Ausgabe 
(23.5.1941) Nr. 142
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der Nationalsozialisten Bremens

flmtliches verkündungsblatt des Neichsstattstalters In Oldenburg und vremen

Nr. 142 / 11. Jahrgang

Zreitag, 2Z. Mai 1941

kinzeipreis 15 Nps.

fluch einige Zerstörer... / Vesondere krfolge unserer Luftwaffe im Mittelmeer

Schlachtschiff schwer beschädigt

Berlin, 22. Mai.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im östlichen Mittelmeer erzielte am Donnerstag die Lustwaffe im Kampf gegen die britische Kriegsmarine besondere Erfolge. Durch Bombenvolltresser wurden vier britische Kreuzer und einige Zerstörer versenkt, ein Schlachtschiff und zwei weitere Zerstörer schwer be­schädigt.

»

Im östlichen Mittelmeer hat sich das bisher größte Duell zwischen Kampfflugzeug und Kriegsschiff zugetragen. Die erste Sondermeldung, die über den Zusammenstoß deutscher Kampf­und Sturzkampfflugzeuge mit britischen Seestreitkrästen im Mittelmeer eintraf, ist durch den Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht vom Donnerstag und durch die letzte Sonder- mcldung vom Donnerstagabend noch weiter ergänzt worden. Es ist ganz selbstverständlich daß dieser Schlag, den die deut­sche Luftwaffe von ihren Siützpunkten im östlichen Mitielmecr ausführte ihre schwere Rückwirkung auf die Kampfkraft der englischen Mittelmeerslotte haben muß. England versügi zur Zeit im östlichen Mittelmeer nur noch über einen einzigen brauchbaren Kriegshafen Alexandria. Hier befinden sich jedoch nur kleinere Docks, die für große Einheiten nicht geeignet sind. Der bisher wichtigst« und gut ausgebaute englische Flot­tenstützpunkt mit großen Docks, Malta, liegt in der Reich­weite der deutschen Stukas und ist durch die seit Monaten an­haltenden Luftbombardements praktisch als Flottenstützpunkt englischer Schlachtschisse ausgefallen. So bleibt nur noch als

Veiten mißhandelten deuische verwundete

Berlin, 22. Mai.

Während der Kämpfe in Nordgriechenland haben britische Soldaten sich durch Mißhandlungen deutscher Verwundeter, nach denen sie Handgranaten warfen und die sie in sadistischer Weise quälten, schwerster Völkerrechtsverletzungen schuldig ge­macht. Einige Verwundete, die von den vorstürmenden deut­schen Truppen gerettet werden konnten, gaben noch im La­zarett unter Eid folgende Darstellung ihrer Mißhandlungen in englischer Gefangenschaft:

„Wir gerieten am 14. April beim Angriff auf Bevgstellun- gen bei Servia in starkes Maschinengewehrseuer und wurden dabei schwer verwundet. Nur notdürftig konnten wir uns mit Berbandspäckchen und Unisormteilen verbinden. Am 1S. April kamen englische Soldaten, durchsuchten uns und nahmen alles weg, was sich in unseren Taschen befand. Obwohl wir aus­schließlich auf englische Hilfe angewiesen waren, kam in den ganzen vier Tagen weder ein Arzt noch ein Sanitätssoldat zu uns. Wir erhielten auch während dieser Tage nichts zu essen, man brachte uns einmal Wasser, das'mit Benzin ver­mischt war und das von den Verwundeten sofort wieder er­brochen wurde. Wir waren daraus angewiesen, uns mit dem Absatz Löcher in den Boden zu scharren, aus denen wir dann das angesammelte Rcgenwasser tranken. Bei Stuka- und Artillerie-Angriisen wurden wir daran gehindert, uns Deckung zu suchen, und nachts wurde bei der geringsten Be­wegung von den Engländern nach uns geschossen. AIs die Engländer schließlich aus ihren Stellungen abzogen, warfen sie Handgranaten in Richtung auf unsere Liegeplätze, so daß verschiedene Kameraden getötet wurden." Diese unter Eid ab­gegebenen Erklärungen enthüllen ein abschreckendes Bild bri­tischer Brutalität, die sich über alle international festgelegten Bestimmungen, über die Behandlung von Verwundeten ri­goros hinwegsetzt.

See sichrer empfing fllfieri

Obersalzberg, 22. Mai.- Anläßlich des zweiten Jahrestages der Unterzeichnung des deutsch-italienischen Freundschasts- und Bündnispaktes empsing der Führer am Donnerstag aus dem Obersalzberg den Königlich-Italienischen Botschafter Dino Aliieri, in dessen Begleitung sich Botschafter Zamboni, Mili­tärattache General Marras. MarineattachS Kapitän z. S. d« Angelis, LuftsahrtattachS Oberst Ta-ucci und der Landes- gruppcnloiter der Faschistischen Partei. Grai Rufseri, befan­den. An dSm Empfang nahmen der Reichsminister des Aus­wärtigen von Ribbentrop und der Reichspresseches Dr. Diet­rich teil. Aus dem gleichen Anlaß waren Botschafter Alneri und seine Vegleitrinfl am Donnerstagmittag Gäste des Neichs- außenministers im Landhaus Fuschl. ,

Gestern erschien in Berlin zum erstenmal die neue italie­nische Zeitschrift „Jl Camerata". Die Zeitschrift hat die Aus­gabe. Bindeglied zwischen den in Deutschland arbeitenden Italienern und ihrer Heimat zu sein.

nächste Zuflucht für die im östlichen Mittelmeer beschädigten Schiffe Gibraltar übrig. Bis dahin ist jedoch ein weiter Weg, der allzu nah an deutschen und italienischen Luststützpunkten vorbeiführt. Unter Berücksichtigung dieser Umstände ist der deutsch« Erfolg gegen die englische' Flotte im Mittelmeer um so höher zu bewerten. Nachdem die deutsche Lustwaffe die eng­lische Schlachtslotte nach mehreren empfindlichen Schlägen aus der Nordsee und den Gewässern um England verdrängt hat, ist nunmehr auch der Aufenthalt für britische Kriegsschiffe im Mittelmeer Problematisch geworden.

Boston, 22. Mai. Jnsolge der Transportschwierigkeiten in England nimmt die Oelsrage immer ernstere Formen an. So hat nach einem Londoner Bericht das britische Kriegsmini­sterium eine Verordnung erlassen, nach der für die eng­lische Wehrmacht ein Tag in der Woche zum „Transport- feiertag" gemacht wird, an dem, von wenigen Ausnahmen abgesehen, keine Militärfahrzeuge auf den Straßen sahrcn dürfen. Von amtlicher englischer Seite wird diese überraschende Maßnahme damit begründet, die englische Armee brauche

Her Okw.-Vericht

Ver feinst verlor vom 1S. bis 1

Berlin, 22. Mai.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Deutsche Kamps- und Sturzkampsslug,zeuge griffen am gestrigen Tage mit großem Erfolg britische Seestreit­kräfte im östlichen Mittelmeer an. Bomben schweren und schwersten Kalibers trafen ein Schlachtschiff, sechs Kreuzer und einen Zerstörer. Aus vier Kreuzer ent­standen Brände, ein Kreuzer zeigte Schlagseite. An den Angriffen beteiligten stch auch italienische Torpedoflug­zeuge. Im gleichen Seegebiet wurden ein feindliches Unterseeboot von einer Bombe getroffen und ein Handelsschiff schwer beschädigt. In Nordafrika vor Tobrnk lebhafte Spähtrupptätigkeit. Bei Sollum schaffen deutsche Jagdflieger von sechs angreifenden britischen Kampfflugzeugen fünf ab.

dringend „Ausbesserungstage zum Ueberholen und zur Repa­ratur der Fahrzeuge". Außerdem schasse die Einrichtung wich­tige Ersparnisse bei der Abnutzung von Fahrzeugen. Schließ­lich aber würden auch riesige Mengen von Brennstoff gespart. An diesen Tagen sind nicht nur militärische Uebungen und Uebungssahrten verboten, sondern selbst die Fahrten der Lastkraftwagen zur Verpflegung der Truppen sinken nicht statt. Es werden vielmehr Sonderraüonen einen Tag zuvor ausgegeben. In hiesigen unterrichteten Kreisen weist man darauf hin, daß eine solche Maßnahme nur verständlich sei, wenn Englands Ölversorgung infolge des Verlustes von Tankern ein gefährliches Stadium erreicht hätte.

Berlin, 22. Mai. Nach in London vorliegenden Nach­richten ist der britisch« Oeltanker „Canadolite" der Jmperial Oil Co., Montreal, torpediert worden. Der Tanker hatte ein Fassungsvermögen von 11 3«» BRT.

NewhorI, 22. Mai. Assoeiated Preß meldet aus Ncwyorker Schifsahrtskreisen, daß der britische Frachter „Huntingdon" (1184g BRT.) torpediert und ein Teil seiner Mannschaft in Lissabon gelandet worden ist.

vom vonnerstag

l. Mai rnsgesami Z? sluszeuge

Bei dem Versuch des Feindes, am Tage in das be­setzte Gebiet an der Kanalküste einzufliege», wurden ohne eigene Verluste sechs britische Jagdflugzeuge und ein Kampfflugzeug im Luftkampf abgeschossen. Einzelne feindliche Flugzeuge warfen Sprengbomben aus die Insel Helgoland. Es entstanden lediglich Schäden in Wohnvierteln. Die Zivilbevölkerung hat einige Ver­luste an Toten und Verletzte». Marineartillerie schoß zwei der angreifenden britischen Flugzeuge ab. Sonst fanden keinerlei weitere Einflüge des Feindes in das Reichsgebiet statt. In der Zeit vom 18. bis 21. Mai verlor der Feind zusammen 37 Flugzeuge. Hiervon wur­den 22 durch die Luftwaffe, drei durch Marineartillerie abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. Während der gleichen Zeit gingen elf eigene Flugzeuge verloren."

Noosevelt wird Ironisch

kr verles» keine „Sren;en" ;uriiik — Ver Sock als SSriner

xb. Berlin, 22. Mai. (BZ.-Eigenbericht.) Das Ringen in den USA. um die Roosevelt'schen anmaßenden Ambitionen geht seinen Gang weiter, einen Gang, in dem auch die Kritik unmißverständlich zu Wort kommt. Offener kann die ganze Brutalität und Verlogenheit der ideologisch und messianisch getarnten Politik des offiziellen Washington nicht an den Pranger gestellt worden als- durch das Zitat eines Wortes von Donovan. das er dem französischen Botschafter in Ankara aus dessen Forderung nach Lebensmittellieferungcn aus den USA. entgegenschlenderte: „Das amerikanische Volk ist be­reit, jeden Franzosen verhungern zu lassen, wenn das zur Niederlage Hitlers notwendig ist". Frankreich soll sich Roose- velt gegenüber verpflichten, mit dem Reich ausschließlich aus der Grundlage und im Rahmen der chAafsenstillstands- bedingungen zu Verkehren! Roosevelt, dem in der amerika­nischen Oessentlichkeit durch die Presse nachgewiesen ist, daß er, feine Ratgeber und Abgesandten, wie der Fall Jugoslawien und Griechenland bewiesen hat, mit ihrer verantwortungs­losen Kriegshetze am Ende überall Pleiten erleben, glaubt, im Falle Frankreich das Spiel der Einmischung in Europa fort­setzen zu können.

Roosevelt und Frau gefallen sich beide in erneuten Dro­hungen. Die USA.-Regierung läßt nicht nur verlangen, daß Vichtz seine Zukunftspläne einer Zusammenarbeit mit Deutsch­land bekanntgebe und spielt sich damit in zudringlicher Form als Oberrichter europäischer Staaten aui. Der Präsident selbst ergeht stch in seiner Pressekonscrenz schon in „ironischen" Antworten zum Dakarproblem: Daß. wenn Maßnah­men gegen Dakar ergriffen würden, dies nicht eine Frage ohne Bedeutung sein würde, sondern eine Frage, die die Opfer rechtfertigen würd« „Saturdap Evening Post" meinte, Roosevelt habe Amerikas Grenzen an die Donau verlegt: nach dem Lereinfall mit der Balkanpolitik will Roosevelt sie also gnädigst aui die Lstküsten des Atlantischen Ozeans zuriickverlegen.

Frau Roosevelt gibt ihrerseits weiter Interviews.und be­hauptet darin, die USA. könnten in den Krieg getrieben

werden durch ihren Wunsch, gewisse Dinge zu verhindern, die sie nicht zulassen können-. Englands Zusammenbrach be­deute den Fall der USA.-Verteidigung. Frau Roosevelt schnei­det in ihren verklausuliert kriegstreiberischen Wendungen erneut die Frage des britischen Züsammenbruchs an.

Den interessantesten Beitrag der allerletzten Zeit hat jedoch die Londoner Meldung des amerikanischen Mattes „Christian Science Monitor" geliefert. Aus ihr erhält die Welt Kenntnis von zwei geheimen Unterhausanträgen, die eine volle Union Englands und der USA., einmal nur wirtschaftlich, dann aber auch politisch, herbeiführen wollen. Hier wird also als letzter Rettungsanker wieder das Unionsprojckt ausge­worfen. d. h. Unterwerfung und Unterordnung des in schwerer Krisis stehenden britischen Weltreichs unter die USA.

Inzwischen hat der USA.-Marineministcr Knox sich über die Freiheit der Meere ausgelassen und mit seiner Erklärung Roosevelt einen schrecklichen Fehler nachgewiesen. Als solchen bezeichnete er nämlich die Neutralitätsakte Rooseveits. mit der dieser einst die Mehrheit des amerikanischen Volkes für sich gewann. Freiheit der Meere heißt natürlich für Knox nur das Recht, unbeschränkt USA.-Kriegsmaterial nach Eng­land zu bringen bei gleichzeitiger Unterstützung des britischen Versuchs, den europäischen Kontinent auf allen Gebieten son­stiger lebenswichtiger Dinge zu blockieren. Knox schlägt mit seiner Erklärung nicht nur den lebenden Präsidenten Roosevelt, er schlägt den Kamps einer ganzen Reihe von Prä­sidenten um die wirkliche Freiheit der Meere, nämlich die Freiheit von der britischen Tyrannei, gegen die sich bis zu dem kläglich gescheiterten Versuch Wilsons, die USA. seit ihrem Freiheitskrieg immer wieder bemüht haben. Warum soll aber Knox sich um die geschichtlichen Auseinandersetzungen seines Volkes um wirkliche Freiheit bemühen, da er doch gerade fest­gestellt hat, daß sein Präsident seine eigenen Maßnahmen Ichon nach wenigen Jahren nicht mehr ernst nimmt, oder sie, die als Tarnung und Dolksvcrführung gut genug waren, jetzt rücksichtslos' verwirst?

knglands Untergang durch die USfl. nicht abzuwehren

amerikanische Kritik an Noosevelts Wortbrüchen — australischer Mplomat siestt schwarz für das Nächster

Ncwhork, 22. Mai. In einem Leitartikel schreibt „New Aork World Telegram". Amerika sei heute stenau so sur eine Kriegstcilnahme unvorbereitet wie es Griechenland Jugo­slawien und Norwegen gewesen sei. Darum sollte Amerika dem Kriege fernbleiben. Wenn England dem UiUergang ge­weiht sei, könnten die Bereinigten Staaten dies nicht ab­wenden. selbst dann nicht, wenn sie jetzt aktiv am Kriege teilnehmen würden.

Die stets gut unterrichteten amerikanischen Korresponden­ten Alsop und Kintner teilen in der „Washingtoner Post einiges aus dem Bericht mit. den der Chef der Armeeiuit- waiie. General Arnold, nach der Rückkehr von London erflat- tete. und der dahingehen soll. daß England „ohne aktive USA.-Hilfe" nicht lange mehr aushalten könn« England

brauche Bombenflugzeuge und Schiffe, aber beides ^genüge nicht, denn trotz aller Materialhilse könne England ^eiiffch- land nicht besiegen, und wenn nach England jährende Lchme im bisherigen Tempo weiter versenkt würden, so werde ein- inal der Zeitpunkt kommen, wo man in England den Kampi als hoffnungslos ausgeben werde.

„New Pork Journal American" verlangt, daß Roosevelt das dem USA.-Dolk während der Wahlkampagne gegebene Versprechen halten solle, die Bereinigten Staaten von der Kriegsteilnahme fernzuhalten. Die Reden Rooseveits. d«- Marine- und Kriegsministers deuteten aber an. daß der Prä­sident das Versprechen nicht einlösen wolle. Die Hauptirag« in den Vereinigten Staaten sei heute nicht, ob man sich lur Krieg oder Frieden zu entscheiden hab«, sondern, daß da«

Volk den. Beweis erhalte, daß das Versprechen feiner Staats- iührer glaubwürdig ist. Wenn das USA.-Volk dies nicht mehr könn«, würde die Demokratie der Vereinigten Staaten untergehen und an, ihre Stelle eine Diktatur treten.

Von pesiimistischer Stimmung ist auch der australische Ge­sandte in Washington Casch beherrscht. Er erklärte in einer Rede vor dem Verband der Newyorkcr Reklamciachleute, er sehe in der Zusammenarbeit zwischen dem britischen Empire und den Vereinigten Staaten in der Nachkriegszeit einige Schwierigkeiten. Diese gemeinsame Zusammenarbeit fei'jedoch in der Nachkriegszeit genau so notwendig wie heute. Die Schwierigkeiten erblicke er darin. Laß die USA. der Ansicht seien, England sei keine Demokratie und die Engländer beu­teten die Völker des Empire aus. Wenn sich jedoch die Eng­länder in die britische Flagge und die Vereinigten Staaten in die USA.-Flagge einwickelten und den Weg des individu­ellen Nationalismus einschlügen, sehe er. Casey, der Zukunft sehr pessimistisch entgegen. Nach dem Kriege, so erklärte Easey weiter, würden Probleme zu lösen sein und Schwierigkeiten auftreten, die in dem Hauptproblem der Arbeitslosigkeit, endeten. Er glaube nicht, das die Vereinigten Staaten öder das britische Empire, wenn sie getrennt arbeiteten, dies« Probleme lösen könnten. Wenn sie jedoch nicht gelöst würden, würden alle untergehen. Der australische Diplomat stellt damit den beiden „Demokratien" eine recht schlechte Prognose.

Ehicago, 22. Mai. „Omaha World Harald" beklagt sich über die Prcsickonicrenzen des Weißen Sauses und betont. daS Volk müsse die Politik seiner Regierung kennen und nicht

gezwungen werden, sie zu erraten. Die Zeit sür' Rooseveits neckisch« Schäkereien sei endgültig vorbei. Das Blatt wieder­holt am Schluß seine Aufforderung, die unnützen Presse­konferenzen des Weißen Hauses aufzugeben. Roosevelt sei anscheinend zu Wilson zurückgekehrt. Täte er jetzt, was er September 1839 versprochen habe, wäre die Ruhe der USA. nicht bedroht, aber er habe sich gewendet und gedreht in allen Fragen. Zu Hulls „WeltordnungsPläne" erklärt das Blatt u. a., Hulls Tagesträume seien ein Teil der ständig von Washington laut ertönenden Agitation, aber es er­scheine hoffnungslos, wenn derartige Salluzinationen bei den höchsten Räten der Nation zu linden sind.

Tokio. 22. Mai. Die japanische Presse beschäftigt sich mit der Frage kommender nordamerikanischer Entscheidungen im Zusammenhang mit den Vorgängen im Nahen Osten. „Yo- miuri" meint, die scharfen Aeußerungen Stimsons. Knox' und anderer seien nur Versuchsballone, um Roosevelt vor seiner Erklärung am 27. Mai eine klare Kenntnis der Volksstim­mung zu vermitteln. „Mihako" meint, die USA.-Hilse sür England sei im Hinblick auf die voraussichtlichen Folgen der jüngsten politischen Entwicklung in Europa endgültig zu spät. Die leitenden Männer der USA. sollten nicht nur große Re­den über Gerechtigkeit und Freiheit halten, sondern auch die innere Größe aufbringen, die eigenen Fehler und Fehlurteile einzusehen. Europa und Ostasien stünden jetzt am Scheide­wege. Für,Japan jedoch gebe es nur einen Weg, nämlich den. Arm in Arm mit seinen Freunden zu gehen.

(Siehe auch Seit« 2)

Von

L^.-Ornppsvküfli-sr blasse, Preinsn

Englands Jnsellage ist sein Schicksal. Mit der Erobe­rung seines Weltreiches hat Großbritannien die Grund­lagen seiner insularen Selbstversorgung aufgegeben. Es lebt von der Zufuhr über See und ist verloren, wenn ihm die Seewege abgeschnitten werden. Seine See­herrschaft ist die Voraussetzung "für die Sicherung seiner Versorgung in Krieg und Frieden. Seine Kriegsflotte hat diese Herrschaft zu sichern, die Handelsflotte die Zu­fuhren herbeizuschaffen. Im Jahre 1938 betrug die über­seeische Einfuhr Großbritanniens 67,3 Millionen Tonnen (1913: 56 Mill.). Davon entfielen auf Mineralöl 12 Mil­lionen (1913: 1,8 Mill.). Zur Deckung des normalen Friedensbedarfs müssen täglich in den britischen Hei­mathäfen 180 990 Tonnen gelandet werden. Selbst bei Einschränkung der zivilen Bedürfnisse steigert der Kriegs­bedarf diese Einfuhr auf mindestens 200 000 Tonnen täglich, weil Massengüter an kriegswichtigen Rohstoffen heranzuschaffen sind, solange die einheimische Industrie voll arbeitsfähig ist. Das ist infolge der Zerstörungen durch die deutsche Luftwaffe nicht mehr der Fall, aber es ändert an dem Schiffsraumbedarf nichts, denn statt der Rohstoffe müssen nun von Ueberfee.her Flugzeuge, Waf­fen und sonstige Fertigwaren eingeführt werden. Sie sind sperriges Gut, das viel Laderaum verbraucht.

Der Schiffsraum des britischen Weltreichs belief sich 1939 auf 9500 Schiffe mit 21,2 Millionen Brutto- Register-Tonnen (1914: 11300 mit 21 Mill. BRT.). Der Anteil am Weltschiffsraum ist jedoch in diesem Zeitraum von 43 auf 30 v. H. gesunken, weil seitdem die anderen Nationen ihre Handelsflotten vergrößert haben, besonders die USA., Japan, Italien und Nor­wegen. Für ozeanische Transporte sind aber nur Schiffe über 2000 BRT. brauchbar. Hiervon verfügte das bri­tische Empire bei Kriegsausbruch jedoch nur über 2000 Schiffe mit 17,8 Millionen BRT. Davon scheidet die kanadische Tonnage in der Küstenfahrt und auf den großen Seen Nordamerikas fast vollständig aus, weil sie bei den unzulänglichen Landverbindungen für die Eigenversorgung Kanadas unentbehrlich ist. Ein wei­terer Teil der Tonnage wird für den ozeanischen Zwi- schenverkehr der überseeischen Empireglieder benötigt, so z. B. zwischen Afrika, Indien und Australien. Schließ­lich muß Großbritannien noch bestrebt sein, auch wäh­rend des Krieges seine wichtigsten Handelsverbindungen mit den fremden Nationen notdürftig aufrechtzuerhal­ten. Auch das entzieht der Versorgung des Mutterlandes weiteren Schiffsraum. Als letztes aber kommt noch der Schiffsbedarf hinzu, der für die durch Churchills Stra­tegie neu entstandenen Kriegsschauplätze für militärische Transporte benötigt wird. Sein Umfang ist allein schon an den Verlusten Englands in Norwegen, bei Dlln- kirchen und im Mittelmeer ermeßbar.

Nach der Ansicht von Fachleuten standen 1939 bei Be­rücksichtigung dieser Abzüge für die Versorgung der bri­tischen Insel im besten Falle 13 Millionen BRT. eige­nen Schiffsraumes für Ueberseetransporte zur Ver­fügung. Schon im Weltkriege war England genötigt, die Handelsflotten seiner damaligen Bundesgenossen und nahezu aller Neutralen einzusetzen, als es den U-Bootskrieg zu bestehen hatte. Heute hat sich das Bild gründlich geändert. Die großen Handelsflotten Japans und Italiens fallen aus. Von den Handelsflotten Nor­wegens, Hollands, Frankreichs, Griechenlands und Bel­giens, die zusammen etwa 11 Millionen VRT. Ueber- seetonnage besaßen, ist der für die britische Insel dienst­bare Anteil mit etwa 7 Millionen BRT. anzuschlagen. Alles in allem würden hiernach rund 20 Millionen BRT. für die Versorgung Englands zur Verfügung ge­standen haben, als der gegenwärtige Krieg begann. Davon sind bisher durch unsere U-Voote, Ueberwasser- streitkräfte und Luftwaffe über 11 Millionen BRT. ver­senkt. Der verbliebene Rest von 9 Millionen BRT. aber reicht nicht aus, um Englands Einfuhrbedarf zu decken. Daran vermag auch der Zwang des Navycert-Systems- gegen die Neutralen nichts zu ändern, denn deren für England verfügbare Tonnage ist nur gering. Hinzu kommt die zeitraubende und unwirtschaftliche Verwen­dung des Schiffsraums durch das Eeleitzugwesen, zu dem Großbritannien von der deutschen- Seekriegführung seit langem gezwungen wurde. Als Vergleichsbeispiel sei angeführt, daß man infolge des Eeleitzugzwanges jahresdurchschnittlich nur mit vier Reisen eines Ileber- seeschiffes rechnen kann. Mit 10 Millionen BRT. kann man also nur 40 Millionen BRT. für England laden gegenüber einem Bedarf von 70 bis 80 Millionen Tonnen.

Kein Wunder, wenn die Schlacht im Atlantik im Mittelpunkt der britischen Sorgen steht, denn hier geht es nicht mehr um die glanzvolle Herrschaft über die Meere, sondern nur noch um die Ofsenhaltung der einzigen Seestraße, die nach England führt. Hier lau­fen alle noch verbliebenen Zufuhrwege zusammen, aus Nord- und Südamerika, vom Mittelmeer und vom Kap der guten Hoffnung her; denn die Zufuhren aus Europa selbst sind seit einem Jahr der britischen Versorgung verschlossen. Lebensmittel, Waffen, Munition, Roh­stoffe und Fertigwaren des allgemeinen Bedarfs, sie alle müssen über die Atlantikstraße an die Insel heran­gebracht werden. Auf diesem einzigen Zufuhrweg aber liegt, von Monat zu Monat wachsend, der würgende

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Die deuische Luftwaffe versenkte im östlichen Mittelmeer 4 britische Kreuzer und einige Zerstörer; ein Schlachtschiff wurde schwer beschädigt.

Ueber schwerste Mißhandlungen an deutschen Verwun­deten in Griechenland durch englische Soldaten werden erschütternde Einzelheiten bekannt.

Der gestrige OKW.-Bericht stellt den großen Erfolg unserer Lustwasse beim Angriff aus die britischen Sce- streitkräste im Mittelmeer heraus.

Amerikanische Zeitungen üben schärfste Kritik an R sevclts Wortbrüchen.

Der Führer empsing den italienischen Botschafter. Gauleiter Rövcr erläßt einen Ausruf zur 3. Wehrmack Bllchersammlung im Gau Wcser-Ems.

--Krall durch Freude" bringt zu Pfingsten die bcrühi Cannlla-Mahcr-Truppe nach Bremen.

Die Teutsche Golddiskontbank hat auch 184» den Export wirksam unterstützt.

Das Volkswagenwcrk hat sein Kapital verdoppelt.