Erscheint?mal wöchentlich
Monalsbezug E 2,30 elnschl. Zustellgebühr! Postbezuqspreis monatl. 2,30 E «einschl- 28,7 ^ Post- zeitungsgebühr) zuzügl. 42 Bestellgeld. Bezugspreis lst im voraus aWar. Postscheck! Hamburg 17272. Eine Behinderung der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch aus Rückzahlung des Bezugspreises Verlag: NS.-Gauverlag Weser- EmS GmbH., Bremen, Geeren 6-8. Fernspr.: 54121, Nachtr. u. Sonntg. 5 11 15. Spxech z.: Verlag: werktl. 12--13 Uhr; Schriftleitung Dienstag und Freitag 12*/r—13Vr Uhr.
vklMI ZktllW
- N
^parteiamtliche lageszeitung
Has Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Zreien fjansestadt vremen
Anzeigen - Grundpreise:
Die l mm hohe und 22 mm breite Zeile im Anzeigenteil 13 H/, Die 78 mw breite und 1 mm hohe Zeile im Tertteil 75 Ermäßigte
Grundpreise (für Klein- u. Familien- anzeigen u. a.) sowie sonstige Bedingungen .Preisliste 9 Nachlaßstaffel L. Für Anzeigen durch den Fernspr. keine Gewähr. Annahmeschluß 16 Uhr; sonnabends 14 Uhr. Geschäftsstellen: Bremen: Geeren Nr. 6/8. Fernspr. 5 41 21. Nachtruf «nd sonntags: Fernsprecher 51115; Obernstraße 86, Fernspr. 41 21. 6n Svke. Mühlendamw Nr. 2.
der Nationalsozialisten Bremens
Amtliches vexkündungsblatt des NeichsstatttMers in Oldenburg und Bremen
I:
Nr. Z0? / 10. Zastrgang
Donnerstag, 7. November 1940
kinzelpreis 15 Nps.
I,; Mill. ÜNI. feindlichen Schiffsraums in den letzten rwei Monaten versenkt
Seil Kriegsbeginn baden deulftbe See- und Luftstreitkrafte insgesamt 7,l Millionen vnr. vernichtet
Ireffer aus feindliche Vorpoftenboote
Neue Brünste und krplosionen als folge der jüngsten ausgedehnten Luftangriffe
rck. Berlin, 6. November.
Ueber 7 Millionen VRT. feindlichen Schiffsraum hat, wie der Wehrmachtsbericht vom K. November berichtet, die deutsche Kriegsmarine seit dem Beginn des gewaltigen Ringens vernichtet. Mehr als die Hälfte davon fielen den deutschen U-Booten zum Opfer, die zuerst aus dem nassen Dreieck der Deutschen Bucht heraus, dann von ihren weitoorgeschobenen Stützpunkten aus den Kampf gegen Englands Seewege vortrugen. Der deutsche Wehrmachtsbericht, der diese großartigen Erfolge meldet, hat folgenden Wortlaut:
Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
„Kampsfliegerverbände setzten am 5. November und in der Nacht zum K. November ihre BergeltungssUige gegen London fort und verursachten an vielen Stellen neue Brände und Explosionen. Zahlreiche Luftangriffe richteten sich außerdem auf Hafen-, Industrie- und Ver- lehrsanlagen in Süd- und Ostengland, wobei vor allem in Errat yarmouth heftige Explosionen zu beobachten waren. Im Laufe des Tages kam es zu mehreren für uns erfolgreichen Luftkämpsen. Deutsche Jäger schössen allein vor Portland neuen feindliche Flugzeuge ohne eigene Verluste ab.
Bei nächtlichen Angriffen auf schottische Hafen- und Industrieanlagen konnten in Dundee besonders starke Brände festgestellt werden. Am Pentland-Firth erhielten zwei feindliche Vorpostenboote so schwere Treffer, daß mit ihrem Verlust zu rechnen ist. Das Verminen britischer Häfen wurde fortgesetzt. Britische Flugzeuge flogen bei Nacht in Holland und in das Reichsgebiet ein und warfen an verschiedenen Orten Bomben. Nur an einer Stelle gelang es ihnen, eine Industrieanlage zu treffen und damit in einer Spinnerei ein Nebengebäude in Brand zu setzen. Das Feupr konnte jedoch in Kürze gelöscht werden. Die übrigen Bomben sielen entweder auf freies Feld oder in Wohnviertel, wo einige Häuser beschädigt, zwei Zivilisten getötet und mehrere verletzt wurden.
Die gestrigen Verluste des Feindes betrugen 23 Flugzeuge, davon 21 im Luftkampf, eins durch Flakartillerie und eines durch Marineartillerie. Sechs eigene Flugzeuge werden vermißt.
Beim Verminen britischer Häfen zeichnete sich das Kampfgeschwader „General Wever" in ununterbrochenem Nachteinsatz auch unter ungünstigsten Wetterver- hältnissen besonders aus.
Die flucht über den rettenden V;ean
Ein „königlicher" Vertrauensbeweis
Mailand K. November
In der norditalienischcn Presse findet eine aus Newyork emgetrossene Nachricht starke Beachtung, die wie kaum etwas anderes das sinkende Vertrauen der britischen Plutokratcnkaste aus einen günstigen Ausgang des von ihr angezettelten Krieges beleuchtet. Das verbreitctste amerikanische Wochenblatt, die „New Dort Saturdah Evcning Post" meldet nämlich, datz die englische Königsfamilie zur Sicherung gegen „eventuelle Mißgeschicke" Teile ihres Vermögens in amerikanischen Grundstücken angelegt habe. Auch andere englische Persönlichkeiten hatten in Newyork Grundstücke von hohem Werte angekauft, so datz z. B. die Häuser der berühmten Fisth Avenue säst alle ,n englischen Besitz übergegangen seien. Die Königin Wilhel- mine von Holland besitze ein ganzes Häuservicrtel in Washington im besten Teile der Stadt. Trotz des Verbotes der Devisen- Nussuhr nähmen die Käuse der englischen Aristokraten ihren Fortgang.
Die Kriegsmarine führte in den beiden vergangenen Monaten den Handelskrieg gegen England mit steigendem Erfolg. Auch die Luftwaffe griff neben der Durchführung ihrer Hauptaufgabe, dem Einsatz gegen die britische Insel, in den letzten beiden Monaten eine große Zahl von Schiffen und Eeleitzügen an. Es wurden an feindlichem oder dem Feind nutzbaren Handelsschiffsraum in den Monaten September und Oktober versenkt 13V8KV0 BRT., davon durch Unterseeboote allein 946 üüv VRT.
Damit sind seit Kriegsbeginn insgesamt 7 162 2VÜ BRT. feindlichen oder dem Feinde nutzbaren Handelsschiffsraumes vernichtet worden.
Hieran sind beteiligt:
Ueberwasserstreitkriifte der Kriegsmarine mit ........ 181K KVÜ BRT.
Unterseeboote mit. . . . . . . 3 714 ÜVV BRT. Verbände der Luftwaffe mit . . 1 638 26V BRT. Nicht eingerechnet sind in diesen Zahlen die Verluste an feindlichen Kriegsschiffen und Kriegsfahrzeugen, sowie die Verluste der feindlichen und für England nutzbaren neutralen Handelsschisfahrt insolge von Minen- unternehmungen der Kriegsmarine oder der Luftwaffe und infolge Beschießung durch Küstenbatterien.
Die Eesamtverluste des Feindes seit Kriegsbeginn liegen demnach noch wesentlich höher, zumal die schwerbeschädigten Schiffe — die Luftwaffe allein hat seit Kriegsbeginn Handelsschiffe mit mehr als 3 Millionen BRT. zum großen Teil schwer getroffen — nicht in vorstehenden Zahlen enthalten sind. Es kann aber mit Sicherheit angenommen werden, daß ein Teil dieser beschädigten Schiffe ihre Heimathäfen nicht mehr erreicht hat oder nicht mehr wiederhergestellt werden konnte."
Noosevelt wiestergewWl
Sie Wahlen fanden unter ungeheurer VeteMgung der wahlberechtigten statt
Newyork, 6. November.
Eine Zwischcnziihlung bei der Präsidentenwahl ergab um 1V Uhr MEZ. 17 86128V Stimmen für Roosevelt und 13 779 082 für Willkie. Infolge des amerikanischen Wahl- systems zeigt sich bei der Verteilung der Wahlmännerstimmen für die beiden Präsidentschaftskandidaten jedoch ein anderes Bild. Durch die Eigenart des indirekten Wahlsystems ist nämlich das Verhältnis der Zahl der Wahlmänner für die beiden Kandidaten ein ganz anderes als das der abgegebenen Stimmen. Bei dem gegenwärtigen Stand der Zahlung würde Roosevelt daher von den 331 Wahlmännerstimmen 447 erhalten. Willkie 84.
Die Demokraten haben nach den bisher vorliegenden Wahl- ergebnissen bereits die Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat errungen. Nach ossizieller Berechnung von 14.10 Uhr haben die Demokraten 222 Abgeordnetenmandate erhalten, die Republikaner 187. Für die Mehrheit im Repräsentantenhaus genügen 218 Litze. Die demokratische Mehrheit ist nie ernst- lii» gefährdet gewesen.
Unter riesiger Beteiligung und ungeheurer Anteilnahme der gesamten Bevölkerung gingen am Dienstag die Wahlen in den Vereinigten Staaten vor sich. Bis 3 Uhr nachmittags. das ist 24 Uhr deutscher Zeit, hatten in Newyork bereits 85 v. H. der Wähler ihre Stimme abgegeben, obwohl die Wahllokale wegen der starken Zunahme der Wahlberechtigten drei Stun-. den länger geöffnet waren als früher und erst um 21 Uhr schloffen Kalifornien, das hinter dem amerikanischen Osten drei Stunden zurückliegt, schloß sogar erst um 11 Uhr. also um 6 Uhr srüh deutsäier Zeit.
Natürlich dauert es dann noch geraume Zeit, bis die Ergebnisse ausgezählt sind. denn man rechnet mit einer in der Geschichte der USA, noch nicht dagewesenen Beteiligung von wahrscheinlich 50 Millionen, Die Spannung, mit der die Bevölkerung dieses Ergebnis erwartet ist außerordentlich stark. Aus Straßen und Plätzen wurde überall lebhaft über den Wahlausgang diskutiert. Trotz der Hochspannung ist es aber nach den bisher vorliegenden Meldungen nirgendwo zu ernsthaften Zwischensätzen gekommen. Lediglich einige Personen wurden wegen versuchten 'Wahlschwindels verhaftet.
In Newyork sammelten sich bereits vor Einbruch der Dunkelheit am Dienstag viele Tausend im Stadtzentrum um die lausende Bekanntmachung der Einzelergebnisse abzuwarten. Noch bis in die späten Nachmittagsstunden hatten beide Parteien aus den Straßen starke Propaganda durch Lautsprecherwagen. Flugblätter usw. betrieben. Auch die Rundfunksender hatten Aniruie an die Wähler verbreitet. Besonders lebhaft war das Straßenbild am Broadway, in dessen Nähe die Parteileitungen ihre Hauptquartiere aufgeschlagen hatten. Mit hereinbrechendem Abend wurde der Verkehr auf dem Broadway immer lebhafter. In der Gegend des Gebäudes der „New Dork Times" mußte der Straßenverkehr schließlich umgeleitet werden. Auch die Straßenbahnen mußten hier den Betrieb einstellen. Die Menge stand zu Tausenden dicht gedrängt und erwartete die Bekanntgabe der Wahlergebnisse, die durch Zettel an den Schaufenstern der Zeitungen, durch elektrische Reklame an Hochhäusern, durch Lautsprecher. Rundfunk. Extrablätter, auf der Leinwand der Kinos, ja in Washington sogar durch ein halbstarrcs Luftschiff verkündet weiden, an dessen Außenwänden in grellrotem Licht die letzten Resultate erscheinen.
Der Wahltag war in den Vereinigten Staaten kein Feiertag. Nur die Regierungsangestellten erhielten Freizeit zur Wahlausführung, während die übrigen Berufstätigen vor oder nach der Arbeit oder während der Mittagspause ins Wahllokal gehen mußten. In Newyork hatten jedoch fast sämtliche Büros und Geschäfte geschlossen. Bis zum llrnen- schluß bestand Alkoholverbot. Die Polizei war für alle Zwischensätze gewappnet und hatte eine Reserve von 19 868 Mann einsatzbereit.
Veulsche slieger durchbrachen Sperrgürtel
Londons 504. Luftangriff - Bomben krachlen in fabrikvorstäbte - Luftkümpfe in SOOO Meter fföfte
stw. Stockholm, 6. November.
London erlebte in der Nacht zum Mittwoch den 364. Bombenangriff. Ehedem stand alljährlich die Nacht zum 6: November im Zeichen eines großen Feuerwerkes zur Erinnerung an die Pulverschwörung von 1664, bei der das Unterhaus in die Luft gesprengt werden sollte. Diesmal hatte das Feuerwerk einen anderen, ernsten Charakter.
Nachdem am Mittwoch im Lause des Tages bereits zweimal Lustalarm gegeben war, so meldet Associated Preß aus London, heulten um 18.38 Uhr kurz nach Einbruch der Dunkelheit als Einleitung zu den üblichen Nachtangriffen die Sirenen ihre Warnung über die britische Hauptstadt. Es folgten Bombenexplosionen und das Getöse des Flakseuers.
Dex Alarm wurde nach den Schilderungen schwedischer Beobachter noch früher gegeben als sonst, nämlich bereits in der 7. Abendstunde. Aber schon vor dem Geheul der Sirenen hörte man in einer der Fabrikvorstädte das Krachen einschlagender Bomben. Im Nu war der ganze Himmel erhellt vom Feuer der Flak. Der größte Teil des Londoner Ab- spcrrgürtels war fast una»N>^rlich in Tätigkeit. Hier und dort wurden die Wolken grell Lberzuckt vom Brandschein einer Bombenexplosion. Flaksplitter prasselten dichter denn je auf die Straßen Londons hernieder. Obwohl das Abwehr
feuer nach allen Schilderungen dermaßen stark war, wollen die englischen Berichte es so darstellen, als ob das Bombardement selbst „ziemlich gelinde" gewesen sei.
Nach dem amtlichen Bericht des Luftfahrt- und Sicher- heitsnnnisteriums waren zahlreiche Aktionen gegen verschiedene Striche des Landes gerichtet, vor allem aber gegen Ostschottland — das allmählich an eine bevorzugte Stelle rückt — Mittelengland und London Die anfänglich heftigen Angriffe hätten, so sagt die amtliche Darstellung, nach und nach etwas nachgelassen, um gegen Morgen wieder zuzunehmen Aus Lstschottland und Mittelengland werden aus Grund von zahlreichen Brand- und Sprengbomben ausdrücklich auch Schäden an Handels- und Jndnstrieunter- nehmungen zugegeben. Neben der Hauptstadt wurden auch die Grafschaften in der Umgebung Londons von den Bom- benaktionen betroffen.
Amerikanische Berichte betonen die große Schnelligkeit der angreifenden deutschen Flugzeuge, die trotz des enormen Ab- wehrseuers den Sperrgürtel durchbrachen und trotz des ungünstigen Wetters ihre Ziele erreichten. Nach englischen Berichten entspann sich während der deutschen Einslüge am Dienstagnachmittag ein Luftkamps in Höhe von 8888 Meter, als farbig bemalte Mcsserschmitt-Flugzeuge in mehreren Formationen über den Kanal kamen und es ihnen glückte, das englische Flakseucr vollkommen zu umgehen. Die Zähigkeit und das Geschick der deutschen Flieger haben die Londoner Hossnungen. daß insolge des ungünstigen Wetters häufigere Unterbrechungen der deutschen Lustofsensive eintreten könnten, grimmig enttäuscht. Englische Militarsachverständige erklären gegenüber der allgemeinen Enttäuschung, die deutschen Flieger kämen jetzt von anderen Stützpunkten als bisher, nämlich von Westen und nicht, wie bisher, von Tiidost.
Auch schwedische Meldungen betonen die starke Aktivität der deutschen Lustwassc. Sie heben hervor, daß London bereits in der Nacht zum Dienstag einen der längsten Alarme erlebte, denen die Hauptstadt bisher ausgesetzt war. Wieder und wieder griffen die deutschen Flugzeuge den Sperrgürtel um London an, und die Häuser der Außenbezirke zitterten unter den Erplosionen der Bomben.
(Fortsetzung auf Seite L)
Vier 4M«
versage«
Vbn unserem L.-Q.-kckarivs-LUtarboiior
Rck. Berlin, 6. November
Die neueste Zusammenstellung der verloreimegangenen feindlichen Handelsschiffe im deutschen Wehrmachtsbericht (bisher fast 7,2 Mill. BRT.) gibt die Erklärung, warum sich die Reden führender englischer Persönlichkeiten in den letzten Tagen mit so verdächtigem Eifer der Frage der deutschen Unterseebootserfolge gewidmet haben. Der führende Großadmiral Lord Ehatfield zeichnete als erster gezwungenermaßen ein sehr trübes Bild von den Schwierigkeiten für Englands Eeleitzuge. Dann schickte Churchill den Ersten Lord der Admiralität, Mr. Alexander, zu einer Beruhigungsrede vor. Dieser Parlamentarier, der als Marineminister Churchills Nachfolger ist, vertritt im Unterhaus die Konsumvereine. Das spricht für eine gewisse Gabe des Kopfrechnens, und so wurde Alexanders Beruhigungsrede gegen seine agitatorische Absicht doch wieder ein sehr deutliches Eingeständnis der schweren Schläge, die Englands See- zufuhr durch die See- und Luftstreitkräfte der Achsenmächte erlitten habe.
Deshalb mußte sich Winston Churchill persönlich in die Bresche werfen, um die pessimistische Tonart des Großadmirals und des Marineministers durch eines seiner Taschenspielerkunststücke in strahlendem Optimismus zu verwandeln. Aber selbst in den optimistischen Phrasen, mit denen Churchill das englische Volk täuschen wollte, ist dennoch ein ernster Unterton zu bemerken, den selbst das Reuterbüro eine „düstere Kennzeichnung der Kriegslage" nennt. Bisher hatte Winston Churchill frischfröhlich immer behauptet, und behaupten lassen, daß die englische Handelsflotte größer sei als je zuvor. Diesmal schraubte er seine Ansprüche stark zurück und sagte, daß England über „fast ebensoviel Schiffsraum" verfüge wie bei Kriegsausbruch. Es muß wirklich sehr große Lücken in der englischen Tonnage geben, wenn selbst Churchill überhaupt das Eingeständnis machen muß, daß in England ein Tonnageschwund eingesetzt hat, — auch wenn dieses Eingeständnis mit dem Wörtchen „fast" und ähnlichen Beiworten zart umschrieben ist.
Wer allerdings die neuen Mitteilungen des deutschen Oberkommandos der Wehrmacht über Englands Schisss- verluste liest, der kann begreifen, warum Churchill in seinen Aeußerungen zum Tonnageproblem so vorsichtig war. Die Versenkung von über 1,3 Millionen BRT. (darunter 946 000 BRT. durch Unterseeboote) allein in den beiden Monaten September und Oktober ist eine schlagende Erläuterung für die Lage der englischen Schiffahrt; dabei sind die Verluste durch Küstenartille- rie am Kanal und durch das ständige Verminen vieler britischer Häfen auf dem See- und Luftwege noch gar nicht eingerechnet. Es kommen ferner die Erfolge der italienischen Luft- und Seestreitkräfte hinzu, sowohl gegen die Versorgungsschifse der britischen Truppen im Ostmittelmeer als auch bei dem Einsatz italienischer Unterseeboote im Atlantik, die bereits eine Versenkungsziffer von 7500 BRT. erreichten.
Die Versenkung von 1,3 Millionen BRT. durch deutsche Kriegsschiffe und Flugzeuge im September und Oktober bedeutet, daß eine Tonnage von der Größe der gesamten Handelsflotte Dänemarks in zwei Monaten ausgelöscht worden ist. Wenn die entsprechende Gesamtzahl für die bisherigen 14 Kriegsmonate auf 7,2 Millionen BRT. als Erfolge der Kriegsmarine beziffert wird, so fällt besonders die Steigerung in den letzten Monaten auf. Es ist kein Wunder, wenn die Berichte der Newyorker Presse aus London daher von einer „alarmierenden Stimmung" über die rasch wachsenden Versenkungsziffern sprechen. Was 7,2 Millionen VRT bedeuten, sei daran erläutert, datz dieser Schiffsraum dem Friedensbestand der französischen, schwedischen, griechischen und dänischen Handelsflotten, also von vier Handelsmarinen zusammen entspricht — ein wuchtiger Vergleich.
Vor einem Jahr, ja selbst vor einem halben Jahr glaubten die englischen Fachleute immer noch fest an den entscheidenden Wert der Geleitzüge, deren Einfüh-
IIMIIIMMIIIIIIIIIIII,,,,III,,„„,IIII„I,,II„, „„»„»»III,„II,„IIIIII IIII,,,II,I,„
Vnssr
Die deutschen See- und Luststreitkräfte versenkten bisher 7,1 Millionen BRT. feindlichen oder dem Feinde nutzbaren Handelsschifsraumes
Italienische Truppen erregten bei ihrem Vormarsch in Griechenland die Höhen des Pindus.
Die Zwischenzählung der amerikanischen Präsidentenwahl ergab eine Mehrheit für Roosevelt.
Die Rückwanderung der Bessarabicn-Deutschcn ins Reich ist beendet.
Schneidige Offiziere der Luftwaffe erhielten das Ritterkreuz.
In Anwesenheit des Vorstehers des Weser-Ems-Kontors der Nordischen Gesellschaft, unseres Gauleiters Carl Rö- ver, sprach im Rahmen eines Empfanges st-Oberführer Senator Dr. von Hoff.