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ömiiei ZelliW
parteiamtliche Tageszeitung
vas Amtsblatt des Negierenden Nürgermeisters der Zreien Hansestadt vremen
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der Nationalsozialisten Vremens
flmtliches verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und vremen
Nr. Z05 /10. Jalirgang
Dienstag, 5. November 1940
Linzelpreis 13 Nps.
Sö NSchte ftintereinander
London ftatte im Vklober meftr fllarm als Nuftestunden / fluch am Montag erfolgreiche deutsche flngriffe
Sewaltige Vetonationen
Scotland stark» muß mobile kmheiten gegen Plünderer einsetzen
kw. Stockholm, 4. November.
London hat im Oktober mehr Alarmstunden als Ruhestunden verbracht. Es herrschte nämlich in diesem Monat insgesamt 380 Stunden Luftalarm, was einem Zeitraum von 16 Tagen entspricht. Der kürzeste Alarm dauerte 21 Minuten» der längste mehr als 12 Stunden. Für den ersten Abendalarm ist der Durchschnittsbeginn mit zunehmender Dunkelheit von bisher 2V llhr auf 19 Uhr vorgerückt. Spätestens ab 18 llhr rechnet jedermann mit dem deutschen Dauerangriss, der die Bewohner der Hauptstadt normalerweise für die ganze Nacht in die Schutzräume scheucht. ,
56 Nächte hintereinander haben bis jetzt die Londoner Nacht sür Nacht das Dröhnen der deutschen Motoren und das Krachen ^deutscher Bomben vernommen, vermischt mit dem Lärm der Flak. dem Hupen und Klingeln der Feuerwehren, Ambulanzen und Polizeiautos.
Aus den Morgenstunden des Montags werden weitere deutsche Angriffe gemeldet. Von den deutschen Aktionen am Sonntag, die besonders wirksam waren, da sie die Engländer unerwartet trasen, sagen die Engländer mit verbissenem und trotzdem deutlich erkennbarem Unmut sehr wenig. Sie erwähnen. daß die deutschen Flugzeuge aus den Wolken herab- streßen und durch MG.-Angrifse Opfer forderten. Nachträglich entdeckt man jetzt, daß diese MG.-Ueberfälle, die sich gegen Flugplätze und Flakbatterien richteten — heimkehrenden Kirch- gangern gegolten hätten (I). Bei den Engländern zeugen solche Behauptungen regelmäßig davon, daß sie an einer besonders empfindlichen Stelle getroffen worden sind.
Im! Nahmen der deutschen Lustoperationcn gegen militärische Ziele in verschiedenen Teilen Englands wurde am Montag, wie englischen Berichten zu entnehmen ist. Bomben geworfen in erster Linie auf London, Mittelengland und Südengland. Am Nachmittag riefen die Explosionen von drei schweren Bomben in der ganzen englischen Hauptstadt große Aufregung hervor, da die Detonationen überall zu Vernehmen waren. Nach den englischen Darstellungen sollen die Schäden trotzdem „relativ leicht" sein.
Einen weiteren, sehr deutlichen Hinweis auf die Zerstörungen in der Kriegsindustrie liefert ein Aufruf des Versorgungsministeriums an die Industrie ganz Englands, alle nicht anderweitig benutzten Maschinen und Werkzeuge, die sich irgendwie zur Rüstungsproduktion eignen könnten, umgehend zur Verfügung des Munitions- oder des Flugzeug- ministeriums zu stellen. Sonst bestehe die Gefahr zeitweiligen Ausfalles wichtiger Fabriken. Als Praktisches Beispiel wird folgender aufschlußreicher Fall angeführt: eine Flugzeug- fabrik wurde kürzlich durch einen Luftangriff schwer getroffen! Sie wäre für längere Zeit außer Funktion gesetzt gewesen, wenn nicht umgehend aus der Industrie wichtige Maschinenteile zur Verfügung gestellt worden wären.
Wie der amtliche Bericht des britischen Luftsahrtministeriums zugeben mutz. war auch das schlechte Wetter in der Nacht zum Montag sür die deutsche Luftwaffe kein Hindernis, ihre Angriffe gegen die britische Insel erfolgreich fortzusetzen. Der Bericht meldet u. a., datz feindliche Flugzeuge im Nordosten Eng-
langer Spanisch-Marskko einverleibt
Madrid, 4. November.
Amtlich wird mitgeteilt: Das Kontrollkomitee, die gesetzgebende Versammlung und das gemischte Informationsbüro der Internationalen Zone von Tanger stellen ihre Funktionen ein. Der Chef des spanischen Vesatzungsheercs, Robert duft. übernimmt als Gouverneur und Delegierter des Hohen Kommissars von Spanisch-Marokko die Regierungsgeschäste der Tanger-Zone. Die Verordnung tritt vom Tage ihrer Bekanntgabe an in Kraft und hat ihren Grund in der gegenwärtigen internationalen Lage.
Die Madrider Presse stellt in ihren Kommentaren fest. datz die neue Verordnung der Schlußstein sür die bereits durch die Besetzung am 14. Juni d. Js. eingeleitete Einverleibung der Tanger-Zone ist, und datz Tanger nunmehr endgültig aufgehört hat, international zu sein. Die Zeitung „Jnfor- macione" sagt. daß nunmehr ein unhaltbares System aufgelöst worden sei.
lands und in Ostschottland Bomben abgeworfen hätten, wobei der übliche „geringfügige" Schaden eingestanden wird. Am Montagmorgen erfolgte nach dem gleichen Bericht ein zweiter Angriff aus Ostschottland. Dabei seien in einer Stadt schwere Bomben niedergegangen, die einige Gebäude zerstört hätten. Ebenfalls am Montagvormittag sind nach einer Meldung des Associated Pretz-Funks seindliche Flugzeuge in Ostengland ein- geflogen. Ein Flugzeug habe über einer Stadt eine Bomben- salve abgeworfen.
Zu den am Sonntag erfolgten Vorstößen deutscher Flugzeuge gegen London weiß Associated Preß noch zu berichten, daß eine Maschine ganz niedrig über die Dächer hinweg- geflogen ist. Das gleiche Flugzeug erzielte einen Bombentreffer auf eine Flußbrücke und entkam trotz heftigen Abwehrfeuers. Daß Bombentreffer aus derartige kriegswichtige Verkehrsanlagen und Fabriken immerhin recht häufig vorkommen, bestätigt eine weitere Meldung von Associated Preß, wonach die britische Regierung nach einem Plan des Arbeitsministers Bevin 10Ü00O Ingenieure aus nichtskriegswichtigen Betrieben herausziehen und für kriegswichtige Zwecke einsetzen soll.
Auch der britische Innenminister Herbert Morrison, der Sonntagmittag im englischen Nachrichtendienst über die Folgen der deutschen Luftangriffe und die Gegenmaßnahmen der
britischen Regierung sprach, gab gerade kein sehr optimistisches Bild von der Lage, wenn er an den „alltäglichen und allnächtlichen Regen von Tod, Feuer und Verderben" erinnerte, der auf die Bevölkerung Englands herabprassele. Er meinte, das Volk Englands sei „auf alles gefaßt" und warnte dringend vor dem Defaitismus, mit dem man nur dem Feinde in die Hände spielen und zu einem allgemeinen Chaos beitragen würde. Ein Chaos aber bedeute'Englands Niederlage.
In diesem Zusammenhang ist ein Bericht der Agentur United Preß aus London bemerkenswert, der die Erregung der britischen Öffentlichkeit über „gefährliche Plünderungen" wiedergibt. Scotland Pard habe besondere mobile Einheiten einsetzen müssen, um den Plünderern das Handwerk zu legen. Einige Zeitungen gehen nach diesem Bericht sogar so weit, gegen diese Plünderer, die unter den nach den Lustangrissen aus den Straßen herumliegenden Waren reiche Beute finden, die Todesstrafe zu fordern. „Sundah Dispatch" meint in einem Leitartikel, die Zeit vor 1VV Jahren scheine für London zurückgekehrt zu sein, wo man für den Dicbstahl wertloser Dinge gehenkt werden konnte. Jetzt sollten aber „gewisse Leute" auch wieder schnell gehenkt werden können. Selbst Mitglieder des Luftschutzes hätten der Versuchung nicht widerstehen können. Die Plünderungssälle, die durch die Londoner Gerichte abgeurteilt wurden, seien von 146 im September aus 256 im Oktober angestiegen. Die meisten Plünderer seien Jugendliche, teilweise noch im schulpflichtigen Alter, unter den bekannt gewordenen Fällen befänden sich aber auch zwei Soldaten und ein Mitglied der Heimatwchr.
Der Londoner Berichterstatter des Madrider „ABC" schildert die Zerstörungen in Englands Hauptstadt und schreibt, jetzt werde es schon zur Gewohnheit, daß das Haus, in dem (Fortsetzung aus Seite 2)
U-Voot versenkt zwei Hilfskreuzer
kapitänleutnant Kretschmer erreichte 2171SS VM. — krlolgreiche flngriffe der Luftwaffe
Berlin, 4. November.
Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
„Das unter Führung von Kapitänleutnant Kreisch- mer stehende Unterseeboot hat die beiden britischen Hilfskreuzer „Laurentic" von 18 724 BRT. und „Pa- troclus" von 11314 VNT. sowie das bewaffnete britische Handelsschiff „Casanare" von 5376 BRT. versenkt. Mit diesem Erfolg hat Kapitänleutnant Kretschmer ein Gesamtversenkungsergebnis von 217198 BRT. erzielt und somit als zweiter Unterseebootskommandant mehr als 299 V09 BRT. vernichtet.
Das ungünstige Wetter hat die Luftwaffe nicht gehindert, ihre Angriffe auf London und andere kriegswichtige Ziele in England und Schottland, wenn auch in geringerem Ausmaße, fortzusetzen. In kühnem Tief- anflug griffen Kampfflugzeuge einen Verschiebebahnhof in Nordlondon an und trafen Bahngebäude und Verkehrsanlagen. Beim Abflug brachten sie mehrere Flakgeschütze durch Maschinengewehrfeuer zum Schweigen. Angriffe auf britische Flugplätze hatten auch gestern Erfolg. In Stratishall stehen die Flugplatzanlagen in Flammen, in Wattisham wurden Hallen und Flugzeuge zerstört. Weitere Flugplätze und kriegswichtige Jndustrieziele, vor allem in Schottland, wurden erfolgreich bombardiert.
Bei Irland und an der schottischen Ostküfte griffen Kampfflugzeuge einzelne Schiffe und Eeleitzüge an. Ein Handelsschiff von 19 999 BRT. erhielt einen schweren
Treffer. Bei Kinnaird-Head wurden ein Zerstörer, ein Wachboot, ein großer Handelsdampfer sowie ein Frachter schwer getroffen.
Britische Flugzeuge unternahmen nur vereinzelte Ein- flüge nach Holland und Norddeutfchland. In Holland wurden zwei Häuser zerstört, zwei Personen getötet und zwei verletzt. In Deutschland fielen nur an drei Stellen Bomben, die keinerlei Schaden anrichteten. Der Feind verlor gestern drei Flugzeuge. Zwei deutsche Flugzeuge werden vermißt.
Die Besatzungen einer Kampfgruppe unter Führung ihres Kommandeurs Hauptmann Storp zeichneten sich durch erfolgreich geführte Angriffe gegen britische Flugplätze und kriegswichtige Ziele in London aus."
Vas Eichenlaub zum Mtterkreu; sür Kapitänleutnant kretschmer
Berlin, 4. November
Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht, hat Kapitänleutnant Kretschmer aus Anlaß der Versenkung von 266 600 Tonnen scindlichcn Handelsschisssraumes das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen und folgendes Telegramm an ihn gerichtet:
„In dankbarer Würdigung Ihres heldenhaften Einsatzes im Kamps für die Zukunft unseres Volkes verleihe ich Ihnen >an- lätzlich der Versenkung von 266 666 Tonnen feindlichen Handelsschisssraumes als sechstem Offizier der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.
Adolf Hitler."
Sonnet wollte -en Krieg vermeiden
„OHne Uebereinstimmung fennkreich-Ueurstklanb kein srie-en in kuropa"
ß
Die in Lyon erscheinende Zeitung „Le Journal Außenministers Bonnet: „Seitdem ich den Quai das erste Mal, daß ich aus der Stille, in die ich letzten Zeit habe ich in der ausländischen Presse macht haben soll. Ich war erstaunt darüber, und ich habe seit dem 3. 9. 1939 niemals ein Interview reich vor dem Kriege zu bewahren. Ich glaubte, riskieren.
Ich habe die Münchener Konferenz gewollt und vorbereitet. Ich habe mit Herrn von Ribbentrop die deutsch-französische Erklärung vom 6. 11. 1938 unterzeichnet, und ich habe sie auch gewollt. Im Mai 1939 habe ich mich geweigert, die Verpflichtungen aus dem französisch-polnischen Militärbündnis von 1921 weiter zu belasten. Schließlich habe ich alles unternommen, um eine Uebereinstimmung zwischen Berlin und Polen herbeizuführen, die Frankreich daran hinderte, seiner Bündnispflicht nachzukommen. Bis zur letzten Minute habe ich geglaubt, daß der Zusammentritt einer Konferenz, dem ich zugestimmt hatte, die Rettung des Friedens ermöglichte. Der Feldzug hat gleich nach dem Münchener Abkommen begonnen. Ich war von denen die man die .Harten" nennt, als der Haupturheber dieses Abkommens bezeichnet worden. Man verlangte von mir die Durchführung einer Politik der Beständigkeit und. des Widerstandes gegen alle und gegen alles ohne Rücksicht darauf, wie es um unsere materiellen Mittel stand."
Weiter erklärte Bonnet: „Ohne eine Uebereinstimmung
zwischen Frankreich und Deutschland gibt es keinen Frieden m Europa ulld keine Ordnung." Bonnet erinnerte an seine
Lyon» 4. November.
' veröffentlicht folgendes Interview des früheren d'Orsey verließ", so sagte Bonnet u. a.» „ist es heute mich zurückgezogen hatte» wieder heraustrete. In der Kommentare zu Erklärungen gefunden, die ich gehabe mich gefragt, woher diese stammten, denn ich gegeben. Ich habe den heißen Wunsch gehabt, Frank- Frankreich habe nichts zu gewinnen und alles zu
Warnung vom 26. 1. 1939 vor der Kammer: „Selbst wenn Frankreich einen neuen Krieg gegen Deutschland führen wird. so wäre es nach dem Kampf gezwungen, in neue Beziehungen und Verhandlungen mit dieser Nation einzutreten. Glaubt ihr etwa, daß diese Beziehungen und diese Verhandlnngen nach einem neuen Krieg, der ein Trümmerfeld hinter sich läßt, angenehmer und einfacher sein werden?" Bonnet wies dann auf die Botschaft des Marschalls Petain vor einigen Tagen hin, die die zukünftigen deutsch-sranzöüschen Beziehungen abgezeichnet habe. Die Unterredung des Führers mit dem französischen Staatschcs habe in den Augen eines jeden eine ungeheure Bedeutung.
Auf die Frage: „Und Amerika, Herr Minister?" antwortete Bonnck, u. a.: „Ich habe oft gesagt, daß die Zeit, die ich als französischer Botschafter in Washington verbracht habe, die schönste meines Lebens' war und ich denke oft an die freundschaftlichen Gefühle, die ich mir sür die Vereinigten.Staaten bewahrt habe. Die treuen Freunde Frankreichs haben mich oft vor falschen Hoffnungen auf eine militärische Intervention Amerikas in Europa gewarnt, von der in unserer Presse, in
der ausländischen oder anderswo so oft mit soviel Leichtsinn und unverantwortlicher Unvorsichtigkeit gesprochen wurde. An diese Freunde, die immer klar gesehen und offen gesprochen haben, denke ich in diesem Augenblick bei Ihrer Frage.
Es ist dennoch früher oft gesagt worden — und zwar von den höchstgestellten Persönlichkeiten — daß. wenn der Krieg ausbricht, Amerika sich sofort aus die Seite Frankreichs und Englands stellen werde, aber ich habe es niemals geglaubt, denn ich wußte nur zu gut, daß das amerikanische Volk — außer den Leuten, die durch Parteileidenschasten oder Ideologien beeinflußt sind — zutiefst den Frieden wünscht.
Bonnet ging dann vor allem aus die wirtschaftlichen Probleme Amerikas ein und erinnerte an die häufigen Klagen Amerikas, daß zwischen den europäischen Nationen keine Uebereinstimmung bestehe, besonders zwischen Frankreich und 'Deutschland. Es habe sich beklagt über ihre Rivalitäten, über ihre Meinungsverschiedenheiten, über ihre Konflikte, die so oft zum Kriege führten.
Die neue Aufgabe, so schloß Bonnet, werde um so leichter durchzuführen sein, je weniger der Konflikt in der Welt um sich greift. Je mehr der Krieg sich ausdehnt, desto härter wird die Blockade sich sür Frankreich auswirken. Je mehr der Krieg sich ausdehnt, je mehr werden die Völker leiden, je mehr werden sich die durch Mcnschenarbeit aufgestapelten Borräte verringern und desto schwieriger wird die Lage sich in Zukunft gestalten.
Die Ausdehnung des Krieges wird die Völker zur Katastrophe führen. Sie könnte die Völker dazu verurteilen, viele Jahre lang in Unordnung und Anarchie zu leben. Deshalb verstehe ich nicht, warum man sich bei dem Gedanken freuen könnte, datz die neuen Völker in einen solchen Tumult geraten."
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rä. Berlin, 4. November
Als im März dieses Jahres vom Auswärtige^ Amt eine Reihe von Dokumenten des polnischen Außenmini- steriums veröffentlicht wurde, die durch einen glücklichen Zufall den deutschen Truppen in Warschau in die Hände gefallen waren, setzte sofort in-den Vereinigten Staaten eine geschäftige Propaganda gegen die Wahrheit ein. Man suchte die Glaubwürdigkeit der Aktenstücke zu diskreditieren, sich auf Mißverständnisse hinauszureden und dergleichen mehr. Diese Agitation lebte in den letzten Tagen wiederum auf, als gewisse amerikanische Politiker die Notwendigkeit empfanden, sich gegen den Vor- wurf der Kriegstreiberei verteidigen zu müssen.
Zur Klarstellung der diplomatischen Ereignisse, die der englisch-französischen Kriegserklärung vorausgingen, lieferte jedoch jetzt der damalige französische Außenminister Bonnet einen bemerkenswerten Beitrag. Auf die Frage eines Vertreters der Zeitung „Journal" nach der Rolle der Vereinigten Staaten gegenüber dem europäischen Konflikt bestätigte Bonnet, daß von höchstgestellten amerikanischen Persönlichkeiten oft gesagt worden sei, daß Amerika sich im Falle eines Kriegsausbruchs sofort auf die^Seite Frankreichs und Englands stellen werde. Es spricht für den Realismus Bonnets, wenn er hinzufügte, daß er niemals hieran geglaubt habe.
Auch wenn der ehemalige französische Außenminister, der mit dieser Feststellung restlos die Nachweise der polnischen Akten erhärtet, es vermeidet, die- Kriegsschuldigen beim Namen zu nennen, so ist doch klar, wer unter den „Harten" zu verstehen ist, die ihn wegen seines Ganges nach München und der deutsch-französischen Verständigungserklärung angriffen und schließlich zu Fall brachten. Unter ihnen befanden sich — wie die französische Presse ergänzt — Eden, Duff Eooper, Höre Belisha auf englischer, Lukasiewicz auf polnischer, Rey- naud, Daladier, Mandel auf französischer und die Botschafter Bullitt, Kennedy, Viddle auf amerikanischer Seite.
Es ist in diesem Zusammenhang interessant, aus den polnischen Dokumenten gerade diejenigen Enthüllungen nochmals in Erinnerung zu bringen, deren Echtheit jetzt von Bonnet bezeugt wurde. So berichtete Botschafter Graf Potocki am 21. November 1938 aus Washington, daß Bullitt ihm auf die Frage, ob die USA. an einem Kriege in Europa teilnähmen, geantwortet hat: „Zweifellos ja". Am 16. Januar 1939 berief sich Potocki nach einem Gespräch mit Bullitt auf die „moralische Versicherung, daß die Vereinigten Staaten bereit sind, im Falle eines Krieges aktiv auf feiten Frankreichs und Englands einzutreten." - '
Dieser Politik entsprachen auch die von dem früheren polnischen Botschafter in Paris, Lukasiewicz, geschilderten Anstrengungen Bullitts und Kennedys, jede Verständigung unter den europäischen Großmächten zu verhindern. Kennedy erklärte erst dieser Tage — was ausgezeichnet in den Rahmen dieser Beweisführung paßt —, daß man München immer nur als einen Zeitgewinn betrachtet habe. Auf diese Umtriebe wies kürzlich auch der französische Journalist Lucien Romier hin, der in einem Artikel im „Figaro" schrieb, das „Argument Amerika" habe schon wiederholt nützliche Verhandlungen auf dem Kontinent verhindert.
Substantiell wird diese Behauptung durch einen auf- lchlußreichen Aussatz im „Mattn" gestützt, dessen Verfasser aus eigener Kenntnis der Dinge die Mitteilung Vonnets bekräftigt, daß er bereit gewesen sei, eine Vermittlung anzunehmen. An jenem 31. August 1939 war Vonnet nach Erhalt des Vorschlages Mussolinis, der in letzter Minute durch die Anregung einer Konferenz das ^ Unheil bannen wollte, zu Daladier geeilt, der Mießlich die Meinung seines Außenministers teilte. Wenige Stunden später vertrat Daladier jedoch vor dem MiNlsterrat die entgegengesetzte Ansicht, nachdem ihn Bullitt und Lukasiewicz „bearbeitet" hatten.
Wußte, was kommen mußte. Seine ießiaen Erklärungen beweisen erneut, daß er von vornherein die Lage viel weitblickender beurteilt hatte als jene Franzosen, die ihn gestürzt und blindlings die Krieqs- parolen der „Harten" befolgt hatten. Um so nachdrücklicher warnte er daher in dem Interview vor einer weneren Einmischung der Vereinigten Staaten, da eine Kriegsausweitung die Völker zur Katastrophe führen wurde. Daß unter diesen Völkern nur diejenigen zu verstehen sind, die praktisch die Leidtragenden des ganzen
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Die deutsche Luftwaffe griff Nordostengland und Ost- schottland weiter mit Bomben erfolgreich an.
Die italienische Luftwaffe bombardierte griechische Stellungen mit großem Erfolg. Der italienische Vormarsch geht unaufhaltsam weiter.
Der frühere französische Außenminister Bonnet gab eine aufsehenerregende Erklärung ab.
Die Zone von Tanger wurde Spanisch-Marokko einverleibt.
Vor Athen ging ein australischer Zerstörer vor Anker. Heute findet in Amerika die Wahl des neuen Präsidenten statt, zugleich wird der Kongreß neu gewählt.
Der Führer verlieh Kapitänleutnant Kretschmer das Eichenlaub zum Ritterkreuz.
Unser Gauleiter übermittelte der Bevölkerung unseres Gaues den Dank des Befehlshabers im Lustgau XI sür vorbildliche Haltung bei Fliegeralarmen.
Erstmalig wurde durch Männer der NSKK.-Transport- Kontrollabteilung eine Großkontrolle in unserem Gebiet durchgeführt.