Ausgabe 
(2.4.1940) Nr. 90
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

Erscheint 7mal SSchentllch

Monat-bezug Ml 2LV elnschl Zu­stellgebühr; PostbezuaSprei« monotl. SL0 E leinschl. 28,7 ^ Post- zelningSgebühr) zuzüyl. 42 Be­stellgeld. DezuySprelS ist im voraus ahlbor. Postscheck' Hamburg 17272. Eine Behinderung der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch aus Rückzahlung des Bezugspreises. Verlag: N8.-Gouverlay Weser- EmS Gmbtz-, Bremen. Teeren 8-8. Femspr.: 84121, Nachtr. u. Sonnig. , 11 15. Spr e ch z.: Verlag: werktl. 12—18 Uhr: Schriftleitung Diens­tag und Freitag 12»/»—1'3»/, Ubr.

vttMi Zellum

partLimnNiche Tageszeitung

vas Amtsblatt des Negierenden Vürgermeisters der Freien Hansestadt Nrem«,

Anzeigen - Grundpreise?

Die 1 moa hohe und 22 nun breite Zeile im Anzeigenteil 13 Die 78 mw breite und 1 mm hohe Zeile

im Terttell 75 Ermäßigte

Grundpreise (für kleine, Familien- anzeigen u. a.i sowie sonstige Be­dingungen Preisliste 8 Nachlaß- stafsei O Für Anzeigen durch den Fernsprecher keine Gewähr. An­nahmeschluß 1k Uhr. Geschäfts­

stellen: InBremen: Am Geeren Nr 6/8. Fernspr. 5 41 21. Nochtruf und sonntags' Fernsprecher 51115; Obernstraße 86, Fernspr. 8 4121. 8n Svke, Mühlendamm Nr. 2.

der Nationalsozialisten Vrernens

flmtliches Verkündungsblatt des Neichsstattdalters in oidenburg und Vremen

Nr. S0 / 10. Jahrgang

Dienstag, 2. flprii 1940

Einzelpreis 13 Npf.

iluslandslournallsten übmeugten sich

tinstkhtnahme in die Originaldokumente des früheren polnischen flußenministeriums

Wachsende vestürzung der kntlarvten

Wie der amerikanische votschaster vullitt gegen den frieden arbeitete

die AaA-este 5 N«

Wer andern eine Grube gräbt ....

«. klü. Bremen, 2 . April.

Rewhork, 2. April.

„ Mehrere Newhorker Blätter veröffentlichen eine United- Pretz-Meldung aus London, die einem direkten Eingeständnis der Echtheit der deutschen Dokumentenverösfentlichung durch polnische Kreise in London gleichkommt. Auch wird in diesem Zusammenhang betont, daß einige Berliner Korrespondenten ausländischer Blätter die Originaldokumente im Berliner Auswärtigen Amt gesehen haben.

Mit dieser Veröffentlichung habe sich der deutsche Erfolg auf politischem Gebiet beträchtlich erhöht, während gleichzeitig jen­seits des Ozeans eine lebhafte Debatte über die Verantwor­tungen ausgebrochen sei. Die öffentliche Meinung in Amerika werde sich fragen, ob Vullitt und seine Kollegen aus ihry eigene Verantwortung oder auf Anweisung von Washington gehan­delt hätten. Die Darlegungen des Weißbuches dürften aber auch den Westmächten äußerst unangenehm sein, deren ge­heime Kriegtreibereien heute aus Licht gekommen und dem öffentlichen Urteil preisgegeben seien.

Zwei wettere Vokumenle des Weißbuches

Berlin, 2. April.

Aus der Dokumentensammlung deS Auswärtigen Amtes, deren erste Folge aus 16 Dokumenten besteht, bringen wir heute die Dokumente 4 und S zur Veröffentlichung.

DokumsnL 4

Leräedt ckvs polnischen Rotscliakters in Washington, Kraken > 1 or 2 ^ kotochi, an äsn polnischen Butten minister in Warschau von, 21. Xovvmber 1938

Botschaft

der Republik Polen Washington, den 21. 11. IS38.

in Washington

Vetr.: Unterredung mit Botschafter Vullitt An den

Herrn Außenminister

in Warschau.

Vorgestern hatte ich eine längere Unterredung mit dem Bot­schafter Vullitt, der hier in Urlaub ist.

Eingangs bemerkte er, daß sehr herzliche Beziehungen ihn mit dem Botschafter Lukasiewicz in Paris verbinden und daß er mit ihm sehr gerne verkehrt. Da Vullitt den Präsidenten Roosevelt über die internationale Situation in Europa stän-

Ver große krfolg unserer Jagdflieger

Wertvolle Austlärungsergebnisse / Bericht des OKW.

Berlin, 2. April.

Das Oberkommando der Wehrmackit gibt bekannt: „Im Westen geringe Spähtrupptätigkeit und schwaches Artillerie­feuer. — Südlich Saarbrücken über französischem Boden kam es am Nachmittag des 31. März zu verschiedenen größeren Luftkiimpsen zwischen deutschen und französischen Jagdslug­zeugen. Trotz zahlenmäßiger Ucberlegenhcit der Franzosen schössen die deutschen Jäger ohne eigene Verluste sieben to- rane-Flugzeuge ab. — Tagsüber wurde über Ostfrankreich und der Nordsee bis zu den Shctland-Jnseln aufgeklärt. Die ein­gesetzten Flugzeuge kehrten mit wertvollen Ergebnissen un­versehrt zurück."

dig informiert, und vor allem über Rußland, werden seine Mitteilungen vom Präsidenten Roosevelt und dem Staats­departement mit großer Aufmerksamkeit aufgenommen. Vullitt spricht lebhaft und interessant. Jedoch entspricht seine Reaktion auf die europäischen Ereignisse mehr der Ansicht eines Jour­nalisten als Politikers, da er in seiner Unterhaltung die ganze Skala der sehr verwickelten europäischen Fragen berührte. Aus ihnen zieht er sehr negative Folgerungen.

Vullitt zeigte in seiner Unterhaltung im allgemeinen einen großen Pessimismus. Er sprach davon, daß das Frühjahr IS3S zweifellos wiederum sehr aufregend sein wird. verstärkt noch durch das ständige Altsblitzen der Kriegsmöglichkeiten und der Drohungen von feiten Deutschlands sowie der Gefahr der un­geklärten Verhältnisse in Europa. Er stimmte mit mir «ver­ein, daß der Schwerpunkt der europäischen Frage sich vom Westen nach dem Osten verschoben habe, da die Kapitulation

Snd..2. April <PK.,

Am 31. März konnten unsere Jagdflieger im Westen mit französischen Jägern vom Typ Moräne erfolgreich bleiben, wie bereits berichtet wurde. Den feindlichen Verbänden konn­ten erheblich« Verluste beigebracht werden. In größeren Luftkämpfen trafen unsere schnellen Mcsserschmitt zahlenmäßig überlegene französische Jagdverbände die sie zum Kampf stell­ten, auseinander sprengten und aus ihren Reihen sieben Flugzeuge zum Absturz brachten. Während der Aufschlag von drei Moräne durch Augenzeugen einwandfrei bekundet werden konnte, wurden die weiteren vier Flugzeuge mit langen Rauchfahnen und schwersten Beschädigungen im Ab­sturz gesichtet, so daß auch bei ihnen außer Zweifel steht, daß sie irgendwo aus französischem Boden aufgeschlagen sind.

Die Kämpfe spielten sich in den späten Nachinittagsstnnden des Sonntag ab Zwei Staffeln eines Jagdfliegerhorstes im Westen waren hauptsächlich daran beteiligt deren erfolgreiche Flugzeugführer nach der Landung auf dem Heimatflughasen mit knappen Worten schilderten, wie sie zu ihren Erfolgen kamen.

Oberleutnant B. glückte es, in deiü nachfolgend geschilderten Luftkampf gleich zwei Moräne abzuschießen, eine Leistung, die besonders anzuerkennen ist

15.30 Uhr Start. Dumpfig ist es in Bodennähe Oben wird es etwas besser. FrontwärtS geht wie alle Tage der Flug. Immer mehr dringt die Sonne durch. Ob die Franzosen wohl noch da sind. die beim Start durch Funkspruch im Au­slug gemeldet wurden? In mehreren tausend Meter Höhe halten die Messerschmitt Ausschau.

Feindliche Fugzeuge vor uns! Von der Fnhrermaschine wird die Meldung durch Funkspruch weitergegeben. Sieben Punkte sind es, die sich am Himmel abzeichnen, harmlosen Insekten gleichend. Französische Jäger. Sie fliegen anscheinend den glei­chen Kurs. Jetzt eine große Linkskurve, und der Gegner kommt aus Gegenkurs heran.

Angriff! — Abschwung nach unten, um den Gegner von hinten zu fassen. Die Sonne steht genau im Südwesten — günstig für die Angrisssposition. Schon hacken MG.-Feuer- stöße durch die Lust. Der Führer der deutschen Jagdstaffel hat. als erster den Angriff aus die mittlere Maschine des französi­schen Schwarms begonnen. Der Franzose ist nach kurzer Feuer- folge so von MG.-Trefsern und Äanoneneinschlägen durchsiebt.

der demokratischen Staaten in München ihre Schwäche gegen­über dem Deutschen Reiche offenbart hat.

Sodann sprach Bullitt über das vollständige Nichtvorbe- reitetsein Großbritanniens zum Kriege und über die Un­möglichkeit, die englische Industrie auf die Massenkriegs- produktion, insbesondere auf dem Gebiete des Flugzeug- wesens, umzustellen. Ueber die französische Armee äußerte er sich mit ungewöhnlichem Enthusiasmus, bestätigte jedoch, daß das französische Flugwesen überaltert sei. Nach' dem, was die Militär-Experten Bullitt während der Herbstkrise des Jahres 1938 gesagt haben, würde ein Krieg mindestens 6 Jahre dauern und würde nach ihrer Ansicht mit einer völligen Zerschlagung Europas und mit dem Kommunismus in allen Staaten enden. Zweifellos würde Sowjetrußland am Schluß davon den Nutzen ziehen.

(Fortsetzung auf Seite 2)

daß er als rauchendes Rad senkrecht abstürzt und am Rande eines kleinen französischen Dorfes aufschlägt.

Nun fliegt Oberleutnant B. an. Greift sich den nächsten auS dem Schwärm heraus. Auf 100 Meter Entfernung erfolgt der erste Feuerstoß. In die vorgehaltene Feuergarbe stiegt die Moräne hinein. Dann haut die Kanone kvs. Jeder Schnitz sitzt. Auf der rechten Rumpfscite stiegen die Fetzen, spritzen die Teile ab. Knapp über die feindliche Küste kann er das eigene Flugzeug ziehen, aus der Kurve heraus sieht er die Maschine abstürzen, ruckartig nach vorn kippend — wie der Flugzeug­führer ausstcigt —, das führerlose Flugzeug noch einen tleber- schlag macht und dann nach unten stürzt. Der ist erledigt. Im Hochgehen kann Oberleutnant B aber nochmals aus die Knöpfe drücken — den Nächstliegenden Franzosen mit einem kurzen Feuerstoß beharken Die nachfolgenden Messerschmitt stoßen so­fort zu. um diesen ..angekratzten" Gegner weiter 'zu bearbei­ten. so daß er rauchend in die Tieie sackt.

Nocb stiegt die Fiihrungskette der Franzosen stur. „Draui! Drauf!" gröhlt Oberleutnant V. seinen Männern durch Funksprnch zu. Jetzt scheint man gemerkt zu haben, was vor sich geht. Doch die deutschen Jäger sitzen schon im Nacken. Don hinter her greift Oberleutnant V. den linken Rotten- mann an Schon nach ein Paar Feuerstößen mit dem MG. und acht Tchnß aus der Kanone stillt das Fahrgestell heraus, iliegt die Maschine ab. ,

Auch hier glückt es dem Piloten noch aus,zusteigen, sich am blähenden Fallschirm zu retten Der zweite Abschliß dieses An­griffes von Oberleutnant B.

Als die erfolgreiche Staffel wieder aus dem Heimatflug­hafen gelandet ist kann sie zur Freude feststellen, daß auch die andere Staffel zwei Abschüsse an diesem Nachmittag aus­weisen kann. Mit neun Flugzeugen war sie'etwas krüher ge­startet und traf über der Grenze aus etwa 20 Moräne, aus denen ein Feldwebel n.nd ein Unteroffizier je einen Gegner abschössen.

Obwohl der Franzose auch bei dieser zweiten Begegnung so zahlonmäßig überlegen war, war er nicht imstande, dem An­griff der deutschen Jagdmaschinen Stand zu halten, sondern zog es vor. das Weite zu suchen. Es scheint bei ihm b-rcits bekannt geworden zu sein, daß mit deutschen Jagdfliegern »nd ihren Messerschmitts nicht zu spaßen ist. Erfahrungen haben es gelehrt, dieser neue Schlag wird es erneut eindringlich vor Augen führen. *

si'rikr Uittldr

So schlagen deutsche Jagdflieger zu!

wie die sieben sraniösifchen slugreuge abgeschossen wurden / erfolgreiche eustksmpse über der Westfront

„Mit der Neutralität der USst. unvereinbar

flmerikanische flbgeordnete verlangen öffentliche Klarstellung über den Inffalt der Weißbuch-dokumente

Washington, 2. April.

Sämtliche Blätter behandeln weiterhin aus der ersten und den weiteren Seiten in spaltenlangen Berichten die Berliner Enthüllungen über die polnischen Dokumente sowie die Reak­tion in den Vereinigten Staaten, die zwischen empörten Rufen nach Untersuchung der schuldigen amerikanischen Diplo­maten, scharfer Kritik Roosevelts und Versuchen variiert, die kehr peinlichen Dokumente teils als gefälscht hinzustellen, reils zu bagatellisieren.

Um so bedeutsamer ist der große Leitartikel der Hüll nahe­stehenden „Washington Post". Diese lehnt sogar Hull's hundertprozentiges Dementi vöm Freitag ab, offenbar, weil sie ebensogut wie jeder Kenner der amerikanischen Außen­politik weiß, daß die Behauptungen von Potocki und anderen Polen über die Ansichten Bullitts und Kennedys zumindest grundsätzlich stimmen und weil offensichtlich Hüll dieses De­menti aus direkten Befehl seines Arbeitgebers abgeben mußte. „Washington Post" führt daher aus, es wäre nett, wenn die Angelegenheit dieser Dokumente mit Hulls Dementi erledigt wäre. Leider aber erinnere man sich daran, daß gerade erst vor einer Woche Hüll selbst seinen Gesandten Cromwell wegen ähnlicher Aeußerungen öffentlich zur Rechenschaft ziehen mußte Die deutschen Publikationen betreffen zwei amerika­nische Diplomaten, die nicht zur Karriere gehören, sonder wie Cromwell, von Roosevelt aus innenpolitische» Gründen er­nannt wurden.

Bullitt habe zwar den Inhalt des Potocki-Berichts demen­tiert und Kennedy werde vermutlich das gleiche tun, aber leider klängen die bisher bekanntgewordenen Auszüge durch­aus plausibel und sie klängen plausibel, weil Bullitt und Kennedy sich nicht als Angestellte des Staatsdepartemrts, son­dern als persönliche Abgesandte Roosevelts betrachten und daher ihm anstatt dem Staatsdepartement Gesolgschaftstreue schuldig zu sein glauben. Daher sei Hulls Dementi so unbe­friedigend, wenn es, was seine Weisungen angehe, auch dem Buchstaben nach richtig sei. Die volle Wahrheit dagegen zwinge zu dem Verdacht, daß die behaupteten Aeußerungen sehr gut die Ansichten und die Politik Roosevelts. im Gegen­satz zu der des Staatsdepartements, wiedergegeben haben mögen.

DaS Blatt verweist darauf, daß man die Dokumente nicht bagatellisieren dürfe, die erstens den Engländern

und Franzosen zeigten, daß Roosevelt sie zum Krieg an­stachelte. ohne selbst etwas riskieren zu wollen, zweitens den Amerikanern kurz vor der Präsidentenwahl bewiesen, daß Roosevelt im Streit zwischen Deutschland und Polen bereit war. in einer Weise Partei zu ergreifen, die sich mit einer völligen Neutralität nicht vereinbaren lasse. Man könne daher das Weißbuch nicht mit einem Lächeln abtun.

Große Beachtung fand auch die Sonnabend abend, zur besten Hörzeit des Rundfunks, gebrachte scharfe Rede des führenden republikanischen Mitglieds des Außenausschusses des amerika­nischen Abgeordnetenhauses, Hamilton Fish, der erklärte, das deutsche Weißbuch bestätige seine schon immer ausgedrückte Ueberzeugung, daß die Kriegshysterie in den Vereinigten Staa­ten direkt aus dem Weißen Haus stamme.

Sollte die von ihm geplante Nachprüfung die im Weiß­buch enthaltenen Beschuldigungen gegen den Pariser USA.- Botschaster sich bestätigen, so werde er im Kongreß formell beantragen, Bullitt unter öffentliche Anklage zu stellen. Auch Roosevelt sollte das gleiche Schicksal erleiden, falls er geheime Abmachungen, die Amerika in den Krieg ver­wickeln würden, mit ausländischen Regierungen getrossen habe.

Unter der Balkenüberschrift „Bullitt und Kennedy droht Senatsuntersuchnng" meldet „N ew DorkJournalAme- ricaii", daß der Bundeskongreß über die Enthüllung der ge­heimen amerikanischen diplomatischen Jntrigen in Europas Politik vor Kriegsausbruch derartig beunruhigt sei, daß obr- aussichtlich der gesamte Fall nächste Woche im Plenum des Senats und Abgeordnetenhauses ventiliert würde.

Das demokratische Mitglied des Auswärtigen Senatsaus­schusses Reynolds erklärte, dem gleichen Bericht zufolge, er wolle die Borladung Bullitts und Kennedys verlangen, damit beide unter Eid alle Hintergründe der amerikanischen Diplomatie in Europa seit Beginn der augenblicklichen Kriegs­krise aufdeckten.

„Wir alle". so fuhr er fort, „erinnern uns, daß vor Ame­rikas Eintritt in den Weltkrieg von verschiedenen euro­päischen Regierungen alle möglichen Dokumtsnte veröffentlicht wurden, die das amerikanische Staatsdepartement prompt de­mentierte. obwohl sich Jahre nach dem Weltkriegsende ergab, daß die ISIS und ISIS erhobenen Beschuldigungen im we­

sentlichen zutrafen. Bloße Pressedementis der derzeitigen deutschen Dokumente werden das USA.-Volk nicht zufrieden­stellen. Dieses Volk ist vielmehr berechtigt, klaren Wein ein­geschenkt zu erhalten. Es wünscht die Wahrheit, und zwar in aller Oessentlichkeit. Es wünscht keinerlei Geheimdiplomatie, die geeignet ist, die Vereinigten Staaten in Europas Krieg zu verwickeln. Jeder Mann weiß. daß Bullitt prosranzösisch und probritisch ist."

„Newyork Journal American" fährt dann fort: Unter Anspielung auf die im Senat beantragte Untersuchung der ausländischen Propaganda in den Vereinigten Staaten er­klärte Reynolds, der Senat sollte gleichzeitig festzustellen ver­such», was die eigene amerikanische Regierung in fremden Ländern getrieben habe. Der demokratische Senator Holt habe eine formelle Presseerklärung abgegeben, daß die Bullitt zugeschriebenen Bemerkungen durchaus mit srül^ren Aeuße­rungen .Bullitts übereinstimmten und dal>cr nicht ohne wei­teres als Propaganda beiseite geschoben werden könnten. Die Veröffentlichung des Weißbuches folge der Cromwell-Rede aus dem Fuße. Amerika werde weit besser fahren, wenn seine Botschafter und Gesandten ihre Ernennungen ihren Fähig­keiten verdankten und nicht ihren Zuwendungen zur Partei­kasse.

Die anglophile „New Herold Tribune" dagegen erklärt wutschnaubend, die stillschweigende Folgerung des Weiß­buches, daß die Vereinigten Staaten wegen der bekannten Sympathien Roosevelts für die Wcstmiichte mitverantwortlich für den Krieg seien, verdiene überhaupt nicht ernst genom­men zu werden und sei sür den deutschen Jnlandgebrauch be­stimmt. Immerhin benutzt das Blatt, das den Republikanern nahesteht, im gleichen*Atem die Weißbuchurkundcn als Argu­ment gegen die „völlige Unklarheit" der von Roosevelt in der Außenpolitik benutzten Methoden.

Untersuchung der Kriegspropaganda in USfl.

Washington, 2. April.

Der Auswärtige Ausschuß des Bundessenats hat einstimmig den Entscblietzungsantrag des demokratischen Senators Clark gebilligt, indem eine Untersuchung der innerhalb der Vereinigten Staaten betriebenen, aus Wegziehung der USA. aus der Neutralität abzielenden ausländischen Propaganda gefordert wird.

Es überrascht uns nicht, daß der schwer belastete USA.-Botschafter in Paris, Bullitt, seine deutschfeind­lichen kriegstreiberischen Aeußerungen gegenüber dem polnischen Botschafter in Washington abzustreiten versucht. Zum Wesen der Drahtzieher vom Schlage dieses kompromittierten Diplomaten gehört es, von ihren hinter den Kulissen der politischen Bühne vollbrachten „Taten" vor der Oessentlichkeit scheinheilig abzurücken. Natürlich ist es für die internationalen Hetzer fatal, daß die ganze Welt jetzt einen tiefen Blick in den „Koffer voll Instruktionen und Di­rektiven vom Präsidenten Roosevelt", das Pariser Gepäck Bullitts, tun durfte. Natürlich ist es außer- ordentlichpeinlich, daß u. a. die Aeußerung Roose­velts, die französische Armee sei die erste Verteidigungs­linie der Vereinigten Staaten, und die Erklä­rungen Bullitts zur Hintertreibung einer Verständi­gung zwischen den Achsenmächten und den Weststaaten auf Grund der hieb- und stichfesten Dokumenten- publikation des Auswärtigen Amtes von jedermann schwarz auf weiß mitgelesen werden können. Aber die Ausreden des Bloßgestellten tragen den Stempelder Lüge auf der Stirn. Die Originalberichte des polnischen Botschafters Potocki über seine offiziösen Ge­spräche mit Vüllitt sind nämlich vom ersteren eigen­händig unterschrieben und daher in jeder Beziehung authentisch. Ferner tauchen die antideutschen Dro­hungen des USA.-Botschafters auch in den unab­hängig voneinander erfolgten Meldungen der diplo­matischen Vertreter Polens in Paris und London auf. Inzwischen hat der demokratische Senator Holt fest­gestellt, „die mitgeteilten Sätze des Herrn Bullitt stimmten durchaus mit dessen sonstigen Aeußerungen iiberein", wodurch der Lügner sogar in seinem eigenen Land als solcher gebrast^dmarkt ist. Ohne uns in die Verhältnisse der Vereinigten Staaten einmischen zu wollen, verzeichnen wir noch die Forderung des demo­kratischen Senators Reynold, den „profranzösischen und probritischen Herrn Bullitt vor den Schranken und unter seinem Eide" zu vernehmen. Wieder einmal be­stätigt es sich: Wer gegen die Wahrheit anstürmt, rennt sich den Schädel ein!

Schonungslos hat der russische Außenkommissar Molotow in seiner großen Rede vor dem Obersten Sowjet den westlichen Imperialisten die Maske vom Gesicht gerissen und unterstrichen, daß die Sowjet-Union von Anfang an keinesfalls zum Helfershelfer Englands und Frankreichs bei der versuchten Durchführung der plutokratischen Politik gegenüber Deutschland werden wollte. Die Regierungen in Paris und London hätten als ihre Kriegsziele die Zerstückelung und Vernichtung Deutschlands verkündet, obschon diese Ziele vor den Volksmassen jmmer noch mit heuchlerischen Losungen der „Verteidigung demokratischer Länder" und der „Befreiung kleinerer Völker" bemäntelt werden. Gerade dieser Teil der warnenden Ausführungen Molotows hat in Paris und London erneut große Verwirrung hervor­gerufen, weshalb man sofort das Gegenteil vorzutäuschen bemüht war. Die Wut der plutokratischen Giftmischer ist ja auch allzu verständlich, hatten sie doch vor noch nicht langer Zeit alles darangesetzt, die Sowjet-Union vor den Kriegswagen Englands und Frankreichs zu spannen. Wie verzweifelt sind ihre aussichtslosen Anstrengungen, ihre Blamage in Vergessenheit ge­raten zu lassen und in amtliche Moskauer Aeuße­rungen über die Außenpolitik der UdSSR. das hineinzudichten, was diese nicht besagen! Die Mos­kauer „Jswestija" macht nun allerdings wieder­um einen dicken Strich durch die Rechnung der eng­lischen und französischen Taktiker, indem sie die eindeu­tige Abwehrstellung der sowjetrussischen Außenpolitik gegenüber den verbrecherischen Quertreibereien der West­mächte in Europa betont. Den Kriegsbrandstiftern des Westens wird ausdrücklich bestätigt, daß sie sich „grau­sam verrechnet" hätten, indem sich die Freundschafts­beziehungen zwischen Berlin und Moskau weiter ver­tiefen. Wir sind gespannt, welchen Eiertanz die Re­klamehelden an Seine und Themse nunmehr aufführen werden.

Die englischen und französischen Kriegstreiber hatten während ihres letzten Obersten Kriegsrates in London

UlIIMttIMINIIIMN»III»»NM»IIII»»»I»»»II»»l»»»»I»I»»II»I»»»»II»I»II»

Aus den Archiven deS srüheren polnischen Außenmini- steriums werden weitere, die internationalen Kriegs­hetzer schwer belastende Dokumente veröffentlicht.

Ausländischen Journalisten wurden die Originale der Dokumente vorgelegt.

Auch die amerikanische Presse steht im Zeichen der Ent­hüllungen des Auswärtigen Amtes.

Schwedens Außenminister prangerte das britische Ränke- spiel gegen Skandinavien an.

Ueber den Abschuß der sieben Moräne-Jäger liegt ein PK.-Bericht vor.

Auf einem Jugendbetriebsappell der Focke-Wulf-Flug- zeugbau-G.m.b.H. sprach unser Gauleiter Carl Röder rm Werk Hemelingen.

Die Bremer Sparkasse steht nunmehr unter den deutschen Grotzsparkassen an sechster Stelle.

Im deutschen Futzballsport stehen bereits sieben Bereichs- mecster fest.