Ausgabe 
(6.12.1940) Nr. 336
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parteiamtliche Hageszeitung

Das flmtsblatt des legierenden lürgermeisters der 5reien Hansestadt Vremen

der Nationalsozialisten Vremens

sinnliches verkündungsblatt des Neichsstattiialters in Oldenburg und Vremen

il -

ji Nr. ZZ6 / 10. Jahrgang

Zreitag, S. Dezember 1S40

kinzelpreis 15 Npf.

England sucht MtelnieerlwnuMationen

John vull hat seine letzten Irümpfe bereits ausgespielt

Vritisktze Srohungen wirkungslos

Italien weiterhin auf der wacht / kingestiindnis englischer stilslosigkeit

Da sich England der schweren Schläge, die ihm wehren kann, unternimmt es jetzt den vergeblichen schaffen.

Mit begreiflicher unmittelbarer Anteilnahme verfolgt die italienischen Oeffentlichkeit die beispiellosen Wirkungen der unerbttlichen deutschen Aktion gegen England. Bis zu drei Viertel ihres politischen Teils widmen die italienischen Zei­tungen den Schilderungen der deutschen Erfolge und ihrer Auswirkungen auf der belagerten Insel und in der Welt­politik. Italiens Interesse an den deutschen KriegSaktionen entspringt nicht allein dem bei unseren Bundesgenossen sest verwurzelten Gefühl für die Einheit der Kriegführung der Achse, sondern auch der sich von Lag zu Tag festigenden Ansicht, daß die strategische Lage und die Kriegsereignisse aus den drei Hauptkriegsschauplätzen Großbritannien, Atlantik und Mittelmeer in engstem Zusammenhang stehen.

Je passiver England der Coventrierun-g feiner Industrie­städte und Hafenanlagen zusehen mutz. je mehr sich der Blockadering der U-Boote um die Insel legt, desto verzwei­felter versucht London, im Mittelmeer jene neue strategische Lage zu schassen, von der in England seit Wochen die Rede ist. Als Mittelmeer ist dabei der politische Mittelmeer­raum zu verstehen, der im Sinne des bekannten italienischen Publizisten Appelius heute bis Portugal und Dakar und zum Persischen Golf reicht. Alle englischen Jntrigen haben nur den einen Zweck, für Italien Komplikationen zu schaffen. Die scharfe Wacht der italienischen Streitkräste und der ita­lienischen Diplomatie haben aber, wiePopolo d'Jtalia" ausführt, bewirkt, daß England mit der Besetzung Kretas und der ausschlictzlich seinen Interessen dienenden forcierten Blutopfer-Offensive des Generals Papagos gegen Albanien praktisch alle seine Trümpfe im Mittelmeer erschöpft hat.

kn. Rom, 5. Dezember.

die deutsche Luftwaffe erteilt» in keiner Weise er- Versuch, Italien im Mit'telmeer Komplikationen zu

Deutliches Zeichen für die wütende britische Enttäuschung ist die seit einigen Tagen wieder auslebende Agitationswelle der englischen Presse mit dem Kehrreim: Bomben aus Rom. Der Herausgeber desSunday Expreß''» John Govdon, über­bietet alles bisher Dagewesene:Wir müßen Italien außer Gefecht setzen. Ein einziger, in einer italienischen Stadt ge­töteter Italiener wiegt 100 italienische Soldaten auf, die im

Stukas über küglanSs Küsten

kv. Stockholm, 5. Dezember.

Nach englischen Meldungen fanden am Donnerstag heftige Luftkämpfe über dem Kanal und über der englischen Küste statt. Trotz aller Abwehrversuche wurden mehrere deutsche Anarisse aus Südostengland durchgeführt. Hierbei wurde nach englischen Darstellungen eine Südoststadt durch Sturz­kampsbomber bearbeitet. Die Angriffe und Kämpfe wieder­holten sich am Nachmittag.

Der Unterstaatssekretär im englischen Lustsahrtministerium, Kapitän Balfour, erklärte am Donnerstag auf einem Emp­fang, es handle sich um einen Frontalangriff auf die eng­lische Industrie. Die Frontlinie gehe heute durch die Fa­briken, aber England nehme die Herausforderung an. In­nenminister Morrisson tröstete die Bevölkerung von South- ampton und versprach, die englische Regierung werde dafür sorgen, daß die Aufgabe des Feindes bei der nächsten Ge­legenheit etwas schwieriger werde. Die englische Abwehr werde künftig effektiver sein.

Plünderungen im zerstörten tovenkrg

Stockholm. 5. Dezember.

Die Stadtverordnetenversammlung in Coventrh sprach in einer Entschließung ihren Abscheu über die zahlreichen Plün­derungen aus. die nach dem verheerenden deutschen Luft­angriff vorgekommen sind. Ferner wird das Verhalten der Bewohner benachbarter Städte angeprangert, die sich die in- kolge der Notlage notwendige vorübergehende Aufhebung des Kartenzwanges im Zerstörungsgebiet zunutze gemacht haben, um dort Lcbensmittel zu Hamstern und sie dadurch der not­leidenden Bevölkerung von Coventrh entzogen haben.

englisches rorpevoflugzeug abgeschossen

Berlin, 5. Dezember.

Im Laufe des Donncrstagvormittag versuchte ein britisches Torpedoflugzeug ein deutsches Bewachungsfahrzeug in der Nordsee anzugreifen. Trotz schlechter Sicht und starkem See­gang gelang es dem Bewacher, das feindliche Flugzeug abzu­schießen, ehe dieses den beabsichtigten Torpcdoangriff zur Durchführung bringen konnte.

Gefecht fallen. Unsere Losung muß lauten: Italien immer wieder schlagen, schlagen, schlagen."

In Rom ist man davon überzeugt, daß die blutrünstige Parole Mr. Govdons den Geisteszustand der gesamten engli­schen Nation widerspiegelt. Die Wiederkehr der englischen Strategie desKnockout" gegen Italien wird aber nur als Eingeständnis der Hilflosigkeit gewertet. Wenn England zu­sammen mit Frankreich seinen damals geplanten blitzartigen Ueberfall auf Italien in den Tagen nach dem 10. Juni nicht durchführen konnte, ist es heute noch ungleich weniger im­stande, die Verschlimmerung seiner strategischen Situation im Mittelmeer aufzuhalten.

Starke vründe m London und Mrmmgtzain

knglanö verschweigt immer noch die deutschen See-krfolge oom 2. und Z. Vezember

Berlin, 5. Dezember.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

In der Nacht zum 4. Dezember griffen Kampfflugzeuge trotz schlechter Wetterlage London und Birmingham an. In den Londoner Stadtteilen Paddington, Kensington, Battersea wurden starke Brände beobachtet. Auch in Birmingham entstanden nach heftigen Explosionen neun große und zahl­reiche kleine Brände. Ferner wurden Southampton und einige andere Städte angegriffen. Am Tage beschränkte sich die Tätigkeit der Luftwaffe auf Aufklärungsflüge.

In der Nacht zum 5. Dezember richteten sich Angriffe gegen Süd- und Mittelengland. Britische Häfen wurden weiterhin vermint. Einige britische Flugzeuge warfen in der Nacht in Westdeutschland Bomben und beschädig­ten einige Wohnhäuser. Gestern wurden drei feindliche Flugzeuge abgeschossen, davon zwei durch Flakartillerie. Drei eigene Flugzeuge werden vermißt."

Es gehört zum Wesen der britischen Verschleierungspropa­ganda, Schiffsverluste überhaupt nicht oder zum mindesten so verspätet bekanntzugeben, daß diese Nachricht durch einen neuen Schlag der deutschen Gegcnblockade längst überholt ist.

So ist amtlicherseits in London über die großen Verluste der englischen Schiffahrt am 2. und 3. Dezember noch kein Wort laut geworden. An diesen für England schwarzen Tagen sind von deutschen U-Booten 23 Schiffe mit insge­samt mindestens 182 500 BRT. versenkt worden, dazu ein britischer Hilfskreuzer von rund 17 000 BRT., der aus dem Geleitzug herausgeschossen wurde. Die Versenkung zweier weiterer britischer Schiffe des Geleitzuges von zusammen 16 000 Tonnen ist wahrscheinlich.

Auch diesen empfindlichen Schlag versucht London der

Oeffentlichkeit zu verbergen, um seine üble Lage zur See nicht allzu deutlich werden zu lassen. Es ist bezeichnend, daß sich die britischen Marinesachverständigen Croß und Alexander vor der Beantwortung von diesbezüglichen Anfragen im Unterhaus drückten.

Statt ihrer unterschlägt der Lordpräsident des britischen Staatsrates, Sir John Anderson, am Mittwoch konkrete An­gaben und versucht, die Abgeordneten mit der ausweichenden Antwort zu vertrösten, daß sich zwar die Bedrohung der Seeverbindungswcgc Englands in den letzten Monaten sehr zugespitzt habe. und daß die Regierung die Lebenswichtigkeit dieser Frage keinesfalls unterschätze, daß man aber keine Anstrengung spare, um eine baldige und wirksame Lösung dieses ernsten Problems zu finden.

Schon Voltaire hat die Verlogenheit Londons gebrandmarkt und gesagt, England würde einmal gerychterweise an der Borniertheit zugrunde gehen, Tatsachen grundsätzlich anstatt nach spätestens 24 SUknden frühestens nach 48 Stunden anzu­erkennen.

Durch Lügen sind Tatsachen nicht aus der Welt zu bringen. Das hat sich gezeigt, als England noch Polen und Frankreich für sich kämpfen ließ. Es wird sich auch jetzt bestätigen, wo Britannien selbst die deutschen Schläge zu Master und aus der Lust zu spüren bekommt.

Wirksame Angriffe-er italienischen Luftwaffe

Srrechischer Zerstörer versenkt Sechs seindflugzeuge abgeschossen

fünf feindliche Jagdflugzeuge abgeschossen. Zwei un­serer Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt.

Am 2g. November hat unser ll-BootDelfino" einen griechischen Zerstörer im Aegäischen Meer versenkt. In Ostafrika haben feindliche motorisierte Einheiten eine unserer Stellungen westlich von Tessenei angegriffen, sind aber sofort zurückgeschlagen worden. Feindliche Einflüge auf Cheren und Ghinda haben weder Opfer noch Schäden verursacht. Ein feindliches Flugzeug wurde von unseren Jägern abgeschossen. Feindliche Flugzeuge, die über die Schweiz kamen, warfen Bomben über Turin ab. Sie verursachten einen Toten und drei Verwundete in der Nähe eines Krankenhauses. Ferner entstanden einige Brände in einer Färberei, einer Wollspinnerei und einer Teppichfabrik, die sofort gelöscht wurden. Militärische Ziele wurden nicht be­schädigt."

Rom» 5. Dezember.

Der italienische Wehrmachtsbericht vom Donnerstag hat folgenden Wortlaut:Das Hauptquartier der Wehrmacht gibt bekannt: An der griechischen Front haben auch am gestrigen Tage in den Abschnitten der beiden Armeen Angriffe und Gegenangriffe stattge­funden. Unsere normalen und Sturzflugbomberstasfeln bombardierten» kräftig unterstützt von Jagdfliegern, militärische Anlagen, Straßen, Brücken, Kampfwagen und Proviantkolonnen sowie auf dem Marsch befind­liche Truppen. Die Straße PremetiPerati wurde besonders wirkungsvoll und wiederholt angegriffen und an verschiedenen Stellen unterbrochen. Die Stützpunkte von Korfu» Zante und Prevesa wurden mit Bomben be­legt. Bei einem Kampf zwischen einer unserer Jagd­staffeln und einer feindlichen Fliegerstaffel wurden

kin Londoner flnanztraum rasch zerronnen

Neuter-Story gegen entschiedenes USft.-Hementi - Mocka-eminffter Vatton spielt den starken Mann

, Newyork.S. Dezember.

Mit großer Erleichterung wurde am Dienstag in London die Nachricht derNew Pork He­rold Tribune" aufgenommen, wonach der Präsident der Federal-Neserve System, Eccles, auf einer geheimen Sitzung der Bankiers, Industriellen und Wirtschaftler den Vorschlag einer ame­rikanischen Anleihe für England in Höhe von 2,5 Milliarden Dollars gemacht haben soll. Ame­rika solle nach diesem angeblichen Kreditoorschlag Eccles als Sicherheit hierfür das Pfandrecht auf die Eoldproduktion des Empire während der nächsten fünf Jahre erhalten.

Um so betrübter war man in London, als wenige Stunden . später Eccles diese Nachricht energisch dementieren und er­klären ließ, daß er über diese Meldung sehr ausgebracht sei. Die betrübten Lohgerber an der Themse, die auch dieses Fell fortschwimmen sahen, ließen, um einer angekündigten Er­klärung Eccles zuvorzukommen, schleunigst durch Reuter den angeblichengenauen Text" der Rede verbreiten, aus welcher f die Informationen beruhen sollen.

Nach dieser Storh-Reuters soll Eccles erklärt haben:Ich finde, wenn man alle Elemente der finanziellen Lage unter­sucht, so sollte man überlegen, ob es gut oder nicht gut wäre, verfügbare Kredite zu geringem Zins zu vergeben, um den Engländern zu helfen", wobei man als Garantie ihr Gold, ebenso wie ihre Werte hier, in Kanada und andererorts neh­men könnte.

Diese Meldung, die Reuter umgehend nach dem Dementi vom Stapel ließ, ist bezeichnend siir die Kriegsnöte Englands, unter denen die Finanzsorgen nicht die geringsten sind und die einst so großsprecherischen Londoner Kriegstreiber veran­lassen, sich verzweiselt mit ihren Kreditwünschen an die Hilfe Amerikas als letzten rettenden Strohhalm zu klammern.

Nachdem die Versuche Londons, eine Verstärkung der ame­rikanischen Hilfe zu erreichen, nicht den gewünschten Erfolg hatten, ist der Blgckademinister Dalton dazu ausersehen, im Unterhaus nun den starken Mann zu spielen, um dadurch die Kreditunwürdigkeit Englands zu rehabilitieren.

Es verträgt sich allerdings wenig mit der kürzlich in der Times" gepriesenenWahrheitsliebe Londons", wenn Dalton erklärt:Ich glaube, daß der wirtschaftliche Druck, den wir ausüben, die Waage immer mehr zu unseren Gunsten senken

wird. Allein der 2. und 3. Dezember, wo deutsche Torpedos 1S1 500 BRT. britischen Schiffsraum auf den Grund des Meeres schickten, dürsten die Welt eines Besseren belehrt haben.

Zwar sei die Führung eines Wirtschaftskrieges eine lang­same Angelegenheit, meint Daltön und versucht den Eng­ländern und der Welt mit einem Oclmangel in Deutschland Hoffnung machen zu können, indem er behauptet, daß die deutschen Vorräte jetzt überall viel geringer als zu Kricgs- beginn seien. Er empfehle dem Lustsahrtministerium vor allem die Lellager in Deutschland anzugreifen. Nachdem derWürge­griff des Hungers", mit dem London bei Kriegsbeginn drohte, abgeschlagen wurde und einen gefährlichen Gegenstoß Deutsch­lands auslöste, soll es nun der Oelmangel sein, mit dem England Deutschland zu Boden zwingen möchte.

Wie trügerisch diese Hoffnung ist, hat der Führer in seiner letzten Neichstagsrcde am 19 Juli eindeutig festgelegt, indem er erklärte:Die Versorgung mit Brennstoff ist in den Vor­räten eine reichliche und die Kapazität unserer Produktion eine steigende und in kurzer Zeit selbst beim Versiegen jeder Einsuhr für unseren Bedarf vollkommen genügende.

Das Gaukelspiel des britischen Blockadeministers ist also umsonst. Die Weltöffentlichkeit wird nach den bisherigen Er­fahrungen den Worten des Führers mehr Glaube» ichenkcn, als den verlogenen Phantasien eines Dalton.

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Von Lrok. Dr. Hrnst 8oüult2s

DieHilfeleistung" Englands an Griechenland besteht auch in diesem Kriege wie gewöhnlich in dem bru­talen Griff nach griechischen Häfen und Inseln, von denen sich England eigene Vorteile verspricht. Es ist unverständlich, daß die Griechen sich das trotz all der schlimmen Erfahrungen bieten lassen, die sie mit dieser despotischen Fremdmacht während des letzten Jahrhun­derts keinesfalls nur im Weltkriege übergenug gemacht haben. Eines der ärgsten Kapitel in dieser Beziehung ist die Knechtung der Ionischen Inseln ge­wesen, die ein halbes Jahrhundert lang unter der bri­tischen Fremdherrschaft geschmachtet haben.

Bevor die Ionischen Inseln am 14. November 1863 dem Wunsche der Bevölkerung gemäß mit dem König­reich Griechenland vereinigt wurden, hatten sie ein hal­bes Jahrtausend einer höchst unglücklichen Geschichte hin­ter sich. Vier Jahrhunderte waren sie Venedig Unter­tan gewesen, dessen Beamte ihre Stellen nach Mög­lichkeit zu eigener Bereicherung benutzt hatten. Infolge der Abtrennung der Außenbesitzungen Venedigs im Jahre 1797 kamen die Inseln an Frankreich. Zwei Jahre später bemächtigten sich ihrer die verbündeten Türken und Russen. Am 21. März 1800 stellte Zar Paul I. die alte Freiheit der Inseln wieder her, in­dem er durch den Vertrag mit der Pforte denFrei­staat der sieben vereinigten Inseln" gründete, der von den Vornehmen des Landes regiert werden, aber unter der Hoheit der Pforte stehen und ihr tributpflichtig sein sollte. Don inneren Unruhen und Verfassungs­kämpfen zerrissen, fiel der Freistaat nach dem Frieden von Tilsit 1807 von neuem an Frankreich. Da erschien am 2. Oktober 1809 ein britisches Geschwader vor Zante. Die Engländer verdrängten binnen kurzem die fran­zösischen Garnisonen von sämtlichen Inseln, nur Korfu ausgenommen. Der erste Pariser Frieden von 1814 verfugte die Abtretung der Republik der Ionischen In­seln an die Alliierten. Die letzteren entschieden am o. November 1815 in Paris, dah die sogenannten Sieben Inseln einen unabhängigen Staat (dieVereinigten Staaten der Ionischen Inseln") bilden und unter das Protektorat Großbritanniens gestellt werden sollten.

^ Inseln Korfu Kephalonia, Zakynthos, Jthaka und Kythera alsfreier und Staat" durch einen besonderen Vertrag Mischen Großbritannien, Rußland, Oesterreich und Preußen eingerichtet und demSchutze" Großbritanniens überantwortet. Letzteres sollte einen Lord-Kommissar ernennen mit der Vollmacht, eine gesetzgebende Ver­sammlung zu berufen, damit diese einen Verfassungs- entwurf ausarbeite. Das Besatzungsrecht der Festungen fiel England zu, die Streitkräfte der Re­publik sollten dem Oberbefehlshaber der britischen Trup­pen untergeordnet sein. Sir Thomas Maitland, der von der englischen Krone ernannte Lord-Oberkommissar arbeitete mit einem im Januar 1817 aus denAdels- herren" berufenen Primärrat von 11 Joniern einen Versassungsentwurf nach dem Muster der britischen Ver­fassung aus und ließ ihn von der Gesetzgebenden Ver­sammlung prüfen, die durch jenen Primärrat berufen war. Nachdem der König von England die Verfassung genphmigt hatte, trat sie am 1. Januar 1818 in Kraft Das Griechische sollte fortan Amtssprache sein. Es wurde ein Freihafen rn Korfu angelegt, Straßen wurden ge­baut, in Korfu eine Universität ins Leben gerufen.

Aber das von England beliebte Regierungssystem wurde alsbald, wie der englische Historiker Morley ur­teiltedespotisch genug, um selbst einen Metternich zu befriedigen". Kein Wunder, daß die Bevölkerung sich mehr und mehr Griechenland zuneigte. Im Parlament wurde des öfteren der Wunsch nach Vereinigung mit Griechenland laut, weshalb der englische Oberkommissar es wiederholt auflöste oder vertagte. An Unruhen fehlte es nicht. Die allgemeine Mißstimmung veranlaßte 1849 den Oberkommissar Seaton, dem Parlament weitgehende Vorschläge zu machen: gänzliche Freiheit der Presse. Erweiterung des Wahlrechts auf die vierfache Zahl der bisherigen Wähler, Abschaffung des Primärrates, freie Wahl der Gemeindebeamten usw. Aber es half nichts mehr. Unter dem Nachfolger Seatons, Sir Henry Ward, brach im Mai 1849 in Kephalonia ein Aufruhr los, den der Statthalter mitgrausamer Strenge" nieder­warf. Zahlreiche Verhaftungen und Hinrichtungen folg­ten: 22 Personen wurden gehenkt, 300 oder mehr aus-

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Der gestrige Wchrmachtsbcricht meldet weitere erfolg­reiche Aktionen unserer Luftwaffe gegen britische Zentren. Nach englischen Geständnissen operierten am Donnerstag erneut deutsche Stukas über Englands Südtüste.

Seinen schweren Verletzungen erlag Generalmajor Wolfs von Stutterheim.

Ein italienisches U-Boot versenkte einen griechischen Zer­störer.

Zwischen Oslo und Bergen wurde unter deutscher Hilfe die erste Landvcrbindung hergestellt.

Ein britischer Piratcnkreuzcr holte innerhalb der ameri­kanischen Sicherhcitszone von einem brasilianischen Damp- ser 22 deutsche Passagiere herunter.

Der Führer empfing Sven Hedin.

In Chikago ereignete sich ein schweres Flugzeugunglück. Auf einer gemeinsamen Dienstbesprechung der aktivisti- schcn Gliederungen in Bremen wurden einheitliche Richt­linien für die Wintcrarbcit festgelegt.