Ausgabe 
(27.11.1940) Nr. 327
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

«ntelse»

Die I nun Zelle lm 78 lm

en An- D-schSst«. ^ e^a: Am Teeren „pr. 5 41 21. Nochttuf : Fernsprecher 511.18) 88, Fernspr. 84121« Svke. MMendamw Nr. L

isten vremens

eichsstattffalters in oidendurg und vremen

der ilatio

flmMckes Verttündungsblat

e rscheint 7malfvScheniHP

Monalsbezug E 2,30 elnschl. Zu­stellgebühr? PoskbezugSprei« monatl. 2,30 E (einschl. 28,7 Post-

zeitungsgebühr) zuzügl. 42 Be­stellgeld. Bezugspreis ist im voraus ahlbar. Postscheck? Hamburg 17272 Eine Behinderung der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch au' Rückzahlung des Bezugspreises Verlag: NS.-Gauverlag Weser- Eins GmbH., Bremen, Teeren 6-8. Fernspr.: 54121, Nachtr. u. Sonntg. 51115. Gprechz.: Verlag: werktl. 1L—13 Uhr? Schriftleitung Diens­tag und Freitag 12'/,—13'/, Ubr.

parteiamtliche Tageszeimng

Das Amtsblatt des Regler enden VÜrgermeisters der ZreienFjansestadt Vremen Rr. Z2? / 10. Jahrgang

Mittwoch, 2?. November 1S40

Linzelpreis 1S Rpf.

Appell unssrss OouIsiEsrs an ssins IVirKsckaRspionisrö

Sie Aufgaben -es Nordleegaues

auf wirtschaftsvolMschem Vebiet

vremen muß KraftzeMrum der kolonialen flrbeit -es Vroßdeutschen Neiches werden

tarl Növers Neöe

im katlzausfaalzu vremen

Seit dem für die Geschichte unserer mehr als tausendjährigen Stadt so bedeutsamen 1. November 193g, an dem das gröbere Bremen Tatsache wurde, hat das altehrwürdige Rathaus keine so gewichtige Versamm­lung erlebt, wie die es war, zu der unser Gauleiter und Reichsstatthalter Carl Rover eingeladen hatte. Eine große wirtschaftspolitische Tagung sah Wirtschaftsfuhrer Bremens und des Raumes zwi­schen Weser und Ems als Hörer von Ausführungen vereint, die der Gauleiter in mehr als zweistündiger Rede über die wirtschaftspolitische» Aufgaben des Nordseegaues in Gegenwart und Zukunft, insonderheit aber über Bremens koloniale Bedeutung an sie richtete. Sie er­wies sich in der Grundsätzlichkeit ihrer Zielweisung als das „Fanget an l" für die verstärkten und besonde­ren Vorbereitungen der außerordentlich umfangreichen und vielseitigen Arbeit» die der nordwestdeutschen Ecke des Reiches mit ihrem ältesten deutschen Seehafen, der Wirtschafts- und Außenhandelsmetro- pole Bremen harrt» wenn die Siegesfahnen über dem Vaterlande aufgezogen werden. Sie war die Doku- mentierung der bereits aktiven und planenden Bereitschaft, die auf der verpflichtenden Ge­schichte wirtschaftlichen und kolonialen Pioniertums Bremens fußt, auf dem Reichtum ihrer Erfahrungen, auf der Stärke des vergangenen und erst recht kommenden Einsatzvermögens und auf dem Willen, die Summe daraus in den Anstrengungen für die Zeit des Ausbaues in jeder Beziehung zu vereinen.

Der Gauleiter zeichnete ein Bild der Möglichkeiten und Gebiete, in denen zu planen und auf denen die Initiative zu ergreifen er die Männer auffckrderte.

Sich an Ort und Stelle stark zu machen für den Zeitpunkt, da der Sieg die ungeheuren Aufgaben anlaufen läßt, das ist die Forderung der Stunde. Planen und jetzt schon die Wege süchen, besonders im Hinblick auf die kommende koloniale Betätigung, das ist nicht minder ihre Devise.

Der Gauleiter versicherte die Wirtschaftskapitäne — und mit dieser Bezeichnung beschwor er ein trefflich- beziehungsvolles Pild — dabei seiner Kameradschaft allewege. Er dan'kte ihnen mehrfach und von Herzen für ihre Haltung- für das umfassende und über allem Lob erhabene Matz ihrer tatvollen Mitarbeit, die seine vollste Anerkennung habe, auf die er stolz sei und von der er dem Führer melden könne: Hier im Gau

Weser-Ems, da steht Deine Partei sicher und sicher die Wirtschaft.

Er ließ aber darüber keine Zweifel, daß es die Ach­tung vor dem Kaufmannsstande im allgemeinen und dem hansischen Unternehmungsgeist im besonderen ge­biete, aus eigenen Fachkenntnissen und Ideen diese schöpferischen Planungen zu vollziehen, jene Vorbe­reitungen zu treffen, um mit altem wagendem Mut, bester Verantwortungsfrcude und unter dem alles be­herrschenden Banner unserer Weltanschauung „Ge­meinnutz geht vor Eigennutz" zu gegebener Zeit an die Ausführung zu gehen. Und nur dort, wo sich ihnen die Wege durch Unverstand untr falsche Auf­fassungen verbauten, werde er eingreifen und die Türen ausstoßen. Aber die Anstotzer zum Ausstößen, meine Herren Wirtschaftskapitäne, das müssen Sie sein!" — war stzine wörtliche Rede.

In diesem Zusammenhange, in dem er feststellte, daß der Wirtschaftsführer nationalsozialistischer Prägung keiner Hebamme und keines Borbeters bedarf, ent­kräftete er auch den mitunter gehörten Wunsch, der Gauleiter möge seinen Sitz in Bremen nehmen. Sein alter Mitkämpfer Heinrich Böhmcker, der das in ihn gesetzte Vertrauen mit den Erfolgen seiner Stadt­führung bereits bestens bewiesen habe, garantiere ihm die Funktion und das Funktionieren des „Schlüssels zur Welt". Das Treueverhältnis zur Stätte eines Lebenswerkes aber, das das Schicks«? ihm nun einmal zu Oldenburg auferlegt habe, werden gerade die Bre­mer am besten verstehen.

Als alter K o l o n i a l m a n n, der die tropische Praxis aus eigener Anschauung kennt, und als Kauf­mann. der selbst in jungen Jahren seinen Weg nach harter Lehre von Bremen aus in die Welt machte, sprach er mit seinen Forderungen den Männern aus dem Herzen, datz erst der Kaufmann und dann die Verwaltung hinausziehen solle. So zeichnete der Gauleiter — ohne allzu sehr in die Details zu gehen — das große Bild des kommenden wirtschaftlichen Einsatzes und Ausbaues und gab den dazu berufenen Männern Bremens und des Gaues Weser-Ems das Zeiche», die räum-, bedeutung- und fachgegebenen An­sprüche auf wirtschaftlichem und kolonialem Gebiete durch Intensivierung der Vorbereitungen laut anzu­melden. Durch alle Gedanken ließ er wie einen roten Faden die Verpflichtung des Wirtschafts­führers gegenüb er seinem Volke aufleuch­ten. Diesem denkwürdigen Auftakt der Aussprachepflegs im Rahmen wirtschaftspolitische! Vorarbeit für die Zu­kunft werden — wie der Gauleiter ankündigte — weitere Zusammenkünfte folgen, die Eauwirtschafts- berater Fromm in seinem Namen von Zeit zu Zeit einberufen wird. So wurde dieser Vormittag im Vre-

mer Rathaus zugleich auch Ausgangspunkt eines Pro­gramms der noch engeren Zusammenarbeit, dem die Früchte sicher sein werden.

*

Eingeleitet wurde die Tagung mit internen Ar­beitsbesprechungen des Gauleiters und seiner Mitarbeiter mit einer Anzahl Bremer Wirtschafts­führer im Schütting, in deren Verlauf der Präses der Wirtschaftskammer Weser-Ems Karl Bollmeyer in ausführlichen Darlegungen die verschiedenen aktuellen Gegenwartsprobleme der Hansestadt Bremen erörterte. Der ihnen folgenden festlichen Zusammenkunft im gro­ßen Saal des Alten Rathauses gab dann der

Negierende vürgermeifter Sfl.-Dbergruppen- fülzrer vöizmcker

mit begrüßenden Ausführungen, die den Anlaß dieser Tagung und ihre erwünschten Wirkungen umrissen, den Auftakt. Der Gauleiter und Reichsstatthalter Carl R ö - ver — so wandte sich Bremens Stadtoberhaupt an die Gäste, die den riesigen Saal füllten — hat Sie zu dieser großen wirtschaftspolitischen Tagung eingeladen. Diese Tagung fällt in eine Zeit der endgültigen Aus­einandersetzung zwischen den Demokratien, deren abge­wirtschaftetes System zusammenbricht, und den jungen Völkern, die ihren berechtigten Lebens- und Führungs­ansprüchen den Sieg zu bereiten im Begriffe stehen.

Die Last des Kampfes habe in erster Linie die Wehr­macht zu tragen. Hinter ihr stehe das Volk in einzig­artiger Geschlossenheit. In der Anspannung aller sei­ner Kräfte nehme die Wirtschaft eine hervorragende

vor 6a n leiten sp riebt

Stellung ein. Es sei nicht der Zweck dieser Tag'ung, kriegswirtschaftliche Beratungen zu pflegen. Es han­dele sich bei ihr vielmehr um die Behandlung und Er­örterung der Probleme und Aufgaben, die wir nach dem Siege, der uns bereits gesichert ist, vorfinden werden. Sie seien vor allem gekennzeichnet durch die Tatsache, daß unserem Reich i'm europäischen Ergän­zungsraum Afrika alte und- neue Kolonien wieder­erstehen.

England breche zusammen nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich. Das stelle uns vor Auf­gaben, deren Größe es bereits jetzt gebietet, ihre Lö­sung vorzubereiten. Wenn wir dies tun können in einer Zeit, in der die militärischen Operationen noch im Gange sind, so sei das nichts anderes als ein Zeichen der außerordentlichen Kraft und Stärke, in deren un­angreifbarem und unerschütterlichem Besitz sich Deutsch­land weiß.

So bewillkommne er die hohen Gäste in Vremen. Sein Gruß gelte dem Gauleiter mit seinem Stäbe, dem Eauwirtschaftsberater Fromm, den Kreisleitern und Eauamtsleitern, er begrüße die Männer der oldenbur-

wieder 41 tW0 Lo. Schiffsraum versenkt

erfolgreiche Vergeltungsangriffe auf London — vristol ein einziger großer vrandlzerd

Berlin, 26. November.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

„Ein Unterseeboot unter Führung von Kapitänleut- »ant Schepke versenkte 414VV BRT. feindlichen Han­delsschiffsraumes. Die Luftwaffe führte auch in der Nacht zum 25. November erfolgreiche Vergeltungs­angriffe auf London durch. Namentlich im Zentrum der Stadt und auf beiden Themseufern waren heftige Explosionen und Brände zu beobachten. Andere starke Kampffliegerverbände waren, wie bereits gemeldet, in der gleichen Nacht auf kriegswichtige Ziele in Bristol angesetzt. Mehrere' Stunden hindurch griffen sie mit Brand- und Sprengbomben schwersten Kalibers Hafen- und Industrieanlagen sowie Versorgungseinrichtungen an. Im ganzen Gebiet fielen zahlreiche Lagerhäuser mit Rohstoffvorräten und deren Verarbeitungsanlagen den verheerenden Feuersbrünsten zum Opfer. Drei Gas­anstalten wurden vernichtet, eine Eroßmühle durch Feuer zerstört. Der Angriffsraum von Bristol war, wie Eigenerkundung am folgenden Tage bestätigte, ein einziger großer Brqndherd.

Weitere Angriffe richteten sich in der gleichen Nacht ge­gen einige andere Städte in den Midlands und in Siidengland. Infolge ungünstiger Wetterlage herrschte am 25. November tagsüber nur geringe Kampstätigkeit. Kleine Verbände leichter Kampfflugzeuge belegten ver­schiedene kriegswichtige Ziele in Südengland erfolgreich mit schweren Bomben. Britische Häfen und Schiffahrts­wege wurden planmäßig weiter vermint.

Fernkampfbatterien des Heeres und der Kriegsmarine nahmen, wie bereits bekanntgegeben, am 25. November abends einen britischen Eeleitzug, der einen Durchbruch nach dem westlichen Kanal versuchte, ohne feindliche Gegenwehr unter wirksames Feuer. Der Geleitzug wurde zersprengt.

In der letzten Nacht warf der Feind in Nordwest­deutschland an einigen Stellen Bomben, die aber nur in einem Dorfe geringen Sachschaden anrichteten.

Der Gegner verlor gestern zwei Flugzeuge, von denen eines im Luftkampf, eines durch Flakartillerie ab­geschossen wurde. Eigene Verluste entstanden nicht."

Im Laufe des Vormittags des 26. Noveniber wikrde in der Nordsee eip beuts-hes Vorpostendoot von einem englischen Kampsflugzeug vom Typ Lookyead" angegriffen. Trotz starken Seeganges gelang es dem Vorpostendoot. das Flugzeug durch gutliegendes Abwehrfeuer zum vorzeitigen Abdrehen zu zwin­gen. Sämtliche Bomben, die dem Vorpostenbvot gelten sollten, versohlten ibr Ziel.

Im Laufe des Nachmittags griffen in der Nordsee ferner zwei englische Torpedoflugzeuge zwei deutsche Borpostendoote an. Unsere Vorposteuboote eröffneten sofort das Feuer und ver­eitelten die wohlgezielten Feindangriffe durch geschickte Ab­wehrmanöver. Trotz der durch starken Seegang und schlechte Sichtverhältnisse hervorgerufenen ungünstigen Bedingungen gelang es, eines der angreifenden Flugzeuge abzuschießen. Ein verwundeter Besatzungsangehöriger des abgeschossenen Feind­flugzeuges konnte geborgen werden. Unsere Vvvpostenbovte sind unversehrt.

^.nknabms: Tisctrsr.

gischen Landesregierung, den Ministerpräsidenten Ioel und Staatsminister Pauly. die Vertreter des Se­nates, die Senatoren Flohr, Dr. v. Hoff und Dr. F i s ch e r (Senator Bernhard weilt zur Zeit auf einer Dienstreise im Auslande), die Regierungspräsi­denten von Aurich und Osnabrück, die Landräte, Ober­bürgermeister und Industrie- und Handelskammer- Präsidenten des Gaues Weser-Ems, die Vertreter der Reichsbehörden mit Obersinanzpräsident Dr. Carl an ihrer Spitze, den in Vertretung des dienstlich verhin­derten Standortältesten Konteradmiral von Heim­burg erschienenen Oberst Marseille, vor allem aber richte sich sein G,ruß an die Vertreter der Wirt­schaft Bremens und des Gaues, die — vierhundert an der Zahl — erschienen seien, für sich Richtung und Zielsetzung künftigen Wirkens aüs dem Munde des ersten Hoheitsträgers der Bewegung und des ersten Be­amten im Gau kennenzulernen.

Es sei ein Kennzeichen für die Bedeutung dieser Stunde, daß sie in dem wohl ehrwürdigsten Ge­bäude des Gaues stattfinde, in einem Saale, der fast fünfeinhalb Jahrhunderte alt sei. Er habe viele wechselvolle, gute und kampfreiche Zeiten gesehen und war stets Zeuge wesentlicher Vorgänge Als Hausherr darin wünsche er der Tagung einen Erfolg, der zeigen möge. daß ungeheure Kräfte bereitstehen, die Aufgaben anzupacken, die uns in wirtschaftlicher und kolonialer Beziehung erwarten.

Dann ergriff

oauleiter und Neichsstattkalrer tarl Növer

das Wort:

Behandlung der großen wirtschaft- lichen Belange unseres Gaues, besonders im Hinblick auf die Zukunft, trete ich jetzt etwas aus'meiner Re-

sy begann Carl Röver seine große, mehr­stündige Rede, „und werde von meiner Warte als Eau- E^^^-^^°^"halter die Angelegenheiten der Wirtschaft so beleuchten. wie ich sie sehen muß und soll. r.^bvor ich jedoch auf die einzelnen Probleme wirt­schaftlicher Natur für den Gau Weser-Ems im allge­meinen und für die Freie Hansestadt Bremen im beson­deren eingehe, will ich versuchen, allen diesen großen Fragen und großen Problemen, die der gesamten deut- schen Wirtschaft harren, einige Gedankengänge vorauszu­schicken. die ich für unerläßlich halte. Ich habe nicht die Absicht allzu sehr in die Details wirtschaftlicher Natur hineinzugehen. Ich bin selber aus dem Kaufmannsstande hervorgegangen und habe voll der Pike auf gelernt. Es war in der Zeit, als ich meine Lehre antrat, da Deutsch­lands Wirtschaft sich zu höchster Blüte entfaltete und die Neider der Welt auf den Plan rief. Als blutjunger Kaufmann habe ich hier aus der schönen Hansestadt' Bremen

den Sprung in die wett getan

Ich habe den notwendigen Wind um die Ohren be­kommen, in einer Zeit mit falschen Vorstellungen und falschen Auffassungen, einer Zeit, überschattet vom jüdi-