Ausgabe 
(30.11.1940) Nr. 330
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artLiamtliche Tageszeitung

Mas flmtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Zreien kzansestadt Bremen

der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches verkündungsblatt des Neichsstattstalters in Oldenburg und Bremen

Nr. ZZ0 / 10. Jahrgang

Sonnabend, 30. November 1S40

Einzelpreis 15 Npf.

Vomb engeschwader griffen Liverpo ol an

Sefecht zwischen deutschen und englischen Zerstörern an der britischen Küste

wieder zahlreiche krplostonen und vrönde

fluch die Liverpool benachbarten Vockanlagen von Virbeichead wurden bombardiert

Berti«, 28. November.

Nach beim Oberkommando der Wehrmacht vorliegenden Meldungen griffen in der Nacht zum 28. November deutsche Kampfgeschwader militärische Ziele in der westenglischen Hafenstadt Liverpool und in den benachbarten Dockanlagen von Birkenhead an. Die Angriffe erstreckten sich über mehrere Stunden. Die abgeworfenen Bomben hatten zahlreiche Explosionen und Brände zur Folge. — Ein deutsches Flug­zeug wird vermißt.

' «I ^ im»

Die deutsche Luftwaffe führte in der Nacht zum Freitag neue Vernichtungsschläge gegen die Gebiete Englands durch, die für die englischen Kriegsanstrengungen von äußerster Wichtigkeit sind: Liverpool mit dem Mersehuser, Mittelengland und London. Alle Anzeichen von englischer Seite deuten daraus hin, daß diese Angriffsnacht sür England eine Fortsetzung und eine Steigerung der gewaltigen Schäden mit sich brachte. Die Englands Industrie und Kriegszentren in den beiden letzten Wochen, beginnend mit der Austilgung von Coventrh. zugefügt wurden.

Es ist wieder einmal die Rede von „fürchterlichem Abwehr­feuer der Flak", jedoch im wesentlichen um London und Mittelengland. Das Schwergewicht der Angriffe lag aber diesmal, den englischen Darstellungen zufolge, aus den In­dustrie- und Hasenanlagen am Merseh. Liverpool, so meldet der zweite englische Bericht vom Freitagmorgen, obwohl er noch kürzer gehalten ist als der erste für den innerenglischen Bedarf bestimmte, hatte „den heftigsten Angrifs seit Beginn des Krieges". Man weiß allmählich, was solche Formeln von englischer Seite bedeuten. Sie umreißen einen stundenlangen Bombenhagel mit Flammen und Vernichtung. In der Tat sagt die Darstellung des englischen Heimatdienstcs, daß Liver­pool „eine Anzahl von Stunden hindurch mit Brand-, SPreng- und Oelbomben belegt worden ist, mit „Brand- und Gebäude­schäden" im Gefolge.

Tie Feuersbrünste haben zweifellos in den Hafen- und Werftvierteln, den Lagerhäusern und Fabrikkompleren, die sich am Merseh fast ohne Unterbrechung hinziehen, reiche Nahrung gesunden, besonders wenn das in den letzten Tagen stürmische Wetter die Ausbreitung begünstigt.

Am Freitagabend verbreiteten die Engländer eine neue erweiterte Darstellung über die deutschen Angriffe. Die Be­richte besagen nunmehr, daß drei Städte in Nordwestengland und zwei in Südwestengland bombardiert worden seien, während London eine „relativ ruhige Nacht" gehabt habe („nur" sieben Stunden Alarm).

Liverpool, das au.ch nach den jetzigen Schilderungen das Schwergewicht der Aktionen auszuhalten hatte, sei, so heißt es, mehrere Stunden trotz des heftigsten bisher hier gehör­ten Abwehrfeuers angegriffen worden, beginnend mit einem „Schauer von Brandbomben". Es wird über viele Obdach­lose berichtet.

Tie englischen Berichte betonen jedoch, daß sich die An­griffe auch gegen andere Städte. Mittelenglands gerichtet

„Englands Lage ernster als je"

Newhork, 29. November.

'Wie aus Ottawa gemeldet wird, erklärte im kanadischen Parlament der konservative Führer Hanson es für unbe­dingt notwendig, daß der Ministerpräsident dem Parlament und dem Lande sage, wie ernst die Lage sei und was Kanada tun könne, um England mit Menschen, Material und Rüstung zu helfen. Die Lage zeige sich ernster als je seit dem ZusamMenbruch Frankreichs.

Tie tatsächliche Zerstörung Coventrhs, Birminghams, Bri­stols, Southamptons, der Verlust an Schissen, die Erklärung Lothians über die englischen Finanzen — alles dies deute aus den Ernst der Lage hin. Ministerpräsident Mackenzie King stimmte zu, die Lage sei ernst, und bald werde er zu ihr eine Erklärung abgeben.

hätten. Vermutlich wird damit auf Birkenhaed, die große Hafen- und Weltstadt gegenüber von.Liverpool am Merseh, sowie aus Birmingham angespielt, das sich ja gerühmt hatte, bei dem Angriff des Wochenbeginns nicht hinreichend gelitten zu haben. Diesmal wird in dem englischen Bericht ausdrück­lich die Heftigkeit der Angriffe auch gegen die „Stadt in den westlichen Midlands" anerkannt. Natürlich wird behauptet, daß in Liverpool „und anderen Städten" dank riesiger An­strengungen der sämtlichen eingesetzten Feuerwehren alle Brände bis zum Morgen gelöscht worden seien. Die Richtig­

keit dieser Behauptung ist zu bezweifeln, da alle früheren gleichartigen Darstellungen stets von deutschen Aufklärungs­fliegern widerlegt wurden.

London berichtet gerührt, daß die Hauptstadt „bereits" einige Stunden vor dem Morgenalarm Schluß gehabt habe. Von der Heftigkeit der Lustkämpse, die Donnerstag über der Themsemündung und anderen Küstengegenden tobten, müssen die Engländer Zeugnis ablegen, in dem sie nach langer Zeit gezwungen find, ihre sonst mal wieder wild betriebenen Schwindeleien abzublasen und eine höhere eigene Verlustzisser anzugeben.

Von Birmingham sagen schwedische Berichte, die soeben aus London eingetroffen sind, eS könne zwar nicht mit Coventrh verglichen werden, wohl aber erinnern' gewisse Teile der mittelenglischen Stadt an den jetzigen Zustand Londons. Wie die englische Zensur neutrale Berichte durch Verstümme-

(Fortsetzung aus Seite 8)

Zwei britische Zerstörer versenkt

See Bericht des Sberkommandos der Wehrmacht oom 2S. November

> BerNn, 28. November.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bokannt: „Deutsche Zerstörer unternahmen eine« Bor- stoß in den Westansgang des Kanals bis dicht «nter die englische Küste. Hierbei kam es zu einem Gefecht mit englische« Zerstörer«. Es gelang, zwei feindliche Zerstörer zu torpedieren. Andere deutsche Zerstörer versenkten an dtr englischen Südküste zwei Dampfer von 9888 und 3888 BRT. und zwei weitere kleine feindliche Fahrzeuge.

Die Luftwaffe setzte in der Nacht zum 28. und im Laufe des 28. November ihre Bergeltungsangriffe gegen kriegswichtige Ziele im Stadtgebiet von London fort. Neue Brände und starke Detonationen wurden beobachtet?

Stärkere Kräfte griffen in der Nacht zum 28. Novem­ber, wie bereits gemeldet, Stadt und Hafenanlagen von Plymouth konzentrisch an und verursachten meh­rere starke Explosionen, sowie größere und kleinere Brände. Außerdem wurden Bahn- und Industrie­anlage« einer anderen größeren Stadt in Schottland wirkungsvoll mit Bomben belegt.

Fernkampfbatterien des Heeres und der Kriegs­marine beschossen auch gestern feindliche Schiffe und andere Ziele im Raum von Dover. '

In der Nacht zum 28. November warfen mehrere britische Flugzeuge in Nord- und Westdeutschland Spreng- und Brandbomben. An einigen Gebäuden wurden erhebliche Sachschäden verursacht. Dachstuhl- Srände konnten bald gelöscht werden. Eine Bombe traf ein Rcservelazarett.

Die Verluste des Gegners betrugen gestern insgesamt 13 Flugzeuge, davon elf im Luftkampf und zwei durch Flak- und Marineartillerie. Vier eigene Flugzeuge werden vermißt."

Zu dem Vvrstoß deutscher Zerstörer gegen die englische Küste erfährt das OM- folgende Einzelheiten:

Der Gegner hat die langen und unsichtigen Novembernächte dazu benutzt, den Verkehr unter der englischen Südküste in größerem Umfange wieder aufzunehmen. Aus diesem Grunde entschloß, sich der Marine-Gruppcn-Besehlshaber West, Zerstö­

rer gegen, die wiederbelebten feindlichen Verkehrswege anzu­setzen. Aehnliche Ueberlegungen führten bereits früher zu einem Vorstoß in die südwestenglischen Seegebiete, bei dem — wie der OKW.-Bericht vor einigen Wochen meldete — ein feindlicher Kreuzer durch einen Torpedo getroffen wurde. Bei einem neuen Vorstoß einiger unserer Zerstörer unter dem Führer der.Zerstörer gelang es den Angreifern in der Nacht zum 25. November, zivei vollbeladene feindliche Dampfer von. 9000 bzw, 3000 BRT. zu versenken. Außerdem wurden in der gleichen Nacht drei Bcwachungsfahrzenge vernichtet. Durch diesen kühnen Vorstoß sowie durch das frühere Unternehmen gewarnt, zog dei^Gegnxr starke Sicherungsstreitkrnste am Vjlest- nnsgana des Kanals zusammen und glaubte dadurch eine aus­reichende Sicherung gegenüber der Wiederholung solcher deut­schen Zerstörer-Naids geschaffen zu haben.

Von neuem liefen deutsche Zerstörer aus und vernichteten in der Nacht zum 29. November einen Schleppzug und einen Tampser mittlerer Größe. Dieses nächtliche Vernichtungs­werk wurde in gespenstischer Meise durch schwere, von riesen­haften Stichflammen durchzuckte Brände aus dem bombardier­ten Kriegshasen Pltzmouth beleuchtest Mehrere Stunden später kamen unsere Zerstörer mit einem stark überlegenen Verband großer englischer Zerstörer ins Gefecht. Ter Gegner drehte zum lausenden Gefecht aus. das sich aus Rordkurs entwickelte. Der eigene und der Gegnerverband liefen höchste Fahrt. Unsere Zerstörer schössen Torpedos. Um K.44 Uhr wurde ein feindlicher Zerstörer neuester Bauart, von 1900 Tonnen Größe, mit acht 12-Zentimeter-Gcschützen bewaffnet, von zwei Torpedos getrosten, brach unter gewaltiger Feuerentwicklung auseinander und versank sofort. Ein anderer Zerstörer er­hielt mittschiffs einen Volltreffer und kam sinkend außer Sicht des mit hoher Fahrt weiterlaufenden Verbandes. Anschlie­ßend entwickelte sich ein Artilleriegesecht aus Tiidkurs. das um 7.05 Uhr infolge Autzersichtkommens der englischen. Zer­störer abgebrochen wurde.

Am Freitag, gegen Mittag, liefen unserer Zerstörer nach dem siegreichen Gesecht mit gesetzten Toppslaggen unversehrt in ihren Stützpunkten ein.

Sie Seeschlacht bei Sardinien

Zwei englische Verbände gestellt — Einsah des „Vittorio Veneto" — Zwei vritenschiste lchwer beschädigt

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vr. V. I,. Rom, 28. November.

Das im italienischen c Wehrmachtsbericht gemeldete Seegefecht zwischen italienischen und eng­lischen Flottenverbänden fand am Mittwochmittag von 12.22 Uhr bis 13.10 Uhr in den Gewässern zwischen der Südlüste Sardiniens und der Nordlüste Tunesiens bei bester Sicht und ruhiger See statt. Das italienische Flottengeschwader lief aufGrund eines von der italienischen Admiralität in Rom gegebenen- Befehls am Dienstagmorgen aus, um einen stärken englischen Flottenverbänd mit Lastschiffen und einem Flugzeugträger, der versuchte, einen Geleitzug vom Westmittelmeer zum Ost­mittelmeer zu bringen, noch vor der Einfahrt in die Straße von Sizilien zum Kampf zu stellen. Als die Küste Sardiniens in Sicht kam» stieß eine italienische Kreuzerdivision zu dem italienischen Geschwader.

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Um Mitternacht tras die Meldung eines zwischen Kap Bon an der tunesischen Küste und Sizilien zum Streifendienst ein­gesetzten italienischen Torpedobootes ein, wonach in diesen Gewässern ein englischer Verband mit sieben Einheiten fest­gestellt worden war, gegen den das Torpedoboot einen Torpedoangrifs unternahm. Am Mittwochmorgen befand sich das italienische Geschwader südwestlich von Kap Teulada, mit Kurs Wcst-Süd-Wcst. als der erste Lustalarm beim Auf­tauchen eines englischen „Sunderlan-"-Bombcrs gegeben wurde. Laut Meldung des von einem italienischen Kreuzer katapultierten Aufklärers wurde um 10 Uhr morgens der englische Flottenverbänd. bestehend aus einem Schlachtschiff, zahlreichen Kreuzern und Zerstörern in der Nähe der afrikanischen Küste gesichtet. Wenig später lies die Meldung ein. daß ein zweiter englischer Verband mit einem Schlacht­schiff. einem Flugzeugträger. Kreuzern und Zerstörern fest­gestellt worden sei.

Um den Geleitzug zu sichern, blieben die englischen Schlacht­schiffe zurück, während der englische Kreuzerverband das Ge­secht aufnahm 22 Minuten später wurde vom italienischen Flaggschiff der Feuerbefehl gegeben so, daß die ersten Salven der schweren italienischen Kreuzer um 12.23 Uhr auf den noch etwa 23 Kilometer entfernten englischen Kreuzerverband abgegeben wurden. Tie italienischen Schlachtschiffe griffen vorläufig nicht in das Gefecht ein.

In einem harten Feuergesecht näherten sich die beiden Kreuzerverbändc auf 21 Kilometer, als vom italienischen Admiralsschiff Volltreffer der 20,3-Zcntimcter-Geschütze auf den am Schluß der englischen Formationen laufenden eng­lischen Kreuzern der „Kent"-Klasse beobachtet wurden. Den Treffern folgte an Bord des Kreuzers eine schwere Explosion, so daß der Kreuzer vom Kurs abfiel, um sich wenig später zurückzuziehen. Während die italienischen Kreuzer versuchten, den englischen Verband in die Reichweite der 38,1-Zcntimeter- Geschütze des italienischen Schlachtschisses „Dittorio Veneto" zu bringen, griffen um 12.38 Uhr sieben englische Torpedo­flugzeuge das italienische Schlachtschiff an, das durch Kurs­änderung die abgefeuerten Torpedos vermied und zwei eng­lische Flugzeuge durch Flak vernichtete.

Um 13 Uhr hatten sich die englischen Kreuzer dem italieni­schen Schlachtschiss aus etwa 30 Kilometer genähert, so daß die Batterien des „Biltorio Veneto" in das Gesecht eingrifsen. Von den italienischen Kreuzern wurde die durchschlagende Tresserlage der italienischen Batterien aus einem englischen Kreuzer der „Birmingham-Klasse" beobachtet, der schwer be­schädigt wurde. Bereits nach den ersten Salven des italienischen Schlachtschisses versuchten die englischen Kreuzer in höchster Fahrt außer Reichweite der S8,l-Zentimeter-8eschütze zu kom­men und entfernten sich wieder 83 Kilometer, so daß um

13.10 Uhr der Befehl zum Feuer einstellen gegeben wurde. Auf italienischer Seite war nur der Zerstörer „Lanciere" getroffen worden, der im Schlepp eines anderen Zerstörers sicher in seinen Heimathafen geleitet wurde. Zwei Stunden später erschienen erneut englische Torpedoslicger, die versuchten zwischen einem italienischen Zerstörer und einem schweren Kreuzer aus das italienische Admiralschiss zum Torpedoschutz zu gelangen. ,Der Angriff scheiterte an der Wachsamkeit der Besatzung des. italienischen Kreuzers.

Die italienische Luftwaffe, die während des Gefechts die Bewegungen des Gegners überwacht halle, griff fünf Minu­ten nach der Einstellung des Feuers auf die englischen Kreuzer ihrerseits mit Formationen schwerer Bomber in das Gefecht ein. In ununterbrochenen Wellen wurde 20 Minu­ten lang der englische Flottenverbänd angegriffen. Wie be richtet, wurde ein Schlachtschiff, der Flugzeugträger und ein Kreuzer durch Bombentrester lnstchädigt.

Die englische Admiralität hat sich entschlossen, nach länge­rem Zögern einen wke üblich prahlerisch aufgezogenen Bericht über das Seetreffen mit italienischen Htreiskräften im Mit- tclmeer ^auszugeben. Er enthält das Eingeständnis, daß mehrere Treffer auf dem schweren Kreuzer „Berwick" erziel: wurden. Der englische Bericht sagt weiter, daß die englischen Kreuzer, als die. feindliche Hauptmacht das Feuer eröffnete, eine „unbedeutende Rückzugsbewegung" (!!) angetreten hätten. Gleichwohl soll glaubhaft gemacht werden, daß das Schlacht­schiff „Renown" den Feind ..zum Rückzug" gezwungen habe. Schließlich wird zugegeben, daß bei einem italienischen Luft­angriff auf einen englischen Flugzeugträger dieses Schiff „vorübergehend" durch Wassersäulen von- Bombeneinschlägen in unmittelbarer Nachbarschaft „außer Sicht gekommen" sei. Dos Maß der tatsächlichen Schäden kann man sich vorstellen, nachdem wir inzwischen gelernt haben, wie derartige englische Bericht« zu interpretieren sind.

Von unserem DO.-Alnriuemiturbeiler

Rv. Berlin, 29. November.

Im Kanal haben deutsche Zerstörer neue Erfolge er­rungen. In einem Seegefecht dicht unter der englischen Küste sind am Westausgang des Kanals zwei feindliche Zerstörer torpediert und versenkt worden. An anderer Stelle haben unsere Zerstörer zwei große Handelsschiffe mit 12 000 BRT. und zwei weitere kleinere Feindfahr­zeuge versenkt. Auch dieser Angriffserfolg ist ganz in Nähe der englischen Küste erzielt worden. Der Kanal ist für die Zerstörerwaffe unserer Kriegsmarine ein altes Kampfgebiet, denn im Kanal haben im Weltkrieg die ersten deutschen Torpedofahrzeuge, die den Namen Zer­störer führten, sich hohen Ruhm erworben. Es war die Zerstörerflottille „Flandern", die besonders in den Jahren 1917 und 1918 von ihren Stützpunkten Ostende und Zeebrügge aus immer wieder kühne Vorstöße in den Kanal hinein vollführten. Mehrfach ist damals in nächtlichen Unternehmungen die englische Kanalsperre vor der Straße von Dover und Calais aufgerollt wor­den, um den Unterseebooten der Flandern-Flottille freie Fahrt zum Auslaufen durch den Kanal zu schaffen.

Heute freilich steht die deutsche Kriegsmarine nicht vor dem Ostausgang des Aermelkanals, wie damals, an der Küste von Belgisch-Flandern, sie hat vielmehr an der gesamten Kanalküste bis zum Westausgang und darüber hinaus am Atlantischen Ozean ihre Stütz­punkte. Nicht allein die U-Vootwaffe bedient sich der französischen Häfen mit nachhaltigem Erfolg, auch die Torpedowaffe hat gerade in der letzten Zeit mehrmals sehr eindringlich bewiesen, daß sie die Möglichkeiten zu nutzen versteht, die ihr in allen Teilen die neuen Stütz­punkte am Kanal bieten. Das gilt sowohl für die Schnellboote, wie für die Torpedoboote und schließlich auch für die Zerstörer, die größten der Torpedofahrzeuge.

Es ist noch nicht lange her, seit ein feindlicher Kreu- ,zerverband vor dem Bristol-Kanal den Angriffsgeist der deutschen Zerstörer zu spüren bekommen hat. Ueber dieses Gefecht sind inzwischen nähere Einzelheiten be­kanntgeworden. Die deutschen Zerstörer trafen auf ein britisches Geschwader, das aus mehreren Kreuzern und einer Anzahl Zerstörern bestand. Unter dem Artillerie- feuer des überlegenen Eeschlltzkalibers der feindlichen Kreuzer suchte sich der deutsche Zerstörerverband un­beirrt eine günstige Kampfposition. Da erlitt einer der deutschen Zerstörer durch das Platzen eines Kessels eine leichte Maschinenhavarie, die seine Geschwindigkeit herabsetzte. Der Zerstörer hätte vielleicht durch den an Kampfkraft überlegenen Gegner von seinem Verband abgedrängt werden können, aber der deutsche Komman­dant parierte diese Gefahr schneidig und geschickt. Er brachte kurz entschlossen sofort seine Torpedorohre zum Einsatz. Einer der feindlichen Kreuzer wurde von einem Torpedoschuß getroffen. Eine haushohe Wassersäule stieg aus dem britischen Kriegsschiff empor, das Brand­erscheinungen zeigte und seinen Platz in der Linie ver­lassen mußte, während es von den begleitenden Zer­störern eingenebelt wurde. Nach diesem Torpedotreffer auf einen englischen Kreuzer drehte das feindliche Ge­schwader ab. Der deutsche Zerstörerkomandant hatte durch rasches Zufassen ein Mißgeschick in einen Erfolg verwandelt.

Der Zufall wollte es, daß der Torpedo-Offizier des Zerstörers, der den feindlichen Kreuzer durch seinen glücklichen Gruß traf, einer der bewährten Narvik- kämpfer war. Er hatte während der beiden Gefechte mit englischen Seestreitkräften vor Narvik bereits seine Treffsicherheit bewiesen, indem er einmal den feind­lichen Zerstörer „Hunter" und bei dem zweiten Gefecht den besonders großen Zerstörer „Eskimo" torpedierte. Bei den Kämpfen in Narvik hat die deutsche Zerstörer­waffe, die schon vorher in diesem Krieg große Leistun­gen vollbracht hatte, sich tief in das Herz des deutschen Volkes geschrieben. Die Zerstörerbesatzungen haben da­mals an Land bewiesen, daß sie nicht nur als Seeleute ihren Mann zu stehen wissen. Der Name des gefallenen Führers der Zerstörer, des Kapitäns und Kommodore zur See, Vonte, bleibt unvergessen.

Winston Churchill hat damals die deutsche Zerstörer­waffe totgesagt. Inzwischen hat sie aller Welt sehr deut­lich bewiesen, wie lebendig und aktiv weit draußen im Nordmeer deutsche Zerstörer erfolgreich in dem Seege­fecht bei Jan Magen beteiligt waren, als der englische Flugzeugträger „Elorious" und fünf weitere Kriegs­und Transportschiffe durch deutsche Seestreitkräfte, darunter die Schlachtschiffe „Scharnhorst" und „Enei- senau", versenkt wurden. Die neuesten Erfolge der deut­schen Zerstörer im Kanal sind eine weitere Antwort an Churchill, deren Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig läßt. Er kann sicher sein, daß England noch oft den An- grisfsschwung deutscher Zerstörer zu fühlen bekommt.

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Teutsche Kampfgeschwader bombardierten Liverpool.

Bei einem Gesecht zwischen deutschen und englischen Zerstörern wurden zwei britische Zerstörer durch Torpedos versenkt.

Tie italienische Luftwaffe erzielte einen Bombcnvolltresser aus ein britisches Kriegsschiff.

Englands Wersten sind bereits 50:100 lahmgelegt.

Südafrika wird weiterhin von Smuts terrorisiert.

Das Gaswerk eröffnete eine Ausstellung des Freizeit- schaffens seiner Betriebsangehörigen.

Beim Anfing aus die Nordseekiiste wurde ein Fcindslug- zeug von unserer Flak brennend abgeschossen.