Nord- und Westdeutschland verursachten sie einigen Häuserschaden und töteten mehrere Personen.

Die gestrigen Gesamtverluste des Gegners betragen elf Flugzeuge. Davon wurden sechs im Luftkampf abge­schossen, fünf am Boden zerstört. Fünf deutsche Flugzeuge werden vermißt."

Sraf ciano an -er Maginol-Linie

Veutsche frontsolkaten begrüßen den stußenminifter des verbündeten Italiens

Zwölf britische Flugzeuge bei Stavanger abgeschossen

Berlin, 9. Juli.

In den Vormittagsstunden versuchten zwölf britische Bombenflugzeuge des Musters Vristol-Vlenheim den Flugplatz Stavanger-Sola anzugreifen. Infolge sofort wirksam einsetzender Jagd- und Flakabwehr wurden die feindlichen Flugzeuge an der Durchführung ihres Auf­trages gehindert und konnten nur wenige Bomben ab­werfen, die, unbedeutenden Sachschaden anrichteten. Sämtliche angreifenden britischen Flugzeuge wurden ab­geschossen, und zwar elf in Luftkämpfen durch Jagd- und Zerstörerflugzeuge und eines durch Flakartillerie. Verluste an eigenen Flugzeugen sind nicht einsetzten.

Berlin, 9. Juli.

Der italienische Außenminister, Cras Ciano, der aus Ein­ladung der Reichsregierung gegenwärtig in Deutschland weilt nnd das westliche Operationsgebiet besucht, besichtigte in Be­gleitung von Botschafter Alfieri, dem Ches der politischen Abteilung des italienischen Außcnministerinms, Botschafter Bnti, dem Ches des Protokolls des italienischen Außen- ministeriums, Gesandten Gcisser di Celcsia, sowie des Bot­schafters von Mackensen, des Generalmajors Dittmar und des Chefs des Protokolls des Auswärtigen Amtes, Gesandten Freiherrn von Toernbcrg, verschiedene Festungswerke der Maginotlinie, um die besonders heftig gckämpft worden war. Gras Ciano besuchte auch das Fort Touaumont bei Verdun.

Hier ließ er sich durch den Erstürmer des Werkes, General­leutnant Weißenberger, sowie durch Offiziere, die sich bei der Erstürmung ausgezeichnet hatten, eingehende Berichte über

den Verlauf der Kampfhandlung erstatten und unterhielt sich mit Soldaten, die bei dem Sturm aus die Bunker aus­gezeichnet worden waren. Bei seiner Durchfahrt durch Metz bereitete die Zivilbevölkerung Gras Ciano spontane Kund­gebungen. Im Operationsgebiet hatte sich die Nachricht vom Besuch des italienischen Außenministers unter den Front-- soldäten verbreitet und rief überall, wo die Autokolonne Gras Cianos durchkam, Kundgebungen der Begeisterung hervor.

vras leleki und vras lsoki begeben sich nach Veutschtand

Budapest, 9. Juli.

Gras Teleki Und der Königlich ungarische Minister des Acußercn, Gras Csakh, begaben sich am Dienstagnachmittag zu einem kurzen Besuch der Reichsrcgierung nach Deutschland.

Nordische Schicksalsgemeinschaft im werden

Neichsleiter Nosenberg sprach vor -er in- un- auslön-ischen Presse

Von

Dr. ködert I.ey

Karl der Große unternahm den ersten großen und auch bleibenden Versuch, die deutschen Stämme zu eini­gen. Wenn es auch schon Hermann Pein Cherusker ge­lungen war, unter der Not und der Unterdrückung durch die fremden Eroberer gewisse deutsche Stämme für den Befreiungskampf zu einigen, so überdauerte dieser Eini­gungsversuch kaum das Leben seines Schöpfers. Dagegen können wir von der Zeit Karls des Großen ab von einemDeutschen Reich" reden. Der Reichsgedanke, das heißt die Einigung der Deutschen, ist seit dieser Zeit zum bleibenden und tragenden Staatsgedanken ge­worden. Gewiß ist auch diese Einigung durch Karl den Großen nicht ohne Opfer vor sich gegangen, und schmerz­lich erinnern sich alle Deutschen des furchtbaren Bruder­krieges zwischen Franken und Niedersachsen, der dem Einigungsversuch vorausging. Das schreckliche Strafge­richt, das Karl der Große nach seinem Sieg über die Niedersachsen verhängte, ist für viele Deutsche der An­laß gewesen, Karl den Großen und sein Werk als uir­den tsch und damit den deutschen Interessen wider­sprechend zu verdächtigen. Wenn wir jedoch gerecht und vom großdeutschen Gedanken aus dieses Werk eines großen Deutschen betrachten, so werden wir verstehen müssen, daß letzten Endes diese schweren Opfer notwendig waren, um die Widerspenstigkeit der deutschen Stämme zu brechen, um sie damit in die großdeutsche Einheit einordnen zu können. Im übrigen stellen wir fest, daß auch in der späteren deutschen Geschichte bis in die neueste Zeit hinein die Einigung des Reiches nur unter schwersten Blutopfern die die deutschen Stämme brin­gen mußten geschehen konnte.

Das große Werk Karls fiel unter den Erben in drei Reiche auseinander, von denen das Mittel- und ost­deutsche Frankenreich sich im Laufe der Geschichte zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation" wieder- vereinigle, während das westfränkische Reich bis auf den heutigen Tag abgetrennt blieb. Frankreich heißt Fran­ke n reich, besser Westfrankenreich. Die Franzosen nehmen Karl den Großen ebenso für sich in Anspruä wie wir Deutschen. Das Standbild Eharlemagnes steht vor der Notre Dame im Mittelpunkt von Paris als Merkmal für den Beginn der Geschichte Frankreichs. Da- tragende, staatenbildende und soldatische Element der französischen Nation ist nordischen Ursprungs und im besonderen fränkischen Blutes. Nicht allein Elsaß und Lothringen sind deutsches Land, sondern wohin wir. dort schauen, stoßen wir auf Schritt und Tritt auf blonde Menschen, nordische Gesichter. Wenn man nach Burgund fährt, meint man direkt durch Franken zu fahren, so ist die Landschaft, so sind Dörfer, Städte und Menschen. Wenn man durch Flandern fährt, so besteht kein Unter­schied zwischen der nied'ersächsischen oder friesischen Land­schaft mit der flämischen und flandrischen Landschaft. Luxemburg und Lothringen waren einmal Mittelpunkte deutschen Landes und haben dem deutschen Volke große Männer gegeben.- Es ist wohl die größte Tragik der Geschichte, daß ausgerechnet diese beiden Brudervölker, Deutschland und Frankreich, sich immer wieder in schweren Kriegen auseinandersetzten. Es ist in der Ge­schichte der Völker wie bei den Menschen: wenn in einer Familie einmal ein Streit ausbricht, so hassen sich die Bruder mehr als andere Menschen untereinander.

Es ging bei diesem tausendjährigen Kampf um das Erbe Karls des Großen, um die Vorherrschaft und um die Führung in Europa. Dieser Kampf ist nun ent­schieden. Deutschland als die Zusammenfassung des Mit­tel- und Ostfrankenreiches hat gesiegt und Frankreich als Erbe des Westfrankenreiches muß die Führung Deutschlands in Europa ein für allemal anerkennen. Das ist der Sinn unseres Sieges.

Deshalb mußte auch dieser Sieg so eindeutig nnd so eindringlich sein.

Wir Nationalsozialisten wissen es, daß dieser Krieg eine Fortsetzung des Weltkrieges ist, daß im Weltkrieg auf den Schlachtfeldern von Verdun und der Somme, der Champagne und bei Arras und Ppern um genau das gleiche Ziel gekämpft worden ist. Das damalige

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Berlin. 9. Juli.

Vor Vertretern der in- und ausländischen Presse sprach Reichsleiter Rosenberg über ein entscheidendes politisches Problem, das nach der Besetzung des nordischen Raumes von besonderer Bedeutung ist. Es ist ganz natürlich, daß über die aktuellen militärischen und politischen Ereignisse, die mit der Sicherung Standinaviens gegenüber englischen Angrissen zusammenhängen, hinaus die tieferen Fragen des deutsch- nordischen Verhältnisses besonders im Hinblick aus die zu­künftige Entwicklung von grosser Bedeutung sind. Hierzu hat nunmehr Reichsleiter Rosenberg in seiner Ansprache über die nordische Schicksalsgemeinschaft, die gleichzeitig von allen Reichssendern übertragen wurde, aussührlich Stellung genommen.

Einleitend hob der Reichsleiter hervor, datz die national­sozialistische Bewegung sich gleich nach der Machtübernahme mit dem nordischen Raum als volkspolitischer Begriff und ranmpolitische Gegebenheit beschäftigt habe. Wenn auch die Politische Entwicklung Deutschlands durch seine Revolution und die politischen und sozialen Auffassungen in Skandina­vien voneinander abwichen, waren wir trotzdem der tiefen Ueberzeugung, dass über alles Zeitbedingte hinaus Charakter- ugd Schicksalsauftassung der artverwandten Völker doch im wesentlichen die gleiche war und daß nur neue Mittel und Wege gesunden werden müßten, um über manche verschütteten Gefühls und Gedanken wieder die ursprünglich verwandten Kräste zu neuem Leben zu erwecken.

Die nationalsozialistische Bewegung hat sich bemüht, mög­lichst viele Kreise Skandinaviens mit dem neuen Deutsch­land bekannt zu machen, und umgekehrt haben viele deutschen Künstler und Forscher Skandinavien bereist und Bekannt­schaften und sachliche Beziehungen angeknüpft. Dieser

gegenseitige Gedankenaustausch

sollte, so betonte der Reichsleiter, den Weg sür ein politisches Verständnis uizd für die tiefere Erkenntnis der großen ger­manischen Schicksalsgemeinschaft ebnen. Doch diese Bestre­bungen habe Englands grenzenloser Imperialismus zu ver­hindern versucht.

Reichsleiter Rosenberg fuhr fort:

So ist der grosse Zusammenprall des europäischen Kern­landes mit England erfolgt, und im Zuvorkommen eines bri­tischen Uebfrsalles aus Norwegen sind die Ereignisse des deut­schen ^Einmarsches in Dänemark und Norwegen bereits Ge­schichte geworden. In anderer Form, als wir alle dachten, ist die Frage der Schicksalsgemeinschaft auss neue gestellt worden.

So wie der Vertrag von Versailles für die deutsche Nation einst ein Symbol eines abgrundtiefen Hasses, der zeitweiligen Schwäche, zugleich aber auch ein Fanal sür das Entflammen aller Widerstandskräfte der deutschen Ration geworden ist, so hat heute die englische Blockade diese Mission Wider ihren Willen sür alle Europäer über­

nommen."In unseren Augen ist diese Blockade ein Auf­ruf an alle schöpferischen Widerstandskräfte der euro­päischen Völker. Diese weltgeschichtliche Tatsache muss eine dauernde, alle befriedigende Lösung herbeiführen helfen."

Aus den Tagungen in Lübeck habe ich über den Nordost­seeraum und den Donauraum gesprochen, die einmal in lebendige Beziehung miteinander kommen müßten, und da­bei auf die Tatsache hingewiesen, daß eine solche Beziehung wirtschaftlicher und kultureller Art aber nur über das Deut­sche Reich möglich sei.

Die Lage von heute zwingt alle, ihre Ausfuhr neu zu regeln, alle Möglichkeiten abzuwägen, üm die Erzeugnisse ihres Landes nunmehr in Europa selber abzusetzen.

In Deutschland entsteht ein riesiges Kanalsystem, welches Nord- und Ostsee mit dem Mittelmeer verbinden wird. Das Netz der Reichsautobahnen wird erneut die Verkehrsmöglich­keiten zwischen Nord und Süd erhöhen, und der Ausbau der Luftverbindungcn wird diese Räume überbrücken. Damit entsteht

ein kontinental-europäisches Interessengebiet,

die Grundlage sür eine gesamtkontinentale Schicksalsgemein­schaft. innerhalb der dem großgermanischcn Raum eine wich­tige Sonderausgabe zufällt."

(Fortsetzung auf Seite 2) ,

Vnsor

Neuerdings erzielten unsere U-Boote großartige Erfolge im Kampf gegen England; die Luftwaffe griss in ver­stärktem Umfange Kriegsschiffe, Hasen- und Tankanlagen sowie Rüstungszentren an.

In England stehen neue Veränderungen in der Regie­rung b^ior.

Die französische Kammer beschloß in Vichy die Ver­fassungsänderung.

Der frühere französische Außenminister Bannet legte ein sensationelles Geständnis der Kriegsschuld Englands und Frankreichs ab.

Immer neue Einzelheiten werden über die grausame Be­handlung deutscher Kriegsgefangener, in Frankreich be­kannt.

Gras Ciano wurde von den deutschen Soldaten in der Maginotlinie stürmisch umjubelt.

Auf Anordnung des Rcichserniihrungsministers können werdende Mütter zusätzlich an Stelle von Nährmitteln Butter erhalten.

Die Industrie- und Handelskammer gibt Hinweise zur Hausbrand-Einkcllerung in Bremen.