Ausgabe 
(6.7.1940) Nr. 183
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

Gischklnt 7mal wSchentllch

Monaksbezug 2,30 elaschl. Zll stellgebühr; Postbezugsprels monatl. L30 ^ (elnschl. 28,7 Post- zeltungsgebühr) zuzügl. 42 ^ Be­stellgeld. Bezugspreis ist im voraus zahlbar. Postscheck: Homburg 17272. Eine Behinderung der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreises. Verlag: NS.-Gauverlag Weser- CmS GmbH., Bremen, Teeren 6-8. Fernspr.: 84121, Nachtr. u. Sonnig. 51115. Sp»e ch z.: Verlag: werltl. 1213 Uhr? Schriftleltung: Diens­tag und Freitag 12V»13^ Uhr.

parteiamtliche Tageszeitung

Das flnttsblan des Negierenden Bürgermeisters der Zielen Hansestadt Vremen

Snzelgrn - Trun8p«else'.

Die 1 nun hohe und 22 nun breite Feile im Anzeigenteil 13 Die 78 nun breite und I mw hohe Feile im Terttell 75 LA-. Ermäßigte Grundpreise (für Klein - u. Faml"en- anzeigen u. a.) sowie sonstige Be­dingungen Preisliste 3 Nachlaß­staffel T. Für Anzeigen durch den Fernsprecher keine Gewähr. An­nahmeschluß 16 Uhr. Geschäfts­stellen: In Bremen: Am Geeren Nr. 6/8. Fernspr. 541 21. Nachtruf und sonntags: Fernsprecher 51115; Obernstraße 86, Fernspr. 54121» Va 6vke: Mühlendamm Nr. 8.

der Nationalsozialisten Vremens

flmttiches Verkündungsblatt des NeichsstattlMers in Oldenburg und Vremen

Nr. 1SZ / 10. Zastrgang

Sonnabend, 6. Zuli 1940

Linzelpreis 15 Npf.

Unterhaus und englische presse bejubeln Sroßbrltanmens Schande

frankreichs Vruch mit kngland

Erklärungen der französtschen Negierung zum Verbrechen von Sran

Genf, 5. Juli

Die französische Negierung in Vichy teilte Freitag mit: Der am Don» nerstagmorgen unter dem Vorsitz von Präsident Lebrun zusammengetretene Ministerrat hat nach Kenntnisnahme von dem nicht zu rechtfertigenden Angriff, " den ein mächtiges englisches Geschwader auf ein französisches Geschwader bei Mers-el°Kebir ausgeführt hatte, und nachdem er der Haltung und dem Herois» mus der Flotte seine Anerkennung ausgesprochen hatte, beschlossen, die diplo­matischen Beziehungen zu England abzubrechen. -

Die französische Admiralität bringt unter dem Datum vom 4. Juli eine Veröffentlichung, in der der Hergang des feigen britischen Ueberfalls auf die französische Flotte im Hasen von Oran noch einmal zusammenfassend dargestellt wird. Es heißt dann weiter in dem Bericht wörtlich:

Frankreich hat sich nichts vorzuwerfen. Wir rufen in Er­innerung, daß Deutschland und Italien nicht verlangt haben, daß die französische Flotte ihnen ausgeliefert werde, sie haben nur ihre Dcmobilisation verlangt und ihre Zusammenziehung in französischen Häfen mit französischen Besatzungen zum Unterhalt, unter französischem Kommando und unter Kon­trolle der Waffenstillstandskommission. Marschall Petain, Ad­miral Darlan, Außenminister Baudouin haben dies Herrn Churchill, Herrn Alexander, dem Admiral der Flotte und dem englischen Botschafter zwanzigmal wiederholt. Die französische Admiralität hat die peinliche Empfindung gehabt, daß die Schicksalsschlage Frankreichs die englischen leitenden Persön­lichkeiten, die nur daran dachten. Herrin über die französische Flotte zu werden, unempfindlich ließen.

Die französische Flotte verdiente es nicht, auf Befehl von Herrn Churchill in den Rücken getroffen zu werden, der im letzten Winter die französische Admiralität anflehte, ihre haupt­sächlichsten Kräfte dem Schutz der kanadischen Schisse zu wid­men, da die britische Admiralität nicht mehr über die.not­wendigen Mittel dazu dersiige. Der Admiral der Flotte, Darlan, hat die Dankcsbriefe von Herrn Churchill nicht ver­legt. Der englische Admiral hat jedoch schon vor dem Ablaüs des Ultimatums, das er an Admiral Gensoul gerichtet hatte, durch seine Flugzeug« magnetisch« Minen im Zugangskanal zum Hafen Mers-el-Kebir legen lassen und hat dadurch «inen charakteristischen feindseligen Akt begangen." (!)

Nach Ablauf des Ultimatums, so heißt es weiter, hätten die englischen Kriegsschiffe das Feuer auf die französischen eröffnet, die nicht die notwendige Zeit gehabt hätten, sich von ihrer Landungsstelle vom Hasen in Oran wegzubegeben. Die französischen Schiffe hätten, unterstützt von den Küsten­batterien, das Feuer der Briten erwidert. Aus Nachrichten, die der Admiralität zugegangen seien, ergebe sich, daß das alte PanzerschiffBretagne" in die Luft geflogen ist und daß an Bord derDiinkirchen" und derProvence" sowie der Mogador" Feuer ausgebrochen ist.

Die französischen Seeleute", so schließt der Bericht,die seit sechs Monaten ihre Kräfte geopfert haben, um der briti­schen Marine, die ihrer gewaltigen Aufgabe nicht nachkommen konnte, zu helfen, haben mit Entrüstung den Verrat ihrer ehemaligen Waffenbruder empfunden."

Zu dem feigen britischen Uebersall in Oran werden aus Vichy noch folgende Einzelheiten gemeldet:

Die französischen Schiffseinheiten lagen, den Bestimmungen des Waffenstillstands entsprechend, vor Anker. Sie waren noch nicht entwaffnet. Die Besatzungen, die sich an Bord befanden, waren schon vielfach vermindert worden. Die Schisse lagen nicht unter Dampf, da eine Ausfahrt nicht beab­sichtigt war. Andererseits lagen sie nicht in Kampfsormation vor Anker und waren daher um so verwundbarer. Jedes Anlandbringen der Besatzungen war unmöglich.

Der Ankunft der britischen Seestreitkräfte war nicht die geringste Warnung aus diplomatischem oder anderem Wege vorausgegangen. Das Auftauche^ der britischen Flotte bildete eine vollkommene Ueberrafchung. Kaum zwei Stunden nach der lleberreichung des Ultimatums war das ganze französische Geschwader durch englische magnetische Minen eingeschlossen. Als Admiral Gensoul von der französischen Admiralität den Befehl bekommen hatte, sich nicht zu ergeben, wurde ein ein­ziger Warnungsschuß durch das englische Geschwader abgegeben. Als dieser ohne Wirkung blieb, eröffneten die britischen Schisse das Feuer, das die Franzosen erwiderten. Kämpfend ver­suchten alsdann die französischen Schisse das offene Meer zu gewinnen, was auch einigen gelang.

Bitterste Enttäuschung und maßlose Empörung sprechen aus den Leitartikeln der französischen Presse, die sich mit" dem Verbrechen Churchills befassen. Plötzlich fällt es den Franzosen wie Schuppen von den Augen, daß die Engländerja schon immer Verräter an Frankreich und anderen Nationen ge­wesen" sind. Plötzlich finden sich in den französischen Zeitun-

vorbttdlicher Hpferdienst

Ueber 23 Millionen RM. SPendenauskommen für das DRK.

Berlin, 5. Juki.

Auch bei der ersten Straßensammlung des Kriegshilsswerkes für das Deutsche Rote Kreuz hat das deutsche Volk dem Füh­rer bewiesen, daß die Heimat ihre Pflicht tut. Nach bey bis­her vorliegenden Meldungen beträgt die vorläufige Endsumme RM. 23 039 696,33. Damit ist das Ergebnis der ersten Reichs- straßensammlung des Kriegswinterhilfswerkes 1939/40 um 5V v. H. überboten worden. Der Spcndenbetrag hat sich von 19 Reichspfennig aus 29 Reichspfennig je Kopf der Bevölke­rung erhöht. Wieder einmal hat das deutsche Volk durch seine Spendesreudigkeit gezeigt, daß es stark ist in seiner Einigkeit, und es hat seine Dankbarkeit denjenigen bewiesen, die in die­ser Zeit ihr Leben zum Schutze der Heimat einsetzen.

gen lange Listen derSchandtaten des perfiden Albion" des traditionellen Erbfeindes Frankreichs".

Petit Dauphinois" erinnert an das Attentat auf das schwache Dänemark im Jahre 1806, als England die Aus­lieferung der dänischen Flotte durch die zweimalige Be­schießung Kopenhagens erpreßte. Damals versuchte England sein Verbrechen mit der faulen Ausrede zu vertuschen, es wälle angeblichen Plänen des Gegners zuvorkommen, damals schon habe England die Schwäche anderer Nationen infam ausgebeutet.

Plötzlich weiß das französische Blatt auch, was daS Wort eines Engläpders wert ist: feierlich habe England versprochen, die dänische Flotte nach Kriegsende zurückzugeben, später aber dachte es nicht nur nicht daran, sein Wort einzulösen, son­dern verweigerte die Rückgabe der Flotte sogar. England sei, so urteilt das Blatt, nicht nur Wortbrecher, sondern auch Friedensbrecher.

Als die Nachricht von dem englischen Verbrechen von Oran bei uns eintraf", so schreibtPetit Dauphinois" weiter, wur­den wir aufs tiefste betroffen, mit Entsetzen fragten wir uns, wie es möglich sei, daß England, das so gut wußte, wie sehr wir durch den Wasseusieg der Deutschen zerschmettert wurden, nun versuchen konnte, uns auch noch zur See zu vernichten? Dieses England, das wir 28 Jahre lang aus Händen getragen haben! Soldaten Frankreichs, die ihr euer Blut in Norwegen, Flandern und Frankreich für England vergossen habt, seht her: Dies ist Albion, der Erbfeind, für den so viele Opfer gebracht, für den ihr euer Blut vergossen habt. Churchill, was hast du da verbrochen! Was haben wir nicht alles geopfert, um England zu retten. Jetzt erinnern wir uns der blutigen Vergangenheit unserer Beziehungen, einer Vergan­genheit, die wir uns so sehr bemühten zu vergessen, jetzt er­innern wir uns der längen Geschichte, während welcher Frankreich um die Befreiung von der englischen Zuchtrute kämpfte."

Auf diesen erschütternden Ton bitterster Erkenntnis ist heute die ganze französische Presse abgestimmt. Plötzlich erinnert man sich auch in Frankreich, welches Maß an Egoismus England im Verlauf dieses Krieges gegenüber Frankreich bewiesen hat. Endlich dürfen die Blätter sich dar­über entrüsten, daß die Franzosen für England verbluten (Fortsetzung aus Seite 2)

Der düstrer in ckor Llsxinol-Illnio.

(Lrssss-blollmsvv)

ffa ö p t - L aeff e e. 4« 4te«r k-eHMiWke Et

Hn von Ksicli8pi-s85scliss Dr. Oistncli

Berlin, 8. Juli.

Die ZeitschriftDie Wehrmacht" gibt aus Anlag der Niederwerfung Frankreichs eine Sonderausgabe heraus, in der nachfolgender Artikel von Reichspressechef Dr. Dietrich ent­halten ist:

Als in jener denkwürdigen Nacht vom 24. zum 25. Juni um 1.35 Uhr, nachdem das Niederländische Dank­gebet und das Läuten der Glocken verklungen waren, Generaloberst Keile! sich am Tisch des Führers erhob, um ergriffen von der Größe der Stunde den Ge­fühlen aller im Hauptquartier Anwesenden Ausdruck zu geben durch ein dreifaches Sieg-Heil allf den Führer,

Sraf tmno am Sonntag in verlin

Mehrtägiger Aufenthalt in der Neichshauptstadt

Verlin, ö. Juli.

Ver königlich-italienifthe Minister des flüstern, vraf tiano, der Sonnabendmorgen Nom verlassen hat, trifft aus kinladung der fleirhsregierung am Sonntag zu einem mehrtägigen vesulh in Verlin ein.

l40lllwVM. feindlichen Schiffsraum versenkt

große krfolge -er U-Voolwaffe und der SchneUboole Angriffe -er Luftwaffe auf englische ffasenanlagen und geleihlige

Führerhauptquartier, 5. Juli Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die deutsche ll-Bootwaffe hat in der letzten Zeit wieder eine Reihe namhafter Erfolge im Kampf gegen England erzielt. So versenkte ein von Kapitänleutnant Liebe geführtes U-Boot neuerdings 34 4VÜ BRT. Da­mit hat dieses U-Boot insgesamt 85VÜÜ BRT. feind­lichen Handelsschifssraum versenkt. Ein weiteres U-Boot versenkte 21V43 BRT., ein drittes 3110» BRT. feind­lichen Handelsschiffsraum, davon allein fünf Dampfer aus stark gesicherten Eeleitzügen

Unsere Schnellboote torpedierten bei einem Vorstoß gegen das Seegebiet südwestlich Portland die bewaff­neten britischen DampferHartlepool" (55»v BRT.) undBritish Corporal" (88ÜÜ BRT.); außerdem schössen sie aus einem Eeleitzug einen Tanker von 12 vv» BRT. und ein bewaffnetes Handelsschiff von 8VVV BRT. heraus.

Einer Vorpostenflottille gelang die Vernichtung eines feindlichen U-Bootes an der norwegischen Küste.

Im Laufe des 4. Juli und in der Nacht zum 5. Juli griff die Luftwaffe in England Hafenanlagen, Flug­plätze und Werke der Rüstungsindustrie mit Bomben an. Stuka- und Kampfverbiinde versenkten beim Angriff aus Geleitzüge an der Süd- und Siidwestküste Englands vier Transportschiffe von 5000 To. und beschädigten ein Kriegsschiff und neun weitere Transportschiffe durch Bombentreffer.

Britische Flugzeuge unternähme» am 4. Juli wieder im Schutze tiefliegender Wolken mehrere Einflüge in Holland, Belgien und Nordwestdeutschland. Auch in der Nacht zum 5. Juli überflogen sie den nord- und west­deutschen Raum. Militärisch wichtige Ziele wurden nicht angegriffen. Dagegen wurden Wohnhäuser, Bau­ernhöfe usw. durch Bombenwürfe beschädigt oder in Brand gesetzt und dabei mehrere Zivilpersonen getötet.

Sechs feindliche Flugzeuge sind im Luftkampf, ein weiteres durch Flak abgeschossen. Bei einem erneuten Flugzeugangrisf auf Kiel wurde außerdem von der Flakartillerie der Kriegsmarine ein feindliches Flug­zeug abgeschossen. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt."

den siegreichen Feldherrn der größten Bernichtungs- schlachten der Geschichte" da wußten wir alle, daß dieses Wort des Gedenkens des Führers im Augenblick des Sieges aus den Herzen des ganzen deutschen Volkes gesprochen war. Und als dann der Führer aufs tiefste bewegt in diesem Augenblick schicksalhafter Er­füllung den Dank an seine Soldaten zurückgab durch ein dreifaches Heil aus die siegreiche deutsche Wehrmacht da empfanden wir es mit ganz besonderer Eindring­lichkeit, wie tief der Führer mit dieser, seiner Wehr­macht verbunden ist.

Wie Führer und Volk im nationalsozialistischen Deutschland eine gewachsene Einheit sind, so sind nun auch Führer und Wehrmacht zu einer aus Tod und Leben verschworenen Gemeinschaft geworden.

AIs Oberster Befehlshaber hat der Führer diese ein­zigartige Wehrmacht des nationalsozialistischen Reiches geschaffen, und als Feldherr hat er sie dann gegen den Feind geführt. Mit ihr schlug er in zwei großen Feld­zügen in einem Siegeszug ohnegleichen die Schlachten von Kutno und Warschau, von Flandern, an der Seine und in Elsaß-Lothringen..Mit Stahl und Eisen wurden Führer und Wehrmacht zusammengeschweißt, im Feuer wurde ihr Einheit erhärtet, und mit dem Blute unserer Gefallenen ist sie besiegelt worden. Von den Schlacht­feldern Europas geht sie mit unsterblichem Ruhm be­deckt für alle Zeiten unlösbar zurück.

Was Deutschlands Wehrmacht unter der genialen Führung ihres Obersten Befehlshabers leistete, hat die Bewunderung der ganzen Welt erregt. Dieses Wunder ist nur zu begreifen, wenn man seine Voraussetzungen betrachtet: Es konnte vollbracht werden, weil die besten Soldaten der Erde von dem überragendsten und ent- schlußsreudigsten Feldherrn geführt wurden!

Wie ein Cäsar seine Legionen und ein Napoleon seine Garden fand. so stand dem Führer für seine ein-

IMI»IMIIMIIIIIIII»I,I»I»IIIIMI»»II»iIII,,IIMIII,I,III»IIIU>IIIII»IIIII»»»»III

Unser TayessyLeyeL

Italiens Außenminister Graf Ciano befindet sich aus dem Wege nach Berlin.

Frankreich brach die diplomatischen Beziehungen zu Eng­land ab.

Der deutsche Wehrmachtsbcricht meldet die Versenkung von 140 000 Bruttorcgistcrtonnen.

Italien begann eine Gegenoffensive im Sudan; Angriffe der Luftwaffe richteten sich insbesondere aus englische Kriegsschiffe im Hafen von Alcxandricn.

Heute und morgen wird die 4. Hauslistcnsammlung für das Deutsche Rote Kreuz durchgeführt.

Im Interesse der reibungslosen Lebensmittelversorgung wurde eine Vereinheitlichung des Bezugsscheinwcsens an­geordnet.

Zur Durchführung der Tachschädcnscststcllungs-Verordnung wurden verbindliche Richtlinien erlassen.

Am morgigen Sonntag veranstaltet die SA. mit ihren Wchrmannschasten einen Hinmarsch dUrch Bremen.

Der Rcichsinnenminister hat Ausführungsanweisungen über staatliche Sportaussicht und öffentliche Sportpslege erlassen.

Drei vom Tondergericht Hannover abgeurteilte Gewalt­verbrecher wurden gestern hingerichtet.