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öremei Wuna
parteiamtliche Tageszeitung
Das ftmtsblatt des legierenden Dürgermeisters der freien kjansestadt Dremen
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der Nationalsozialisten Vremens
flmtliches verkütidungsblott des Neichsstatchalters in Oldenburg und Vremen
Nr. Z50 / 10. Jahrgang
Zreitag, 20. Dezember 1940
kinzelpreis 15 Npf.
rag für lag britische lotaloerluste
englischer ISooo lonner in vrand geraten und von der vesatzung ausgegeben
Volltreffer aus unersetzliche Handelsschiffe
flllein mit der Western prince versanken 10 000 rannen Munition und vomber aus USst.
Berlin, 19. Dezember.
Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Infolge ungünstiger Wetterlage führte die deutsche Luftwasfe gestern bei Tage und in der Nacht lediglich Ausklärungsflüge durch. Im Nordkanal gelang es, ein Handelsschiff durch Bombenvolltreffer im Maschinenraum schwer zu beschädigen. Bei einem weiteren Handelsschiff durchschlug eine Bombe schweren Kalibers das Vorschiff. Die Mannschaft ging daraus in die Boote.
Britische Flugzeuge warfen in der Nacht zum 19. Dezember in Südwestdeutschland einige Bomben, verursachten aber nur geringfügigen Eebäudeschaden. Eine Zivilperson wurde getötet."
Wie Reuter aus Newhork meldet, hat die amerikanische Funkstation Mackeh-Radio am Mittwoch Hilferufe des englischen Frachtdampfers „Rapier Star" aufgefangen, der etwa 600 Seemeilen westlich der Hebriden torpediert worden fei. Das Schiff war 10 116 BRT. groß.
Nach einer Reuter-Meldung ist ferner der im englischen Dienst stehende schwedische Frachtdampfer „Gwalia" (1258 BRT.) versenkt worden. Der größte Teil der Besatzung soll ums Leben gekommen sein.
Es wird gemeldet, daß der Passagierdampfer „Arundel Castle", ein 19 118 BRT. großes Schiss der Union Castle Co., eine halbe Meile von Barv»n-Rifs vor der Küste von Neu- Südwales in Brand geraten ist. Der Brand habe allmählich einen solchen Umfang angenommen, daß Fahrgiiste und Be- satzunqsmitglieder das Schiss hätten verlassen müssen.
Es handelt sich um einen Toppelschrauben-Turbinendampser, der sonst allgemein in der Südafrika-Fahrt beschäftigt ist. Es ist anzunehmen, daß wegen Ausfalls des Mittelmeeres diese Linie auch bis nach Australien durchgeführt werden mutzte. Das Schiff ist als Totalverlust zu betrachten.
An Bord eines englischen Schisses sind die geretteten Passagiere des untergegangenen britischen Handelsschiffes „Western Prince" (10 926 BRT.) in einem westenglischrn Hafen eingetroffen. Das von einem deutschen Unterseeboot im nördlichen Atlantischen Ozean torpedierte Schiss hatte 10 000 To. Munition und Waffen, darunter auch Bombenflugzeuge an Bord.
Unter den geretteten Passagieren befinden sich der kanadische Minister Howe sowie die Mitglieder einer kanadischen Mission, der Leiter der britischen Munitionsproduktivn Taylor und Oberst Macrao, ein Mitglied der englischen Einkaufskom- mission in den Vereinigten Staaten, ferner ein Vertreter des „Manchester Guardian". Im ganzen sollen 53 Passagiere und 99 Mitglieder der Mannschaft gerettet worden sein. Unter den Vermißten befindet sich u. a. der Finanzsachverständige der kanadischen Regierung Gordbn Scott. Die Ueberlebenden hätten berichtet, daß das Schiff in der Dunkelheit angegriffen und torpediert worden sei. Die Rettung habe sich infolge des hohen Seeganges als äußerst schwierig erwiesen. Lange Stunden seien vergangen bis glücklich Hilssschiffe an der Stelle der untergegangenen „Western Prince" eingetroffen seien, um die Besatzungen der Rettungsboote aufzunehmen.
Der Mangel an Schiffsraum veranlaßt England, nach neuen Raubmöglichkeiten auszuschauen, nacktem bereits alle in seinen Häfen befindlichen dänischen und norwegischen Schiffe beschlagnahmt wurden. Diesmal richten sich seine Augen aus die dänischen Schiffe, die in Häfen der UsA. eingelaufen sind. Die britische Regierung ist. wie in unterrichteten Krei-
Dekanosow beim führet
Berlin. 19. Dezember.
Der Führer empfing am Donnerstag in der Neuen Reichskanzlei in Gegenwart des Reichsministers des Auswärtigen, von Ribbcntrop, den neu ernannten Botschafter der UdSSR., Wladimir Gcorgjewitsch Dekanosow, zur Entgegennahme seines Beglaubigungsschreibens, sowie des Abberufnngsschreibens seines Amtsvorgängers. Eine Abteilung der 11-Leibstandarte erwies bei der An- und Abfahrt des Botschafters die militärischen Ehrenbezeigungen.
sen mitgeteilt wird, an maßgebende amerikanische Stellen herangetreten und hat diesen vorgeschlagen, diese Schiffe unter irgendeinem Vorwand beschlagnahmen zu lassen und sie dann der englischen Handelsslotte zu übereignen. Die Zahl dieser Schiffe beträgt nach neutralen Berichten 37.
„Wirksames Mittel des Wirtschaftskrieges"
Moskau, 19. Dezember.
In einem Artikel über die Tätigkeit der U-Boote im gegenwärtigen Krieg, stellt das Militärblatt „Krasnaja Swjesda" fest, daß die U-Boote ungeachtet der stark gestiegenen Bedeutung der Luftwaffe und der Vervollkommnung der Horchgeräte in der Lage seien, erfolgreich sowohl die Handels- als
auch die Kriegsschiffe des Gegners zu bekämpfen. Hervorgehoben wird, daß die ausgezeichnete technische Ausrüstung der deutschen U-Boote und oie vortreffliche Ausbildung des Personals der deutschen Führung erlaubt hätte, die U-Boote einzeln und im Zusammenwirken mit der Lustwafse einzusetzen. Dabei betont das Blatt, daß die Tätigkeit der deutschen U-Boote auf den Seeverbindungswegen Englands ein wirksames Mittel des Wirtschaftskrieges darstellen.
Zu dem englischen System der Geleitzüge stellt das Moskauer Blatt fest, daß es auch angesichts der Vervollkommnung der deutschen U-Boote an Bedeutung verloren habe. Die Bewaffnung der einzelnen Handelsschiffe habe. wie das Moskauer Blatt weiter feststellt, im Lause des gegenwärtigen Krieges überhaupt noch keinen Ersolg gezeigt. Bezüglich der englischen U-Voote wird festgestellt, daß sie bis jetzt im Lause des Krieges nichts Besonderes geleistet hätten. Die Tätigkeit der italienischen U-Boote im südlichen Teil des Atlantischen Ozeans wird als eine Bedrohung der englischen Verbindungswege mit Südamerika bezeichnet. Schließlich schätzt das Blatt den durch Minen verursachten Verlust an Handcls- schisssraum aus mindestens 2,5 Millionen BRT., der in der Hauptsache ebenfalls auf die Tätigkeit der deutschen U-Boote zurückzuführen sei.
ftppell Matsuokas an die Vernunft der USft.
"Vreierpakl ftngelpunkl der japanischen flußenpotittk"
Tokio, 19. Dezember
Die Japan-Amerika-Gesellschast veranstaltete zum Abschied des Botschafters Nomura einen Empfang. Außenminister Ma-tsuoka gab bei dieser Gelegenheit seiner Hoffnung Ausdruck, daß es Nomura gelinge, alle auftauchenden Möglichkeiten eines Zusammenstoßes im Pazifik zu verhindern.
Die Ursachen, führte Masuoka aus, die zu der gegenwärtigen unglücklichen Verschlechterung der Beziehungen führten, seien mannigfaltig. Die Hauptursache aber sei das Mißverstehen von Japans Forderungen und Zielen seitens Amerika. Im Gegensatz zu Behauptungen im Amerika und anderen Ländern führe Japan mit China keinen imperialistischen Krieg der Gier und Aggression. Japan kämpft nicht sür Zerstörung, sondern sür einen Dauerfrieden und unbegrenztes Wohlergehen eines aus Gerechtigkeit und Gleichheit aufgebauten Ostasiens, wo Japan nach seiner Ueberzeugung eine große Mission als zivilisierende und stabilisierende Macht zu erfüllen Habs.
Niemandem, so führte der Außenminister aus, werde die Tür verschlossen. Jede Nation, die wünsche, an dieser großen Aufgabe Hand mit anzulegen, sei willkommen. Bei der Neuordnung, die Japan anstrebe, werde es keine Eroberung, keinen Druck und keine Ausbeutung geben. Japan lasse sich aber auch nicht von diesem eingeschlagenen Weg durch irgendwelchen Druck ablenken, von wo er auch immer kommen möge.
Was den Dreierpakt angehe, betonte Matsuoka, so habe ein Teil des amerikanischen Volkes, vorsätzlich oder nicht, Japans Ziele mißverstanden und beschuldigte Japan feindlicher Absichten gegenüber Amerika. Nichts könne absurder und unwahrer fein. Japan wünscht nicht, Amerika oder irgendeine andere Nation herauszufordern, wünsche aber auch seinerseits nicht, in seinem Ausbauwerk behindert zu werden. Er möchte, so unterstrich Matsuoka, in Amerika keinen Zweifel darüber auskommen lassen, daß Japans Außenpolitik den Dreierpakt in Zukunft als Angelpunkt habe. Dies bedeutet keinerlei Bedrohung, sondern sei eine einfache Feststellung, um Mißverständnisse zu vermeiden.
Matsuoka schloß seine Rede mit einem ernsten Appell an die Vernunft beider Völker, um ein ruhiges Urteil und Zurückhaltung zu bewahren. Anschließend unterstrich Botschafter Nomura in einer kurzen Ansprache, daß auch nach seiner Aufsassung keinerlei Grund zu einem Streit zwischen den beiden Nationen gegeben wäre.
Man geht nicht fehl in der Vermutung, daß es Matsuoka bei seinen höchst bedeutsamen Ausführungen darauf ankam, Mißverständnisse gegenüber Tokio zu beseitigen und damit den Vereinigten Staaten die Möglichkeit zu geben, gegenstandslose Animositäten abzubauen. Dazu gehört auf beiden Seiten guter Wille, der bisher zwar in Tokio, nicht aber in Washington zu verspüren war.
krneute Verletzung der Schwerer Neulralttiit
rck. Bern, 19. Dezember.
In der Nacht zum 19. Dezember verletzten englische Flieger schon wieder die schweizerische Neutralität. Wie es in einer Mitteilung.des Armeestabes heißt, flogen die „fremden Flieger" an mehreren Stellen über den Jura aus schweizerisches Gebiet ein und überquerten von dort in südöstlicher Richtung den schweizerischen Lustraum. Wie der Armeestab weiter berichtet, trat die schweizerische Flak an mehreren Stellen in Aktion. Die Briten sollen in großer Höhe geflogen sein.
Die schweizerischen Zeitungen geben der Entrüstung des Schweizer Volkes über die Bombardierung von Basel auch weiterhin offen Ausdruck. Allgemein wird in Uebereinstimmung mit einer halbamtlichen Stellungnahme darauf hinge
wiesen, daß bei der charakteristischen Lage der Stadt Basel am Rheinknie und der guten Sicht, die durch den Schnee noch gesteigert war, schwer an eine Verwechselung geglaubt werden kann. Die Ueberzeugung geht auch in Sachverstiindigcnkrcisen allgemein dahin, daß der Baseler Bahnhof tatsächlich das Ziel bedeutete.
Besonders betroffen ist man in linksbürgerlichen Kreisen darüber, daß das Musterland der Demokratie, das für die kleinen Staaten zu kämpfen vorgibt, sich in dieser Weise kompromittiert. So schreibt die „Aargauer Zeitung", das Organ der Jungliberalen, u. a.: „Es geht nicht an, die Souveränität eines kleinen Staates zu mißachten, wenn man gerade für das Recht der kleinen Staaten Krieg führt. England muß übersehen haben, womit es einer guten Sache dient, wenn es hier rücksichtslos die auch von England garantierte Neutralität stark verletzt.
wertvollste lonnage -in- knglcmd verloren
veorgs ftammelparade am Küftischift — Sieben Schifte und ihr Wert für Vritannien
6. H. Berlin, 19. Dezember.
Aus Liverpool belogt der neueste Hofbericht Seiner Majestät des Königs von England — wie bereits kurz berichtet —, daß Georg hier der Entladung ei nes Dampfers mit Gefrierfleisch beigewohnt hat. Die Tatsache, daß jetzt sogar der britische König auf die Ladeluke eines Kühlschiffes klettert, um das Ausladen gefrorener Hammel zu verfolgen, wird schon klarer, wenn man bedenkt, daß gerade zur selben Zeit der Notruf eines torpedierten englischen Kühlschiffes von über 12 990 Tonnen, „Naprer Star", eingelaufen war, der nur noch bis 699 Seemeilen westlich der Hebriden gekommen war. statt des Restes der Reise dann aber den Weg auf den Meeresgrund antrat. '
Vier Kühlschiffe der gleichen Linie, der Blue-Star-Line, sind bereits dem „Napier Star" vorangegangen: „Toric Star", „Sultan Star", „Wellington Star" „Auckland Star", sämtlich moderne Schisse, die 10000 bis 13 000 BRT. groß waren Das jetzt versenkte Kühlschiff konnte nach Angaben nicht weniger als 130 000 gefrorene Hammel von Australien oder Neuseeland nach England transportieren. Diese Hammelparade kann nun der King nicht mehr abnehmen.
Außer diesem wichtigen Kühlschiff find am gleichen Tag zwei Tanker den deutschen U-Booten zum Opfer gefallen. Es handelt sich um die großen Tankschiffe „P e n d r e ch t" mit 10 746 BRT. und „T a l s o n n" 9860 BRT.. ebenfalls Schisse, die zu den wertvollsten Teilen der Versorgungsslottc Britanniens aus Eigcnbcsitz oder aus Raub an den früheren Bundesgenossen gehören. „Dalfonn" hatte Flugzeugbcnzin geladen, das England säst in vollem Umfang einführen muß, während die deutsche Lustwafse ihre Trcibstossversorgung aus eigener deutscher Produktion ausbaut. Angesichts solcher Verluste wird der Rcklamcbesuch des King und der darüber herausgegebene Hosbericht ebenso verständlich, wie die Feststellung des „Daily Telegraph", daß der ganze Ernst der Tvnnagelage Englands daraus hervorgeht, daß weder die
englische noch die UTA.-Schisfsneubantcn ausreichten, um die Verluste auszugleichen.
Gerade aus den letzten zwei Tagen haben wir weiter ein außerordentlich interessantes Geständnis über die Wirkung der Großangriffe unserer Lustwafse für die britische Jnuen- versorgung erhalten. Während man bis vor kurzem die Illusion aufreckst erhielt, als ob die deutschen Angriffe kaum wirtschaftliche Folgen hätten, muß man jetzt in vollem Umfang zugestehen, wie schwerwiegend die Folgen der Zerstörungen für die Biunenversorgung Englands sind. Es heißt in einer Betrachtung des „Daily Herald": Die Eisenbahnen
liegen unter einem „nicht vorhergesehene» Druck", eine Umschreibung für die Unterbrechungen des Eisenbahnverkehrs durch die Angriffe der deutschen Luftwasfe. Der Küstenschisfs- verkehr ist durch feindliche Einwirkung herabgemindert, ein Beweis, wie stark die deutschen Luftangriffe auf die britische Schiffahrt einwirken. Die Evakuierung habe den Bedarf in einzelnen Gebieten stark verschoben und die „Verlegung von Industrien" habe einzelne Eisenbahnstrecken stark in Anspruch genommen. Beides ebenfalls Eingeständnisse der umfrangreichcn Vernichtungen in den britischen Industriezentren. Das gleiche Blatt gibt übrigens noch weiter zu, daß das Londoner Ver
kehrswesen derartig desorganisiert ist, daß man an einschneidende Maßnahmen denken müsse, um der Verkehrsstörung Herr zu werden. In diesen Darstellungen werden die wahren Gründe sür die vielseitigen Druckversuche, amerikanische Hilfe um jede» Preis zu erhalten, sichtbar.
England hat durch Lothians Mund eingestanden, daß es nicht mehr in der Lage ist, diesen Krieg aus eigener Kraft zu bestehen. Daß die Jllusionskampagne, die mit den Mittel- mccrcreignisscn getrieben Wird, mit dieser Darstellung nicht in Einklang steht, hat offenbar auch Churchill selbst eingesehen und die übcrstarkc Propaganda dämpfen lassen. Bcaverbrook mußte sogar erneut von der weiterbestehenden 'Möglichkeit der Invasion sprechen. Darüber hinaus aber hat eine hauptsächlich für Amerika bestimmte Darstellung der Wirkungsmöglichkciten der britischen Armee ganz osscnbar die gleiche Tendenz. In ihr wird im Grunde zugegeben, daß England zu einer siegreichen Beendigung dieses Krieges sich endgültig nicht mehr fähig hält.
Die britische Armee wirb mit zwei Millionen Mann Stärke und der Heimatschutz mit einer Million Mann angegeben, dann aber im einzelnen eine solche Fülle ihrer Aufgaben aufgezeigt, daß für die einst so groß hinausposaunten „Ofsensiv- aufgaben" kaum noch Männer übrig bleiben, zumal auch in diesem Bericht die starke Abwehrarmee gegen eine Invasion für jede Jahreszeit als erforderlich, ja, als gerade besonders wichtig angesehen wird. Angesichts svlcl>er Betrachtungen zur tatsächlichen Lage muß dann für den Hausbedarf wieder ein wenig Illusion gemacht werden mit der Hil'e der Dominions und es wird über die Errichtung von acht großen Fabriken berichtet die in Kanada für Großbritannien Schiffsgeschütze bauen sollen — allerdings erst dann, wenn die Fabriken ein- i mal fertiggestellt sind.
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Von
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Heute jährt sich zum 25. Male der Tag, an dem Churchill seine „Dardanellen-Unternehmen" endgültig scheitern sah.
Im Jahre 1932 erschien in Amerika ein Buch des Kapitäns zur See W. D. Puleston mit dem Titel „Das Dardanellen-Unternehmen". Es behandelt jenen bekannten Abschnitt aus dem Weltkriegsjahr 1915, als England mit Unterstützung Frankreichs den Versuch unternahm, durch Bezwingung der Befestigungen an den Dardanellen von der See- und Landseite her die Türkei von den Mittelmächten zu trennen und gleichzeitig dem damaligen russischen Verbündeten am Bosporus die Hand zu reichen. Das Unternehmen scheiterte an der heldenmütigen Verteidimrng der Meerengen durch deutsche und türkische Truppen unter Admiral von Usedom und General Liman von Sanders. In den monatelangen schweren Kämpfen um die Halbinsel Eallipoli verloren England und Frankreich unersetzbare Kerntruppen. Bei einem Eesamteinsatz von 600 000 Mann betrugen die Verluste 210 000 Tote, Verwundete und Kranke, dazu 7 Schlachtschiffe. Am 20. Dezember 1915 räumten die Engländer ihre Stellungen und schifften die Reste der Landungsarmee ein. Damit schloß eines der spannendsten Kapitel des Weltkrieges.
Verantwortlicher Urheber für das gescheiterte Unternehmen war der damalige Erste Lord der britischen Admiralität, Winston Churchill. Er verschwand ob seines Mißerfolges in der Versenkung, bevor noch das Unternehmen mit dem geschilderten „siegreichen Rückzug" aus Eallipoli endete. Das hat ihn nicht gehindert, zu Beginn der jetzigen Auseinandersetzung mit der englischen Plutokratie wieder auf dem gleichen Posten zu erscheinen und wenig später sogar Englands Ministerpräsident zu werden. Um so mehr gewinnen die kritischen Betrachtungen an Wert, die der amerikanische Seeoffizier in seinem bereits genannten Buch vor acht Jahren über Churchills politische und militärische Strategie angestellt hat. Wohlgemerkt, zu einer Zeit, als es noch kein nationalsozialistisches Deutschland unter einem Führer Adolf Hitler gab. Kapitän Puleston faßt in folgenden bemerkenswerten Sätzen sein Urteil über Charakter und Wesen des Zivilstrategen Churchill zusammen:
„Churchills eigene Worte in seinen Büchern zeigen, daß er sich als besser geeignet zur Leitung militärischer Operationen ansah, als seine technischen Berater. Er sagt, daß er mit solchem Bedauern von der Admiralität geschieden sei, weil er nun den Dardanellen-Feldzug nicht habe zu Ende führen können. Als er als Oberst nach Flandern ging, machte ihm die Erinnerung an Antwerpen und Gallipoli keinerlei Beschwerden, und allen Ernstes hielt er sich für den Verfasser eines „Planes", nach dem man schnell die Deutschen aus Frankreich vertreiben konnte. In Friedenszeiten ist das englische Regierungssystem großartig; es bietet jedermann Freiheit und sicheres Leben mit einem Mindestmaß an Belästigung. Im Kriege, mit zivilen Ministern, die sich nicht beraten lassen, gefährdet es das Dasein von Nation und Weltreich. Es ist zweifelhaft, ob selbst Großbritannien einen zweiten Weltkrieg und einen zweiten Winston Churchill überleben könnte."
Dieses Urteil wäre aus den Geschehnissen seit dem Regierungsantritt Winston Churchill II. nur noch in folgendem zu ergänzen: Churchill hat dem „Ruhmesblatt" von Eallipoli Anno 1915 inzwischen noch die „siegreichen Rückzüge" von Norwegen und Diinkirchen Anno 1940 hinzugefügt. Das „großartige" Regierungssystem der britischen Plutokratie bietet heute angesichts der Coventrierung der englischen Großstädte von London bis Sheffield keineswegs mehr ein „sicheres Leben mit einem Mindestmaß an Belästigung." Vielmehr — und hierin hat der amerikanische Kapitän durchaus richtig vorausgesehen — „gefährdet es das Dasein von Nation und Weltreich." Es gefährdet dieses Ausbeuter- Reich nicht bloß. sondern hat es in ein Karthago von einmaligem geschichtlichem Ausmaß mitten hineingeführt. Im entscheidenden Punkte der Betrachtungen des amerikanischen Kapitäns aber hat die unerbittliche Entwicklung der verflossenen 15 Kriegsmonate ihr letztes Wort bereits gesprochen: Es ist nicht mehr
zweifelhaft, daß selbst Großbritannien diesen zweiten Weltkrieg und diesen zweiten Winston Churchill nicht überleben wird.
Das plutokratische Urteil des Kapitäns Puleston über me englische Plutokratie und ihren letzten Repräsentanten soll nicht zuschanden werden. Dafür wird das
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Der Führer empfing den neuen russischen Botschafter Dekanosow.
Deutsche Bomber erzielten Volltreffer auf britische Handelsschiffe-, ein englischer 19 Ovv-Tonnen-Dampser ging durch Brand verloren.
Englands Furcht vor den deutschen U-Booten und Flugzeugen sprach deutlich aus einer Rede Churchills. Italiens Ostafrika-Truppcn richteten bei Bardia Gegenangriffe gegen die Engländer.
Verdachtsmomente verdichten sich. nach denen Britannien einen Anschlag gegen Syrien plant.
Der japanische Außenminister Matsuoka richtete einen Appell der Vernunft an die USA.
Deutsche Kriegsgefangene in England und Kanada kommen in den Genuß einer besonderen Weihnochlssiirsorae aus der Heimat.
Weihnachten besteht die Rablinghanser Schule 259 Jahre.