Ausgabe 
(16.12.1940) Nr. 346
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

^1.

Erscheint 7mal wSchent I Ich

Monatsbezug E 2,30 einschl. Zu­stellgebühr; Postbezugspreis monatl. 2,30 E (einschl. 28,7 Post- zeitungsgebühr) zuzügl. 42 Be­stellgeld. Bezugspreis ist im voraus zahlbar. Postscheck: Hamburg 17272 Eine Behinderung der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreises. Verlag: NS.-Gauverlag,Weser- Ems GmbH., Bremen, Geeren 6-8. Fernfpr. 54121, Nachtr. u. Sonntg. 51115. Sprechz.: Verlag: werktl. 12—18 Uhr; Schriftleitung Diens­tag und Freitag 12^-13'/- Uhr

vmim Mim

parteiamtliche lageszeitung

Das flmisblatt des legierenden Vürgermeisters der Freien Hansestadt lremen

Anzeigen - Grundpreise:

Die 1 rvw hohe und 22 nun breite Zeile im Anzeigenteil 13 Die 78 mm breite und 1 nana hohe Zeile im Tertteil 75 Ermäßigte

Grundpreise (fürKlein- u.Familien- anzeigen u. a.) sowie sonstige Be­dingungen Preisliste 9 Nachlaß­staffel 6. Für Anzeigen durch den Fernfpr. keine Gewähr. Annahme­schluß 16 Uhr; sonnabends 14 Uhr. Geschäftsstellen: Bremen: Geeren Nr. 6/8, Fernfpr. 5 41 21. Nachtruf und sonntags: Fernsprecher 51115; Obernstraße 86, Fernfpr. 5 4121. In Syke, Mühlendamm Nr. 2.

der Nationalsozialisten Vremens

sinnliches verkündungsblatt des leichsstatchalters in Oldenburg und Vremen

Nr. Z4S / 10. Jahrgang

Montag, 16. Dezember 1940

kinzelpreis 15 Npf.

lohn vu» schnallt den hunomiemen fester

kcnäbrungsminister Lord woolton läßt LebensmiNelrationen erneut herabsetzen

So wirkt die deutsche vlockade!

London — „ein lftlcago der Schieber" / Um Lord Lochians Nachfolgeschaft

s->«vS

dv. Stockholm, 15. Dezember.

Die in der neuen Woche in Kraft tretende Herabsetzung der Fleischrationen in England, bilden» wie schwedische Berichte besagen, nur ein Teilstück in einer allgemeinen Einschränkung der Lebens­haltung.

.......

il! t rülll

r i «wß

>uZa 'L ilitilir

!üMl

M

Die Rede des englischen Lebensmittelministers Lord Wool­ton vom Sonnabend, in der er sich gegen das Hamster­unwesen wandte, ist recht aufschlußreich für die heutige Lage in England. Wenn ein plutokratischer Minister sich wenig­stens zum Schein gegen die Hamsterei der Reichen so ent­schieden wenden mutz, so dürsten die Mitzstände schon einen bedeutenden Umfang angenommen haben. — Das zeigt auch die Ausdrucksweise Wooltons. Er sagt u. a.: „Die Leute, gegen die wir vorgehen wollen, sind jene, die bon Laden zu Laden gehen, wo sie alles auszukaufen versuchen, von dem sie annehmen, daß es in nächster Zeit knapp wird". Die englische Regierung hat, wie „Svenska Dagbladet" hierzu meldet, den Lebensmittelmarkt untersucht und ge­funden, daß Schiebungen und Schleichhandel vorgekommen seien, besonders im Früchte- und Gemüsehandel. Ein Spre­cher dieser Gewerbe habe erklärt, London sei, was die Le­bensmittellage angehe, nicht mehr weit davon entfernt, ein Chikago zu werden.

Lord Woolton hatte bereits am Tage zuvor in Portsmouth be, der Eröffnung eines neuen „Ausklärungsfeldzuges über die Lebensmittelloge" dem englischen Volk die Notwendigkeit gepredigt, härter zu leben: „England mutz lernen, einfacher und überlegter zu leben. Ich habe euch nach bestem Können in den letzten 16 Monaten darin trainiert. Ich habe euch beigebracht, Butter Praktisch zu entbehren, ich habe die Fleisch­rationen verringert und werde sie sehr rasch weiter ver­mindern, Tee- und Zuckerrationen habe ich herabgesetzt und ihr seht noch immer gesund und sehr zufrieden aus (!?).

In dem gleichen Zusammenhang mahnte der Landwirt- schastsminister Hudson in einer Rede zur Nutzung jedes ver­wendbaren Stückes Ackerland. Er wolle nicht sagen, wieviel Boden dem Pflug zugeführt werden müsse, denn solche Ziffern könnten vielleicht schrecken. Die Landwirtschaft müsse in vieler Hinsicht ihre Methoden total umstellen.

Das Gcdräng? unter den englischen Politikern und Diplo­maten um die Nachfolge Lord Lothians auf dem Posten des Botschafters i« Washington wird immer wilder. Im Vorder­grund steht gegenwärtig Lord Halifax, den seine Feinde bei dieser Gelegenheit endlich aus dem Außenministerium ent­fernen möchten. Vorübergehend wurde sogar der Herzog von Windsor genannt und dabei behauptet, seine Ernennung würde einem besonderen Wunsch der amerikanischen Regie­rung entsprechen.

Der Flugbesuch, den der ehemalige König dem Präsidenten Roosevelt abgestattet hatte, um Schwierigkeiten in der Frage der Stützpunkte zu erörtern, trug dazu bei, solche Kombina­tionen zu fördern, aber nach der Rückkehr des Herzogs wird erklärt, daß die Reise in keinem Zusammenhang mit der durch Lord Lothians Tod geschaffenen Lage gestanden habe. Der Herzog hat selbst bestätigt, daß seine zweistündige Aus­sprache mit Roosevelt aus dem Kreuzer „Tuscalosa" den Fragen der amerikanischen Flottenstützpunkte auf den Karibi­schen Inseln gegolten habe. Nach amerikanischen Meldungen hat sich der Herzog bereit erklärt, die Durchführung der amerikanischen Baupläne auf den Bähamainseln zu unter- ! stützen. Hierbei habe Roosevelt die Erklärung abgegeben, daß

M "

^ ..«ick

wettere Verminung britischer Kitten

Der deutsche Wehrmachtsbericht vom 15. Dezember Berlin, 15. Dezember.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

In der Nacht zum 14. Dezember beschränkte sich die Tätigkeit der Luftwaffe infolge ungünstiger Wetter­lage auf das Verminen britischer Häfen. Im Laufe des 14. Dezember griffen einzelne Flugzeuge mehrere kriegs­wichtige Ziele in Süd- und Mittelengland zum Teil im Tiefflug an. In den Midlands wurde eine wich­tige Industrieanlage durch Volltreffer schwerer Bom­ben wirkungsvoll getroffen.

Der Feind flog in das Reichsgebiet nicht ein. Im besetzten Gebiet warf er an zwei Stellen Bomben» ohne Schaden anzurichten.

Englische Meldungen geben an, daß der Buckingham-Palast erneut durch Bomben beschädigt wurde. Auch das Observa­torium Greenwich habe wieder Bombenschäden erlitten.

die Anlegung eines „amerikanischen Gibraltars" am Karibi­schen Meer nicht geplant sei.

Auch Llöhd George wird als Nachfolger Lothians genannt, ferner neben Vansittart Lord Swinton und Perch. Nach einer Londoner Meldung des „Svenska Dagbladet" hatte Lord Lothian, als er von London nach Washington zurück­kehrte, einen persönlichen Brief Churchills an Roosevelt überbracht.

Daß die Entscheidung dieses Krieges im Kampf gegen das britische Mutterland fällt, ist in den Bettelvusen an die USA. in der letzten Zeit von England selbst in nicht miß- zuverstehender Weise klargestellt worden. Dieses England aber liegt unter dem harten und nicht zu lockernden Würge­griff der deutschen Wehrmacht, die, wie es eine russische Zei­tung in ihren Betrachtungen zur Lage ausdrückte, gegen Britannien eines Kannäs znr See ausfischt.

Wie sich im einzelnen die doppelte Wirkung der Vernich­tung der Transport- und Lagermöglichkeiten in England selbst und die Störung der Verbindungswege zur See aus­wirkt, das hat der britische Ernährungsminister jetzt deut­licher noch als in einer Rede vor einigen Tagen in der An­kündigung der Herabsetzung der Fleischration um die Hälfte gezeigt. So ist die Lage des Britannien, das diesen Krieg wie den Weltkrieg gegen das deutsche Volk mit der Aushungerung leicht und bequem, und wie sich ein britischer Minister erdreistete zu sagen, am „humansten", er­folgreich beenden wollte. Jetzt ist das Kriegsmittcl Blockade zurückgeschlagen.

Das England, das gewohnt ist, seinen wohlhabenden Schich­ten und Mittelschichten eine vollbesetzte Lebensmittelversor­

gung zu bieten, mutz nun schon an das Morgen denken und allen Briten eine knapp bemessene Menge zuteilen. Eine in einigen Bezirken ausgebrochene Fleischknappheit fei, fo läßt man verlauten, nur auf Transportschwierigkeiten zurückzufüh­ren, die sich allerdings an der einen oder anderen Stelle bei den ständigen Angriffen der deutschen Luftwaffe steigern könn­ten. Hier erweist sich die Doppelwirkung in deutlicher Form, das Hämmern der Luftangriffe und die steten Angriffe der U-Boote aus die Versorgungswege. Hier ist die Versenkung des 10 356 BRT. großen Kühlschiffes „Orarai" ein doppelt unangenehmer Erfolg gegen die Autzenversorgung Britan­niens, da gerade noch in diesen Tagen das argentinische Land- wirtschastsministerium mitteilen mutzte, daß die für England vorgesehenen Fleischlieferungen eingeschränkt werden müßten wegen Mangel an Transportmöglichkeiten.

Um gegenüber den USA. zu beweisen, daß England noch ein „gutes Risiko" ist, sucht es die vorhandenen Kräfte des Empire zu taktischen Erfolgen auf Kriegsschauplätzen zu be­nutzen, die keineswegs kriegsentscheidend sind. Als die Italiener die Engländer in schnellem Stoß durch das Soma­liland trieben, da war Somali eine „bedeutungslose Ange­legenheit", als Graziani trotz größter klimatischer und Ge- ländeschwierigkesten bis Sidi el Barani vordrang, da war den Italienern nach Auffassung der Briten nur wenig ge­lungen, im Grunde nur „etwas Negatives", sie hatten ihre Nachschublinie verlängert. Die Engländer, die im Grunde jetzt nur das gleiche für sich erringen, noch dazu ohne Aus­sicht aus eine irgendwie entscheidende Wirkung, während die Italiener vorher sich dem Nilland näherschoben, posaunen ihren Vorstoß als großen Sieg aus. Das Potential des KriegeS in Italien ist weder durch die Ereignisse in Libhen noch durch die Vorgänge an der griechischen Grenze irgendwie beeinträchtigt, der Ausgleich wird daher ohne weiteres möglich sein. Zuk gleichen Zeit aber vollzieht sich an der ent­scheidenden Front des Empire, den Zufahrtsstraßen der Insel Schlag für Schlag die Vernichtung der Lebensfähigkeit, die Einschnürung der Luftzufuhr des Organismus England.

sch.

U-Vool versenkle englischen Kreuzer

Heftige Kämpfe bei Sivi Saroni — kst britische siugzeuge abgeschossen

Rom, 15. Dezember.

Der italienische Wehrmachtsbericht vom Sonntag hat folgenden Wortlaut:

„Nach der Evakuierung von Sidi Barani kam es am gestrigen sechsten Tage der großen Schlacht in der Wüstenzone Fort Capuzzo-Sollum-Bardia vom Morgen bis Sonnenuntergang zu blutigen Kämpfen zwischen italienischen und englischen Truppen mit unaufhörlich wechselnden Angriffen und Gegenangriffen. Das Schlachtfeld ist mit Gruppen von brennenden feindlichen Panzerwagen und Tanks übersät. Der Druck der feind­lichen Streitkräfte hat jedoch noch nicht nachgelassen. Die Luftwaffe hat sich mit der sie auszeichnenden be- wundernswerten Opferbereitfchaft eingesetzt und die feindlichen Linien ununterbrochen bekämpft und mit Bomben belegt. Bei den gestrigen Kämpfen sind von unseren Jägern elf Flugzeuge brennend abgeschossen worden. Die Zahl der am vorausgegangenen Tage ab­geschossenen feindlichen Flugzeuge ist nach weiteren Fest­stellungen auf zwölf gestiegen. Sechs eigene Bomber sind nicht zurückgekehrt. Der Feind hat Bombenangriffe gegen die Stützpunkte Bardia und Tripolis durchge­führt; hier würden zwei feindliche Flugzeuge abge­schossen.

An der griechischen Front sind feindliche Angriffe an verschiedenen, Abschnitten durch unsere Gegenangriffe zurückgeschlagen worden, bei denen der Feind beträcht­liche Verluste erlitt. Unsere Luftformationen haben in direktem Eingreifen in die Bodenoperationen wirkungs­volle Bombenangriffe auf griechische Truppenansamm- lungen, Troß und Lastkraftwagen durchgeführt. Unsere „Picchiatelli" (Sturzbomber) haben Strahenknoten- punkte zerstört sowie feindliche Truppen bombardiert und mit ME.-Feuer bestrichen. Andere Formationen haben einen Viadukt der Eisenbahn Saloniki—Athen getroffen.

In Ostafrika haben unsere Flugzeuge feindliche militärische Ziele in der Zone von Gallabat bombar­

diert. An der Sudangrenze Patrouillen- und Artillerie- tätigkeit. Der Feind hat Luftangriffe aus einige Ort­schaften in Eritrea durchgeführt, die weder Opfer for­derten noch nennenswerten Schaden anrichteten. Das von Korvettenkapitän Ferracuti befehligte U-Boot „Neghelli" hat vor der ägyptischen Küste einen feind­lichen Kreuzer vom Southampton-Typ torpediert und versenkt.

In der vergangenen Nacht wurden drei Luftangriffe gegen Neapel durchgeführt» wobei Bomben auf den Hafen und Brandbomben auf die Stadt abgeworfen wurden. Im Hafen wurde eine Einheit der königlichen Marine mittleren Tonnengehalts getroffen. Die Schä­den sind nicht beträchtlich. Unter der Besatzung sind rund 5V Tote und Verwundete zu beklagen. Ein kleiner Motorsegler wurde von einer anderen Bombe getroffen und versenkt. Die in den oberen Stockwerken einiger Wohnhäuser ausgebrochene» Brände wurden durch das sofortige Eingreifen der Feuerwehr sogleich gelöscht. Acht Zivilpersonen wurden verletzt. Die Haltung der Bevölkerung war vorbildlich."

Die Kämpfe um Sidi el Barani sind nach siebentägigem er­bittertem Ringen noch nicht zum Stillstand gekommen. In gut unterrichteten militärischen Kreisen Roms sieht man vor­aus, daß die Gefechtshandlungen noch tagelang andauern wer­den. Man gewinnt in Rom den Eindruck, daß die Zurück­nahme der italienischen Linien von Sidi el Barani auf das rund hundert Kilometer westlich gelegene Stützpunktdreieck Bardia-Capucco—Sollum nichts Endgültiges, sondern viel­mehr eine vorübergehende Phase darstellt.

Diese Ansicht wird durch die offizielle italienische Mittei­lung unterstrichen, daß die hier eingesetzten Truppen als aus­reichend für jede Entwicklung auf dem riesigen Wüstenschlacht- feld in der Marmarica und dem libyschen Steppenplateau beurteilt werden. Dem Geländcverlust der Italiener, der im Wüstenkrieg keinen bemerkenswerten, geschweige denn ent­scheidenden Faktor darstellt, steht auf englischer Seite ?in außerordentlicher Verschleiß an Panzern gegenüber^ ,,

?Mskeai MSt Mtokat

„Das Houss ok I,orüs war schweigend und matt erhellt. Sie waren alle da, Reihe hinter Reihe: Lord Bergwerk, Lord Whisky, Lord Blaublut, Lord Zei­tung und Lord Buchhändler; Lord Stammbaum, Lord Streitaxt, Lord Auto, Lord Fertigware, Lord Großhandel, Lord Partei, Lord Abraham, Lord " Israel und Lord Jsaak."

(Douglas Heeä in „DisZrscs /^donncking".)

K. bckli. Plötzlich tun sie so, die britischen Plutokraten, als sei ihnen das kapitalistische Denken und Handeln gar nicht das Wichtigste. Als hätte der Führer bei der Kenn­zeichnung ihres Aufsichtsratsdaseins nicht ihr innerstes Wesen enthüllt! Doch die Sprache der Tatsachen läßt sich auch durch die scheinheiligsten und phrasenreichsten Reden der Londoner Parlamentarier nicht mehr übertönen. Es kann einfach keiner der demaskierten Ausbeuter ab­streiten, daß nahezu 200 der 514 Abgeordneten des Un­terhauses Aufsichtsräte oder Direktoren wichtiger Jn- dustriewerke sind und als solche nicht weniger als 700 gewinnbringende Unternehmen vor dem Gesetzgeber ver­treten. Die plutokratische Eeschäftsgebarung von 32 maß­gebenden Versicherungsgesellschaften ist auf diese Weise im Unterhaus vor hemmenden Einwirkungen geschützt. Wir nennen nur die vier Mammut-Unternehmungen „I-onckon 8- llancssbire Insurance Loinpan^" mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Lord Burghley, „lloysl Insu­rance Sompany" mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Sir John Power, „Suarckian ^.ssurance" und „pboenlx ^.ssursnce" mit den Aufsichtsratsmitgliedern Sir Wil­liam Braß und Astor. Die finanztechnischen Verfilzun- gen im englischen Wirtschaftsleben haben übrigens zu einer raffinierten Konzentration des wachsenden Reich­tums auf einzelne Kapitalistengruppen geführt; so wer­den zum Beispiel von der genannten „llouckou L I.auca- skire Insurance Lorupauz/' mit ihrem jüdischen Direk­tor Mosenthal an der Spitze zahlreiche Schiffahrtsgesell­schaften, Zeitungen, Elektrizitätsgesellschaften, Kohlen­bergwerke und Eoldminen kontrolliert. Weiter: 16 Ab­geordnete des Unterhauses sehen ihre Hauptaufgabe darin, sechs Großbanken „wirtschaftspolitisch" zu be­treuen. „Pfundschweinchen" nannte Stanley Baldwin einmal diese schmarotzenden Nichtstuer, was ihn jedoch nicht hinderte, gleichzeitig Premierminister und Besitzer der „Stahlwerke Baldwin" zu sein und während seiner Ministerpräsidentschaft fast eine Verdreifachung des jähr­lich aus diesen Werken herausgeholten Reingewinnes zu erzielen. Einen ungewöhnlichen Umfang nahmen auch die Waffengeschäfte an, die Neville Chamberlain, bis zu seinem Tode Aufsichtsratsmitglied der lllliot's Oomp. und Direktor der LirininZliain Linall -^rms, als Premierminister tätigte. „Die Politik der Premiers ist eine Politik der Bankiers und Rentiers" — der fetzige Arbeitsminister des Churchill-Regimes, Einest Bevin, wird heute nicht gern an diesen seinen Ausspruch vom Januar 1940 erinnert sein; doch der>Arbeiterver­räter traf damals den Nagel ausnahmsweise auf den Kopf!

Aber vielleicht haben sich inzwischen die „Plutokraten der zweiten Garnitur" eines Besseren besonnen! „Helfet euren Nächsten wie euch selbst!" — mit dieser Parole hat das Londoner Verkehrsministerium diejeni­gen Kraftfahrzeugbesitzer, die ihre genehmigten Fahrten mit nicht vollbesetztem Wagen durchführen, angehal­ten, die freien Sitze nach Möglichkeit jeweils Werktäti­gen kostenlos zur Verfügung zu stellen. Interessenten für diese Gratisfahrten gibt es, so berichtet „Daily Herald", nicht nur unter den Passanten in unübersehbaren Mengen, sondern merkwürdigerweise auch unter den Privatwagenbesitzern. Also endlich einmal eine al­truistische Regung im klassischen Land der Egoisten? Nun, die Sympathie der menschenfreundlichen Autofah­rer. unter denen sich der frühere Verkehrsminister Leslie Bürgin besonders hervortun soll, gilt im An­schluß an die „Eemeinschaftsfahrten" in erster Linie den — Ausgabestellen für zusätzliche Venzinkarten. Die zuständige Behörde hat nämlich für jene „den Verkehr entlastende" Fahrten vorsorglich Ersatzbenzin bewilligt, und so nehmen denn vor allem die über größere Wagen verfügenden Autobesitzer die ihnen zuliebe ge­schaffene Gelegenheit wahr. sich für Wochenendtouren'in die Gefilde der Landlords entsprechende Treibstoffratio­nen zu sichern. In Umkehrunq der jesuitischen Moral „heiligen" hier die sozial getarnten Mittel lediglich

»ii»i»iiiii»»iiiiiiii»»iiiiiiii»„„»i»iiii»iui»»ii»iiiii»»»»ii»»»i»i»ii»iiiii»

„Western prince" torpediert und gesunken

ver britische 11 vvv-ronner statte Flugzeuge und tebensmittel an Vord , fluch der Munitionsminisier von Kanada .. .1

>> !

Newyork. 15. Dezember.

Mackay-Radio sing einen über die schottische Funkstation Portpatrick weitergegebenen Funkspruch aus. daß der eng­lische 10 92V BRT. große Tampser „Western Prince" 400 Meilen nordwestlich der Küste Irlands torpediert worden sei. Der 1929 gebaute Passagierdampser besand sich vor dem Krieg im Newhork-Südamerika-Tienst und wurde in letzter Zeit von den Engländern mehrfach zwischen Liverpool und den Vereinigten Staaten eingesetzt.

Mehrere Meldungen besagen übereinstimmend, daß der britische Tampser „Western Prince" von einem deutschen Unterseeboot torpediert wurde. Das Schift ist inzwischen, wie seine Reederei bekanntgibt, gesunken. Nach erster Reuter­meldung aus Newyork erklärte die Schiffahrtsgesellschaft „Furnetz Withy", der kanadische Munitionsminister Howe habe sich unter den Passagieren dieses Schisses befunden. Der „New Pork Daily Mirror" schreibt in der heutigen Sonn­

tagsausgabe, außer dem kanadischen Munitionsminister hätten sich noch dessen Assistent Wovdward, Finanzbcrater Scott und der Generaldirektor Tayllor vom kanadischen Munitionsamt an Bord befunden.

Außer einer beträchtlichen Anzahl von Flugzeugen habe die „Western Prince" 10 000 Tonnen Munition und Lebens­rnittel als Ladung an Bord gehabt. „New Bork Sun" teilt ergänzend mit, die Mehrzahl der 60 Passagiere seien Eng­länder gewesen, die zu amerikanischen Missionen gehören und sich auf dem Wege nach England befanden. Die „Western Prince" habe auch eine Anzahl zweimotorigc Bombenflug­zeuge für England an Bord gehabt.

Bei dem britischen Frachter „O r a r i" (10 350 BRT.) der. wie gemeldet, kürzlich im östlichen Atlantik torpediert wurde, handelt es sich um ein Doppelschrauben-Motorschiss, das der New Zealand Shipping Co. gehört und besondere Kühleinrichtungen für Lebensmitteltransporte hat. Der Ver­

lust von Kühlschifftonnage ist besonders unangenehm, zumal das argentinische Landwirtschaitsministerium am letzten Don­nerstag bekanntgeben mußte, daß die vorgesehenen Fleisch­lieserungen für Großbritannien eingeschränkt werden müssen, und zwar infolge Mangels an Transportmöglichkeiten.

ergebnislose Zagv nach deutschem Hilsskreuzer

Berlin, 15. Dezember.

Aus Montevideo wird gemeldet: Die von sämtlichen Ein­heiten der englischen Südatlantikslotte unternommene Jagd nach dem deutschen Hilfskreuzer, der in einem Seegefecht den englischen Hilfskreuzer „Carnarvon Castle" schwer be­schädigte. ist ergebnislos geblieben. Diese Mitteilung machte Kapitän Frank Pcgram, der Kommandant des in Monte- vldeo eingelaufenen Südatlantikslaggschiffes „Enterprise" am Freitag.

vnssr Tagssspisssl

Die deutsche Luftwaffe setzte die Verminung britischer Hasen fort.

Der britische 11 000-Tonner „Western Prince" wurde von einem deutschen ll-Boot versenkt.

Ein italienisches N-Boot versenkte einen britischen Kreuzer.

Die heftigen Kämpfe bei Sidi Barani gehen mit unver­minderter Wucht weiter.

Lord Woolton kündigte eine weitere Senkung der Lebensmittelrationen in England ein.

Bei einem Bergwerksunglück in Rumänien kamen 51 Menschen ums Leben.

Der lustige Blockadekrieg der HI. zur letzten dies- lährigen Reichsstratzensammlnng war ein Riesenerfolg.

Der Reichspreiskon,missar kündigt schärfste Maßnahmen bei Verstößen gegen die Preisvorschristcn an.

Tura besiegte Komet-Hamburg, während BTV. gegen Linden 07 unterlag.

In Bremen wurde der erste Waldlauf 1940/41 im Bürger- park gestartet.

Der Bremer NSRL.-Tagung wohnte Tportbezirksführer Köwing als Urlauber bei.