Ausgabe 
(29.11.1940) Nr. 329
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y parteiamtliche Tageszeitung

toll § Bas Amtsblatt des legierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

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der Nationalsozialisten Bremens

flmitiches verkündungsblatt des Neichsstatttfalkers in Oldenburg und Bremen

.iN Nr. Z2S / 10. Jahrgang

Freitag, 29. November 1940

Linzelpreis 15 Npf.

i NUN aum mumoum oomoaroierr

Zahlreiche und große vrSnde wüten in dem lebenswichtigen Versorgungshasen knglands

Angriffe trotz Sturm und Nebel

kme neue böse Überraschung kür die knglönder / was Muss tooper kür normal hält

Nach beim Oberkommando der Wehrmacht geschwader in der Nacht zum 28. November die reiche große Brände ließen die Wirkung des

Die Engländer, die sich im Schutz von Sturm und Nebel vorübergehend vor neuen deutschen Ueberraschungsschliigcn im Lustkrieg etwas sicher gewähnt hatten, erlebten in der Nacht zum Donnerstag böse Enttäuschungen. Deutsche Ver­bände gingen sosort nach Einbruch der Dunkelheit zu hefti­gen Angriffen gegen eine Stadt in Siidwest-England vor, die von den Londoner Stellen nicht näher bezeichnet wird.

Entgegen seiner sonst so „zurückhaltenden" Art gibt auch Reuter diesmal zu. daß in der Nacht zum Donnerstag über einer Stadt im Südwestcn Englands sowie über London und seinen Vororten „feindliche Lufttätigkeit" geherrscht habe. „Die Angriffe auf die Stadt im Südwesten begannen, so meldet das amtliche britische Nachrichtenbüro, bald. nach Dunkelheit und wurden bis 1,3V Uhr britischer Zeit fortgesetzt. In London erfolgten die Angrisse die ganze Nacht hindurch rn Awischen- räumen. In beiden Gebieten erstreckt sich der angerichtete Schaden aus Wohnhäuser (natürlich!). Gebäude (Fabriken?) und Speicher (aha!), die von schweren Bomben getroffen wurden." (!) In dem Gefühl, schon zuviel verraten zu haben, fügt Reuter dann abschwächend hinzu, datz die vorliegenden Berichte aber nur „von geringem Schaden" und nur wenigen Opfern sprächen.

„Auch sonst", so fährt Reuter dann wieder kleinlaut fort, „wurden einige (?) Bomben in Ostengland und dem Süd- kosten von Schottland abgeworfen." Wie kann es anders sein, daß Reuter auch hier die Sachschäden als nur „unbedeutend" hinstellt?!

Ueber die Konzentrierung der deutschen Nachtbomben- angrisse aus wichtige Industriestädte und Rüstungswerke Eng­lands läßt sich United-Pretz aus London melden, daß in informierten Kreisen der Eindruck vorherrsche, datz „die Lage zwar schlecht, aber nicht kritisch" sei. Der Angriff aus Codcntrh sei katastrophal gewesen. Es seien Fälle bekannt, in denen Munitionsfabriken schwer beschädigt wurden. Die Sckäden an anderen Fabriken seien so groß, datz zunächst ihr völliger Neubau für notwendig gehalten wurde. Man habe sich aber zum Teil später — sicherlich mit Rücksicht auf den empfindlichen' Mangel an Baumaterialien — sür eine Re­paratur entschlossen. Das Problem der Produktion werde, je länger der Krieg andauere, immer schlimmer. Immerhin könnte England als letzte Zufluchtsstätte viele Fabriken nach Uebcrsee verlegen. >

„Bombenregen über Birmingham" überschreibt der Lon­doner Vertreter der finnischen Zeitung „Jlta Sanomat" seinen Bericht über eine Rundfahrt durch die Stadt. Bir­mingham sei schwer verwüstet Zahlreiche Gebäude seien völlig vernichtet worden. Wenn man allerdings den Berichten der Londoner Zeitungen glauben wollte, geht das Leben in den schwer bombardierten Städten „trotz der Zerstörung, die die deutschen Bomben verursachten, fast normal weiter." Selbst­verständlich sind nach diesen Berichten „nur Kirchen, Galerien, Museen »nd Kinos getrofseü."

In wie „normalen Bahnen", um mit Bluff Coopers Wor­ten zu sprechen, sich übrigens das Leben in Old-England ab-

Jetzt tzat knglanv Sitzes«

Berlin, 28. November.

Es mutet geradezu grotesk an, datz das englische Nach­richtenbüro Reuter daraus hinweist, wie erheblich der Schrott- anfall aus beschädigten Gebäuden, Brücken, Eisenbahnen usw. sei. Allein in den Grafschaften Somerset und Glamor- gan habe eine Nachprüfung beschädigter Gebäude, Brücken und Eisenbahnen über 2YNVV Tonnen Metall erbracht, die als Schrott Verwendung sinken sollen. „Es wird erwartet", so fügt Reuter dieser Mitteilung hinzu, „datz eine Aus­dehnung der Ucberprüsung aus Schottland ein Ergebnis von etwa 500 009 Tonnen Schrott zeitigen wird."

Man kann der englischen Propaganda, die offenbar jeden Sinn dafür verloren hat, wie sehr sie sich mit ihren eigenen Meldungen lächerlich macht, nur Glück zu der Erkenntnis wünschen, datz die deutschen Bombenangriffe den Schrott- anfall in England so schnell und in einem solchen Umfange erhöhen.

Berlin, 28. November.

vorliegenden Meldungen griffen deutsche Kampf- kriegswichtigen Anlagen von Plymouth an. Zahl- Angriffs erkennen.

spielt, geht auch aus dem Zugeständnis des britischen Post- ministeriums hervor, das zugeben mutzte, datz die Briespost von Amerika zwischen Ätzn 17. und 22. Oktober infolge feindlicher Einwirkung nicht eingetroffen sei. Als „normal" sür britische Verhältnisse kann man es sicher auch bezeichnen, wenn in den durch die deutschen Vergeltungsangriffe zerstör­ten englischen Industriestädten, wie Birmingham, Coventry usw., durch die Vernichtung der Wasserwerke und sonstigen Versorgungsbetriebe die Gefahr eines Ausbruches von Epi­demien als besonders groß anzusehen ist, wie eine schwe­dische Zeitung in einem Londoner Eigenbericht meldet.

Ganz bestimmt aber kann man es als „normal" an­sprechen, wenn der britische Verkehrsminister, wie der eng­lische Rundfunk am Mittwochabend ganz kurz mitteilte, vor dem britischen Unterhaus zur augenblicklichen Lebensmittel­lage Englands Stellung nahm und dabei erklärte: „Man kann von der englischen Bevölkerung nicht erwarten, datz sie die gegenwärtigen Anstrengungen aus die Dauer mit einem leeren Magen aushält."

Ein Eigenbericht der „TAST" befaßt sich ebenfalls mit den neuen Schwierigkeiten in der Versorgung Englands mit Le­bensrnitteln durchs die deutsche Gegenblockade. Eier, -Milch, Fische und Zwiebeln gehörten danach nicht zu den wichtig­sten Nahrungsmitteln, die gegenwärtig in England nicht oder nur zu Wucherpreisen im Schwarzhandel zu haben seien.

„Nha Dagligt Allehanda" meldet als Krönung aller Be­schränkungen, daß es seit geraumer Zeit schwer falle, selbst ganz gewöhnliche Zigarettensorten in England zu bekom­men. Auch die britischen Damen erhalten heute, wie das Blatt weiter meidet, die wenig erfreuliche Nachricht, daß

Damenseidenstrümpss nicht weiter auf den Markt kommen. Der Verkauf dieser LuxuSware werbe jetzt geschlossen. — Ob das auch eine Folge des normal weiterfließeniden Lebens in England ist? LDer sollte das etwa auch auf das Konto der deutschen Blockade zurückzuführen sein?

„Die Engländer müssen noch größere Sparanstrengungen machen!" forderte dem englischen Rundfunk zufolge der Vor­sitzende des nationalen englischen Sparansschusses. Sir Robert Kindsleh. „England braucht unbedingt", so sagte er, „im kommenden Jahr noch viel mehr Geld als im letzten!" Diese „rosige Zukunftsperspektive" dürste selbst den böswilligsten Engländer von dem normalen Stand des Lebens in England überzeugen.

Als schlagenden „Beweis" hierfür kann auch ein Artikel der amerikanischen Zeitung „PM" angesehen werden, in dem es heißt: „Die Zustünde in den Londoner Untergrundbahnen sind skandalös. 12 000 Menschen müssen Nacht sür Nacht in der­artigen Unterständen schlafen. Der Diuuersaal im Dorchester Hotel wirkt dagegen wie ein Geistertraum. Hier sieht man Offiziere in farbenfreudigen Galauniformen. Die Weiblichkeit sieht schön aus uub ist tadellos angezogen. Der Unterschied gegenüber dem Nachtleben von 1917/18 ist der, daß diese Men­schen nicht im Begriff sind. ihr Leben zu opfern, sondern ihr Einkommen. Während sie taugen, erzittert das Hotel unter dem Kanonendonner und über dem Hotel dröhnen die Dornicr. Das ganze wirkt wie ein übertriebener Film mit 1>errlichen Kostümen, aber schlechter Regie."

Ms Schchnßfkekn der „Beweise" für die Wirknngslosigkeit der deutschen Vevgslt-nngsangriffe und dem Weitergang des „normalen" Lebens in England mag nah ein Satz aus einer Londoner Eigenmeldung eines schwedischen Blattes zitiert sein: „Eine Lösung des Wärmeproblems, in den Luftschutzräumen mit elektrischen Oefen ist darum nicht durchführbar, weil der elektrische Strom in England knapp ist und bei Bombenan­griffen auch die Stromzusuhr häufig unterbrochen wird. (I)

Volltreffer auf britisches Nüstungswerk

vomben auf London und floonmouttz — Schiftsaniammlungen in dooer beschaffen

Berlin, 28. November.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Fernkampfbatterien der Kriegsmarine nahmen erneut» Schiffsansammlungen im Hafen von Dover unter Feuer. Die anhaltend ungünstige Wetterlage schränkte die Tätigkeit der Luftwaffe ein. Trotzdem warfen in der Nacht zum 27. November und gestern bei Tage Kampf­flugzeuge Bomben auf London und Avonmouth. Ein Kampfflugzeug griff bei eintretender Dunkelheit ein Rü­stungswerk bei Burntisland im Tiefflug an und erzielte zwei Volltreffer in einer großen Werkshalle. Weiter wurden Erimsby, der Flugplatz Ereat-Drieffield und ein Flugplatz bei Lincoln bombardiert. Es gelang, mehrere schwere Treffer zu erzielen. In der letzten Nacht be­schädigten einige britische Flugzeuge in Westdeutschland durch Bombenwurf eine Anzahl Wohnhäuser. Vier Zivil­personen wurden getötet, mehrere verletzt. Vier feind­liche Flugzeuge wurden abgeschossen» fünf eigene Flug­zeuge werden vermißt."

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Seit Monaten sind immer wieder Meldungen über die Er­folge deutscher Handclsstörer im Indischen Ozean und in den Gewässern um Australien gekommen. Z. B. wurde das in eng­lischem Dienst fahrende ganz neue Motorschiff „Tirranna" (7230 BRT.) aus der Fahrt zwischen dem australischen Hasen Melbourne und Mombassa in Ostasrika als überfällig gemel­det, oder es wurde berichtet, daß das ebenfalls ganz neue Motorschiff „Morviken" (5008 BRT.) auf der Fahrt von Kap­stadt nach Kalkutta vermißt werde. Eine ähnliche Nachricht er­schien über das Motorschiff „Storstad" (8998 BRT.), das eben­falls seit Monaten verschollen ist. In deutschen Wehrmachts- berichten wurde die Versenkung des britischen Dampfers „Tnr-

kania" (9691 BRT.) und des Tankers „British Commander" (6901 BNT.) durch deutsche Kriegsschiffe im Indischen Ozean gemeldet. Reisende, die Ansang November mit dem amerikani­schen Frachter „Excellency" aus dem Fernen Osten in dem USA.-Hafen Boston eintrafen, berichteten dort der Presse, daß fünf englische und ein in Englands Dienst fahrendes griechi­sches Schiff von deutschen Handelsstörern im Indischen Ozean versenkt worden seien. Der neueste Fall eines Schifssuntergan- ges im Indischen Ozean ist nun die Versenkung des britisü>en Großsrachters „Port Brisbane" (10 612 BRT.) durch ein deut­sches Kriegsschiff, die vom australischen Marineminister Hughes bekanntgegeben werden mußte. Die „Port Brisbane", die zu den sür England unersetzlichen Kühlfrachtschifsen sür Fleisch und Butter aus Australien und Neuseeland gehörte, ist in der Nacht von dem deutschen Kriegsschiff angehalten worden. Der Widerstand des bewaffneten Dampfers ist durch das Geschützfeuer des deutschen Kriegsschiffes rasch und gründ­lich gebrochen worden. Da England schon den Verlust der „Port Brisbone" zugeben mußte, deren Besatzung von einem australischen Kriegsschiff ausgenommen worden ist, hielt man es im Reuterbüro für zweckmäßig, auch noch einen weiteren Verlust einzugcstehen. Es ist der Dampfer „Maimoa" (8011 BNT.), der ebenfalls im Indischen Ozean verlorengegebcn wird. Auch hierbei handelt es sich um eines der hochwertigen Kühlschiffe, die mit kostspieligen Gefrieranlagen sür den Transport von Lebensmitteln noch England versehen sind. Die englischen Schiffsverluste auf den ozeanischen Verkehrs­wegen zeigen, wie lveit die kraftvolle Wirkung der deutschen Kriegsmarine gegen Englands Zufuhren reicht. Selbst in ihrer „Hochburg", dem rings von englischen Besitz umgebenen In­dischen Ozean, sind die Briten nicht mehr sicher. Das beweist die Versenkung britischer Zufnhrschiffe durch deutsche Handels- störer ebenso wie das Auftreten von Minen vor australischen Stützpunkten, denen mehrere Kriegs- und Handelsschisse znm Opfer gefallen sind. (Siehe auch Seite 2)

Kassekraft siegt über ftusbeutertum

Neichsletter Nosenberg sprach in See pariser ffbgeordnetenkammer

Paris, 28. November.

Reichsleiter Alfred Rosenberg sprach heute in der französischen Kammer zu Paris über die Idee von 1789. Mit weitestgehendem Verständnis für geschichtliche Vorgänge und voller Achtung vor dem kämpferischen Leben, so führte Reichsleiter Rosenberg aus, gehe er also daran, aus dem Gedanken der französischen Revolution die Entwicklung darzustellen, welche die Voraussetzungen des großen Zusammen­stoßes der europäischen Völker bildete.

Der große Wcltkamps zwischen Gold und Blut, der am 2. August 1914 seinen dramatischen Anfang genonrmen habe, finde im Zusammenstoß von 1939/40 seine gewaltige Fort­setzung, nur aus der Stufe eines erhöhten Bewußtseins.

Die Verschwörung der Hochfinanz und* der Börsen der Weltdemokratien gegen das deutsche Volk war schon 1914 ein durchaus bewußter Vorgang, dagegen hatte das dama­lige deutsche Kaiserreich keine bestimmte Vorstellung von der historischen Situation, in der es zum Kampfe gestellt wurde. Trotz ollem konnten die Demokratien militärisch auch über das damalige Kaiserreich und seine Wehrmacht keinen Sieg erringen. Es ist auch in der deutschen Nation niemals das Bewußtsein erstarken, nicht wirklich besiegt: worden zu sein, sondern nur durch Verrat und Aushungerung zermürbt dazustehen. ^

In dieser Zeit aber ist durch die Erscheinung Adolf Hitlers und seiner nationalsozialistischen Bewegung die geistig« Stel­lung Deutschlands inmitten der Wcltprobleme immer deut­licher geworden, und das Bewußtsein der Pflicht, den Kamps wieder aufnehmen zu müssen, um Deutschland wieder zu einer

neuen Höhe zu führen, ist der Antrieb zu einer der tiefsten politischen und weltanschaulichen Revolutionen geworden. Das Gold und ferne Diener hatten im SHeltkrieg nur einen Schein­sieg errungen. Heute endlich siegt das Blut, das heißt die schöpferische Rassenkraft Zentraleuropas über alle Ausbcuter- kräste, die sich über diesen Kontinent ungehemmt auszubreiten gedachten.

Wir haben einen Frontalkamps gegen Liberalismus, Marxismus, Judentum und Freimaurerei geführt. Inmitten dieses entscheidenden RingenS gegen eine scheinbar gesicherte und als allein fortschrittlich gefeierte demokratische Ordnung haben wir aber niemals vergessen, daß die europäischen Völker ihre Geschichte nicht mit dem Jahre 1789 und 'seinen Aus­wirkungen beginnen konnten, sondern daß die Wurzel ihrer Kräfte sich weit in fernere Jahrhunderte, ja letzten Endes in fernere Jahrtausende hinabsenkt. Wir wissen sehr wohl. daß dem französischen Volk am Ende des 18. Jahrhunderts nichts anderes übrigblieb, als entweder zu verrotten oder noch einmal in einer Empörung die Rettung zu suchen. Daß Frankreich diese Erhebung durchführte, war zweifellos noch ein Zeichen nrcht gebrochener Lebenskraft, die Losungen je-

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doch, die ditzse große Welle mit sich führte, haben nicht den starken und guten Lebenskräften gedient, sondern haben die Menschen hingeführt zu lebensfernen phantastischen Vor­stellungen, zu Neberbewertuug ntellÄtueller Konstruktionen, zur Loslösung der Individuen aus dem gegebenen alten Mutterboden und schließlich auf Grund dieser Lebensent- frcmdung znr Preisgabe des Blutes, zunächst gegenüber einem palästinensischen Parasitenvvlk und schließlich zur Ein­führung des allen Europäern fremden und feindlichen Neger- blutes In den wenigen Jahren, die zwischen der Flucht des sranzöstschen KönigshcmseS nach Versailles und Vem Terror der Jakubiner liegen, schwang das Pendel der Auffassungen von einer einmal jahrhnudertlang herrschenden grenzenlosen fürstlichen und konfessionellen Intoleranz zur grundsätzlichen Toleranz aller hinüber

Einst waren die Toleranzidcen Aeußerungen schwärmerischer Denker, sie wurden dann Werkzeuge politischer Verschwörer nnd gingen dann um die Wende des 20. Jahrhunderts über in die Hände krimineller Verbrecher. Das ist der Werdegang der Ideen von 1789. Man rief die grenzenlose Freiheit aus und hatte vergessen, datz Freiheit nur Gestaltungsmöglichkeit be­deutet und nicht die Durchbrechung aller Gestalten. Es zeigte sich bei den Franzosen, was wir selbst auch in Deutschland erleben mutzten-, datz eine schwache Stunde in der Geschichte eines Volkes die entscheidendsten Konsequenzen für Jahrzehnte, ja für Jahrhunderte mit sich führen kann. Der kindliche Glaube vieler Millionen Deutscher an die Ehrenhaftigkeit der

(Fortsetzung aus Seite 2)

Von ***

Edgar Allan Poe hat eine phantastische Geschichte vom „System des Dr. Teer und Pros. Feder" geschrieben. In dieser grotesken Novelle erfährt man von einem Reisen­den, der in England aus wissenschaftlichem Interesse eine Privat-Jrrenanstalt besuchte, in welcher das Prin­zip der „induviduellen Freiheit" durchgeführt wurde. Man ersparte sich das kostspielige Wärterpersonal, indem man im Vertrauen auf das Verständnis und die Dis­kretion der Irren gewisse Wahnsinnige anhielt, das Tun der anderen zu überwachen und zu beeinflussen. Im Verlaufe der Begebenheiten stellt sich dann heraus, daß der Anstaltsarzt, der den Fremden in die Grundsätze des Hauses einführte, in Wahrheit ein Geisteskranker war, der mit seinen Kumpanen das gesamte Heilpersonal überwältigt und in die Eummizellen eingesperrt hatte.

Edgar Allän Poe ist ein englischer Dichter. Die Dich­ter eines Volkes sind begnadete Menschen. Ihre Einge­bungen dringen in Schichten der menschlichen Erkennt­nis, die" dem gewöhnlichen Sterblichen noch verborgen sind. In ihren Visionen sehen sie Wirklichkeiten voraus, die sich dem einfachen menschlichen Geist erst später offen­baren. So betrachtet, gewinnt Edgar Ällan Poes groteske Novelle die Bedeutung einer hellsichtigen Schöpfung. Denn der Funke der Erleuchtung, der uns aus ihr entgegenspringt, erhellt wie ein Blitz das Dunkel, das der Menschheit zurzeit den wahren Charak- der der englischen Geistesverfassung verhüllt.

Kein vernünftiger Mensch ist heute imstande, der bri­tischen Eedankenakrobatik noch zu folgen. Kein mit Vernunft begabtes Wesen kann begreifen, warum das englische Volk, dessen nüchterner Wirklichkeiissinn bis­her so gerühmt wurde, in einer geradezu selbstmörderi­schen Besessenheit an einem so aussichtslosen und ver­heerenden Unternehmen, wie es dieser Krieg für Eng­land geworden ist, festhält und in einer Haltung ver­harrt, die jeder menschlichen Logik ins Gesicht schlägt. Das menschliche Denkvermögen orientiert sich bekannt­lich im politischen Leben an Tatsachen und realen Ge­gebenheiten. Daß Deutschland nach den geradezu er­drückenden Beweisen seiner militärischen Ueberlegenheit, nach den unerschöpflichen Machtmitteln, die ihm im wachsenden Maße zur Verfügung stehen, nach der Er­schließung aller ökonomischen Kräfte des europäischen Kontinents in diesem Kriege — in dem die Entschei­dung auf den Schlachtfeldern bereits gefallen ist — nicht mehr besiegt werden kann, darüber ist sich jeder im klaren, der sich noch einigermaßen im Besitz seiner geistigen Kräfte befindet.

Die Gehirne, die England regieren, weigern sich. diese primitivsten Gesetze menschlicher Logik anzuerkennen. Damit ist das Problem, das dieser Krieg zu lösen noch übrig läßt, eigentlich kein realpolitisches mehr, sondern ein psychologisches geworden. Ja, es scheint allen Ernstes auf dem Gebiete des Psychiatrischen zu liegen. Jene Handvoll seltsamer Menschen, die sich an die Spitze des englischen Volkes gesetzt hat, weist in der Tat alle Merkmale einer gemeingefährlichen Geistes­verwirrung auf. Edgar Allän Poe hckt es meisterhaft verstanden, uns mit seiner visionären Dichtung in die Welt Winston Churchills zu versetzen. Er gibt uns mit dieser Dichtung den Schlüssel zur Lösung des engli­schen Problems. Er lenkt aus genauester Kenntnis dieser englischen Plutokratenschicht die Aufmerksamkeit darauf, daß man bei der Klärung des Falles Churchill- England nicht nur die Politiker, sondern auch die Aerzte zu Rate ziehen muß.

Wir haben deshalb einen Mediziner von Weltruf ge­beten, die Diagnose dieses merkwürdigen Falles zu stellen, und sind auf verblüffende Ergebnisse gestoßen:

„Betrachtet man die heutige englische Eeisteshaltung", so heißt es in dem Gutachten des Phychiaters, „dann fällt dem medizinischen Beobachter eine frappierende Analogie mit dem klinischen Sympton jener Krankheit aus, die wissenschaftlich unter dem Ausdruck „awsiKia" und volkstümlich mit der Bezeichnung „akutes Halluzinator isches Irresein" bekannt ist. Wir erkennen eine dem normalen Menschen ganz unver­ständliche Neigung, sich Sinnestäuschungen hinzugeben, Hoffnungen sich vorzugaukeln und in diesem Zustand Entschlüsse zu fassen, die nur aus einer schweren Bewußt­seinsstörung heraus gefaßt werden. Dazu kommt eine völlige Verwirrtheit und ein erschreckender Mangel an Orientierungsvermögen. Die „smsntia" beginnt nach einem kurzen Stadium mit äußerster Gereiztheit und

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Starke deutsche Luststrcitkräste griffen den wichtigen eng­lischen Bersorgungshafcn Plymouth an.

Im Indischen Ozean wurde abermals ein britischer Frach­ter versenkt.

Nach einem sür Italien erfolgreichen Seegefecht belegten italienische Bomber britische Kriegsschiffe mit Bomben.

Dummdreiste Lügen verbreitet Duff Cooper über die „Coventricrung" Kölns.

In der französischen Kammer zu Paris hielt Reichsleiter Rosenberg eine tiefschürfende Rede über die französische Revolution.

Reichsminister Dk. Goebbels sprach zu deutschen Soldaten in Oslo.

Ueber Ungarns Beitritt zum Dreimächtepakt sprach Graf Esakh.

Der dritte Opfersonntag schloß mit dem hervorragenden Reichscrgcbnis von 21.5 Millionen Reichsmark.

Die Sützwarenverteiluna in der ersten Hälfte des Wcih- nachtsmonats wurde festgesetzt.