Erscheint 7mal tvö ch ent llcki Monatsbezug E 2,30 einschl. Zu- Postbezugspreis monatl. 2,30 E (etzischl. 28,7 cAL Post- zeitungsgebühr) zuzügl. 42 HL Bestellgeld. Bezugspreis ist im voraus zahlbar. Postscheck: Hamburg 17272 Eine Behinderung der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch auf l Nuckzahlung des Bezugspreises. Verlag: NS.-Eauverlag,Weser- Ems GmbH., Bremen, Eeeren 6-8. Arnspr. 5 4121, Nachtr. u. Sonntg.
« Sprech z.: Verlag: werktl. 12 13 Uhr; Schriftleitung Dienstag und Freitag 12^—13-/r Uhr,
partLiamtlichir Tageszeitung
v°s pmtsblat, des Negierenden vi!rgermei„crs der jrcien NanIestaLI vremcn
Anzeigen - Gru ndpreise?
Die l mm hohe und 22 mm breite Zeile im Anzeigenteil 13 H/. Die 78 mm breite und 1 mm hohe Zeile im Tertteil 75 Ermäßigte
Grundpreise (fürKlein- u.Familien- anzeigen u. a>) sowie sonstige Bedingungen Preisliste 9 Nachlaßstaffel 6. Für Anzeigen durch den Fernspr. keine Gewähr. Annahmeschluß 16 Uhr; sonnabends 14 Uhr. Geschäftsstellen: Bremen: Geeren Nr. 6/8, Fernspr. 5 41 21. Nachtruf und sonntags: Fernsprecher 51115; Obernstraße 86, Fernspr. 5 41 21. In Shke, Mühlendamm Nr. 2.
der Nationalsozialisten Vremens
sinnliches verkündungsblatl des Neichsstatchalters in Oldenburg und Vremen
Mittwoch, 19. Dezember 1940
Linzelpreis 13 Npf.
kondolier Kritik an britischer llrof lkgier
bittere klagen „Vailg Herolds" über die Mesendividenden der plutokraten
Tatsachen unterstreichen die sükrer-kede
ks gab nichts, was die ftktioniire daran binderte, größere Kriegsgewinne zu bekommen
llzurchitts kataftropbale antisoziale sinanzpolitik
" Stockholm, 17. Dezember."
Die große Rede des Führers vor den deutschen Rüstungsarbeitern, in der er der Welt des raffgierigen Profitzägers in der sogenannten Demokratie die nationalsozialistische Wirtschaftsauf- >"I?ung gegenüberstellte, hat eine Unterstreichung durch Tatsachenmaterial erfahren, das aus einer Quelle stammt, die vom Reuterbüro nicht gut als „Nazipropagandä" abgetan werden kann.
Das Londoner Blatt „Daily Herald" weist in einem Leitartikel nach, welch ungeheure Profite die britischen Großaktionäre aus dem Krieg ziehe. Es erklärt, der Schatzkanzler habe den kleinen Sparer aufgefordert, seine Anstrengungen zu verdoppeln. Dieser Rat sei ausgezeichnet, sollte aber an jedermann gleichmäßig gerichtet werden. Wenn der Schatzkanzler sage, man solle weniger als vor dem Kriege ausgeben, um eine Inflation zu vermeiden, dann solle er nicht die großen Fische durch das Netz schlüpfen lassen. Das Blatt erinnert dann daran, daß im April ein Gesetz im Parlament eingebracht worden sei, das die Dividende aus den Vorkriegsstand beschränken sollte (der auch nicht gerade niedrig war). Dieses Gesetz, stellt das britische Blatt schmerzlich stst, sei aber seinerzeit zu Fall gebracht worden.
„Daily Herald" verschweigt, aus welchem Grunde eine Dividendenbeschränkung abgelehnt wurde. Wir wollen sie mit einer Ziffer klarstellen: Bon der konservativen Mehrheit des britischen Unterhauses verfügen 181 Abgeordnete allein über 775 Aussichtsrats- und Direktorenposten bei den 700 wichtigsten Banken, Jndustrieunternehmungen, Schiffahrtsgesellschaften und überseeischen Handelsgesellschaften!
Und was haben diese Herren Abgeordneten am Kriege verdient, den sie gewollt haben? „Daily Herald" schreibt hierüber: „Es gab also nichts, was die Aktionäre daran hinderte, größere Kriegsgewinne zu bekommen. Und sie haben sie bekommen. Seit dem Tage im Juni, als der Schatzkanzler zum Entzücken der City (!) Lord Simons Guillotine (gemeint ist der Antrag der Dividendenbegrenznng) einpackte, haben die Gesellschaften, große wie kleine, fast in jeder Woche erhöhte Dividenden angekündigt.
Das Blatt nennt einige Beispiele aus der Großindustrie. Die bekannte Gesellschaft Dennis Boothers habe die Dividende bis aus 133^/r Prozent erhöht, die Flugzeugsirma Handley Page auf 44,8, die Firma Raleigh Chcle auf 25.
Namhafte Erhöhungen der KriegSdividende hätten von den bekannten Firmen weiter vorgenommen: B. S. A., Associated Eauipment und A. C. Kossor. Aus der Stahlindustrie erwähnt „Daily Herald" die Großfirma Neepsend Stell, die ihre Dividende auf 50 Prozent erhöhte, und die Stahlwerke von Brown Bayleh, die 26 Prozent Dividende verteilt hat. Unter den weiteren Firmen, die „Daily Herald" in seiner Aufzählung über die Erhöhungen erwähnt, befinden sich die Betriebe: Jsaac Holden, Joshua Hoyle, die P. and O. Dampsschissahrts- gesellschast, Thomas Ward und .Sarrison und Crosfield. „Und ein ganzer Schwärm", setzt „Daily Herald" hinzu. — Wahr-
Lonston bettelt um ..mttbe Haben"
kv. Stockholm, 17. Dezember
Es wird von amtlicher englischer Seite bestätigt, daß die britisch« Regierung nunmehr ein offizielles Gesuch um sinan- zielle Hilfe an die Vereinigten Staaten gerichtet hat. Es handelt sich, wie eine Reutermeldung unter Berufung aus hochstehende amerikanische Kreise deutlich macht, nicht mehr um Anleihen, sondern um „Hilfe in anderer Form", also um Geschenke. Das ehedem so reiche und stolze England ist heute soweit gesunken, daß es bei den früher verachteten Amerikanern um milde Gaben betteln mutz. Von London aus wird zu diesem Komplex erklärt, England beabsichtige, von den neuen Hilfsquellen der Vereinigten Staaten für Lieferung von Flugzeugen, Munition und anderem Kriegsmaterial in vollem Umfang Gebrauch zu machen.
englisches U-Voot vernichtet
Dr. v. I-. Rom. 17. Dezember.
Ein italienisches Ausklärungsslugzcug versenkte vor einigen Tagen durch Bombenabwurf aus 50» Meter Höhe c,n 20 Meilen vor der italienischen Küste gesichtetes englisches U-Boot. Gemätz der Schilderung des Piloten befand sich das U-Boot bei der Durchführung von Tauchmanövern. als e,ne aus 35 Meter Tiefe eingestellte, 160 Kilogramm schwere Wasserbombe geworfen wurde. Eine heftige Explosion zeigte die Trrsferläge an. Aus dem Meer breitete sich unverzüglich ein Lelsleck von mehr als 500 Meter Länge aus.
lich — eine offenherzige Unterstreichung deutscher Feststellungen.
Im übrigen widmet „Daily Herald" der gegenwärtigen britischen Finanzpolitik eine sorgenvolle Betrachtung. Das Blatt weist daraus hin, datz man von den englischen Arbeitern nicht verlangen könne, sie sollten Opser über Opfer bringen, wenn man ihnen nicht zusichern könne, datz der Krieg nicht etwa deswegen ausgesuchten werde, um „die gegenwärtigen groben Ungerechtigkeiten des Reichtums aufrechtzuerhalten".
Wenn man den Krieg, so schreibt das Blatt, lediglich mit Hilfe von geborgtem Geld finanziere, wie das die britische Regierung gegenwärtig tue, dann werde man das nationale Einkommen in die Hände der wohlhabenden Kreise spielen, und zwar ungefähr im Ausmaß der erhöhten Zinslasten sür die Nationalschuld. „Daily Herald" rechnet aus, daß bei einer längeren Kriegsdauer die Nationalschuld Englands die phantastische Höhe von 20 Milliarden Pfund (also nach deutschem Geld roh gerechnet 200 Milliarden Mark) erreichen würde, so daß die Zinslast zu diesem Zeitpunkt ungefähr 600 Millionen Pfund (sechs Milliarden Mark) betragen würde, d. h. zwei Drittel des gesamten Steueraufkommens vor,dem Kriege. Es wird dann praktisch nichts mehr übrigbleiben für irgendwelche sozialen Zwecke, weil alle diese Beträge in die Taschen der besitzenden Kreise stießen, einschließlich der Bankaktionäre.
Neuer Luftangriff gegen Sheffield
vomben auf kriegswichtige Ziele in London — Zwei feindliche Handelsschiffe bombardiert
Berlin, 17. Dezember
Das Oberkommando der Wehrmacht ' gibt bekannt:
„Deutsche Schnellboote stießen in der Nacht zum 16. Dezember bei einem Vorstoß in den Kanal auf einen Verband überlegener feindlicher Zerstörer. Nach kurzer Gefechtsberührung kamen die feindlichen Streitkräfte aus Sicht. Unsere Schnellboote kehrten unversehrt in ihre Stützpunkte zurück.
Der soeben mit einem Unterseeboot zurückgekehrte Kapitänleutnant Kretzschmer versenkte auf dieser Fahrt gegen den Feind, wie bereits bekanntgegeben, 34 935 Vruttoregistertonnen feindlichen Handelsschisfsraum. Damit hat dieser Offizier eine Eesamtversenkungsziffer von 252 1ÜÜ BRT. erreicht und als erster Unterseebootskommandant die 256 6üü-BRT.-Erenze überschritten. In dieser Versenkungszifser sind drei feindliche Hilfskreuzer und der britische Zerstörer „Daring" enthalten.
In der Nacht zum 16. Dezember wurde Sheffield von Kampfverbänden der Luftwaffe erneut und mit erkennbarer Wirkung angegriffen. Explosionen und eine größere Anzahl Brände waren zu beobachten.
Im Laufe des Tages kamen infolge stark dunstiger »nd nebliger Wetterlage nur wenige Flugzeuge zum Einsatz. In London und an anderen Stellen gelang es, auf kriegswichtige Ziele, Berkehrsanlagen sowie ein Truppenlager mehrere Treffer zu erzielen.
566 Kilometer westlich Irland wurden zwei feindliche Handelsschiffe mit Bomben angegriffen. Auf einem Schiff wurde die Ruderanlage beschädigt, ein anderes wurde so schwer getroffen, daß mit seinem Untergang zu rechnen is^
Die Einslüge britischer Flugzeuge in deutsches Reichsgebiet beschränkten sich in der Nacht zum 17. Dezember auf West- und Südwestdeutschland. In Mannheim wurde durch Spreng- und Brandbomben Gebäude- und Brandschaden u. a. am Schloß und an einem Krankenhaus verursacht. In einer anderen Stadt trafen Vomben ein weiteres Krankenhaus. Der in zwei Fabrikanlagen eingetretene Produktionsausfall ist unerheblich. Die Verluste der Zivilbevölkerung betragen 16 Tote und 56 Verletzte.
Flakartillerie schoß eine Bristol-Blenheim und eine Spitfire ab, Jäger vernichteten einen feindlichen Sperr- ballon. Eigene Verluste sind nicht eingetreten."
VrMsche Vomben auf^tte Stadt Vasel
Neue brutale Verletzung der schweizerischen Neutraiitiit — vier Lodesopjer
Genf, 17. Dezember.
Nach den wiederholten Verletzungen der schweizerischen Gebietshoheit durch britische Flugzeuge hat die RAF. sich ein besonders tolles Stück brutalster Mißachtung der schweizerischen Neutralität geleistet.
Englische Flugzeuge haben in der Nacht zum Dienstag zwischen 23 und 24 Uhr die schweizerische Stadt Basel mit Bomben beworfen. Die Bomben sielen in das Gundelsingcr Viertel und in den Vorort Binningen, die beide als reine Wohnviertel bekannt sind. Außerdem wurden einige Bomben in der Nähe des Güterbahnhofes abgeworfen. Der verbrecherische Angriff hat, wie bis jetzt festgestellt wurde, vier Todesopfer gefordert. Eine weitere Anzahl von Personen trug Verletzungen davon Der Sachschaden wird als bedeutend angegeben. Der säst unglaubliche Borfall beweist, daß die Piloten der RAF. bei der Durchführung ihrer von Churchill befohlenen nächtlichen Terroraktionen gegen die deutsäze Zivilbevölkerung auch auf die Grenze der neutralen Schweiz keinerlei Rücksicht nehmen. Sie haben ihre Bomben, wie üblich, planlos über das nächtliche Land ausgestreut, obwohl ihnen dabei klar sein mußte, daß sie in dem dicht besiedelten Grenzgebiet am Oberrhein mit Notwendigkeit in erster Linie die Zivilbevölkerung gefährden und überdies die Gefahr einer Nentralitätsverictzung heraufbeschwören mußten. Die RAF. hat sich somit wieder einmal mit aller Deutlichkeit als Handlanger einer wahrhast antieuropäischen Macht gezeigt.
deren Thrannei das deutsche Schwert zum Wohle aller Völker Europas ein Ende bereiten wird.
Einige Zeit vor dem Einslug der englischen Maschinen konnte man, wie aus Basel berichtet und in einer Mitteilung des schweizerischen Armeestabes unterstrichen wird. die Sirenen im deutschen Grenzgebiet hören Die Flugzeuge flogen Basel von Nordwesten her an, nahmen — es soll sich um drei Maschinen gehandelt haben, wie der Armeestab meldet — daraus über schweizerischem Hoheitsgebiet Kurs in Richtung Flueh, Lenken und Oberwyl und kreisten mehrmals in der Umgebung. Daraus kamen sie wieder nach Basel zurück und warfen nach Mitternacht schweizerischer Zeit mehrere Bomben auf den Vorort Binnigen, der zum Kanton Basel- Land gehört. Die Nacht war klar und es herrschte Mondschein, so daß die Flieger die schweizerische Stadt, vor allem das Knie, das der Rhein in Basel beschreibt, klar erkennbar sehen mußten. Diese Tatsache wird hier mit Nachdruck hervorgehoben. Es könne sich, so hören wir an zuständiger Stelle, deshalb wohl schwerlich um eine Verirrung gehandelt haben. Wie in einem Bericht des Armeestabes hervorgehoben wird, hatten es die Briten offenbar aus die Bahnanlagen östlich des Bundesbahnhofes von Basel abgesehen, — Eine Bombe glitt vom Dach des Bundesbahnhofes ab und explodierte aus der Straße, wo sie ein Taxi zertrümmerte- und die Glasscheiben der Umgebung bersten ließ. Nur zwei Bomben traten die weiten Bahnanlagen, wo sie aber nur unbedeutenden Schaden, der bereits im wesentlichen ausgebessert werden konnte, anrichteten.
Vc. öoebbels rechnet mit Ltzurchill ab
Sie leeren Versprechungen lfturchills und der von der piutokratie gekauften „flrbeirerlü«,rer" ziehen nicht — Veutschland will leinen flnteil an der Welt — Ver Neichspropagandamimster vor der flrbeiterschaft der Vlokm-ä-Voß-wersten
Hamburg, 17. Dezember.
Reichsminister-Dr. Goebbels tr^f am Dienstagvormittag zu einem kurzen Besuch in Hamburg ^
Er wurde auf dem Dammtor-Bahnhof von Gauleiter und Rerchsstatthaltsr Kaufmann. Staats- Uretär Ahrens. Bürgermeister Krogmann, ^-Gruppenführer Prützmann, dem Kommandanten von Hamburg, Generalleutnant von Heineccius, und Vizeadmiral Wolf herzlich willkommen
geheißen.
z
Der Minister sprach gegen Mittag in einer Wersthalle vor der zu einem Betriebsappell versammelten Belegschaft der
^Reichsnüniste?°8r°."'Go<:bbels sprach zu Beginn seiner Rede den zum Betriebsappell versammelten Arbeitern und Arbeiterinnen den Dank dafür aus daß „e trotz vieler nächtlicher Lustalarme unerschütterlich ihre Haltung und ihre Arbeit-disziplin gewahrt hätten. In diesem Tank. W sagte Dr Goebbels wolle er die ganze stadt Hamburg einschließen.
Die Stadt sei oft das Ziel versuchter englischer Nachtangriff gewesen. Mister Churchill habe sogar durch ,e,ne lügneerischen Nachrichtendienste in der Welt verbreiten lassen, Hamburg sei buchstäblich pulverisiert. Jeder Hamburger wisse
selbst am besten, daß das Purer Schwindel sei. Der Arbeiter, der Tag für Tag den Panzer der deutschen Rüstung zur See härter schmiedet, könne am besten bezeugen, datz eß den britischen Nachtbombern nicht gelungen sei, die Kriegsproduktion der großen Hafenstadt auch nur an einer Stelle empfindlich zu stören.
Trotz der Luftalarme gebe es in Hamburg keinen Arbeiter, der sich in seinem Werktag unterbrechen lasse. Die Schisss-. bauer und Werftarbeiter fühlten sich als S o l d a.t e n der Arbeit, denn heute habe in Deutschland jeder begristen, worum es in der entscheidenden Auseinandersetzung mit England gehe. Churchill werde ersahen, daß der Terror seiner Bombenwürfe aus Arbeiterhäuser, Krankenhäuser und Kirchen
auch in den häufiger luftbedrohten Städten nicht die von ihm gewünschte Wirkung habe.
Deutschland führe heute einen totalen Krieg, einen Volkskrieg in des Wortes bester Bedeutung. Denn der Kampf gegen England werde über das Leben und die Zukunft des deutschen AchtzigmillionenVolkes entscheiden. Für das Reich gebe es heute kein Zurück mehr. Jeder könne sich am Beispiel zweier bitterer Nachweltkriegsjahrzehnte das Werk der Zerstörung und Dolksvernichtung ausmalen, das die Feinde Deutschlands anrichten würden wenn es ihnen nochmals gelänge, das Reich zu zerbrechen.
Der Führer habe diesen Krieg nicht gewollt. Er habe lange Jahre Europa zur Vernunft gerufen, Friedcnsvorschläge gemacht und der Welt AbrüstungsPläne unterbreitet. Nichts habe gefruchtet, jetzt aber, wo England der Ration den Krieg aufgezwungen habe, rief Dr. Goebbels unter dem stürmischen Jubel der Arbeiter aus, werde Deutschland auch alles daransetzen, um ihn siegreich zu beenden.
(Fortsetzung aus Seite S)
„England hat's eilig, Italien hat Zeit"
llck. Berlin, 17. Dezember.
Nach zusammenfassenden Meldungen des „Carriere Padano" zur Lage der achttägigen Schlacht in der west- ägyptischen Wüste haben die englischen Panzerdivisionen nur einen Teil des vorgeschobenen italienischen Verteidigungssystems durchstoßen können, während der größere Teil der Verteidigungsstellungen jedem englischen Angriff erbitterten Widerstand entgegensetzt. Die in der südlichen Wüste isolierten kleinen italienischen Posten haben überlegenen englischen Kräften bis zur letzten Patrone widerstanden. Zahlreiche Posten in der südlichen Wüste konnten von den Engländern tzcotz schwerer Angriffe nicht genommen werden und verteidigen sich weiter. Die italienische Zeitung verweist auch auf die von englischer Seite geäußerten Besorgnisse, daß die britische Panzerdivision sehr schnell in eine kritische LikKe geraten könne.
Es hat Rückschläge gegeben in diesem Kriege. Sie haben nicht Deutschland getroffen, sondern Italien und zwar kurz hintereinander an der albanischen Front und in der libysch-ägyptisch-en Wüste. Die Griechen haben kraft ihrer zunächst gegebenen militärischen lleberlegen- heit die Front auf albanisches Gebiet zurückgH>rängt. Die Briten haben in der mit großem Einsatz durchgeführten Offensive in Westägypten Stützpunkte und einen Teil des Geländes wiedergewonnen, aus dem sie Monate vorher herausgedrängt waren. Daß diese Ereignisse in der englischen und amerikanischen Presse zu Kaskaden eines Siegesgeschreies geführt haben, kann niemand wundern, der weiß, wie lange den Briten auch nur der kleinste Erfolg verwehrt gewesen ist, und welche Mühe man in London lange Zeit hindurch aufwandte, irgend welche Ereignisse — und sei es die Katastrophe von Dünkirchen — zu einem Sieg umzumünzen. Jetzt wird im Zerrspiegel der Feindpropaganda der militärische Vorgang in Aegypten zum Anlaß, wilde Gerüchte über die innere Lage Italiens in die Welt zu setzen. Mussolini sehe sich einer Opposition gegenüber, die er zerschmettern müßte, um nicht selbst Gefahr zu laufen, von ihr vernichtet zu werden, verkündet „Daily Mail" ihren Lesern. Deutsche Divisionen, so flüstert man, stünden bereits am Brenner, um eine antifaschistische Revolution zu unterdrücken und notfalls das oberitalienische Industriegebiet zu sichern. Man murre in Italien über den Rücktritt Badoglios und so geht es weiter in wildem Ueberschwang. Indessen weiß das italienische Volk genau so wie das deutsche, daß es keinen Kampf ohne Rückschläge gibt.
Beide Nationen, deren Gemeinschaft durch solche Ereignisse und durch den Versuch der Feindpropaganda, Mißtrauen und Zwietracht zu säen, nur noch enger werden kann, sind von der Zwangsläufigkeit der sich von Tag zu Tag für England bedrohlicher gestaltenden Entwicklung fest überzeugt. „Von England ging der Krieg aus, in England wird er sein Ende finden", das ist die ruhige Stimme Italiens in dem Geschrei der angelsächsischen Welt. „Die englische Offensive in Afrika mindert auch nicht um Fingerbreite etwas an dem Schicksal Großbritannien" schreibt die römische Agentur und bringt damit zugleich die deutsche Ansicht zum Ausdruck. Tatsächlich wird man sich auch in den Londoner Zentralen der Kriegführung keinem Zweifel darüber hingeben, in wie großem Abstand der reale militärische Erfolg und seine Auswirkungen hinter dem von der Presse mit breiten Perspektiven ausgemalten Bild zurückbleibt. Räch wie vor binden die Streitkräfte Italiens wesentliche Teile der britischen Wehrmacht. Und jedes Schiff, das im Mittelmeer Englands Position zu schützen gezwungen ist, geht der.atlantischen Front verloren, ebenso jedes Flugzeug und jeder Soldat. Es kann nie einen Zweifel daran gegeben haben, daß England zur Sicherung des mediterranen Raumes seines Empires keinen Einsatz scheuen kann und wird. Andererseits haben die Kämpfe der letzten Tage und Wochen keineswegs ein Ausmaß erreicht, das das Kriegspotential Italiens oder gar der Achse beeinträchtigen könnte. Ein italienisches Blatt hat mit folgenden Sätzen die Situation und die Beurteilung der gegenwärtigen Phase sehr richtig zusammengefaßt: „Es gibt keine bequemen Kriege. Man muß den Blick fest auf das Ziel gerichtet halten, England ermüden ijnd schwächen, — auch mit den Kosten schwerer Opfer — und den großen Schlag der entscheidenden Stunde vorbehalten. Diese Stunde zu wählen
IIIIII»»IIMI»I»II»»IIIIIII»IIII„I„,„„„„,„„„„„„III,„lIIII»IIIIII»IIIIIIII „»II„I
Vnssr LaUsssVisFsZ
Neuesten Berichten gemäß erheben sich in den Industrievierteln von Sheffield wahre Trümmcrgebirge.
Italienische Torpedos trafen einen britischen. 6000-Tonnen- Kreuzer.
In Arabien mehren sich die Ucberfälle auf britische Trup- penabteilungen.
Englische Bombenflugzeuge warfen Sprengbomben auf Basel ab.
Verdachtsmomente, wonach Oberst Slawek das Opfer eines politischen Mordes wurde, verdichten sich.
Dr. Goebbels rechnete vor der Arbeiterschaft der Blohm- äc Votz-Wcrsten in Hamburg mit dem Kriegsvcrbrecher Churchill ab.
In Berlin wurde eine Arbeitsbesprechung der Rundfunk- presse durchgeführt.
Dr. Sey spricht heute um 15.30 Uhr aus Anlaß der in allen Gemeinschaftslägern durchgeführten deutschen Weihnachtsfeiern.
Die Jungen des Jungbanns Bremen sammeln heute in der ganzen Stadt leere Flaschen.
Laut Mitteilung der Rcichsjugendführung dauert der Weihnachtsurlaub der HJ. vom 23. Dezember 1040 bis zum 2. Januar 1941.