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der Natio
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eichsffattlialters in Sldenvurg unS Sremen
Linzeipreis 15 npf
Sonnabend, 2. TNar; 1940
parteiamtliche Lageszeitung
Das Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Zreien izansestadr vremen Nr. 81 / 10. Jahrgang
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«Isutseken Lu1e«,aLke gsgvn kngian«!
Sombenvolltteffer auf britische Vampser
Weder 100000 lonnen
Die vom 24. Februar bis zum 1. März bekanntgewordenen Feindverluste
ril. Berlin, 2. März
In den letzten sieben Tagen grüßten zweimal die Sieges- wimpel heimkehrender U-Boote den deutschen Heimathafen. Es war das Boot des Kapitänleutnants Herbert Schultze das als Ergebnis seiner Fernfahrt die Versenkung von 34 130 Bruttoregniertonnen feindlichen oder dem Grinde dienstbaren Schiffsraums meldete und damit sein Gesamtergebnis aus die Zahl von 1k Sch,ssen mit 114 510 BRT. erhöhen konnte. Eine noch erfolgreichere Feindsahrt hatte Korvettenkapitän Werner Hartmann hinter sich, der mit seinem neuen Ergebnis von 45 tM BRT. jetzt in zwei Fernunternchmungen insgesamt 88 008 BRT. Vernichtet hat. Diese Erfolge sind der bis z»m 20. Februar erreichten Zahl hinzuzufügen, die 498 versenkte Handclsschissc im Dienste des Feindes mit 1810 315 BRT. nannte.
Inzwischen sind auch die Namen zweier Schisse bekanntgeworden, die bereits früher deutschen Seekricgsmitteln zum Opfer gefallen sind: das Flaggschifs der britischen Hcimatslotte. „Nelson", ein Schlachtschiff von 34 »00 To„ das aus eine See- mine lies, und das britische Schlachtschiff „Barham" aus der Oueen-Elizaboth-Alasse (31 000 To.), das von einem deutschen U-Boot torpediert wurde. Beide sind noch nicht wieder seetüchtig.
Die Verlustkurven der feindlichen und der mit Konterbande fahrenden neutralen Schiffahrt stiegen weiterhin an, ohne daß in vielen Fällen klare Angaben über die Ursache des jeweiligen Verlustes vorliegen, da diese. Mitteilungen zuweilen fehlen und nickst durch die englische Propaganda zu deutschfeindlicher Hetze benutzt werden und die Admiralität auch andere Oründe genug hat, den wahren Sachverhalt zu verschleiern.
yer 5od an knglanSs Küsten
Amsterdam, 2. März.
Der britische Dampfer „P y r r h u s" (7418 BRT.) wurde twn deutschen Ztreitkräftcn an der Westküste Englands versenkt. Acht Mann der Besatzung kamen ums Leben. Passagiere waren nicht an Bord.
Der französische Tampier „PLM 25" (5391 BRT.) ist in der Nordsee nach zwei kurz auseinander folgenden Explosionen gesunken. Vier Mann der Besatzung wurden getötet und neun schwer verletzt. 39 Mann wurden von einem britischen Kriegsschiff gerettet »nd in einem Hasen an der Siid- vstküste an Land gebracht.
Wie Reuter meldet, find am Freitag zwei Rettungsboote des italienischen Dampfers „Mirella" (5340 BRT.) an der britischen Küste gelandet.
Wie aus einer Rsutermeldung hervorgeht, ist der 329K BRT. große lettische Dampfer ,,Katvaldi s" an' der Küste von Dorkshire gesunken. Die „Katvaldis" war in Riga beheimatet.
flusklSrungsflüge über tMrankreich und der Nordsee
Berlin, 2, März.
Daß Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Im Westen örtliche Artillerie- und Spähtrupptätigkeit. Wie durch Sondermelduna bereits bekanntgegeben, hat ein von Fernfahrt zurückgekehrtes unter dem Kommando von Korvettenkapitän Werner Hartmann stehendes U-Boot die Versenkung von 45 009 BRT. gemeldet. Das U-Boot hat damit in zwei Unternehmungen die Gcsamtversenkungszisser von 80 000 BRT. erreicht. — Die Lustwaise führte am 29. Februar erneut, trotz ungünstiger Wetterlage, Aiisklärungsslügc über Ostsrankrcich pnd der Nordsee durch."
Mtterkreu; sür Kapitiinleulnant Schüttre
Schiffe mit großer Tonnage versenkt
fluch Kriegsschiffe ... / kin Seleiyug zersprengt
Berlin. 2. März
Die deutsche Luftwaffe führte am frühen Vormittag des gestrigen Tages mehrere Angriffe auf englische Kriegsschiffe. Geleitzüge und bewaffnete Handelsdampfer aus. Einige Schiffe mit großer Tonnage wurden durch Bomben- volltreffer versenkt, mehrere andere in Brand gesetzt; ein Geleitzug wurde zersprengt.
Der gestrige Tag hat also wieder einmal die überlegene Kraft der deutschen Luftwaffe gezeigt. Die Heimat kann erneut stolz sein auf unsere junge, kampferprobte Luftwaffe, die in fünf Jahren unter Führung Hermann Görings in härtester Arbeit Unvorstellbares geleistet hat.-Auch am „Tag der Luftwaffe 1940" hat sie ihre Einsatzfreudigkeit und ihren Kampfeswillen durch die Tat bewiesen.
Vlumver Schwindel der Vlutokralien
Vas letzte Wort sprechen setzt die jungen Nationen
London erfindet deutsche sriedensvorschläge /
ick. Berlin, 2. März.
Die Abfuhr, die der „Daily Telegraph" für seine erlogenen Friedcnspläne, die der Führer angeblich ausgearbeitet haben sollte, um sie aus Umwegen den ptutokratischen Regierungen zuzuleiten, kürzlich durch die deutsche Presse bezog, scheint gewisse Herren in London um ihre Nachtruhe gebracht zu bähen. Der Erfolg ihres Nachgriibelns über die Möglichkeit einer Vertuschung dieser Blamage war — wie nicht anders zu erwarten — ein neues Lügcnmanöver, für das Lord Tavistock, Mitglied des Oberhauses, verantwortlich zeichnet.
Lord Tavistock Präsentierte sich zu diesem Zweck in einem Interview als aufrichtiger „Friedensfreund", der die edle Absicht verfolgt, den Krieg zwischen den beiden Demokratien und Deutschland möglichst bald zu beenden. Zur Erreichung dieses Zieles will er durch einen Mittelsmann mit der deutschen Gesandtschaft in Dublin in Verbindung getreten sein, um auf diese Weise authentische deutsche Friedens- Vvrschläge zu erhalten. Selbstverständlich lehnte der deutsche Gesandte ein Eingehen auf diesen plumpen Anbiederungsversuch, dessen Hintergründe klar aus der Hand liegen, ab.
Trotzdem brachte'FL.7Lprst Tavistock, der sich zugleich den Anschein gab, einigen angebiich'sriedlich gesinnten Regierungskreisen den Rücken stciien zu können — was nicht gerade aus Festigkeit innerhalb des britischen Kabinetts schließen läßt — fertig, zu behaupten, er habe aus diesem Wege regelrechte deutsche FriedenSvvrschlöge erhalten und diese Lord Halifax unterbreitet. Der Inhalt dieses von einem krankhaften Phantasten ersonnenen Projektes ist belanglos: Es genügt darauf hinzuweisen, daß es sich in denselben Bahnen wie die kürzlich« Erfindung des „Daily Telegraph" bewegt.
Mit welcher Unverfrorenheit man jedoch in London die Welt beschwindeln zu können glaubt, bestätigt nicht nur dieser sogenannte deutsche Friedensvorschlag, der selbstverständlich von A bis Z erlogen ist, sondern auch die noch unverschämtere Behauptung, daß dieser Vorschlag vom deutschen Rundfunk zustimmend kommentiert worden sei. Man könnte es sich trotzdem ersparen, auf derart alberne Märchen überhaupt ein
zugehen, wenn nicht ihr allzu durchsichtiger Zweck eine Fest- nagelung dieser ebenso perfiden wie grotesken Propaganda- methoden der ptutokratischen Kriegstrciber erfordern würde.
Die jetzt von Lord Tavistock gestartete Aktion verfolgt wie der gleichartige Muss des „Daily Telegraph" die Absicht, in der englischen und französischen Oessentlichkcit den Glauben zu erwecken, als ob Deutschland nur aus eine Möglichkeit warte, um jeden Preis Frieden zu schließen. Dadurch hofft man die Kriegsbegeisterung der eigenen Völker aufzuputschen, indem man ihnen gewissermaßen suggeriert: Ihr braucht nur auszuhalten und noch größere Lpscr zu bringen, dann wird Deutschland, das sich jetzt schon zu solchen Borschlägen bercit- sindet, über kurz oder lang zusammenbrechen.
Zugleich aber bildet man sich anscheinend in London ein, die Widerstandskraft des deutschen Volkes durch Vorspiegelung der trügerischen Spekulation lahmen zu können, baß es nur an seiner Regierung liege Frieden zu schließen, und daß dieser Krieg daher jederzeit im Vertrauen auf englische Versprechungen beendet werden könnte. L>v naiv diese lächerlich e n P r o p a g a n d a m ü tz ch e n der plutokratischen Gimpelsänger auch sind so eindeutig kennzeichnen- sie die verlogene Scheinhciligkeit und Dummheit dieser Elemente, die sich augenscheinlich noch iir^LeL Hoffnung lviegcn, das Reich mit den gleichen Mitteln wie 1918 übertölpeln zu können Das deutsche Volk hat jedoch aus seinen damaligen Erfahrungen gelernt und ist hellhörig geworden. Es wird nicht ein zweites Mal auf den Leim heuchlerischer Phrasen kriechen, uni ein noch schlimmeres Schicksal wie in Versailles aufzunehmen.
Mit dem großzügigen Friedensangebot, das der Führer im Oktober vorigen Jahres der Welt unterbreitete und das von den Plutokratien brutal abgelehnt wurde, war das letzte deutsche Friedcnswort gesprochen. Jetzt haben die Waffen zu entscheiden. Adolf Hitler hat in seinen letzten beiden Reden klar genug aufgezeigt, worum es in diesem Krieg geht. Er muß und wird deshalb ausgcsochtcn werden. Der Friede, der einmal die Existenz, Freiheit, Recht und eine glücklichere Zukunft der Völker garantieren wird, wird jedenfalls nicht don pluto- kratische« Regierungen ausgeklügelt, sondern von den jungen Nationen, die England und Frankreich in die Schranken forderte, mit dem Schwert erkämpft und gesichert.
Berlin, 2. März.
Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht empfing gestern in Anwesenheit des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine den Kapitänleutnant Herbert Schultze und überreichte ihm das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.
Der Führer sprach hierbei seine Anerkennung aus für die Von Kapitänleutnant Schnitze und der Besatzung seines Unterseebootes bei seinen erfolgreichen Fcindsahrten bewiesenen vorbildlichen Leistungen.
Morgen Messe-krössnung durch Vr. Soebbels
Berlin, 2. März.
Am morgigen Sonntag um 11.38 Uhr wird in Leipzig "die Leipziger Frühjahrsmesse 1940 eröffnet. Neichsminister §>r. Goebbels wird die Eröffnungsrede halten.
Infame Nachetat i
englischer Abgeordneter ermorde», weil i
Amsterdam, 2. März
Bor einigen Tagen erschien in der englischen Presse eine kurze Notiz, daß das Mitglied des Unterhauses Sir Eharles Cahzer in Kinpurnic Castle tot aufgefunden worden sei. Es Wurde hinzugefügt, daß auch der Diener von Sir Charles, Benjamin Wexham, tot neben seinem Herrn lag. Beide hätten tödliche Schußwunden am Kops gehabt. Reben dem Abgeordneten habe eine doppelläufige Flinte gelegen.
Diese kurze Mitteilung Hot in England das allergrößte A u s s e h e n erregt. Das Aussehen wurde dadurch noch verstärkt, daß entgegen der sonstigen Uebung der englischen Presse, jedes gesellschaftliche Ereignis, und vor allem jeden ungeklärten Todesfall in den Kreisen des Adels, auf das" sensationellste durch viele Zeitungsausgaben hindurch auszuschlachten, diesmal nichts dergleichen geschah.
Man erinnert sich nämlich in England sehr gut an «ine Rede, die Sir Eharles Cahzer in seiner Eigenschaft als Abgeordneter voy Ehester am 3. Oktober des vergangenen Jahres im Unterhaus hielt. Damals erklärte Sir Charles:
„Ich war im letzten Kriege in Deutschland als Kriegsgefangener. Ich habe am letzten Krieg teilgenommen. Ich bin heute noch Reserveoffizier. Ich bin auch jetzt bereit, meine Pflicht und Schuldigkeit zu tun, genau so wie Tausende andere Engländer auch. Aber ich möchte genau so wie diese endlich einmal genau wissen, wofür wir eigentlich kämpfen. Ich be-
Isl das Norwegens Neutralität?
Koht erhebt unverständliche Beschuldigungen
tx. Oslo' 2. März.
Im norwegischen Storting hat Außenminister Koht am Donnerstag eine längere Rede gehalten, in der er die Einstellung der norwegischen Regierung zu den Schifssverlustcn der Handelsflotte in diesem Kriege ausführlich darlegte und Mitnahmen ankündigte, die die norwegische Regierung in dieser Frage zu ergreifen gedenkt.
In dem Bestreben, die Schuld der Kriegführenden an den Verlusten der norwegischen Handelsflotte nachzuweisen, entfernte sich Außenminister Koht insofern erheblich von der Wahrheit, als er De u t s ch l a nd zum Haupt verant-
»es Secret Service
c gegen den krieg mit Veutschlanü eintrat
dauere tief, aussprechen zu müssen, daß in gewissen Kreisen Englands zur Zeit die Meinung vertreten wird, daß wir Deutschland zerstören und zerschmettern müssen. Ich glaube aber, daß Schrecken und Elend über alles Maß hinaus uns befallen wird, wenn dieser Krieg andauert. Wir haben keinen Streit mit dem deutschen Volk und wir würden nur eine Diktatur zerstören, um eine andere an ihre Stelle zu setzen. Aus diesem Kriege wird keine Gerechtigkeit entspringen. Ich appelliere an den Premierminister, er möge einen vernünftigen Frieden in Europa schaffen und keine Gelegenheit, diesen Frieden zu schließen, vorübergehen lassen. Nur durch einen solchen Frieden kann die gemeinsame europäische Zivilisation gerettet werden."
Sir Charles Cahzer wurde wenige Tage nach dieser tapferen Rede aus der englischen Ävmeeausgestoßen. Dagegen konnte ihm der llnterhoussitz nicht ohne weiteres aberkannt werden. Nunmehr läßt die englische Zeitung „Daily Expreß" in einem Bericht durchblicken, daß die Ermordung Sir Charles Cahzer mit seiner politischen Stellungnahme im Zusammenhang stehen könnte. D. h., daß der britische Geheimdienst den Abgeordneten und seinen Diener wegen seiner politischen Haltung kaltblütig ermordet Hot.
Die Bevölkerung in -er Umgebung von Kinpurnie Eastlc ist über diese Tatsachen unterrichtet. Sie bilden heute bereits das Tagesgespräch von ganz Ehester. Und die Empörung ist außerordentlich groß. Niemand zweifelt daran, daß dieser Mord vom englischen Geheimdienst durchgeführt wurde, um einen unbequemen Abgeordneten zu beseitigen.
wörtlichen.erklärt, während England lediglich bei der Behandlung des Minenkrieges —' und hier allerdings noch im gleichen Atemzüge mit Deutschland — Erwähnung findet. Minister Koht, der mit seinen Ausführungen wohl auch die bereits seit Tagen in auffälligem Abflauen befindliche norwegische Entrüstung über den englischen Neutralitätsbruch im Iössing-Fjord weiter abschwächen wollte, hat wohl auch aus diesem Grunds mit keinem Wort diesen ungeheuerlichen Bruch des Völkerrechts erwähnt, sondern hielt es, wie aus dem Inhalt seiner Antwort hervorgeht, sür zweckmäßig, einige von Deutschland bereits mehrmals und nachdrücklichst dementierte Behauptungen über angebliche war- nungslose Versenkungen norwegischer Schisse aufrechtzuerhalten. Er machte diese bereits als Tendenznachricht entlarvten Lügenmcldungen mit zur Grundlage seiner Ausführungen, und versuchte, von dieser brüchigen Basis ausgehend, das Völkerrecht als von Deutschland verletzt zu erklären. Er erwähnte dabei auch Fälle, die selbst vor wenigen Tagen einwandfrei widerlegt werden konnten.
Wenn man den Inhalt der norwegischen Presse der letzten Tage mit den Artikeln in jenen Ausgaben vergleicht, die am TüM des Neutralitätsbruches im Iössing-Fjord oder kurz danach erschienen, so hat man mit Verwunderung feststellen müssen, wie in jedem Artikel Her letzten Tage das krampfhafte Bemühen zutage trat. einig« Worts des Verständnisses, — und sei es auch nur menschlicher Art — sür das englische P i r a t e n st ü ck einzuslechten. Der Eindruck, daß die ersten harten Worte gegen England einer mehr künstlich in Erregung gebrachten Stimmung zuzuschreiben seien, verstärkt sich immer mehr, und die Ausführungen Kohts vor dem Storting' haben, man möchte beinahe sagen, die Gewißheit erbracht, daß Norwegen gegen alles. Recht und alle Pflicht nicht nur im Begriff ist. sich dem englischen Druck zu beugen, sondern darüber hinaus auch noch durch den Mund eines prominenten Regiernngsmitglicds Deutschland zu beschuldigen, um aus diese Weise von der eigentlichen Sache abzulenken. " _
Sumner weites in verlin
Berlin, 2. März.
Der Staatssekretär des Ministeriums des Auswärtigen der Vereinigten Staaten don Amerika, Sumner Welkes, traf Freitag vormittag zu einem mehrtägigen Aufenthalt in Berlin ein. Er wird vom Leiter der Europaabtcilung des Außenministeriums Jay Pierrepont Mossat begleitet.
Sumner Welkes wurde vom Reichsminsster des Auswärtigen von N i b be n t r o P um .12 Uhr im Auswärtigen Amt empfangen. Der Geschäftsträger der Vereinigten Staaten von Amerika, Botschaftsrat Kirk, wohnte der Unterredung bei.
DaWsssk Oaye« 4 »«
Ein Buch zu Englands schmachvoller Geschichte rck. Berlin, 2. März.
England führt diesen Krieg beileibe nicht um egoistischer Interessen willen. So wenig wie jenen von 1914 bis 1918. Damals kämpfte England um die Aufrechterhaltung der Zivilisation, der Moral und des internationalen Rechts gegen den weltbedrohenden preußischen Militarismus. Es bewies die Lauterkeit seiner selbstlosen Gesinnung in Versailles, wo das Reich in ewige Knechtschaft gefesselt werden sollte, wo man seinen Volkskörper zerriß, seine Wirtschaft zerstörte, sein Vermögen plünderte, seine Handelsflotte raubte und seine Kolonien stahl. Alles natürlich aus Gründen der Moral — jener Moral, die das Fundament des britischen Weltreiches bildet.
England hat sich in der Geschichte niemals gewandelt. Seine Grundsätze und Ziele sind heute dieselben wie vor hundert oder dreihundert Jahren. Wenn man sich in London darauf beruft, daß das gegenwärtige britische Regime für frühere Gewaltakte und Greueltaten nicht verantwortlich gemacht, nicht mit ihnen identifiziert werden könne, dann genügt es schon, zur Charakterisierung des Wesens der britischen Plutokratie ihre Entwicklung des letzten Menschenalters aufzuzeigen.
Man könnte Bände füllen, wollte man die britischen Gewalttätigkeiten, Verbrechen und Greuel in den — gemessen an der Geschichte ja kurzen Jahrzehnten seit der Jahrhundertwende schildern. Angefangen von den unter britischen Fronvögten zu Slums der Meere herabgesunkenen Paradiesen in Westindien über Englands Länderraub in Afrika, die blutige Unterwerfung Aegyptens, die Schreckensherrschaft in den arabischen Ländern, die trostlosen Zustände in Indien, die Vernichtungszüge in Durma und auf malaiischen Inseln bis zum Fernen Osten, Neuseeland und Australien.
Nur drei große Komplexe sollen hier aus der mit Vlut und Perfidie geschriebenen Geschichte Englands während der jüngsten Zeit herausgeholt werden: Burenkriege, Irland. Indien. Sie liegen nicht so weit zurück, als daß man sich in London damit herausreden könnte: Ja, damals . . . Lord Kit- chcner ist noch nicht lange tot und ein gewisser Winston Churchill, der in britischen Gazetten für gutes Geld die barbarische Ausrottung der Buren rühmte, ist zur Zeit Erster Lord der britischen Admiralität. Feldmarschall Neville Chambcrlain war allerdings über die britischen Greuel gegenüber den Buren etwas anderer Ansicht als sein Namensbruder, der heute mit seinem Freunde Churchill am liebsten mit den Deutschen das gleiche Experiment wiederholen möchte, das vor knapp 40 Jahren in Südafrika sich in so entsetzlicher Weise vollzog und die Burenrepubliken — nach einem Wort Hodges, des Biographen Kitcheners — in eine Wüste verwandelte.
Und Irland? Hierfür sind ein gewisser Mr. Churchill, ein gewisser Mr. Lloyd George und ein gewisser Sir John Simon ebenso kompetent, wie noch manch anderer Repräsentant der britischen Plutokratie, der heute wie damals an verantwortlicher Stelle steht oder zumindest eine einflußreiche Rolle spielt. Ihr System wird durch die ungeheuerlichen Greuel in Irland in gleicher Weise gekennzeichnet, wie durch die brutale Gewaltherrschaft Englands in Indien, wo z. B. ein gewisser Lord Halifax einmal Vizekönig war und dort dieselben Grundsätze der Moral und Zivilisation vertrat wie General Havelock, der Hunderte von Indern durch Kanonen „fortblasen" ließ.
England den Spiegel seiner Verworfenheit und Schande vorzuhalten, ist der Zweck eines Dokumen- tenwerkes über die englische Humanität, das Mi- nisterialrat Dr. Wilhelm Ziegler im Auftrage des Reichsministeriums sür Volksausklärung und Propaganda herausgab. In ihm werden auf Grund von photo- kopierten Dokumenten die düstersten Kapitel der britischen Geschichte aufgeschlagen: Vurenkriege, Irland, Indien. Sie entlarven jenes Albion, das vernichtet werden mutz, wenn die Welt endlich Freiheit und Ruhe erringen will, um eine glücklichere und bessere Zukunft mit den gesunden Kräften der jungen Völker zu gestalten.
M»»MNII»»MM»N»MM»I»MMI»NNIMNMIIM»IMIMIMIM»IMMIIINMII
Die deutsche Luftwaffe griff am 1. März britische Kriegsschisse, Gelcitzüge und bewassnctc Handelsdampfer erfolgreich an und versenkte mehrere Schisse mit großer Tonnage.
Kapitänleutnant Schultze erhielt für seine Rekordleistung aus Feindsahrtcn das Ritterkreuz.
Der Oberbefehlshaber des Heeres besuchte mit mehreren Reichsministern die Bersuchsliiche der deutschen Heeresverwaltung.
Der amerikanische Unterstaatssekretär Sumner Westes ist in Berlin eingetroffen.
Ein englischer Lügenpolitiker gefällt sich zwecks Der- deckung der wachsenden englischen Unsicherheit in der plumpen Erfindung sinnloser deutscher Friedensangebot«.
Wie jetzt bekannt wird, wurde ein deutschfreundlicher englischer Abgeordneter vom Secret Service ermordet. SA.-Gruppensiihrer Böhmcker sprach in Westdeutschland vor Männern der SA.-Gruppe Nordsee, die den feldgrauen Rock tragen.
Als neuer Leiter der Aemter für Wohlfahrt, Jugend- und Familienunterhalt wurde Bürgermeister a. D. Lössler eingeführt.