Ausgabe 
(7.12.1940) Nr. 337
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parteiamtliche Tageszeitung

Has Amtsblatt des legierenden Vürgermeisters der Freien Hansestadt Lremen

der Nationalsozialisten Vremens

flmlliches verkündungsbiatt des Neichsstaktizalters in Oldenburg und Vremen

Mr. ZZ? / 10. Zalzrgang

Sonnabend, ?. Vezember 1940

Linzelpreis 15 Npf.

Erfolgreiches Seegefecht im Südotlantik

Veutscher kandelsstörer fügt einem britischen Hilfskreuzer schwere veschüdigungen zu

larnarvon lastle in die flucht geschlagen

flngriffe unserer Kampfflugzeuge auf London, virmlngflam, Soutflampton und portsmoutfl U-Vool versenkte vier feindliche Kandetsdampfer mit IZZ00 VM. / Vooer erneut beschossen

Berlin, K. Dezember.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:Im Südatlantik kam es, wie bereits be­kanntgegeben, zu einem Seegefecht zwischen einem deutschen und einem britischen Hilfskreuzer, in dessen Verlauf das britische Kriegsschiff schwere Beschädigungen erlitt.

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Ein Unterseeboot versenkte vier feindliche Handels­dampfer mit insgesamt 13 30« BRT. Davon wurden zwei Schiffe aus einem Geleitzug herausgeschossen. In der Nacht zum 5. Dezember griffen Kampfflugzeuge London, Birmingham und Southampton an. In allen drei Städten wurden kleinere und größere Brände als Folgen des Bombardements beobachtet.

Im Laufe des Tages beschränkte sich die Tätigkeit der Luftwaffe auf Einzel-Störangriffe gegen London und einige weitere Ziele in Süd- und Mittelengland.

In der Nacht zum K. Dezember waren wiederum London und Portsmouth das Ziel deutscher Luftangriffe. Das Verminen britischer Häfen wurde fortgesetzt. Fernkampfbatterien der Kriegsmarine und des Heeres beschossen wirksam einen feindlichen Eeleitzug ostwärts Dover.

Einige britische Flugzeuge flogen in der Nacht zum 8. Dezember in das wpstlrche, Reichsgebiet ein, ohne Bomben abzuwerfen. Die Gesamtverluste des Feindes betrugen gestern 1« Flugzeuge, davon K im Luftkampf. Sieben eigene Flugzeuge werden vermißt."

*

Das Gefecht im Südatlantik, über das im vorstehenden Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht bereits eine Mit­teilung erging, hat einige Stunden später die englische Ad­miralität zu einer längeren lendenlahmen Erklärung veran­laßt. Die Engländer geben zu, daß das Gefecht stattgefunden habe. Sie erklären, bei dem englischen Hilfskreuzer habe es sich um dieCarnarvon Castle" (20 122 BRT., ein Schiff der Union Eastle Mail, London, das von der Admiralität über­nommen wurde), gehandelt. Das Gefecht habeaus weite Entfernung" stattgefunden. Das deutsche Schiff sei stark be­stückt und gepanzert und dem englischen in jeder Hinsicht über­legen gewesen, auch an Schnelligkeit. Es wird zum Schluß zugegeben, daß der englische Hilfskreuzer getroffen wurde. Natürlich soll es so hingestellt werden, als habe er nur leichte Schäden erlitten. An Bord seien einige Verletzte zu beklagen. Nach alledcm entschließt sich aber Churchill doch zu einer herz­haften Endpointe: Er behauptet, dersehr schnelle, stark be­stückte und gepanzerte" deutsche Hilfskreuzer sei vor dem beschädigten englischen Kriegsschiff davongelaufen!

Hierzu drahtet uns unser L. O -Marinemitarbeiter: Das

erfolgreiche Seegefecht im Südatlantik, bei dem ein deutscher

- - I!

'>t"

fünf Minensuäzer auf dem Meeresgrund

Eine seltsam verklausulierte Verlustanzeige

Stockholm. K. Dezember.

Mit einer höchst gewundenen Erklärung gibt die britische Admiralität den Verlust von fünf weiteren Minensuchern be­kannt. Die Berichte der OKW.behaupteten" dauernd, daß englische Häfen vermint worden seien.Diese Hasen und ihre Zugangswege werden dank der Zähigkeit, dem Mut und der Hingabe unserer Minensuchabteilungen jeden Tag nach Minen abgesucht. Der Feind bedient sich aller Arten von Methoden, um das Minensuchen zu verhindern oder zu er­schweren." - Erst nach dieser umständlichen Einleitung heißt es dann. der Rat der Admiralität bedaure, mitteilen zu müssen, daß die MinensucherEthel",Taylor".Amethyst", Elk" undChristmasrose" verlorengegangen seien.

Die seltsam verklausulierte Verlustanzeige läßt darauf schließen, daß dieMethoden, um das Minensuchen zu ver­hindern", doch recht erfolgreich sind, und daß manches eng­lische Schiff, ohne baß Churchill eine Mitteilung an die Oefsentlichkeit für notwendig befunden hätte, aus den Meeres­grund abgesackt ist.

Hilfskreuzer einen englischen Hilfskreuzer schwer beschädigen konnte, erinnert an einen ähnlichen Kampf, der sich Ende Juli im südlichen Atlantischen Ozean zugetragen hat. Damals versuchte der britische HilfskreuzerAlcantara" ein stark bewaffneter Schnelldampfer von über 20 000 BRT. einen deut­schen Hilfskreuzer zu stellen. Aber das bekam dem Briten schlecht. Trotz überlegener Bewaffnung mutzte der englische Hilfskreuzer die Verfolgung aufgeben, da der deutsche Kreuzer schon mit den ersten Salven seiner Artillerie schwere Treffer aus derAlcantara" erzielte.- Die Maschinenanlagen des bri­tischen Hilfskreuzers wurden hart getroffen, - so daß der Durbinendampfer nicht mehr genug Geschwindigkeit ent­wickeln konnt?, um seinem kleineren Gegner auf den Fersen zu bleiben. Der deutsche Hilfskreuzer kam derAlcantara" wieder außer Sicht und .setzte planmäßig seine Fahrt fort.

Es gehört ja nicht zu den Aufgaben eines Handelszerstörers in Uebersee, wie es die deutschen Hilfskreuzer sind, Gefechte Mit feindlichen Kriegsschiffen zu suchen. Im Gegenteil wird ein Hilfskreuzer im Handelskrieg bei stärkerer feindlicher Ge­genwirkung sein Tätigkeitsfeld Wechseln, «um ttberrgschend

an anderer Stelle aufzutauchen und dort die Zufuhren Eng­lands zu schädigen. Kommt es aber zur Begegnung mit einem seindlichen Kriegsschiff, dann wird der Handelszerstö­rer alles daransetzen, seinen Gegner bald abzuschütteln, wie es im Falle derAlcantara" vorbildlich gelungen war. Das neue Seegefecht eines deutschen Hilsskreuzers im Südatlantik zeigt, wie sehr England bemüht ist, die Tätigkeit der deut­schen Handelszerstörer zu hemmen, die auf allen Ozeanen immer wieder britische Zufuhrschisfe versenken. Vor kurzem erst konnte der deutsche Wehrmachtsbericht mitteilen, daß ein Hilfskreuzer bereits über 79 000 BRT. an feindlichem Han­delsschiffsraum versenkt hat, wobei die Erfolge der von ihm gelegten Minensperren noch gar nicht eingerechnet waren.

Die plötzlich« Ausrüstung des britischen Schnelldampfers Empreß of Nussiä" (16 000 BRT.) als Hilfskreuzer im Pazi­fischen Ozeckn, die dieser Tage bekannt wurde, war ein Bei­spiel dafür, daß die Londoner Admiralität den bisherigen Einsatz von Kreuzern und Hilfskreuzern gegen die deutschen Handelszerstörer nicht als ausreichend empfinden. Sie muß­ten daher notgedrungen weiteren Schiffsraum bem englischen Seeverkehr entziehen. Man erkennt daraus die weitreichende Wirkung der deutschen Hanbelszerstörer in überseeischen Ge­wässern, die sern der Heimat ihren Kampf sozusagen im Verborgenen führen und damit einen starken Beitrag zum Siege über England leisten.

Neue groteske britische Schwindelkampagne

Ver King besichtigt... kurze vesuche in portsmourlz Nachtangriffe aul Sübostengland

Irw. Stockholm, 8. Dezember.

Der deutsche Hauptangrifs in der Nacht zum Freitag richtete sich nach Darstellung der Engländer, die hierbei wieder ihre geographische Borsichtsformel anwenden, gegen eineStadt an der .Südostküste", womit sie Rätselraten hervorrufen möchten» ob es sich um Southampton, um Portsmouth oder Vrighton handelt.

Diese Vorsicht ist eigenartig, denn nach ihren eigenen Dar­stellungen von dem Verlaufe der Ereignisse, sollten die Eng­länder derlei gar nicht' nötig haben . . . Sie behaupten näm­lich, ihre Flak sei derart stark und aus dem Posten gewesen, daß viele der Angreifer zurückgewiesen und andere, die durch­brachen, gezwungen worden seien, ihre Bombenirgend­wohin" abzuwerfen.

Sie versichern deshalb auch, die Schäden seiensticht schwer", geben aber immerhin die Zerstörung vieler Gebäude zu und verraten auch durch diese wenigen Hinweise, die sich absolut mit der Beschönigungstaktik der früheren Fälle heftiger Bom­bardements decken, daß sich die Dinge ganz anders abgespielt haben, als sie sie hinstellen möchten.

Aus der Nacht zum Freitag melden die Engländer ferner Angriffe auf Südostengland und mehrere Angriffe aus.Lon­don, das zwei Alarmperioden während der Nacht hatte.

Mehrere Tagesalarme an der Küste beeinträchtigten einen Ermutigungsbcsuch des englischen Königs bei Southampton und in Portsmouth. In Southampton, wo Georg VI. ge­meinsam mit Innenminister Morrison auftauchte und durch sein Erscheinen 'die Flüchtlinge aufmüntern wollte, scheint der Besuch sehr flüchtig gewesen zu sein. In Portsmouth wurde, wie amtlich mitgeteilt wird, die Marinewerft besichtigt.

Troß der deutschen Einslüge habe, so wird stolz behauptet, das Programm des Besuches abgewickelt werden können. Wie "lange jedesmal der königliche Aufenthalt im Schutzraum dauerte, wird nicht näher angegeben.

Die Engländer verbreiten, anscheinend um sich für diese Vorkommnisse zu rächen, Phantasiedarstellungen von den Luftkämpsey über Kent, die wieder die üblichen Widersprüche enthalten. Einerseits wollen sie die Angreifer in die Flucht geschlagen haben, andererseits müssen Bombenabwürfe an zahlreichen Stellen eingestanden werden. Des weiteren wird über ein zweistündiges Artillerieduell zwischen dem Gebiet um Dover und den deutschen Batterien an der französischen Kanal­küste berichtet.

Die neue grgtze englische Schwindel- und Ableugnungs- Osfensive in bezug auf Luft- und Bombenkricg hängt zwcisel- loH eng zusammen mit dem Wechsel der Methoden, durch die auf die amerikanische Oefsentlichkeit Eindruck gemacht werden sollte. Zunächst schienen große W'ehleidigkeit und heftigstes 808-Geschrei das beste. Inzwischen scheint sich London davon überzeugt zu haben, daß dies in weiten Bezirken der Welt als Defaitismus ausgdfaßt und mindestens das Zutrauen zu Englands Aushaltedermögen dadurch nicht gerade erhöht wurde. Daraus ist jetzt ziemlich brüsk eine neueSieges- Willen"-Kampagne eingeleitet worden, zu der es natürlich gehört, daß Lustsiege serviert und deutsche Nachtangriffe als nicht mehr sonderlich schwerwiegend hingestellt werden. Die neutrale Berichterstattung aus England wird weitgehend hierzu herangezogen. Im Dienste dieser englischen Offensive darf sie die Luftkriegsvorgänge entweder gar nicht oder min­destens nicht als besonders schädlich beschreiben. Stattdessen muß das moralische Widerstandsvermögen der englischen Be­völkerung unaufhörlich geweckt und der Behauptung Raum gegeben werden, die englischen Angriffsversuche gegen Deutsch­land und Italien seien viel gefährlicher als alle noch so umfangreichen deutschen Bombardements gegen England . . .

Die amerikanische Agentur United Preß berichtet, daß die deutschen.Bomber nach einem kurzen Angriff aus London nach Birmingham weitergeflogen seien, das in Blitz­kriegsmanier angegriffen worden sei. Bei den Angriffen, die am frühen Abend begannen und mit der nur 20 Minuten langen Unterbrechung bis nach Mitternacht angehalten hätten, hät­ten sechs Bezirke der Stadt schwer gelitten. Diele Geschäfts­häuser und andere Gebäude seien dem Erdboden gleichgemacht worden. Die erste Welle der Angreifer habe nicht weniger als 90 Minuten über der Stadt gekreist, und noch nach kurzer Pause sei der Angriff mit größter Hestigkeit wiederaufgenom­men worden.

Ueber die Lage in Southampton berichtet die Agentur Associated Preß, daß übermüdete Feuerwehrleute immer noch (Fortsetzung aus Seite L)

Selzeime kiewaltpläne gegen Irland?

UnterkausSebatte gefordert - ronnageverluste: knglands schwierigstes Problem - London spürt die deutsche Vlockade

Irv. Stockholm, k. Dezember.

- England betrachtet die Schiffsverluste im U-Boots- und Luftkrieg gegenwärtig als die größte Gefahr, der zu begegnen am dringlichsten ist. Wieder richten sich die englischen Hoffnungen nicht auf die eigene Kraft, obwohl Churchill die Oberleitung der Abwehrmaßnahmen übernommen hat, sondern aus die amerikanische Hilfe, von der viele freilich befürchten, daß sie zu schleppend eintreten könnte.

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Bei den jetzigen Geheimverhandlungen zwischen England und den Vereinigten Staaten spielen, wie ein Londoner Eigen­bericht der StockholmerDagens Nhheter" besagt, die Chur- chill'schen Gewaltpläne gegen die irischen Häfen eine sorg­fältig verschwiegene aber praktisch um so größere Rolle. Das schwedische Blakt stellt fest, in London halte man es gegen­wärtig für klüger, dieses Thema nicht mehr allzu lebhaft zu erörtern. Aus der Diskussion sind die irischen Stützpunkte, die noch vor kurzem ein tägliches Thema aller Londoner Zeitungen bildeten, beinahe vollkommen verschwunden. Ein einziges Blatt, die WochenzeitschriftEcconomist", tanzt aus der Reihe. Das gut informierte und einflußreiche Londoner Organ sagt ofsen, daß England zu Gewaltmaßuahmenge­zwungen" werden könne, wenn die Situation sich aus das äußerste zuspitzen sollte.

-Ebenfalls im Zusammenhang mit den neusten Sorgen englischer Tonnageverluste, zu denen offiziell noch immer nicht Stellung genommen worden ist, wird nach schwedischen Mel­dungen aus London eine geheime Unterhausdebatte, über das Seekriegsproblem verlangt, das bisher in den wirtschaftlichen Debatten nur gestreift wurde und dessen .praktische Einzel­heiten natürlich nicht öffentlich ausgebreitet werden könnten.

Die Verheerungen durch die U-Bvotwasfe sind Englands, schwerstes Problem", sagt der Londoner Freitagbericht des Svenskä Dagbladet".

Die Verluste an Handelstonnage Englands schwierigstes Problem", überschreibt gleichzeitig dieDagens Nhheter" ihren Tagesbericht aus London.Die Fahrzeugverlüstie sind groß, aber in englischen Schiffahrtskveisen wird die Zuversicht gehegt,' daß die Verhandlungen mit Washington binnen kurzem zum Ersatz der Schifssverluste der letzten Monate führen tvürden." So faßt der Londoner Vertrcter desSvegSka Dagbladet" die Lage zusammen. Laut dem Londoner Vertreter desSvenska Dagbladet"' wird in London der Ernst der Lage im Seekrieg ofsen anerkannt.

In bezug aus den Luftkrieg werde großes Vertrauen hin­sichtlich der moralischen Widerstandskraft der englischen Be­völkerung bekundet. Hinzu komme die agitatorische Behaup­tung über noch größere Bombenschäden beim Feinde als in England selbst. Die Angriffe aus die Schiffahrt jedoch wür­den als noch bedeutend gefährlicher betrachtet, obwohl die englischerseits zugrunde gelegten Verlustziffern her Admi­ralität bekanntlich hinter L«r Wahrheit um mindestens 60 v. H.

einhe»hinken.Die Tendenz zu weiterer Zunahme der Ver­luste ist vorhanden. Geht das so fort, so vermindert sich die englische verfügbare Handelstonnage schneller, als Neuan­schaffungen möglich sind und dann wird nicht bloß die Ver­sorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln bedroht, sondern auch die Zufuhr des unentbehrlichen Kriegsmaterials. Die Tendenz ist besorgniserregend."

In der englischen Presse hat dieHorkshire Post" das Pro­blem der Versenkung englischer Atlantikschiffe als das heute Maßgebende ziemlich offen aufgegriffen. Das Blatt gibt zu, daß der Umfang der Handelstonnage unter englischer Flagge oder sonstwie für England verfügbaren Schiffsraums sehr viel geringer sei als im April 1917. England habe zwar nicht so große Armeen außerhalb des Heimatlandes zu versorgen wie damals und besitze außerdem die Verfügungsgewalt über. die Handelstonnage deralliierten" Länder, aber als Haupt­ursache für die zahlreichen Torpedicrungen wird der Mangel an Zerstörern eingestanden, deren England 1917 450 besaß wodurch Gcleitziige von 20 Schissen jeweils von 12 Zer­störern eskortiert werden konnten. Heute liege diese Zahl bedeutend usttcr der damaligen. Bei Kriegsausbruch habe Eng­land nur 185 Zerstörer im Dienst und 40 im Bau gehabt. Aber seither seien 33 Zerstörer versenkt worden (d. h von 33 Zerstörern wird die Versenkung zugegeben), und die ame­rikanischen Zerstörer seien noch nicht alle im Dienst. Die An­griffe aus die Schiffahrt seien aus der anderen Seite jetzt vielfältig, nämlich durch U-Boote. Bomber, deutsch« Kriegs­schiffe aus dem Atlantik und deutsche Zerstörer vor der eng­lischen Küste.

Mase/EksLetLH plaeat

Von Paus stpolrbolw

Der deutsche Luftkrieg mit seinen furchtbaren Donner­schlägen bringt manchen Engländer zum Grübeln. Engr lische Zeitungen sind von zwei verschiedenen Richtungen her zu der mit unangenehmen Gefühlen begleiteten Erkenntnis gelangt, daß dieser Krieg ein Maschinenkrieg sei. Die einen verkünden diese Tatsache in einer Kritik an den von der englischen Heeresleitung geplanten Massen­einberufungen von Industriearbeitern, die nach ihrer Ansicht den entscheidenden Faktor für Englands Kriegs­anstrengungen: die Produktion, bedenklich in Frage stellen mühten; die anderen untersuchen aus dem glei­chen Grunde sorgenvoll die Schadenswirkungen durch deutsche Luftangriffe; wie sie beurteilt werden, geht aus dem Verlangen nach vermehrter Kriegsmaterialeinfuhr von Uebersee hervor.

Daß der heutige Krieg nach der Definition derSun- day Times" ein Maschinenkrieg schlechthin sei, daß er von Maschinen entschieden werde, ist gewiß Unsinn; wohl aber ist richtig, daß er in hohem Maße ein Krieg zwischen Maschinen geworden ist, wobei allerdings dem deutschen Luftkrieg gegen England die allergrößte Be­deutung zukommt, genau wie d?m Seekrieg und einigen anderen Faktoren, über die sich die Engländer weniger gern aussprechen.

EinMaschinenkrieg" in jenem Sinne, wie ihn die Londoner Theorie zugrunde legt, war der Weltkrieg in seinem letzten Stadium geworden: gegen den deutschen Soldaten, der anders unbesieglich war. gegen den deut­schen Menschen überhaupt, wurden die maschinellen und materiellen Kräfte einer ganzen Welt aufgeboten. Wie Tanks und übermächtige Artilleriemassen in der Ma- terialschlacht, die Tapferkeit des deutschen Frontsoldaten überrennen und niederstampfen sollten, so war die Zer- mürbungsmaschine d4r Blockade und des Demorali- sierungsfeldzuges dazu bestimmt, die Seelen und die Widerstandskräfte der Heimat zu zerstören mit Flug­blättern und Gold, was Streiks und Unruhen hervor­rufen mußte, und vor allem: mit Hunger, der englischen Lieblingswaffe. Es wax ein Krieg der Maschinen gegen Menschen, der Materie gegen den Geist, der schließlich erlahmte, weil er nicht genügend gefeit worden war gegen diese Uebermacht.

Der jetzige Krieg ist ein Kampf der Weltanschau­ungen, auch wenn er sich in Wirtschaftssystemen und Waffen manifestiert. Die Maschinen waren von Anfang an dazu bestimmt, wieder eine gewaltige Rolle zu spie­len, entsprechend der technischen Vervollkommnung viel­leicht eine noch größere als damals. Hungerblockade und Zermürbungstaktik hatten ja schon im'Frieden" begonnen freilich umsonst,, denn diesmal war das deutsche Volk in jeder Hinsicht besser gefeit. Es zeigte, daß Maschinen zwar Mittel sind. deren es sich selber aufs Beste zu bedienen vermag, aber daß Menschen und Moral entscheiden. Noch so schwere materielle Verluste und Einbußen können ertragen werden, solange die moralische Widerstandsfähigkeit du^ch das Bewußtsein der besseren Sache und den Glauben an den Sieg ge­halten wird.

Millionen Engländer sind, ihrer ganzen Veranlagung nach, davon durchdrungen, persönlich die bessere Sache zu verkörpern und diesen Krieg im speziellen Auftrag einer auf England ruhenden göttlichen Weltordnung zu führen. Dieser Wahn sowie eine durch Jahrhun­derte genährte Ueberheblichkeit, blindes Vertrauen zu den Fähigkeiten der sozusagen gottgewollten Herrscher­kaste und andere wichtige psychologische Faktoren geben ihnen auch unter den schwersten Bombardements des heutigen Luftkrieges einen nickst zu verachtenden Rück­halt. Aber ob die Unglücklichen wirklich noch an die Tyraden von Frühstücksrednern oder Regierungs­Kommuniques glauben die ihnen von der Möglichkeit einer Offensive und Luftüberlegenheit oder ähnliche schone Dinge vorfaseln? Diese Frage kann wohl kaum beantwortet werden.

Wir Deutschen haben niemals die Zähigkeit und Stupidität der Engländer unterschätzt, die gerade in diesen Eigenschaften ein ungewöhnliches Beharrungs- und Durchhaltevermögen offenbaren. Die insulare At­mosphäre ist etwas derart Eigenartiges, daß sie selbst trotz aller nächtlicher Fliegerbesuche nicht so rasch zu zerstören ist. Pressekritik und Unterhausdebatte sind Symptome für eine gewisse Unruhe, dürfen aber, wie alle solche Vorgänge indemokratischen Ländern", die häufig als Spiegelfechtereien zur Täuschung der Umwelt dienen, nicht überschätzt werden. Die englischen ma­teriellen Kraftquellen sind enorm und die Eewohnbeiten

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Ein deutscher Hilfskreuzer kämpfte im Südatlantik einen englischen Hilfskreuzer durch schwere Treffer nieder.

Die Angriffe der deutschen Kampfflugzeuge richteten sich gegen London, Birmingham, Southampton und Ports­mouth.

Ein deutsches U-Boot derscnktc vier feindliche Handels­schiffe mit insgesamt 13 300 BRT.

Zur Klarstellung geheimxr Gcwaltpläne wird in London eine Untcrhausdebatte gefordert.

Als Nachfolger Badoglios wurde Cavallero Generalstabs- ches der italienischen Wehrmacht.

Der Führer zeichnete weitere Helden der Luftwaffe mit dem Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz aus.

In Berlin fand die feierliche Uraufführung des Tobis- FilmsBismarck" statt.

Bei unveränderten Lebensmittelrationcn sind für die nächste Zuteilungsperiode einige Sonderzuteilungen vor­gesehen.

Gauleiter Röver drückte den Hinterbliebenen des Motor- rrttungsbootesHinvenburg" feine Anteilnahme aus.