Ausgabe 
(3.5.1941) Nr. 122
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parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Negierenden Vürgermeisters der Zreien Hansestadt vremen

der Nationalsozialisten Bremens

flmliicjies verkündungsblatt des Neichsstattisalters in Oldenburg und vremen

Nr. 122/11. Jahrgang

Sonnabend, Z. Mai 1941

Einzelpreis 15 Nps.

Kein kümvfender Veite auf dem festland

vesetzung des Peloponnes beendet

vrMsche Befangenenzalzl 8200 , Panzerwagen versenkte Iransportfchift / Bomber über Liverpool

Berlin, 2. Mai

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Ln Griechenland haben die Verbände des deut­schen Heeres die Besetzung des Peloponnes beendet. Auf dem griechischen Festland befindet sich kein kiimp- fender Brite mehr. In den Südhäsen des Peloponnes wurden die Reste der fliehenden Briten gestellt» bevor sie aus die Schisse gehen konnten und gefangengenom­men. Die Zahl der britischen Gefangenen erhöhte sich hierbei aus 8260 Mann. Panzerkampswagen versenkten am 36. April im Golf von Korinth ein feindliches Transportschiff und zwange» ein weiteres zur Ueber- gabe.

In Nordafrika bombardierten starke, deutsche und italienische Kampsfliegerkriiste wiederholt mit guter Wirkung Befestigungsanlagen des Feindes bei To- bruk. Vombenvolltresfer setzten Batterien außer Ge­fecht und riefe» heftige Explosionen im Fort Pila- strino und in Munitionslager» hervor. Verbände von Zerstörerflugzeugen griffen erfolgreich in den Erdlampf ein, schössen im Luftkamps vier Jagdflugzeuge vom Mu­ster Hurricane ab und zerstörten ein weiteres Flugzeug am Boden. Marineartillerie schoß im Mittelmeer vier britische Torpedoflugzeuge ab.

Flugzeuge der bewaffneten Aufklärung bombardierten mit besonderem Erfolg ein Rüstungswerk an der eng­lischen Sudküste und versenkten südlich Ply- mouth ein Handelsschiff. Fernkampfartillerie der Kriegsmarine nahm Schiffsziele vor Dover unter wirksames Feuer.

In der letzten Nacht belegten Kampffliegerverbände den Bersorgungshasen Liverpool uiit Spreng- und Brandbomben. Es entstanden ausgedehnte Brände und mehrere Explosionen in kriegswichtigen Zielen des Hafen- und Stadtgebietes. Weitere Luftangriffe rich­teten sich gegen Häfen, Industrieanlagen und Flugplätze in Süd- und Siidwestengland. Ueber dem Flottenstütz­punkt ScapaFlow wurden zwei Sperrballone ab­geschossen.

Kampfhandlungen des Feindes fanden weder bei Tage noch bei Nacht über dem Reichsgebiet statt.

Bei den Kämpfen in Mazedonien und Thrazien haben sich der Major Esch, die Hauptleute Mayerhofer und Pfeifer eines Eebirgsjägerregiments, der Major von Vieüahn und der Hauptmann Nietzsche eines Infanterieregiments sowie der Major Eirscher eines Artillerieregiments durch besondere Tapferkeit ausge­zeichnet. Der Leutnant in einer Aufklärungsabteilung Wolf schoß in Afrika den siebenten feindlichen Pan­zer ab."

Erneut vomben auf Malta und Eobruk

Rom, 2. Mai

Der italienische Wehrmachtsbericht vom Freitag hat folgenden Wortlaut: „Das Hauptquartier der Wehr­macht gibt bekannt: Unsere Flugzeuge haben die Hasen­anlagen von La Valetta bombardiert. In Luft- kämpfen über der Insel Malta haben deutsche Flie­ger drei Hurricanes abgeschossen.

In Nordafrika im Abschnitt von Sollum Tätigkeit italienisch-deutscher Abteilungen und deutscher Flieger, die im Tiefflug feindliche Kraftfahrzeuge. Truppenansammlungen und Batterien angegriffen haben. Italienische und deutsche Flugzeuge haben ihre heftigen Bombenangriffe aus die Verteidigungsanlagen von Tobruk, wo unser Druck immer stärker wird, fortgesetzt. Vier feindliche Flugzeuge wurden von deut­schen Jägern abgeschossen. Der Feind unternahm Luft­angriffe auf Derna und Benghasi. Es sind einige Opfer und leichte Schäden zu verzeichnen.

In Ostafrika ist nichts Erwähnenswertes zu melden."

Mit der weiteren Besetzung des Peloponnes und der Ein­nahme ägäischer Inseln durch deutsche Truppen sowie der Okkupation der dalmatinischen und ionischen Inseln nähert

sich, wie in italienischen Militärkreisen unterstrichen wird, ein entscheidender Abschnitt in der Schlacht im Mittelmeer dem vollen Sieg der Achse. Eine erste Bilanz zeigt die um­stürzende Veränderung der strategischen Lage. Die Adria ist ein geschlossenes Meer geworden, in dem neben den Italienern die Kroaten, wie „Popolo di Roma" hervorhebt, volle wirt­schaftliche Bewegungsfreiheit genießen werden. Die Sicherung des „Borzimmers der Adria" durch Besetzung der ionischen Jnselpositionen erlaubt es, die sreigewordenen italienischen See- und Luftstreitkräfte nach dem Süden zu verlegen. In

Griechenland hat England 3979 Kilometer Küste und uner­setzliche Jnselstellungen verloren. Kreta und Malta sind isoliert. Die britische'Flotte ist im wesentlichen aus den Be­reich der 119S Küstenkilometer Aeghptens und Palästinas verwiesen.

Unter den Todesopfern der letzten britischen Flottenaktion gegen Tripolis befand sich auch, wie jetzt bekannt wird, der Generalstäbsches der italienischen Nordasrikastreitkräste, Gene­ral Mele. Der Gefallene war einer der befähigsten italienischen Kolonialsoldaten.

tliurchM bootete Minister aus

kntlastungsmanöoer des oberlieyers — Versagen des Ministers siir die slugjeug-Prodiiktion

veaoerbrook — lroß Vpfer der tonnagenok

llv. Stockholm, 2. Mai. („8.2."-bllA0nboiieIit)

Ueberraschend hat Churchill in der Nacht zum Freitag eine Reihe von Veränderungen in seinem Kabinett vorgenommen, die als Zeichen für Verlegenheit und Unruhe nach der grie­chischen Niederlage und angesichts der kommenden Belastungs­proben für England zu bewerten sind. Genau wie in seinen Erklärungen über Griechenland, in denen er zum Schluß die Niederlage zugeben mutzte, räumt Churchill durch Ausbootung von zwei der wichtigsten Minister charakteristische Mängel in der Stabsleitung ein.

Sensationell ist vor allem die Ausschiffung des bisher so mächtigen Ministprs für die Flugzeugproduktion Lord, Beaverbrook, der plötzlich zum Minister ohne Geschäfts­bereich „befördert" und damit vorläufig kaltgestellt wird. In der englischen Presse war in vorsichtigen Andeutungen von einem Konflikt zwischen Beaverbrook und der Flugzeugindu­strie di« Rede, wenn die englische Flugzeugproduktion'trotz der deutschen Bombenangriffe derart glänzend stände, wie das Churchill und seine Propaganda immer behaupten, so hätte sich Beaverbrook kaum mit der Flugzeugindustrie streiten müssen und noch weniger einen Posten zu verlassen brauchen, aus dem er bisher als einer der wichtigsten Männer der englischen Kriegsanstrengungen gerühmt worden war. Gleich­zeitig verschwindet der Minister sür die Handelsschifsahrt, Croß, der allerdings schon längere Zeit im Brennpunkt der Kritik stand. Er ist ein Opfer des deutschen.Seekrieges geworden: Seine Maßnahmen reichten nicht im entferntesten aus, die enormen Verluste der englischen Handelsschiffahrt zu decken. Churchill hat auch nicht vertragen können, daß Croß dann und wann die Notlage Englands andeutungsweise zugab.

Nachfolger Beaverbrooks ist der bisherige Vcrkehrsminister Oberstleutnant Brabazon, ein Freund Churchills, dem lediglich nachgerühmt wird, daß er der erste Zivilpilot Eng­land gewesen sei. Nachfolger Croß' ist der bisherige Leiter der Abteilung sür Kohlenverschisfnng: Leathers, der auf diesem Gebiete durch die Kricgsnmstände allmählich arbeits­los geworden war. Er gilt als Fachmann für Kohle, Schiff- fahrt und Handel und wird nicht nur die Handelsflotte, son­dern auch das innere englische Transportwesen unter sich .haben, und zwar als Leiter des neugeschaffenen „Ministe­riums für Verkehrswesen in Kriegszesten". Diese Maßnahme und die Vereinigung der Ministerien Schisfahrt und Trans­port soll sofort erfolgen. DieWahl des neuen Ministers deutet dar­auf hin, daß neben der Schiffsranmkrise auch die Kohlenkrise, über die selbst von englischer Seite wiederholt wichtige An­deutungen durchgesickert sind, einen bedenklichen Grad erreicht haben muß. Minister Leathers ist sofort geadelt und vom König in seinen geheimen Rat ausgenommen worden. Oberst I. I. Llewellin wild parlamentarischer Sekretär im Ministeriums des Verkehrs und F. Montag ue parla­mentarischer Sekretär im Ministerium sür die Flugzeugpro­duktion. — Es bedarf keines Hinweises darauf/ daß sich am plntokratischen Charakter des Londoner Kabinetts nichts ge­ändert Hai.

Die Londoner Presse kommentiert die Veränderungen natür­lich zustimmend, zumal sie ihren Bedürfnissen entsprechen, dem Volk nach der Griechenland-Niederlage Ablenkung zu bieten. Auch sollen die Kabinettsveränderungen den Eindruck vermitteln, als wenn ein neuer Geist die Verteidignngsmaß- nahmen Englands beseele. In geradezu komischer Weise wird .dem Flugzeugminister Lord Beaverbrook. der bislang als große Kapazität lür das Flugzeugministerium und als ein Genie sür die Bewältigung schwerer Verwaltung-arbeiten gerühmt wurde, aus einmal bescheinigt, wieviel wichtiger es doch sei, daß er als Mitglied des Kriegskabinetts von lästiger

Derwaltungsarbeit befreit werde und sich allgemeinen Fragen widmen könne.

Der bisherige Schiffahrtsminister Croß, der vorher be­reits als Blockademinister gescheitert war. ist zum Ober­kommissar sür Australien ernannt worden. Dies sei, so wird in der Londoner Presse erklärt, erfolgt im Zugs der neuen Politik, jüngere Minister in die Dominien zu senden. Croß sei sehr befreundet mit dem Ministerpräsidenten Mcnzies. Anscheinend hängt der Wechsel auf dem Posten des Ober­kommissars sür Australien auch mit den komplizierten eng­lisch-australischen Beziehungen zusammen, die noch keine Klärung erfahren haben.

In der Londoner Presse wird ferner die Ansicht vertreten, Churchill wolle. Zeitgewinnen, um sich ganz aus die Oberste. Kriegsleitung zu' konzentrieren. Der „United-Preß"-Dericht- erstaöter erwähnt, daß Churchill sich bemüht habe, amerikani­schen Wünschen in bezug auf die Postenverteilung innerhalb seines Kabinetts "gerecht zu werden. Es scheint demnach bei der Zusammenarbeit zwischen NSA. und England bereits so weit gekommen zu sein, daß Washington in die englischen Minister-Ernennungen und -Funktionen hineinreden darf.

Churchill hat dem Unterhaus die Vertrauensfrage gestellt, aber noch ehe die Entscheidung hierüber fällt, bringt dieser aalglatte Redner dem Parlament zwei Minister znm Opfer. Ihre Entfernung kennzeichnet die Krise, in der sich England befindet. Gcslüchtcte britische Stabsoffiziere, die sich nach Alcxandria oder Kairo „durchschlugen", erheben den Vorwurf, daß die englische Luftwaffe wiederum zu schwach gewesen sei, um die kämpicndcn Truppen zu schützen. Da war daS Stich­wort gegeben, um Lord Beaverbrook dem Unterhaus als Schuldigen für die Katastrophe von Griechenland anzubieten.

Croß aber stand schon lange auf der Liste der abzuhalftern­den Kabinettsmitglicder. Er war ein lästiger Mahner in Downing Street und in der Admiralität geworden. Nach seiner Ansicht wurden zuviel Schisse sür die Truppen- und Kriegsmatcrialtransporte ums Kap der guten Hoffnung be­ansprucht. Er war dafür, eher die englische Bevölkerung besser mit Waren zu versorgen, statt in entlegenen Gegenden Feld- züge zu entfesseln. Der Mißerfolg in Griechenland gab ihm recht. Den wachsenden Tonnageverlnstcn, die von der britischen Kriegsflotte nicht verhindert werden konnten, stand er hilflos gegenüber — es war nicht seine Sache, den Neubau aus den Wersten anzukurbeln. Er hatte den englischen Reedereien allen verfügbaren Schiffsraum enteignet, mehr konnte er nicht tun, so wurde auch er sür Churchill zum willkommenen Prügelknaben.

Im Februar 1940 hatte Croß zynisch erklärt: „Das Ziel der britischen Blockade ist, Deutschland zu erwürgen". Jetzt ist Croß selbst ein Opfer der deutschen Gegenblockade geworden.

Sliickwünscho aus dem flusland rum 1. Mai

Berlin, 2. Mai.

Auch in diesem Jahre haben zahlreiche ausländische Staats­oberhäupter und Regierungschefs dem Führer mit in herzlichen Worten gehaltenen Telegrammen zum nationalen Feiertag des deutschen Volkes Glückwünsche und Grütze übermittelt.

Die in Berlin beglaubigten ausländischen Vertreter brach­ten durch Eintragung in das in der Präsidialkanzlei des Füh­rers ausgelegte Bcsuchsbuch ihre eigenen und die Glückwünsche der von ihnen vertretenen Staatsoberhäupter, Regierungen und Völker zum Ausdruck.

weitere Zuspitzung der Lage im Irak

Englische reuppenlandungei, verboten - Scharfe Erklärungen des irakischen Ministerpräsidenten

Iin. Rom, 2. Mai (L2.-Hixenbel'ielit)

Die Spannung zwischen London und Bagdad hat sich in den letzten 48 Stunden verschärft. In den Gewässern von Basra am Persischen Golf sind neue britische Transport­schiffe erschienen. Die irakischen Behörden verboten jedoch die Landung von Truppen. Wie gleichzeitig aus Beirut und Newhork gemeldet wird, hat der irakische Ministerpräsident dem britischen Gesandten Eornwallis am Mittwochabend ein Ultimatum überreicht, in dem Bagdad die sofortige Ab- ziehung der vor Basra ankernden Transporter und den Abmarsch der aus irakischem Gebiet gelandeten Truppen­kontingente innerhalb von zwei Wochen fordert. Der irakische Ministerpräsident Kailani gab dem britischen Gesandten dazu die Erklärung ab, daß das irakische Heer im Falle der Zurückweisung des Ultimatums die gelandeten Truppen mit Gewalt zum Abzug zwingen würde. Bagdad werde in diesem Falle den anglo-irakischcn Vertrag durch das schließlich« Ver­schulden Englands als ungültig ansehen.

Das Propagandaamt der Nationalregierung hat die Be­völkerung in einem Aufruf von der Zuspitzung der Lage unterrichtet und klagt darin England des Vertragsbruches an. Die Proklamation schließt mit der Ankündigung von Sicherheitsmaßnahmen. Sie bestehen in der Einberufung des Jahrganges 19lk und der Mobilmachung aller Spezia- listenjahrgänge.

Die bei Basra stehenden britischen Verbände sind von irakischen Truppen umzingelt, die britischen Luftstützpunkte mit Ausnahme der „RAF. Stadt" Habbanhia, rund 190 Kilo»

metcr westlich von Bagdad besetzt worden. Di« Angehörigen der britischen Kolonie in Bagdad sind nach Habbanhia ge­bracht worden.

Während der dramatischen Vorgänge am Mittwochabend waren die Straßen Bagdads Schauplatz großer nationaler Kundgebungen. Die Menge zog vor das Amtsgebäude des Ministerpräsidenten, der auf dem Balkon und in einer kurzen Ansprache versicherte, daß die nationale Regierung alles zur Erhaltung des Friedens unternehmen wolle. Während der Kundgebungen, die nach der mit großer Begeisterung auf­genommenen Rede Kailanis bis Mitternacht andauerten, war das Gebäude der britischen Gesandtschaft durch einen Kordon irakischer Truppen geschützt.

Aus dem ganzen Lande lausen telegrafische Treuekund- gcbungen sür die Regierung ein. Die Bcduinenstämme rich­teten nach Bagdad Botschaften, in denen sie ihre Mitwirkung im Kämpfe gegen England anboten. Um die Einigkeit des Landes zu betonen, hat die Regierung eine allgemeine Am­nestie sür Strafen wegen politischer Vergehen erlassen. Am Donnerstagmittag sind bei Basra zahlreiche von den Eng­ländern gelandete indische Soldaten zu den irakischen Truppen übergegangen.

Freitag abend wird der Agentur Mondo Arabo aus Beirut gemeldet, daß die Feindseligkeiten im Irak offen ausgcbrochen feien. Britische Flugzeuge griffen mit Bomben die irakischen Truppen an, die den Flugstützpunkt Habbaniha einschließen. Die irakischen Truppen antworteten mit Artilleriefeuer. Bri­

tische Flugzeuge-haben überdies versucht, den Wohnsitz des irakischen Ministerpräsidenten Kailani anzugreifen.

Mit fieberhafter Spannung verfolgt man in den syrischen Städten die irakischen Ereignisse. In politischen Kreisen von Damaskus verweist man daran), daß der Verlauf der Dinge im Irak von größter Bedeutung sür Syrien sei. denn das irakische Schicksal sei vom syrisäfen nicht zu trennen. Zahl- reiclze Sympathietelcgramme sind aus Syrien an die ika- riswe Regierung abgegangen.

Aus Palästina wird bekannt, daß sich zahlreiche Freiheits­kämpfer bcrcithalten, um sich nach dem Irak zu begeben, solls die Entwicklung der Lage eine Unterstützung des Irak not­wendig machen und die irakische Regierung einen Appell an die arabische Welt richten sollte.

Der britische Rundfunk hat sich am Donnerstagvormittag lediglich zu dem Geständnis bequemt, daß die irakische Re­gierung Truppen zusammenziehe, und hinzugefügt, daß sür die britischen Kontingente dadurch eine unerfreuliche Lage entstehe.

Sie kallung Ser lürkei

Ankara, 2. Mai.

In politischen Kreisen Ankaras verfolgt man die Ereignisse im Irak mit größter Aufmerksamkeit. Man nimmt an, daß angesichts der britischen Haltung ein Konilikt unvermeidlich ist. Einem solchen Konflikt geacnüber scheint man entschlossen zu sein, die gleiche nichtkriegführenke Haltung zu bewahren wie gegenüber dem europäischen Konflikt.

Die ZlUtt/di E

Von

Aontsrsckmiiol DrllvinZIiouZ

Als in England das Schlagwort „Schlacht im At­lantik" geprägt wurde, aus Gründen, auf die wir gleich zu sprechen kommen, war sie eigentlich schon, we­nigstens im.Einleitungsgefecht, zugunsten Deutschlands entschieden. Mit geheimnisvoller Miene verkündete vor etwa 14 Tagen Churchill, die britische Flotte hätte be­reits taufende von Seemeilen hinter sich, um die an sich überhaupt nicht in Frage gestellte Se.eherrschaft Eng­lands so vor aller Welt zu dokumentieren, daß auch der geringste Zweifel an dem Ijusgang der Schlacht im Atlantik schwinden müßte. Er tat so, als ob die deut­schen „Piratenschiffe" bereits weggefegt wären und ern­tete damit den bestellten Beifall des Unterhauses. Mit der Schlacht im Atlantik wollen die Engländer die Erinnerung wecken an St. Vincent, Trafalgar und jene für England große Zeit, in der es in der ganzen Welt den Eindruck hervorrief, das Meer und vor allem der Atlantik sei eine rein englische Angelegenheit. Unge­heuer geschickt in der Auswertung seiner Seesiege über Spanier, Holländer" und Franzosen hat Großbritannien es verstanden, einen Nimbus der llnbesieglichkeit um die englische Flotte zu legen, der dann ini Weltkriege seinen ersten starken Stoß erhielt in der Seeschlacht vor dem Skagerrak. Hier erlebte England und mit ihm die Welt, daß es schließlich auch noch andere Völker gibst die zur See fahren und auch zur See, selbst England gegenüber, mit Erfolg kämpfen können.

Nun hat sich in den letzten Tagen das oben schon an­gedeutete eigenartige Schauspiel' abgespielt, daß, wäh­rend im englischen Unterhaus« der Premierminister mit bedeutsamem Lächeln von der angestrebten Tätigkeit der britischen Flotte sprach, eben diese Flotte zeitweise ne­ben dem deutschen Schlachtschiffverband herfuhr und nur durch den Äether davon Kenntnis erhielt, daß die deutschen Schlachtschiffe es gewagt hatten, ohne Rücksicht auf die englische Flotte zu nehmen, wertvolle bewaffnete Handelsschiffe zu versenken. Selbst ein Nichtseemann wird sich fragen, ob die schwimmenden englischen Fe­stungen dann nicht besser daran getan hätten, mit den Handelsschiffen zusammen zu deren Schutz zu fahren, wobei sie allerdings Gefahr liefen, auf verhältnismäßig lange Zeit ihrer eigentlichen Zweckbestimmung entzogen zu werden. '

Die Flottenstärken der einzelnen Marinen und auch ihre Neubauten sind so bekannt, daß die Engländer genau wissen, was an Kampfkraft im Atlantik Deutsch­land ihnen entgegensetzen kann. Nach der offiziellen ver­logenen Berichterstattung der englischen Regierung und ihres Leiters hätten sich unsere Gegner ihre vergeb­liche Ausfahrt in den Atlantik über Tausende von See­meilen eigentlich sparen können, denn die deutschen Schlachtschiffe „Gneisenau" und „Scharnhorst" waren, wie s. Z. im Radio London verkündet wurde, bereits im April vorigen Jahres von den Engländern versenkt worden. Lügen haben eben auch in England kurze Verne.

Es entbehrt nicht einer gewissen Komik, wenn die von dem englischen Jnformationsministerium beein­flußten Berichte der Weltpresse, vor allem der amerika­nischen die ausgefallensten Entschuldigungen dafür fin­den, weshalb denn eigentlich die mit so' viel Tamtam m die Welt posaunte Ausfahrt des englischen Geschwa­ders mit einem so eklatanten Mißerfolg endete. Da heißt es u. a.: Nur drei englische Schlachtschiffe, die „Hood (42 000 Tonnen), „Renown" und „Repulse" (je 32 000 Tonnen) seien schnell genug für die schwierige Aufgabe. Nun erfährt man jetzt, und zwar aus der deut­schen, d. h. zuverlässigen Berichterstattung, daß auch ein Schiff der „Nelson-Klasse" sich in der Nach) auf Signal­weite unseren Schiffen genähert hatte. Auf seine An­frage: „What Chip?" (Was sind sie für ein Schiff?) erhielt es keine Antwort. Wir möchten annehmen, daß Horatio Nelson, nach dem das Schiff den Namen trägt, sich kaum mit der Nichtachtung der Frage begnügt haben würde. Unsere Schlachtschiffe hatten Befehl, Handelskrieg im Atlantik zu führen. Das haben sie mit außerordentlichem Erfolge getan. Die englische Flotte hat ihre Aufgabe, auf deren glückliche Lösung im Unter­hause bereits Vorschußlorbeeren gespendet wurden, nicht erfüllt. Die Schlacht im Atlantik ist also bisher durch­aus zugunsten Deutschlands verlaufen.

Dabei hat sich wieder einmal gezeigt, daß einzig- artigerweise ein Hanptfaktor bei jeder Seekriegs- sührung, nämlich die Aufklärung und das Fühlung­halten, eine schwache Seite der Engländer ist. Schon im Weltkriege, gleich zu Beginn, trat dieser Mangel ganz auffallend in die Erscheinung, Obgleich es im Mittelmeer von englischen und französischen Kriegs-

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Nach Beendigung der Besetzung des Peloponnes befindet ,,ch aus dem griechischen Festlande kein kämpsendcr Brite mehr.

Die Zahl der gefangenen Engländer in Griechenland bat ,,ch aus 8291, erhöht. ^

Panzerkampfwagcn versenkten -in feindliches Transport­schiff und zwangen ein weiteres zur Ausgabe.

Die ncugebildete griechische Regierung hat die Dcmobil- machung der Armee angeordnet.

Wie jetzt bekannt wird. wollten die Engländer ganz Athen zerstören. '

Deutsche Kampffliegerverbände bombardierten erneut Eschen Jnsel'"^""'"^" """ ^"«Plätze au' der eng-

bootete, um die Schuld an der griechischen Kata­strophe von „ch abzuwälzen, zwei Kabinettsmitglicder aus. Die Lage im Irak hat sich zuungunsten Englands erheb­lich zugespitzt. " '

Der Neichslustsahrtministcr klärt Zweifelsfragen über Ent­schädigungen sur Lustschutz-7'crcitschastsdicnst.

Im Rahmen der Vortragsreihe der DerwaUungsakadcmie sprach Kontcradnnral don Lützow in Bremen?