Ausgabe 
(12.5.1941) Nr. 131
Seite
11
 
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Bremen. Lontrescai,

Auf Wunsch der Bei benen hat die Eim^ rung und Veisehun aller Stille stattgesu

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Unser früheres Eefotz schaftsmitglied

Wilhelm

Wagenseld

ist am 8. Mai im 7V. Le­bensjahre verstorben. Der Verstorbene, welch« über 40 Jahre in treu» Pflichterfüllung und gu­ter Kameradschaft mit uns verbunden war. lebte seit dem 1. Juli IM im Ruheverhältnis.

Beiriebssjjhrer ur Gefolgschaft

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Bremen, 10. Mai IM

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Monatsbezug E 2,30 elnschl. Zu- stellaebbbi! Posibenwspreis monotl. 2,30 E (elnschl. 30,1 ^4 Post- zeltungsaebübr) zuzügl. 42 -1A/ Be­stellgeld. Bezugspreis Ist im voraus ablbar. Postscheck: Hamburg 17272. Eine Beblnderung der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch aus Niickzablung des Bezugspreises. Verlag' Nkn.-Gauverlaa Weler- Ems GmbH., Bremen, Genen 8-8. Fernspr.: 54121, Nachtr. u. Sonnig. 5 1115. Sprech z.: Verlag: werktl. 12—13 Uhr? Schriftleltung Diens­tag und Freitag 12V-—13V» Uhr.

er Zeitung

parteiamtliche Hagesz eitung

Vas Amtsblatt des Negierenden Vürgerüieisters der Zielen Hansestadt vremen

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der Nationalsozialisten Vremens

flmlliches Verkündungsblatt des Neichsstattlialters In Oldenburg und vremen

Nr. 1 Z 1 / 11 . Zaliroang

Montag. 12 . Mai 1941

kinzelpreis 1 S Nps.

Sroßanariff aus London

Neuerdings 55 lwN VM. versenkt

U-Vool-falle lorpedierl — krfotge bei Sollum und lobruk

Berlin, 11. Mai.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Die britische Luftwassehat in.den letzten Nächten er­neut und planmäßig Wohnviertel deutscher Städte, darunter auch die Reichshauptstadt, bombardiert. Als Vergeltung führten in der letzten Nacht starke Kräfte der deutschen Luftwaffe einen Großangriff gegen Lon­don durch. In rollenden Einsätzen wurde die britische Hauptstadt die ganze Nacht hindurch bei guter Erdsicht mit Sprengbomben aller Kaliber und Zehntausende von Vrandbomben belegt. Eroßfeuer im Themsebogen, be­sonders in den Commercial- und Millwall-Docks sowie zwischen Waterloo-Bridge und den Victoria-Docks ließen die durchschlagende Wirkung erkennen. Ein Flammen­meer nordwestlich des Themsebogens war noch aus einer Entfernung von ISO Kilometer sichtbar.

Andere Kampffliegerverbände zerstörte« durch Bom- benvolltresfer große Teile eines Leichtmetäll- und Mo­torenwerkes sowie eines weiteren Riistungsswerkes im Süden der Insel und bekämpften erfolgreich Hafenanla­gen an der Themsemündung, in Plymouth und an der Südostküste. Ueber englischem Gebiet wurden zwei feind­liche Flugzeuge abgeschossen. . ^ ^

U-Boote versenkten bei Operationen im Nordatlantil 28 800 VRT. feindlichen Handelsschisssranmes. Außer­dem wurde eine britische Unterseebootfalle durch Tor­pedotreffer schwer beschädigt.

Im Seegebiet um England versenkten Kampfflugzeuge aus einem Geleitzug ein Handelsschiff von 5000 BRT. und beschädigten sieben weitere große Schisse schwer.

In Nordasrika erbeuteten Truppen des deutschen Asrikakorps vor Tobruk drei schwere Flakgeschütze und weiteres Kriegsgerät. Im übrigen beschränkten sich die Kampshandlungen in diesem Raum auf beiderseitige Artillerietätigkeit. In erfolgreichen Kämpfen bei Sol­lum wurden drei britische Panzerwagen zerstört, meh­rere Geschütze und Kraftfahrzeuge erbeutet, sowie eine Anzahl Gefangene eingebracht.

Bei einem Vorstoß gegen die Insel Malta schössen deutsche Jäger am gestrigen Tage ein viermotoriges britisches Flugboot vom Muster Sunderland in Brand.

Der Feind grifs in der letzten Nacht mit stärkeren Kräften vorwiegend die Stadt Hamburg an. Durch Abwurf von Spreng- und Brandbomben entstanden zahl­reiche Brände und Zerstörungen, säst nur in Wohnvier­teln. Die wehrwirtschaftlichen Schäden sind nicht bedeu­tend. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste an Toten und Verletzten. Einzelne Flugzeuge drangen bis in die Um­gebung der Reichshauptstadt vor. Nachtjäger schössen acht der angreifenden britischen Flugzeuge ab.

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Unter dem niederschmetternden Eindruck des jüngsten deut­schen Vergeltnngsschlages muß der englische Nachrichtendienst zugeben, daß die deutsche Luftwaffe in der Nacht zum Sonn­tag London als Hauptziel angegriffen habe. Kurz nach Ein­treten der Dunkelheit hätten die schweren Angriffe gegen die Hauptstadt begonnen. Eine „Reihe von Bränden" fei ent­standen. Man befürchtet, daß die Zahl der Opfer sich als

empfindlicher kichlschiffmangel

Newhork. 11. Mai.

Der Direktor der führenden neuseeländischen Mijchverarbei- tungsgenossenschaft, William Goodsellow, der sich auf einer Reise nach London in Newyork aufhielt, erklärte hier laut „Associated Preß", der Mangel an Schiffsraum habe im Ab­satz neuseeländischer Milcherzeugnisss nach England eine kri­tische Lage hervorgerusen.

Bon den zwischen Neuseeland und Großbritannien verkeh­renden Kühlschiffen seien 4» Prozent bereits versenkt, die mei­sten in den letzten sechs Monaten. In den Lagerhäusern aus Neuseeland lägen ungeheure Mengen für England bestimm­ter Milchprodukte, sowie Lammfleisch, die wegen des Schisfs- raummangels nicht abgeliefert werden könnten.

groß erweisen werde. Auch in anderen Teilen des Landes, besonders in Südostengland, so berichtet der englische Nach­richtendienst weiter, sei es zu Bombenwürfen gekommen.

Auch das vom britischen Lustsahrtministerium in Berbin­dung mit dem Ministerium sür die innere Sicherheit heraus­gegebene Kommunique spricht von einem schweren Luftangriff in der Nacht zum Sonntag aus London. Mehrere Stunden lang seien Bomben abgeworfen worden. Hierdurch seien be­trächtliche Schäden angerichtet und eine große Anzahl Opfer gefordert worden. In vielen anderen Teilen Englands sei es ebenfalls zu Bombenwürfen gekommen, in der Hauptsache in Südost- und Oftengland, wo „gewisse Schäden" entstan­den seien und es unter den geforderten Opfern Tote gegeben habe. In später Abendstunde des Sonnabends sei auch eine gewisse Stell« in Südwestengland angegriffen worden, hier seien Schäden angerichtet worden.

„Schauerliche Serie von Vomben"

llv. Stockholm, 11. Mai.

Den ersten neutralen Augenzcugenbericht vom Bombarde­ment Londons in der Nacht zum Sonntag liefert, der Londo­

ner Vertreter des Stockholmer „Astonbladet". Dieser Schilde­rung ist folgendes zu entnehmen: „Die Schäden mühen mit aller Klarheit als bedeutend bezeichnet werden. Die roten Blitze der Bombeneinschläge erfolgten so dicht hintereinander, daß man von Anfäng an ahnte, London würde diesmal das Ziel ganz besonderer Angriffe werden. In das übliche Inferno mischte sich allmählich ein neues Geräusch: Maschinengewehr- geknatter von Luftkämpfen. Spreng- und Vrandbomben folg­ten einander in einer schauerlichen Serie die ganze Nacht hindurch. Um Mitternacht lohte eine große Anzahl von Feuersbrünsten. Die Brandmannschaften kämpften verzweifelt. Nach vorläufigen Berichten haben die Brände eine sehr große Ausdehnung über das ganze Londoner Gebiet gehabt. Vor­übergehend war es so hell, daß man aus der Straße ganz deutlich die Uhr ablesen konnte".

„Während ich dieses Telegramm abgebe", so berichtet der schwedische Journalist am Sonntag, „brennen die Schaden­feuer noch immer an einer ganzen Reihe von Plätzen. Hier und da raucht es aus Trümmern".

Englische Berichte vom Sonntag geben den Verlust von sieben Flugzeugen bei den Nachtangriffen auf Hamburg und andere deutsche Städte zu.

Ilzemse-Vogen ein einziger vrandizerS

verheerende Wirkung des vergellungsangriffes auf London / furchtbar büßte die britische Hauptstadt

(Von ürlexsdertcdtsi Dr. Kurt Honolks)

k>. L. . . . . 11. Mai

Als ich heute morgen über London aus der Bodenwanne aus dieses schaurige, großartige Ricsengemälde aus Feuer und glühendem Rauch unter uns blickte, sielen mir die Worte des Führers ein: „Jede Bombe, die aus deutsche Wohnviertel fällt, wird hundert- und tausendfach vergolten. Furchtbar hat die britische Hauptstadt heute nacht die jüngsten Angriffe aus Bremer und Hamburger Wvhnobjckte gebüßt. Ver­geltung hieß die Parole des heutigen nächtlichen Grotzangrisss aus London. Vergeltung mit unvergleichlicher überlegener Wucht. Und die verheerende Wirkung haben wir vor wenigen Stunden mit eigenen Augen gesehen.

Isgke» in «isr stakins

Ist dies überhaupt noch ein Nachtangriff im üblichen Sinne? Es ist ja fast taghell in der Kabine unsrer In. 88. Man kann das Zifferblatt der Armbanduhr mühelos erkennen, so licht strahlt der Vollmond, der uns von Süden her mit seinem glänzenden Schein begleitet. Wie wundervoll glänzt der Kanal unter uns. Wie plastisch, zum Greifen nahe, hebt sich die englische Südküfte von diesem Silberspiegel ab. Wie klar erkennt man die Accker, Wäldchen, die Häuser und Straßen der Dörfer Südcnglands, über die unsere Maschine jetzt hinwegbranst.

So phantastisch schön ist dieser Flug, daß mir unwillkür­lich, während das Auge mit höchster Konzentration nach Nachtjägern späht, die Lenau-Verse durch den Kopf gehen: „Lieblich war die Maiennacht . . aber es fliegen heute keine sanften - Silberwötkchen, sondern zahllose donnernde Kampfflugzeuge gegen die englische Hauptstadt. Die Ala­basterarme der Scheinwerfer haschen und tasten nach uns. reichen uns zu den nächsten Batterien weiter. Aber seltsam — die Flakartillerie schweigt. — Wir sind noch gute hundert Kilometer von London entfernt, da meldet der Beobachter schon Feuerschein vor uns. Jetzt liegt eine große Werft zu unseren Füßen. Wunderbar, klar sehen wir die schimmernde Bucht, die Docks, mehrere Kriegsschiffe sind zu erkennen. „Ver­dammt, daß wir da nicht reinhauen können, die Bomben müssen.sitzen", sagt Leutnant B„ unser Flugzeugführer.

Istri sincl v/,r Ubsr elsn Vorstscllsn

Aber so verlockend es wäre, wir haben ein anderes Ziel zugewiesen bekommen. Der Auftrag muß durchgeführt werden. Immer leuchtender wird der Feuerschein. Jetzt sind wir über den Vorstädten der Metropole. Wie auf dem Präsentierteller liegt London unter uns. Straßcnzüge, Plätze. Eisenbahnen, sind einwandsrei auszumachen, so hell ist es. Nych dichter stehen-die Weißen Schcinwerfersäulen hier. Aber wieder sind nur vereinzelte Flackblitze wahrzunehmen. Es beruhigt uns

keineswegs, daß die Flakartillerie so müßig ist. Denn das läßt nur daraus schließen, daß die Nachtjäger, diese gefähr­lichsten Feind« des Kampffliegers, um so stärker eingesetzt sind.

Angespannt und überwach sucht jeder Mann der Besatzung den mattblauen Nachthimmel ab. Eine verbummelte Sekunde kann verhängnisvoll sein. Jetzt: „ein Jäger von hinten", rufe ich ins Kehlkopfmikrophon, und im nächsten Sekunden- bruchteil hüt der Flugzeugführer reagiert, dreht in steiler Linkskurve nach unten ab. Der Nachtjäger slitzt schräg über uns vorbei. Die Nacht verschlingt ihn. wir haben ihn nicht wieder gesehen. Wir atmen auf. Aber ständig heißt es auf der Lauer sein. Jetzt der Funker: „Maschine rechts". Aber es ist eine eigene, wir sehen noch mehrere über der Stadt schatten­haft vorbeihuschsn, so rege ist heute der Verkehr.

klsmmsnmssr in bsiUsn Seiten

Immer dichter werden die Einzelbrände, als gcbliche Punkte an unzählbaren Stellen verteilt, je näher wir dem Themse- Bogen kommen. Ja, das ist sie, die Themse. Silbrig glänzt sie im Vollmondschein. Wir find über dem Zielgebiet des heutigen Angriffes: dem Thcmsebogen, und den mit kriegswichtigen Objekten gespickten Vierteln westlich und süd­westlich davon. Nie werde ich dieses Bild vergehen können. Umringt von 28, 30, 40 kleinen Feuern greifen die einzelnen Brandherde wie auf einem riesigen Feuerrost ineinander über. Dicker, trag kriechender karminroter Qualm lagert darüber. Greift über den Fluß hinweg, verdeckt ihn über Hunderte von Meter, verschmilzt mit den Rauchschwaden, die den ganzen Themscbogen mit seiner Häufung von Speichern, Docks und Fabriken überdecken. Das Licht des Maimondes ist dem grausigen rötlichen Dunst gewichen, der die ganze Innenstadt überlagert und gespenstisch erleuchtet. Ungeheuer groß, viele Kilometer im Geviert erstreckt sich dieser Höllen- ofen. Hilflos tasten schneeweiße Schcinwerferarme durch die züngelnde Glut. Die Scheiben meiner Bodenwanne scheinen zu glühen, so gewaltig ist der Feuerschein.

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In kurzen Sekundenabständen zuckt es unten hell auf. Immer und immer wieder neue Bombeneinschläge, neue Brände, neue Verwüstungen. Vergeltung donnern unsere Motoren, und Vergeltung blitzen unsere Bomben, die nun, genau kann ich die Einschläge unten beobachten, in die dunk­len Stellen, die noch unversehrt sind, hineinrasseln. Dort unten mag jetzt, was London an Feuerwehren auf die Beine bringen kann, fieberhaft am Werk sein — aber gegen diese Katastrophe, gegen dieses Wüten des feurigen Elements find Menschenhände machtlos. Churchill aber, wenn er morgens aus seinem Keller kriechen wird, wird allen Grund haben, wie da­mals in Plhmouih auszurufen, daß ihn „dieser Anblick außer­ordentlich erfrische"!

Krach um die britischen VersenkungsMern

Vas Informalionsministerium überrumpelte die fldmiralitüt — flllzu neugierige flmerikaner werden bellbörig

siv. Stockholm, 11. Mai. (82.-s7jgenhsries>t:)

Die Londoner Liigenzifsern über die angeblichen Seekriegs- vcrlustc im April haben ein komisches Nachspiel gezeitigt: Statt die amerikanische Oesscntlichkcit zu befriedigen, der zu­liebe das Londoner Jnsormationsminfftcrium diese Ziffern schleunigst in der Nacht zum Sonnabend herausgegeben hatte, tobt der Streit um die Tatsachen der „Atlantikschlacht" in vollem Umfang weiter. Außerdem ist in der englischen Öf­fentlichkeit ein neuer Streit um die Nachrichtenpolitik hinsicht­lich der Seekriegsührung ausgebrochcn mit schweren Differen­zen zwischen Jnsormationsminffterium und Admiralität im Hintergrund.

Da die Agitation in den Vereinigten Staaten, vom eng­lischen Standpunkt aus gesehen, gegenwärtig alles überschattet, hat sich das britische Jnsormationsminffterium gegenüber dem Zögern der Admiralität und dem Drängen der ameri­kanischen Journalisten in London bei Nacht und Nebel den Streich geleistet, von sich aus Dcrsenkungsziffern heraus­zugeben. von denen bis jetzt nicht feststeht' ob sie aus der Schwindelstatistik der Admiralität stammen, oder eigenes Pro­dukt des Jnivrmationsministeriums darstellen Der Aerger bei den Admiralen soll unbeschreiblich gewesen sein. Etliche von ihnen erfuhren, wie schwedische Berichte hervor­heben, erst aus den Morgenzeitungen die Versenkungsziffern! Ein Teil der Londoner Presse fordert im Hinblick auf das Jetzige Durcheinander eine drastischere Form des gan­zen Systems sür Kriegsnachrichten und Propaganda Die „Daily Mail" schreibt beispielsweise, niemand wünsch«. Nach­richten von wirklichem Wert sür Deutschland zu veröffent­lichen, aber es werde jetzt klar, daß die Admiralität jn Zu­

kunft mehr Nachrichten geben müsse, ob sie wolle oder nicht. Die ganze Sache sei fatalerweise verdüstert durch das alte Leidwesen mit der Dummheit und Hemmschuh­taktik der verschiedenen Abteilungen im Kriegs- und Jn- sormationsministerium. Andere Zeitungen schimpfen abwech­selnd auf alle beteiligten Behörden.

Der Londoner Vertreter des Stockholmer „Socialdemokraten" erklärt, es sei kaum glaubhaft, daß die Amerikaner sich von dem Londoner Commnniaus befriedigt kühlen würden, weder von den Ziffern noch den nachträglich gegebenen spärlichen Erläuterungen. Daß die Ziffern selbstverständlich erlogen und die Erläuterungen ohne Rücksicht auf die Wahrheit , u - recht gemacht worden sind. belegt der schwedische Beob­achter durch solgendc Betrachtungen: „DicLage sür die eng­lischen Behörden war delikat. In erster Linie hat niemand Lust, den Deutschen allzuviel Informationen über die Tat­sachen !m Atlnntikkricg zu geben. Auf der anderen Seite besteht natürlich alles Interesse, die Lage nicht schlimmer zu machen, als sie wirklich .ist leine zarte Umschreibung Lon­doner Schönfärbereien^. Nun kamen die tatsachenhungrigcn Amerikaner daher, die förmlich um schlechte Ziffern bettelten. Das Ergebnis in Form der Londoner Eommunignes glich in hohem Maße jenem Typ von Kompromissen, wie sie aus einer widerspruchsvollen Lage zu entstehen Pflegen Sie zeigen Londons guten Willen. Washington gefällig zu sein. einige Gesamtzffsern ohne Anleitung sür ihre Deutung, das ist alles Sie enthalten jedenfalls keine Tatfachenanfklärung jenes eraktcn Schlages, nach dem die Amerikaner gerufen hatten.'

Der Londoner Schwindel hat also nicht einmal die nächsten Interessenten befriedigt, sür die er fabriziert wurde. Die Re­gierung Churchill machte Kotau vor den amerikanischen Re­portern und suchte ein „Kompromiß" von angeblichen Der- lustzisfern zurcchtzubrauen, das mit Wahrheit natürlich nichts zu tun hat. Selbst in Schweden und den USA. riecht man den Braten, und in London geraten sich die Admirale mit dem Jnsormationsminfftcrium in die Haare. Die Welt kann ent­sprechende Rückschlüsse ziehen, wie die Schlacht im At­lantik sür England wirklich steht.

Wie -ie Neusoeliinder für dumm verkauft wu den

Barcelona, 11. Mai.

Der Korrespondent der Zeitung „Diario de Barcelona", Pe- nella, berichtet aussührlich über seine Eindrücke in Griechen­land, das er vor einigen Tagen bereiste. Beim Besuch eines Gemngenenlagers wurde Penella von drei gefangenen neu- s«ländischen Offizieren gefragt, ob denn die englische Nach­richt wirklich nicht zutreffe, daß die Engländer bereits wieder auf französischem Boden kämpften.

Der spanische Korrespondent schreibt hierzu, es fei ihm als -in starkes Stück erschienen, daß diese Männer glaubten, die Englandcr seien in Frankreich gelandet und durcheilten schon Europa, um sie befreien zu können, wo die Briten doch noch gar nicht am Ziel ihrer Flucht angelangt seien. Man braucht dieser Londoner Vcrdummungstaktik, mit der die Neuseelän­der und Australier in den Kampf gehetzt wurden, nichts hin­zuzufügen.

Die ltöH. Ärsi äw-qraee

Von

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Wenn heute von Singapore die Rede ist, meint man ge­wöhnlich nicht die große Hafen- und Umschlags-Eroßstadt im Süden der gleichnamigen Insel, sondern den aus ihrer nördlichen Rückseite 1923 gegründeten Kriegsyafen Seletar, der von der Malayischen Halbinsel durch einen westlichen nichtschiffbaren und einen östlichen offenen Meeresarm ge­trennt, mit ihr durch Damm und Brücke verbunden ist. Im östlichen Fjord befindet sich der Kricgshascn. stark beseitigt nach allen Seiten, mit Wersten, Docks. Reparaturanlagen, Oellagern und Fliegerhorsten solchen Umfanges ausgestattet, daß er nach englischem Urteil einen noch höheren Rang ein­nimmt als Gibaltar, von Malta zu schweigen.

Ter vom amerikanischen Admiral Stirling in die Debatte geworfene Vorschlag, in Singapore eine englisch-amerikanisch« Wehrgeweinschast zu errichten, ist an sich nicht neu, wurde doch ähnliches schon vor einigen Jahren bei der Einweihung des Stützpunktes laut. Neu dagegen war die Idee. England möge dorthin einige Schlachtschiffe schicken, wofür die USA. ander« Kriegsschiffe sür den Atlantik abgeben könnten. Hier­über wurde anscheinend noch keine Einigung erzielt — wenn überhaupt ernsthaft gesprochen —. da England heute so wenig Schlachtschiffe dorthin entsenden kann wie seinerzeit Austin Chamberlain während des Konfliktes mit Japan über die Niederlassungen in China und die Auslieierung der poli­tischen Verbrecher in Tientsin.

Damals nahm Japan von der „Warnung" kaum Notiz, heute ebensowenig. Es blieb bei den wenigen Kreuzern, Zer­störern und U-Booten, die die englische Motte für die China­station und Indien entbehren konnte; ein Teil mußte sogar noch abgezogen werden, während die Luftwaffe anscheinend verstärkt wurde. Im ganzen ging das Urteil eines amerika­nischen Fachmannes (in der „Atlantic Monthly", Februarheft) noch kürzlich dahin, daß Singapore eine ausgezeichnete Hüh­nerfarm .sei, nur leider ohne Hühner.

Seit der Vermittlung Japans im Konflikt Thailand — Jndochina hat sich, von England agitatorisch betont, von Japan bestritten, im dortigen Raum ein Spaniiungsseld ent­wickelt, das zur Verstärkung der Garnison Singapore durch australische und indische Truppen und Flugzeugverbände und zur Besetzung der malayischen Halbinsel gegen die Grenze von Thailand hin durch ähnliche Verstärkungen geführt hat, nach Erklärung des Oberkommandierenden „zur , Wahrung des Friedens und des status quo". Das find Verteidigungsmaß­nahmen: aber die Frage der Dorthinverlegung schwerer und zur Offensive befähigter Seestreitkräste blieb offen und damit die der Anteilnahme der USA.

Von japanischer Seite liegen hierzu skeptische Aeußerungen vor. Man erkennt sehr wohl die amerikanische Nei­gung, Singapore als südlichen Stützpunkt !ür eine etwaige Angriffssront gegen Japan zu benutzen; verweist aber auf die außerordentliche Entfernung von der Heimat und die Mangel eines solchen Hospitierens in fremden Anlagen. Die amerikanische Flotte im Stillen Ozean mit ihren 1ö Schlacht­schiffen, K Flugzeugträgern, t8 schweren und 17 leichten Kreu­zern, 8» Zerstörern und 45 Torpedobooten könne in Ostasieu weder mit noch ohn« Singapore eine entscheidende Kampf­stellung gegen Japan einnehmen, das aus gesicherter Stellung heraus seine Verteidigung führen werde. Ueberhaupt be- streitet Japan mit verständlicher Leidenschaft, daß Singa­pore ein „amerikanisches Problem" sei, da es von der kalifor­nischen Küste weiter entfernt liege „als der Ural von New- York", und niemand am Ural amerikanische Probleme such«. Eine in Singapore auftauchende amerikanische Flotte, sagte der japanisch« Außenminister Matsuoka schon vor Monaten, müsse als Kriegserklärung aufgefaßt werden

liegt das Dil in der doppelten Frontstellung, in ! Rooierelt die USA. hineinmanövriert hat, und den u i zureichenden Mitteln, beide Fronten zu besetzen u zugleich «ine materielle Höchstleistung an Hilssticferungen s England auszubringen. Er betrachtet die strategi chs Lage Europa und Asien und sieht die angelsächsischen Mächt« a ,der äußeren Linie mit Fernblockade in Front gegen ! Machte des Dreierpacktcs. die von der inneren Linie her il Machtstellung überlegen erweitern: Deutschland mit d bekannten Positionen im Norden und Süden Euroln -^i a p a n im Auge seiner Inselkette, bereits bis zum Golf o Lvngking und nach Jndochina gelangt, wenige 100 Kilomel von Singapore entfernt, mit bester Nachscbubsicberunq A dreien, äußeren Bogen entscheidende Kräfte anzusetzen und ; gleich das Gerippe von Stützpunkten, das das englische We reich Zusammenhalt. Gibraltar — Suez — Aden — Sinqapc mit überlegener Stärke zu halten, scheint ihm die angeliäch scheu Möglichkeiten „bis zum Zerreißen anzuspannen", l ^L'land sur L»ngapore nichts mehr tun könne bliebe d UsA. zedoch wohl nichts anderes übrig, als „in die Bresi zu treten ; aber wie lang« könnten sie sich dann noch I massive Hilfeleistung sür die englischen Inseln > statten dre von der deutschen Bastion am Atlantik aus v Monat zu Monat mehr abgewürgt würden? im Ä die Frage, die hier nicht zum erst

Male gestellt wird. Das Problem Singapore samt allen Bc benheitcn am und im Mittelmeer und in Afrika tritt osfenk weit zurück hinter dem Schicksal Englands in ! Heimat. Nach den verschiedensten Aeußerungen von ameri ni cher Seite wird dieses aber als „nahezu hosfnunqslc betrachtet, und der zu seiner Rettung entfaltete - oder v! mehr erst geplante — Aufwand erklärt sich immer wie! zwangloser als amerikanischer Selbstzweck, als Anfb einer eigenen Rüstung von den bekannten Ausmaßen Oh wird während dieses Prozesses noch manche crn Hilfeleistung für England versucht worden; ob sich darun

Unser

wuchtisi-n Großangriff zahlte die deutsche Lustwasse die heimtückischen Angriffe der Briten aus Bremer und Hamburger Wohnviertel heim.

ffffcln*durch" Ehrten die restlose Besetzung der Zhkladcn-

Hanns Johst wurde mit dem Kantate-Dichtcrpreis der Reichsmcssestadt ausgezeichnet.

Der Film .Sieg im Westen" ist der Kaffenerfolg in den Newhorker Filmtheatern. » > »

Die Nationalisten Flanderns haben sich zu einer Ein­heitsfront zusammengeschlossen.

heim ^cin^9- ^E"rm ZZ/zz/go weihte ein eigenes Sturm-

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