Ausgabe 
(9.5.1941) Nr. 128
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der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches verkünüungsblatk des Neichsstattiialters in Oldenburg und vremen

Nr. 12S / I I.Mrtzantz

Lreitag. 9. Mai 1941

kinzelpreis 15 Nps.

42lwt> lo. und 9 Spilsires vernichtet

Vramaitsche Luftkümpfe über dem Kanal

lzeftige Veschießung Vovers — wirksame Vombardierung britischer käsen

Berlin, 8. Mai

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Im Nordatlantik operierende Unterseeboote ver­senkten 29 850 BRT. feindlichen Handelsschifssraumes. Die Luftwasse setzte in der letzten Nücht den Kampf gegen britische Häfen mit größter Wirkung fort. Bei An­griffen starker Fliegerverbände gegen Liverpool und Hüll wurden Umschlageeinrichtungen zerstört und in den Hasenanlagen ausgedehnte Brände hervor­gerufen. Weitere wirksame Luftangriffe richteten sich gegen Hartlepool, Middlesborough, Bri­st o l und P l y m o n t h. Kampsslugzeuge versenkten aus einem stark gesicherten seindlichen Geleitzug nordwest­lich Newquay ei» Handelsschiff von 12 Oüll BRT. und beschädigten zwei weitere Schisse schwer. Bei Jagd­vorstößen im Lause des 7. Mai schössen deutsche Jäger neun britische Flugzeuge vom Muster Spitsire ohne eigene Verluste ab. Fernkampsbatterien des Heeres nah­men kriegswichtige Ziele im Hasen von Dover mit sicht­barem Ersolg unter Feuer.

In Nordasrika wurden Ansammlungen stärkerer britischer Kräfte bei Tobruk durch Artillerie des deut­schen Afrikakorps zersprengt. Im Raum von Sollum warfen weit nach Süden und Osten vorstoßende deutsche Spähtrupps die feindliche Aufklärung zurück. Die deut­sche Luftwaffe zerstörte wichtige Versorgungseinrichtun­gen bei Tobruk und beschädigte im Hafen zwei Trans­porter schwer. Vombenoolltreffer brachten eine britische Makbatterie zum Schweigen. Auf der Insel Malta wurden in den gestrigen Abendstunden die Hafenanlagen pon La Valetta erneut mit guter Wirkung ange- tzrisfen.

Der Feind warf in der letzten Nacht mit wen,gen Flugzeugen Bomben in Nordwestdeutschland. In Wohn­vierteln der Stadt Vremen wurden Häuser beschädigt und einige Zivilpersonen getötet oder verletzt. Flak­artillerie schoh drei feindliche Kampsslugzeuge ab.«

Die deutsche Luftwaffe hat der RAF. bei ihrem Einslugs­versuch in das besetzte Küstengebiet am 6. Mai eine schwere Abfuhr erteilt. Ueber die dramatischen Luftkämpfe, die sich über dem Kanal abspielten, wird noch bekannt:

flus einem keleitzus herausgeschossen

Rcwhork, 8. Mai.

Associated Preß teilt aus Ncwhorker Schissahrtskreisen mit, daß der britische Passagicrdampscr „Jxion" (1t> 2S3 BRT.) und der norwegische Frachter „Castern Star" (5858 BRT.) bei einem Angriff deutscher U-Boote aus einem britischen Gcleit- ug 758 Meilen südlich der Siidspitzc Grönlands versenkt Mur­en. Die Schisse beförderten UTA.-Gütcr nach Großbritannien.

„New Park Sun" meldet, daß der britische Transportdamp­fer „Nerissa" (558S BRT.) untergegangen sei. Das Schiff sei wahrscheinlich torpediert worden.

Im britischen vienst gesunken

t«. Oslo, 8. Mai.

Von dem 3824 BRT. großen norwegischen Motorschiff .^orgestad" hatte man seit dem 8. April vorigen Jahres nichts mehr gehört, woraus geschlossen werden mußte, daß es in englischen Diensten gefahren ist. Nunmehr ist vom schwedi­schen und norwegischen Noten Kreuz die Meldung ein­gegangen, daß das Schiff untergegangen ist. Eine Zeitangabe fehlt. Es mutz angenommen werden, daß auch die gesamte Besatzung von 38 Mann umgekommen ist.

Als sich britische Bomber im Schutze von etwa 25 Jagdflug­zeugen der Küste von Calais näherten, wurden sie von den in­zwischen gestarteten deutschen Jägern blitzschnell überrascht Deutsche Messerschmitt-Jlugzeuge durchbrachen den Sperrkreis der englischen Jäger und zwangen die Blcnheim-Bombcr, ihre Bombenlast im Notwurs in den Kanal zu werfen. Zwei briti­sche Bomber stürzten, von den deutschen Waffen getrosten, brennend ins Meer. Inzwischen aus dem Schauplatz eingetros- fene weitere deutsche Flugzeuge nahmen die Verfolgung der flüchtenden Briten aus und trieben sie bis an die englische Küste. Während acht britische Jäger bei den Verfolgnngs- kämpsen abgeschossen wurden, wurde eine neunte Spitfir«-Ma- schine zur Notlandung an der französischen Küste gezwvngen. Die Besatzung ergab sich den herbeieilenden deutschen Soldaten.

Or. v. I,. Rom, 8. Mai. (82.-H!iAk:iibsriestt)

Italien begeht am 9. Mai die 5. Wiederkehr der Gründung des faschistischen Imperiums in der Gewißheit, daß allen Wechsel- fällen des Krieges in Ostasrika zum Trotz Jtalienisch-Ostafrika stärker denn je mit dem Mutterland verbunden ist und der Gedanke des faschistischen Imperiums noch nie so glühend von 44 Millionen Italienern empfunden wurde, wie jetzt. Die italienische Oessentlichkeit beherrscht am Tage des Imperiums das Versprechen, alle,mit der Zukunft Lstasrikas zusammen­hängenden Fragen zu lösen.

In diesem Sinne fallen in Italien der Tag des Imperiums und der Tag des italienischen Heeres zusammen. Mit Stolz und Bewunderung gedenkt das italienische Volk ihrer über 4888 Irin von der Heimat entfernten, in völliger Isolierung aber mit ungebrochenem Kampfeswillen kämpsenden Truppen in Ostasrika und ihres Befehlshabers, des Fliegergeneräls Herzog von Avsta. In der Presse wird darauf verwiesen, daß trotz der englischen Uebermacht große Gebiete des Imperiums weiter fest in den Händen der italienischen Truppen sind, die nach fünfmonatigen ununterbrochenen Kämpfen mit härtestem Widerstand den Feind, der rund 388 888 Mann gegen Abessi- nien einsetzt«, zum blutigen Gefecht zwingen.

„Was sich auch immer in den Wechselsällen des Krieges ereignen mag, der nicht in Ostasrika entschieden wird", so schreibt „Eiornale d'Jtalia", „jeder Streisen Land des Im­periums wird von italienischen Streitkrästcn wieder erobert werden." '

*

Als der Führer am 4. Mai im Deutschen Reichstag vor der ganzen Welt den stolzen Rechenschaftsbericht über den glänzenden Balkanfcldzug ablegte, erklärte er wörtlich gegen­über unseren treuen Wafsengesährten: „Daß aber das mit uns verbündete Italien territorial und politisch den Einfluß in dem ihm allein zukommenden Lsbensranm erhält, hat es sich selbst mehr als verdient durch die überaus groß« Blutlast, die es seit dem Oktober des vergangenen Jahres für die Zukunft der Achse zu tragen hatte." Im Geist dieser Worte ist auch das deutsche Volk am heutigen Tage mit dem Herzen bei seinem tapferen Bundesgenossen.

0er italienische welirmachksbericht

Rom, 8. Mai

Der italienische Wehrmachtsbericht vom Donnerstag hat folgenden Wortlaut: „Das Hauptquartier der Wehr­macht gibt bekannt: In den Nächten zum 7. und 8. Mai haben Verbände des deutschen Fliegerkorps zu wieder­holten Malen die Flotten- und Luftstützpunkte von Malta angegriffen; es entstanden Brände, Explo­sionen und schwere Schäden an militärischen Anlagen.

Bei dem Großangriff der deutschen Luftwaffe auf die Clyde-Häsen in der Nacht zum Mittwoch, 7. Mai, wurden, wie aus abschliehenden Meldungen hervorgeht, in diesen Gebieten schwerste Zerstörungen angerichtet. In Glasgow bildete der Westteil des Hafens einen ein­zigen großen Brandherd, mehrere starke Explosionen — darunter eine langanhaltende Explosion — deuteten darauf hin, daß Munitionsfabriken getroffen und Sprengstoffe zur Entzündung gebracht wurden. In Greenock wurden gleichfalls zwei gewaltige Explosionen und zusammenhängende Brände in Docks und Hafen­anlagen beobachtet.

In der Cyrenaika wurde an der Tobruk-Front eine wichtige Stellung besetzt; östlich Sollum kam es zu Tres­sen, die für uns günstig ausgingen. Verbände der deut­schen Luftwaffe haben die feindlichen Stellungen um Tobruk erneut bombardiert und beträchtlichen Schaden angerichtet. Während des letzten feindlichen Angriffs aus Tripolis schoß unsere Bodenabwehr ein englisches Flugzeug ab, das ins Meer siel. Die Besatzung wurde gefangengenommen. In Ostafrika Artillerietiitigkcit im Abschnitt von Alagi. In Ealla Sidamo hat der Feind in erbittertem Kamps, der vom 3. bis 8. Mai dauerte und in dem unsere Truppen zu wiederholten Malen zum Gegenangriff übergingen, empfindliche Verluste er­litten.

Matsuoka warnt Amerika

Treu an der Seite Deutschlands

Ncwyork, 8. Mai.

Der japanische Außenminister Matsuoka gewährte dem amerikanischen Korrespondenten Duranty ein Interview für die Zeitung, „New Park Times", in dem er sich mit aller Deutlichkeit über die Stellung Japans für den Fall eines amerikanisch-deutschen Konfliktes äußerte. Es sei mit ein Grund sür den Beitritt Japans zum Dreierpakt gewesen, die Vereinigten Staaten vom Kriege fernzuhalten. Wenn aber trotzdem Amerika an den Feindseligkeiten teilnehmen sollte, so suhle sich Japan durch das Gebot der Treue und durch seine Ehre dcrpslichtct, an der Seite Deutschlands und Italiens in den Krieg einzutreten. Aus die Frage des Zei­tungsmannes: Aber Exzellenz, wenn Sie glauben, daß ameri­kanische Gclcitzüge oder Begleitschisse in Konflikt mit deut­schen Flugzeugen oder U-Booten kommen sollten, würden Sie dies als einen Grund sür den Kriegscintritt Japans gegen Amerika auffassen?", antwortete Außenminister Ma­tsuoka ganz entschieden: „Ja, das ist meine Meinung".

Aus die weitere Frage, ob Matsuoka nach den Vereinigten Staaten fahren würde, wenn er von dort die Einladung be­käme, die Angelegenheit in freundschaftlicher Atmosphäre in Washington zu besprechen, meinte er, dies sei nicht der Fall, da er die Zeit hierzu noch nicht sür reis halte. Ueber die Möglichkeiten eines baldigen Friedens befragt, äußerte er: „Vielleicht übermorgen", was Wohl besagen sollte, daß sür den allgemeinen Weltsrieden derzeit wenig Hossnung vor­handen sei. Abschließend betonte der japanisch«' Außenminister nochmals, daß Japan stets getreulich zu seinen aus dem Drcierpakt sich ergebenden Verpflichtungen stehen werd« und jederzeit auch bereit sei, an der Seite Deutschlands zu kämp­fen, falls Amerika in den Krieg eintrete.

Italien feiert den lag des Imperiums

7m Zeichen der Siegeovewißkeii — der Heldenkamps des Herzogs von flosta

tliurlWs Eiertanz vor dem Unterhaus

der dberschwäher versuchte vergeblich, die vilanr feiner Mißerfolge ;u verschleiern

jck. Berlin, 8. Mai. (82.-lüisenbei'icüt)

Mit einem Pessimismus, der alle seine letzten düster ge­stimmten Reden übertraf, hat Churchill (wie wir bereits in unserer gestrigen Ausgabe kurz berichten konnten) vor dem Unterhaus gesprochen. Er hatte die Möglichkeit, den Wünschen feiner eigenen englischen Presse zu entsprechen, die der großen Reichstagsrede des Führers vorgeworfen hatte, Aböls Hitler sei zu zurückhaltend gewesen. Aber während der Führer in klarer, eindeutiger Weise über den zurückliegenden Abschnitt des Krieges Rechenschaft erstattete, machte Churchill nervöse Ausflüchte und floh vor der Kritik der Abgeordneten und des Volkes in Geheimnistuerei. Als Hauptessekt seiner Parlamentskomödie wußte er dem britischen Volke und der Welt nichts Besseres zu bieten, als eine Prestigeabstimmung, deren Ergebnis er den Abgeordneten mit Drohungen ausge- zwungen hatte.

Als erster Stnrmbock gegen die bemerkenswert kritische Hal­tung und ernste Ltimmnng des Unterhauses hatte Churchill seinen Außenminister Eden vorgeschickt. Der schöne Anthonh entledigte sich dieser delikaten Ausgabe in ausfällig schlechter Haltung, Wie ausländische Beobachter feststellen, stotterte er oft »nd suchte wiederholt nach Worten, machte Berichtigungen und unmotivierte Einschiebungen, Alle Kritiken an seiner eigenen verhängnisvollen Mission im Mittelmecr nahm er vorweg, indem er behauptet«. Gründe der Staats­sicherheit verböten es ihm, darüber ,n sprechen. Schließlich erklärte er, daß die Voraussetzungen für diplomatische Erfolge eine allgemeine Verbesserung der Kriegslage und größere Er­folge in der Rüstung Englands seien, da im Krisge ohne militärische Erfolge keine erfolgreich« Außenpolitik gemacht werden könne. (Bezeichnenderweise wurde gerade diese Be­merkung von den Abgeordneten beklatscht.) Die Quintessenz seiner hilflosen Ausführungen war der schöne und bezeich­nende Satz: „So kam es, wie es kommen mußte."

Schon von den Lppositionsrednern Llohd George und Sore-Belisho wurde die Dürftigkeit der Edenfchen Ausführungen schonungslos aufgedeckt. In ihrer Kritik kam wenigstens einiges von dem zur Sprache, was einsichtsvolle Gemüter in England beschäftigen mag: Die schweren diplo­

matischen und politischen Fehler, die zu dem Verlust der Chrenaika und der rühmlosen Flucht der Engländer aus Griechenland führten. Es ist bezeichnend, daß Churchill aus die Vorwürfe Llohd Georges, „des starken Mannes aus dem Weltkriege" keine andere Antwort wußte, als ihn des De­faitismus zu verdächtigen. Seine Aussagen nannte Churchill äußerst unglücklich. Er verglich sein Eingreifen mit den Auseinandersetzungen zwischen Petain und der Regierung Rehnaud. Ferner versteckte sich Churchill hinter der Hoffnung, daß die deutsche Armee/ diese gewaltige Maschine, die sich vom Eismeer bis zum Aegäischen Meer und vom Atlantik bis zum Schwarzen Meer erstreckt, sich zuviel zugemutet haben könnte."

Daß von britischem Stolz keine Rede mehr sein kann, zeigt der folgende Satz Churchills: „Ich habe ganz eindeutig in der direktesten und persönlichsten Form die Verantwortung übernommen. Es folgt daraus, daß ich derjenige bin, der einen Kops kürzer gemacht werden kann, wenn wir diesen Krieg nicht gewinnen, und ich bin durchaus bereit, dies aus mich zu nehmen, zumal die Mitglieder des Hauses wahrschein­lich ein ähnliches und noch unangenehmeres Schicksal unter den Händen der triumphierenden „Hunnen" erwarten würde."

Ganz besonders bittere Eingeständnisse mußte Churchill trotz aller sonstigen Geheimnistuerei über die Lage in Nordafrika machen. Nachdem er erklärt hatte: „Unsere Generäle glaubten, daß selbst eine zahlenmäßig überlegene deutsche Armee nicht in der Lage sei, so früh und so schnell durch die Wüste zu kommen, wie sie es tatsächlich getan hat" meinte er. „Es war dies ein Irrtum, aber wer da annimmt, es gäbe im Kriege keine Irrtümer, der entfernt sich sehr von der Wirklichkeit". Dann mußte er sich auch noch dje peinliche Feststellung ab­ringen: „In sehr wenig Gefechten wurden unsere Panzer­verbände vollkommen desorganisiert". Auch die Eingeständnisse zur Schlacht im Atlantik lagen in keiner Weise optimistischer. Das Stichwort hatte hierbei schon Llohd George gegeben, indem er ausführte: „Die Lage in bezug aus die deutschen Unterseeboote ist furchterregender als im letzten Krieg, Dazu kommt das Bombardement aus der Lust, das wahrscheinlich noch wirksamer ist durch die Zahl der beschädigten Schiffe

als die der versenkten". Churchill konnte dazu nur ergänzend mitteilen: „Es wäre ein Irrtum zu behaupten, die Schlacht im Atlantik sei schon gewonnen. Zur Zeit erleiden wir im Schiffsverkehr noch schwere Verluste".

Der große Gegensatz zwischen der Rede des Führers und den Erklärungen Churchills zeigte sich aber vor allein in der Behandlung des Balkanleldzuges. Hier kam es Churchill osfen- sichtlich nur daraus-an, mit allen möglichen Mitteln die nie­derdrückende Bilanz zu verschleiern. Sein einziges Vertcidi- gungsargnment, das er sür-sein fatales Kricgsabcntcuer vor-, zubringen wußte, war die Behauptung, daß er „denselben Entschluß noch einmal fassen würde". Man kann daraus nur verbohrte .Hartnäckigkeit und keine nachträgliche strategische Einsicht ablesen. Einen klaren Rechenschaftsbericht scheute Churchill. Er zog dafür die Flucht in die Vertrauenssrage vor. Wo er aber wirklich von den zurückliegenden Etappen des Krieges sprach, mußte er englische Niederlagen und Rück­schläge zugeben, Als Trost konnte er dem englischen Volke wieder nur die NSA-Hilie in Aussicht stellen. Er fügte einige Znknnstsprvphezeiungen hinzu, die ihm ja bekanntlich besonders leicht von den Lippen fließen. Aus einem dieser prophetischen Sätze läßt sich die ganze Unsicherheit und Schwie­rigkeit der augenblicklichen Situation Englands erkennen „Was das Jahr 1943 anbetrisst", so erklärte Churchill, „wenn wir es noch als ein Kriegsjahr zu rechnen haben, so werden die Probleme dann wesentlich leichtere, sein". Nun, mit Prophe­zeiungen hat noch nie jemand Tatsachen ausgehalten oder ungeschehen gemacht.

Regierung und Parlament in England hatten nicht den Mut, die entscheidende Frage dikr jetzigen Kricgssituation, nämlich Englands Nüstnngserzcngung, in öffentlicher Sitzung zu be­handeln. Die Erörterung dieses Themas blieb einer Geheim- sitziing vorbehalten! Dieser Umstand ist in der englischen Be­richterstattung über die parlamentarische Komödie Churchills sorgfältig beiseite gelassen worden. Das Unterhaus soll noch zu einer weiteren Geheimsitzung über alle- Fragen der soge­nannten wirtschaftlichen Kriegführung, also, der Blockade und deS Seekrieges, einberufen werden.

H-ieti» HAaSe

Der srühcre Botschafter Japans in Rom und heutige Berater des japanischen Außenministeriums, T. Shiratori, schreibt in der Tokioter Zeitung „Po- miuri":

Das Interesse der ganzen Welt richtet sich heute auf die Frage, wann und wie der europäische Krieg aus­gehen und ob es bei einem europäischen Kriege bleiben oder ob sich daraus ein Weltkrieg, entwickeln wird. Handelte es sich bei diesem Kriege nur um eine Ent­scheidung über die Vormachtstellung Englands oder Deutschlands, das heißt wer von beiden künftig das europäische Festland beherrschen wird, so wäre sein Aus- gang gewiß wichtig. Es wäre aber doch ein ziemlich einfaches Problem, das in Wirklichkeit eigentlich schon gelost ist. England hat nicht die allergeringsten Aus­sichten mehr, Deutschland auf dem Festlande zu besiegen und Europa eine englische Ordnung aufzwingen zu können. Wenn England nur seine Niederlage aner­kennen, sich von Europa zurückziehen und sich auf die Erhaltung seiner Stellung als Seemacht beschränken wollte, wäre der Krieg mit einem Schlage zu Ende. Deutschland hat im letzten Sommer nach der Nieder­werfung Frankreichs dahingehende Vorschläge gemacht, wovon England aber nichts wissen wollte. So ist also dieser Krieg, der anfangs nur auf eine Aenderung des Versailler Systems hinzielte, schließlich zu einem Kampf zwischen England-Frankreich und Deutschland-Italien um die Herrschaft in Europa geworden, und heute steht das gesamte angelsächsische Imperium dem von Deutsch­land und Italien angeführten Europa in einer Ent­scheidung über Leben und Tod gegenüber.

Es läßt sich selbstverständlich nicht mit Sicherheit voraussagen, welchen Verlauf dieser Krieg weiterhin nehmen wird. Es scheint aber mit der Macht Eng­lands nicht nur auf dem Balkan, sondern auch im Nahen Osten, in Nordafrika und im gesamten Mittelmeerraum ziemlich bald zu Ende zu sein. Im Anschluß daran werden Deutschland und Italien unter Zusammenfassung aller Kräfte zum Angriff auf England übergehen. Der Ausaang dieses Kampfes dürfte ebenfalls kaum noch zweifelhaft sein. Die Frage lautet aber heute gar nicht mehr, ob der Angriff auf England möglich ist und wann er folgen wird, sondern ob mit diesem Angriff der Krieg zu Ende gebracht werden kann oder nicht.

Die englischen Machthaber erklären, sie würden nach Aufgabe des Mutterlandes den Krieg von den Kolo­nien aus mit Hilfe Amerikas bis zu ihrem endgültigen Siege weiterführen. Sie wollen dadurch ihre feste Ent­schlossenheit zum Ausdruck bringen. Vielleicht kann man das aber gleichzeitig auch als eine Drohung gegenüber der japanischen Südpolitik verstehen. Immerhin ist es erstaunlich, daß man überhaupt davon spricht, das ge­samte Volk von 48 Millionen dem Feinde überlassen und für die Kolonien weiterkämpfen zu «ollen. Ge­wöhnlich hat der Krieg für einen Staat doch seinen Sinn verloren, sobald sich der größte Teil seines Volkes in der Hand des Feindes befindet. Wenn die englischen Machthaber erklären, aych nach Verlust des Mutter­landes weiterkämpfen zu wollen, so können sie das nur tun, wenn sie fest überzeugt sind, daß sie ihre Macht wiedergewinnen können, wenn sie Nur das Volk dazu bringen, die zeitweiligen Schwierigkeiten geduldig zu ertragen.

Rechnen sie wirklich damit? Wenn sie heute den Widerstand fortsetzen, so beruht das einstweilen auf ihren Hoffnungen auf Amerika. Sie haben selbst ge­sagt, daß sie sich ergeben müssen, sobald die amerikanische Unterstützung aussetzt. Wird Amerika aber ganz so, wie man es in England wünscht, mitkämpfen? Und wenn Amerika nkitkämpft, wird es dann das englische Mutter­land dem Feinde wieder entreißen und das englische Volk befreien können? Vielleicht will Amerika mit seiner Hilfe für England nur Zeit gewinnen, wie Stimson es ausgedrückt hat. Wenn Amerika England nur so lange aushalten lassen möchte, bis Amerika selbst entsprechend gerüstet ist, dann besteht für die eng­lischen Staatsmänner kein Grund, allzu große Hoff­nung auf Amerika zu setzen. Amerika hat bereits ein­mal die Forderungen des vor dem Zusammenbrach stehenden Frankreichs zurückgewiesen. Wie wird es im Falle Englands sein? Das ist der Schlüssel zu der Frage, ob der europäische Krieg zum Weltkriege wird oder nicht.

Schon seit der Zeit vor dem Krieg hat Amerika England und Frankreich mit Worten unterstützt und angetrieben. Es hat ihren Kriegswillen gestärkt. Das gesamte liberalistische Lager der Welt betrachtet Amerika als letzte Hoffnung. Amerika ist heute die treibende Kraft des Krieges und führt ihn in Wirklichkeit an. Wird es nicht schwierig sein für dieses Amerika, sich im entscheidenden Augenblick selbst zurückzuziehen? Man kann wohl behaupten, daß Amerika heute schon viel zu tief mit drin steckt. Der oppositionellen Tendenz der

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U-Boote versenkten im Nordatlantik 39 989 BRT- scind- 1> 998 ^A^"^MWraums ein Kampkflnqzcuq außerdem

Bei Angriffen starker Flicgcrvcrbändc gegen Liverpool und Hüll wurden Umschlagseinrichtungcn zerstört.

Die irakischen Truppen zogen sich aus neue Stellungen zurück.

Jtalirn begeht heute den Tag seines Imperiums.

Ein Erlaß des Rcichscrzichungsministcrs sieht eine kürzere Schuldaucr sür befähigte, infolge der Verlegung des Schuljahrsbcginns verspätet schulpflichtig werdende Schü­ler vor.

Zum Rcichswcrbc- und Opfertag sür das Jugcndhcrbcrgs- werk erläßt der Ncichsjugcndsiihrcr einen Ausruf.

Aus einer Arbeitstagung der BDM.-Führcrinncn wurde die Sommcrarbeit (94l im Obcrgaiibcrcich Nordsee fest­gelegt.

Die Deutsche Behälter Bcrkehrs-Gescllschast hat den der- stärkten Einsatz von Tiefkühlbehältern in Angrist genommen.

In den Aussichtsrat der Deutschen Schissspfandbricfbank wurden zwei weitere Mitglieder gewählt.