Ausgabe 
(10.5.1941) Nr. 129
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parteiamtliche Tageszeitung

Das flmtsblatt des Negierenden vürgermeistcrs der Zrcien Hansestadt Vremen

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der Nationalsozialisten Bremens

flmiiiches verkündungsblatt des Neichsstattlialters in Oldenburg und vremen

Nr. 129/11. Mrcang

Sonnabend. 10. Mai 1941

kinzelpreis 13 Nps.

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25 . ^uli 1934

wieruno und dem Kanzler hatt,, n; kenn zuvörderst war ich lein ^u-er die Regierung den Eid ml arte.

"^br des von seiner Verfassung', oer nationalen und sozialen Emp- Bol.es. Daß ich mich zur Veriii- ner Gennnnng meiner Ueberze», Aotke in Oesterreich den ein,!«» lachen, meinem seit Jahr und Tez reden, die Umkehr einer veiderb- r. und meiner Bewunderung iüi ile Werk des Führers und dem n Reiche. an dem teilzunehme» verwehrt sein durfte. Ter w» an mich ergehende Rus war mir, denkenden christiichsozialen Kreiß» der Beweis !ür die Absicht, die (eichend herbeizuiühren. Ter Aii»- ; weitere Entwicklung entschiede», bünerungeir und unendlich viele in weiterer Ausgleich der Sese»- nde Merkmal der UeberganMi Vaterländischen Front über «ei her — bat nch bitter gerächt, abnahmen der Erhebung war ij »e Einzcihetten deshalb auch M äake ich mich daraus einige A on Harlliebs: „Parole: Tas An^

; ausdrücklich festgelegt, daß ole hancn ohne Blutvcrgictzen vor ßt

lu-gabe tu. auf LastkrostwaM e eine Abteilung des Bunde?, wtksützung übersallsartig im vllie .

segierungsmitglicder 'estnehmeii

- eine Kabinettsumbildung el-

e zur selben Zeit den Rund- sru'ung der neuen Regienms len und ak-ionsun-ähig mache» der Führung Mar Krillmaden in Beiden am Wörtberi« «» cherstetlen und «ein Singiene»

- Aktion verhindern,

? Rolle 'vieltc nach der aam Paul Wendenhammer als 'vi- -ichi'chen Gesandten, in » 'Nun ,ur Bildung «ine- Ka°>-

it-böros im Poliviprändin-", -inveiständnis mrt den nalw-

.lheiten folgerichtig -uigcbaut ntichkeit Gr nck ohne Sl"'-

lg herbei,u'ühren.

ungen an Oesterreichs D»'

Anton Mutete». '°°°- mann. Rüncken. erscheinen.!

Weitere Abschnitte solg«n>

Oesterreick 1934

üfnnbme van Ser I k-I-- ,I,nrinii-te-n vor ckem

1 jen. lm Nintereronck I« verurteilte unci §e-

-terreieli iw cknü 1931-

elu- Xest im N'ieo-r se-Hoklmauo (A

kakm kull ein Flammenmeer

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Ltärksts V^irkuny unssrsr l-ultanyrilis / V^sitsrs 25 OOll LIH.

sankor» crul äsn!k 4 ssrs 8 yri»nä

Des Meer- He- E l^este»

Usuts vor SLnoin Zakr ksyann ä»s äsutsoks OHonsivs / I 34 Ü in I*rankrsiok unä äsr Sokiistton-??«»

d. Berlin, 9. Mai.

Ueber die außerordentlich schweren Wirkungen der deutschen Lustangrisfe auf Hüll und die Middlands lie­gen eine Reihe englischer und amerikanischer Meldun­gen vor, die die ganze Schwere der Wirkungen unserer Bomben in den britischen Häfen und Industriezentren erkennen lassen. Es gibt sogar einen Bericht, der von einem „deutschen Rekordangrifs" spricht. Ofscnbar wird die häufige Wiederholung der Angrisse aus Hasenanla­gen, Docks und die Rüstungsindustrie, die in steter Folge niedergehen, jetzt für die Beobachter so sichtbar, daß (ie um weitgehende Feststellungen nicht herumkommen.

So berichtet die amerikanische „Associated Preß" von dem Angriff auf Hüll, es sei der zweite Versuch der Luftwaffe gewesen, die Stadt in Trümmer zu legen, lleberall seien Hilssmannschaften tätig, das Feuer zu löschen und Verschüttete zu bergen. Dabei höre man häusig die Bemerkung, es >ei zu befürchten, daß der An­griff wiederholt werde. Die Zahl der Opfer sei noch unbekannt. Bei dem Angriff sei zuerst das Eeichafts- zentrum in Flammen gesetzt, dann seien Explosivbomben geworfen worden. Fast alle Läden seien zertrümmert. In vielen Bezirken hätten Hochexplosivbomben fürchter­lichen Schaden angerichtet. Jede einschlagende Bombe habe Häuser im Umkreis von vielen Metern und ganze Straßenzüge in Trümmer gelegt. Die Truppen hätten die Feuerwehr bei ihren Löscharbeitcn unterstützen müssen. Die Wasserversorgung sei stellenweise unter­brochen, so daß lange Feuerschlauchlinien zum Hafen ge­legt werden mußten.

Ein Bericht des britischen Lnftsahrtministerrums be­sagt u. a.: Schwere feindliche Luftangriffe wurden in der Nacht zum Freitag im Gebiet des Humber und zwei Bezirken in den North-Middlands durchgeführt. Im Hnmbergebiet entstand beträchtlicher Schaden. Nach vor­läufigen Meldungen 01 sind die Verluste an Menschen­leben wahrscheinlich sehr schwer. Auch an der Nord- küste wurde eine Stadt angegriffen. In anderen Ge­bieten wurden Bomben geworfen, vor allem in SUdost- england, einschließlich London.

Gerade der große Umfang der deutschen Angriffe ne­ben ihrer außerordentlichen Durchschlagskraft, wie sogar die Lügenmäuler um Dusf Cooper zugeben müssen, zeigt, in welch verstärktem Grad der Luftkrieg gegen England und seine gesamten Versorgungseinrichtungen geführt wird.

Die Marine-Artillerie war bei der Abwehr der feind­lichen Lustangrisfe in der Nacht zum Freitag besonders erfolgreich. Äußer den im Wehrmachtsbericht als ab­geschossen gemeldeten englischen Flugzeugen wurden noch vier Flugzeuge durch Marineartillerie abgeschossen, so daß insgesamt 18 der angreifenden Flugzeuge ver­nichtet wurden.

Vee 0kw.-vericht vorn freitag

Berlin, 9. Mai.

Das OberkomZiando der Wehrmacht gibt bekannt: „Ein Unterseeboot unter Führung des Kapitänleutnants Kuppisch versenkte im Nordatlantik aus einem stark ge­sicherten Geleitzug vier Handelsschiffe mit zusammen über 29 909 BRT. Die Lustwasse bombardierte in der letzten Nacht den Versorgungshaien Hüll mit guter Wirkung. In Dockanlagen, Lagerhäusern und Getreide­speichern breiteten sich Eroßseuer zu einem weithin sicht­baren Flammenmeer aus. Bombentreffer aller Kaliber in Jndustricwerken in den Midlands, besonders in Nottingham, sowie in Hafenanlagen in Südeng­land riefen schwere Zerstörungen hervor. Kampsslug- zeuge glissen in Südengland in kühnen Tiesangrissen ein großes Werk der Flugrüstungsindustric und einen Flugplatz mit besonderem Erfolg an.

2m Secgebiet vor der englischen und schottischen Ost- küste vernichteten Kampsflugzeuge ein Handelsschiff von 5090 BRT. und beschädigten sechs andere große Schisse so schwer, daß mit weiteren starken Verlusten gerechnet werden kann. Bei Vorstößen gegen die britische Süd- küste schössen Jäger am gestrigen Tage sieben britische Jagdflugzeuge ab und vernichteten ein feindliches

Schnellboot durch Beschüß mit Bordwaffen, die Be­satzung wurde vom deutsche» Secnotdienst gerettet. In den beiden letzten Nächten gelang es, vier britische Flug­zeuge über feindlichem Gebiet abzuschießen.

Deutsche Zerstörer- .und Sturzkampfflugzeuge schössen im Mittelmeerräum drei britische Jagdflugzeuge vom Muster Hurricane ab. In Nordasrika beider­seitige Artillerie- und Spähtrupptätigkeit. Vor Tobruk verlor der Feind ein Kampsflngzeug vom Muster Vri- stol-Vlenhcim im Lustkampf.

Der Feind warf in der letzten Nacht mit stärkeren Kräften Spreng- und Brandbomben auf verschiedene Orte des nordwestdeutschen Küstengebietes, vor allem aus Hamburg und Vremen. Neben einigen indu­striellen Schäden entstanden Zerstörungen hauptsächlich in Wohnvierteln. Die Verluste der Zivilbevölkerung an Toten und Verletzten sind beträchtlich. Einzelne feind­liche Flugzeuge drangen an der Reichshauptstadt vorbei bis in die Gegend von Posen vor. Nachtjäger und Flakartillerie schössen elf der angreifenden Flugzeuge ab.

Die Eesamtoerluste des Feindes am 7. und 8. Mai betragen damit 39 Flugzeuge. Von diesen wurden 20 Flugzeuge im Lustkampf, 12 durch Nachtjäger, vier durch Flakartillerie, zwei durch Minensuchboote und eines durch Marineartillerie abgeschossen. Während der gleichen Zeit gingen 22 eigene Flugzeuge verloren.

Bei Anfklärungsflllgen über England zeichneten sich zwei Besatzungen besonders aus: 1. Oberleutnant Mätzel, Oberleutnant Wenzel, Oberfeldwebel Schmidt, Untcr- ossizier Höff und 2. Oberleutnant Hofmann, Unteroffi­zier Hoffmann, Obergefreitcr Netz, Obergesreiter Ekrowski. Am 1. Mai führte ein Kampfflugzeug unter Oberleutnant Heinrichs, mit Feldwebel Karsch, Feld­webel Jgener und Gefreiter Mandl unter schwierigen Bedingungen einen kühnen und erfolgreichen Angriff auf die Torpedosabrik in Portland Weymouth durch."

D/o O/roDattons/c/so

Von Ksiclissrbsitskillirsi; Ksielislsitsr Konstantin liisrl

Der nachfolgende Aussatz des Rcichsarbcitssührcrs Rcichs- leitcr Hier! bietet der deutschen Oeffentlichkeit anläßlich des heutigen Jahrestages der deutschen Westofsensive zum ersten Male einen umfassenden Einblick in l'.c strategischen Pläne des Führers während des Fcldzugcs 1940 in Frank­reich. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Darstellungen des Verfassers, der vor dem Weltkrieg Lehrer für Kriegsge- akademie und im Weltkrieg Keneralstabschcf eines Armee­korps war, weil sie den Ablauf des Feldzuges im Westen mit dem viel besprochenen „Schliessen-Plan" in Vergleich setzen.

Der siegreiche Fcldzug 1940 in Frankreich wird in manchen Erörterungen immer noch mit dem viel genannten „Schliessen- Plan" in Zusammenhang gebracht. Eine Klärung der Frage, inwieweit solche angeblichen Zusammenhänge tatsächlich statt- gcsunden haben, erscheint daher zum Jahrestage der Feldzugs- ct'össnung angebracht.

Bei dem „Schlicifen-Plan" handelt es sich um die letzte große Denkschrift des Generalstabschcss vom Dezember 1995, die er vor seinem Ausscheiden aus dem Amt gewissermaßen als militärisches Vermächtnis seinem Nachfolger hinterließ. Schliessen legte seiner Denkschrift den Einsatz des gesamten deutschen Feldheeres im Westen gegen die Franzosen und eine englische Expeditionsarmec zugrunde und setzte dabei erheblich mehr deutsche Kräfte in Rechnung, als damals im ganzen tat­sächlich vorhanden waren.

Bei dem „Schliessen-Plan" handelt es sich somit weniger um einen streng aus dem Boden der Wirklichkeit ausgebauten „Opcrationsplan"z,als vielmehr um eine operative Studie, in der es Schliessen darauf ankam, seine Grundgedanken für einen gegen Frankreich zu führenden Angrifssseldzug heraus­zustellen, nämlich; Umgehung der starken französischen Fcstnngssronl Verdun—Bclsort durch Belgien, scharfes Zu­sammenfassen der deutschen Hauptkrast auf dem tiefgeglieder­ten Nordslngcl, Herbeiführung der Entscheidung

kin flb;eichen für vlockadebrecher

Stiftung des siilirers für verdiente vesahungen von Handelsschiffen

rck. Berlin, 9. Mai. (L2.-kir-onl>sriestt1

In Anerkennung des entschlossenen Verhaltens der Be­satzungen von Sccjchisscn, die nach Kriegsausbruch im neu­tralen Ausland, in Ucbcrsee und auf den Weltmeeren sich befanden und unter Durchbrechung der feindlichen Blockade in die Heimat zurückkehrten, hat der Führer das Abzeichen !ür Blockadebrecher gestiftet.

Das Abzeichen siir Blockadcbrecher kann bei Erfüllung der Verleihungsbedingungen an die Besatzung der Blockadebrecher oder an solche Schisssbesatzungen, die unter der Handels­flagge fahren und in ihrer Tätigkeit gleich,zuachten sind, verliehen werden. Das Abzeichen zeigt einen mit Adler und ^ Hakenkreuz verzierten Schiffsbug. der eine den Rand des Abzeichens bildende Sperrkette durchschneidet. Es wird znr Uniform und zum Festanzug aus der linken Brustseite unter dein Eisernen Kreuz oder an seiner Stelle in und außer Dienst getragen.

Die Schaffung eines Abzeichens der Blockadebrecher durch den Führer ist eine Anerkennung der hohen Ver­dienste, die sich die .Besatz u n gen der deutschen Handelsmarine in diesem Krieg erworben haben. Viele Tausende von Seeleuten der Handelsmarine stehen in den Reihen der Kriegsmarine und haben sich ausgezeichnet: aber auch so mancher der Offiziere und Seeleute, der Ingenieure und Heizer der-Handelsschiffe trägt das Eiserne Krouz, das er sich in gefahrvollem Einsatz erringen konnte, wenn es galt, im Transport- und Nachschubdienst die Arbeit der Wehrmacht zu unterstützen: Vor allem während der

N o r weg e-n ä k t i o n und im ständigen Verkehr mit den besetzten Atlantikhäsen im Norden und Süden hat sich die Pflichttreue der Besatzungen deutscher Handelsschiffe auch im Feuer feindlicher Angrisse erprobt. Die Kriegs­marine weiß, daß sie in den Besatzungen der Handelsschiffe treue Kameraden und Helfer bei der Lösung der Aufgaben hat, die dem Teutschen Reich aus Tee in dem gewaltigen Frei- heitskamps gegen Englands Teetyrannci gestellt sind. Um­gekehrt wissen die Männer der Handelsmarine, daß auch ihre stille und verantwortungsvolle Arbeit geachtet und geehrt wird!

Das neue Ehrenzeichen der Blockadebrecher hebt nun einen besonders bedeutsamen Einsatz der Seeleute der Handels­marine gebührend hervor. Seit Kriegsheginn haben zahl­reiche deutsche Handelsschiffe der Welt bewiesen, daß diesmal der englische Versuch einer Absperrung Deutschlands von den Ozeanen mißlungen ist! Die englische -Hungerblockade war nicht nur wegen der weitgehenden Vorsorge der deutschen Wirtschaft?- und Außenpolitik ein Fehlichlag sondern gleich­zeitig haben auch die deutsche Kriegs- und Handelsmarine gezeigt, daß sie sich nicht von den Weltmeeren verdrängen lassen. Die Absicht Englands, bei Kriegsausbruch die deut­schen Handelsschiffe auf See mit Beschlag, zu be­legen, ist an der Tatkraft der Seeleute der deutschen Han­delsmarine gescheitert! Trotz allen Bemühungen der vielen Sichrrungs- und Jagdstreitkräft« der britischen Kriegsflotte sind deutsche Handelsschisse in großer Zahl aus Üebersce zur Heimat durchgebrochen. Wenn es auch engli­schen Kriegsschiffen zuweilen gelang, deutsche Handelsschiffe aus diesen Fahrten zu stellen, hatte der Feind davon keinen Nutzen. War das Entkommen aus feindliilier B-drohung unmöglich, so trafen die deutschen Handelsschiffbesatznngen alle Vorbereitungen zur sofortigen Versenk:,ng ihrer Schisse. Sie ließen sich darin auch nicht durch Gegenmaßnahmen der Engländer heirren. Churchill hat über die energische Hand­lungsweise der Seeleute der deutschen Kaufsahrteischifte schon oft seine Wut geäußert. Häufig haben die Kommandanten englischer Kriegschisse und Flugzeuge versucht, sich durch Feuer auf unbewafsnets deutsche Handelsschiffe oder gar auf Rettungsboote sinkender Schisse dafür zu rächen, daß ihnen die scheinbar sichere Leute entzogen worden war. Erst dieser Tage hat die Londoner Admiralität unter krasser Verletzung des Völkerrechts angekündigt, daß sie in ' jedem Fall schießen will, wenn deutsche Handelsschiff von ihren Besatzungen versenkt werden, um sie dem Feinde zu ent­ziehen. Auch dadurch werdcm sich die deutschen Seeleute nicht hindern lassen, ehrenvoll ihre Pflicht zu erfüllen, wenn es gilt, die ihnen anvertrauten Schiffe dem Feind zu' entziehen oder sie in die Heimat zu bringen.

(Fortsetzung auf Seite 2) -

USfl. schaffen sich Stützpunkte in Südafrika!

flußerSem: Pepper hat flppetit auf die Aaren — Zurechtweisung durch Portugal

durch weit ausholende Umfassung des feind­lichen linken Heeresslügels.

Noch stärker als in dieser Denkschrift von 1905 tritt eine bestimmte lehrhaft« Tendenz Schliessens in seinen später ver­faßten, bekannten kriegsgeschichtlichen „Lannas"-Ttudien in die Erscheinung, in denen sich Schliessen häusig über die tat­sächliche kriegsgeschichtliche Lage frei hinwegsetzte, um seine Lehre „Vernichtung durch Umfassung" bis zur Einseitigkeit zu betonen.

Schliessens Nachfolger als Eeneralstabschef, Generaloberst von Mvltke, übernahm für den Heeresaufmarsch und den Ope- rativnsplnn 1914 wohl im allgemeinen die Idee des „Schliessen- Planes". Er konnte aber die Grundgedanken Schliessens nicht bis zur äußersten Folgerung sich zu eigen machen, er besaß nicht das selsenseste Vertrauen zu der Richtigkeit des Schiicfsen- schen Feldzugsplanes, konnte aber auch nicht zu einer grundsätzlich anderen Operation-idee den Entschluß finden.

Die kriegsgeschichtliche Kritik nach dem Weltkrieg« hat dar­gelegt, daß 1914 der „Schliessen-Plan" alle Aussicht gehabt hatte, zu gelingen, und daß der deutsche Angriff nur deshalb nicht zum Ziele führte, weil der operative Grundgedanke Schliessens schon beim Heercsausmarsch stark verwischt und ohne Folgerichtigkeit mit halbem Herzen durchgeführt wurde.

Auch den feindlichen Eeneralstäben war der „Schliessen- Plan" und seine kriegsgeschichtliche Beurteilung nach dem Weltkriege selbstverständlich bekannt. Diese Kenntnis scheint nun entscheidenden Einfluß pus die Erwägungen und Ent­schlüsse der feindlichen obersten Heeresleitung 1949 ausgeübt zu haben. Man erwartete ossenbar, daß — entsprechend dein Grundgedanken des Schliessen-Planes — der deutsche Haupt- angrisf mit dem Schwergewicht der Kraft aus dem Nord- slügel, in der Absicht zu umfassen, also im Raume nördlich der Maas—Sambre-Linie: Lattich—Maubeuge, erfolgen werde.

Die Kräftegruppierung des Feindes; Schwerpunkt aus dem linken, an die Kanalküste angelehnten Hesresslügel, hier Ein­satz der besten Divisionen und fast aller motorisierten Ver­bände, läßt darauf schließen, daß der Feind tatsächlich ein deutsches Verfahren nach einem erneuerten „Schliessen-Plan" vermutete. Die feindliche Führung auf diese — ziemlich nahe­liegende — Vermutung zu bringen, bezweckten auch Nach­richten, die die deutsche Wehrmachtleitung dem feindlichen Nachrichtendienst in die Hände spielte — um den Feind irre­zuführen. Denn der Führer und Oberste Befehlshaber hatte sich im Frühjahr 1940 entschlossen, ganz an­ders zu verfahren.

Wie die Skizze 1 (aus der umstehenden Seite) andeutet, lag der Schwerpunkt beim deutschen Aufmarsch nicht — wie beim Schliessen-Plan — auf dem Nordslügcl, sondern bei der mittle­ren Heeresgruppe. Die Operationsidee des Führers war nicht — wie bei Schliessen — Umfassung des feindlichen linken Flü- dcls, sondern Durchbruch zwischen Namur und dem Nord­rand der Arizoniien in Richtung aus die obere Somme.

Der Führer hat diesen Entschluß gefaßt, weil die Aussicht bestand, mit diesem Vcr'ahren den Feind zu überraschen und in wirksamster Richtung zu treffen. Gelang es, dank der Ucberraschnng den Maasübergang in der vom Führer in Aussicht genommenen Gegend von Sedan zu erzwingen und im Zusammenhang damit die westlich Montmcdq wesentlich schwächer ausgebaute Verlängerung der Mnginvtlinie zu durch­stoßen, so bestand die Aussicht, den feindlichen linken Heeres- slttgel, aus dessen beabsichtigten Vormarsch nach Belgien be­stimmte Anzeichen deuteten, abzusprengen und unter Ab- drängung. an die Küste vernichtend zu schlagen.

Angesichts dieser großen Ersolgsanssichten beschloß der Füh­rer, die sehr großen Schwierigkeiten, die das bewaldete Berg- land der Ärgvnnen und das tief cingeschnittene Maastal süd­lich Namur der Bewegung namentlich motorisierter Verbände bot, in Kauf zu nehmen und durch sorgfältige Vorbereitun­gen möglichst abzuschwächen.

„Entsprechend den Weisungen des Führers trat das deutsch« Westhecr am 19. Mai 1949 zum Angriss an (siehe Skizze 1). Die -Heeresgruppe .4. bei der der Schwerpunkt der Gesamt- operatw» lag war angewiesen, mit dem möglichst rasch vor- zutrcibeiiden rechten Flügel den Maasübergang im Abschnitt Nainur (einschließlich)—Mouzvn zu erzwingen, weiterhin die befestigte französische Grenzstellung zu durchbrechen und gegen die allgemeine Linie Nivelles (29 sim südlich Brüssell-Laon anzugreilen. Mit ihrem linken Flügel hatte die Heeresgruppe "/"OrNi des Gcsnmthceres gegen feindliche Angrisse aus südlicher oder südwestlicher Richtung zu decken.

Bor der Front der Heeresgruppe hatte als stählerne Spitze des a-urchbriichkeiles eine aus -motorisierten Verbänden gebildete Armeegruppe gegen und über die Maas in Gegend -cdni, vorzustoßen. 'Nördlich der Heeresgruppe A halte die ^.'''^sD'suPPe B mit Schwerpunkt aus dem Südslügcl die hol- laudiich-belgischen Grenzbefestigungen zu durchbrechen und in weltlicher Richtung anzugreifen.

Für die Verteidigung der Maasnbcrgängc nördlich Lüttich und als Eckpfeiler der Stellung hinter dem Albcrtkanal besaß das nenzeitlich gebaute, sehr starke Werk Eben-Emacl nördlich Lüttich entscheidende Bedeutung. Der Führer beschloß deshalb, dieses. Werk in einem nbcrsallartigcn Angriss durch bestnidcrc Verbände der Lustwasse und des .Heeres in Besitz zu nehmen.

Dieses Unternehmen, das in seiner kühnen Anlage und sorg­fältigsten Vorbereitung persönlichstes Werk des Führers ist und von der tapferen Truppe am 19. Mai glänzend durch-

Madrid, 9. Mai. (HK.-kiLk-nbsricht)

Vor kurzem hat der amerikanische Senator Pepper eine kriegshetzerische Rede gehalten, in der er u. a. die unerhörte Forderung auistclltc, daß amerikanische Streitkriistc eine Altion gegen die atlantischen Besitzungen Portugals unter­nehmen sollen, wodurch die USA. dem europäischen Kontinent außerordentlich stark näher gerückt würden. Diese Forderung bewegte sich aus derselben Linie die von einem großen Teil der nordamcrikanischen und der englischen Presse seit längerer Zeit verfolgt wird. Churchill selbst hat seinem Jnsormations- ministerium seit dem Zusammenbruch der englischen Expc- ditionsarmee in Griechenland dieses Thema zur Ablenkung von den Ereignissen am Balkan wärmstens empfohlen. Portugal hat nun diese imperialistischen Manöver durch eine ossiziclle Erklärung entlarvt und eine Antwort erteilt, die an Klarheit nichts zu wünschen übrig läßt.

Ministerpräsident Salazar bedauert in dieser Erklärung, daß von gewissen Kreisen in so gewagter Weise in das Schick­sal eines neutralen Sandes eingegriffen werd»-. Die Regie­rung sei nicht in der Lage, selbst durch Proteste, bei den ent­sprechenden Regierungen, die Gerüchte die von einer Reihe von Nachrichtenbüros lanciert werden zu verhindern. Es bandele sicki dabei im niioemeinen um B-nr> dü

aber durch Schweigen falsch ausgelegt werden können. Des­halb stellt die Regierung fest, daß ihr bisher keine Forderun­gen und keine Vorschlüge irgendwelcher Art gemacht worden seien, die die Benutzung portugiesischen Gebiets durch einen der kriognihrenden Staaten oder durch eine dritte Seite be­handelt habe. Die portugiesische Regierung erklärt dann weiter, daß sie .sich mit Verteidigungsmaßnahmen aus den Azoren beschäftige und die bestehenden militärischen Anlagen verstärkt habe, um dadurch ihre Souveränität aus den Inseln zu bekunden und zugleich in der Lage zu sein, gegen irgend­welche Angriffe Widerstand leisten zu können. Die portu­giesische Erklärung befaßt sich ausdrücklich mit der Rede Peppers.

Die Madrider Zeitungen bringen eine Meldung aus Pre­toria. derzusolge man in nationalen Kreisen Südafrikas die Befürchtung hegt. daß die südafrikanische Regierung mög­licherweise den NS9H nicht nur Flottenstützpunkte, sondern auch das südafrikanische Festland selbst für militärische Operationen, zur Verfügung stellen wird Diese Befürchtung gründet sich einerseits aus eine Erklärung des südafrikani­schen Ministers Reih. der kürzlich den Wunsch äußerte, die "eieiu-gten Staaten als Sicherheitsfaktor in Afrika zu auvererseits auf die kurz nacheinander evfolgten Er­

nennungen von NSA.-Marine- und MilitärattachSs bei der Regierung in Pretoria.

Berlin. 9. Mai.

Wie der Londoner .Rundfunk meldet, gab der Minister­präsident der Südafrikanischen Union. General Smuts, einem Vertreter des „Christian Science Monitor". Mr. Edmund Stephens. ein Interview in dem er u a. folgendes sagte; „Sie müssen sich darüber klar sein -daß sie in Amerika setzt alles einsetzen müssen in einem Kamps, der so lang »nd so hart ist wie die Welt ihn noch nicht erlebt hat." Ueber die Beziehungen Südafrikas zu den Vereinigten Staaten befragt, betonte Smuts, .Südafrika stehe mehr unter dem Einfluß Amerikas als unter dem irgendeines anderen Landes".

Die akute politische Bedeutung dieser von dem Londoner Rundfunk verbreiteten Erklärung des Generals Smuts wird unterstrichen durch eine Domei-Meldung aus diplomatischen Kreisen in Washington, in der es heißt, daß sich da? Staats­departement im Zusammenhang mit der angekündigten Ein- 'ühvung eines Nordamerikanischen Flottsnpatrouillendienstes im Indischen Ozean an die britische Regierung gewandt ha-be mit der Bitt-, die Regierung in Pretoria zur Ueberlassung von Flottenstützpunkten an USA. zu veranlassen.

II»IIiI»IiINIIiIIi»IIi»I»II»iIi»lIiIiiI»IIIiII»»IIIINIi»»iII»IIIIIIIIiNIiII>Ii»ilIlIIIII

Vnissr

Die deutsche Lustwasse bombardierte mit stärkster Wir­kung den Hasen Hüll und Jndustriewerke in den Midd­lands.

Fünfzehn britische Nachtbomber wurden in der Nacht zum Freitag abgeschossen.

Der Führer stiftete ein Abzeichen siir Blockadcbrecher.

Die italienische Waffe führte einen schweren Schlag gegen einen feindlichen Gclcitzug im Mittelmccr aus .

Der Friedcnsvcrtrag zwischen Thailand und Jndochina wurde unter Dach und Fach gebracht.

Heute bor einem Jahr begann die große Westossensivc des Führers.

Die anticnglischc Front der Araber im Nahen Osten ist im Wachsen begriffen.

Wieder richtete sich ei» britischer Bombenüberfall gegen Bremer Wohnviertel, Krankenhäuser und Kulturstätten. Gemeinschaftlich nehmen NZKK. und NSD.-Ltudcnten- bund die Motorisierung des deutschen Ttudentcntums in Angriff.