Ausgabe 
(16.11.1940) Nr. 316
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parteiamtliche lageszeitung

' Das Amtsblatt des legierenden Vürgermeisters der Zreien fjansestadt vremen

der Nationalsozialisten Vremens

flmliiches verkündungsblatt des NeichsstattlMecs in Oldenburg und vcemen

Nr. Z 16 / 10 . Zalirgang

Sonnabend, 16 . November 1840

Linzelpreis 15 Nps.

küstllngsientrum loventrg vernichtet

soo deutsche kampsflug;euge warfen soo ooo kg Sprengbomben und zoooo kg vrandbomben

kin 200 km weit sichtbares Flammenmeer

Ungeheure Wirkung des deutschen Vergeltungsschlages für den Überfall auf München

Berlin, 15. November.

Die deutsche Luftwaffe unternahm in der Nacht zum Freitag Massenangriffe auf das britische Rüstungszentrum der Stadt Coventry. Ueber 50V Kampfflugzeuge über­flogen die Stadt, und jedes Flugzeug warf über 1000 Kilogramm Bomben ab. Im ganzen wurden über 500 vvv Kilogramm Sprengbomben und etwa 30 000 Kilogramm Brandbomben abgeworfen. Die deutschen Flieger waren von vorteilhaftestem Wetter begünstigt, konnten ihre Ziele genau erkennen und die Bombeneinschläge beobach­ten. Die Wirkung war ungeheuer. In kurzer Zeit standen alle großen und die vielen kleineren Fabriken im Brand und bildeten nach wenigen Stunden ein ein­ziges Flammenmeer. Ihr Feuerschein war über 200 Kilometer bis zum Kanal hin zu sehen.

»)

Dieser Angriff hat eines der wichtigsten Rüstungs- -s zentren zerschlagen. Coventry ist die Stadt der Flüg- motorenindustrie. Hier sitzen die Unterlieferanten der ls. großen Flugzeugwerke, die in erster Linie Flugzeug- « motoren, Motorenteile und andere wichtige Metallteile ii für Flugzeuge herstellen. Die ganze Stadt bildet eine ? Anhäufung von Spezialfabriten, angefangen bei den

WWW Erotzfirmen Armstrong, Standard-Motors, Daymler K i. 1 Co., Humber, Hillmann, Bredstone, Humping L Co. bis hinunter zu den kleinsten Betrieben. Alle diese An­lagen sind in einer Nacht zerstört worden. Die eng­lische Flugzeugindustrie hat einen vernichtenden Schlag erhalten.

In der vergangenen Nacht schlug unsere Luftwaffe besonders kraftvoll zu und erzielt« in Angriff und Abwehr große Er­folge. Als Gegenschlag gegen die ohnmächtigen britischen An­griffe aus die Parteiseier in München waren starke Verbände unserer Kampfflugzeuge gegen das Zentrum der britischen Rüstungsindustrie in den Midlands angesetzt worden. Der Ort Coventry bei Birmingham war das Hauptziel unserer Bomber, die in massierten Angriffen die Fabrikanlagen zer­schlugen und Lagerhäuser in Brand sehten.

Vergeblich bemühte sich die britisclie Abwehr, den An­greifern den Weg zu verlegen. In rollendem Anfing führten unsere Kampfflieger ihren Auftrag unbeirrt durch. Große Feuersbrünst« wiesen ihnen weithin ihren Weg. Neben diesen Zielen wurden auch London und andere kriegswichtige Objekte aus der- britischen Insel wieder heimgesucht lind die Verminung der britisclien Läsen fortgesetzt.

Demgegenüber wurde dem Gegner, der stärkere Kräfte

gegen die Reichshauptstadt angesetzt hatte, von unserer Flak­artillerie ein heißer Empfang bereitet. Acht feindliche Bom­ber sind durch Flakartillerie abgeschossen worden. Nur zwölf Flugzeugen gelang es, die Reichshauptstadt zu überstiegen. Drei von ihnen wurden über der Stadt abgeschossen, zwei andere bereits im Vorfeld. Drei britische Flugzeuge sielen schon im Westen kurz nach Uebersliegen der Küste dem Flak- ' jener zum Opfer.

' Wie der englische Nachrichtendienst bekanntgibt, ist in Lon­don ein amtliches Kommunique ausgegeben wckrden, wonach deutsche Flugzeuge in der Nacht zum Freitag die Stadt Coventry außerordentlich heftig angegriffen und bombardiert haben

Die Angriffe seien in ihrer Heftigkeit nur mit denjenigen der schwersten Rächte zu vergleichen, die London bisher mit-

»I

Mttitiirische vejprechungen in Innsbruck

Berlin, 15. Növember.

Am 15. November fanden in Innsbruck militärische Be­sprechungen über die gemeinsame Kriegführung zwischen den Chefs der Oberkommandos der deutschen und italienischen Wehrmacht statt. Sie wurden geführt durch den Ches des Oberkommandos der Wehrmacht, Generalseldmarschall Kcitel. und den Ches des Oberkommandos der italienischen Wehr­macht, Morschall Badoglio. An den Besprechungen nahmen außerdem teil von deutscher Seite General der Artillerie Jod! und der deutsche Militärattache in Rom, Generalleut­nant von Rintelen, von italienischer Seite Generalmajor Gandin und der italienische Militärattache in Berlin, Gene­ralleutnant Marras.

gemacht habe. Zu Beginn des nächtlichen Angriffes hätten die deutschen Flieger Unmengen von Brandbomben über der Stadt abgeworfen, wodurch eine Reihe von Bränden verur­sacht worden sei. Später seien dann Explosivbomben gefolgt. Die ganze Stadt habe ernsten Schaden erlitten. Soweit man bisher übersehen könne, habe es Tausende von Opfern in der

einen Angrisfsnacht aus Coventry unter der Bevölkerung der Stadt gegeben.

Dichter Rauch bedeckt.ganz Covensrh, so besagen die neuesten englischen Berichte über die Katastrophe der mittelengl'ischen Industriestadt als Folge der deutschen Luftangriffe. Glut und Flammenschein der Brände waren während der Nacht zeit­weise derart, daß der Mond nicht mehr zu sehen war. Sehr viele Polizisten und Feuerwehrmänner seien von Bomben getötet worden.

Aus London melden englische Berichte neue Schäden am Buckinghampalast. Eine Bombe sei wieder in das Gelände nahe dem Schloß gefallen. Das Gebäude sei an einem Eck- slügel beschädigt worden, und nahezu sämtliche Scheiben der Hinterfront des Schlosses seien zerstört. Auch das Drurylane- Theater sei beschädigt, doch nicht in seinem historischen Teil.

Am Freitag waren über London und anderen Teilen Eng­lands wiederum zahlreiche Lustaktionen im Gange. Die Hauptstadt hatte im Lause des Tages eine ganze Reihe von Alarmen. Zwei deutsche Verbände operierten im Themse­mündungsgebiet, andere an der Küste. Die Engländer be­richten ferner über ein zweistündiges Artillcrieduell in der Gegend von Dover.

<2 Vrllenbomber wurLdn abgeschossen

Mißlungener englischer flngriff auf verlin / vrei Volltreffer auf Sie Funkstation in Vover Wieder vier britische Schiffe vernichtet - englischer Zerstörer schwer getroffen

Verlin, 15. November

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Trotz starker Behinderung durch heftige Stürme führte die Luftwaffe auch am 14. November ihre Aufklärungs­und Angrifssflüge planmäßig durch. 5vll Kilometer west­lich Irland vernichtete ein schweres Kampfflugzeug einen britischen Handelsdampfer von 5000 BRT. Hurch zwei Bomben, die mittschiffs und achtern trafen. Das Schiff geriet in Brand und blieb mit Schlagseite liegen. Längs der schottischen Küste wurden zwei Dampfer von 2000 und 7600 BRT. angegriffen. Das größere Schiff sank nach Explosion, wahrend der andere Dampfer in Seenot geriet. Durch Volltreffer wurde ferner in der nördlichen Nordsee ein 5000-BRT.-Schiff versenkt. In Höhe von Great Parmouth erhielt ein britischer Zer­störer einen schweren Bombentreffer mittschiffs.

Sturzkampfflugzeuge griffen die Funkstation von Do­ver an, die drei Volltreffer schweren Kalibers erhielt. Im Laufe des Tages kam es trotz der ungünstigen Wit­terung über dem Kanal und Südengland zu einer Reihe von schweren Luftkämpfen, die für unsere Jäger erfolg­reich verliefen.

Nach Besserung der Wetterlage konnte die Luftwaffe in der Nacht zum 15. November als Vergeltung für die britischen Angriffe auf München dem Gegner buch einen Großangriff auf bedeutende Rüstungsziele in Mittelengland einen außerordentlich schweren Schlag versetzen. Besonders heftig und erfolgreich war dabei der rollende Angriff starker Kampfverbände der Ee- neralfeldmarschälle Kesselring und Sperrle auf Co- ventry, wo zahlreiche Motorenfabriken und große An­lagen der Flugzeug-Zubehörteileindustrie sowie andere kriegswichtige Einrichtungen mit Bomben schweren und schwersten Kalibers belegt wurden, die gewaltige Ver­wüstungen anrichteten. Ungeheure Feuersbrünste, die von großen Rohstofflagern genährt wurden und bis zur Kanalküste sichtbar waren, vollendeten das Vernich- tungswerk. Außer Rüftungsbetrieben wurden in den Midlands noch ein großes Nachschnblagcr der britische» Luftwaffe und ein Gaswerk mit sichtbar großer Wir­kung angegriffen. In der gleichen Nacht wurde der Vergeltungsangriff auf London planmäßig fortgesetzt. Weitere Angriffsziele waren kriegswichtige Objekte in Süd- und Mittelengland.

Der Feind versuchte in der Nacht znm 15. November die Reichshauptstadt mit stärkeren Kräften an­zugreifen? der geplante Großangriff scheiterte aber an der durchschlagenden Wirkung der Flakartillerie. Nur 12 englischen Flugzeugen gelang es infolgedessen. Ber­lin zu erreichen. Davon wurden drei über der Stadt selbst, drei weitere im Vorfeld Berlins durch Flak­artillerie abgeschossen. Sechs britische Bombenflugzeuge waren bereits im Westen kurz nach Uebersliegen der Küste durch Flakartillerie abgeschossen worden. Die feind­lichen Bomben richteten nur geringen Personen- und einigen Gebäudeschaden an.

In H am bürg und Bremen sowie an zwei an­deren Stellen in Norddentschland wurden einige Bom­ben abgeworfen. Der Gegner verlor im Laufe des 14. November und in der Nacht zum 15. November 20 Flugzeuge, davon sieben im Luftkaüipf, zwölf durch Flakartillerie und eins durch Marineartillerie. Fünf eigene Flugzeuge kehrten nicht zurück."

Vomber griff velettiug an

Zwei große Dampfer 700 Kilometer westlich Irlands vernichtend getroffen

Berlin, 10. November

Ein deutsches schweres Kampfflugzeug führte am Frei­tag in den Mittagsstunden einen äußerst schneidigen und erfolgreichen Angriff auf einen Geleitzng im Atlanti­schen Ozean durch. 700 üm westlich Irlands kam ein gro­ßer Geleitzug in Sicht, dem 20 Handelsschiffe und sechs Zerstörer als Vegleitschutz angehörten. Das Flugzeug wurde von den Zerstörern und Handelsdampfern unter starkes Feuer genommen, griff aber trotzdem in wieder­holten Ansliigen an. Als erstes Schiff wurde ein Damp­fer von 0300 BRT. von einer schweren Bombe auf dem Vorschiff getroffen. Es trug schwere Beschädigungen da­von und geriet in Brand. Ein anderer Dampfer von etwa 16 000 BRT. erhielt zwei Treffer schwerer Bomben mitschiffs. In kürzester Zeit stand das ganze Schiff in Flammen, neigte sich und blieb mit Schlagseite liegen. Es ist mit dem Verlust beider Dampfer zu rechnen.

l S Negierungsgebäukie in London getroffen

Vk schweren deutschen Vergeltüngsangrlffe F U. a. wurden S Zeltungsgebiiude beschädigt

Stockholm, 15. November.

„In der Nacht zum Freitag flogen deutsche Bomber an der Ostkiiste nach England in so massierten Angriffen ein, die alles übertreffen, was man bisher erlebte. Die Flugzeuge nahmen ihren Kurs nach dem Innern Englands." So meldet der Londoner Korrespondent der Nachrichten­agentur United Preß nach Newyork.

Tt« ungeheure Wucht und Stoßkrait der letzten deutschen Nachtanqrifse kann selbst Reuter nicht verschweigen. Trotz der bekannten vorsichtige» Berichterstattung muß selbst das Londoner Nachrichtenbüro zugeben: „In der Nacht zum Frei­tag richteten sich die feindlichen Lustangrisse hauptsächlich gegen Mittelengland Ein Angriss wurde mit großer Heftig­keit (I) au? eine Stadt in den Midlands durchgeführt, Viele Brände wurden verursacht und beträchtliche Schäden (I) hervorgerufen

Buch der Londoner Rundfunk sieht sich angesichts der ver­heerenden Wirkung der deutschen Bomben aus Fabrikanlagen und Lagerhäuser gezwungen mitzuteilen, „in der letzten Nacht sei eine Stadt in den Midlands einem sehr schweren Angriff l!) ausgesetzt gewesen. Brände seien entstanden. Man fürchte, daß die Zerstörungen schwerster Natur (!) seien.

In einem anderen Bericht meldet Reuter: „In dem Gebiet

von London haben feindliche Flugzeuge, die in Zwischcn- -ränmen kamen (!). Bomben abgeworfen. Häuser und einige andere Gebäude (!) wurden zerstört. Auch ander« sehr ent-

sernt liegende Gebiete (!) sowie das nördliche WaleS wurden von der deutschen Luftwaffe bombardiert."

Damit gibt Reuter in gewohnten verschleierten Wendungen den unaufhörlich rollenden Anfing der deutschen Kampsitieger sowie die weite Verzweigung des Angriffes aus die Zentren der britischen Rüstungsindustrie zu. Echt reuterisch ist der Satz: „In einer Anzahl dieser Gebiete wurden auch (!)

Wohnungen beschädigt," Was sonst noch getrosten und zer­stört wurde, versteckt die Londoner Nachrichtenagentur hinter der typischen Wendung auch" Wohnungen wurden beschädigt,

Der deutsche Hinweis, daß es sich bei den deutschen Nacht­angriffen um eine Strasaktion für den englischen Angrisss- versuch aus die Parteiscier in München handelt, dürste einen hinreichenden Bcgriss von der Schwere und dem nachhaltigen Charakter dieser Angrisfshandlungen vermittelt haben. - auch ohne den Segen des Londoner Lustsahrtministeriums. das offensichtlich am Freitagmorgen noch nach Lust rang angesichts der Verheerungen, die durch die deutschen Bomben in Mittelcngland. London und anderen wichtigen Bezirken des Landes angerichtet worden sind. Das Londoner Insormations- ministeriuw sucht einen gläubigen, einstweilen durch Phantasie-

Berichte über den Verlaus der'Lustkämpfe vom Donnerstag­nachmittag über die englische Küste Trost zu spenden, von wo übrigens nachträglich das Auftreten deutscher Stukas in größerer Zahl gemeldet wird.

Die Engländers deren geläufige Schwindelkunsk nur selten ins Wanken gerät, hatten sich am Freitag nach längerem zögern davon überzeugt, daß völliges ableugnen diesmal wirklich keinen Zweck habe. Sie meldeten zehn eigene Flug- zeugverlnste aus Grund ihrer Nachtangrisfsvcrsnche. Die acht über und bei Berlin abgeschossenen englischen Flugzeuge, die der deutsche Wehrmachtsbericht u. a ausführt, haben es ihnen offenbar unmöglich gemacht, di» Beschönsgungstaktik im sonst üblichen Umfang anzuwenden. Aehnlich erging es ihnen nach eingehender Prüfung der in England angerichteten Schäden, die ganz außerordentlich schwer sein müssen, selbst im Vergleich mit den furchtbaren Erfahrungen über die Eng­land bisher schon verfügte.

^ Typisch ist das Verhalten des Lustsahrtministeriums: Am Freitagmorgen, als von deutscher Seite bereits prompte Be­richte über alle Lustkriegsoorgänge im eigenen Lande und über England vorlagen herrschte in London noch völlig ver­störtes Schweigen! Tann kam vormittags eine kurze vor­bereitende Darstellung, in der gesagt wurde, baß sich die ieindlichen Angriffe in der Nacht zum Freitag hauptsächlich gegen Mittelengland gerichtet hätten. Eine nicht näher be­zeichnete Stadt in Mittelengland hinter der sich natürlich Coventry verbarg, habe bei einem Angriff von großer (Fortsetzung aus Seit« S)

Heute ist Albion blockiert

rck. Berlin, 15. November.

Vor fünf Jahren, als England gegen Italien die „Sanktionen" verhängte, trat der Völkerbund zum letztemal in Aktion. Die Ligastaaten folgten bereit­willigst der britischen Weisung, aber das Rezept ver­sagte, die Blockade gegen Italien wurde unwirksam. England glaubte, noch nach den Erfahrungen aus dem Weltkriege handeln zu können. Eine Welt, die völlig vergessen hatte, wie rücksichtslos die Engländer Krieg gegen Frauen und Kinder zu führen pflegen, erlebte die Abdrosselung der Mittelmächte, ihre Aushungerung. So wurde der Weltkrieg zu einer bitteren Lehre, die aber nun nicht mehr dem Gedächtnis entschwand. Als

Suner kommt auf kinladung Mbbenirops " nach Veukschland

sind. Berlin, 15. November.

Aus Einladung des Reichsministers des Auswärtigen wird sich der spanische Außenminister Serrano Suner binnen kurzem zu Besprechungen nach Deutschland be­geben.

Italien vor fünf Jahren in Bedrängnis geriet,, stellte sich Deutschland an die Seite des Faschismus.

Die Liga-Sanktionen gegen Italien verfehlten ihre Wirkung, zugleich aber geriet die Liga selbst in Miß­kredit, Es wurde an dem Widerstand der beiden Groß­mächte und zukünftigen Achsenpartner klar, daß ein sogenannter Bölkerbund als Instrument Englands kein Anrecht auf völkerrechtliche Achtung besaß. Die Risse im Liga-Palast erweiterten sich. Das Jahr 1935 war insofern nicht nur die Geburtsstunde der Achse, es war auch die erste schwere Eristenzkrise des Genfer Bereins. Die Fronten begannen sich abzuzeichnen. Jenes Jahr­fünft begann, in dem sich in Genf die Rücktrittserklä­rungen häuften. England hat selbst den Anstoß dazu gegeben. Rückschauend kann man überhaupt sagen, daß England sich damals zuerst in eine Lage brachte, die zu seiner allmählichen Verdrängung vom Kontinent führte, wer sich gegen die Interessen Europas vergeht, hat das Anrecht auf die Teilnahme und Mitwirkung an der politischen Gestaltung des Kontinents verloren..

Damals war es noch zu früh. so weitgehende Schluß­folgerungen zu ziehen, aber sicher war schon im Jahre 1935, daß die Waffe der Blockade stumpf zu werden anfing. Wohl begann England im Jahre 1936 mit der beschleunigten Aufrüstung, aber es vertraute trotzdem weiter auf das Vlockademiktel. Allerdings war man in London entschlossen, in dem kommenden Krieg gegen Deutschland sehr viel schärfer zuzupacken und schon innerhalb der ersten vier Wochen nach der Kriegser- 7 .jene radikale Form der Abschnürung über­seeischer Zufuhren anzuwenden, die sich im letzten Jahr des Weltkrieges entwickelt und als schnell wirksam er- wiesen hatte. Der deutschen Staatsführung waren diese bekannt, sie hatte die Eegenmaßregel rechtzeitig getroffen. ^

Die Waffe der „Sanktionen" war stumpf geworden! Aus der passiven Abwehr aber entwickelte Deutschland e,ne Eegenblockade und heute steht mahnend über Enq- land das Wort des Führers geschrieben, die Londoner Knegshetzer werden in einigen Monaten erleben, wer blockiert ist, Deutschland oder England. Die Antwort kann nicht zweifelhaft sein. wenn wir an die neuen Erfolge unserer Luft- und Seestreitkräfte rund um Ena- land denken. ^

Den niederträchtigen Anschlag der britischen Luftwaffe gegen die nationalen Feiern in München in der Nacht zum 9 November ist unerbittlich der deutsche Verqel- tungsschlag gefolgt. Während die britischen Flkkqer bei ihrem Angriff auf München keines ihrer Ziele er­reichen konnten, da weder die Parteifeiern gestört noch Schaden an kriegswichtigen Objekten angerichtet wur­den bedeutet der Vergeltunqsanqriff der deutschen Luft- wafse in der Nacht zum Freitag wieder einen vernich­tenden Schlag gegen das Herz der britischen Rüstungs- zentrale, der zugleich beweist, wie sehr gerade England setzt ist " erbarmungslosen deutschen Schlägen äusge-

Coventry, das im Mittelpunkt des großangelegten Vergeltungsangriffes stand, ist eine der wichtigsten Zsn-

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5NN deutsche ^lnqri-uoe vernichteten mit 5NN NNN Kilo­gramm Sprengbomben und 30 000 Kilogramm Brand­bomben das britische Riistungszentrum Coventry.

Bei einem Angriff auf die Rcichshauptstadt wurden 12 Britenbomber von unserer Flak abgeschossen.

Auf Einladung des Reichsaußenministers v. Ribbentrop wird der spanische Außenminister Suner Berlin besuchen. Zwischen Deutschland und Italien finden zur Zeit in Innsbruck militärische Beratungen statt.

Die ausländische Presse würdigt den „weltumspannenden Charakter der Berliner Besprechungen" anläßlich des Mo- lotow-Besuchs.

Nach dem geheimnisvollen Tod des ägyptischen Minister­präsidenten trat das Kairoer Kabinett zurück.

Ein in der Nacht zum Freitag auf Bremen geplanter Luftangriff wurde durch die Flak, die einen Britenbomber abschoß, wirkungsvoll behindert.

Der Reichsarbcitsminister erließ Vorschriften für Weih- nachts- und Abschluß-Gratifikationen 1940.