Ausgabe 
(1.12.1940) Nr. 331
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parteiamtliche ^geszeitung

.'»n ! Das Amtsblatt des legierenden Vürgermeisters der freien liansestodl lremen

j Nr. ZZ1 / 10. Jahrgang

Anzeigen - Grundprrlsr: Die 1 mw hohe und 22 ww breite Zeile im Anzeigenteil 13 Die 78 mw breite und 1 mw hohe Zeile im Tertteil 75 >S^. Ermäßigte Grundpreise (für Klein- u. Familien- anzeiyen u. a.) sowie sonstige Be­dingungen Preisliste 6 Nachlaß- staffel G. Für Anzeigen durch den Fernspr. keine Gewähr. Annahme­schluß 16 Uhr: sonnabends 14 Uhr. Geschäftsstellen: Bremen: Teeren Nr. 6/8. Fernspr. 5 41 21. Nachtruf ,nd sonntags: Fernsprecher 51115) Obernstraße 86. Fernspr. >4121. Vn Svke. Mühlendamw Nr. L

der Nationalsozialisten Siemens

flmlüches verkündungsbiau des Neichssratthalters in Oldenburg und vremen

Sonntag, 1. Dezember 1940

kinzelpreis 15 lps.

rag und Nackt vomben auf London

tügen-cliurchill mußte seinen öeburtstag im tuftschutzkeller verbringen

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Berlin, 30. November.

Nach beim Oberkommando der Wehrmacht vorliegenden Meldungen belegten in der Nacht vom 29. zum 30. November starke deutsche Kampfverbände in rollendem Angriff London mit Bom­ben schwersten Kalibers. Die Wirkung war nach Beobachtungen der Flugzeugbesatzungen beträchtlich.

Deutsche Flugzeuge erschienen auch im Lause des Sonn­abends bei Hellem Tageslicht wieder über der englischen Haupstadt und warfen nach britischen Angaben Bomben ab zur Fortsetzung der besonderen Ovationen zu Churchills Ge­burtstag. die bereits nachts begonnen hatten. Die Engländer müssen in ihrer Tagesüberficht erneut feststellen, daß die neuen Bomben aus London einer der heftigsten Angrisssnächte folg­ten, die seit Beginn des Krieges im Londoner Bereich zu ver­zeichnen gewesen seien, und daß gleichzeitig Aktionen gegen viele andere englische Städte erfolgt seien. Die Alarme hätten durchweg ganz besonders früh begonnen. Die Engländer be­richten am Sonnabend ferner über Angriffe deutscher Lust- streitkriiste aus einen englischen Geleitzug im Kanal.

Ein Londoner Bericht der „Nya Dagligt Allehanda", der zwar mit erheblichen Spuren der englischen Zensur am Bestim­mungsort angelangt ist, gibt wenigstens einigen Eindruck über den neuen Angriff auf die englische Hauptstadt und aus Liverpool wieder. Es heißt darin u. au „Nach ihren Bomben­angriffen gegen andere Großstädte scheint sich die deutsche Luftwaffe in dieser Nacht wieder einmal aus London konzen- triert zu haben, daS von neuem eine. Bombennacht von jenem Schlage erlebte, mit dem man allmählich schon vertraut ist. Einer der ersten BoMlber streute Hunderte von Brandbomben über die Stadt, Bei dem Angriff auf Liverpool wurden die schwersten Bomben abgeworfen, die bisher über diesem Gebiet zur Anwendung kamen. Bis 300 Flugzeuge wurden über dem Mersey-Gebiet gesichtet. In vielen Äratzen von Liverpool findet man heute nicht ein einziges ganzes Fenster mehr. Ueberall wird noch unter den.Ruinen nach Verschütteten gegraben.' '

Trotz der strengen Zensurvorschriften lassen auch New- horker Berichte aus London die Wucht erkennen, mit der die deutsche Lustwasfe ihre Angriffe aus die Riistungs- und Wirtschastszentren der britischen Hauptstadt in der Nacht zum Sonnabend durchführte. So meldet „United News Ex­preß", daß in den Abendstunden des Freitag deutsche Bom­ber „in unaufhörlichem Strom" über London eintrafen und Hunderte von Brand- und Explosivbomben abwarfen. Bald nach dem abendlichen Lustalyrm, der früher als sonst er­tönte. so heißt es in der Meldung, durchbrachen Angreifer

Zwischen-iMe Siam-Fudochiria

o. sck. Bern. 3ü. November.

Nach amerikanischen Meldungen aus Jndochina und der Hauptstadt Thailands haben sich in den letzten Stunden ernste Zwischensälle zwischen Jndochina und Thailand gehäuft. So wird. in Hanoi von den französischen Behörden Jndochinas erklärt, daß sieben siamesische Flugzeuge eine bedeutende Ss/raße in Jndochina in der Nähe der Grenze Thailands bom­bardiert hätten. Mehrere Personen seien getötet und verletzt und einige Häuser zerstört worden. Als Repressalie sei der thailändische Grenzort Lakhon mit Artillerie beschossen wor­den. Nach einer Meldung aus Bangkok haben die Behörden Thailands verfügt, daß alle französischen Staatsbürger inner­halb von 24 Stunden gewisse Grenzprovinzen Thailands zu verlassen hätten.

aus allen Richtungen kommend den Sperrfcuergürtel. Hun­derte von Brandbomben fielen auf einen „Distrikt" und rie­fen wütende Brände hervor.

„International News Jersey" meldet, die Zahl der Angrei­fer habe ständig zugenommen. Die Wellen seien einander in Abständen von etwa 2 Minuten die ganze Nacht hindurch ge­folgt. Auch von der Themsemündung werden heftige Angriffe berichtet. Einem Bericht von „Associated Preß" zufolge wurde außer London auch ein Stadt in Ostengland auf das heftigste bombardiert.

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Umsonst

ck. S. v. Bremen, 1. Dezember. Der von den englischen Plutokraten dem

norkckilaiiTtor» deutschen Volke erklärte Krieg kostet verMeuoett Engi^d zur Zeit mehr als zehn Millio­nen Pfund täglich. Man mutz sich vergegenwärtigen, dah ein englisches Pfund vor dem Weltkrieg mit 20 Reichs­mark ausgewogen werden mutzte, und dah es nach seiner Abwertung noch am Tage der Kriegserklärung im Vor­jahre etwas über 10 Reichsmark notierte. Da somit Eng­lands Krieg zur Zeit täglich über hundert Millionen Mark kostet — und das in Gold —, ist es erklärlich, wenn die Goldreserven Englands im Laufe der fünf­zehn Monate Kriegführung bereits katastrophal zusam­mengeschrumpft sind und England jetzt sich schon gezwun-

Ununterbrochene vergeltungsangrlffe

Sie erkolsreiche Lombardierung kriegswichtiger Ziele in kngiand — Neue krsolge gegen Velechiige planmäßige Zerstörung von Kampionlagen im Küstengebiet von Vover

Berlin, 30. November.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

„In der Nacht zum 29. und am 29. November war London wieder das Ziel von Bergeltungsangriffen der Luftwaffe. Es wurden umfangreiche Brände in den Victoria-Docks sowie im Südwesten Londons beobachtet.

Starke Kampffliegerverbände belegten in rollenden Nachtangriffen militärische Ziele in der Hafenstadt Liverpool sowie die Dockanlagen des gegenüberliegen­den Birkenhead mit Bomben, darunter eine grohe Zahl schwersten Kalibers. Gewaltige Explosionen und Brände in den ausgedehnten Lagerhäusern erleuchteten weithin die Nacht. Auch andere kriegswichtige Ziele in Schott- land sowie in Süd- und Mittelengland, wie Birming­ham, Bristol, Portsmouth und Southampton wurden mit zahlreichen Vomben angegriffen.

Südlich von Lizard Point griffen Kampfflugzeuge einen Eleitzug an und beschädigten ein Handelsschiff durch schwere Bombentreffer. Britische Häfen wurden weiter vermint.

Am Nachmittag des 29. 11. setzten Fernkampfbatte- rien des Heeres die planmähige Zerstörung von Kampf­anlagen im Küstengebiet von Dover mit beobachteter

Wirkung fort. Fernkampfbatterien des Heeres und der Kriegsmarine beschossen Dampfer und Eeleitfahrzeuge am Ostausgang des Kanals.

Durch Angriffe britischer Flugzeuge in Nord- und Westdeutschland in der Nacht zum 3V. 11. wurden auher einer kleinen Fabrikanlage wieder mehrere Häuser be­schädigt» zwei Personen schwer und mehrere leicht ver­letzt. — Vier feindliche Flugzeuge wurden gestern abge­schossen, davon zwei im Luftkampf, zwei durch Flak­artillerie. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt."

Im Laufe des Freitagnachmittag versuchten englisch« Tor­pedoflugzeuge in der Nordsee wiederholt deutsche Dampfer mit Torpedos anzugreifen. Durch rechtzeitiges gutliegendes Ab­wehrfeuer der Kriegssahrzeuge, die die Dampfer sicherten, wur­den die englischen Flugzeuge bei jedem ihrer mehrmaligen Angrisssvcrsuche zum Abdrehen gezwungen. Sämtliche abge- worsenen Torpedos verfehlten ihr Ziel. Dieser Ersolg der Artilleristen unserer Sicherungsstreitkräfte ist besonders er­freulich. Die verhältnismäßig langsam sahrenden Handels­schisse bieten für Torpedoflugzeuge gute Ziele. Um so mehr beweist die Tatsache des Borbcilausens der Torpedos, daß der Gegner gezwungen wurde, seine Torpedos in aussichtsloser Entfernung vom Ziel abzuwerfen.

Ven 20. öegner im tuftkampf abgeschossen

Leutnant Schnell erhielt das Ritterkreuz

Berlin, 30. November.

Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht ver­lieh aus Borschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichs­marschall Göring, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes Leut­nant Schnell in einem Jagdgeschwader. Leutnant Schnell hat im Lustkamps den 20, Gegner zum Absturz gebracht.

Leutnant Siegfried Schnell wurde am 23, Januar als Sohn eines Oberpostinspektors in Zielenzig bei Franksurt/Oder ge­boren und erlernte nach Beendigung der Schulzeit das Maler­handwerk. Im Jahre 1934 trat er als Freiwilliger in ein Pionierbataillon ein, um später in die Luftwaffe überzu­

treten. Nach Abschluß seiner fliegerischen Ausbildung wurde er in ein Jagdgeschwader versetzt Leutnant Schnell war bei Kriegsbeginn Feldwebel und wurde am 1. September 1940 zum Oberfeldwebel befördert, Nachdem er am 14, September 1940 das Eiserne Kreuz 1, Klasse verliehen erhalten hatte, wurde er in besonderer Anerkennung seiner Leistungen als Jagdflieger am 4. November zum Leutnant besördert.

Zerstörerslonille Norvik

Berlin. 30. November.

Aus Befehl des Führers hat eine neu in Dienst gestellte Zerstörerslottille der Kriegsmarine den Namen „Zerstörer­slottille Narvik" erhalten.

kngland muß den Leibriemen enger schnallen

liiurchttl verordnet „Srandard-Mät" — Scharfe Kritik an Vevin und Sreenwood — Starke fokale Körungen

strv. Stockholm, 30. November.

Die englische Regierung hat auf Grund der schwierigen Tonnagelage, wie schwedische Meldun­gen aus London besagen, ein „Lebensmittelprogramm auf lange Sicht auf der Basis einer von Sachverständigen entworfenen Standard-Diät" ausgearbeitet. Worin diese „Standard-Diät" be­steht, wird vorläufig nicht näher ausgeführt und in der Londoner Presse nur mit dem Ausdruck „Anziehen des Leibriemens" umschrieben.

Die schwedischen Meldungen kündigen unter Hinweis auf die schwierige Schisssraumlage dazu eine Rationierung aller bisher noch nicht erfaßten Lebensmittcl an, Standardisierung vieler Nahrungsmittelgruppen nach dem Muster von Mar­garine. starke Erweiterung der Volksküchen „zur besseren Aus­nutzung von Zeit und Nahrungsmitteln" und drastische Maß­nahmen in der Produktion und Verteilung minder wichtiger Lebensmittel, die nach dem Vorbild der Einsuhr von Früchten usw anscheinend ganz aufhören sollen. Das Lebensmittcl- ministerinm hat die Meiereien angewiesen, die Milchzuteilung für gewöhnliche Haushalte aus 10 Prozent zu begrenzen. Eine erhöhte Staatskontrolle für Produktion und Güterverteilung ist im Anzug Zur Durchsetzung des Landwirtschaftsprogramms der Regierung sollen die Grasschastskomitees mit großer Macht­fülle ausgestattet werden. In Ausrufen deS Ernährungsmini­steriums an die Bauern wird mit äußerster Eindringlichkeit gemahnt, keine Maßnahmen zur Ausdehnung und Verbesse­rung der Produktion zu unterlassen. „Im Frühling ist es zu spät."

Trotz dieser Anzeichen für eine Aktivität der Regierung hält die Kritik der Presse auf Grund der Mängel an, die in der Unterhausdebatte entschleiert worden sind Die Zei­tungen beschäftigen sich im wesentlichen mit der innerwirt­schaftlichen Lage. meinen aber vermutlich, auch wenn sie nicht darüber schreiben dürfen, noch stärker die äußere Lage mit­samt den Schäden in der Produktion durch Lust- und See­krieg

„Unsere Kriegsanstrengungen können überhaupt nicht mit denen Deutschlands verglichen werdenl" Zu diesem Ergebnis

komsnt die Londoner „Daily Mail" bei der Besprechung der Unterhausdcbatte vom Mittwoch, bei der Greenwood. der Lei­ter des Produktionsratcs, schweren Angriffen von feiten des Labour-Abgeordneten Shinwell und des ehemaligen Kriegs­ministers Höre Belisha ausgesetzt war. „Es ist lächerlich", so fährt das Blatt mit einem Scitenhieb aus die Jllusionskam- Pagne Churchills und Duss Coopcrs ironisch fort. „aus solche Geschichten zu hören, die sagen, die Nazis hätten Schwierig­keiten, und dabei unseren eigenen nicht in die Augen zu sehen. Die englische Regierung muß weit drastischere Maßnahmen er­greifen, und zwar aus Grund größerer Vollmachten und Zwangsmaßnahmen. Im vorigen Winter glaubten wir schon einmal, daß Deutschland schlafen würde, und nicht vor dem 10. Mai merkten wir, daß Deutschland nicht geschlafen hatte. Es wäre töricht, zu glauben, daß Deutschland auf seinen Lor­beeren diesen Winter ausruhte".

Besonderes Aufsetzen hat auch ein Vorstoß der sonst so aka- demisclien und zurückhaltenden „Times" erregt, die jetzt eben­falls in die Reihe der Nuser nach größerer Energie getreten ist und geradezu eine Nachahmung des deutselzen Vicrjahres- planes zu ersehnen scheint. Entrüstet stellt die „Times" in einem Leitartikel fest, daß die Regierung noch immer nicht ihr Programm zur Umstellung von der Friedens- aus die Kriegs­wirtschaft sormuliert habe. Sowohl Greenwood, der im Kabi­nett eine allgemeine Aufsicht über alle Fragen der Wirtschafts­politik führen soll. wie Bevin in seiner Eigenschaft als Arbeits­minister werden — nicht nur von der „Times", sondern all­gemein — mangelnder Energie bezichtigt.

„Schwedische Aleld-ungen sagen zu diesem Thema: „Es ist ganz merkwürdig, zu beobachten, wie diese Labourmmister, die von dem Ruhm der Tatkraft umstrahlt waren als sie nach Chamberlains Sturz als Nachfolger, konservativer Minister in die neue Regierung eintraten, jetzt Objekte der Kritik geworden sind, die gewiß noch nicht so ätzend ist wie die gegen ihre Vorgänger, aber immerhin bedeutende Ausmaße anzu­nehmen beginnt,"

Schwere innenpolitische Besorgnisse beziehen sich, nach den Andeutungen schwedischer Meldungen aus London zu urteilen, aus die soziale Seite der Entwicklung, darunter auch aus die anhaltende Arbeitslosigkeit, „Die Ziffern zeigen, daß die Kriegsmaschinerie nicht mit gleicher Schnelligkeit Arbeits­kräfte absorbieren kann, wie die zivilen Industrien sie frei machen" nämlich jene Industriezweige, die aus Rohstoff­mangel und wegen Vorrang der Rüstungsproduktion schließen müssen. Aus der anderen Seite sind nach längerer Unter­drückung solcher Tendenzen neue Lohnbewegungen in vielen Industriezweigen ausgebrochen, die unter der Kricgskonjunk- tur stehen. Das englische Arbeitsministerinm behauptet, daß sich die Löhne seit Oktober 1038 im Durchschnitt um 10 Prozent erhöht hätten, aber die Teuerung seither beträgt über 40 Prozent.

Schwedische Meldungen heben als neues Moment hervor, daß plötzlich Lohnforderungen mit Strcikdrohung vorgebracht werden. Eine solche Bewegung sei besonders unter den Werk­stattvorarbeitern ausgebrochen. Die schwedischen Telegramme heben hervor, daß Schottland einen Streik wünschte und daß viele Sprecher der Gewerkschastskonferenz äußerste Maß­nahmen verlangten. Der Streik würde zwar abgewehrt, aber ein Delegierter des Clyde-Bezirks äußerte verschleierte Dro­hungen über „eventuelle Ereignisse in den Werkstätten von Clhde in der nächsten Zukunft" Schon seht hätten die Ge­werkschaften große Mühe, die Leute von der Niederlegung der Arbeit abzuhalten.

gen sieht, in USA, seine Einkäufe an Rüstungsmaterial und Waffen mit Sachwerten aus der Substanz fernes Reiches, statt wie bisher, mit Gold zu begleichen. Dre Abtretung britischer Gebiete, die bereits einsetzte, als das ehemals so stolze Großbritannien jene alten ameri­kanischen Zerstörer gegen Stützpunkte auf Neufundland, den Bermudas, den Bahamas, Santa Lucia, Trinidad, Antigua und Britisch-Euayana, eintauschte, soll nun fortgesetzt werden mit der Hingabe der gleichfalls dem amerikanischen Festlande vorgelagerten Inseln Neu- Schottland, Jamaica, Britisch-Honduras. den Kleinen Antillen, Falklandsinseln usw., für die England gleich eine kleine Flotte von USA. erhandeln zu können hofft. Dah auch solche von USA. eingehandelten Schiffe England nicht zum Siege verhelfen würden, nach­dem die einstmals so stolze und für unbesiegbar gehal­tene, nunmehr aber katastrophal gelichtete und zu einem großen Teil den Meeresboden bedeckende englische Armada diesen Sieg nicht hat erzwingen können, ist um so einleuchtender, als die Voraussetzungen für den er­folgreichen Einsatz der von Amerika erhandelten Schiffe bei der heutigen militärischen Lage Englands weit schlechter sind als vor einem Jahr. Damals konnte Eng­land, im vollen Besitze seiner intakten Flotte, noch nach Belieben von den eigenen, noch nicht bombardierten Häfen aus oder von denen der französischen Küste gegen Deutschland operieren, ohne, wie heute, an den norwe­gischen, dänischen, holländischen und belgischen Küsten sofort auf den deutschen Gegner zu stoßen Heute ist dies endgültig vorbei und bei jedem Versuch, den Eng­lands Flotte aus ihrem Verstecke hervorzukommen un­ternimmt, muß sie Verluste erleiden. Wie das in diesem Kriege bislang von England dargebrachte gewal­tige Opfer an Gold heute bereits als umsonst hin­gegeben bezeichnet werden muß. so wird England auch. ohne sein Schicksal wenden zu können, seine überseeischen Besitzungen hergeben, und eine kommende englische Ge­neration wird einmal den Kriegsverbrechern von heute zum schwersten Vorwurf machen, daß sie diese Gebiete umsonst verschleudert haben. Denn Englands Schicksal ist besiegelt.

kestotterte Wenn es noch nötig gewesen wäre, die vekennknillt» verzweifelte Lage Englands von heute „ in den richtigen Farben zu schildern, so ist dies zweifelsfrei und sehr lebendig in vergangener Woche durch Enalands eigene Minister besorgt worden. In der Zwickmühle sich befindend, entweder zur Ver­heimlichung der kommenden Katastrophe vor dem eige­nen Volke weiter das Blaue vom Himmel zu lügen, aber dabei die fieberhaft ersehnte amerikanische Hilfe zu verzögern, sa überhaupt zu verscherzen, oder durch wahrheitsgemäße Schilderung der Lage Englands die amerikanische Rothilfe herbeizurufen (allerdings auch hier auf die Gefahr hin. daß es bei den Notrufen und der bis jetzt schon weit genug gehenden nichtkriegerischen Unterstützung Englands durch USA. verbleibt), haben sich die englischen Minister entschlossen. Amerika gegen­über den Schleier der Lügenpropaganda aufzudecken. Wenn Ronald Croß, der englische Schiffahrtsminister, und Hudson, der englische Landwirtschaftsminister, sowie Woolton, der englische Ernährungsminister, neben Greenwood. dem Leiter des Produktionsrates, und Churchill selber damit begonnen haben, das bisher über die transozeanische Welt hin gesponnene Lügennetz über Englands militärische Lage zu zer­reißen und Geständnisse in die Welt hinauszustottern, die diese, soweit sie bisher ununterrichtet blieb, baß in Erstaunen setzen, so läßt sich daraus ohne weiteres erkennen, daß inzwischen Englands Not und die Der- zwelflung zu einer unaufhaltsamen Flut gediehen sein müssen, die den so lange aufrechterhaltenen Damm dreister Vorspiegelungen durchbrochen hat. Weil die verant- wörtlichen Männer Englands keine Möglichkeiten zur Rettung aus eigener Kraft mehr sehen, sind sie gezwun- ?/Hi»""ch den letzten Versuch zu unternehmen, um USA. auf den Kriegsschauplatz zu bringen, und sei es auch nur, um den endgültigen Zusammenbruch wenig­stens auf kurze Zeit noch aufzuhalten. Daß dieser Zu- sammenbruch dann eines Tages dennoch erfolgen muß,

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Starke Verbände deutscher Kampfflugzeuge bombardierten gestern und vorgestern Nacht erneut die englisch« Hauptstadt.

Neue Erfolge gegen feindliche Geleitziige erzielte unsere Luftwaffe.

Der französische Oberkommandierende von Syrien Chwppe iiel einer britischen Mordaktion zum Opfer.

An der griechischen Front führte Italien wirkungsvolle Gegenangriffe durch.

Aus England werden starke soziale Gärungen gemeldet. Japan erkennt die Regierung Wangtschingwei an. Unter deutscher Teilnahme tand in Bukarest die frier- liche Beisetzung Codreanus statt.

Das Motorrettungsboot „Hindenburg" der Station Borkum der deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiff, brüchiger blieb auf See.

Im Verlag Arthur Geist erschien ein 400seitigeS Bremen-Werk unter dem Titel „Bremen. Lebenskreis einer Hansestadt".

Das Nikolaussingen ist in diesem Jahr verboten.