französischer Heizer in finnlan-
vier reichlich verspätete Krankenautos der plutokraten "
los vor dem deutschen Westwall in dem niederdrückenden Bewußtsein, keiney Angriff wagen zu dürfen, weil dieser Angriff die entscheidende und furchtbarste Niederlage für Frankreich bedeuten müßte. England aber, das in den Gleisen seiner brutalen Blockadepolitik von 1914/18 über Deutschland Herr zu werden hoffte, muß sich jetzt von einem seiner eigenen Abgeordneten im Unterhaus sagen lassen, daß es bereits ein Zehntel seiner Hau» delstonnage verloren und damit an den Rand des Abgrundes eines verheerenden Rohstoff- und Lebensmittelmangels gekommen ist. Außerdem steht ihm die Wochenbilanz seiner angeblichen Seeherrschaft vor Augen, die als neuerdings beschädigt oder versenkt zwei Linienschiffe, einen Kreuzer, einen Zerstörer, fünf Voxpostenboote verzeichnet, was zu den bisher schon erlittenen Verlusten hinzugezählt, die Frage ergibt, wie viel von den großen Schiffen der berühmten Home flect überhaupt noch heil sein können und was noch übrig sein wird, wenn erst der Krieg, so wie es ja die Engländer nach Churchills jüngster Rede angeblich beabsichtigen, noch weitere zrpci oder drei Jahre andauern sollte. Mit Lügen und Ableugnen der Erfolge deutscher Bomben- flieger werden die Schiffe, die heute auf den Werften Englands gar nicht mehr alle zu gleicher Zeit repariert werden können, bestimmt nicht mehr wiedererstehen, und die versunkenen Schiffe können schon gar nicht mehr wieder zum Vorschein kommen. Sie wird kleiner und kleiner mit jedem Monat, die „stolze" Armada Englands, und mit ihr verringert sich Englands Kriegspotential, aber auch Englands Ansehen bei den 9-eutralen. Frankreich aber, dessen Blockademinister Mannet dieser Tage der Welt wissen ließ, daß es nicht die geringste Rolle spiele, wenn deutsche Frauen und Kinder nach Millionen durch- die Blockade verhungern, diesent Frankreich darf gesagt werden, daß auch ihm bestimmt nicht die Entscheidung mit der Waffe, die es so fürchtet, erspart werden wrrd, und daß die deutsche Nation den Zielen der Aushungerung der deutschen Zivilbevölkerung und der Zertrümmerung Deutschlands mit jener Kraft und mit jenem Einsatz begegnen wird. den man in Frankreich rmmer dann zum eigenen Schaden kennenlernen mußte, wenn das, deutsche Volk in sich einig war und von Männern geschichtlicher Größe geführt wurde.
Keine Männer von formst
Daß weder Englands noch Frankreichs Regierungen wahrhafte Führerpersönlichkeiten auszuweisen haben, ist eine Tatsache, die jetzt erst wieder durch den unternom-- ' menen Umbau der beiderseitigen Kabinette neu bekräftigt wurde. Die bereits sowohl in London wie in Paris ganz deutlich zum Ausdruck kommende Unzufriedenheit über die Zusammensetzung der neuen Regierungen spricht klar aus der .Kritik, vieler Blätter, am klarsten aus „Daily Herald", der unverhohlen eingesteht, daß bei der Umbildung des englischen Kabinetts nicht das persönliche Können der neu ernannten Männer, sondern deren Zugehörigkeit zur plutokratischen Kaste ausschlaggebend gewesen sei. Da übrigens auch in Frankreich nicht gerade Begeisterung über das Kabinett Reynaud herrscht, steigern sich die englischen Regierungssorgen um sein Dominium Frankreich ins Unermeßliche. Denn man sagt sich in London mit Recht, daß es vielleicht beim nächsten Kabinettswechsel in Paris nicht wieder so leicht gelingen kann, einen hundertprozentig england- hörigen Mann wie Reynaud an den Drücker zu bringen, wie es überhaupt Englands ständige Angst ist, ob es gelingt, auf die unabsehbare Zeit des Krieges Frankreich bei der Stange zu halten. Dieser Angst galt auch der bekannte Kriegsrat in der vorletzten Woche, bei dem Reynaud sich verpflichtet hat, daß Frankreich auch weiterhin das große Blutopfer des Krieges für England und seine Eeldkaste bringen wird. Wie lange es der Brutalität und Heuchelei des nunmehr Obersten Kriegsherrn in England, des Windbeutels Churchill, gelingen wird. Frankreich nach dem Willen der englischen Plutokraten zu gängeln, wird sich ja eines Tages zeigen müssen und zwar am deutlichsten dann, wenn in Parrs die letzten Hoffnungen, die Neutralen in die Kriegsfront der Westmäch'te einzureihen, endgültig gescheitert sind.
Helsinki, 7. April.
Nachdem der russisch-finnische Konflikt dank der Einsicht der beteiligten Staaten glücklich zu Ende geführt werden konnte und Finnland sich dem friedlichen Wiederaufbau widmet, tauchen jetzt plötzlich in Helsinki zwei Mitglieder einer angeblichen französischen Ambulanzabteilung auf, die unter dem Deckmantel vorgeschobener humanitärer Ziele offensichtlich die Aufgabe haben, die Finnen erneut gegen ihren großen Nachbarstaat aufzuhetzen. Der eine dieser französischen Provokateure, ein Marquis de Rancougne, soll angeblich an der französischen Nivicra, wie besonders hervorgehoben wird, die Mittel zur Ausrüstung von ganzen vier Krankenautos zusammengcschnorrt haben. Dieser edle Marquis ist anscheinend tics enttäuscht, daß für seine Krankenwagen nun keine Insassen mehr vorhanden sind. denn er erklärte provozierend, daß der Friede im finnisch-russischen Krieg von allen anderen Ländern als eine Schande angesehen werde, (!) Daß es sich bei diesen „anderen Ländern" nur um die plutokratischen Westmächte handelt, dürfte allen Finnen nach den gemachten Erfahrungen klar sein.
Frankreich sabotiert neutrales kilsswerk
Brüssel, 7. April.
'Der „Standaard" veröffentlicht eine Meldung, in der es heißt: Auf Vorschlag des Präsidenten des Verbandes der belgischen Sportfliegor, des Kommandanten Graf Arnold de Looz-Corswarem, ist in Brüssel eine Zentrale eingerichtet
fremdländische Militärattaches besichtigen die Westfront
Berlin, 7. April.
Der Führer hat verfügt, daß den in Berlin beglaubigten Militärattaches sowie einer Reihe von Lust- und Marine- attaches die Gelegenheit geboten wird. Teile des Westwalles zu besichtigen und Truppenteilen an der Front einen Besuch abzustatten. Die Vertreter der fremden Wehrmächte reisen demnächst unter Führung des Leiters der Attachsgruppe mit Sonderzug zur Front ab.
deutsch- spanisches Luftoerkekrsobkommen
Madrid, 7. April.
Im Außenministerium fand die Unterzeichnung eines Sondcrabkommens zwischen der spanischen und der deutschen Rcichsrcgierung über die Schasfung und dem Dekret von Luftverkehrslinien zwischen beiden Ländern statt. Die Vcr-
worden, wo die Verwandten der im Kriege gefallenen und gefangenen englischen und deutschen Flieger Nachrichten empfangen können lind durch deren Vermittlung sie mit den Gefangenen in Briefwechsel treten können. Nachdem am 16 Oktober ein Aufruf an die kriegführenden Länder gerichtet worden war, haben bereits im November die englischen und die deutschen Fliegerverbände die Gelegenheit ergriffen und auf alle Fragen geantwortet. Der Aero-Club von Frankreich hat bis jetzt aus das Angebot des belgischen Clubs nicht geantwortet, so daß die deutsche Vereinigung, nachdem sie bereits Informationen über 84 französische Flieger gegeben hat, ihre Mitteilungen bis auf weiteres ein
stellte."
Die Franzosen haben also mit ihrem unglaublichen Verhalten ein neutrales Hilsswerk sabotiert, das in der ganzen zivilisierten Welt als den Geboten der Menschlichkeit ent
sprechend gewürdigt wird.. Fest steht, daß dadurch das französische Volk selbst getroffen wird.
Pittman lebn» Weißbuch-Untersuchung ab
Washington, 7. April.
Der Vorsitzende des Außcnausschusses des USA.-Scnats
Pittman lehnte die Forderungen nach einer parlamentarischen Untersuchung der im deutschen Weißbuch enthaltenen Be
schuldigungen ab, denn es sei „unklug, nicht authentische (!!) Veröffentlichungen kriegführender Mächte zum Gegenstand heftiger Debatten in den Vereinigten Staaten zn machen, wo man sich so friedlicher Verhältnisse erfreue."
lautbarung des Autzenministeriums hebt, hervor, daß das Abkommen für beide Rationen außerordentlich günstig sei und wirkungsvoll beitrage zur Wiederherstellung des normalen Luftverkehrs und zum Ausbau der guten Beziehungen zum deutschen Reich.
Zwei vomben ins Wasser
Berlin, 7. April.
Das britische Luftfahrtministerium hat behauptet, daß am 4. April nachmittags in der Nähe von Wilhelmshavcn ein deutsches Kriegsschiff mit Bomben angegriffen und daß weiter südlich davon vier deutsche Zerstörer ebenfalls durch Flugzeuge angegriffen wurden. Hierzu kann festgestellt werden, daß die gesamte Meldung frei erfunden isst Am 4. April nachmittags ist lediglich ein britisches Flugzeug in der Gegend der Elbemündung eingeslogcn. Dort hat es infolge der heftigen Flakabwehr zwei Bomben ins freie Wasser geworfen, ohne daß irgendein Ziel in der Nähe war.
8sdl nscd lochen!
Die Engländer setzen sich heute mit herzzerreißender Inbrunst für die „Freiheit der kleinen Völker, die Rechte der Unterdrückten und das Leben der geknechteten Nationen" ein. Es gibt keine bessere Antwort auf die heuchlerische Verlogenheit als die Worte des Engländers Richard Pricc, der angesichts der Raubzüge LÜarren Hastings seinen Landsleuten zurief:
„Viksneiet eure blicke nsck Inckisn! vor! ksbsn, sngsksuslt Uurck plünUsrungsruckt un«> krobsrungsgisr knglsnUsr gsnrs Ilönigrsicks entvölkert unck viele Millionen »ekuIUIoss Msnscksn ckurck Nsub un<> Untsrelriickung rckLncllick ruiniert. 0i« Gerechtigkeit «lsr blntion kst sngssickls clisrer Verbrechen gsrchleksn!"
Englands „Gewissen" erwacht nur dann» wenn ihm die Taten anderer Völker nicht passen. Seine Verbrechen vergißt es mit einer überraschenden Gedächtnisschwäche. Doch diese Bemühungen sind heute erfolglos, denn
ünglanäs Lnskeutortuin ist 4uroksoI»««II
lliurchills lrost
Churchill hat sich Mühe gegeben, sowohl den ihm seelenverwandten Bitten als auch den mit, dem Kriege immer noch nicht ganz einverstandenen Franzosen möglichst nach dem Munde zu reden. Nicht mehr hofft er aus eine rasche Beendigung des Krieges, spricht im Gegenteil von einer intensiveren Gestaltung des Kampfes und gibt etwas verschämt zwar aber immerhin zu. daß England durch die Kriegserklärung an Deutschland in einen Kampf von furchtbarem Charakter eingetreten sei. Auf Prüfungen und Leiden, viel größer als sie bis jetzt der Krieg England und Frankreich brachte, bereitet er die von ihm und Chamberlain sowie von der Judenclique Londons und Paris in das Unheil des Krieges gestürzten Völker schonend vor, wobei er ihnen durch einen geradezu lächerlichen Vergleich der Vevölkerungsziffer Deutschlands auf der einen Seite und Englands und Frankreichs auf der
anderen Seite, den Trost auf ein siegreiches Ende des Krieges für die 110 Millionen Briten und Franzosen über die 70 Millionen Deutsche zu spenden versucht. Die übrigen 16 Millionen Deutsche, die seit der Eingliederung Oesterreichs, des Sudetenlandes, des Memel- landes, Danzigs, der Baltendeutschen und der Deutschen in Polen in das Reich der deutschen Wehrmacht zur Verfügung stehen, will Churchill nicht anerkennen, hätte aber bereits aus dem polnischen Feldzug erkennen müssen, welch ganz erhebliche Schwerthilfe und Zuwachs an militärischer Stärke,
Deutschland allein schon durch die ostmärkischen Divisionen erhalten hat. Im übrigen sei es Herrn Churchill gesagt, daß die Zahl in einem entscheidenden
Kriege, wie dieser ist, niemals den Ausschlag geben kann, sondern einzig und allein der Geist, der die Kämpfenden erfüllt. Und von diesem Geist, so müßte man meinen, bat Churchill nicht allein im Polcnkriege, sondern auch bereits in den ersten sieben Monaten des Krieges an der Westfront und vor allem des
Krieges zur See genügsam verspürt, um wissen zu können, auf welcher Seite der Sieg sein Banner aufgeschlagen hat. Daß dem so ist, darüber kann gerade nach Churchills Reden kein Zweifel mehr walten, weil sonst Churchills Lügenlippen nie das bezeichnende Ein-
Die amtliche Erneuerungsfrist bislang gespielter Losnummern endigt
Freitag, 12. April d. I.
Sie Deutsche Reichslotterie
geht auch während des Krieges unverändert weiter. Verlosungskapital:
Wer«««» Millionen RM
Lose l. Klasse m Vremen
*/s */» */s
Ooppellos -- 48 Zkacbss 1.0! - 72 lü/ork
bsi cisn Ltooiliclisn l.ottsns-siinnskm8rr>:
kr. 4kksrmonn
koimkosstr.-kcks
V/ilksIm Oscar krvns
Obsrnstr. 27
0. ksricisn d4orkt IZ-lä
V/oltsr Lostks j l.iekkrciusnkirckk. 10-11
tlsinrick l.üks 6oulsnstr. 12
geständnis entfahren wäre, daß der Krieg anders laufen würde, wenn alle Neutralen sich auf ein gegebenes Zeichen hin in die Front der Westmächte einreihen ließen. Das nämlich ist die letzte Hoffnung der an ihrem Siege bereits verzweifelnden Westmächte.
Ultimatum an Skandinavien
Mit Waffengewalt, das sehen Churchill sowohl wie Herr Chamdenain ein, ist Deutschland überhaupt nicht zu besiegen. Diese Lrtennmis ist es ja, die die Plutokraten an der Seine und Themse zur Zeit geradezu in überstürzter Hast alle Fäden ihrer heimtückischen Diplomatie ziehen läßt, um sämtliche Kräfte zu mobilisieren, von denen man eine Förderung des Kriegsausweitungs- gedantens auf die Neutralen erwarten zn können glaubt. Erpressungen und Drohungen mit Truppenlandungen in Skandinavien sowie die für morgen angesagte Jn- siruktionsstunde der britischen Balkanagenten (alias Botschafter bei den Balkanländern), von deren erhöhten Rührigkeit man die Durchkreuzung der wirtschaftlichen Bindungen zwischen Deutschland und den Balkanländern erhofft, sollen die bisher mit so geringem Erfolg gegen Deutschland verhängte Blockade endlich wirksamer werden lassen. Dabei übersieht man in London und Paris nur das eine, daß, aufgeklärt durch die von Deutschland den Westmächten erteilten schweren Schläge, die Neutralen allmählich die Angst vor den dreisten Drohungen Londons und Paris verlieren mußten, weil sie die Schwäche der beiden Imperien inzwischen erkannt haben und, ihrer eigenen Kraft bewußt geworden, es ablehnen, ihre Völker als Soldknechte Englands in den Krieg gegen Deutschland zu schicken. Da ihnen zudem nicht unbekannt ist, wie England nach dem Siege mit seinen Verbündeten umzugehen pflegt, ist dies für die Neutralen gewiß nur ein Grund mehr, um' England und Frankreich den von ihnen vom Zaun gebrochenen Krieg allein ausfechten zu lassen. Um nun wenigstens mit Pfunden die Neutralität dieser Staaten zu durchlöchern, war England, nach den Worten Chamberlains, bisher bemüht, auf dem Wege von Handelsabmachungen die Neutralen zur Abkehr ihrer vertragsmäßigen Pflichten, die sich aus, Handelsabkommen mit Deutschland ergeben, zu bewegen. Erze, Fette, Oele, kurz alles, was von solchen Neutralen Deutschland geliefert, wird, will England aufkaufen, nur, um diese Erzeugnisse nicht nach Deutschland gelangen zu lassen, und wenn die Neutralen nicht die Garantie übernehmen wollen, ihren Handelsverkehr mit Deutschland zu beschneiden, dann sollen sie, nach des „trefflichen" Greises Chamberlain Wunsch, selber von jeglichem Handelsverkehr über die Meere, also von allen Zufuhren zur See abgeschnitten werden. Wie ernst es England mit dieser Erpressung der Neutralen ist und wie wenig ihm hierbei wieder einmal sein heuchlerisches Vorgeben, für die Kleinen und Schwachen zu kämpfen, wert ist, das zeigt auch die weitere Chamberlainsche Ankündigung, wonach bereits die englische Flotte Vorkehrungen getroffen hat, dem neuen Kurs der Westmächte entsprechend zu verfahren. Das zeigen vor allem die von dem französischen und englischen Außenminister den Gesandten Norweqens und Schwedens in London und Paris überreichten Noten, die, wie man weiß, in unverschämt ultimativem Ton gehalten sind. Vergeblich versucht die so verdächtig einheitlich abgestimmte französische und. englische Presse, die Bedeutung dieser Notenüberreichung zu baaatellisieren und den Eindruck zu erwecken, als wenn es sich um eine ganz nebensächliche, ganz allgemeine Angelegenheit bandele. Wir wissen, daß hier ein stark vorgetriebener Versuch zur Kriegsausweitung im Norden in letzter Minute, zur Einbeziehung Skandinaviens in die Feindiront, unternommen wurde und daß der Inbalt der Noten nichts anderes bedeutet als der Niederschlug dessen, was Cbur- ckiill in seiner berüchtigten Rundfunkrede vorher den Neutralen drohend zu verstehen gegeben hat.
kntlarvte Keuch-lei?
„Wenn die Dänen. Norweger und Schweden weiterhin Handel mit Deutschland treiben wollen, muß man
sie völlig von den lebenswichtigen Zufuhren aus den übrigen Teilen der Welt abschneiden", so ruft England aus Wut über die Abwehr det Neutralen, in den Krieg hineingezogen zu werden, in die Welt hinaus. Die Neutralen ihrerseits weisen darauf hin, daß doch England und nicht die Neutralen mit Deutschland Krieg führen wollten. Daß es England darauf abgesehen hat, sich billige Kriegserfolge gegen die, ihr souveränes Recht verteidigenden Neutralen zu verschaffen, an Stelle der für die Westmächte völlig ausgebliebenen Kampferfolge gegen Deutschland, hat man vielleicht bei den Neutralen noch nicht gänzlich begriffen. Was aber die Neutralen begriffen haben sollten, ist die Heuchelei, die jeden urteilsfähigen Menschen anwidert, die Heuchelei, die in der immer wiederholten Behauptung liegt, England und Frankreich führten den Krieg für die Kleinen und Schwachen, die, wie Churchill sagt, das Unglück haben, „Deutschlands Nachbarn zu sein". Die Geschichte von dreihundert Jahren zeigt aber doch, daß das Unglück immer die Völker verfolgt hat, die dem Machtbereiche Englands zunächst gelegen waren. Oder gibt es einen anderen Grund der heutigen Bedrängnis der Neutralen als die Tatsache, daß sie Englands Nachbarn sind? Verlangt denn nicht England von ihnen, ihm zu helfen Deutschland niederzuzwingen? Und ist es etwa nicht gerade dieses Deutschland, das sie davor warnt, sich ihrer Neutralität zu begeben? Daß es ohne den Einmarsch englischer Truppen in Skandinavien gar nicht denkbar ist, den den Engländern so schwer im Magen liegenden schwedischen Erztransporten die Fahrt nach Deutschland zu verwehren, sagt den Engländern die sonst sehr demokratische „Berlinske Aftennavis" auf den Kopf zu, während die Kopenhagener „Politiken" in ihrer Stellungnahme gegen die englischen Vergewaltigungspläne Skandinaviens sogar soweit geht, den Engländern ins Gesicht zu schreien, daß ein Vorgehen gegen die Neutralität des Nordens nur Deutschland zum Vorteil ausschlagen muß. Das Blatt, das einsieht, daß die Vlockadeanstrengungen gegen ein Deutschland, das nicht auch vom Osten her von seinen Zufuhren abgeschnitten werde, vergeblich bleiben müssen, ladet die Alliierten ein, doch endlich die mili, tärische Entscheidung, und zwar an der Westfront, zu suchen, da an allen allenfalls noch entstehenden Fronten Deutschland doch der überlegene Teil sein würde.
rief gesunken!
Man erkennt, es sieht bei den Westmächten nach allem anderen eher als nach einem Siege aus, und General Jronside, der Chef des englischen Eeneralstabes, mag alle Hoffnungen auf die Niederlage der „jungen deutschen Wehrmachtsführer" fallen lassen. Daß sie ihre Aufgaben zu lösen verstehen, haben sie in Polen und in den vergangenen sieben Monaten an der Westfront zu Lande, zur See und in der Luft bewiesen. Was aber (zur Beruhigung des gleich dem Reiter über dem Bodensee nachträglich noch zitternden alten Jronside) zu beweisen wäre, das ist, daß auch die englischen Heerführer die Geschäfte des Siegens verstehen. Im Weltkriege, wo die heute schon alten Knacker noch jünger waren, verstanden sie dieses Geschäft nicht, und ihre Truppen wurden von den Deutschen geschlagen, wo es zum Kampfe kam. Heute werden jene Grauköpfe bestimmt nicht gescheiter und genialer geworden sein, sonst hätten sie sich nicht, entgegen der Warnung im Sprichwort, wonach Alter vor Torheit nicht schützt, nach der eigenen Aussage des alten Jronside mutwillig in den Krieg gegen Deutschland gestürzt, auf den sie nicht vorbereitet waren. Nun sie die Folgen ihres Dummenjungenstreichs — für uns und die Geschichte bleibt es ein Verbrecherstück — mehr und mehr erkennen, sollen ihnen die Neutralen helfen. Tiefer gesunken schon vor dem endgültigen Fall ist wahrhaftig im Verlauf der ganzen Weltgeschichte nach keine Nation gewesen als die britische. Schande über sie und tausendfach Schande über ihre führenden Männer!
,.Z«L «iteee/"
—- sagte der englische Generalstabsches zu« Weltpresse
»Ich zittere", hat — wie Reuter meldet — der englische Generalstabsches General Jronside bei einem Empfang der Pressevertreter aus aller Welt gesagt, „ich zittere, wenn ich baran denke, was hätte passieren können, wenn die Teutschen sofort bei Kriegsbeginn angegriffen hätten, als wir tatsächlich überhaupt noch keine Armee, besaßen." Er hat damit nicht nur sich, sondern auch seiner Regierung gerade kein hervorragendes Zeugnis ausgestellt. Tenn was kür ein Leichtsinn mutz dazu gehören, wenn ein verantwortliches Kabinett das Volk in einen Krieg treibt, ohne eine ausreichende Armee zu haben, so daß der Ehef des Großen Gdnerälstabes schon beim Gedanken daran in den Knien weich wirbt Sich langsam erholend, ging der General dann dazu über, die Armeen der Westmächte mit dem deutschen Heer zu vergleichen, wobei natürlich die Engländer und Franzosen besser abschnitten. Er gab zwar großzügig zu, die deutsche Armee sei eine „wunderbare Kriegsmaschine", sie besitze jedoch nicht einen einzigen Mann, der den letzten Krieg in einem höheren üls im Hauptmannsrang mitgemacht habe, während die Engländer und die Franzosen „eine große Zahl erfahrener Führer aus dem letzten' Krieg" besäßen. Abgesehen davon, baß diese Feststellung nicht ganz stimmen dürfte, kann uns dieser Dorwurs nur erheitern^ D ledeutsche Führung i st jung, Gott sei Dank, in der Wehrmacht wie im Staat. Das ist es ja ge-, rade, was sie so vorteilhaft von den verkalktem Ansührern der Plutokratien unterscheidet. »Ich kenne", so suhr der britische Generalstabsches fort, „die meisten deutschen Armeesührer,. ich bin aber sicher, daß sie sehr peinlich betroffen sein' würden, wenn man ihnen den Befehl erteilt, vorzus rücken". Wer dann peinlich betroffen wird, mögen andere, feststellen, eins wissen wir jedenfalls, daß deutsche Generale noch nie gezittert haben. Was den Befehl zum Angriff angeht/ darf man wohl darauf hinweisen, daß ja nicht Deutschland, sondern die Plutokratien den Krieg erklärt haben. Auch die. Sorge um die Moral der deutschen Truppen hinter dem Westwall wollen wir dem zitternden Generalstabsches gern abnehmen. Er dürfte wohl genug damit zu tun haben, auf die: Moral des englischen Expeditionskorps zu achten, daß es bisher für richtig hielt, sich hinter der Maginotlinie herumzm drücken. Im übrigen hat das deutsche Heer in Polen zur Genüge bewiesen, in welcher moralischen Verfassung es ist. eist Beweis, den gerade die Engländer noch schuldig sind. Und endi lich: In puncto deutsche Angriffe können sich gerade wohl die Engländer am wenigsten beschweren. — Und nun kommt das Schönste an der Geschichte: Reuter erzählt nämlich, die An-; spräche Zronsides sei „infolge eines Irrtums des Jnsorma- lionSministeriumS" zustandegekommen. Dieses Ministerium habe nämlich einem amerikanischen Journalisten den Zutritt zum Generalstabsches gestattet. Ueber „diesen unfairen Vor-' gang" hätten sich andere Pressevertreter beschwert, so daß der Kriegsminister General Jronside gebeten habe, zur ganzen Presse des neutralen Auslandes zu sprechen. Der so übersallene- General hat also aus Versehen (!) der Weltpresse erzählt, daß und warum er zittert!
Das in kürzester Frist bereits plastisch gewordene Zittern des Generals Jronsidö hat sich inzwischen auch auf das britische Lügenministerium und die englischen Zeitungen übertragen, wo man jetzt über da? „Zittern" zittert. Wie sich nämlich herausstellte, hatte Jronside sein spaßiges Interview in der Annahme gegeben, daß es nur als Material für Ar-' titel in amerikanischen Zeitungen Verwendung finden würde. Als seine Erklärungen dann plötzlich auch im „Daily Expreß" erschienen, war man im „Jnsormationsministerium'^ entgeistert. Der „Daily Telegraph" nimmt zu diesem Vürfall in einem Kommentar unter der Ueberschrift „Die Wunde der Unwissenheit" Stellung. Das englische Jnsormationsministerium, meint dieses Blatt, sei recht unwirklich getauft. Biet besser könne man es das Ministerium ohne Information nennen. Obwohl es sich nämlich mit der Nachrichtenverbreitung durch die Presse zu befassen habe, gebe es im ganzen Ministerium niemanden, der die Bedingungen kenne, unter denen ein Nachrichtendienst arbeite. Das sei auch bei dem Jronside-Jnterview wieder zutage getreten, über das niemand mehr erstaunt und bestürzt gewesen sei als der Jnformationsminister.
De« ME-^«8 Eiis»
Sind für den „Marsch nach Berlin" deutsche Sprachkenntnisse erforderlich?
Amsterdam, 7. April.
Der Gefreite Dillon, der, wie fast alle englischen Soldaten, die Maginotlinie nie gesehen hat und sich in einer britischen Garnison besindct, trägt schwere Sorgen mit sich herum. Er richtete an die offizielle Zeitschrift der englischen Rundsunk- gesellschaft, die „Radio Times", einen Offenen Brjes, in dem er fordert, man solle nicht nur französischen, sondern auch deutschen Sprachunterricht über Rundfunk gebew. Warumst „Damit wir Deutsch können, wenn wir Zu Deutschland ein-( marschieren." Die Zeitschrift veröffentlicht diese Mist ^ unter, der Ueberschrift: „Nach Berlin!" — Wirr wollen dop , Gesreitest Dillon daran erinnern, daß die wenigen Engländer, die sich bisher an der Westfront haben blicken lassen, bereis Gelegen-, heit zu intensivem deutschen Sprachstudium diesseits des Westwalles gefunden haben. Sollte der Gefreite Dillon Lust haben, ebenfalls auf diese Weise nach Berlin zu marschieren, mag er nur kommen. Unbedingt notwendig sind aber deutsche Sprachkenntnisse für einen solchen Besuch nicht. Die polnische Armee ist auf ihrem Marsch nach Oder und Rhein ganz "gut ohne sie ausgekommen. Die Sprache der deutschen Waffen ist so unmißverständlich, daß auch der Gefreite Dillon ohne einen besonderen Sprachkursus des englischen Rundfunks sie begreifen und verstehen lernen wird.
Me kinheitsausslucht:
Der Photograph war der Sündenbock!
Brüssel. 7. April.
Die französischen Blätter haben sich endlich auf eine gemeinsame Version geeinigt, um den großen Reinfall, der durch die Veröffentlichung der Landkarte Neynauds verursacht wurde, zu verwischen. Sie bringen, allerdings zum größten Teil an ziemlich verborgener Stelle und unter Ueberschriften wie „Viel Lärm um nichts" die nunmehr ausgegebene offizielle Vertuschungsversion, daß die Karte , von dem betreffenden Photographen „ungeschickt und oberflächlich retuschiert" worden sei. Tage hat also der sonst so wendige gallische Geist gebraucht, um nach verlegenem und bestürztem Gestammel, diese reichlich kümmerliche EinheitSausslucht zu findcn. Der peinliche Rein- sall ist damit, nicht mehr zu vertuschen, ,
Eine Anzahl französischer Pressevertreter wurde Freitag in das Bürv des Ministerpräsidenten Reynaud geladen, wo ihnen eine Landkarte gezeigt wurde, die angeblich die gleiche sein sollte, wie die auf der so berühmt gewordenen Photographie der Pariser Zeitschrift' „l'Jllustration" dargestellt: Die Journalisten müßten, wie sticht anders zu erwarten war, feststellen, daß die ihnen gezeigte Karte „ein altes Modell ist, das weder dem Anschluß noch best daraus folgenden politischen Bcrände- . rungcn in Europa Rechnung trägt".
USfl. sollte nicht die Wahrheit erfahren
Rewhork, 7. April.
„Newhork Times" bestätigt am Freitag, daß die Pariser Zensur aus dem von diesem Blatt veröffentlichten Lichchild von Sumner Welles und Reynaud die Europakarte herausgeschnitten hat.
Die gute Ligaretts s^imeckt am besten obne ^lunclstllclL*)
*)
lMik dem zunehmenden Verständnis für kennerhaften Tabakgenuß hat sich die „Mode" des aus Gold, Kork oder gar Rosenblättern bestehenden Mundstücks weitgehend überlebt.
Druck- uuö Vvrlax „Sremsr 2situuL" NS.-Oauvvrlae Vsisr- Dws 6, m. b. N„ krsmso. VsrIeZ:s6irsktor: Luxo Lädiere ktsuvtsakriktlsltsr: «lokarm 6, Distrieb; stsllv, blaupt-
sebrlktlsltsr: ^Vilbslm ^btiyL; Dbsk vom Dienst uuä vsr- autreortliok kür Politik; DuZolk ziiillsr; kür l-oksles uns 8116er: Nsinr '1'iseker; kür 8port. Ni«6sr6sut»oks Auocksvbeu und Nauäsi: Ruäolk zisxsr; kür Kulturpolitik uuä llotsr- baltuux: Rslukarä Dverv^v; «awtUod iu krswsv, Vsrllusr 8ebriktIsituuA: 6rek Kslsodgok. Berlin «z. Vsrsutvort- liclisr ^ursixsulslter: Norbert 8terks. Lrsmsu. DLItle ab 1L: öavuar 1810 Preisliste Nr. 9.