Ausgabe 
(5.7.1940) Nr. 182
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parteiamtliche Tageszeitung

Das flmtsblatt des NegierendenBürgermeisters der Freien Hansestadt Vremen

der Nationalsozialisten Vremens

sinnliches Verkündungsblatt des Neichsstattliatters in Oldenburg und Vremen

Nr. 182/10. Jahrgang

Freitag, 5. Juli 1940

kinzelpreis 15 vpf.

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Meuchelmord am freund

0e>»todwundenvundesgenossenüberfallen !

Englisch-srlmzößskhe Seeschlacht vor 0ran

die größte Schufterei der Seschichte reißt ftch würdig an den Verrat in Flandern

Berlin, 4. Juli

Den vom Auswärtigen Amt veröffentlichten Dokumenten über den eng­lischen Verrat in -er Flandernschlacht gesellt sich heute die nicht weniger sensationelle Meldung über die Seeschlacht von Oran hinzu als die folgerichtige Fortsetzung des ebenso unglaublichen wie verbrecherischen Verhaltens Englands seinem französischen Bundesgenossen gegenüber. Wehrlose französische Schiffe mit Mann und Maus zu versenken und gegen die in der Demobilmachung begriffenen französischen Kriegsschiffe das Feuer aus Kanonen und von Bombenflugzeugen herab zu eröffnen, das ist schon nicht mehr die folgerichtige Fortführung des traditionellen Verbrechertums der englischen Flotte, das ist, um es mit einem Wort zu sagen, die größte Schufterei der Weltgeschichte.

Wie in London amtlich mitgeteilt wird, sind am 3. Juli seitens der englischen Flotte Maßnahmen er­griffen worden, um alle französischen Kriegsschiffe, die sich in britischen Häfen befinden, unter britische Kon­trolle zu bringen. Im Verlaufe dieser Operation seien zwei Opfer zu beklygen» die in der britischen Mittei­lung nicht näher bezeichnet werden.

Gleichzeitig sei den französischen Schiffen in den nordafrikanischen Häfen ein Ultimatum gestellt worden. Die englische Auslassung besitzt die Unverschämtheit» die nackte Brutalität dieses zynischen Piratenaktes mit der verlogenen und scheinheiligen Erklärung zu bemänteln, daß Deutschland entgegen seinen Waffenstillstands-

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abmachuygen beabsichtige, die französische Flotte zum Kampf gegen England einzusetzen. Die englische Regie­rung so heißt es in der britischen Erklärung weiter Ledaure es, daß der französische Admiral, der in Oran das Kommando führe, die Annahme jeder einzelnen der gestellten Bedingungen verweigert habe. Deshalb sei in Oran eine Aktion gegen die französischen Schiffe unter­nommen worden. Die Operationen seien noch im Gange.

Zu diesem neuen ungeheuerlichen Gewaltakt der bri­tischen Seeräuber erfahren wir folgende Einzelheiten: Am Mittwoch erschien vor Oran, dem französischen

Kriegshafen! ein englischer Flottenverband, bestehend aus drei Schlachtschiffen, einem Flugzeugträger, drei Kreuzern und einer leichten Flottille, und verlangte von dem kommandierende« französischen Befehlshaber die Auslieferung der dort liegenden französischen Flotten- einheiten, andernfalls sie angegriffen und versenkt wür­den. Das Ultimatum war auf sechs Stunden befristet.

Der französische Admiral wies das Ultimatum ab und antwortete, er würde Gewalt mit Gewalt erwidern. Nach weiter vorliegenden Meldungen haben daraufhin die britischen Kriegsschiffe den Angriff auf die Schiffe ihrer bisherigen Verbündeten ohne weiteres eröffnet.

Die französischen Flotteneinheiten nahmen den Kampf an. Gegen 19 Uhr entwickelte sich eine Seeschlacht zwischen den französischen und den britischen Geestreit- krästen. Wie verlautet, hatte der französische Admiral von seiner Regierung den Befehl erhalten, auszukaufen und zu kämpfen, um durchzukommen oder unterzugehen.

Bei dem plötzlichen Angriff der Engländer, der gestern abend um 17.50 Uhr erfolgte» waren die französischen Schiffe zum Teil ohne Dampf und lagen so im Hafen, daß sie ihre schwere Artillerie nicht zur Wirkung brin­gen konnten. Diese Umstände kennzeichnen die ganze unfaire Hinterhältigkeit und bodenlose Gemeinheit der Engländer. Sie erösfneten aus weite Entfernungen über­raschend das Feuer. Die SchlachtschiffeDünkprchen" undProvence" sowie der FlottillensiihrerM o- gador" wurden in Brand geschossen und liegen bren­nend im Hasen von Oran. Das SchlachtschistBre­tagne" ist offenbar beim Auflaufen aus eine der von den Engländern gelegten magnetischen Minen in die Luft geflogen.

Dem SchlachtschiffStraßburg", fünf Flottillen- sührern sowie einer Anzahl von Torpedobooten und U-Booten gelang es. kämpfend den Ring der englischen Schiffe zu sprengen und ins Mittelmeer durchzubrechen.

Die in Alexandrien befindlichen französischen Schiffe sollten versuchen, mit Gewalt nach Biserta durchzu­brechen. Die in England liegenden französischen Schiffe sollten sich ebenfalls die Ausfahrt erzwingen und ent­sprechend den Waffenstillstandsbedingungen Brest an­laufen.

Wie wir hierzu erfahren, hat her Führer nach erfolg­te! Mitteilung dieser Vorgänge durch die französische Waffcnstillstandsabordnung an die deutsche Waffenstill­standskommission der französischen Regierung die Ge­nehmigung erteilt, ihre Schiffe dort, wo sie sich dem Zu­griff der Engländer nicht entziehen könnten, zu ver­senken. Diese. Entscheidung entspricht dem Inhalt des Waffenstillstandsabkommens, demzufolge es nicht die Absicht der deutschen Regierung ist, die französische Flotte in deutschen Besitz zu bringen, sondern lediglich zu verhindern, daß sie weiterhin am Kriege gegen Deutschland teilnimmt.

Neuester britischer Flugzeugträger torpediert

krsoigreicher Vombenangriff deutscher Kampsflug;euse aus mNitürische flnlagen in England / Sechs

feindliche Flugzeuge vernichtet

Führerhauptquartier» 4. Juli Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Ein Unterseeboot unter Führung von Oberleutnant zur See Endraß erzielte einen Torpedotreffer auf den neuesten britischen FlugzeugträgerJllustrious".

Deutsche Kampfflugzeuge griffen am 3. Juli im Kanal und an der Nordsee britische Hafenanlagen, britische Küstenbefestigungen, Flugplätze, Barackenlager sowie Anlagen der Rüstungsindustrie an. So wurden der Truppenübungsplatz Aldershot, das Flugzeugwerk Rea- ding und schwere Küstenbatterien bei Newhaven erfolg­reich mit Bomben belegt. O

Bei einem Angriff auf einen britischen Geleitzug im Kanal erhielt ein großes Schiff zwei schwere Bomben­treffer.

Britische Flugzeuge warfen im Schutze tiefliegender Wolken im Lause des gestrigen-Tages an mehreren Stellen Nord- und Westdeutschlands Bomben ab. Hier­bei griffen sie in skrupelloser Weise die Zivilbevölkerung an, wobei in Hamburg-Varmbeck elf Kinder, drei Frauen und ein Mann getötet, elf Kinder, und neun Frauen schwer verletzt wurden. Auch in der Nacht zum 4. Juli flogen einige feindliche Flugzeuge nach Belgie» und Holland ein, ohne jtdoch nennenswerten Schaden anzurichten.

Sechs feindliche Flugzeuge wurden vernichtet.

Vier deutsche Flugzeuge werden vermißt."

Ver englische verrat an Frankreich

tkurchill ließ die tapfer kiimpsenden sranzasen in der slandernschlacht im Stich Hilfe durch euftwaffenkräfte versprochen, aber nicht eingelzalten Verbrecherische Plane zur Kriegsausweitung im Schwarzmeerraum

Berlin, 4. Juli

' Nachstehend setzen wir die Reihe der Fortsetzungen der Dokumente des französischen Generalstabes fort, die deutsche Truppen bei ihrem- Vordringen an der Loire fanden. Aus den im folgenden veröffentlichten Geheimakten geht eindeutig der Verrat Englands, begangen an seinem französischen Bundesgenossen, hervor; weiterhin decken die Dokumente die ganze Skrupellosigkeit auf, mit der die Alliierten den Südosten und Osten Europas in den Krieg einbeziehen wollten.

Dokument I^r. 1V. leleZrsmm von OenersI 6smelin sn üen kritiscken LuklinurseksII k>Ievs11 vom 15. K4si 1940:

No. 528 CAB/DN F. C. 30

15. Mai 1940.

Der Oberbefehlshaber General Gamelin an den Air- Marshall Newall (Bleististonmerkung: Für Gen. Lelong)

Im Nachgang zu dem Ersuchen der französischen Regierung priizisiere ich, daß die Zahl der Jagdgeschwader, deren un­verzügliche Entsendung auf die Flugplätze der britischen Luft­waffe in der Champagne erforderlich ist, 10 beträgt. Hierbei ist zu beachten, daß im Falle des Kriegseintritts Italiens Frankreich gezwungen wäre, einen Teil seiner Jagdgeschwader nach dem Südosten Frankreichs und nach Tunis zu versetzen.

Wir werden das erforderliche Bodenpersonal stellen. Ein­zelheiten können durch unmittelbare Vereinbarung zwischen General Vuillemin und Warschall Barratt geregelt werden.

General Gamelin.

Dokument Kr. 11. lelegrsmm von (Henersi Osmelin an ^Vin8ton Okurcktll vom 16. K4s1 1940:

Lettische Luftwaffe muß in Kampkßandlungen ein­gesetzt werden

No. Gehern!

P. C. d. 18. Mai 1940.

Der Oberbesehlshaber General Gamelin

an General Lelong

Für Mister Winston Churchill.

Ich erlaube mir, erneut an Sie heranzutreten, um die so­fortige Entsendung der zehn vorgesehenen Jagdgeschwader zu

erbitten. Lage sehr ernst. Natürlich würden diese zehn Ge­schwader an der unteren Seine stationiert werden, wo sie Schutz haben und wo Sie sie leicht wieder zurückholen können.

, General Gamelin.

Verziftert und abgesandt am 16. Mas 1940 um 10.30 Uhr

Dokument s>Ir. 12. lele^rsmm von (Heuerst 6smeIiusnWin8tou OK ur e kill vom 16. K4ai 1940:

Erneute Litte um sofortige Entsendung von reßü britischen Jagdgeschw adern

No. 531 CAB/DR P. C. ig. Mai 1940

Der Oberbefehlshaber General Gamelin an General Lelong.

Für Mister Winston Churchill.

Ich erlaube mir, erneut auf die Tatsache hinzuweisen, dah zur Zeit die wesentlichste Ausgabe der britischen wie der franzö­sischen Luftwaffe darin liegt, aus die feindlichen Truppen ein­zuwirken unter besonderer Berücksichtigung derjenigen Punkte, die sie zwangsläufig passieren müssen. gez. Gamelin. Berzisfert und abgesandt am 16. Mai 1940 um 14.20 Uhr. (Fortsetzung auf der 3. Seite des politischen Teils)

Der gemeinste Schurke aller Zeiten

5 .8. D. Bremen, 5. Juli

Das hat zur Abrundung des Charakterbildes des Obergangsters Churchill noch gefehlt, daß er seiner Piratenflotte Befehl gab, über die französi­schen Verbündeten herzufallen, nachdem es ihm nicht gelang, sich selbst in den Besitz der französi­schen Flotte zu setzen. Der gemeinste Schurke aller Zeiten konnte es nicht verwinden, daß die fran­zösische Armee sich nicht bis zum letzten Poihu ver­blutete, nachdem sie bereits Hekatomben von To­ten derWeltmacht" England in diesem Krieg nutzlos geopfert hat. Gewaltsam sollte Frankreich noch genommen werden, was ihm in dem furcht­baren Kampfe gegen Deutschland so ziemlich un­versehrt geblieben war, und was in Anerkennung der französischen Tapferkeit deutsche Ritterlichkeit dem Gegner heil überlassen wollte: die Flotte und die Kolonien. In grenzenloser Wut darüber, daß die Franzosen nicht um Englands willen vollends ihre Zukunft verspielen wollten, befahl Churchill der englischen Flotte, im Mittelmeer über die französische Flotte herzufallen, ohne Skrupel, ohne menschliches Empfinden, ohne Erbarmen und ohne Moral.

Vergebens bemüht sich der heuchlerische Lump Churchill, die Welt glauben zu machen, dah er ge­zwungen gewesen wäre, die meuchlerische Tat gegen den. Bundesgenossen zu verüben, weil sonst Deutschland die französische Flotte für sich bean­sprucht hätte. Klipp und klar hat der Führer auf die französische Flotte nicht nur für die Dauer des gegenwärtigen Krieges, sondern auch über den Frieden hinaus verzichtet, und wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, daß Deutschland gar nicht daran dachte, die französische Flotte irgendwie in seine Berechnungen für die künftigen Kampftage einzustellen, so war dieser Beweis ohne weiteres gegeben in dem Umstand, daß die französische Flotte in den Häfen des Mittelmeeres gänz­lich stillgelegt war und, weil sie nicht einmal unter Dampf lag, weder zu Kampfhandlungen noch zum Auslaufen fähig gewesen ist. Aber das ist ja gerade, was die Feigheit Churchills her­ausforderte. Risikolos, so glaubte er, die wehrlose französische Flotte überraschen und sie zur kampf­losen Uebergabe zwingen zu können, und nun dies nicht möglich war, weil sich das Ehrgefühl der Franzosen gegen Churchillsche Zumutung auf­bäumte, so daß die französische Flotte den aller­dings aussichtslosen Kamps aufnahm, spricht der verbrecherische Hanswurst Churchill auch noch von einem Seesieg.

Es verblassen gegen das jüngste Zeugnis eng­lischer Niedertracht alle übrigen und gewiß schwer­wiegenden Schandtaten englischer Geschichte, die sich zwar oft genug gegen wehrlose Völker und so­gar gegen Neutrale mitten im Frieden gerichtet haben. Es verblaßt gegen die Kainstat Churchills das mitten im Frieden unternommene mörderische Bombardement aus Kopenhagen, es verblassen die Verbrechen an Burenfrauen, an Jrländern, an In­dern und Arabern. Es verblaßt sogar dagegen der Baralong-Mord und die Cossak-Untat. Aber es reiht sich Churchills jüngstes Verbrechen nur allzu gut ein den Rahmen dessen, was aus den gestern und heute von der deutschen Presse ver­öffentlichten Dokumenten spricht, die das ganze schamlose Bestreben der Engländer klarlegen, das dahinging, die Neutralen für sich- kämpfen, und wenn es nicht anders ging, für sich untergehen zu lassen, ohne selbst den letzten Einsatz zu wagen.

Erschütternd ist der Eindruck, den man aus den an der Loire gefundenen Dokumenten über die flehentlichen Hilferufe Gamelins und Weygands gewinnt, die während der Flandern-Schlacht von Frankreich aus nach London gerichtet wurden und die dort keinGehör fanden, weil England, wie

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Auf Befehl Churchills wurde gegen die in der Demobil­machung befindliche französische Flotte in Oran ein ver­nichtendes Bombardement eröffnet.

Das 6. deutsche Weißbuch enthüllt den Verrat Englands an dem französischen Bundesgenossen in der Flandern- schlacht.

Teutsche Kampfflugzeuge bombardierten erfolgreich mili­tärische Anlagen in England; der neueste britische Flug­zeugträger wurde torpediert.

Im Orient mehren sich die antibritischen Kundgebungen. Im englischen Unterhaus versuchte Churchill, seinen fei­gen Piratenstreich zu begründen.

Das rumänisch« Kabinett wurde erneut umgebildet.

Die Werkscharen der D8F. und der Reichskolonialbund führen koloniale Aufklärungsarbeit in den Betrieben durch.

Die Bremer Bevölkerung wird dringend zur Mitsahndung nach einem Mädchenmörder aufgefordert.

In den Außenstellen des Ernährungs- und Wirtschasts- amtes werden zukünftig nachmittags nur noch Werktätige abgefertigt.