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Varteiamtlüke Tageszeitung
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der Nationalsozialisten Vremens
flmtlictzes Verkündungsblatt des Neittzsstatttzalters in Oldenburg und Vremea
Nr. 9ö / 10. Jahrgang
Montag, S.flpril 1940
Einzelpreis 13 Npf.
London droht und „garantiert 'wieder!
knglan-s versuchter slankenstoßoon Norden
Verstärktes Sabelrasteln der plutokratien gegenüber Skandinavien / Versprechungen wie im salle finnland / Veralungen in Stoekkolm und Vslo / Verbrecher an der Menschkeit am Merk
lliv. Ko p e n h a g en , 8. April
- Dre skandrnavischen Kabinette haben wahrend des Wochenendes ausgiebig über die englilch- sranzo,lschen Noten beraten. Die englische Presse setzt ihren Druck auf den Norden fort und rühmt dre ergriffene „Initiative". Inhalt und Zweck der beiden Noten an Schweden und Norwegen sind jetzt hinreichend klar. Sie leiten einen neuen Flankenvorstok von Norden ein der gleichzeitig gegen Deutschland und gegen Rußland gerichtet ist. Zu diesem Zweck sollen die skandinavischen Länder unter Druck gesetzt werden, wobei darauf spekuliert wird, daß sie diesmal „minder mißtrauisch" sind, nachdem der Alarm während des finnischen Konflikts ohne Schaden für Norwegen und Schweden vorübergegangen war.
Dieses Bestreben, sich die Gefahr geringer auszumalen, als sie ist, dürfte eines Tages zu einem tragischen Erwachen führen, denn England schreckt vor keiner Neutralitätsverletzung mehr zurück. Nach wie vor fehlt eine genügend scharfe Anprangerung und Abwehr der englisch-französischen Gewaltpläne.
In den Meldungen aus England selbst werden die Noten dagegen „ungewöhnlich scharf, wenn auch nicht drohend" genannt. Es handele sich um ein ziemlich langes Dokument, das alle Möglichkeiten eines gewaltsamen Eingreifens seitens der Westmächte offen lasse. Bestimmte Pläne für etwaige
Interventionen lägen schon vor. Das Hauptgewicht, sagt
eine der Meldungen aus London, -müsse der Tatsache beigemessen werden, datz die Westmächte die Möglichkeit einer Jntenvention ausdrücklich ankündigen. Dennoch drucken skandinavische Blätter solche Drohungen ohne Protest ab und ohne den offenen Widerspruch zu den gleichzeitig versuchten Schönfärbereien zur Beruhigung (!) der eigenen Öffentlichkeit zu empfinden!
Ueber den Tenor der Noten muß selbst ein Blatt wie die Kopenhagener „Nationaltidende" in ihrem Londoner Bericht sagen: „England fühlt sich als absoluter Hüter der
internationalen Moral. Es ist die Frage, ob eine Ver
öffentlichung der Noten dazu beitragen würde, England in Skandinavien populärer zu machen". Das Blatt beantwortet die Frage, warum Dänemark keine Note erhalten habe, mit dem Hinweis darauf, daß die jetzigen Noten mehr politischen Charakter hätten als daß sie Handelsfragen beträsen. (l) Zu den Noten verlautet im einzelnen folgendes:
1. Bei den Vorhaltungen wegen „einseitiger Neutralität" ist offenbar Frankreich tonangebend.
2. Bezüglich der Erzverschiffungen suchen die Schweden es so hinzustellen, als ob überhaupt keine bestimmte Forderung gestellt worden sei. Den Erztransporten werde nicht die Bedeutung beigcmcssen, die sie in Churchills und Chamberlains Reden erhalten hätten. (?) Schwedische Stimmen glauben daraus verweisen zu können, daß-eine Unterbindung der Verschiffungen die deutschen Erztransporte nicht allzu schwer treffen würde, da diese über den Osten gehen könnten.
3. Die Noten enthalten einen ausführlichen Fragebogen wegen der künftigen Haltung der skandinavischen Staaten gegenüber den Wcstmächtcn. Hier wird, um den Prestige- verlust aus dem Finnland-Konflikt wettzumachen, das Verlangen erhoben, die yordlAndischen Staaten dürsten keinesfalls eine Politik einschlagen, die von den Westmächten als Verletzung ihrer „Interessen" betrachtet werden könnte. Für den Fall, daß Skandinavien aus diese Weise in Schwierigkeiten mit Deutschland oder Rußland geraten sollte, wird den beiden nordischen Ländern „Unterstützung" versprochen.
Hier liegt der Ansatzpunkt für die erwähnten Jnter- ventionspläne und für ein englisch-französisches Expeditionskorps. Das ist der Kern der ganzen Aktion. Die Mischung von Drohungen und „Earantie"-Versprechen zeigt zur Genüge, was gemeint ist.
„Nationaltidende" meint, die Noten der Westmächte seien die Einleitung zu einer großen politischen Krise, die einen .gefahrdrohenden Charakter annehme.
Am besten werden die Umtriebe der Westmüchtc in einer Londoner Meldung des Kopenhagener „Socialdemokraten" gekennzeichnet, der unter Berufung auf Churchills Erklärungen von 1919 die flare und richtige These aufstellt: die West- ' mächte haben kein Interesse an einem Frieden im Norden, weil dann Deutschland an dieser Front nicht mit Verteidigung zu rechnen braucht. Das Spiel der Westmüchte tritt
klar zutage: Sie wollen die skandinavischen Staaten für ihre Zwecke ausspielen. Es wäre an der Zeit, daß man überall im Norden die Absichten der englisch-französischen Kriegstreiber richtig erkennt!
,Mt der NeulraMöl muß ein knde gemacht werden'
Amsterdam, 8. April.
Ein Londoner Nachrichtendienst befaßte sich am Sonnabend ausgiebig mit der sogenannten „kriegswirtschaftlichen Offensive" der Westmächte und meinte selbstgefällig, die Ereignisse
bewiesen eindeutig, daß die Initiative in der diplomatischen und wirtschaftlichen Kriegsführung endlich auf die Westmächte übergegangen sei. Dabei werden die Noten an die skandinavischen Länder und die Pläne, Deutschland vom Balkan abzuschneiden, als Beweise zitiert, die, so sagt man zu diesem erneuten Druck auf die Neutralen, „eine neue Phase und gleichzeitig den Höhepunkt der stillen Kriegssührung" darstellten, die in dem Ziel gipfelten, Deutschland vom Baltikum bis..zum Balkan zu blockieren.
Mit der Neutralität, so droht der „Beschützer" der kleinen Staaten, müsse ein Ende gemacht werden. Großbritannien und Frankreich würden nicht mehr dulden, daß Deutschland durch seine Terrormaßnahmen (?) in Skandinavien eine Handhabung der Neutralität erreiche, die sich einseitig zu Deutschlands Gunsten auswirke.
Auch den Ländern des Nahen Ostens sei vertraulich mitgeteilt worden, daß das Ziel der britischen Aktion, so erdreistet sich London heuchlerisch zu versichern, nur die „Aufrechterhaltung des Friedens auf dem Balkan" sei. Bei dieser Gelegenheit seien auch „beruhigende Zusichernngen" abgegeben worden, daß die Weygand-Armee keinerlei Angrisfsabsichten habe. — Mit allen diesen Phrasen versucht England vergebens, seine brutalen Kriegsausweitungspläne zu tarnen.
vewaffnete flktton, wenn Nußland ...
Unmißverständliche kommentierung der englisch-sraniösischen Vroknoten
dos. Den Haag, 8. April
Die gesamte englische Sonntagspresse steht unter dem Motto: „England meint es ernst". Man beabsichtigt, die Aktion möglichst zur gleichen Zeit in Skandinavien und auf dem Balkan starten zu lassen. Die Jntrigenpolitik auf dem Balkan soll ihren letzten Schliff erhalten, wenn die britischen Diplomaten aus dem Südosten sich am Montag und Dienstag um den Beratungstisch im englischen Außenamt versammeln.
An zuständiger Stelle in London macht man keinen Hehl daraus, daß die Noten an Skandinavien in einer recht herausfordernden Sprache gehalten sind. Der diplomatische Korrespondent der offiziösen „Sunday Times" weiß zu melden, daß in dem Schreiben die einzelnen Umstände klar aufgezeigt worden seien, unter denen die Westmächte- entschlossen seien, „zu handeln". Die demokratischen Mächte hätten eindeutig dargelegt, wie weit sie die „deutschen Neu- tralitätsvcrletzungen" in den skandinavischen Gewässern „tolerieren" würden, die bekanntlich ausschließlich englische Erfindungen sind.
Nach Ansicht des „Sundah Dispatch" nehmen die Roten Bezug auf das Verhältnis Rußlands zu Finnland. Es werde darauf hingewiesen, so behauptet das Blatt, datz die West- mächte jeden weiteren „Versuch Rußlands" mit einer bewaffneten Aktion beantworten würden. Offensichtlich hat man das finnische Fiasko iminer noch nicht abgeschrieben.
Die Anwesenheit des französischen Blvckadeministers Mannet in London wird von der Presse zum Anlaß genommen, um die Bevölkerung mit der von Monat zu Monat immer .stumpfer gewordenen Blvckadewasse wieder auszusöhnen. Man verspricht einen „durchgreifenden Wandel" und macht der irregeleiteten Lefsentlichkcit wiederum die gefährliche Hoffnung, daß man Deutschland mit diesem Instrument doch noch auf die Knie zwingen werde. Die hoffnungsirohe Zukunftsmusik der Londoner Propagandisten wird von Gax- vin nicht ohne weiteres mitgemacht Seiner Ansicht nach hat England die letzten sieben Monate nicht gerade fruchtbar ausgenutzt, wie es Chamberlain in seinen letzten Reden so großspurig verkündete/ Das Ausrüstungscrgcbnis, , so schreibt er im „Öbservcr" sei weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Das sei eine große Dummheit in einem Kriege, der England täglich viele Millionen Pfund koste.
...
Auch die weiteren vorliegenden Meldungen über die „Frühjahrsoffensive der Westmächte in Skandinavien" lassen keinen Zweifel darüber, daß die plutokratischen Kriegsausweiter in aller Planmäßigkeit das vom englischen Kriegshetzcr und Emigrantenprotektor Wickham Steed authentisch verkündete Ziel verfolgen: „Am Ende dieses Krieges muß der Begriff der Neutralität aus dem internationalen Wörterbuch gestrichen werden!"
Auch mit seiner Wendung von der „Neutralität als Verbrechen gegen die Menschheit" Hai Steed aus echt britischer. Moralaufsassung heraus das allgemeinverständlich ausgedrückt, was in den Noten an Schweden und Norwegen gleichfalls unmißverständlich in die Sprache der Diplomaten gekleidet wurde. Daß die wirklichen Organisatoren der Verbrechen gegen die Menschheit allein in Paris und London sitzen, demonstrieren jetzt jedenfalls die demokratischen Drahtzieher selbst der erstaunten Welt! Was die ungeheuerlichen Aeußerungen des plutokratischen Repräsentanten Steed betrifft, so sei unterstrichen, daß die Pariser Versammlung, in der jener berüchtigte englische Giftmischer sprach, von dem stellvertretenden französischen Ministerpräsidenten Lhautemps geleitet wurde. Womit das offizielle Frankreich vor aller Öffentlichkeit seine uneingeschränkte Solidarität mit den britischen Volker- rechtsbrechern bekundete.
Moskau wachsam
Moskau, 8. April.
Die Moskauer Presse verfolgt aufmerksam die von den englisch-französischen Kricgstreibern gegen die skandinavische Neutralität gerichteten Machenschaften. Unter der Ueber- schrift „Der englisch-französische Druck auf die skandinavischen Länder" bringt die „Prawda" zwei Berichte aus Stockholm und Paris, worin unter Hinweis auf die von Halifax den skandinavischen Gesandten überreichten Noten Vermutungen der schwedischen Presse wiedergegeben werden, wonach diese Noten die bis jetzt geheim gehalten werden, den Zweck haben, auf die Regierungen Schwedens und Norwegens einen neuen Druck auszuüben.
Lustausklärung über Frankreich
B« rlin. 8. April.
Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Im Westen keine besonderen Ereignisse. Die Lustwasfe führt« am 6. 4. Lustaufklärung über Nord- und Mittelfrankreich durch. Ein deutsches Dornier-Aufklärungsflugzeug wurde hierbei von vier Curtis-Flugzeugen angegriffen. Das Ausklärungsslug- zeug setzte sich so lange zur Wehr, bis der Gegner aus Brenn- stosfmangel von ihm ablassen mußte. Es landete wohlbehalten in seinem Heimathafen. Am Spätnachmittag des 6. 4. flogen mehrere feindliche Flugzeuge "nordwestlich Trier über luxemburgisches Gebiet nach Deutschland ein und über luxemburgisches Hoheitsgebiet auch wieder zurück."
lobn vull mit vriestasche und Nevoloer
Hatten warnt: Neutrale, -lugen auf! — Englische Spitzel in Erlest?
I-Ü. Rom, 8. April.
,Rcsto dcl Carlino" schreibt in einem Artikel zur Lage, die iliener empfänden angesichts der Gegner Deutschlands ganz andere Verachtung, weil ihr Krieg eine Fortsetzung des mktionskampses gegen Italien sei. Die unmoralische »ckadewaffe sei auch heute zur Erfolglosigkeit verurteilt. Die ltralen Staaten wüßten nur zu gut, daß die Wcstmachte, heute für alle Waren überhöhte Preise zahlen, sich nach em Sieg diese Kapikälauswendungen mit Wucherzinsen ückzahlcn lassen werden. . .
,Jst nicht das Gold" — so sähet das faschistische Blatt fort „mit dem London und Paris alles aufkaufen wolle, durch jervorteilung der gesamten Menschheit aufgebracht worden? l Teil dieses Goldes entstammt dem Schweiß und Blut der rder, die heute die kategorische Aufforderung erhalten, mit utschlanb nicht m-chr Handel zu treiben. Allein Europa stnnt die Augen zu öffnen. Ist der Hamsterer die un- rpathischste und unsozialste Gestalt des modernen Lebens, sind nicht weniger hassenswert die Staaten, die mit dicker iestasche und Revolver bewaffnet aus den internationalen irkten verkünden: „Ich kaufe alles". Länder, die ihr? Ehre hren wollen, müssen von ihrer Neutralität abgehen und wer mehr „zu nicht Kriegführenden" nach italienischem Bor-
Lie englisch-französische Spitzelorganstation im Mittelmeer ht, wie „Piccolo" andeutet, immer wieder auch in den lienischen Häfen Fuß zu fassen. So haben die K-onsula.e Westwärts «, Trieft in den letzten 'Wochen ihr Personal
verdreifacht. Da bei der gegenwärtigen Derkehrslanheit verhältnismäßig wenig normale Amtsgeschäfte zu erledigen sind, besteht der dringende Verdacht, daß die zahlreichen Beamten Beschäftigungen nachgehen, die wesentlich weniger harmlos sind als die'Ausstellung von Paßvisen. Ueberhaupt entfalten die Angehörigen der französischen und englischen Kolonie in
Ausländern aufgefordert.
„Mit Veutschland ist nicht ru spaßen"
-Rom, 8. April.
Der englisch-französische Druck auf die skandinavischen und osteuropäischen Staaten ist das Hauptthcma der römischen Sonntagsblättcr, deren Auffassung dahingehend zusammengefaßt werden kann, daß im Hinblick aus die „Neutralität made in England" mit dem nationalsozialistischen Deutschland nicht zu spaßen sei, das aus dieses „Attentat aus das Leben Europas" prompt die richtige Antwort erteilen werde.
Eine erste energische Antwort auf die Londoner Drohungen hat Deutschland, wie der Berliner Vertreter des „Giornale d'Jtalia" unterstreicht, in der abgelaufenen Woche an England erteilt, als die deutsche Luftwaffe trotz ungünstiger Witterungsverhältnisse blitzartige, erfolgreiche Aktionen gegen Scapä Flow und die O.rknch-Jnseln sowie verschiedene bewaffnete Geleitzüge unternahm. Aus die Drohung mit der Aus
hungerung hat Deutschland prompt mit Bomben von 250-und 599 Kilogramm geantwortet, während die Angriffsversuche englischer Flugzeuge durch die deutsche Luftabwehr ein vorzeitiges Ende fanden.
-Immer mekr Setreide und Waffen"
Rom, 8. April.
Der Duce hat am Sonntag in Begleitung von Parteisekretär Minister Muti und dem Minister für Volksausklärung Pavglini dem im Festschmuck prangenden Städtchen Orvieto einen Besuch abgestattet, wo er u. a. einige neue Baulichkeiten ihrer Bestimmung übergab. Auf verschiedenen über die Straße gezogenen Spruchbändern konnte man lesen: „Wir erzeugen immer mehr Getreide und immer mehr Waffen". Einige Worte, die der Dnce an die begeisterte Menge richtete, wurden mit nichtendenwollcndem Beifall aufgenommen.
Der Duce erklärte: „Die Ereignisse, die wir erleben, sind von grandiosem Ausmaß. Aber wir glauben, ihnen gewachsen zu sein. Was uns auch dieses Spätfrühjahr bringen mag, Italien wird ihm zu begegnen wissen. Könnte es anders sein mit einem jungen und entschlossenen Italien des Liktorenbündels^ das heute vor einem Jahr in drei Tagen ein Volk befreite und binnen sieben Monaten ein afrikanisches Imperium erobert«? Dieses Italien haben wir gewollt und während zwanzig Jahren ununterbrochenen, immer wieder von Siegen gekrönter Prüfungen geschossen."
Hören Sie Ihre Landsleute, Mr. Chamberlain!
Ein Ausschuß der englischen Aerztevereinigung berichtete, datz etwa 1v Millionen Engländer mit einer Ration ihr Leben fristen, die unter dem Standard der schlimmsten Zuchthäusler liegt, (vor Ruxläudsr Robert Lrikknult in svinsm Ruob „^.rckstivx und RieäsrsLns des dritisodsn XVvlt- rsiobss." 1938).
lt. bSU. Das hat Ihnen natürlich gar nicht gepaßt, Mr. Chamberlain, daß die deutsche Propaganda so schonungslos der englischen Plutokratie die Maske vom Gesicht riß und vor aller Welt das wahre Ziel der demokratischen „Menschheitsbeglücker", die Ausbeutung allerSchaffenden im Frondienst der britisch-jüdischen Eeldsäcke, plastisch herausstellte. Wie fieberhaft versuchten Sie daraufhin, die regierende Oberschicht Ihres morschen Weltreiches der scharfen öffentlichen Kritik zu entziehen! In Ihrer Bedrängnis verstiegen Sie sich zu der dummen Behauptung, das asoziale System Britanniens existiere nur als Zweckgebilde in der Phantasie der bösen Nationalsozialisten! in Wirklichkeit sei alles in bester Ordnung. Damit, Mr. Lham- berlain, hat Ihnen Ihr Spatzengehirn wieder einen recht peinlichen Streich gespielt! Wir können Ihnen nämlich, wenn Ihnen das sympathischer sein sollte, auch mit den treffenden Urteilen Ihrer eigenen Landsleute auf die Nerven fallen:
Lesen Sie doch einmal nach, was Richard Aldington, einer der unbestechlichen Chronisten plutokratischer Skrupellosigkeit, in seinem Werk „Ventil ok ttsro" über die volksfeindliche Politik der britischen Herrenkaste" schreibt. Sie werden dort auf Seite 410 folgenden klassischen Satz finden: „Seltsam, daß England im Krieg fünf Millionen Pfund Sterling pro Tag verbraucht, um Deutsche zu töten, und im Frieden nicht einmal pro Jahr fünf Millionen aufbringen kann, um seine eigene Not zu bekämpfen." Diese wirklich recht seltsame Tatsache, Mr. Chamberlain, wurde in einem Buche angeprangert, das bereits 1929 erschien, und zwar in London! Auch mit Lloyd Georges „Gedanken eines Staatsmannes" werden Sie sich höchstwahrscheinlich schon beschäftigt haben. Was haben Sie zu der vor mehr als zehn Jahren (!) publizierten Feststellung Lloyd Georges zu erwidern, daß England zwar das reichste Land unter der Sonne sei, trotzdem aber in diesem Land Tausende von Menschen „unter Bedingungen einer Armut, eines Elends und eines Schmutzes leben" müssen, die, nach den Worten eines alten Walliser Dichters, „die Felsen weinen machen"? Nun, das einzige, was Sie mit der Ihnen eigenen echt britischen Unverfrorenheit hierzu achselzuckend erklären dürften, hat vor einiger Zeit bereits Ihr Kollege Lord Stanley im Unterhaus mit Bezug auf die verhungernden Kriegsrentenempfänger Englands so schön gesagt: „Sie (die Notleidenden) sollen sich nur selber helfen!"
Weiter: Was der Dichter Byron 1812 als Mitglied des Londoner Oberhauses den „edlen" Lords unter die Nase gerieben hat, verdient heute auch Ihnen zugerufen zu werden: „Mögen Sie immerhin das Volk Pöbel nennen, nur.vergessen Sie nicht. Laß dieser Pöbel die Meinung des Volkes ausspricht." Das folgende Urteil Lord Byrons über die herrschenden britischen Ausbeuter und ihre Privilegien ist um so bemerkenswerter, als dieser unsterbliche Dichter seine Standesgenossen schließlich lange genug aus nächster Nähe beobachten konnte: „Seht diesen niede-rn Affenfchwarm der Kriegspüchter und der Pacht Regierer ...Sielietzen stets nur andere für sich fechten; sie blieben heim! Warum? Der Rente wegen!" Ja, Mr. Chamberlain, Sie sollten Byrons unvergänglichem Werk „Das eherne Zeitalter" ihre ganz besondere Aufmerksamkeit zuwenden, enthält es doch noch andere, immer wieder lesenswerte Wahrheiten über das „in schnöder Selbstsucht und Eier nach Gold" gipfelnde Wesen der Briten. Sollten Sie jedoch den Entschluß fassen, dieses Buch ihres berühmten Landsmannes zu verbieten, so geben wir Ihnen den Tip, auch zahlreiche Schriften Thomas Carlyles einstampfen zu lassen, hat dieser englische Philosoph doch den Briten so gekennzeichnet: „Kein ehrliches Menschengeschlecht ist. jemals zuvor in ein derart zerschlissenes Vettlergewand von Verlogenheit gekleidet gewesen." Än anderer Stelle spricht Carlyle sogar von dem „schmutzigsten Vagabundenkittel, in dem der englische Heuchler daherschreitet".
Doch kehren wir zu den Kritikern der Gegenwart zurück! „Ich möchte lieber.als richtiger Sklave in einem griechischen oder rümischen'Stadt-Staat geboren sein als in der britischen Arbeiterschaft!" Wissen Sie, Mr. Chamberlain, wer das gesagt hat? Der englische Schriftsteller Wyndham Levis in seinem Buche „Der mysteriöse John
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London und Paris verstärken ihr Säbelrasseln gegenüber Skandinavien; auch gegen Rußland werden Drohungen ausgesprochen.
Die faschistische Presse deckt verdächtige Umtriebe der Konsulate der Westmüchte in Italien aus.
Das Löwen-Geschwader des Obersten Fuchs hat bisher 70 000 Tonnen Schiffsraum versenkt und über 300 099 Tonnen beschädigt.
Ein deutscher Aufklärer wehrte sich erfolgreich über Frankreich gegen vier Eurtis-Maschinen.
Durch die großen Ueberschwemmungen in Jugoslawien sind mehr als 15 000 Personen obdachlos geworden.
Die dreitägige Arbeitstagung des Reichskolonialbundes, Gauverband Weser-Ems, wurde beendet.
Bei den deutschen Boxmeisterschaften in Königsberg wurden die neuen deutschen Meister ermittelt.
Der Fußball-Länderkampf gegen Ungarn endete im Olympia-Stadion vor 100 000 Zuschauern unentschieden 2:2.
Der VfL. Osnabrück besiegte VSV. mit 3:1; Werder unterlag in Schinkel 1:0.
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