Ausgabe 
(13.11.1940) Nr. 313
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parteiamtliche lageszeitung

Vas flmtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Zreien Nonsestadt vremen

der Nationalsozialisten Vremens

flmliiches verkündungsblatt des Neichsstatttialters in Oldenburg und Bremen

Nr. Z1Z / 10. Zaiirgang

Mittwoch, 1Z. November 1940

Linzelpreis 15 Npf.

Molotow vom sührer empfangen

LSngere flussprache in öegenwart des Nelchsministers des fluswSrttgen vonMbbentrop

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flls Saft der Neicksregierung in veriin

Sie vegrüßung des russischen siußenkonimisfars Molotow auf dem flnhalter Vahnhof

Berlin, 12. November

Der Führer empfing Dienstag nachmittag in der Neuen Reichskanzlei den Vor­sitzenden des Rates der Volkskommissare der UdSSR. und Volkskommissar für aus­wärtige Angelegenheiten Herrn W. M. Molotow in Gegenwart des Reichsministers des Auswärtigen von Ribbentrop zu einer längeren Aussprache. Herr Molotow war von dem stellvertretenden Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten Dekanosow be­gleitet. Eine Abteilung der ii -Leibstandarte erwies bei der An- und Abfahrt die mili­tärischen Ehrenbezeigungen.

Der Borfitzende des Rates der Volkskommissare der UdSSR. und Volkskommissar für auswärtige Angele­genheiten» W. M. Molotow, war am Dienstagvor- mittag auf Einladung der Reichsregierung zu einem mehrtägigen Deutschland-Besuch auf dem Anhalte» Bahnhof in Berlin eingetroffen.

In seiner engeren Begleitung befanden sich außer dem sowjetrussischen Botschafter in Berlin, Schkwarzew, der bereits zur Grenze entgegengefahren war, der Volkskommissar für Hüttenwesen Tewossjan, der stellvertretende Volkskommissar für auswärtige Ange­legenheiten Dekanosow» der stellvertretende Volks­kommissar des Innern Merkn! ow, der stellvertre­tende Volkskommissar für Außenhandel Krutikow und die stellvertretenden Volkskommissare für die Flug­zeugindustrie Belandin und Jakowlew.

Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribben­trop hieß den Präsidenten Molotow auf dem Bahnsteig herzlich willkommen. Ferner waren- Eeneralfeldmarschall Keitel, Reichsminister Dr. Lammers, Reichsorga­nisationsleiter Dr. Ley, Reichssührer s,i Himmler, Reichspressechef Dr. Dietrich» der Korpsführer des NSKK. Hühnlein, ^-Obergruppenführer Heiß- meyer, der Kommandant von Berlin Generalleutnant Seifert» General der Polizei Daluege, Bürger­

meister Steeg und weitere führende Vertreter von Staat, Partei und Wehrmacht zur Begrüßung erschienen. Der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes von Weizsäcker, die Staatssekretäre Bohle und Keppler waren mit den leitenden Beamten des Aus­wärtigen Amtes gleichfalls anwesend.

Vom Diplomatischen Korps in Berlin hatten sich der chinesische Botschafter Ehen Chieh, der türkische Bot­schafter Gerede, der Kaiserlich-Japanische Botschafter Kurusu und der Königlich-Italienische Geschäfts­träger Botschaftsrat Zamboni als Vertreter des von Berlin abwesenden Botschafters Alfieri eingefunden.

Präsident Molotow und Reichsaußenminister von Ribbentrop schritten nach der Begrüßung die Front der vor dem Bahnhof angetretenen Ehrenkompanie ab. Sodann geleitete der Reichsaußenminister Herrn Molo­tow zum Schloß Belevue, wo der Chef der Präsidial­kanzlei des Führers Staatsministcr Dr. Meißner den Gast und seine Begleitung empfing.

Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop empfing am Dienstagmittag den Vorsitzenden des Rates der Volkskommissare der UdSSR. und Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten, Herrn W. M. Molo­tow, zu einer Besprechung.

Der Vorsitxonäv äes kates-üor Volkskommissare äer 1IÜ88K. unä Volkskommissar kür ^.us^värtiAe ^n^elexen- keiten, illoloton, sckreitvt nacli äer .^nkunkt in ljvrlin ckie Krönt cker LUirenkormation ab; links neben ibm keiebsminister lies ^usvärtiKen von llibbentrop unä tleneralkelämarseliall Beitel. (Lrssso-llokkmunn.)

vor Vorsit^encke äes Haies äer Volkskommissare,

Aloloto^v. (vresso-HoKwann.)

Ber welirmachlsberichr vom 12. November

Berlin, 12. November

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Die gestern bekanntgegebenen Vergeltungsangriffe deutscher Kampfverbände gegen London in der Nacht vom 1ü. znm 11. November haben in den Berkehrs- anlagen nördlich von Warmwood, Scrubs und im Stadtgebiet von Willesden, Harlesden und South-Axton große Brände hervorgerufen. Ein Großgaswerk erhielt mehrere schwere Treffer. Im Stadt­teil Leqton sowie inVermondseq entstanden wei­tere ausgedehnte Brände. In einem Werk der Flugzeug­industrie bei Birmingham wurden starke Stichflammen im Ziel beobachtet. Auch im Laufe des 11. November griffen Kampfflugzeuge trotz schwierigster Wetterlage London sowie zahlreiche kriegswichtige Betriebe in Süd- und Mittelengland an. Dabei gelang es, bei Slough ein Motorenwerk, bei Birmingham eine Gasfabrik und Industrieanlagen, bei Oxford ein Rüstungswerk und bei Folkestone eine Brücke schwer zu treffen. Sturzkampffliegerverbände griffen, wie bereits gemel­det, im Seegebiet südostwärts Harwich einen stark gesicherten britischen Geleitzug an. Trotz heftiger Flak- und Jagdabwchr gelang es, sieben Handelsschiffe mit etwa 44 Uüü BRT. zu versenken, fünf weitere schwer zu beschädigen. Ein Fernaufklärer versenkte im Atlantik einen Frachter von 2500 BRT. Seeslugzeuge erzielten Volltreffer aus zwei britischen Handelsdampfern mit zu­sammen 14 VÜÜ BRT.

Es kam am Tage z» heftigen Luftkämpfen, in deren Verlauf 14 feindliche Flugzeuge abgeschossen wurden. Der Gegner unternahm in der Nacht zum 12. November keine Einflüge in das Reichsgebiet. Bei den Kampfhand­lungen am 11. November zeichneten sich Verbände des italienischen Fliegerkorps durch einen erfolgreichen Vor­stoß gegen einen Hafen an der englischen Ostküste aus. Dabei kam es zu stärkeren Luftkämpfen, in deren Ver­laus die italienischen Jäger sieben britische Jagdflug­zeuge abschössen. Die gestrigen Eesamtverluste des Fein­des betrugen 22 Flugzeuge, davon eins durch Flakartil­lerie. Sieben deutsche und sechs italienische Flugzeuge werden vermißt."

j bomben;um britischen waffenftMstandstag

Unaufhörliche flngriffe trotz schlechten Wetters — London durch krplosionen erschüttert

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krv. Stockholm, 12. November

Die Luftoperationen über England in der Nacht zum Dienstag wurden, wie die Engländer er­leichtert feststellen, durch dichten Nebel und schwere Bewölkung behindert. Das verschaffte den Lon­doner» trotzdem keine angriffsfreie Nacht. Es wurde wie üblich Alarm gegeben, und deutsche Flug zeuge warfen, sobald einige Wolkcnliicken die Sicht freigaben, mit gewohnter Präzision ihre Bomben. Ueberdies hat die Erfahrung des Montags den Enzländern gezeigt» daß sie auch weiterhin tagsüber keinerlei Ruhe haben. Die schwedischen Meldungen aus London verzeichnen nahezu ununterbrochene Angriffe

Daß es sich gerade um den 11. November, den ehemaligen „Wasfenstillstandstag", handelte, wird in neutralen Berichten besonders hervorgehoben, ebenso wie die starke Beteiligung italienischer Flugzerge. Eine Londoner Darstellung der^ „Stock- holms Tidningen" besagt über den Verlaus des 11. November: .Der Waffenstillstandstag wurde seierlich begangen durch un­aufhörliche Luftangriffe auf London. Viele dieser Anqrisfe wurden von italienischen Flugzeugen ausgeführt, so gegen «inen Geleitzug bei der Themscmündung. Die Menschen, die in London unterwegs waren, sahen zwar infolge diesigen Wet­ters die Flugzeuge über ihren Köpfen nicht, aber sie hörten an vielen Stellen Bomben explodieren, und heftige Kämpfe entwickelten sich zwischen den Wolken. Der erste Morgenangriss wurde von mindestens 140 Flugzeugen ausgesiihrt, die gegen

London in vier Wellen vorstießen. Drei verschiedene Stadtteile wurden bombardiert, und erbitterte Kämpfe entspannen sich überall." Ganz ähnlich schildert der Londoner Vertreter des „Svenska Dagbladrt" die Ereignisse: „Heftige Luftgefechte wur­den über London ausgekämpft. Die Stimmung wurde be­herrscht von dem Dröhnen der Flugzeuge und dem Geknatter der Maschinengewehre."

Die Produktion von Kriegsmaterial habe. so wird als Grund für den Verzicht aus die sonst üblichen Feiern und .Schweigeminuten" angeführt, diesmal nicht einmal eine Unterbrechung von zwei Minuten gestattet. Daß es trotzdem zu zahlreichen unfreiwilligen Arbeitspausen durch Luftangriffe kam. gibt eine Londoner Meldung der ..United Preß" zu er­kennen, in der es heißt: „Die Einwohner Londons feierten

den Wasfenstillstandstag und den letzten Weltkriegsabschluß in einem Zustand so gut wie unaufhörlicher Lustalarme. Die deutschen Flugzeuge haben während des ganzen Tages mit kurzen Zwischenräume» die Fortsetzung, der heftigen Angriffe der Nacht durchzuführen versucht und von Fall zu Fall glückte es ihnen auch, die Lustsperre zu durchbrechen und Bomben abzuwerfen. Der fünfte Luftalarm wurde gegen 17 Uhr gegeben, als eine große Anzahl von Arbeitern und Angestellten aus dem Wege von ihrer Arbeit nach Hause waren, die freilich viele Male während des Tages von dem Geheul der Sirenen gestört wurde. Sie hörten heftiges Schie­ßen der Flakartillerie, und die Straßen erschütterten unter gewaltigen Explosionen, die deutlich von Bomben herrührten." Der Londoner Vertreter der schwedischen ..Dagens Nhheter" weist auf die zersprungenen Fensterscheiben des Regierungs­viertels als Zeichen kür den Wandel der Zeiten hin.

Die Engländer dürsten in der raschen Aufeinanderfolge von Angriffen und Alarmen kaum Zeit zum Philosophieren gehabt haben. Die amtlichen Meldungen über die Vorgänge des Tages sprechen von mehreren Wellen feindlicher Luit- streitkräste, die über die englische Küste brandeten. Der hef­tigste dieser Vorstöße fei gegen die Themsemündung gerichtet gewesen. Während hier noch Kämpfe mit englischen Jagd­gruppen im Gange waren, seien Teile der deutschen Verbände

(Fortsetzung aus Seite 2)

LLövlE 4tee HeseÄ«

Nach der Peitsche „Zuckerbrot"

K. >lü. Den britischen Eewerkschaftssekretären ist soeben von der Regierung Churchill eine Aufgabe ge­stellt worden, um die wir sie wahrlich nicht beneiden: Die Handlanger der Londonderrys, Hamiltons, De- vonshires und all der anderen Landlords sollen sich unter die empörte englische Arbeiterschaft mischen und deren „mürrische Stimmung" durch Ermunterungsreden vertreiben. Außerdem sollen in allen Industriebetrieben Beamte „eingesetzt" werden, „die sich um das Wohl der Arbeiterschaft zu kümmern hätten." Ein außer­ordentlich bezeichnender Verzweiflungsschritt der Pluto- kraten! Was ist geschehen? Erst wenige Monate sind seit der geräuschvollen „sozialen Offensive " der schuldbeladenen britischen Kriegstreiber vergangen, in der den trostlosesten Lebewesen des morschen Empires unter Anlehnung an das sonst so geschmähte Ideengut der nationalsozialistischen Aufbaukräfte die „unmittel­bar bevorstehende Inkraftsetzung" einer gerechten Arbeits- und Lebensordnung im Jnselreich angekündigt wurde. Da es sich bei jenen Versprechungen der Groß- kapitalisten und Tantieme-Hyänen nur um Schaum­schlägerei handeln konnte, sind denn auch die verheiße­nen „Sozialreformen^ nicht nur nicht eingetreten, son­dern durch eine weitere Verschlechterung der Lage des englischen Arbeiters als offen­sichtliche Köder für leichtgläubige Dumme entlarvt wor­den. Ganz so leichtgläubig und dumm, wie die herr­schende Schicht Albions ihr Sklavenheer eingeschätzt hat, sind die ausgeplünderten „Lohn"-Empfänger Eng­lands, das bestätigen die von neutralen Journalisten in London wahrgenommenen Ilnruheerscheinungen, also doch nicht, und darum sollen jetzt die gekauften Agenten des Londoner Kabinetts versuchen, der rumorenden Ar­beiterschaft gegenüber die ausgebliebenen Taten durch einen neuen hochtrabenden Wortschwall zu ersetzen.

Noch nie befanden sich die britischen Arbetterverräter so kläglich in der Zange ihrer eigenen Torheit und Un­moral wie jetzt, nach der vielsagenden Auftragserteilung seitens der Jllusionspolitiker an der Themse. Ausgerech­net denjenigen Millionen hungernden und bald auch wieder frierenden Werktätigen, die in Auswirkung des uber pitzten Feudalsystems der oberen 10 000 „Gentle­men trotz schwerster Fron nicht einmal das Existenz­minimum einer Jndustriearbeiterfamilie erreichen sollen die Eewerkschaftsredner weitere „Opfer für Britanniens Zukunft" zumuten. 80 von 100 aller englischen Berg­arbeiter vegetierten nämlich schon zu Beginn des Krie­ges — diese Feststellung wurde von berufsmäßiger Seite im Lande >rohn Bulls selbst getroffen! — unter der so­genannten Armutslinie, bei den Metallarbeitern 75 v. H., bei den Arbeitern der Gas-, Wasser- und Elektrizi- tatswerke 55 v. H., bei den Bauarbeitern 50 v. H. Die deutlichste Sprache der Not dieser Massen reden die städtischen Elendsquartiere, die Slums, bei deren Be­sichtigung sogar der Ministerialrat im englischen Ge- sundheltsministerium Townroe entsetzt urteilte: „Die Menschen sind hier wie Schweine zusammengepfercht, mit dem Unterschied, daß jede Schweinefamilie immerhin ihre wirklich abgetrennte Stallung haben würde."

Die unbeschreibliche Not der unteren Bevölkerungs- schichten des Jnselreiches hindert aber den Unterstaats­sekretär im Schatzamt. Clookshand, nicht, sich bei der Er­öffnung einer „Kriegssparwoche" in Bloomsbury mit der Erklärung an die Arbeiter zu wenden: „Um diesen Krieg finanziell durchholten zu können, müssen wir in jeder Woche wenigstens 15 Millionen Pfund sparen; gewaltige Opfer müssen wir bringen und es manchmal auch fertig­bringen. auf alles zu verzichten." Mr. Crookshand hat bei dieser Formulierung drei Worte unterschlagen: er hätte, um den Nagel auf den Kopf zu treffen, sagen sol­len: . . wir müssen es fertigbringen, auf alles für die

Besitzenden zu verzichten." Wir wiesen schon darauf bin, daß mehr als drei Viertel der Arbeiter des englischen Bergbaues nicht annähernd so viel verdienen, um ihren Familien ein einigermaßen menschenwürdiges Dasein zu sichern. Dessenungeachtet fließt für jede geförderte Tonne ein halber Schilling den Landlords zu, die auf diese Weise ein arbeitsloses Einkommest von mehr als acht Millionen Pfund aus den Bergwerken herausziehen. Doch damit nicht genug: aus dem Mietzins der im Elend darbenden Slums-Bewohner häufen die Grund­besitzer auch jetzt noch weiter Reichtümer an. Welche

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Der russische Autzcniommissar Molotow wurde am Dienstag vom Führer empfangen.

Der Führer überreichte Kapitänlcutnant Kretschmer das Eichenlaub zum Ritterkreuz.

Deutsche und italienische Luststreitkräste bombardierten die britische Insel auch an ihrem Wasfenstillstandstag.

In einem britischen Großkraftwerk wurden schwere Treffer erzielt, während deutsche Sturzkampfflicgerver- bändc 44 OOll BRT. versenkten.

Die italienische Kriegsmarine zerschnitt ein englisches Mittelmeerkabcl und vernichtete es aus 20 Kilometer Länge.

Ein italienisches U-Boot konnte ein britisches Schlacht­schiff innerhalb seines Flottcnverbandes schwer torpe­dieren.

Gauleiter Rover vereidigte 133 Freie Reichsbundschwestern des Gaues Weser-bms.

Auch im Kriege wird das Ernährungshilsswerk der NSV. in feinen für das ganze Reich mustergültigen An­lagen ausgebaut.