Ausgabe 
(9.4.1940) Nr. 97
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vmnei ZeitUW

parteiamtliche Lageszeitung

Das Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremm

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der Nationalsozialisten Vremens

flmtiiches verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Bremen

7lr. S7 / 10. Jahrgang

Dienstag, 9.flpril 1S40

kinzelpreis 1S Bpf.

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singst und Schrecken im Norden

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Norwegens Nechte frivol vergewaltigt

kngland legt Minensperren in den skandinavischen l-ewüssern / vritische Kriegsschiffe überwachen den brutalen Völkerrechtsbruch / Skandinaviens gesamte Nvrdseeschiffakrt wurde lakmgelegt

Oslo, S. April.

Der norwegische Rundfunk hat am Montagmorgen um 8.Ü3 Uhr norwegischer Zeit in einer Sondermeldung die Mitteilung des englischen Rundfunks wiederholt, in der es heißt, daß London und Paris beschlossen haben» in norwegischen Hoheitsgewässern an drei Stellen MiNengürtel zu legen. Die Mitteilung hat in der Oefsentlichkeit stellenweise eine panikartige Stimmung her­vorgerufen» da man von dem Vorgehen der Alliierten fürchtet, daß es Norwegen in kürzester Frist in den Krieg verwickeln werde. Sonderanschläge, Extraausgaben der Morgenblätter und Laufzettel trugen durch ihren besorgniserregenden Inhalt dazu bei, den Ernst der Stunde in ungewöhnlichem Matze zu unterstreichen.

diese gewaltsame Verletzung der norwegischen Souveränität und Neutralität. Norwegen hat in diesem Krieg alle Neu­tralitätsregeln mit strenger Sorgfalt besolgt. Es geschah in voller Uebereinstimmung mit diesen allgemein anerkannten Regeln, daß Norwegen seine Gewässer für alle gesetzmäßige Schiffahrt kriegführender Länder offengehalten hat. Wenn jetzt die britische und die französische Regierung Schritte

unternommen haben, den Ausfnhrvcrkehr nach Deutschland zu sperren, muß die norwegische Regierung daran erinnern, daß England am 11. März dieses Jahres ein Abkommen mit Norwegen unterschrieb und damit sein Einverständnis dazu erklärte, daß norwegische Waren darunter sogar solche, die als Kriegskonterbande angesehen werden können von hier aus nach Deutschland verschifft und transportiert wer­den. Um so weniger Grund mußte die norwegische Regie­rung haben zu erwarten, daß die Westmächte mit Gewalt eingreifen und versuchen würden, diese Zufuhr zu sperren. Die norwegische Regierung kann in keiner Weise aner­kennen, daß die kriegführenden Länder Minen aus norwegi­schem Hoheitsgebiet auslegen. Die norwegische Regierung muß fordern, daß diese Minen sofort entkernt werden, und daß die Wache fremder Kriegsschiffe aufhört. Die norwegische Regierung muß sich vorbehalten, geeignete Schritte zu er­greifen, zu denen eine solche Neutralitütsverletznng. Grund geben kann.

Srößte kmpörung bei den Neutralen

Me skandinavische veoölkerung durch Sie britisch-französische Vroknote aufs köchste beunrichigt

In wohlunterrichteten politischen Kreisen, die dem Aus­wärtigen Amt nahestehen, ist man abgesehen von der Minenauslegung als solcher empört über die Art und Weise, mit der England und Frankreich der norwegischen Regierung Mitteilung von ihrem neuesten Vorgehen gemacht habe, indem sie der Osloer Regierung kurze Zeit vor der Nachrichtensendung des Londoner Rundfunks eine amtliche Note überreichten, in der von der englisch-französischen Maß­nahme Mitteilung gegeben wurde und in der es am Schluß heißt:Aus diesen Gründen haben die Regierungen der

alliierten Mächte Befehl erteilt, mit der Minenauslegung zu beginnen."

Die Mitteilung der englischen Rundsunkgesellschust war jedoch das erste, was die Oefsentlichkeit an Authentischem über die neue Entwicklung zu hören bekam. Der norwegische Gesandte in London ist sofort vom Außenminister Professor Koht angewiesen worden, bei Außenminister Lord Halifax vorstellig zu werden.' Man erklärt in Oslo, es könne sich hier nicht um einen Protest handeln, denn mit einem Protest allein sei dem englifch-sranzösischem Schritt nicht zu be­gegnen.

Lendenlakmer Protest Norwegens an die Londoner Piratenregierung

Oslo. 9. April.

Das norwegische Telegrammbüro veröffentlicht am Montag eine Verlautbarung der norwegischen Regierung, deren voller Wortlaut folgender ist:

Die norwegische Regierung hat gemeinsam mit dem außen­politischen Ausschuß der Storting heute solgende Erklärung beschlossen: Die britische und die französische Regierung ließen heute früh an drei Stellen Minen auf norwegischem See­gebiet auslegen, mit dem Ziel, die freie Schiffahrt innerhalb der norwegischen Gewässer zu sperren. Britische Kriegsschiffe wurden eingesetzt, um auf diesem Gebiet Wache zu halten.

Die norwegische Regierung protestiert ernst und feierlich gegen diesen offenbaren Bruch des Völkerrechts und gegen

Berlin, 9. April.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:Im

Lause des 7. April unternahmen deutsche Flugzeuge Erkun- dungsslüge über der mittleren Nordsee sowie über Nord- und Mittelsrankreich und führten Bewachungsslüge über der Deut­schen Bucht und der Westfront durch. Nördlich der Insel Shlt sichtete ein Schwärm Messerschmitt-Flugzeuge 24 britische Wellington-Bomber. Unsere Jäger schössen zwei britische Flug­zeuge ab und zwangen die anderen zum Abdrehen nach Westen.

1g. Ddto. 9. April.

Die Minenfelder, mit denen die britischen Piraten unter schamlosester Verletzung des Völkerrechts und Bruchs der norwegischen Neutralität die Hoheitsgewässer Norwegens ver­seucht haben, befinden sich am Ausgang des Westfjords (wo­durch der Hasen von Narvik gesperrt werden soll), südlich von Christiansund und in der Gegend von Stadtlandet. süd­lich des Aalesunds. Britische Kriegsschisse patrouillieren bei den von ihnen ausgelegten Minenfeldern, um deren Beseiti­gung zu verhindern. ,

Die nvrwegische Küstenschiffahrt, die zu einem großen Teil die einzige Verbindung zwischen den größeren Städten der norwegischen Westküste darstellt, ist unterbrochen.

Dieser unerwartete Gewaltakt hat in der norwegi­schen Bevölkerung größte Erregung ausgelöst. Nach den abschwächenden Kommentaren der skandinavischen Presse, die noch am Sonntag in aussälligerweise durch eine Bagatellisierung der englisch-französischen Droh- noten die Oefsentlichkeit zu beruhigen versucht hatte, schlug die entsprechende Ankündigung des englischen Rundfunks wie eine Bombe ein. Es herrscht der Ein­druck größter Uebcrraschung und peinlicher Bestürzung vor. In der Stadt bildeten sich empörte Mcnschen- gruppen, die das Geschehene erregt besprachen. Um 8 Uhr morgens wurde die betreffende Meldung vom norwegischen' Rundsunk und bald daraus durch Extra­ausgaben der Zeitungen verbreitet. Besonders erstaunt ist man dabei darüber, in welcher Form der britische

An der Westfront kam es wiederholt zu Lustkämpfen. Hier­bei schössen unsere Jagdflugzeuge vier feindliche Flugzeuge ab. ein weiteres wurde durch Flakartillerie zum Abschuß gebracht. Drei eigene Flugzeuge werden vermißt."

Fliegeralarm auj den Skelland-Inseln

Amsterdam, 9. April.

Wie Reuter meldet, wurde im Gebiet der Shetland-Jnseln am Montag Fliegeralarm gegeben. Es wurden Flugzeuge be­obachtet und britische Jagdflugzeuge stiegen auf. Der Alarm dauerte 88 Minuten.

Coup wie sich dasDagvladet" Ausdrückt ge­landet wurde.

Die angeblich für die norwegische Regierung völlig über­raschend gekommene Aktion der Engländer wurde dieser am Montagmorgen um 6 Uhr mitgeteilt. Zu diesem Zeitpunkt sprachen die Gesandten Englands und Frankreichs im Osloei Außenministcriilm vor und überreichten dem den Nachtdiem/ versehenden Sekretär die gleichlautenden Noten ihrer Regie­rungen. Der Sekretär weckte daraufhin Außenminister Koht, der sofort eine Kabinettssitzung einberief, die von 7 bis 9 Uhr dauerte Um I Uhr trat die Regierung mit dem auswärti­gen Ausschuß des Reichstages zu einer Beratung zusammen, aus der eine Regierungserklärung sür die auf 17 Uhr ein­berufene außerordentliche Sitzung deU Stvrting ausgearbeitet wurde.

Die norwegische Presse stand auch am Montagabend fast ausschließlich im Zeichen der unerhörten Mißachtung norwegi­scher Souveränität. Mehrere Seiten waren mit Nachrichten und Kartenskizzen über die ausgelegten Minenfelder, dem Text der Noten sowie den neuen beunruhigenden Nachrichten über neue Ueberfälle englischer Piraten auf friedliche Handels­schiffe und Fischersahrzeuge angefüllt. Seit den Vormittags­stunden ist der gesamte Küstenlinienbetrieb, die Lebensader Norwegens, vollständig eingestellt worden. Die Verbindung Süd- und Nordnorwegens ist damit durch diese Kriegshand­lung der Westmächte in neutralem Gebiet unterbrochen. Der Fischereibetrieb, der sich augenblicklich in der größten Saison befindet und das Brot von Hunderttausenden in den notlei­denden Fischerdistrikten bedeutet, muß ebenfalls eingestellt werden, da die Weiterlcitung der Fänge unmöglich ist.

Im eklatanten Gegensatz zu dem Ernst und der Tragweite dieser Ereignisse suchen die Leitartikler führender Blätter Ent­schuldigungsgründe sür das englische Vorgehen (!!) Beispiels­weise schreibt daS RegierungsorganArbeiterbladet"'. daß der Schritt der. Westmächte im Zuge der Dlockadcverschürfung gegen. Deutschland angesehen werden müßte. Das Blatt findet nicht einmal ein einziges Wort des Protestes.

Im Widerspruch zu diesen offenbar inspirierten Auslassun­gen ist die Empörung der norwegischen Bevölkerung über das brutale Vorgehen der Engländer ungeheuer. In politischen Kreisen wird lebhaft die Frage erörtert, wie Deutschland die­sen Völkerrechtsbruch der britischen Regierung beantworten und aus der entstehenden Lage die Konsequenzen ziehen wird. Die Stimmung der norwegischen Oefsentlichkeit ist äußerst ernst.

(Siehe auch Seite 2)

Sieben feindliche Maschinen abgeschossen

Veutsche krkundungsflüge über der Nordsee, Frankreich und Westfront

kngtands jüngste Schurkerei aus dem Vulkan

Secret Service wollte Sonauufer in Sie Luft sprengen Numänische Wachsamkeit verkinderte das verbrechen

Berlin, 9. April

Wie wir erfahren, ist das Auswärtige Amt im Besitz genauer Unterlagen über einen groß angelegten, ungeheuerlichen Sabotageversuch des englischen Secret Service, den dieser mit Hilfe englischen Militärs auf der Donau durchzuführen versuchte.

Am 5. April wurde bekannt, daß unter Begleitung englycher Schnellboote die SchlepperBritannia".Elisabeth".Da- nubia Shell l",King George".Scotland".Lord Byron, ferner ein von England geschartertes griechisches Schiff nisia" mit vier Schleppkähnen undÄlbion" mit fünf Käh­nen sich auf einer Fahrt donauaufwärts befänden. Ueber Auf­gabe. Ladung und Besatzung dieser Schiffe war. durch Indis­kretion englischer Besatzungsmitgliedcr folgendes bekanntge­worden:

An Bord der englischen Schisse befinden sich in großen Mengen Revolver. Signalpistolen. Handgranaten. Ma­schinengewehre. Schissskanvnen, Wasserbomben. Minen. . ferner leere Kartuschen und mehrere tausend Kisten Dy­namit; ferner über 199 als Matrosen getarnte mit Sonder- pässen versehene englische SPezialsoldaten. siins englische Offiziere, mehrere Fliegerofsiziere und technisches Personal englischer Sprengabteilungen und Pioniere. Die Ladung war als Transitgut deklariert und der Leiter des englischen Unternehmens ist ein als englischerVizekonsul" getarn­ter Chef des Secret Service in Rumänien. Das Unter­nehmen, das in allen Einzelheiten militärisch ausgezngen war, hatte die Aufgabe, die Donau für den Wirtschafts­verkehr nach Deutschland an einzelnen Stellen unbrauch­bar zu machen, um aus diese Weise den Handel zwischen den Südoststaaten und Deutschland zu störe«.

Unter Mißbrauch diplomatischer Rechte, unter Fälschung der geltenden Regeln des zwischenstaatlichen Wirtschaftsver­kehrs und Bruch der Neutralität der Südoststaaten versuchte England einen schamlosen, jedem Völkerrecht und allen inter­nationalen Beziehungen der Völker untereinander hohn­sprechenden Akt der Vergewaltigung neutraler Staaten und machte sich des flagrantesten Bruches der Neutralität durch Vorbereitung einer gegen Deutschland gerichteten militärischen Aktion aus neutralem Boden schuldig.

Rumänische Ueberwachungsorgane sahen sich auf Grund der bekanntgewordenen Einzelheiten veranlaßt, die verdächtigen Schisse in dem Donauhaien Giurgiü festzuhalten und zu untersuchen. Die Untersuchung bestätigte vollauf den gehegten Verdacht. Allein auf einem Schiff wurden in über 4P9 plom­bierten und als Transitgut deklarierten Kisten große Mengen hochempfindlichen Sprengstoffes entdeckt. Bis ins einzelne waren die Schiffe durch Bestückung mit Maschinengewehren und Schnellfeuerkanonen in Kriegsschiffe verwandelt und sür militärische Operationen eingerichtet. Aus aufgefundenen Be­fehlen und Anordnungen geht hervor, daß die Absicht be­stand, im Falle von Störungen der vorgesehenen Sprengungen durch Grenzjäger oder Regierungstruppen einer der Südost­staaten Landungsmanöver vorzunehmen und von dieser Basis dann die Sabotageakte durchzuführen.

Gewisse Userstellen der Donau und die Katarakte sollten in die Lust gesprengt und die Lastkähne in der Fahrrinne

versenkt werden. Ferner sollten einzelne Teile der Donau mit Minen verseucht und die Fahrrinne durch Werfen von Wasserbomben verschüttet werden. Es handelt sich hierbei um den flagrantesten Bruch der Neutralität eines Landes, nämlich um die Vorbereitung einer gegen Deutschland gerichteten Kriegshandlung auf einem neutralen Territorium.

Durch den Zugriff der rumänischen Sicherheitsbehör­den ist ein ungeheuerlicher Anschlag auf den Frieden und die Ordnung des Siidostraumes verhindert worden. Nur dieser Aufmerksamkeit und der Wachsamkeit der rumänischen Ueberwachungsstellen ist es zu verdanken, daß dem englischen Mordbrenner die Brandfackel noch einmal aus der Hand geschlagen werden konnte, die er an allen Enden Europas erhebt, um sich durch die Schaf­fung chaotischer Zustände aus seiner eigenen immer schwieriger werdenden Position zu befreien.

Keule Massenkundgebung im Sportpalast

Dr. Goebbels gibt Rechenschaftsbericht über das erste Kricgswinterhilsswerk

Berlin, 9. April.

Heute 29 Uhr, findet im Berliner Sportpalast eine Massen­kundgebung der RSDAP.. Gau Berlin, statt, aus der Reichs­minister Dr. Goebbels den Rechenschaftsbericht des ersten KriegSwinterhilsswerkeS 1939/49 ablegen wird.

Schwere Sorgen der Neutralen

7. L. O. Bremen, 9. April.

Der heiße Wunsch Englands, sich im Norden Europas einen Kriegsschauplatz zu verschaffen,, aus dem es (bei der Unmöglichkeit, am Westwall anzurennen) sich billige Lorbeeren zu holen und gleichzeitig die naturgemäß lückenhafte Blockade gegen Deutschland etwas zu verdich­ten gedenkt, hat nun tatsächlich zu einem unerhört drei­sten und brutalen Völkerrechtsbruch gegen Norwegen geführt.

Es ist das Legen von englischen Minenfeldern in den Hoheitsgewässern Norwegens bestimmt erst der Anfang einer im größten Ausmaß im Norden geplanten Verge­waltigungsaktion Skandinaviens. Und man wird gut tun, sür die nächste Zukunft auch mit der Besetzung norwe­gischer Häfen durch die englische Flotte und wohl auch mit der Landung von Truppen auf norwegischem Boden zu rechnen. Ist doch die ebenso fadenscheinige wie von heuchlerischem Pharisäertum strotzende englische Begrün­dung des massiven Völkerrechtsbruches ganz dazu ange­tan, auch für alle weiteren noch beabsichtigten Gewalt­taten Englands gegen die Neutralen herzuhalten. Und wir hegen keine Zweifel, daß sie fortan bei den Neutra­len dort Anwendung findet, wo es Englands böses Wol­len irgendwie nur zuläßt.

Die durch Deutschland gehyndhabte völlig rechtmäßige Bekämpfung bewaffneter Handelsschiffe (die völker­rechtlich nichts anderes als Kriegsschiffe sind), des weiteren die deutschen Minensperren an Englands Küsten, also in einem einwandfreien feindlichen Kriegs- gebiet, sowie der deutsche Handelskrieg- gegen feind­liche Geleitzüge und Bannware des Feindes befördernde Schiffe, endlich die deutsche Abwehr einer organisierten Spionage auf englischen Fischerfahrzeugen und Leucht- booten soll nun auf einmal England das Recht geben, die Staatshoheit neutraler Staaten kurzerhand zu ver­letzen und in neutralen Hoheitsgebieten zu schalten und zu walten, als ob es sich um die eigenen Ge­wässer handele.

Mit einer Frechheit sondergleichen wird von der englischen Regierung zugegeben, daß diese Handlungs­weise nicht mit dem Völkerrecht und dem Recht der Neutralen übereinstimme. Aberdie dringende Not­wendigkeit, den Krieg zu gewinnen," soll England so verlangt man es in London in den Augen der Welt (gemeint kann natürlich nur die jüdisch-demokra­tische Welt sein. deren Prinzipien anzuerkennen und zu ehren England ohne weiteres von den kleinen europäischen Staaten erwartet) das Recht geben, ganz nach seinem Belieben mit den Neutralen zu verfahren.

Wenn man England in seiner ganzen Schamlosigkeit nicht bereits aus seiner Geschichte, nicht aus dem Welt­kriege und nicht neuerdings aus seiner niederträchtigen verbrecherischen Kriegführung während der letzten sieben Monate könnte, und nicht gleichzeitig auch von der esels- mäßigen Geduld, um nicht zu sagen Charakterlosigkeit mancher der betroffenen Neutralen gegenüber allem, was ihnen England Unrechtes antat, wüßte, man würde erwarten, daß nach dem, was sich jetzt England an zynischer Brutalität mit seinem jüngsten Rechts­bruch gegen Norwegen leistet nicht allein in Skandi­navien, sondern bei allen übrigen kleinen Neutralen ein Schrei der Entrüstung und der Wut aufklingen müßte, ein Schrei, geboren nicht zuletzt aus Angst und Schrecken darüber, daß das, was heute England den Norwegern antut, genau unter denselben 'schamlosen Vorwänden auch jedem anderen Neutralen morgen von Eiigland angetan werden kann.

Nun sind wir wirklich nicht verwöhnt von dem Mut und der Mannhaftigkeit, welche kleine neutrale Staaten im Laufe der letzten Jahrzehnte englischen Gewalttaten entgegenzusetzen pflegten. Wundern müssen wir uns aber iis^elch ruhiger Ergebung die Osloer Regierung ihren Protest in London zur Kenntnis brachte und dies um so mehr, als aus dem Echo der englischen Ver­lautbarung des unerhörten Anschlags auf die Neu­tralität Skandinaviens in der B e v ö l k e r u n g-der skandinavischen Staaten sich eine Erregung erkennen läßt, die sich in den empörtesten Vorstellungen gegen den Londoner Rechtsbruch ausläßt und an die nor­wegische Regierung das Verlangen stellt, abseits von zwecklosen Protesten in London tatkräftig geeignete Gegenmaßnahmen zu ergreifen, um den brutalen Rechts­brechern Englands zu beweisen, daß neutrale Länder durchaus nicht wehrlos sind, wenn sie es nicht sein wollen.

Mit Recht Langt man in- Skandinavien um die nächste Zukunft angesichts des Gedankens, daß sich Deutschland Englands Vergewaltigung des guten deut-

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Durch Anlage dreier Minensperren in den norwegischen Hoheitsgewässern griffen die englischen Piraten brutal in die Neutralität der skandinavischen Länder ein.

Durch rumänische Wachsamkeit wurde ein englischer An­schlag. die Donauschissahrt lahmzulegen, verhindert. Deutsche Luststreitkräste schössen sieben feindliche Flug­zeuge ab.

Reichsminister Dr. Goebbels legt heute den Rechenschafts­bericht über das Kriegswinterhilssperk 1939/49 ab.

Staatssekretär Frank widerlegte lügnerische Behauptun­gen der Westmächte.

In Berlin verstarb der General der Artillerie Professor Dr. Becker.

Gauleiter Carl Röver sprach in Salzgitter.

Morgen trifft Reichshauptamtsleiter Hilgenfeldt zu einem dreitägigen Besuch im Gau Weser-Ems in Bremen ein. Der Sommerladenschlutz tritt am morgigen Mittwoch für Bremen in Kraft.