Ausgabe 
(20.11.1940) Nr. 320
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parteiamtliche Ulageszeiiung

Das Amtsblatt des Degierenden.Dürgermeisters der Zreien kjansestadt Diemen

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der Nationalsozialisten Vremens

flmNiches verkündungsblatt des Deichsstatttiallers in Oldenburg und Vremen

Nr. Z20 / 10. Zaffrgang

Mittwoch, 20. November 1S40

kinzelpreis 15 Npf.

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„London geht der Zerstörung entgegen"

Neutraler Nugenzeuge schildert die furchtbaren Verwüstungen in der britischen Hauptstadt

Militär muß vombenkrater "

Schwerste stngrifse der deutschen Luftwaffe aus Industriegebiete bei Liverpool

Vigo, Ist. November.

Ein vertrauenswürdiger neutraler Augenzeuge, der über die Verhältnisse in England gut unterrichtet ist, gab portugiesischen Journalisten über die Lage Englands und insbesondere Londons folgenden interessanten Be­richt: „London ist auf dem besten Wege, vollkommen zerstört zu werden. Die Zerstörung von wichtigen Straßen und Bauwerken ist in großem Ausmaße schon heute erfolgt."

Kontrolle gestellt worden. Die Leitung wurde Generalmajor Taylor übertragen, dem Inspektor sür Befestigungsarbei­ten. Er hat besonders spezialisierte Truppen unter sich und verfügt über einen Stab von sünf Obersten,' 26 Majoren und Hauptleuten, 24 Zivilsachverständigen und rund 12 600 Mann Jngenieurtruppen, sowie Abteilungen des freiwilli­gen Pionierkorps. Wie Dienstag morgen in London mitge­teilt wurde, soll diese Zahl chald auf Zehntausend« von Trup­pen erhöht werden.

Es wird Klage darüber geführt, daß die ohnehin sehr schwie­rige Arbeit durch das ungünstige Wetter beeinträchtigt werde.

Allenthalben sieht man zerstörte Dockanlagen Und solche, die mit den danebenstehenden Lagerhäusern in Flammen stehen.. Die Wirkung der deutschen Bomben ist verheerend. So sind in Belgrave-Sqnare 41 Gebäude zerstört. In einem Viertel ' mit kleineren Gebäuden hat eine einzige schwere Bombe 800 solcher Häuser zerstört. Auch in der Towning- street sind die Gebäude Nr. 11. 12 und 14 völlig zerstört. Ebenfalls ist das Parlament schwer beschädigt. Die Wirkung der Flakabwehr und der Ballonsperren ist sehr gering. Diese Abwehrmaßnahmen hält man noch sür notwendig, um die Moral der Bevölkerung hochzuhalten. Praktisch kommt es aber kaum einmal vor. da« das Eindringen der deutschen Flug­zeuge verhindert oder auch nur beeinträchtigt wird."

In dem Augenzeugenbericht heißt es dann weiter, man könne natürlich über die außerhalb Londons an militäri­schen Zielen angerichteten Zerstörungen keine Angaben machen, da man sich in London 'wie in einer belagerten Festung be­finde. Man wisse aber in London, daß die meisten der be­kannten Flugplätze zerstört seien und einer Kraterlandschaft glichen. Die führenden Londoner Kreise seien sich dessen bewußt, daß die Lage durch die dauernden deutschen Luft­angriffe und durch die Verstärkung des U-Boot-Krieges sehr ernst sei. Von. der Londoner Bevölkerung seien zwei Millio­nen aufs Land geflohen, zwei Millionen fänden in den Anderson-Unterständen Zuflucht, die übrigen zwei. Millionen müßten in den Kellern einen mehr als zweifelhaften Schutz - suchen.

Der Augenzeuge faßt seinen Bericht in die. Worte zusam­men: „Was ich mit eigenen Augen gesehen habe, ist schreck­lich. Die deutsche Kampfkraft wird trotz der bisherigen Er­folge Deutschlands in England noch immer unterschätzt. So mutz das Verderben der großen Metropole seinen Weg bis zum bitteren Ende gehen."

brv. Stockholm, 19. November.

Die englische Regierung hat sich entschließen müssen, in größerem Umsange die Verwendung von Truppen zur Aus­räumung der Londoner Trümmerviertel zu genehmigen. Bis­her war, obwohl einzelne Abteilungen in Stärke von meh­reren tausend Mann schon zur Verfügung standen, einer solchen Maßnahme auf breiter Basis Widerstand entgegen­gesetzt worden. Die Militärbehörden wollten nicht die so­fortige Einsatzbereitschaft wichtiger Teile der Armee gefähr­den. Nunmehr hat, wie eine Meldung des „Svenska Dag- bladet" aus London besagt, die Uebcrlegung gesiegt, daß die Aufrechterhaltung des Verkehrs in der Hauptstadt eine so große Bedeutung für die Kriegsindustrie besitzt, daß aller Anlaß besteht, Truppen sür einen solchen Zweck einzusetzen.

Die gesamten Arbeiten für die Wiederherstellung von Straßen und Verkehrsverbindungen sowie alle anderen Anf- räumungsarbeiten sind jetzt in London unter militärische

kSen beliicchter Invasion

kvv. Stockholm, 19. November.

Der Unterstaatssekretär im englischen KriegHministeriuin Sir Edward Grigg, gab am Dienstag eine Erklärung ab, die er mit dem Fortbestehen der Jnvasionsgesahr begründete. Er geruhte die großmütige Anerkennung anszusprechen, daß die deutsche Armee „ein schreckliches Kriegswerkzeng" sei und daß man sich, solange sie hinter den Jnvasionshäfen an der fran­zösischen Küste ausmarschiert sei, stets auf alles gefaßt machen müsse. Auch während des Winters sei ein Angriff durchaus möglich.

Tw englische Heimwehr stelle mit 1200 Bataillonen und 8000 Kompanien jetzt eine „enorme Waffe" dar. Sie sei fünf- bis- sechsmal so stark wie ehemals die Territorialtruppen. Die Altersgrenze soll bei 65 Jahren fixiert bleiben. Kriegsminister Eden erklärte ebenfalls, daß mit einem Fortbestand der Jn- vasionsgefahr zu rechnen sei. Im. „Feldzug 1941" könne die Heimwehr als Hilfstruppe mitwirken, um die aktive Armee zu einem anderweitigen Einsatz sreizumachen, wofür ihre Ausbildung mit Molotow-Eocktails und Holzgewehren sicherlich besonders geeignet sein dürste.

auch durch die Länge der Verdunkelungsstunden. Die Fül­lung eines einzigen großen Stratzenkraters habe vier Tage in Anspruch genommen.

Nach schwedischen Schilderungen aus London handelt es sich, obwohl die Gemeindebehörden bereits alle verfügbaren privaten Unternehmer einsetzen, von den Straßenbauftvmen bis zur Dtraßenreinigun-g, um eine Riesenaüsgaibe, die bisher noch immer nicht richtig bewältigt wurde, so daß sich der Verkehr in Groß-London täglich schwieriger gestaltet. Die Aufräu- mungSavbeit sei besonders dringend und schwierig, da es nicht nur zerstörte Häuser abzureißen und zahlreiche Krater in den Straßen zu füllen gelte, das Hauptgewicht l-iege vielmehr aus Reparatur und Inganghaltung der zahllosen Kabel, Abwasser­rohre und sonstigen Leitungen aller Art, die naturgemäß an Hunderten und Tausenden von Stellen zerstört sind. Auch der Verkehr müsse in Gang gehalten werden. Gegenwärtig seien zu diesem Zweck provisorische Brücken (!) über die aller- (Fortsetzung aus Seite 2)

Mbbentrop und tiano deute in Wien

fluch der ungarische Ministerpräsident und flußenminister treffen heute in der Vonaustadt ein

Salzburg, 19. November

Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop und der Königlich-Italienische Minister des Aeußern Graf Ciano trafen gestern in Wien ein.

Berlin, 19. November

Aus Einladung der Reichsregierung treffen der un­garische Minsterpräsident Graf Teleki und der ungarische Außenminister Graf Csaky am 2V. November in Wien ein.

Ungarn blickt nach Wien

dos. Budapest, 19. November.

Mit großer Spannung verfolgt die ungarische Ocsfentlichkeit die Reise des Ministerpräsidenten Gras Teleki und des Außen­ministers Gras Csakh nach Wien. In größter Aufmachung teilen die Blätter ihren Leser» die offizielle Ankündigung mit, daß die beiden Staatsmänner am Mittwoch in Wien ein­treffen werden, wo sich bereits die Außenminister Deutschlands und Italiens befinden. Obwohl sich die Presse jeglicher Kombinationen über den Zweck der Reise und den vermut­lichen Inhalt der Gespräche enthält, bringt sie doch in den Kommentaren zum Ausdruck, daß Ungarn mit größtem Ver­trauen dem Ergebnis der Besprechungen entgegensieht. Allge­mein gibt man der Hoffnung Ausdruck, daß die Besprechun­

gen zwischen den Ministern der Achse und den Vertretern Ungarns zu einer weiteren Vertiefung der Beziehungen der befrenndeten Staaten führen mögen. . .

„Psster Lloyd" bezeichnet die Besprechungen aus dem Ober­salzberg als einen neuen Höhepunkt der Aktivität der Achse in der europäischen Diplomatie. Aus allen Ereignissen der letzten Zeit gehe hervor, daß nicht nur aus militärischem, sondern auch aus diplomatischem Gebiet das Gesetz des Han­delns bei Deutschland und Italien liege.

Suner trat die Nückreise an

Salzburg, 19. November.

Der spanische Minister des Aeußern, Serrano Suner, ver­ließ heute morgen Berchtesgaden und trat die Rückreise an. Zu seiner Verabschiedung hatte sich der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop auf dem Bahnhof eingebunden. Der spanische Botschafter in Berlin, General Espinosa de los Montcros, sowie Vertreter von Staat, Partei und Wehr­macht waren gleichfalls zur Verabschiedung erschienen.

König Saris besuchte den sichrer

Berlin, 19. November.

Anläßlich seines privaten Aufenthaltes in Deutsch­land stattete König Boris von Bulgarien dem Führer einen Besuch ab.

U-Voote und slieger versenkten 51tttw VM.

flngriffe auf kriegswichtige Ziele in knglond fortgefet,!

Berlin, 19. November.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Ein Unterseeboot versenkte vier bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit 23 889 BRT., ein anderes Untersee­boot ebenfalls vier bewaffnete feindliche Handelsschiffe, darunter zwei Tanker, mit insgesamt 2134V BRTl Die Angriffe auf kriegswichtige Ziele in England wurden in der Nacht vom 17. zum 18. 11. fortgesetzt. Außer London waren mehrere Orte an der Südküste Englands, darunter vor allem Hafen- und Industriean­lagen in Southampton sowie Rüstungswerke in Mittel­england das Ziel der Bombenangriffe. Kampfflugzeuge des italienischen Fliegerkorps griffen eine Stadt an der Ostküste Englands mit gutem Erfolg an. Bei Angriffen auf Schiffsziele und Eeleitzüge an der britischen Ostküste

gelang es, zwei Handelsschiffe mit je 3V9V BRT. zu versenken und drei weitere schwer zu beschädigen. Nächt­liche Angriffe einer geringen Zahl britischer Flieger auf deutsches Gebiet waren wirkungslos. Flugzeugverluste sind nicht eingetreten."

*

Die englische Admiralität bleibt auch sür die zweite No­vemberwoche, über die sie soeben ihren Versenkungsbericht vorlegt, der Uebung getreu, nicht mehr als die Hälfte des verlorenen Schiffsraumes einzugestehen. Sie meldet den Ver­lust von insgesamt 72 000 BRT., die sich aus 10 englischen, 1 „alliierten" und 2 „neutralen" Schissen zusammensetzen. Hiervon sollen vier Schisse mit zusammen 25 000 BRT. aus dem im Atlantik versenkten Geleitzug stammen. Die weiteren 60 000 BRT. werden also nach wie vor verschwiegen. Chur­chills Gewissen muß also verdammt schlecht sein!

kngland erkennt seine konnagenot

.Schlechte flussichten für kngland"— offene Worte der „Sundag limes" — kroß und fllerander jammern

Berlin, 19. November.

Mit ungewohnter Offenheit werden neuerdings in der englischen Presse die katastrophalen Auswir­kungen der deutschen Gegenblockade behandelt. Die britische Admiralität sorgt freilich weiter dafür, daß die Verluste an Schiffen nicht in vollem Umfange bekannt werden. Immerhin sind die Einbußen der­art gewaltig, daß sich der Ernst der Lage nicht länger verheimlichen läßt. Auch die Ankündigung baldiger Abhilfe erscheint nicht mehr, da dieser Trost schon zu oft versagt hat.

Nun gibt die Londoner „Sunday Times" vom 17. No­vember in einem längeren Artikel Zukunftspcrfpektiven über den Handelskrieg, die geeignet sind, die letzten Illusionen zu zerstören. Der Mangel aN Begleitschiffen sür die Geleitzüge wird ohne Umschweife zugegeben, wobei zu berücksichtigen ist, daß sehr viele Handelsschisse sogar aus besonders stark ge­sicherten Geleitzügen heraus versenkt worden sind.

„Selbst, wenn wir die Konvois weiter nach Norden leiten würden" meint das Blatt, „würden sie immer noch in Reich­weite der deutschen Bomber sein." Auch Flugzeugträger könnten sich in'den Gewässern um Großbritannien nicht aus­halten. weil sie nach den bitteren Erfahrungen dieses Krie­ges allzu leicht verletzbar seien. . Schlechte Aussichten also sür England", meint ..Sunday Times", mit der wir diesmal durchaus der gleichen Ausfassung sind.

Ter Marinesachverständige des britischen Rundfunks, Donald Croß, hielt im Londoner Rundfunk einen Vertrag über die augenblickliche Lage znr See >nr Großbritannien. Er erklärte wörtlich: .

„Wir haben große Verluste, aber wir können die Verluste aus uns nehmen, genau so wie London die Lustangrisse über sich ergehen läßt und auf sich nimmt. Die Verluste, die wir bis jetzt erlitten haben, sind schwer, aber nicht zu schwer für uns, und wir sind einer wirklichen Hungersnot nicht ausgesetzt Aber wir müssen daran denken, daß wir noch Jahre und Monate des Krieges vielleicht vor uns haben Wir hängen sehr von dem Import von Nahrungsmitteln und Rohmaterial ab. Diese Einsuhr ist natürlich stark herab­gesetzt, denn die Schisse brau.gen viel längere Zeit, nm Eng­land zu «rreickzen, sie müssen länger im Hasen warten, und durch das System der Eeleitzüge wird ebenfalls viel Zeit «rloren. Aber wir müssen auch bedenken, daß wir nicht mehr von Schweden und Frankreich und dem halben Europa einführen können, sondern unsere Güter von weither holen müssen. Viele Schifte sind zur Zeit auch in Reparatur.

Durch den Verlust der französischen Flotte, durch den Kriegs­eintritt Italiens, durch die Kontrolle der atlantischen Küste durch Deutschland wurde die Schiffahrt weitestgehcnd er­schwert. Wir brauchen mehr Schiffe, so viel Schisse wie mög­

lich. Unsere Schisse müßen, wenn sie Waren aus Aeghpten holen, den Weg um das Kap der Guten Hoffnung nehmen, was viermal so viel Zeit in Anspruch nimmt als der Weg durch das Mittelmeer."

Der Vergleich des augenblicklichen Zustandes der britischen Handelsflotte mit dem von ununterbrochenen deutschen Lust­angriffen sehr schwer mitgenommenen London ist in den vor­stehenden Aiisftch'rungen besonders interessant.

Die verheerenden Auswirkungen der deutschen Gegenblockade haben auch im Unterhaus einen bezeichnenden Niederschlag gesunden. Der Erste Lord der Admiralität. Alexander, wurde dort gefragt, ob genügende Vorsichtsmaßnahmen im Geleitzua- wesen getroffen worden seien, die derartige „Unfälle" wie d»e des Hilfskreuzers „Jervis-Bay" verhinderten. Alexander mutzte hieraus eingestehen. es sei alles nur irgendmögliche getan worden, um die Geleitzüge mit einem Höchstmaß von Schutz zu versehen. Er betonte jedoch, daß dies nur soweit gehen könnte, wie es die anderen Kriegspslichten der Marine erlaubten.

Lord Alexander mußte also eine jämmerliche Bankerott­erklärung deS britischen Geleitzugsystems abgeben. Die riesige Fiottenmacht des angehlich „meerbeherrschenden" Albion ist demnach nicht mehr in der Lage, die lebenswichtige Versor­gung der britischen Insel sicherzustellen, ohne die die Fort- iührung des von der Plutokratenkaste' leichtfertig heraufbe­schworenen Krieges auf die Dauer unmöglich ist.

fflstzstek siee ötaeke

Der Dreierpakt — Fundament der Neuordnung

Berlin, 19. November

Als am 27. September der Dreimächtepakt in Berlin unterzeichnet wurde, stand vor der Welt der Block der 250 Millionen der jungen aufstrebenden Völker, eine Tatsache^ von der der Führer in diesen Tagen sagte: „Es gibt keine Mächte-Koalition, die der unsereren gewach­sen sein könnte." Mit diesem Pakt wurde den Kriegs­hetzern in aller Welt und vor allen jenen patentierten Kriegstreibern in den Demokratien ein „Halt" zuge­rufen mit dem kategorischen Imperativ, die Neuordnung des europäisch-afrikanischen Raums unter deutsch­italienischer Führung und des ostasiatischen Raums unter japanischer Führung zu respektieren und sich jeder Kriegseinmischung zu enthalten angesichts der Gefahr, sonst an der Seite des vor seiner endgültigen Nieder­lage stehenden Empire diesem Block der 250 Millionen gegenüberzustehen. Soweit die Abwehrausstrahlung des Dreimächtepakts von Berlin. Daneben stand die positive Eestaltungskrmt einer großkäumigen Neuordnung der Welt unter Ausschaltung Britanniens. Zwischen den Kräften im Fernen Osten und in Europa steht die Sowjet-Union, eine in ihrem Eroßraum führende Macht. Alle Versuche Englands, die deutsch-russische Einigung Au stören, sind gescheitert. Ihre letzte verzweifelte Ak­tivität in dieser Richtung unternahmen die Briten unter amerikanischer Hilfstellung kurz vor dem Besuch Molo- tows in Berlin. Sie haben damals an die russische Adresse Konjunkturzugeständnisse gemacht in Fragen, in denen sie vorher in brüsker Form russische Wünsche zu- rückgewiesen hatten, Zugeständnisse, die in ihrem pla­tonischen Charakter nur allzu deutlich waren. Der Be­such Molotows hat diese englischen Störungsseuer in der gleichen Weise als einen schweren englischen Herein­fall und Prestigeverlust enthüllt wie er mit dem Mos­kauflug Ribbentrops im Jahre 1939 verbunden war. Die britischen Spekulationen auf ein Zerreißen der deutsch-russischen Verbindung haben sich 'wiederum als Allusionen erwiesen. Die Berliner Gespräche mit Mo- lotow haben gezeigt, daß die große Neuordnung der Welt die in dem Dreimächtepakt sichtbar wurde von der Sowjetunion bejaht wird, weil auch sie von dieser Ordnung das Beste für die Zukunft erwartet. Die freundschaftliche Zusammenarbeit der Großmächte im eurastschen Raum wurde damit festgelegt.

2m übrigen ^er hat der Dreimächtepakt auch grund­sätzlich den Weg zur Erweiterung des Militärbündnisses der drei Paktnationen festgelegt. Die Bestimmung in der Präambel lautet: „-Es ist ferner der Wunsch der drei Re­gierungen. die Zusammenarbeit auf solche Nationen in anderen Teilen der Welt auszudehnen, die geneigt sind, ihren Bemühungen eine ähnliche Richtung wie sie selbst zu geben, damit so ihre aus den Weltfrieden als Endziel gerichteten Bestrebungen verwirklicht werden können".

Der Block der 250 Millionen wurde damit als Kern gekennzeichnet, in dessen Ring und Kraftfeld weitere Völker eintreten können, die bereit sind, die von den Mächten des Paktes angestrebte Neuordnung zu bejahen und an ihr aktiv mitzuarbeiten. Alle Völker, die sich in diesem Kriegs von England in seine verderbenbringen­den Netze einsangen ließen, haben dies schwer büßen müssen. Deshalb hat mit dem Zusammenbruch Frank­reichs auch die Einsicht der Völker in die Notwendigkeit der Abkehr von dem britischen System des Unfriedens in Europa sich ständig gesteigert. Man lehnt es ab. sich für England zu schlagen: als letztes verblendetes Opfer wird Griechenland die Sinnlosigkeit seines Handelns er­kennen. Im übrigen aber hat gerade im Donauraum zuerst die Hinwendung zur Neuordnung seine Früchte ge­tragen, wie das im Wiener Schiedsspruch seinen Aus­druck fand. Dann erst begann die Einbeziehung des Westens durch die große Reise des Führers, wobei es in die freiwillige, aber für die weite Zukunft entscheidende Willensbestimmung der Völker selbst gestellt ist, ob sie sich ebenfalls der Neuordnung anschließen wollen. Ver­ständlich ist, mit welch nervöser Unruhe England die Be­sprechungen der Achsenmächte und die Reisen von Staats­männern in diesen Wochen verfolgt. Jeder Anschluß an den Kraftkern des Dreimächtepaktes oder die Neuord­nung stärkt die Fundamente des neuen Europa, entzieht aber zugleich England die letzten-Einwirkungsmöglichkei­ten in Staaten und Räumen, über die es einst souverän sich zu verfügen anmaßte. Die politische Aktivität der Achse in diesen Tagen gehört jedenfalls zu den Schritten, die die europäische Wende herbeiführen.

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Wieder wurden 51 000 BRT. britischen Schiffsraumes, wie der OKW.-Bericht meldet, auf den Meeresgrund ge­schickt.

Ein neutraler Augenzeuge schildert die furchtbaren Ver­wüstungen in der britischen Hauptstadt.

Henderson enthüllte ungewollt die Niedertracht Chamber- lains anläßlich der Münchener Konferenz.

An der Epirus-Front toben heftige Kämpfe.

Ribbentrop, Ciano, Teleki und Csakh weilen heute in Wien. König Boris von Bulgarien besuchte den Führer.

Ein Gesetzeswerk unterwirft das deutsche Tchissahrtsrecht einer umfassenden Neuregelung.

Gauleiter und Reichsstatthalter Rövcr hält am kommen­den Sonnabend eine große wirtschaftspolitische Rede im Bremer Rathaus.

Für die Anmeldung von Flicgerschäden gibt das Stadt­amt in Bremen wichtige Hinweise.