Ausgabe 
(26.12.1940) Nr. 356
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parLnamtliclie Tageszeitung

Das Amtsblatt des Negierenden vürgermeisters der Zreien fjansestadt vremen

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der Nationalsozialisten Nremens

sinnliches verkündungsblatt des Neirstsstattstalters in Oldenburg und Vremen

7lr. Z56 / 10. Jahrgang

Zreitag, 2?. Vezember 1S40

kinzelpreis 15 Npf.

Her führet bei seinen Soldaten im Westen

-V:...

fluch die Männer der organisation ladt wurden durch des Wstrers flnwesenlieit beglückt

vegeisterungsstürme umbrandelen den Obersten vefestksstaber der welirmacht

Vor uns stelzt die preistest und ein besseres und schöneres deutsches Neich

Von nnsersm Lonäoiboricsttorstattep

Im Westen, 26. Dezember.

Ebenso wie im Vorjahre verbrachte der Führer auch in diesem Jahre wieder die Weihnachts­tage inmitten seiner Soldaten im Westen» in erster Linie weilte er diesmal bei denjenigen Einhei­ten der drei Wehrmachtsteile» die in diesen Monaten in ununterbrochenem Einsatz gegen England standen. Sein Besuch bei ihnen galt aber damit zugleich allen Soldaten der deutschen Wehrmacht im Westen und Osten von Kirkenes bis zur Bisk aya.

Welch ein Unterschied zwischen der Kriegsweihnacht des Jahres 1939 und der von 1940! Während wir der Kanalküste entgegcnrollen, werden noch einmal in uns die Erinnerungen an den vorjährigen Weihnachtsbesuch des Führers am West­wall wach. Damals stand die deutsche Wehrmacht ties gestaf­felt aus engstem Raum an der Grenze im Westen, eine ge­waltige, zusammengeballte Kraft, des Befehls zum Angriff harrend. Heute ist diese Wehrmacht der Herr des gewaltigen Raumes vom Atlantischen Ozean bis zur deutschen Grenze im Osten, von den Pyrenäen bis zum Nordkap. Dazwischen liegt der kühnste und großartigste Siegeszug in der deutschen Ge­schichte.

Gleich am ersten Tage des Führerbesuches bei den Truppen erhalten wir einen eindrucksvollen Einblick in die Stärke

der deutschen Heeres- und Marineartillerie, die heute Eng­

land gegenüber Stellung bezogen hat. Größtes Lob haben sich bei ihrem Einbau die Männer der Organisation Todt verdient, die Arbeitssoldaten des deutschen Volkes, die in

ununterbrochenem Einsatz in kürzester Zeit ein gewaltiges Werk vollbrachten. Diesen Männern gilt heute der Dank des Führers.

Neben einer der schwersten Fernkampfbatterien steht ein schlichtes Zelt. Einfache Holzgerüste tragen ein Nach aus

Zeltplanen. Die Holzbalken sind mit Tannengrün geschmückt. An der Stirnseite hängt das Bild des Führers. Ein Tannen- baum, von weither geholt, steht in dem langgestreckten Raum, in dem dicht bei dicht rasch gezimmerte Tische aufgeschlagen sind. In diesem Zelt haben sich die Männer der O. T. zu ihrer Weihnachtsfeier versammelt, als plötzlich und für sie alle unerwartet der Führer eintritt, begleitet von Reichs­minister Dr. Todt und deni zuständigen Militärbefehlshaber.

Ein gemeinsames Mittagessen aus der Feldküche vereint nun auf kurze Zeit die Frontarbeiter mit dem Führer. Dann klingen Lieder auf — hart und soldatisch, Kampflieder, wie sie die Truppe singt. Und dann spricht der Führer.

In mitreißenden, immer wieder von Beifallsstürmen unterbrochenen Ausführungen spricht er zu seinen Arbeits­kameraden über den uns ausgezwungenen Schicksalskamps um Sein oder Nichtsein unseres Volkes, über die gewaltigen mi­litärischen Erfolge dieses Jahres und von seiner unbedingten Siegesgewißheit. Er würdigt die in ihrer Art einmaligen Leistungen der Frontarbeiter und gibt ihnen die Parole für das. neue Jahr: „Bor uns steht die Freiheit und damit die Zukunft unseres Volkes, hinter uns liegen bitterste Erfah­rungen, und in uns lebt der unverrückbare Entschluß, daß aus diesem Kriege ein besseres und schöneres Deutsches Reich erwachsen soll." "

Weiter geht die Fahrt, die Küste entlang Der Führer be­sucht Batterie um Batterie. Er geht von Geschütz zu Geschütz, betritt die Unterkünfte, die Stellungen und Kampfunter-

fluf knglandjastrt untergegangen

Notrufe eines britischen 5000-Tonners

Ncwhork, 26. Dezember.

Mackay Radio fing einen Funkspruch auf, wonach der bri­tische Frachter „Ewerleigh" (5222 BRT.) etwa 650 Meilen westlich der Nordspitze Schottlands angegriffen wurde. Drei Stunden spater sandte das Schiff einen zweiten Notruf.

'Der schwedische Handelsdampfer „Man gen" (1250 BRT.) ist im Dienst der Engländer auf dem Atlantik torpediert wor­den. Die Besatzung ist an Bord eines anderen schwedischen Schiffes in Lissabon gelandet.

stände, auch die, die sich der Flakschutz gegraben hat, begrüßt Offiziere und Mannschaften, und bei ihnen allen bleiben für jeden sorgsam bereitete Weihnachtspäckchcn zurück?

Ueber die Geschütze hinweg geht der Blick aus die weite Wasserfläche des Kanals, die von zahlreichen deutschen Vor- pvstenbovten belebt ist, und über der die zahlreichen Land- und Seeflugzeuge auf und ab patrouillieren. Am Nachmittag passiert der Führer Boulogne, wo die Kriegsmarine Wacht hält.

Der 24. Dezember gehört dann den tapferen deutschen Jagd­fliegern. Die Größe und das Heldentum ihres Einsatzes erhellt schon rein äußerlich die Tatsache, daß fast alle, in deren Kreis der Führer hier weilt, mit Auszeichnungen geschmückt sind. Viele von ihnen tragen das Eiserne Kreuz 1. Klasse, und allein bei einem einzigen berühmt gewordenen Jagdgeschwader tref­fen wir nicht weniger als sieben Träger des Ritterkreuzes an.

Die große Halle einer früheren Fabrik hat sich eines der Geschwader als Weihnachtsfestsaal eingerichtet. Sogar- eine kleine Bühne ist da, die heute von zwei großen kerzengeschmück- ten Weihnachtsbäumen flankiert wird. Große Schwarzweiß- Zeichnungen aus dem Flicgerleben, von Angehörigen der Truppe selbst ausgeführt, sprechen an den mit grünem Rttpfen

verkleideten Wänden. Tannengrün ziert die Stahlträger, die das Dach der Fabrithalle tragen. Riesengroß ist die Freude, als der Führer auch hier unverhofst eintrifft. Ein junger Oberleutnant, das EK. 1 aus der Brust, erzählt uns, daß sie am vergangenen Abend von einem Kradfahrer wohl hörten, daß der Führer an der Kanalküste sei. Dennoch hätten sie nie zu glauben gewagt, daß er auch zu ihnen kommen könnte, denn sie lägen doch „ganz abseits". Und nun ist der Führer doch gekommen, um mit ihnen eine halbe Stunde zusammen zu sein und ihnen persönlich für ihren heldenhaften Einsatz zu danken.

Mit knappen Worten gibt er seinen Fliegern ein Bild der politischen und militärischen Entwicklung: „Was ihr im ver­gangenen Jahr geleistet habt, das haben selbst alte Soldaten kaum für möglich gehalten." Mit Begeisterung folgen die Männer den Worten des Führers, die ihnen die Bedeutung ihres eigenen Einsatzes und täglichen Kampfes zum Bewußt­sein bringt.

Weiter geht die Fahrt durch die winterliche Landschaft. In einem abseits gelegenen kleinen Schlöffe treffen wir ein zwei­tes Geschwader unserer Jäger, dessen Kommodore zu dem Kreis der großen Lusthelden dieses Krieges gehört; jeder Stasselsührer ist hier Träger des Ritterkreuzes. Stimmungs­voll sind die Räume mit Tannengrün, Misteln und Kerzen geschmückt. Aus den Tischen ist eine weihnachtliche Kaffeetafel gedeckt. Mancher dieser jungen Offiziere hat bereits über 100 Englandflüge hinter sich. Sie sind alte erfahrene Kämpfer, denen so leicht keine englische Maschine entkommt, die ihnen vor das Maschinengewehr gerät. Mit vielen von ihnen unter­hält sich der Führer, läßt sich von ihren Kämpfen und Siegen berichten. Er fragt sie nach ihren Erfahrungen, erkundigt sich nach ihren Wünschen.

(Fortsetzung aus Seite 2)

kin weiterer deutscher Schnetlboot-krfolg

flngriff auf Manckester feste wirkungsvoll - flm 24. mist 25. Verember keine flngrifisstandlungen

Berlin, 25. Dezember.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Bei der Unternehmung am 23. Dezember versenkten deutsche Schnellboote nutzer den bereits gemeldeten zwei Schissen noch einen dritten feindlichen Dampfer von 2560 BRT.

Nach den Angriffen starker Kampffliegerverbände in der Nacht zum 24. Dezember auf Manchester, die sich bei guter Sicht und weithin leuchtendem Feuerschein wieder sehr wirkungsvoll gestalteten, hat die deutsche Luftwaffe am 24. und in der Nacht zum 25. 12. keine Angriffshandlungen unternommen. — Auch der Feind griff deutsches Reichsgebiet nicht an.

Berlin. 26. Dezember.

Der Wehrmachtsbericht vom 26. Dezember hat folgen­den Wortlaut:

„Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: In der Nacht zum 25. 12. und am 25. 12. keine beson­deren Ereignisse."

flusreicknung für Kapitäne und vefastungs- mitglieder verschiedener kandelsschiffe

Berlin, 26. Dezember.

Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat Kapitäne und Besatzungsmitglieder verschiedener Handelsschiffe in Anerkennung hervorragender Verdienste auf Vorschlag der Kriegsmarine durch Verleihung des Kriegsvcrdienstkreuzes 2. Klasse mit Schwertern ausgezeichnet. Jeder Kapitän erhielt für sein Schiff ein Bild des Führers mit eigenhändiger

Widmung. Auch der Reichsmarschall ließ den Kapitänen sein Bild mit eigenhändiger Unterschrift überreichen.

Aus naheliegenden Gründen können vorläufig weder Na­men der Schiffe, noch der Kapitäne und Besatzungsmitgliedcr der Öffentlichkeit bekanntgegeben werden. Ihre Taten wer­den jedoch bleiben und einer späteren Geschichtsschreibung bleibt es vorbehalten, ihre Verdienste entsprechend zu wür­digen.

Nitterkreuj für Staffelkapitän

» Berlin, 26. Dezember.

Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht ver­lieh aus Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichs­marschall Göring, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes Haupt­mann Duerbeck, Staffelkapitän in einem Lehrgeschwader.

Hauptmann Duerbeck hat seine Staffel auf vielen schwie­rigen Einsätzen in Norwegen, Holland, Frankreich und Eng­land zu hervorragenden Erfolgen geführt, die seinem rück­sichtslosen Persönlichen Ejnsatz, seinem taktischen Verständnis und der ausgezeichneten Schulung, die er seinen Besatzungen hatte zuteil werden lassen, zu danken sind. Die Krönung seiner bisherigen Erfolgskette war ein mit besonderem Geschick durchgeführter EinzelveruichtungsaNgrisf auf ein englisches Motorenwerk. Im kühnen Angriff gelang es ihm, die größte Halle des Werkes mit mehreren Bomben schweren Kalibers vernichtend zu treffen und das Werk damit nachhaltig lahm­zulegen.

Italienisches U-Voot versenkte vritenkreuM

Unveränderte Lage an der tgrenalka - flir der griechischen front feindangriffe abgewiesen

Rom, 25. Dezember.

Der italienische Wehrmachtsbericht vom 25. Dezember hat folgenden Wortlaut: Das Haupt­quartier der Wehrmacht gibt bekannt: „Im Grenzgebiet ist die Lage unver­

ändert Unsere Lustverbände haben ihre Bomben- und ME.-Angriffe gegen feindliche Kraft- waaenver'bände kortaeketzt Die vorgeschobenen feindlichen Stützpunkte wurden erneut inten- "vbombardiertJn einem feindlichen Flugzeugstützpunkt sind Explosionen und Brände fest­gestellt worden.

In Tripolitanien hat der Feind die Stadt und den Hafen von Tripolis bombardiert und einigen Scha­den verursacht.

An der griechischen Front behindert schlechtes Wetter die Operationen. Feindliche Angriffsversuche wurden abgewiesen.

Einer unserer Jägerverbände, der sich auf einem Schutzpatrouillenflug befand, hat einen feindlichen Ein- flug auf Valona kräftig abgewehrt, wobei er einige Blenheim-Flugzeuge, die dem Kampf auswichen, mit MG.-Feuer beschoh und verfolgte.

In Ostafrika zwang ein am 23. Dezember von be­waffneten Kraftwagen angegriffener Aufklärungsver­band diese zum Rückzug und fügte dem Feind Verluste bei. Am gestrigen Tage hat ein feindliches Flugzeug

gegen 12.20 Uhr Neapel und Umgebung überflogen und dabei einige Brandbomben sowie die üblichen Flug­zettel abgeworfen.

' Rom, 26. Dezember.

Der italienische Wehrmachtsbericht vom 26. Dezember hat folgenden Wortlaut: Das Hauptquartier der Wehr­macht gibt bekannt: „Im Grenzgebiet der Cyrenaika

lebhafte Artillerieduelle um Bardia. Ein Angriff auf eine unserer Feldwachen in der Wüste wurde abge­schlagen.

In der Nacht vom 24. auf 25. Dezember sowie am 25. 12. wurde ein vorgeschobener feindlicher Stützpunkt ausgiebig mit Bomben belegt. Ein Kriegsschiff wurde getroffen. Außerdem wurden im Süden der Cyrenaika kleinere motorisierte Abteilungen wirksam mit Bomben belegt.

An der griechischen Front haben wir an verschiedenen Stellen Angriffe zurückgewiesen und dabei dem Feind empfindliche Verluste beigefügt sowie Gefangene gemacht. Einige Vomberformationen haben feindliche Flottenstütz­punkte und Hafenanlagen getroffen, die im Zusammen­hang mit den im Gange befindlichen Operationen inter­essieren. Während des gestern gemeldeten feindlichen An­griffes auf Valona hat die Marineflak ein feindliches Flugzeug abgeschossen.

In Ostafrika an der Sudanfront Patrouillen- und Fliegertätigkeit. Feindliche Zeltlager und Marschkolon­nen wurden mit Sprengbomben und MG.-Feuer ange­griffen. Eines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt.

Das U-Boot „Serpente" unter dem Befehl von Ober­leutnant z. S. Antonie Dotta hat in der Nacht vom 20. auf 21. Dezember im zentralen Mittelmeer eine feind­liche Schiffsformation angegriffen. Dabei wurden gegen eine» leichten Kreuzer zwei Torpedos abgeschossen und der Kreuzer, wie durch Luftaufklärung festgestellt wurde, versenkt.

Das U-Boot „Mocenigo" unter dem Befehl von Kor­vettenkapitän Alberto Agostini hat im Atlantischen Ozean zwei große Dampfer durch Geschützfeuer versenkt und einen dritten durch ein Torpedo getroffen."

preist

Ei. 8. Berlin, 26. Dezember

Unter denen, die aus dem englischen Lager Weih­nachtsbotschaften an das bedrohte Empire richteten, be­fanden sich auch der King und General Wavell, der Be­fehlshaber der britischen Streitkräfte in Nordafrika. Beiden Botschaften gleich ist die überhebliche Zitierung der afrikanischen Ereignisse als den Beginn einer „Straße des Sieges", eine Zitierung, die den Briten wahrlich nicht zukommt, die in diesem Kriege nichts ernteten als Niederlagen und die jede Niederlage als Sieg vor der Welt gepriesen haben, ganz gleich, ob es sich um Namsos, Andalsnes oder Dllnkirchen und den feigen Verrat an der französischen Armee handelte. In zwei wichtigen Punkten aber unterscheiden sich jene Bot­schaften. Wavell begibt sich aufs politische Gleis und läßt hochtönende Phrasen vom Kampf für Freiheit, Wahrheit, Demokratie erschallen, jene Begriffe einer verlogenen Ideologie, mit der man schon im Weltkrieg die ganze Welt gegen Deutschland gefangennahm und schließlich das deutsche Volk selbst betrog. Der King hingegen, der Herrscher Plutokratiens, meidet jene Be­griffe, und kommt angesichts der Trümmer englischer Städte, deren Vernichtung auf das Schuldkonto seines Ministerpräsidenten und der übrigen Kriegshetzerclique kommt, zu einem eigentümlichen Wortschatz, der auch hier wieder den König zum folgsamen Redner des Ober­lügners Churchill macht. Churchill sprach ausgerechnet vor den Plutokratenjünglingen von Harrow von Volks­gemeinschaft. Diesen Gedanken nimmt nun der König Englands auf, spricht von Kameradschaft, von Har­monie und Gemeinschaft, die aus dem Leiden geboren seien und^ die die Engländer, „wenn sie bis zum Ende ausgehalten hätten und ihnen der Sieg zufallen würde, sich in den kommenden Tagen bewahren müßten". Das plutokratische England, das es nach dem Weltkrieg, in dem nach den Worten des britischen Königs in seiner Botschaft die Blüte seiner Jugend hingemäht wurde, es nicht für notwendig befand, diese Volksgemeinschaft zu schaffen, verspricht jetzt etwas, was im nationalsozia­listischen Deutschland verwirklicht wurde und weiter werden wird, nur deshalb, weil in diesem Krieg nicht wie im vorigen die Engländer nur wenig von der Schlacht sahen, sondern weil sie jetzt im eigenen Land gleichsam in vorderster Linie und gemeinsamer Gefahr stehen und eine Zukunft vor sich haben, die hart sein wird.

Wie hart diese Zukunft in Wirklichkeit ist und wie weit entfernt sich England von einer Kriegslage be­findet, die mit einem Anfang einer „Straße des Sieges" verglichen werden kann, erkennt man aus mehreren Aeußerungen, die gerade in diesen Weihnachtstagen ge­macht worden sind. General Wavell spricht nur von der Notwendigkeit weiterer Waffen- und Munitions­zufuhren und von der Tatsache, daß, wie Eden es aus­drückt, England mehr Tanks, mehr Geschütze und mehr Waffen braucht. Der Einkäufer der Briten in USA. aber — man könnte im Hinblick auf die Kehrseite die­ser Einkäufe im Ausverkauf des Empire auch „Aus­verkäufer" sagen — sprach es ganz unumwunden aus, wie es um Englands Lage steht. Die beschleunigte Pro­duktion von USA.-Kriegsmaterial während der näch­sten 60 bis 90 Tage sei für England wichtig. Bei diesen Aeußerungen mußte sich Mister Purvis die Gegenfrage gefallen lassen, ob denn hierdurch die Gefahr eines Zu- sammenbruchs in dieser Periode angedeutet werden solle? Er hat daraufhin mit einer Phrase geantwortet, daß England das Wort „Zusammenbrach" nicht kenne, hat aber fortfahren müssen: „Falls Sie verstehen, daß die Strategie dieses Krieges vom vorherrschenden Waf- fenvorrat abhängt, werden Sie erkennen, wie wichtig die nächsten Wochen sind." Und um den schlechten Ein­druck seiner Terminangabe zu verwischen, schloß er mit der blöden Phrase: „Je mehr wir in den nächsten Wo­chen produzieren, desto größer wird die Produktion in sechs Monaten sein."

In der gleichen Richtung des bekannten Notschreis um Unterstützung aus den USA. liegt eine Aeußerung der „Times", die darauf hinweist, daß es nicht damit getan sei, die riesigen Bestellungen aufzugeben — die man jetzt von England aus aufgeben könne, ohne sich um die Frage der Bezahlung zu sorgen — worauf es ankomme, das sei die eilige Beförderung. Die amerika­nische Oeffentlichkeit zeige sich der Dringlichkeit der Lage ebenso bewußt wie die englische. In diesen erneu­ten Hilferufen liegt des Pudels Kern. liegt auch die Erklärung für die sinnlose Botschaft Churchills an Ita­lien. Sie war dazu bestimmt, eingereiht zu werden in

Der Führer verbrachte die Weihnachtstage unter seinen «oldatcn an der Front.

Die Wehrmach'tsberichte vom 25. und 26. Dezember ver­zeichnen keine deutschen Angrisfshandlungen.

England erlebte die Weihnachtstage in ständiger Furcht vor einer deutschen Invasion.

Der englische König verstieg sich zu nebelhaften Andeu­tungen einer britischen Volksgemeinschaft.

Ein italienisches U-Boot versenkte im zentralen Mittel­meer einen englischen Kreuzer.

Die italienische Presse geißelt in harten Worten die scheinheilige Ansprache Churchills.

Vor den Alten Kämpfern sprach Gauleiter Adolf Wagner. Hein ten Hofs boxte und siegte in einem Turnier zwei­mal.

In Hamburg gewann Vogt seinen Rückkampf gegen den Italiener Oldoini.