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parteiamtliche Tageszeitung
Das flmtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt vremen
der Nationalsozialisten Vremens
ymNiches verkündungsbiatt des NeichsstattlMers in Oldenburg und vremen
Nr. 186 / 10. Zaijrgang
Dienstag, g. Juli 1840
tinzelpreis 15 Nps.
deutsche U-Vootersolge im Mlantik
Neue erfolgreiche vombardements auf englische Erdziele und öeleilzüge
21 Slw VM. an der weftspanischen Küste versenkt / 14 flugzeuge abgeschossen
Berlin, 8. Juli.
Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
„Deutsche ll-Boote versenkte» im Seegebiet vor der spanischen Küste 21588 VRT. seindlichen Handelsschisf- raumes, -arunter den bewaffnete« britischen Dampfer „Sän Fernando" von 13 888 BRT.
Die Luftwaffe belegte in Enland «. a. die Bahithofs- anlagen von Brightsn, Küstenbatterien aus der Insel Wiaht, Hafenanlagen und Barackenlager von Falmouth sowie Anlagen der Rüstungsindustrie in Middles- borough und Newcastle mit Bombe«. An der Südküste Evafands. wurden Seleitzüg,e und SchiMansamyrlungen angegriffen. Es gelang hierbei, zwei Handelsschiffe und einen Transporter zu versenke«, weitere Schisse schwer zu beschädigen.
Britische Flugzeuge warfen tagsüber in Westdeutschland wenige Bomben ohne Erfolg. Nächtliche Angriffe aus Nord- und Westdeutschland verursachten nur geringen Sachschaden. Zwei Zivilpersonen wurden getötet.
Die Eesamtverlnste des Gegners betrugen gestern 14 Flugzeuge, davon in Luftkämpfen über dem Kanal zehn britische Jagdflugzeuge vom Muster Spitsire. Zwei weitere Flugzeuge wurden an anderer Stelle im Luftkamps, zwei durch Flak abgeschossen. Drei eigene Flugzeuge werden vermißt."
»
Nach dem eigenen Eingeständnis der Londoner Kriezshetzer nehmen die deutschen Luftangriffe auf die britische Insel von Tsg zu Tag an Stärke zu. In demselben Tempo aber steigern sich auch die Erfolge unserer U-Boote, die jetzt fast täglich gewaltige Derscnkungszisfern melden. Nach dem neuen Rekord des Kapitänleutnants Pri«, meldet der Bericht des
SS Millionen leben im Reich
Nach der Eingliederung der Ostgebiete / Sieben neue Großstädte / 4'/- Millionen im Wartheland
rck. Berlin, S. Juli.
Die nach dem Zerfall des ehemaligen polnischen Staatsg^ildes in das Reich eingegliederton Ortsgebiete einschließlich der Stadt Danzig umfassen — wie das Statistische Reichsamt jetzt mMeilt — 93 908 Quadratkilometer mit etwa zehn Millionen Einwohnern. Das Deutsche Reich hat damit lohne das Protektorat Böhmen-Mähren) eine Größe von 681 888 Quadratkilometer erreicht und ynrd von rund 98 Millionen Menschen bewohnt. Die übrige« von den deutschen Truppen besetzten polnischen Gebiete bis zur deutsch-russischen Jnteresjcygrenze bilden das Gsnerstgsuvernemeirt, das auf etwa 96 998 Quadratkilometer 10V- Millionen Menschen Raum bietet.
Der'größte Teil der in das Reich eingeliederten Gebiete fällt auf den Neichsgau Wartheland, nämlich 43 985 Quadratkilometer und 4 846 483 Einwohner. Der Reichsggu Danzig-Westpreußen umfaßt 26 056 Quadratkilometer, in dem 2 282 886 Menschen wohnen. Die restlichen Gebiets- und BevölkerunKsteile verteilen sich auf Schlesien (Oberschlefien) und Ostpreußen (Regierungsbezirk Ziechenau). >
Von Interesse ist weiter, daß in den östlichen Neichsstellen zwölf Großstädte liegen, außer den bereits vorhandenen Königsberg, Bresla«, Hindenburg, Elei- witz und Beuthen weitere sieben, und zwar Danzig (256 W8 E.). Bromberg (134 088 Ey. Litzmannstadt 748 IM E.j, Posen (388 888 E.j, Königshiitte (138 888 E.j, Kattowitz 127 888 E.) und Sosnowitz (126 888 E.).
Oberkommandos der Wehrmacht am Montag eine erfolgreiche Aktion deutscher U-Boote im Seegebiet vor der spanischen Küste. Rund 21 500 BRT. sind hier den deutschen Torpedos zum Opfer gefallen. Dieser Erfolg zeigt wieder einmal mit aller Deutlichkeit, wie gewaltig sich die Situation seit dem Herbst 1939 verwandelt hat. Nachdem die deutsche Luftwaffe und Marine den Nordseeraum eroberte, stoßen unsere ll- Boote nunmehr mit demselben Erfolg von neu gewonnenen Stützpunkten in das Scegebiet des Atlantik vor und bedrohen hier die überseeischen Zufahrtsstraßen Englands. Nachdem die Zufuhr aus dem Nordseeraum und der Ostsee, sowie aus dem Mittelmeer für England vollkommen gesperrt wurde, sind nunmehr auch die atlantischen Schiffahrtswege, die jetzt die einzigen Verbindungswege Englands mit seinen überseeischen Kolonialgebieten darstellen, empfindlich getrossen worden. Die Methode der Geleitzüge, erweist sich, je länger der Krieg dauert, um so wirkungsloser.
England ist nickst mehr in der ,Lage, seine Handelsschisfahrt zu schützen, weder in den europäischen Meeren, noch aus dem Weltmeer. Darüber können auch die neuen großmäuligen Ankündigungen über eine „Umorganisation der britischen Flotte" nicht hinwegtäuschen. Gleichzeitig wächst die Luftbedrohung der wichtigen englischen Kriegshäfen und Industriegebiete. ' , - .
Von NewcasKe in Mittolengland bis zum Hasen Falmouth am Südwcstzipscl der Halbinsel Cornwall wurden die wichtigsten Rüstungszentren und Hafcnanlagen Englands wieder einmal unter konzentrisches Feuer unserer Kampfgeschwader genommen. Das Gebiet des Englischen Kanals gehört ganz der deutschen Lustwasfe, wie die Angriffe auf'die Insel Wight, die Bombardierung von Geleitzügen und Transporten erneut zeigen.
Bemerkenswert ist vor allem, wie viele große Schiffe von hohem Tonnengehalt fast jeden Tag von der deutschen Marine und Lustwasse vernichtet werden. Wenn es noch einen Zweifel daran geben könnte, daß Englands Rolle in Europa ausgespielt ist, so sorgen unsere Flieger und U-Boote tagtäglich dafür, diese Zweifel gründlsth zu bereinigen. Daß sich selbst die Kreise der Londoner Hetzer und Plutokraten über diese Tatsache nicht mehr hinwegsetzen können, zeigt die offene Panik'und zunehmende Desorganisation, die jetzt zum allgemeinen Ruf nach dem großen Diktator führt.
Viele Engländer sehen in General Jronside den starken Mann. Wie wenig man jedoch selbst die Aussicht eines Widerstandes einschätzt, geht vielleicht am besten aus den dauernden Beteuerungen Churchills hervor, daß man auch nach einer militärischen Niederlage Englands in Europa den Kampf von Uebersee aus fortsetzen wolle. Das ist das klarste Eingeständ- ins der praktischen Ohnmacht und bereits erfüllten Ausschaltung aus dem europäischen Krästefeld.
Englands Marine räumt das westmillelmeer
Gens, 8. Juli
Aus La Linea wird berichtet, daß beim Pombenangrisf auf Gibraltar durch französische Flugzeuge an den Befestigungen und auf den im Hasen liegenden englischen Schissen Beschädigungen hcrvorgernsen wurden. Die französischen Bombenflugzeuge haben sich ohne Verluste entfernen können trotz der heftigen britischen Luftabwehr. Alle britischen Kriegsschiff« haben, wie weiter gemeldet wird, den Hasen von Gibraltar, verlassen. Aus Tanger wird berichtet,, daß auch dort alle noch im Hafen liegenden englischen Schisse die Fluch nach dem offenen Meer ergriffen haben.
Italiens Luftwaffe äußerst aktiv
flottenltütipunkle von Malla und fllerandrien erneut mit größtem Erlolg bombardiert
Rom, 8. Juli.
Der italienische Wehrmachtsbericht vom Montag hat folgenden Wortlaut:
„Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Am gestrigen Tage sind die Lustastgrjffe auf die Flottenstützpunkte von Malta und Alexandrien mit größten Erfolgen erneuert worden. Zwei unserer Flugzeuge sind nicht zu ihren Stiitzpnnlten zurückgekehrt. An der Cyrenaika-Erenze kam es für uns z« erfolgreichen Zusammenstößen mit feindlichen motorisierten und gepanzerten Einheiten, von denen einige vernichtet worden sind. Ein Tank und ein Panzerspähwagen sind erbeutet worden. Aus nachträglichen Feststellungen ergibt sich, daß wahrend des Luftangriffs vom 5. Juli bei Tobruk drei feindliche Flugzeuge abgeschossen worden sind und der Abschuß eines vierten wahrscheinlich ist. In Ostafrika hat unsere Luftwaffe Erkundungsflüge über Cassala hinaus ausgeführt und dabei feindliche motorisierte Einheiten wirksam mit Bomben belegt. Außerdem wurden die feindlichen Flughäfen Malalal und Perim bombardiert."
Berlin, 8. Juli.
Der Londoner Nachrichtendienst gibt in einem Bericht über die Kämpf« in Ostasrika zu, daß die englischen Truppen sich an der Sudangrenze zurückziehen und die Städte Cassala und Gslabat aufgeben mußten. Dabei versucht er selbstverständlich nach bewährter englischer Methode, diesen Rückzug zu beschönigen, indem er erklärt, daß starke italienische Streitkräfte einer kleinen britischen Abteilung gegenübergestanden hätten. Es habe auch ursprünglich beim britischen Kommando gar nicht die Absicht bestanden, diese beiden Städte zu verteidigen (!). Man habe sie vielmehr nur gegen Luftangriffe sichern wollen.
Ein Bllck aus die Karte zeigt deutlich, daß es sich um eine lächerliche faule Ausrede handelt, denn Galabat ist ein Wichtiger Grenzübertritt, während die Stadt Cassala als End-
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Punkt zahlreicher großer Karawanenstraßen und als Station der nach Port Sudan führenden Eisenbahnlinie ohne jeden Zweifel eine erhebliche strategische Bedeutung hat.
Als weitere „Entschuldigung" sür diese neueste englische Blamage führt der Londoner Nachrichtendienst noch an, daß sich das britische Kommando bei dem Rückzug nur von „Gründen der Menschlichkeit" habe leiten lassen, da es den Bewohnern die Opfer eines Kampses ersparen wollte (I).
Dieser Gesichtspunkt ist allerdings neu und überraschend. Nachdem die Engländer bei ihren zahlreichen „erfolgreichen Rückzügen" der letzten Zeit, wie z. B. in Norwegen und in Flandern, keinerlei Rücksicht auf die Zivilbevölkerung der von ihnen verteidigten Städte genommen haben, triefen sie jetzt vor Menschenliebe sogar gegenüber den Sudannegern, die sie im Madhisten-A^stand zu Zehntausenden niedergemetzelt haben. Was sür sonderbare Wandlungen doch die Angst vor der großen Abrechnung herbeiführt!
Englands slotte blockiert Martinique
' Dunkle ftbßchten See britischen Piraten — ftn der Pforte der USfl. — wo bleibt die Monroe-Voktrinl
i-ck. Berlin, 8. Juli
Dort wo im Norden des sühamerijanischen Kontinents an der Küste von Venezuela sichelförmig die Inselgruppe der Kleinen Antillen sich in den Atlantik herausschiebt, den Ozean vom Karibischen Meer trennend, liegen die französischen Inseln Guadeloupe und Martinique, die plötzlich aus ihrer fernen Entlegenheit in den Mittelpunkt tzes Interesses zweier Erbteile gerückt sind. Europa blickt dorthin, weil dort französische Küstenbatterien droheyd ihre Röhre Fegen britische Kriegsschiffe ausgeschwenkt haben, die ebenfalls gefechtsbereit .vor den Hasen der Inseln liegen.
Es ist das gleiche Motiv, das zu der Schande von Oran, den Uebersällen aus französische Schisse in Alexandrien und in britischen Häfen, zu der Ausbringung des französischen Ozeandampfers „Marschall Fach" geführt hat: England will
sich französischer Wehrmiitel bemächtigen, „um sie nicht den Deutschen in die Hände fallen zu lassen", ein« Ausrede, deren Unsinniqkeit hier so klar "zutage liegt, wie im Falle der französischen Schisse in britischen Hasen. Daß nebenbei ngch französische Koldvorräte im Werte von einer Milliarde Dollar hier lagern, dürste die Anstrengungen der Briten noch beflügelt haben, nachdem sie sich in Polen, Norwegen. Holland und Belgien in großzügiger Hilfeleistung bereits dieser Werte bemächtigt und sie nach England gebrächt hätten.
Bor den französischen Besitzungen liegt ein britisches Geschwader und hat jede Verbindung zur Außenwelt unterbrochen. Zwei Kreuzer haben den Befehl, das Auslaufen eines' französischen Flugzeugträgers zu verhindern, der 100 in den Vereinigten Staaten gekaufte Wasserflugzeuge an Bord hat. Im Hasen liegen außerdem der Kreuzer „Jeanne d'Arc" und eine U-Boot'-Flottille, in einiger Entfernung: fünf amerikanische Zerstörer, die mit Volldampf von den Jungferninseln herangebraust sind, um — zu beobachten. Damit ist das amerikanische Interesse an diesem, ein weitschweisiges Problem anschneidenden Zwischenfall dokumentiert, der mit einem Schlage die vielfältigen Erklärungen und Interpretationen der „panamerikanischen Sicherheitszone" vor die Probe der Wirksamkeit gestellt hat. Die Tatsache, daß in dieser mit der „Deklaration von Panama" aus der Taufe gehobenen Neutra- litätszvne, europäisHe Besitzungen liegen, hat schon damals die Schwierigkeit dieser Sachlage beleuchtet, zumal England mit seinen Besitzungen im Karibischen Meer, den Falklandinseln,. Gziahana, Honduras usw., an mehr als einer Stelle in die westliche Hemisphäre hineinreicht. Nun hat noch eine Entschließung des nordamerikanischcn Kongresses gegen Gebietsübertragungen in dem geographischen Bereich der nordameri- kanischen Kontinente Einspruch erhoben, eine Forderung, die
jedoch die Besetzung der , durch ihre Oelrafsinerien so kriegswichtigen holländischen Besitzungen Curacuo und Aruba nicht hat hindern können, ebensowenig wie sie die Zuspitzung um Martinique beeinslußt hat.
Die Vereinigten Staaten stehen also vor der Tatsache, daß ihre Beschlüsse jetzt plötzlich in ganz anderer Richtung aktuell geworden find, als ursprünglich geplant war, nämlich als die törichten Gerüchte über „Nazi-Verschwörungen" in süd- amerikanischen Staaten selbst erlauchte Hirne umnebelten.
Unlienglische Kundgebungen in Kanada
bö. Kopenhagen, 8. Juli.
Mit der Vertiefung der Kluft zwischen Frankreich und England besaßt sich „Berlingske Astenavis". Aus den Ausführungen des Blattes sind als besonders interessant DielduriZen aus Kanada hervorzuheben, nach denen es in fkanzösisch sprechenden Teilen des Dominions, besonders in Montreal und Quebec, zu ernsten antienglischen Kundgebungen gekommen sei. Englands Verbindung zu den überseeischen kanadischen Besitzungen, so wird hervorgehoben, basierte aus guter Zusammenarbeit mit Frankreich und sei deswegen im Augenblick stärkstens gefährdet.
-effEe«?
Von Lovtsiackwiiol cki O. LriinillZsig.ns
Der amerikanische Senator Pittman, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses, hat vor kurzem in aller Öffentlichkeit den Engländern den Rat gegeben, den aussichtslos gewordenen Kampf gegen Deutschland aufzugeben und neue Positionen jenseits des Atlantik zu beziehen, d. h. den Sitz der englischen Regierung nach Kanada zu verlegen. Damit würde aus naheliegenden Gründen Großbritannien zu einer Filiale der USA. Herabsinken. Ob Pittmann die bekannten Ausführungen Winston Churchills nur irrtümlich ausgelegt oder ob er mit seinem Rat-schlag dem englischen Premierminister keinen Zweifel über die zur Zeit in den USA. herrschende Stimmung lassen wollte, kann dahingestellt bleiben. Churchill hat nämlich wörtlich gesagt: „Selbst dann, wenn diese Insel zum großen Teile unterjocht wird und zum Erliegen kommt, wird unser gesamtes Empire jenseits der See bewaffnet und behütet durch die britische Flotte, den Kampf weiterführen, bis. so Gott will', die Aue Welt mit all ihrer Kraft und Stärke die Alte Welt befreien und retten wird".
Wohlverstanden, fielen diese Worte im Unterhaus vor der Kapitulation Frankreichs. Nachdem die französische Wehrmacht einschlietzlich der Flotte als Machtfaktor in Wegfgll gekommen ist. steht endlich England einmal allein da und muß stun zeigen, was hinter den geschwollenen Reden seinsr für die Regierung verantwortlichen Männern steckt. Der Kolonialminister Eden hat sich in einer letzten Rundfunkrede zu dem Satz verstiegen: „Durch die Defensive allein kann man keinen Kriea gewinnen . Diese an sich'richtige Lehre widerspricht im Munde eines Engländers der jahrhundertealten britischen Strategie, durch eine „silsst in beins" und durch Hungerblockade den Gegner „auf kaltem Wege" auf die Knie zu zwingen. In seiner ohnmächtigen Wut über den von England mitverschuldeten Zusammenbrach des verbündeten Frankreich hat nunmehr Großbritannien auch über Frankreich die Blockade verhängt, also eine Eutallperre im Kehrt" errichtet. In Wirk- lichtckit liegen aber die Dinge heute so, daß England nicht den Kontinent' abspörrt. sondern selbst vom Kontinent abgesperrt ist.
England geschieht — von einer Blockade Deutschlands zu sprechen, nachdem auch noch der Weg über Frankreich von Süden her für uns offen- steht, zeigt eine so starke politisch-wirtschaftliche Begriffsstutzigkeit, daß man die Engländer auf diesem Gebiet kaum noch ernst nehmen kann. Die alte englische Melodie mit dem Kehrreim: „Wir werden aber doch' das letzte Kilogramm Brot haben" oder „Der letzte Liter Oel wird in unseren Händen sein" oder schließlich „Die letzte Runde gewinnen wir doch" mag die Engländer selbst vielleicht noch einige Zeit über ihren bevorstehenden Zu- Mimenbruch hinwegtäuschen; in der ganzen sonstigen Welt glaubt kern Mensch mehr daran. Dabei spielt es keim Rolle, ob diese sonstige Welt den Sieg der Achsenmächte über die verkalkten Demokratien gern sieht oder nicht. Führende Persönlichkeiten in Amerika machen ja kern Hehl daraus, daß sie mit ihren Sympathien auf selten unserer Gegner stehen, sind aber doch zu vSr- nunftlg und so ehrlich, einzugestehen, daß sie bei der ganzen Kriegslage nicht in der Lage sind, noch aktiv zu Gunsten Englands eingreifen zu können.
Es wäre sicher falsch, die Reserven, die Großbritannien heute noch in der Welt hat, gering einzuschätzen. Man braucht dabei nur daran zu denken, daß der Schwerpunkt des englischen Empire im Indischen Ozean liegt, daß das große Dreieck Simonstown (Afrika) — Singa- pore — Aden und das- kleinere Dreieck, Singapore — Hongkong — Port Darvin (Australien) den Engländern bisher einen beherrschenden Einfluß in dusiem Teil der Erde gesichert haben. Hongkong ist allerdings bereits brüchig geworden; der Einfluß Englands im Fernen Osten bewegt sich in absteigender Linie. Singapore selbst ist aber auch heute noch ein sehr starker Stützpunkt erster Ordnung geblieben. Wirklich ausschlaggebend sind die englischen Stützpunkte und die von ihnen ausgegebenen Kraftlinien aber nur so lange — und das ist der springende Punkt — wie hinter ihnen auch ein starkes Mutterland steht.
Man muß sich fragen, wie England eigentlich, nachdem auch das Mittelmeer für die britische Flotte nur noch ein, um mit dem englischen General Füller zu reden, höchst gefährlicher „Kanal" geworden ist, ihre Welt-
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Unser TaysssnLsysL
Deutschlands U-Bootwafsc fügt England nun auch im Atlantik schwere Verluste zu; die Luftwaffe griff erneut mit Erfolg militärische Anlagen Englands sowie britische Geleitzüge an.
Englands Flotte hak die französische Insel Martinique völlig von der Außenwelt abgeschlossen.
Lustbombardements aus Malta und Alexandrien meldet der italienische Wchrmachtsbericht.
Der Ciano-Besuch in Berlin findet in der italienischen Presse ein starkes Echo.
Erschütternde Einzelheiten werden über Mißhandlung deutscher Kriegsgefangener in Frankreich bekannt.
In der Nacht zum Montag wurde in der Grafschaft Bent- heim abermals ein Fcindbomber zum Absturz gebracht. Ein Schadenfeuer auf dem Bookholzberg vernichtete den Dachstuhl des großen Gästehauses.
Die Reichswettkämpfe der Studenten in Braunschweig gestalteten sich zu einem vollen Erfolg.
Der Rad-Länderkampf gegen Italien endete mit einem deutschen Mannschaftssieg.