Ausgabe 
(1.11.1940) Nr. 301
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parteiamtliche lageszeitung

Das flmlsblott des legierenden Bürgermeisters der freien Hansestadt Lremen

der Nationalsozialisten Vrernens

flmlliches verkündungsblalt des Neichsstatchalkers in oldenburg und Vremen

Nr.Z01 / lo.Mrgang

Lreitag, 1. November 1940

Einzelpreis 13 Npf.

Italiens siktion schrei tet siegreich fort

bereits ?0 km im nordgriechischen verggelSnde vorgedrungen 7 öriechisches Sprengkommando gefangen

Lu-tamts betete- HLa«»

Un;ufeiedendeit in öriechenland

teoantinische Negierungsclique möchte gegen den willen des Sriechrnvolkes den Kronprinzen

nach Kanada verfrachten

vr. v. I» Rom» 31. Oktober.

Starke motorisierte italienische Verbände, Alpentruppen und albanische Einheiten beteiligen sich am ununterbrochenen Vormarsch in Nordgriechenland. Der gegnerische Widerstand sowie die Gelände- schwierigkeiten und die klimatischen Verhältnisse konnten den italienischen Vormarsch nicht aufhalten. Die albanische Minderheit in den von den italienischen Truppen besetzten Gebieten feierte die einmar­schierenden italienischen Truppen als Befreier. Der italienische Vormarsch geschieht unter heftigem Regen» der seit 48 Stunden ununterbrochen fällt. Es handelt sich dabei um ein Gelände, in dem jedes Straßennetz fehlt und in dem auf 100 Kilometer Oberfläche nur anderthalb Kilometer Straße kommen.

Nach einer Meldung desRests de Carlino" sind italienische Truppen im nordgriechischen Berggelände bis ca. Kilo- meter von der albanischen Grenze entfernt vorgedrungen. In Athen wird die Veröffentlichung von Nachrichten über den Vormarsch nicht gestattet. Dagegen wird die Meldung be­stätigt, daß der griechische Kronprinz, der mit der PolM des Königs und der des Ministerpräsidenten Metaxas niM über­einstimmt, unter Polizeiaufsicht-gestellt sei. Metaxas habe an die englischen Behörden das Ersuchen gerichtet, den Kron­prinz zu entfernen und womöglich nach Kanada trans­portieren zu lassen. In diesem Zusammenhang unterstreichen die faschistischen Zeitungen die große Unzufriedenheit in den griechischen Massen gegen die Regierung und die levantinische Clique, so daß die innere Front möglicherweise von sich aus Ueberraschungen unangenehmster Art sür die Engländer zeitigen könne.

Mit dem Vordringen über den Kalamas-Fluß, der wie alle Flüsse Hochwasser sührt, wodurch Täler und Ebenen zu rie­sigen Leen wurden, befinden sich die italienischen Vorhuten in der Nähe der griechischen Stadt Jannina. Nach den Karten­skizzen in der italienischen Presse scheint der Felvzngsplan vorerst drei Ofsensivbögen vorzusehen und zwar von dem äußersten Süden Albaniens über den Kalamasfluß auf Jan­nina. von der albanischen Grenzstadt Perat aus Metsobon und schließlich vorn -äußersten Ostzipfel Albaniens aus aus Flo­rina, anscheinend zum Vorstoß auf den Golf von Salonili,, Trotz der außerordentlichen Geländeschwierigkeiten geht der Presse zufolge der Vormarsch konzentrisch und ungehemmt vor sich. Die griechischen Truppen zerstörten systematisch alle Verkehrsanlagen, die den nachdrängenden italienischen Divi­sionen zugute kommen könnten. So wurden alle Brücken über die hochgehenden Flüsse gesprengt, konnten jedoch nach kurzer intensiver Arbeit der Pioniere wiederhergestellt werden. In einem Fall gelang es den italienischen Vorausabteilungen, die Sprengung einer wichtigen Brücke durch überraschende Gc- fangenncchme des Sprengkommandos, das schon die Ladung gelegt und die Zündschnur entzündet hatte, zu verhindern.

Carriere della Sera" gibt als taktisches Ziel die Eisen­bahnlinien SalonikiAthen und KorinthPatras-Tripolis Korinth an. Die Straßen in Griechenland sintz, insofern keine wichtigen Ziele, als sie in einem derart schlechten Zustand sind. daß ihre Bedeutung als gering beurteilt werden müsse.

Die griechische Verteidigungstgktik wird von den italieni­schen Kriegsberichtern dahin geschildert, daß die griechischen Truppen vereinzelt Widerstand leisten, sich jedoch dann mög­lichst schnell auf eine rückwärtige Linie zurückziehen, nachdem sie sämtliche Straßen und Verkehrswege zerstört haben.

Wie die faschistische Presse meldet, befinden sich sämtlich« griechischen Flughäfen und Luftstützpunkte unter Kontrolle der italienischen Luftwaffe. Besonders schwer scheinen die Ver­wüstungen durch die italienischen Luftangriffe aus Patras zu sein. Die Bombardierung des großen griechischen Lust- hasens Patoi bei Athen wurde durch italienische Langstrecken­bomber vom TYPMöwe" ausgeführt, von denen jeder Apparat lvüü Kilogramm Bomben mit sich nehmen kann.

Ver sichrer empfing prien

Ueberreichung des Eichenlaubes zum Ritterkreuz

Berlin. 31. Oktober.

Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht empfing am Donnerstag den erfolgreichsten U-Bootkomman- danten der Kriegsmarine, Kapitänleutnant Prien, und über­reichte ihm als fünften Offizier der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.

Zielwirkungsbilder bestätigen, daß zahlreiche Anlagen und Flugzeuge am Boden vernichtet wurden. Die griechische Luft­abwehr versagte beim ersten Angriff vollständig, so daß die italienischen Luststasseln.ihre Ziele ungehindert erreichen konnten.

Aus Grund der bisherigen Mißerfolge des griechischen Heeres hat die griechische Regierung italienischen Meldungen zufolge, den Oberbefehlshaber des Heeres abgesetzt und Ge­neral Papagös, den Chef des Generalstabes, zugleich zum Befehlshaber des Heeres ernannt.

Selbst wenn in einigen Wochen der griechische Widerstand zu Lande gebrochen sein sollte, ist nach weit verbreiteter An­sicht, wenn England sich inzwischen sichere Stützpunkte auf Kreta und den ionischen Inseln gewinnen kann, Englands Stellung im Mittelmeer faktisch verbessert, verglichen mit den Verhältnissen der letzten Wochen", so äußert sich einem neutralen Beobachter in London zufolge, Englands Berech­nung in bezug aus Griechenland: Ganz gleich was aus dem

Lande selbst wird, dessen Widerstand natürlich als sinnlos erkannt ist und das kaltblütig geopfert werden soll, Hauptsache ist, daß England die Stützpunkte gewinnt, um die allein es ihm geht und um deretwegen es Griechenland in das jetzige Abenteuer gestürzt hat.

Der Londoner Vertreter derStockholms Tidningen", der sich daS Verdienst erworben hat, die englische Auffassung so klar auszudrücken, weist darauf hin, daß es sich für England auch um die letzte ^Chance handele, einen Stützpunkt auf dem europäischen Festland zu gewinnen.

In der englischen Presse sind die Urteile über die mili­tärischen Aussichten in Griechenland sehr unsicher und wider­spruchsvoll. Viele Abgeordnete seien sogar der Ansicht, daß durch das Unterhaus der Regierung die Notwendigkeit ent­schlossener Handlungsweise vor Augen geführt werden müsse. Ein neues Dakar soll, wie esDaily Mail" formuliert, unter allen Umständen vermieden werden. Durch energisches Auf­treten könne man Eindruck machen.

Gebremst wird die englische Neigung, wieder einmal eine Aktion zu versuchen, zweifellos durch die Besorgnis um Aegyp- ten. DieTimes" läßt sich zwar von ihrem Sonderbericht­erstatter an der Wüstensront erneut berichten, es gebe keine Anzeichen dafür, daß Grazianis Armee den Kampf um Grie­chenland unterstützen werde, durch einen Vorstoß gegen den Nil, um die englische Armee an der Absendrtug von Hilfe nach Griechenland zu hindern. Aber die herrschende Ruhe um Aeghptcn scheint höchst verdächtig.

(Fortsetzung auf Seite 8)

slugrüftungswerk schwer beschädigt

Nächtliche Vergellungsflüge gegen kngland in verstSrkiem Umfange forkgesehi feindliche Schnell­boote an der flandrischen Küste durch Marineartilleriezum flbdrelien gezwungen

Berlin» 31. Oktober.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

»»Die Vergeltungsangriffe aus London und auf kriegswichtige Ziele in Mittel- und Westengland wur­den fortgesetzt. Dabei gelang es vor allem, ein Werk der Flugrüstungsindustrie» eine Fabrik in der Nähe von Sheffield und ein Truppenlager schwer zu beschädi­gen. 3VÜ Kilometer westlich von Irland versenkte ein Flugzeug durch Bombentreffer ein Handelsschiff von Süll« ART.

Im Laufe' des Tages kam es zu mehreren für uns erfolgreichen Luftlämpfen. Die nächtlichen Vergeltungs- slüge gegen England nahmen in verstärktem Umfange ihren Fortgang. Zu beiden Seiten der Themse konnten in den Industrie- und Dockanlagen Explosionen und Brände beobachtet werden. Weiter wurden Häfen an der britischen Westküste und Rüstungszentren in Mittel­

england. vor allem Coventry, erfolgreich bombar­diert.

Feindliche Schnellboote versuchten bei diesigem Wet­ter sich der flandrischen Küste zu nähern. Marineartil­lerie nahm die Boote unter wirksames Feuer und zwang sie zum Abdrehen. Mit der Vernichtung eines Schnell­bootes ist zu rechnen.

Britische Flugzeuge flogen auch in der letzten Nacht in die westlichen Grenzgebiete des Reiches ein und warfen vereinzelt Boinben, die jedoch in freies Gelände sielen und dabei nur ein Hochspannungskabel durch­schlugen. Der Gegner verlor gestern 13 Flugzeuge, da­von 12 im Luftkampf und eines durch Flakartillerie. Fünf eigene Flugzeuge werden vermißt."

Fernkampfartillerie des deutschen Heeres beschoß in den frühen Nachmittagsstunden des 30. Oktober erneut den Hasen von Dover.

Vie erste fagesaküon italienischer vomber gegen kngland

Brüssel, 31. Oktober.

Die an der Kanalfront befindlichen italienischen Bom- bersormationen führten am Dienstag ihre erste Tages­aktion seit ihrem Einsatz gegen das englische Mutter­land durch. Von zahlreichen Jägern begleitet» über­querten sie den Kanal, durchbrachen ohne Schwierig­keiten die britischen Hindernisse und Luftabwehrmaß- nahmen und erreichten die ihnen vorgeschriebenen Ziele in Mittelengland. Sie führten ein sehr wirkungsvolles Bombardement durch. Die Trefferwirkungen wurden durch Lichtbild- und Filmaufnahmen dokumentarisch

festgelegt. Trotz der ungünstigen Witterungsverhältnisse konnten die italienischen Formationen ihre Aufgabe mit großem Erfolg und ohne einen Verlust vollenden. Sämtliche Maschinen kehrten zu ihrem Ausgangspunkt zurück.

kritischer S7lw-vnr.-0ampsLr versenkt

Berlin» 31. Oktober.

Am Vormittag des 31. Oktober versenkte dte Be­satzung eines deutschen schweren Kampfflugzeuges in den Gewässern westlich Irland den 57V0 BRT. großen britischen DampferStarstone".

krnste Versorgungsschwierigkeiten Londons

Noßläuschermetlioden tkurchills Mit übelsten longtterkünsten glauben die Illustonsmacher an der Istemse, das Vrltenoolk

und die Welt täuschen zu können

Berlin, 31. Oktober.

Die außerordentlich wirksamen und nachhaltigen deutschen Luftangriffe aus England in den letzten 24 Stunden, die sich in der Nacht zum Donnerstag wiederholten zum Teil wieder unter Teilnahme italienischer Bomber haben aus englischer Seite eine noch größere Sparsamkeit an Angaben zur Folge, als bisher. London behauptet am Donnerstagmorgen lediglich, daß die Angriffe in der Nacht zum Donnerstag weniger intensiv gewesen seien als in den letzten Nächten. Diese Bemerkung wird ausdrücklich aus London beschränkt, während sich die Haupt- angrisse in den letzten Tagen stets gehen die wichtigen Industriezentren Mittelenglands erstreckten, mit deren zu­nehmender Zerstörung zu rechnen ist.

Daß dagegen die englischen Angrisssvexsuche aus Deutsch­land nur sehr wenig Erfolg gehabt haben können, wird praktisch von englischer Seite selbst zugegeben und zwar durch das Eingeständnis, daß die Sichtverhältnisse beim An- grisssversuch aus Berlin in der Nacht zum Mittwoch außer­ordentlich schlecht gewesen seien. Die englischen Flieger hätten m>t schweren Schneestürmen und Vereisung zu kämpfen ge­habt. Ueber Berlin sei der Schneesturm am schlimmsten ge­wesen, Zeitweise habe überhaupt keine Sicht geherrscht! Trotz­dem wollen die englischen Flieger zum Schluß ihre Ziele entdeckt haben Sie seien durch das Schneetreiben nur nicht in der Lage gewesen, die Wirkung festzustellen!

Trotz der Wachsamkeit der englischen Zensur findet man in englischen Zeitungen gelegentlich Anhaltspunkte für die tatsächliche Lage in London, die offenbar in einem krassen Gegensatz zu der krampfhaft optimistischen Haltung englischer Amtsstellen steht. So fordert derDaily Herold" in einem

Artikel angesichts der jetzigen Lage unverblümt als einzig noch verbleibendes Mittel die Räumung Londons von allen dort nicht unbedingt benötigten Personen. Falls diese Eva- kuierung unterbleibe, so fährt das Blatt fort, würden ernst­hafte Schwierigkeiten in der Bersorgnng der Londoner Be­völkerung, eintreten, deren Widerstandskraft im Winter ohne­hin aus eine schwere Probe gestellt werde.

Besonders interessant ist das Eingeständnis desDaily Herold", daß man in London und darüber hinaus Wohl in ganz England den kommenden Winter besonders fürchtet. Angesichts der jetzt schon sehr schlechten Versorgungslage der englischen Insel, die sich namentlich in den Großstädten be­merkbar macht, sind diese Besorgnisse auch durchaus gerecht- sertigt.

Jetzt lüften auch englische Zeitungen hier und da den Jllusionsschleier, mit dem man in London ängstlich die ver­heerende Wirkung der deutschen Bomben zu verhüllen suchte.

So schreibtNews Ehronicle" in einer Reportage über einen Londoner Bezirk, der inmitten der Docksanlagen des Ostens gelegen ist, wörtlich:Eine ganze Fensterscheibe stellt hier ein Museumsstück dar".

Die amtlichen Berichte des Luftfahrtministeriumsver­suchen jedoch weiter durch Jonglieren mit vieldeutigen Aus­drücken und vagen Begriffen die Wahrheit zu vernebeln. Vor wenigen Tagen noch hatte man dem britischen Volk und der Welt vormachen wollen, es sei ein untrüglickies Zeichen von Erschlaffung der deutschen Luftwaffe und ein Erfolg der englischen Abwehr, daß sich die Angriffe nicht mehr allein auf die Hauptstadt erstreckten, sondern sich auf weitere große Gebiete Verzlveigten. Heute versucht man nun. eine Schwäche Deutschlands feststellen zu können, wenn man aufatmend mel­det, in dtzr Nacht zum Donnerstag hätten sich die Angriffe hauptsächlich auf das Londoner Gebiet und Ost- und Süd­englandbeschränkt".Einige Bomben", fügt man zögernd hinzu,wären auch in den Midlands abgeworfen worden. Diemeisten Angriffe" hätten im Laufe des ersten Teiles der Nacht stattgefunden.Eine gewisse Zeit von Tagesanbruch seien die Angriffe eingestellt worden. Zwar seien an mehreren OrtenGebäude" getroffen, die Schäden jedochnicht sehr groß".

Mit solchen Jonglserkünsten glauben die Jvusionsmacher an der Themse, über den wahren Tatbestand hinwegtäuschen zu können.

Tatsachen und Dokumente britischer Interventionen

Von Ist-itn LvickenLAÜI

Der Balkan war die Hintertür von Mitteleuropa, und als sie eingedrückt war, kam das Ende in Sicht..." So beginnt ein englischer Minister, der im Weltkriege eine entscheidende Rolle spielte» in seinen Kriegserinne­rungen das KapitelSaloniki". In diesem Kriege» da England alle Stricke reißen sieht, versucht es noch einmal die griechische Karte. Ehe es nun die englische Agitation überhaupt erst unternimmt, ihr finsteres Treiben in Griechenland zu verwirklichen, muß auf Grund der Tat­sachen und der Dokumente auf das rücksichtslose Vor­gehen der Briten in der Aegäis hingewiesen werden.

Im Weltkriege hatten die Engländer von Anfang an sür politische Unruhen in Griechenland gesorgt. Ihr Helfer war Venizelos, der im Frühjahr 1916 in Saloniki eine griechische Eegenregierung bildete. Nach Saloniki hatten sich nämlich die englischen Truppen zurückgezogen, als Churchills Eallipoli-Abenteuer fehlschlug. Churchill hegte schon damals nicht die geringsten Bedenken, grie­chischen Boden zu besetzen und sich jene Stützpunkte an­zueignen, die für die englische Kriegsführung zweck­mäßig schienen. Die Regierung in Athen wagte keinen energischen Widerspruch. Die Engländer waren aber mit ihrem ersten Erfolg in Griechenland nicht zufrieden. Am 18. November 1916 forderte die Entente die Uebergabe von Waffen, Munition und Eisenbahnwagen. Griechen­land schien für sie nichts anderes als Reservoir, so wie jetzt die italienische Presse den Nachweis erbracht hat, daß Griechenland das Petroleumreservoir für die eng­lische Ostmittelmeerflotte lieferte.

Aus Betreiben Londons erklärts-die Eegenregierung Venizelos den Mittelmächten Ende 1916 den Krieg. In Athen waren vorübergehend Truppen der Entente ge­landet worden und es kam zu kurzen Straßenkämpfen. Damit nicht genug, wurde die Blockade gegen Griechen­land verhängt und in einem Ultimatum die Zurück­ziehung der Truppen aus den nordgriechischen Provinzen gefordert, man befürchtete damals eine Verbrüderung dieser Formationen mit Heeresgruppen der Mittel­mächte. Obschon die Athener Regierung diese Ein­mischungen der Engländer und Franzosen hinnahm, war London damals durchaus nicht damit zufrieden, sich einige Stützpunkteerobert" zu haben. Mitte 1917 wurde Kö­nig Konstantin davongejagt. England hatte nun Grie­chenland ganz in der Hand, schaltete und waltete nach Willkür und versuchte im September 1918die Hinter­tür Mitteleuropas" einzudrücken.

Das Rezept von damals sollte jetzt wiederholt werden. Pläne waren schon seit vielen Monaten ausgearbeitet. Im Weltkriege war es der junge General Weygand, der gemeinsam mit dem britischen General Henry Wilson eine Denkschrift für den Obersten Rat der Alliierten ausgearbeitet hatte und darin die These vertrat, an der Westfront sei die Entscheidung nicht zu erreichen, man müsse sie im Nahen Osten suchen. Mangels besserer Pläne griff man 1939 im Lager der Westmächte nur zu gern auf diese alten Ideen zurück, von denen man offenbar in falscher Erkenntnis der Zusammenhänge und Ursachen der deutschen Niederlage von 1918 glaubte, sie würden den Sieg verheißen.

Bereits Ende Dezember 1939 entwickelte Weygand als Chef der englisch-französischen Nahostarmee die gleichen Cedankengänge. In den politischen Eehcim- akten der Westmächte befindet sich ein Dokument, in dem wiederum auseinandergesetzt wird, daß die fran­zösische Westfront wenig Aussichten auf entscheidende Manöver oder Aktionen'biete. Und doch sei zur Er­reichung der Kriegsziele ein voller unstreitiger mili­tärischer Sieg nötig, der bei dem Stand der Dinge in Europa nur auf dem Balkan winke. Inzwischen schied Frankreich aus dem Ringen aus. Wie viel mehr mußte es jetzt Churchill verlockend erscheinen, diese Pläne von Ende Dezember 1939 und Anfang 1940 aufzugreifen, um endlich die bisher fehlgeschlagene Entlastung der britischen Front herbeizuführen.

Wenn der englische Premierminister im Keller von Downing Street verzweifelt über mögliche Auswege grübelte, dann mußten die politischen Eeheimakten aus dem ersten Halbjahr dieses Krieges geradezu eine ver­lockende Lektüre sein. Hieß es doch, daß ein Eingreifen auf dem Balkan ein bedeutender Erfolgsfaktor sein könne, vorausgesetzt, daß es rechtzeitig und kraftvoll durchgeführt werde. Man dürfe aber nicht zu spät kom-

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VnsOr

Bei den nächtlichen Vergeltungsflügen der deutschen Luft­waffe gegen England wurde ein Flugriistungswcrk schwer beschädigt.

Es beteiligten sich italienische Bomber nun auch an einem Tagesangriff gegen England.

Der Führer überreichte Kapitänleutnant Prien das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Marschall Petain sprach sich in einer Rundfunkrede sür ein Zusammenwirken mit Deutschland aus.

Die Italiener erreichten bei ihrem Vormarsch in Grie­chenland den Kalamas-Flutz im Epirus.

Die Privaten Versicherungen haben großzügige Ersatz­leistungen für zivile Kricgsschädcn eingeführt.

Mit der Eingliederung von 12 Gemeinden wurde heute vor einem Jahr das größere Bremen gegründet.

Der Regierungsbezirk Osnabrück wurde dem Arbeits­bereich des Bezirkswirtschaftsamts Wescr-Ems ange­schlossen.