Ausgabe 
(18.11.1940) Nr. 318
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Parteiamtliche lageszeitung

i vas Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

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Mr. Z18 / 10. Jahrgang

Montag, 18. November 1848

der Nationalsozialisten Vremens

flmtiiches vekkündungsblatl des Beichsstatchalters in Oldenburg und Bremen

Linzelpreis 15 Nps.

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elit weiter

Vie flktionskraft Veutschlands stärker als alle verzweifelten Intrigen tkurchills und seiner Trabanten

Zerschlagene britische Illusionen

Sie erhoffte krholungspause für kngland bleibt zum Schrecken ber plutokraten aus

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vrabtberickt unseres Serllner Vertreters

8. d. Berlin, 17. November.

Die schweren Schläge der beiden vorletzten Nächte gegen Coventrq und London, die von den neutralen Korrespondenten in England als gleich furchtbar in der Wirkung bezeichnet werden, haben eine offenbar nicht nur in der Jllusionskampagne, sondern auch in der wirtlichen Erwartung der britischen Regierung bestehende Annahme gründlich zerschlagen: die Annahme, daß der Spät­herbst und vielleicht auch der Winter England eine gewisse Ruhe- und Erholungspause gewähren würde.

Man war soweit gegangen, die Bevölkerung boventrys, die ja inmitten einer Fülle von Rüstungsbetrieben und daher in einer Gefahrenzone ersten Ranges wohnte, in Sicherheit zu wiegen, daß die Abwehr ausreiche, um einen nachhaltigen deutschen Angriff unmöglich zu machen. Der vernichtende Angriff aus dieses Rüstungszcntrum hat daher die Bevöl­kerung um so starker betroffen. so datz die amerikanischen Berichterstatter von einer außerordentlichen Schockwirkung berichten. Sie erzählen dabei auch von ironischen Aufschriften an den Häusern von Coventrh gegen die deutsche Luftwaffe, eine Tatsache, die die Jllusionsmache in ihrem vollen Aus­maß entlarvt.

Andererseits erkennen die neutralen Berichterstatter die Ge­fahren der kommenden Wochen und Monate sür andere Müstungszentren, die bei einem ähnlich gelagerten Wetter und Angriffsansatz ihrer Vernichtung entgegensehen. Es spricht daraus offen, wie das Ausland die-Hoffnungen Churchills > aus eine Verstärkung der englischen Rüstungskraft in diesem Winter beurteilt, die die Voraussetzung der in Aussicht ge­stellten „Offensiven", die einmal für das nächste, dann wieder das übernächste Jahr angesetzt werden.

Neben den Erwartungen auf die Erholung im Winter stand der Versuch neuer politischer Intrigen, die gerade im Zusammenhang mit Rußland die groteskesten Formen an­nahmen und nun durch den Besuch Molotows eine Tesillusio- nierung erfahren haben, wie sie schwerer nicht gedacht werden kann. Denn das Echo des Moiotowbesuchs hat Britannien darüber aufgeklärt, datz es nicht nur aus den Entscheidungen über Europa endgültig ausgeschaltet ist, sondern auch aus der Einwirkung aus die Gestaltungstendenzen der gesamten europäischen Räume.

Inzwischen richten sich Störungsversuche Churchills auf drei Punkte: auf Vorderasien, wo Edens Reise das erhoffte Ergeb­nis nicht brachte, aus Mittelasrika, wo England durch de Gaulle sich französische Kolonien anzueignen versucht und

kngland braucht Piloten

Genf, 17. November.

Aus Salisburh in. Südrhodesien wird mitgeteilt, daß dort jährlich 1800 Piloten. 240 Beobachter und 3l0 schützen für die britische Luftwaffe ausgebildet werden sollen. Bei der Be­trachtung der südrhodesischen Bevölkerungsverhältnisse scheint jedoch wieder einmal General Bluff seine Hand im Spiele zu haben Südrhodesien mag eine männliche weiße Bevölkerung von höchstens 15 000 besitzen. Wenn man weiter in Rechnung zieht, daß sich die Zahl aller für Kriegsdienste überhaupt taug­lichen Männer auf günstigenfalls 10 000 beläust, dürste bei dieser jährlichen Einstellungszahl das Britenvolk Südrhodesicns innerhalb von vier Jahren nur noch aus kühnen Fliegern bestehen. Ein beachtenswerter Plan.

gleichzeitig einen quer durch Mittelafrika gehenden Kriegs­schauplatz zu gewinnen hosst, falls es seine Stellung im Mit­telmeer räumen muß, und schließlich Irland, das es in sein belagertes Festungsglacis einbeziehen möchte, um dadurch ein­mal etwas mehr Bewegungsfreiheit und zweitens Rückgriffs- möglichkeitcn auf irische Jndustricwerke und landwirtschaft­liche Produkte zu erhalten. Da die direkten Anstöße gegen Irland einen negativen Erfolg hatten, sollen nun nachein­ander die Dominienregiernngen Kanadas, Australiens, Süd­

afrikas und Neuseelands Einwirkung nehmen, um über Ver­sprechungen des Empire — dem eigenen Wort kann Churchill keinerlei Uebcrredungs- und Beweiskraft mehr zumuten — eine Abtretung irischer Stützpunkte an das Empire zu er­wirken. Dabei wird mit alter Täuschungsmethode auch als angedeutete Hoffnung sür Irland, natürlich nicht qls Zusiche- rung, die „Aussicht auf eine Verständigung" über Ulster in die Debatte geworfen.

Während sich so Churchill als alter skrupelloser Friedens­störer zu betätigen sucht, geht die politische Aktion Deutsch­lands mit ihren konstruktiven Zielen ihren Weg. Der Besuch Molotows hat eine Fülle von Kombinationen der Briten vor aller Welt zerschlagen: auch die vorderasiatischen Pläne haben ihre Durchkreuzung erfahren, weil sie mit ihren sogenannten mohammedanischen Zusammenschlüssen mindestens damit rech­neten, datz die deutsch-russischen Beziehungen keine weitere Ver­tiefung erführen. Die positive Aktion der Achsenmächte wird weitere starke Ausprägungen erfahren. Der angekündigte Be­such Tuners in Deutschland ist ein Anzeichen, daß die diploma­tische Offensive in vollem Fluß bleibt.

Kriegswichtige Ziele in London getroffen

wieder mekrere feindliche Handelsschiffe versenkt — englischer öeleitzug im Kanal beschaffen stbermols vritenbomben aus woknvierlel und Siedlungen

Berlin, 17. November.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

„Bei den Vergeltungsangriffen auf London in der Nacht vom 15. zum 16. 11. wurden, wie nachträglich ge­meldet wird, Treffer aus der Waterloo-Brllcke, auf einen Bahnhof in Paddington, auf ein Gaswerk in Kenning- ton sowie auf ein weiteres, in der Nähe der Commer-, cial-Docks erzielt. Bei letzteren konnten große Brände beobachtet werden. In verschiedenen Städten Südeng­lands, wie in Portsmonth und Southampton, wurden kriegswichtige Ziele schwer getroffen.

Am 16. 11. wurden die Angriffe auf London fortge­setzt und verschiedene Orte an der Südostküste Englands mit Bomben belegt. Im Laufe des Tages griffen deut­sche Kampfflugzeuge wieder zahlreiche Schiffsziele an. Dabei wurden ein Handelsschiff von etwa 8Ü0V BRT., ein Tanker von 3ÜÜ0 BNT. und ein Frachter von 2606 Vrntto-Negister-Tonnen versenkt. Zwei weitere Frachter wurden schwer beschädigt. Die Vcrminung britischer Häfen nahm ihren Fortgang.

In den Vormittagsstunden des 16. 11. wurde im Kanal ein nur für kurze Zeit sichtbarer englischer Ee- leitzug mit guter Wirkung durch eine Batterie des Hee­res beschossen.

Die britischen Flugzeuge, die in, der Nacht zum 17. 11. in Deutschland einflogen, griffen besonders Hamburg, Bremen und Kiel an. An kriegswichtigen Zielen wurde nur sehr geringer Schaden angerichtet. Eine Brandbombe, die aber soforf gelöscht werden konnte.

fiel in ein Trockendock. Ein Lazarett wurde angegriffen, aber die zahlreich abgeworfenen Bomben fielen in den Garten, ohne Schaden anzurichten. Weitere Angriffe richteten sich gegen Wohnviertel und Siedlungen. Es entstanden mehrere Dachstuhlbrände, die aber rasch ge­löscht wurden. Ein großer Teil der Bomben fiel in die Elbe oder in freies Gelände. 14 Tote und mehrere Ver­letzte sind zu beklagen.

In der Nacht znm 16. 11. wurde an der nordfranzösi- schen Küste ein feindliches Flugzeug von Marineartille­rie, in der Nacht zum 17. 11. ein anderes bei Hamburg durch Flakartillerie und ein drittes durch Nachtjäger ab­geschossen. Ein eigenes Flugzeug wird vermißt.

Marschall petain in^Lgon

o. seil. Bern. 17. November.

Der französische Staatschef Marschall Petain wird den Mvntag und Dienstag in Lyon verbringen wo er mit den dortigen Behörden zahlreiche Verhandlungen über den Neu­aufbau der Industrie dieser großen Stgdt führen wird. Zu Ehren des Marschalls sind mehrere feierliche Empfänge vor­gesehen. Vor seiner Abfahrt aus Dichy hatte Petain noch einige wichtige Beratungen, die unter anderen den letzten Besprechungen Lavals in Paris gegolten hatten. In Lyon wurden von der Polizei 22 Geschälte wegen ungesetzlicher Preiserhöhung sür die Dauer von mehreren Wochen ge­schlossen. Acht Geschäftsinhabern wurde die Geschäftserlaubnis für immer entzogen. Außerdem nahm die Polizei in der­gleichen Stadt die Verhaftung von mehreren Kommunisten vor.

„kin ständiger Strom von vombecn

Schläge gegen kngland von der BSmmeeung bis zum Morgen — Militär zu flulräuinungsardeiren in loventrg

Straßen und Sebäude nicht voneinander zu unterscheiden

brv. Stockholm. 17. November.

Während am Sonnabend Verbände der deutschen Lustwasfe über den Küsten von Kent und Sussex operierten und in der Nacht zum Sonntag neue schwere Schläge gegen London sowie die Umgebung der Hauptstadt führten, versuchten die Eng­länder, sich für die furchtbaren Niederlagen, die ihren Kriegs­anstrengungen durch die letzten Nachtangriffe auf Coventrh und London mit dem stundenlangen Bombentrommelseuer aus kriegswichtigste Industrien zugefügt wurden, durch einen Uebcrsall aus Hamburg zu rächen. Hier, wo ihre „Pulveri- sierungstaktik" durch wahllose Bombenwürfe aus Wohnviertel und andere nichtmilitärische Bezirke vor Monaten begonnen hat. möchten sie jetzt wieder anknüpfen. Aber inzwischen hat sie die Strafe für diese verbrecherische Kampsweise am eigenen Leibe getroffen. Und zwar in vielfach schwererer Form, wenn auch die Engländer behaupten, bei den neuen Aktionen der deutschen Lustwasse gegen London geringere Schäden als in den vorhergehenden Nächten erlitten zu haben. Aber die täglichen Vergleiche zwischen den Berichten des Oberkom­mandos der deutschen Wehrmacht und den Erzeugnissen des englischen Lustsahrtministcriums haben Wohl allmählich die Welt vorsichtig gegen die Londoner Lügen gemacht.

Die neutrale Presse ist — sehr z»m Aerger der Engländer, die lieber von ihren eigenen angeblichen Taten hören möchten als von den Verwüstungen in der Kriegsindustrie ihres Lan­des — noch immer angefüllt von Berichten über die Schreckensnacht von Coventrh. Daß es sich dabei nm eine Katastrophe größten Fvrmats handelt, wird selbst in der englischen Presse nicht mehr verheimlicht. Der ,,Daily Herold" erklärt in einer Riesenüberschrift- „Coventrh gleicht einer bombardierten französischen Stadt." Dabei denkt daS englische Blatt offenbar an Dünkirchen. wo deutsche Stu­kas lind Artillerie feindlichen Widerstand zerbrackzen.

Der Londoner Vertreter von „Stockholms Tidningen" macht Ausmaß und Intensität der Zerstörungen in Coventrh deutlich, indem er darauf hinweist, daß sich die konzentrierte Kraft der deutschen Bombenwafse gegen das relativ kleine Coventrh mit gleicher Wucht gewendet habe wie bisher gegen das riesige London Der Unterschied sei entsprechend ge­waltig. „In den Gewerbevierteln der Stadt ist es stellen­weise unmöglich, noch zu unterscheiden, wo einmal Ge­bäudereihen lagen und wo Straßen waren."

Um der Vernichtung ihrer Rüstungswerke Einhalt zu ge­bieten, warfen die englischen Behörden rücksichtslos alle ver­fügbaren Fenerwehrmannschasten in den Kamps. Dabei gerieten diese Abteilungen mitten in den Bombenhagel. Viele wurden, wie der schwedische Bericht schildert, durch den Luft­druck davongeschlendert oder direkt in die Flammen geworfen. Am Sonnabend wurde massenhaft Militär aus Lastautos nach Coventrh geschafft, weil die Bahnen nicht mehr funktio­nieren. Die Soldaten sollen an den Absperrungs- und Aus­räumungsarbeiten teilnehmen, weil die verfügbaren zivilen Kräfte nicht im entserntesten ausreichen, um auch nur not­dürftig Ordnung zu schassen. Polizisten in zerrissenen, schutt- überkrüsteten Uniformen wiesen den Autos den Weg. Der Londoner Vertreter der „Tagens Nhheter" berichtet aus

Coventrh: „Viele Legte erklären, sie hätten es nicht siir mög­lich gehalten, daß soviel Bomben aus einmal vom Himmel stürzen konnten wie bei den Angriffen aus Coventrh."

Am frühen Morgen habe man gesehen, wie Ladeninhaber aus den Trümmern versuchten hervorzukramen, was noch hervorzukramen war. Sie hätten daitn ihre Waren aus den Gehsteigen zum Verkauf angeboten. Alle in dieser Hinsicht bestelzenden Beschränkungen seien aufgehoben.

Die große Angrisssaktion aus London in der Nacht zum Sonnabend war, wie schwedische Berichte besagen, beinahe genau so schwer wie die gegen Coventrh in der Nacht zuvor. „Ein ständiger Strom von Bombern wogte über die Haupt­stadt hinwea. ein Flugzeug je Minute. Die Maschinen waren ununterbrochen über London, von der Dämmerung bis zum Morgengrauen." Der Londoner Bericht des „Svcnska Tag- bladet" verzeichnet einen der gewaltigsten Angriffe, dem die Hauptstadt seit Beginn der Luftofsensive ausgesetzt gewesen sei. Die Hunderte von deutschen Bombern seien begünstigt worden durch klaren Mondschein. Von dem sternenklaren Himmel hagelte es Brand- und Sprengbomben. Immer neue Bomber kamen in einem nicht versiegenden Strom über das Land herein. „Dagens Nhheter" sagt es habe sich um den intensivsten Angriff aus London seit den ersten großen Brand- nächten gehandelt, als Feuersbrünste in der City die ganze Stadt taghell erleuchteten. Seit dem September seien nicht soviel Brände beobachtet worden. Alle Berichte stimmen darin überein, daß Feuerherde in allen Himmelsgegenden zu beobachten waren.

„Eine wahre Katastrophe für London" bezeichnet eine in Bern eingetrosscne Meldung aus der britischen Hauptstadt die in Rede stehende Nacht. Der britische Innen- und Sicherheits­minister Morrison habe sich gerade in der Nacht zur Uebcr- wachnng der weiteren Nettnngsarbeiten in Coventrh befunden, während seine Anwesenheit in London selbst sicherlich wün­schenswert erschienen wäre, heißt es vielsagend in dem glei­chen Bericht. Der britische Nachrichtendienst Exchange bemüht sich zwar. die neuen schweren Verwüstungen in den Dock­anlagen zu verschweigen, muß aber folgende Schäden im Zentrum Londons zugeben: „Ein Zeitungsgebäude und 30 Kaufhäuser zerstört. In.einem Distrikt zwei Kinos und ein Gebäudeblock durch Ballen von Brandbomben getroffen". Ein einziges „Gebäude"Zo meldet dieser britische Nachrichtendienst weiter, sei allein durch 40 Brandbomben getroffen worden.

In einer anderen Meldung wird daraus hingewiesen, datz die Feuerwehren sich immer mehr vor eine geradezu „über­menschliche Ausgabe" gestellt sehen. „Die häufigen Störungen im Netz der Wasserleitungen wirken sich höchst peinlich aus". Die ständig übermüdeten Feuerwehrleute sehen sich gezwungen, zu ihren Brandherden oft sehr lange Leitungen zu legen. In­folge der oft einstürzenden brennenden Gebäude gehe dabei beträchtliches Material verloren

Die naßkalten Herbstnebel wirken sich in den Vierteln Londons in denen kaum mehr eine Scheibe heil ist und in denen auch die Gasleitungen meistens zerstört sind, so daß nichts Warmes gekocht werden kann, katastrophal aus. In einzelnen Quartieren muß das Trinkwasser durch Spreng­wagen den dort noch verbliebenen Hausbewohnern geliefert werden, da die'zertrümmerten Wasserleitungen in den selten­sten Fällen repariert werden können.

Die hygienischen Verhältnisse machen den Behörden Lon­dons. wie eine amerikanische Meldung besagt, schwerste Sorge. Man geht bereits daran, Impfmaterial in größeren Mengen bereitzustellen. Der Zwang, säst ausschließlich bei Tag und Nacht unter der Erde zu leben, der wachsende Mangel an Heizmaterial und Lebensrnitteln, die zertrümmerten „Quadrat­kilometer Glasscheiben", der Mangel an primitivsten Dingen, all das beschleunige jetzt die Abwanderung aus London.

feklen, cke nickt wiedenliolt v/erclen

Zur Erfüllung von Wünschen auf Berücksichtigung bei der künftigen Ansiedlung in den befreiten deut­schen Ostgebieten sind nicht zuletzt Vorbereitungen für die in Frage kommenden Angehörigen der Wehrmacht im Gange.

k. blü. Um den Gründen nachzuforschen, weshalb der Osten viele Jahrzehnte im Denken des deutschen Vol­kes nicht die ihm gebührende Stellung einnahm, ist es nötig, einen kritischen Blick bis in die Zeit vor 1914 zurückzuwerfen. Die Sprache der Geschichte, immer ein­deutig, bleibt in unserem Falle besonders lehrreich: Die deutsche Ostpolitik der Vorkriegszeit läßt bei näherer Prüfung vom geistig-weltanschaulichen Abstand aus, zu dem uns . der Nationalsozialismus befähigt, ohne wei­teres .erkennen, daß ihr in allen ihren Erscheinungsfor­men zunächst die wichtigste Voraussetzung zu jedem durch­schlagenden- Erfolg fehlte, nämlich die nachhaltige Konzentration der Eesamtnation auf die an ihr Lebensschicksal greifenden Aufgaben des deutschen Ostens. Der deutsche Mensch im Erenzraum war in sei­nem schweren Kampf auf sich allein gestellt, weil seinem Volk nicht nur das Bewußtsein des germanischen Herr­schaftsanspruchs in diesem Gebiet, sondern die Geschlossen­heit der nationalen Kräfte überhaupt fehlte. Selbst Bis- mqrck konnte sich bei der Zurückweisung maßloser pol­nischer Bestrebungen nur auf staatliche Machtmittel stützen ; im Volk fand der große Kanzler mit seinem ledig­lich der Selbsthilfe dienenden Ansiedlungsgesetz einen kaum nennenswerten Resonanzboden! Wie hätte es auch anders sein können, gab es doch gar kein geeintes und im tiefsten Sinne des Wortes einsatzfähiges deut­sches Volk, gab es doch nur ein in Parteien und Stände aufgespaltenes, politisch führerloses Deutschland, woran später auch die von hohem Idealismus beseelten Män­ner des Ostmarkenvereins nichts ändern konnten. Erst unter diesem Gesichtspunkt der Notwendigkeit eines von der Wucht des ganzen Volkes getragenen Kampfes um das Deutschtum im Osten ermißt man die entscheidende Bedeutung des völkischen Einigungswerkes der Bewe­gung Adolf Hitlers für die kulturelle und wirtschaft­liche Neugestaltung des deutsche^ Ostraumes. '

Mit dem positiven Verlauf des Prozesses der Volk- wetdung hängt die jetzt erstmalig gegebene Grad- linigkeit der deutschen Ostpolitik, gewähr­leistet durch die Klarheit der nationalsozialistischen Welt­anschauung und die unerschütterliche Stabilität der na­tionalsozialistischen Staatsführung, organisch eng zusam­men. Das Pendeln zwischen unrealistischer Versöhnungs­politik und zaghafter Verteidigungstaktik, das Verschwö­rungen und Aufstände der Polen geradezu begünstigte, ist endlich einer wirklichkeitsnahen, unerbittlich straffen und vor allem zielsicheren deutschen Volkstumspoli- tik gewichen. Was in jenem Zickzack-Kurs, der von Fried­rich. Wilhelm IV. zu Bethmann-Hollweg führte, sür den Osten in Angriff genommen worden war, atmete — wir erinnern hier nur an die allzu bescheidenen Ergebnisse des Ansiedlungsgesetzes und die groteske Nichtanwen­dung der-Enteignungsklausel — den Geist der Halbheit und des folgenschweren Zuspät. Es bedarf keines Bewei­ses, daß die resolute Absage unserer verantwortlichen Männer an die Unentschiedenheit besonders der- „Ost­politiker" des Zeitraumes zwischen 1890 und 1914 sowie die Wiederanknüpfung an die friderizianische Tradition schöpferischer Strenge und Härte ostkolonisatorischer Ar­beit erheblich mit dazu beitragen wird, die angedeuteten Vorurteile aus dem Denken des gesamten deutschen Vol­kes zu verdrängen.

Nur der Nationalsozialismus konnte den zum Planen und zum Handeln geborenen Deutschen dahin bringen, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und sie bei seinem eigenen Werk ohne'-jedes Wenn und Aber zu vermeiden. Vorbei ist für immer die närrische Zeit der liberalistischen Polenschwärmerei, die zum Beispiel so weit führte, daß im Augenblick schwersten Existenzringens deutscher Ostsiedler „bayrische" Landtagsabgeordnete einen Teil ihrer Diäten polnischen Aufständischen zuleiteten und in München ..Wohltätig­keitskonzerte" zugunsten polnischer Soldateska veranstal-

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In Anwesenheit des Reichsmarschalls Görinq wurde in Wien die Wehrmachtausstellung „Sieg iin Westen" erössnet.

Die militärische und politische Lssensive der Achse hat die letzten Londoner Zweckillusionen zerschlagen.

Die deutsche Lustwasse bombardierte wiederum mit großem Erfolg kriegswichtige Ziele in London.

Die italienische Lustwasse belegte Kreta, Alexandria und Port Sudan mit Bomben, während sich an der griechischen Front erbitterte Kämpfe abspielten.

Kreisleiter Blanke weihte die Fahnen der N?DAP.-Orts- gruppe Arbergen.

Aus einem Appell der RSKOV.-Amtswalter gab Kreis, obmann Pg. Kahser einen Tätigkeitsbericht über die Kricgsarbeit 1040.

Der „Tag der deutschen Hausmusik 1940" wurde in Bremen mit einer Kammermusik im Rathaus erössnet.

Deutschland siegte im Fußball-Länderkamps gegen Däne­mark mit 1:0.

Admira Wien und Schalke 04 trennten sich mit einem 1:1.

Die Stasselzusammenlegung wurde vom Bercichsfachwart abgelehnt.