Ausgabe 
(4.11.1940) 304. (Nr.304)
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parteiamtliche Tageszeitung

Das flmtsblatt des Negierenden Vürgermeisters der Zreien fjansestadt vremen

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der Nationalsozialisten Vremens

flmttiches verkündungsblatt des Neichsstatchaiters in Oldenburg und Vremen

Nr. Z04 / 10. Jahrgang

Montag, 4. November 1940

kinzelpreis 15 Nps.

veneral Wetter schiltst nicht

Irols vöen, kegenschmierir und Vereisung werden die deutschen Vergeltungsflüge pausenlos fortgesetzt

ftarlingtzausen versenkte den 20. Vampser

Insgesamt wurden von seinem slugzeug bisher 100 SSS VN7. versenkt

-> Berlin. 3. November.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Trotz ungünstiger Wetterlage, die ins­besondere .bei Nacht die Anflüge und Angriffe durch Sturm, starke Vöen und Regenschauer» teil­weise tiefliegende Wolken sowie durch Vereisung autzerordentlich erschwerten, setzte die deutsche Luftwaffe am 2. 11. und in der Nacht zum 3. 1t. ihre Vergeltungsslüge gegen London fort und belegte vor allem Versorgungsbetriebe wirksam mit Bomben. Auf mehreren Flugplätzen wurden Hallen und Unterkünfte bombardiert. Weitere Angriffe richteten sich gegen Hafen- und Industrie­anlagen. Ein Rüstungswerk in Caftle-Bromwich erhielt schwere Treffer.

An

zeug

der britischen Ostkiiste versenkte ein Kampfflug- ein Handelsschiff von Küvll VRT. Damit hat der Kommandant dieses Flugzeuges, Major i. E. Har- linghausen, sein 2V. Handelsschiff und mit ihm ^ eine Gesamttonnage von über 1V6ÜÜ0 VRT. vernichtet. ^ Der Gegner unternahm nur vereinzelt Einflüge. Der " Versuch einiger feindlicher Flugzeuge, am frühen Mor­gen die Küste Nordsrankreichs anzufliegen» wurde durch Flakartillerie bereits am Kanal abgewehrt. Zwei von ihnen wurden dabei abgeschossen. Zwei weitere Flugzeuge verlor der Gegner bei den Luftkämpfen des Tages über London. Hier sowie bei den unter besonders schwierigen Witterungsverhältnissen durchgeführten Nachtangriffen gingen sieben deutsche Flugzeuge ver­loren."

„Ver kr-bo-en bebte"

ärv. Stockholm, 3. November. Englische Berichte müssen zugeben, daß trotz der schweren Unwetter auch in der Nacht zum Sonntag deutsche Lust- streitkräste militärische Objekte in London und den Graf­schaften Ost- und Südostenglands bombardierten. Es wird ferner feindliche Lufttätigkeit über Ostengland am frühen Morgen des Sonntags verzeichnet.

Die englischen Berichte über Luftkriegsmaßnahmen am Sonnabend suchen, wie üblich, ein verzerrtes Und gefärbtes Bild zu vermitteln, das immerhin zu erkennen gibt, wie starke deutsche Verbände wiederum bei Hellem Tageslicht ein­gesetzt waren.

Im übrigen ist das Aeußerste an Eingeständnissen, daß Bomben über Lvndon und der Umgebung Londons sowie in Ost- und Südvstengiand abgcworsen wurden. ..Aber die Be­schädigungen waren nicht sehr groß", tröstet man die Be­völkerung. Von den allerletzten Angriffen weiß man amklictz in London noch weniger, so daß es in dem Bericht heißt- „Geringe feindliche Tätigkeit kurz vor osr Morgendämme- rung des Sonntags wurde über Ostengland gemeldet, aber nach den bisher vorliegenden Informationen wurden keine Bomben geworfen."

Durch die- gleiche Jnhaltlosigkeit zeichnet sich auch der amt­liche englische Bericht über die Tageskämpse am Sonnabend aus. Immerhin erfährt das englische Volk auch von dieser Stelle, daß seit der Morgendämmerung des Sonnabends „starke Verbände feindlicher Flugzeuge, vorwiegend Jäger und Jagd­bomber". die Küste von Kent überflogen und sich nordwärts dem Gebiet von London zuwandten, daß der erste Angriff gegen 8.45 Uhr begann, daß der zweite Angriff sich etwcftIV» Stunden später entwickelte und ein größeres Ausmaß hatte, dü rund 100 Flugzeuge Angriffe gegen das Gebiet der Themse- mündung durchführten und über zwei Ortschaften der Graf­schaften Kent und Essex „Bomben abwarfen". „Eine kleine Anzahl von Personen wurde getötet und verwundet und auch ' einiger Schaden verursacht".

Der englische Nachrichtendienst weiß auch nur zu berichten, daß die deutschen Angriffe am Sonnabend schon frühmorgens einsetzten, daß es im Stadtgebiet von Lvndon allein dreimal Luftalarm gegeben habe und daß auch Bomben im Nordosten und Nordwesten gefallen seien, nachdem die feindlichen Maschi­nen seit Tagesanbruch in starken Formationen nach England einslogen. In den Berichten der amerikanischen Nachrichten­agentur „United Preß" lzat die britische Zensur so heftig her­umgestrichen. daß von den erwähnten drei Lustalarmcn nur noch zwei übrigblieben. Angriffe auf Liverpool und zwei Küstenstädte im Nordwesten Englands dürfen immerhin noch erwähnt werden.

Während man amtlich in England immer noch die Fiktion ausrechterhält. daß die Londoner Industrie durch die deut­schen Lustangrisse nicht in Mitleidenschaft gezogen > werde, sickert in englischen Zeitungen hin und wieder doch schon die Wahrheit durch. So gebraucht die „Yorkshire Post" im Han­

delsteil an einer versteckten Stelle einmal die Wendung, die Tuchfabriken in Leeds hätten besonders viel zu tun. um „in großem Umfange Aufträge zu erfüllen, die vorher Londoner Tuchfabriken gegeben worden waren, weil die Intensivierung 'des Luftkrieges gegen einige Verzögerungen (!) in der Pro­duktion sowohl in der Hauptstadt selbst wie auch in ihrer Umgebung hervorgerufen hat." „Verzögerungen" ist gut ge­sagt! Alis den gleichen Quellen erfährt man auch. daß die Reihe der Pliinderungssällc in England nicht abreißt. So wurden jetzt zwei Polizeibeamte in Portsmouth überführt, aus

Läden, die durch Lustangrisse in Mitleidenschaft gezogen wor­den waren. Pelzmantel entwendet zu haben.

Noch aufschlußreicher sind die Berichte irischer Flüchtlinge aus London, über deren Ankunft in einem irischen Hasen die „Jrish Times" u. a. meldet: „Alle Reisenden hatten schreck­liche Erfahrungen in London, Liverpool und anderen großen Städten in England hinter sich: Schlaflose Nächte in Kel­

lern, knappes Entkommen, beständige Todesgefahr. Geschich­ten von riesigen Zerstörungen wurden von den Leuten er­zählt, die froh waren, endlich in einem Ort zu sein, wo sie frei atmen konnten. Eine Frau erzählte, daß ihr Schwager zusammen mit 1ö anderen Iren in einer Fabrik getötet wor­den sei, daß sie und ihr Mann aber nicht einmal das Be­gräbnis abwarten konnten."

In welchem Ausmaße^ die englischen Berichte der letzten Tage über „nachlassende" oder „nicht sehr intensive" deutsche Bombertätigkeit purer Schwindel waren, wird auch durch wei­tere schwedische Meldungen erhärtet. Der Londoner Vertreter der „Mpckholms Tidningen" berichtet über »in neues An­schwellest des Luftkrieges in der Nacht zum Freitag und Sonn-

(Fortsetzung auf Seite 2)

Vormarsch in Seiechenlan- geht weiter

Zahlreiche vertewigungslinien überwunden / wirkungsoollevombenangriffe der italienischen Luftwaffe

N o m» 3. November.

Der italienische Wehrmachtsbericht vom Sonntag hat folgenden Wortlaut:

„Das Hauptquartier der Wehrmacht gibt bekannt: Die im Epirus begonnenen Aktionen sind in weiterer Ent­wicklung. Unsere Truppen haben auf ihrem Vormarsch von Vorgo Tellini über Ponte Porti nach Kalibaki mit entschlossenem Manöver zahlreiche gut befestigte und mit starken Hindernissen versehene Verteidigungslinien über­wunden. Unsere Luftwaffe hat zahlreiche Aktionen durch­geführt und dabei wiederholt die militärischen Ziele von Korfu bombardiert, wo insbesondere bei den „Neuen Forts" zahlreiche Explosionen beobachtet wurden, ferner den Hafen von Patras, wo ein Brand am Bahnhof Smandres festgestellt wurde und wo eine Fabrik sowie die Jnfanteriekaserne getroffen wurden. Weitere An­griffe erfolgten auf Larissa, Janina und Saloniki, wo int Kampf mit feindlichen Jägern ein Gegner wahr­scheinlich abgeschossen wurde. In Navarino wurde ein Brand verursacht, während in Canea die Hasenanlagen getroffen wurden.

In den frühen Nachmittagsstunden haben vier von Jagdformationen begleitete Bomberformafionen eine Offensivaktion gegen Malta durchgeführt ynd dabei die Hafenanlagen von La Valletta sowie die Anlagen und Depots des Flugplatzes Micabba voll getroffen und schwer beschädigt. Die heftige Boden- und Luft­abwehr hat unsere Angriffe nicht beeinträchtigt. Im heftigen Luftkampf wurde dabei ein feindliches Flug­zeug abgeschossen, das ins Meer stürzte. Eines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt. Beim Rückflu« wurde eine unserer Formationen von 4 feindlichen Jägern an­gegriffen, die aber auf Grunh des prompten Gegen­angriffes vom Kampf Abstand nahmen.

Vor der ägyptischen Küste wurde eine große englische Schiffssormation von unseren Torpedoflugzeugen er­reicht, die ein Schiff trafen.

In Ostafrika hat unsere Luftwaffe die Hafen­anlage von Perim sowie den Flugplatz Roseires bom­bardiert und dabei zwei Flugzeuge vom Wcüesley-Typ am Boden getroffen. Während eines Erkundnngsslnges auf Chascim el Ehirba schoß eines unserer Flugzeuge einen feindlichen Jäger ab, während ein weiterer schwer getroffen wurde. Nordwestlich von Cassala sind von

Panzerwagen ünterstützte sudanesische Abteilungen, die mit unseren Patrouillen zusammenstießen, zurück­geschlagen worden. Zwei unserer U-Boote sind zu ihren Stützpunkten nicht zurückgekehrt."

Die Belgrader Tonntagsblätter verösseatlichen Nachrichten von^den verschiedenen Orten an der jugoslawisch-griechisch- albanischen Grenze. Uebereinstimmend wird in diesen Be­richten hervorgehoben, daß das Artiüerieseuer sich mehr in das Innere Kriechenlands entfernt, so daß man schon >>arauS auf ein Vorrücken der italienischen Truppen schließen kann. Weiter melden alle hiesigen Berichterstatter übereinstimmend, daß die Tätigkeit der italienischen Luftwaffe am Sonnabend sehr lebhaft war und auch nach den Nachricht»n, die von griechischer Seite zu erhalten waren, nachhaltige Wirkungen erzielte.

Der „VrAiie"-Berichtcrstatter von Jdomeni (griechische Grenzstation der Bahnstrecke Belgrad—Saloniki) meldet, daß die Bahnstrecke Belgrad-Saloniki Sonnabend vormittag mehr­fach von italienischen Flugzeugen bombaroiert worden sei, die vor allein die wichtige Eiscnbahnbrncke über den Wardar, ungefähr 25 Kilometer von der jugoslawischen Grenze ent­fernt, zum Ziel gehabt Hütten. Die Eisenbahngleise und ein Teil der Brücke seien beschädigt worden. Weiter meldet der „Vreme"-Bertrcter aus Grund von Informationen, die er von griechischer Seite erhalten hat, daß Saloniki im Lause des Sonnabend mehrfach bombardiert und dabei großer Scha­den angerichtet wurde. Die italienischen Bomber hätten eS offensichtlich aus wichtige Verkchrszentren sowie Industrie­anlagen abgesehen gehabt. Auch im Hafen von Saloniki seien Treffer erzielt worden.

Ein Londoner Eigenbericht von „Dagens Nyheter" gibt die Stimmung der englischen Oeffentlichkeit wieder, die nach Aus- fassung des schwedischen Korrespondenten aktive Maßnahmen der britischen Regierung im griechisch-italienischen Konflikt for­dert. „Besetzt Syrien!", das sei die Forderung der englischen Presse. Ein zynischer Londoner Diplomat habe die bisherige englische Politik in die Worte zusammengefaßt: „Wen Gott vernichten will, dem gibt er eine britische Garantie."

Bezeichnend sür die Stimmung in London ist die Tatsache, daß der Londoner Korrespondent von „Göteborgs Handels­und Schifsahrtszeitung" seinen Bericht über die Auswirkungen des Balkan-Konfliktes auf London mit den Worten beginnt: „In London hat man über die Kricgsnachrichten aus Griechen­land den Kopf verloren."

„Es ist klar. daß der Balkankonflikt mit einer griechischen Niederlage endet", stellt „Yomiuri Schimbun" zur italienisch- griechischen Auseinandersetzung lest. Damit sei ein wcitercr wesentlicher Schritt znr Ausrottung des gesamten englischen Einflusses auf dem europäischen Kontinent getan. Englands Lage werde täglich schwieriger. „Wie angestrengt das Empire auch kämpsen mag", so stellt das japanische Blatt abschließend fest, es kann heute nicht mehr auf die Wiedergewinnung seiner früheren Machtstellung hoffen."

kin Kampf auf Leben und Lad

kine Ne-e -es Marineministers flleran-er zur Lage Im Mittelmeer — Stützpunkte von zweifelhaftem Wert

„Wies gewinnen o-er alles verlieren"

bm. Stockholm, 3. November.

Englische Landungen auf griechischen Inseln, zweifellos von langer Hand vorbereitet und schon in die Wege geleitet, als London noch Anklagen gegen Italien richtete wegen seines „Blitzangriffes aus die griechische Neutralität", werden nun­mehr ossiziell in London bekanntgegeben. Marineministcr Alexander erklärte in einer Rede, die zu dem Nachweis be­stimmt war, daß England seine Verpflichtungen zur Hilfe sür Griechenland erfüllen werde: „Unsere Flotte ist schon dort, unsere Flugwasse hat Hilfe gebracht und englische Truppen sind aus griechischem Boden an Land gegangen. Wir wer­den tun. Was in unserer Macht steht". Näheres darüber, wo britische Truppen gelandet sein sollen, verlaut-t dagegen in London nicht. Als erster Ausseher in d»r griechischen Wehr­macht ist ein englischer General im griechischen Hauptquartier eingetroffen.

Die Londoner Sonntagsprcsse macht nunmehr großen Rummel mit diesen Meldungen. Die .Sunday Times" be­kundet „unerwartete Freude" darüber, daß die englische Flotte jetzt Stützpunkte in Griechenland erhalten würde. Das Blatt hält es allerdings für richtig, diese Fceudenausbrüche

mit düsteren Warnungen vor den Folgen eines griechischen Zusammenbruches zu verbinden England werde dann, be­sonders nach dem Verlust Norwegens und der vielen änderen Länder, seinen letzten Verbündeten im Mitteimeer verlieren.

In London und auch Athen herrscht, englischen und schwe­dischen Meldungen zufolge, einiges Erstaunen und Unsicher­heit darüber, daß dcr italienische „Blitzkrieg" nicht in der von England selbst angekündigten Weise losgegangen sei. Es wird vielmehr die Besorgnis geäußert, daß die italienische Zurück­haltung aus die Berechnung zurückgehen könnte, englische Kräfte von Nordafrika wegzulocken und einen dortigen ita­lienischen Angriff dergestalt zu erleichtern. ^

In diese Begeisterung mischen sich außerdem mahnende Stimmen, wonach „überhastete" Operationen der Flott; nichr zu erwarten seien Die natürlichen Stützpunkte der griechischen Küsten und Inseln müßten als Schutz gegen U-Boote und Luft­angriffe erst ausaebrirt werden und das erfordere Zeit und Material.

Auch der militärische Sachverständige der „Dagests Nyheter" meint, die Chancen sür England zu einer Besetzung des

griechischen Archipels seien nur in dem Maße nutzbar, als England über ausreichende Kräfte verfüge. Es habe solche Kräfte zwar znr S<e, zu Lande und in der Lust dagegen nicht. Deshalb sei selbst eine Besitzergreifung von einem Teil der griechisclien Inseln von geringer oder keiner Bedeutung !ür die Entwicklung des Krieges.

Daß die Stimmung selbst in den maßgebenden englischen Kreisen nicht lautere Siegeszuversicht ist, geht sogar aus der Rede des Marineministers Alexander hervor, die er zu der Intervention in Griechenland hielt. Sie enthält beispiels­weise folgende Betrachtung: „Wir können uns nicht zurück­ziehen. der eingeleitete Kampi ist buchstäblich ein Kamps auf Leben und Tod. Halbe Maßnahmen sind unvorstellbar. Wir müssen alles zugeben, alles riskieren, alles gewinken oder alles verlieren." Große Bedeutung wird in diesem Zusam­menhang der Erklärung bcigemcssen, die Churchill in der neuen Woche vot dem Unterhaus über die außenpolitische Lage abgeben will.

Von unserem Uui-iusmiturbeitsr Lrlcst (^loäselis^

Die Bildung von Geleitzügen wurde seit dem Weltkriege von der britischen Admiralität als ein Allheilmittel gegen die Angriffe von Unterseebooten betrachtet. Auch sollten die Ge­leitzüge gegen Angriffe aus der Luft' sehr wiederstandsfähig sein. Es handele sich zwar um eine große Zusammenballung von Schiffen, aber andererseits auch um eine starke Feuerkraft der bewaffneten Dampfer und der sichernden Kriegsschiffe gegen angreifende Flieger. Am 1. Oktober 1939 gab Winsto» Chur­chill in seinem Optimismus überquellenden Bericht über die Geleitzüge im ersten Kriegsmonat sogar die Absicht bekannt, England werde bald von neutralen Schissen sür die Mitfahrt in britischen Geleitzügen eine Gebühr erheben. Vielleicht träumte der geschäftstüchtige Winston schon davon, sich selbst eine Provision sichern zu lassen. Doch heute stehen die Geleit­züge im Urteil der Welt sehr viel anders da, denn sowohl die deutschen Unterseeboote wie die Flugzeuge räumen immer stärker in den britischen Konvois aus.

Am l. November 1940 war es die Luftwaffe, die aus drei britischen Geloitzügen nicht weniger als 13 Schiffe mit 47 OOll BRT. versenkte und neun weitere Schiffe mit 36 000 BRT. schwer beschädigte. Diese Erfolge wurden vor der eng­lischen Südostküste erzielt. Es muß um die Londoner Versor­gung wirklich brüst stehen, wenn Churchill immer wieder den kostspieligen Versuch machen läßt, doch noch Eeleitzüge durch den Kanal bringen zu lassen, in dem sich die deutschen Küsten­batterien, Kriegsschiffe und Flugzeuge kraftvoll betätigen. Diese Fährten von Geleitzügen sür London werden bei unsichtigem Wetter unternommen, aber trotzdem finden die deutschen Waf­fen unter ihnen eine große Beute. Auch die außergewöhnlich starke Sicherung des einen der Geleitzüge, der offenbar beson­ders wertvoll war, durch 20 Eeleitfcchrzeuge hat ihn nicht vor harten Verlusten geschützt. Auch das führende größere Kriegs­schiff dieses Konvois wurde ein Opfer deutscher Bomben.

Die deutschen Unterseeboote machen weiter draußen im Ozean den britischen Geieitzügen das Leben sauer. Besonders tiefen Eindruck hat in aller Welt die fast vollständige Zer­schmetterung von zwei britischen Geleitzügen am !9. und 20. Oktober durch deutsche Unterseeboote hinterlassen. Nicht weniger als 327 0OO BRT. wurden in diesen zwei Schläge» durch deutsche Unterseeboote auf den Grund des Meeres ge­schickt. Das traf die Londoner Admiralität so hart, daß sie sogar selber ein Teilgeständnis von immerhin 198 000 BRT. machen mutzte. Sie sprach zwar die Hoffnung aus, batz es sich um eine Ausnahme handle. Aber in Wirklichkeit haben — wie die gewiß unverdächtige „New York Times" jetzt wieder aus London berichtet — „die in der letzten Woche er­zielten Erfolge der deutschen Unterseeboote in London eine alarmartige Stimmung ausgelöst". Die Versenkung des Rie- sendampsers „Empretz oft Britain" und zahlreicher weiterer britischer Handelsschiffe hat inzwischen bewiesen, das; es sich bei den Erfolgen vom 19. und 20. Oktober durchaus nicht um eine Ausnahme gehandelt habe. ' ^

Besonders beunruhigt zeigt sich die englische Floltensükrung dadurch, daß die deutschen Unterseeboote nichk nur einzeln hohe Versenkungszifsern erzielen, sondern daß jetzt viclsach mehrere U-Boote gleichzeitig gegen einen Geleitzug angesetzt werden. Die erheblichen Verluste an Zerstörern und die starke Beanspruchung gegen Deutschland und Italien hat den briti­schen Admiralstab gezwungen, die Gelcitznge in ihrer Zahl immer mehr anschwellen zu lassen, um überhaupt noch Kriegssahrzeuge zur Sicherung aufzubringen. Nur ganz be­sonders wertvolle Geleitzüge erhalten tinen einigermaßen starken Schutz. Im allgemeinen aber müssen nach den Be­richten neutraler Zeitungen, deren Mitarbeiter ,n englischen Geleitzügen mitgefahren sind, schon zwei oder drei Zerstörer ausreichen, um Geleitzüge zu sichern. Diese Teleitzüge be­stehen nicht mehr aus einem oder zwei Dutzend Schiften wie früher, sondern zählen viel mehr Teilnehmer. Von bis zu 70 Handelsschiffen in einem Geleitzuge ist bereits berichtet worden.

Wenn man aber berücksichtigt, Haß 70 Handelsschiffe, wenn sie init dein nötigen Sicherheitsabstand in einer einzigen Kiel­linie marschieren, eine Strecke von 25 bis 30 Kilometer decken, dann hat man ein Bild von der Menge der Fahrzeuge, die dsirch ein paar Zerstörer gesichert iverden sollen. Nun' teilen die Engländer die großen Eeleilzüge in mehrere nebenein­ander dampfenden Kiellinien ein. Wenn etwa sechs solche Reichen gewühlt werden, dann beträgt die Länge des Geleit- zuges von 70 Fahrzeugen bei einem Mindestabst'and von etwa 100 Meter bereits rund süm Kilometer. Die breite würde drei Kilometer betragen Denn man muß einen Seitenabstand von etwa 500 Meter rechnen. Die Zerstörevkoinmandanten. die ein solches fahrendes Riesenrechteck" von drei mal fuchs Kilometer sichern sollen, sind um die Aufgabe, die ichnen Churchill in seiner Notlage zumutet, wirklich nicht zu beneiden.

In der Newyorker Wochenschrift „Life" war im Septem­ber ein anschaulickzer Bericht eines Mitarbeiters zu lesen, der an Bord eines britischen Zerstörers eine achttägige Kon- voi-Sicherungsfahrt aus dem Atlantischen Ozean mitmachte, zuerst mit dem ausreisenden und dann mit dem heimreisen­den Geleitzuge. Dauernd mußte der Zerstörer wie ein Schä­ferhund die Nachzügler vorwärtstreiben: „Vorwärts Nr. 7, macht euch auf die Socken. Letzte Chance mitzukommen", oder: „Nr. 13 langsamer, sie sind nicht auf Position." Jeder

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Trotz ungünstigster Wetterlage wurden die deutschen Ver- gcltungsangrifse aus England fortgesetzt.

Major Harlinghausen versenkte mit seinem Kampfflugzeug das 20. britische Handelsschiff und hat damit insgesamt lOO OOO BRT. Vernichtet.

Der Vormarsch dcr Italiener in Griechenland geht unauf­haltsam weiter.

Graf Ciano wurde nach seinem erfolgreichen Angriff aus ein Munitionsdepot in Korfu zum Oberstleutnant der Luftwaffe ernannt.

Der Führer zeichnete wiederum tapfere Offiziere der Luft­waffe mit dem Ritterkreuz aus.

Mit einer Reihe von Sonderveranstaltungen nahm auch der zweite Tag der 3. Reichsstraßcnsammlung in Bremen einen glänzenden Verlaus.

Kreisleiter Blanke- führte den neuen Ortsgruvpcnlciter sür „Roland" Pg. Ulbrich, in sein Amt ein.

Im Kamps um die deutsche Schwergewichtsmeisterschast schlug der Heraussordcrer Lazck den bisherigen Meister Neusel.

Im Fußball-Länderkampf siegte Jugoslawien überraschend gegen Deutschland mit 2:0.