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parteiamtliche Tageszeitung
^ Das Amtsblatt des Negierenden vürgermeisters der Sreien kjansestadt Vremen
Nr. Z26 / 10. Jahrgang
der Nationalsozialisten Vremens
flmliiches verkündungsbiatt des Neichsstatthalters in Oldenburg und Vremen
Dienstag, 26. November 1940
Einzelpreis 13 Npf.
deutsche raten auf englische Lügen
während Neuter von IBBB Bomben auf Berlin faselt, wurde Bristol von deutschen stieget» bis ;ur Vernichtung bombardiert
Her Sroßangriff auf Sristol
Unsere Kampfflieger sahen im taghellen Schein der Brände ganze Käuserblochs zusammenstürzen
explodierende Saowerke mit riesigen Stichflammen
. B e r 1 i n» 25. November.
Das britische Luftfahrtministerium behauptet» die RAF. habe in der Nacht zum 24. November Berliner Bahnhöfe mit 1Ü0V Brandbomben belegt; zahlreiche Brände seien entstanden. Es befand sich in dieser Nacht kein einziges Britisches Flugzeug über Berlin.' Das britische Luftfahrtministerium scheint durch die Verbreitung von Lugen Deutschland schädigen zu wollen. Deutschland antwortet auf Lügen mit Taten. Es hat nach Coventry, Birmingham und Southampton in der Nacht zum 25. November Bristol mit starken Kampffliegerkräften angegriffen.
Nach bei dem OKW. vorliegenden Meldungen wurden in Bristol vorwiegend Hafen- und Industrieanlagen angegriffen.
Die deutschen Kampfflugzeuge überflogen in ununterbrochener Reihe ihr Ziel und warfen Bomben von so schwerem Kaliber, daß — wie die Besatzung im taghellen Schein der zahlreichen Brände beobachten konnte — ganze Häuserblocks zusammenstürzten. In einem Gaswerk explodierten mehrere Gasbehälter mit riesigen Stichflammen. Lange Reihen von Lagerschuppen standen in Flammen. Die Besatzungen der zurückkehrenden Flugzeuge meldeten einstimmig» daß die Wirkung der Angriffe überraschend groß gewesen sei. Die Flakabwehr war zunächst gut, lieh aber bald an Treffsicherheit nach.
Der Großangriff der gegen Bristol angesetzten starken deutschen Fliegerkampskräste hat auch hier so durchschlagende Erfolge gehabt, daß sie einfach nicht verleugnet werden konnten. Wenn auch die amtlichen Stellen den Namen der Stadt wie üblich wieder verschweigen und mit „einer Stadt in Westengland" umschreiben, so lassen doch selbst ihre dürftigen Angaben ahnen, daß das Ausmaß der von den deutschen Bomben angerichteten Zerstörungen riesengroß sein muß.
Unter dem niederschmetternden Eindruck des deutschen Großangriffs teilte der Londoner Rundfunk mit. daß deutsche Flugzeuge in der Nacht zum Montag ganz besonders heftig eine Stadt in Westengland mit Bomben belegt haben. Dieser Angriff habe kurz nach Einbrechen der Dunkelheit begonnen und einige Stunden gedauert. Hochexplosive und Brandbomben hätten Häuser und Handelsgebäudr zerstört, beschädig» und zum Teil in Brand gefetzt. Es sei ein dauerndes Kommen und Gegen in der Lust gewesen, so daß man den
westlich von Irland torpediert
Newhork, 25. November.
Der schwedische Handelsdampfer „Anten" (5135 BRT.) meldete drahtlos, daß er ungefähr 250 Meilen westlich von Irland torpediert wurde.
Nach einer amtlichen Londoner Mitteilung sind die beiden englischen Borpostenschisse „Kingston Alalite" und „Reed" durch feindliche Aktion versenkt worden.
englischer?000-ronner gesunken?
Newhork, 25. November.
Wie aus Washington gemeldet wird, ist der englische Frachter „Port Hobart" (7430 BRT.) durch ein Kriegsschiff 500 Seemeilen nordöstlich von Puertorico angegriffen worden und wahrscheinlich gesunken. „Mackah-Radio" gibt bekannt, daß es ein Notsignal des britischen Schisses „Port Hobart" aufgefangen habe. 15 Minuten vorher sei ein Funkspruch desselben Schiffes ausgenommen worden, in dem es mitteilte, datz .es ein verdächtiges Schiff gesichtet habe.
Eindruck habe erhalten können, es handele sich einen „Non-stop-Lustangriss".
Auch der Bericht des Lustsachrdministeriums und des Ministeriums für die innere Sicherheit gibt zu, daß die hauptsächlichsten Angriffe zur Luft im Laufe der Nacht zum Montag im Westen von England ausgeführt wurden, daß sie kurz nach Einbruch in der Nacht begannen und bis nach Mitternacht dauerten. Schwere und zahlreiche Brandbomben wurden abgeworfen und Wohnhäuser und Bürogebäude durch Brand beschädigt und durch Explosionen vernichtet.
Büro- bzw. Handeilsgeiände sind auch in diesem Fall nichts anderes als die schamhaften Umschreibungen für die von den deutschen Bomben zerstörten Fabriken und Hafenaniagen. Wie
gewaltig diese Zerstörungen in Wirklichkeit sind, haben die Berichte über Coventry zur Genüge gezeigt. Und in Bristol wird ös nicht viel anders sein.
Ueber die Wirkung des deutschen Angriffes aus Southampton in der Nacht zum Sonntag liegen nun auch amerikanische Berichte vor. „United Preß" spricht von einem starken Angriff aus eine „ungenannte Stadt an der Südostküste Englands". Der Sachschaden sei groß und man befürchte, daß es viele Opfer gegeben habe. Mehrere Stunden hätten die deutschen Flugzeuge die Stadt überflogen und eine große Zahl Brand- und Sprengbomben abgeworfen.
Im Zusammenhang damit stellt die amerikanische Agentur fest, daß die Abwehr solcher Nachtangrisse noch ein ungelöstes Problem darstelle. Die englische Presse, die sich noch vor kurzem in geheimnisvollen Andeutungen über „neue Massen" und dergleichen erging, jehe sich jetzt vor der Ausgabe, ihre Leser „taktvoll" von dem-Eindruck zu befreien, daß eine Lösung des Problems der Nachtangriffe nahe bevorstehe.
Denn „unverdrossen «arbeitet die deutsche Bombenabwurf- maschinerie", unterstreicht der Lustwafscnsachverständige der Stockholmer Zeitung" „Svenska Dagbladct". Don dem Angriff auf Coventry sagt er, es sei ein Schlag gegen das Nervcnzen-
(Fortsetzung aus Seite 2)
wieder SS 000 VM. in Übersee versenkt
Veutsche Vergettungsangriffe dauern an — Ungeheure Vriinde bis nach Frankreich hinein sichtbar
Berlin, 25. November.
Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Eines der in überseeischen Gewässern operierenden Kriegsschiffe meldet als Gesamtergebnis seiner bisherigen Tätigkeit die Versenkung von 95 WO BRT. feindlichen Handelsschiffsraumes.
Die Vergeltungsangrisfe der Luftwaffe gegen London dauerten auch in der Nacht vom 23. zum 24. November an. Battersea, Southwark und andere Stadtviertel waren Ziele erfolgreicher Vombenwürse. Zahlreiche deutsche Kampfgeschwader belegten außerdem, wie bereits gemeldet, in pausenlosen Angriffen Southampton mit Bomben aller Kaliber. In Hafen- und Industrieanlagen brachen ungeheure Brände aus, die bis nach Frankreich hinein sichtbar waren. Auch verschiedene kriegswichtige Ziele an der West- und Südkiiste Englands wurden erfolgreich bombardiert. Das Verminen der britischen Küste nahm seinen Fortgang.
Am Tage griffen deutsche Flugzeuge im Verlauf bewaffneter Aufklärung London und einige Orte an der Kanalküste mit Bomben an. In der Nacht zum 25. November warfen britische Flugzeuge in Norddeutschland einige Bomben, ohne nennenswerte Wirkung zu erzielen. Die Meldung des britischen Jnformationsmini- steriums, daß in der Nacht zum 24. November britische Flugzeuge in Berlin Bahnhöfe mit Bomben belegt haben, ist falsch. Kein einziges feindliches Flugzeug hat in dieser Nacht Berlin überflogen.
Ein britisches Flugzeug wurde im Luftkampf abgeschossen» drei deutsche Flugzeuge werden vermißt."
Wie der WehrmachtsberiMt mitteilte, Hot eines der deutschen Kriegsschiffe, die in überseeischen Gewässern erfolgreich Han
delskrieg gegen die englische Versorgung führen, als Gesamtergebnis seiner bisherigen Tätigkeit die Versenkung von 95 000 BRT. an feindlichem Handelsschisssraum gemeldet. Diese glänzende Leistung ejnes deutschen Handelszcrstörers weit draußen aus den Ozeanen verdient es. ganz besonders gewürdigt zu werden.
Bei einem Vergleich mit dem Weltkriege wird es sehr deutlich, wie hervorragend dieses Versenkungsergebnis im überseeischen Handelskrieg ist. Im Weltkrieg hat beispielsweise der Hilfskreuzer „Kronprinz Wilhelm" rund S7 000 BNT. versenkt, während die Kreuzer „Emden" und „Karlsruhe" 74 000 BRT. bzw. 76 000 BRT, an feindlichem Handelsschisssraum auf den Meeresgrund geschickt haben. Der Hilfskreuzer „Möwe" hat auf seiner ersten Jährt 73 000 BRT. und bei der zweiten Unternehmung 119 000 BNT. vernichtet, während die auf der längsten aller Weltkriegsunternehmen im Handelskrieg, der 15- monatigen Fahrt des Hilfskreuzers „Wolf", gelegten Minensperren in Ucbersee 74 000 BRT. durch Totalverlnst und 35 000 BNT. durch Beschädigung als Opser gefordert haben.
Aus diesen Zahlen der Jahre 1914/18 ist zu erkennen, daß sich das jetzt gemeldete Versenkungsergebnis eines Kriegsschiffes mit 95 000 BRT. den besten Handelskriegslcistnngen an die Seite stellen kann. Angesichts des heute sehr weit ausgedehnten englischen Geleitzugssystcms sind die Taten unserer Handelszerstörer in Uebersee außerordentlich hoch einzuschätzen. Sie haben zahlreiche feindliche Seestreitkräfte aus den europäischen Gewässern abgezogen und damit die Tätigkeit der deutschen U-Boote erleichtert. Gleichzeitig haben die Handelszerstörer in Ucbersee trotz des Einsatzes zahlreicher englischer Kriegsschiffe sehr erhebliche weitere Lücken in die Handelstonnage Englands gerissen.
Die Kommandanten und Besatzungen der deutschen Handelszerstörer in Ucbersee können aus ihre militärischen Leistungen fern der Heimat stolz sein. Sie sollen wissen, daß die Heimat ihre Taten, die wegen der notwendigen Geheimhaltung heute noch nicht im einzelnen geschildert werden können, genau so einschätzt, wie sie es verdienen.
tooentrst stelzt immer noch in stammen
Unbeschreiblicher Sestank in den Krümmern - veegungsmannschaften mit öasmasken
stv. Stockholm, 25. November.
Die deutschen Flieger haben in Coventry — und zweifellos mit gleicher Systematik und gleichem Erfolg auch in den übrigen erfaßten Städten — alles, was sie vernichten wollten, getroffen und zerstört. Das ist der immerhin angesichts englischer Beschönigungsversuche wichtige Haupteindruck, den die Zeugnisse neutraler Beobachter, die jetzt Coventry besuchten, einhellig wiedergeben — eine volle Bestätigung der deutschen Feststellungen.
Schwedische London-Journalisten, die in den letzten Tagen die Trümmer von Coventry besichtigen konnten, berichten am Montag in der Stockholmer Presse. Ihre Schilderungen, obwohl mit allen Spuren der englischen Zensurüberwachung gekennzeichnet, enthalten wertvolles Material für die Beurteilung der wahren Vorgänge in Mittelengland und darüber hinaus in dem ganzen Jnselland, über dem' allnächtlich ein neuer Herd fürchterlicher Brände aufflammt, Rüstungswerke vernichtet, einen Teil der englischen Kriegsanstrengung zerstört.
In Coventry, so meldet der Londoner Vertreter der „Stock- holms Tidningcn", sei ein Drittel der Bevölkerung ohne Wohnung und Arbeitsplätze, — eine Schätzung, die hinsichtlich der Arbeitsstätten sicher noch viel zu gering ist, aber trotzdem die englischen Behauptungen widerlegt, als ginge die Arbeit im wesentlichen ungestört weiter . . . „Kein Kriegsbild von irgend einer Front kann einen grauenvolleren Eindruck von Verheerungen vermitteln als Coventry. Ein Flüchtlingsproblem, so groß wie irgendwo in der Welt während der schrecklichen Ereignisse der letzten Jahre ist entstanden. Noch heute, eine Woche nach der Katastrophe, sah ich den Rauch aus Bränden, die unter den Ruinen schwelen. Tausende von Soldaten graben noch immer nach Verschütteten. An vielen Stellen kommt ein unbeschreiblicher Gestank aus den Trümmern. Die Lust ist so bedrückend, daß die Rettungsmannschaften nur mit Maske arbeiten können."
Ueber die Gründe, weshalb die Katastrophe derart ungeheure Ausmaße annahm, sagt der schwedische Journalist in
Uebereinstimmung mit seinen Berufskollegen: „D>ie Feuers- brünste und die 'mangelnde Wasserzusuhr wurden Coventry zum Berhängnis. Zum Unglück rissen einige der ersten schweren Bomben das ganze System der Wasserversorgung aus. Die Feuersbrünste konnten nicht gelöscht werden. Schläuche, die zum Kanal gelegt wurden, zerrissen, denn unau'hörlich sielen Bomben. In jeder Minute, elf Stunden lang, hagelten Bomben aus dieses sehr begrenzte Gebiet hernieder. Die Brände bildenden Wegweiser, so daß die Flieger niemals erst nach dem Ziele zu suchen brauchten. Der ganze Angrisf mnß minutiös in cMn Einzelheiten vorbereitet gewesen sein, denn sonst hätten die Maschinen nicht mit soicher Präzision eintreffen können."
Der „Dagens-Nyheter"-Vertreter bezeichnet die Rainen von Coventry als Gegenstück zu' den von Artillerie zerstörten Frontstädten Frankreichs im vorigen Krieg. Diese Schreckensnacht sei wohl die schlimmste gewesen, die die englische Bevölkerung bisher erlebt habe „Noch zehn Tage danach werden Stunde um Stunde Tote aus den Trümmern geborgen. Ganze Stadtviertel sind nichts anderes mehr als Hauten von zerschlagenen Backsteinen und verbogenem Eisenschrott. Mit Coventry als Zentrym einer lebenden Stadt ist es aus, vielleicht für eine Generation." Auch dieser neutrale Beobachter spricht von „fürchterlicher Verödung". Er gibt die Auffassung wieder — die inzwischen durch die Angriffe auf Birmingham, Southampton, Bristol usw. widerlegt sein dürste — daß mit einer Wiederholung eines so konzentrierten Zerstörungswerkes wie in Coventry nicht zu rechnen sei, „falls nicht das englische Lustabwehrwesen vollständig zusammenbrechen sollte".
Die Pedeujung Mittelenglands als. Krjegszentrnm bestätigt der schwedische Besucher mit dem Satz: „Hier schlägt das
-Herz des kriegsührendeu Englands." Er berichtet, daß aus Grund der Londoner Bombenersahrungen besondere Vorkehrungen getrosten worden seien, um den Austausch von Maschinen, Spezialarbeitern usw. zwischen bombenbeschädigten Fabriken zu organisieren, aber auf der anderen Seite sei es in Provinzstädten bei relativ wenigen Bomben möglich, den Verkehr viel schlimmer zu desorganisieren als in London, das. nach seiner Ansicht in bezug aus das Zesamtausmaß der Angriffe noch immer unerreicht dastehe. In und um Coventry seien viele Autos, die zur Rettung eingesetzt wurden, noch om nächsten Tag steckengeblieben, weil sie von der Hitze der Riesenbrände sörmlich geschmolzen wurden. Die Ausrüu- mnngsmannschasten mußten sich mit Dynamit einen Weg bahnen Die Anzahl der Opfer sinbet er „verblüffend niedrig", was wohl daraus zurückzusühren sei, daß ein großer Teil der Bevölkerung, vor allem die Kinder, vorher evakuiert gewesen sei.
Nach den Berechnungen dxs „Svenska-Tagbladet"-Vertreters muß die Zahl der Opfer lOOO übersteigen. Die Zahl der Vermißten se, noch viel größer. „Wie das Zentrum von Coventry aussieht, ist unmöglich mit Worten zu beschreiben. Hier mutz während der Bombennacht ein wahres Inferno geherrscht haben, mit Bränden aus allen Seiten, blockierten Straßen durch zusammengestürzte Gebäude und anhaltendem Krepieren neuer Bomben aller Kaliber inmitten der Ruinen. Tausende von Ingenieur- und Pioniertruppxn arbeiten noch heute unter den Trümmern. Noch jetzt zeigt Rauch an. daß es unter den Steinhaufen brennt." Selbst von englischer Leite könne immerhin nicht bestrittcn werden, daß die Produktionskapazität dieses Gebiets „ernsthast heruntergesetzt" worden sei.
„Einzelne Häuser", so schreibt „Stockholms Tidningen", „stehen noch, ober besser gesagt, Reste von einzelnen Häusern, die noch brauchbar sind. Von knapp 70 000 Häusern der Stadt sind 20 000 entweder völlig zersplittert oder so beschädigt, daß sie bis aus weiteres völlig unbrauchbar sind."
Verzweiflungsphantasien vor aller Welt enthüllt
6.14, Berlin, 25. November, In seiner knappen Sprache stellt der heutige Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht fest: „Die Meldung des britischen Jnformationsministeriums, daß in der Nacht zum 24. November britische Flugzeuge in Berlin Bahnhöfe mit Bomben belegt haben, ist falsch. Kein einziges feindliches Flugzeug hat in dieser Nacht Berlin überflogen." Wenn man diese sachlichen und fast kühl anmutenden Feststellungen liest und ihnen dann die Fie- bervhantasien des englischen Lügenapparates gegenüberstellt, dann empfindet man in vollem Umfange den Gegensatz zwischen deutscher Nachrichtenpolitik des Kriegs und der Lügenagitation Britanniens, die von Churchill zu einem System erhoben worden ist. An anderer Stelle gehen wir in dem Bericht über die Führung der Luft- attachös und Vertreter der in- und ausländischen Presse durch den Reichspressechef Dr. Dietrich und Generalleutnant Bodenschatz über die angeblichen „Stätten der Verwüstung" in Berlin ein. Bei der Lektüre der dort festgehaltenen Reutermeldungen wird jedem unserer Leser am eindrücklichsten klargemacht, was in der letzten Betrachtung „Von weltpolitischer Warte" in unserer Sonntagnummer vom 24. November über „Tollhäusler- erzeugnisse" ausgeführt wurde. Das Erwachen aber aus dieser Lügenatmosphäre wird für das englische Volk um so furchtbarer sein.
Es taucht für jeden denkenden Menschen die Frage auf, wie sich eine solche Lügentaktik erhalten kann und wie es um sein Land aussieht, in dem die Führung M einem solch erbärmlichen Hilfsmittel greifen muß. Es ist nötig, daß wir uns vergegenwärtigen, daß schon die ganze Vorkriegsagitation in den westlichen Demokratien gegen das neue Deutschland auf Lüge und Verdrehung aufgebaut war. Nur dank dieses Lügennebels haben die skrupellosen Leiter der Geschicke der westlichen Länder ihre Völker überhaupt in den Krieg führen können. Dabei haben dann gerade die Briten den Krieg als eine Sache angesehen und dargestellt, die man „bequem gewinnen" werde (ein Wort Höre Belisha) oder den man als „niedlichen" oder „reizenden" Krieg plakatierte (Lord Derby). — Als sich aber dann in der Wirklichkeit herausstellte, dah alle Berechnungen über die Führung dieses Krieges Fehlkalkulationen waren, da mutzte man auf die alte Churchill-Linie der Lüge über die wahre Lage im Kriege zurückkehren, eine Taktik, die Churchill in seinen Wektkriegserinnerungen als erfolgreiches Rezept gepriesen und an Beispielen wohl belegt hat. Je schwerer die Niederlagen, um so toller und undurchdringlicher der Lügennebel, der verbreitet werden mutzte. Dabei ist sich Churchill wohl bewutzt, datz er nicht nur um der Vertuschung der wahren Situation im Innern lügt, sondern vielmehr noch zur Vermeidung einer katastrophalen Stimmung in den Auhenstatiönen des Empire und in den Ländern, von denen heute England verzweifelt die notwendigste Hilfe an Kriegsrüstung zu erlangen hofft.
Deshalb immer wieder der Versuch einer Darstellung, als ob zwar England schwer zu ringen habe, ja in Gefahr sei, vernichtet zu werden — darum ja die Bettel- und Hilferufe. Aber er will um keinen Preis so dastehen, datz jeder Betrachter den Eindruck gewinnen mutz, datz alle aufgewandten Mittel und jede hingegebene Hilfe nichts als eine sinnlose Verlängerung eines selbstverschuldeten Vernichtungsweges sein würde. Doppelt notwendig erscheint dies jetzt im Augenblick, da Lord Lothian nach USA. zurückgesandt wurde mit dem Auftrag, die Aufhebung der Cash-and-Carry-Klausel zu erwirken, da ja Britanniens liquide Zahlungsmöglichkeiten erschöpft sind. Jetzt soll USA. auf „Pump" liefern und da wäre es ein Unding, diese Forderung zu erheben und gleichzeitig die Aussichtslosigkeit der eigenen Kriegsführung zuzugestehen. - »
Den Ausweg sucht Churchill in der tollen Lügen- .taktik, um den Eindruck eine's Ringens zu erwecken, in dem beide Gegner dabei sind, dem anderen schwere Schläge zuzufügen, wobei gleichsam nur derjenige siegen würde, der eben bis zu dem entscheidenden Punkt durch- hült. In dieses Netz der Lüge gehört die Pulverisierung Hamburgs, die Zerstörung des Bremer Hafens, der Pulverisierung fast sämtlicher Berliner Bahnhöfe und schliehlich die gerade im gleichen Atemzug mit den Lügenberichten über den Angriff vom 24. November verbreitete groteske Behauptung der Zeitung „Sunday
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Nach Coventry, Birmingham und Southampton wurde nunmehr die Industriestadt Bristol vernichtend bombardiert.
In den Schutthalden von Coventry lodern noch immer die Flammen.
Churchill phantasiert von einem Bombardement mit tausend Brandbomben aus Bahnhöfe der Reichshauptstadt. Von einem deutschen Kriegsschiff wurden in überseeischen Gewässern 95 000 BRT. vernichtet.
Der italienische Justizministcr Grändi wurde vom Führer empfangen.
Italienische Flugzeuge belegten die Flottcnbasis von Alexandrien mit Bomben; heftige Angriffe richteten sich gegen die griechische Front.
Die freimütigen Aeußerungen Lord Lothians in USA. führen zu Interpellationen im britischen Unterhaus.
Ueber den Beitritt zum Dreimächtepakt sowie den Tuka- Besucll in Berlin empfindet man in der Slowakei tiefe Ge- nugtuNng.
Die staatlicke Unterrichtsverwaltung hat die Kontrolle des Fernunterrichtswescns übernommen.