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der Nationalsozialisten Vrernens
flmtliches Verkündungsblatt des Neichsstattdalters in oidenburg und Vremen
Nr. S0 / 10. Jahrgang
Dienstag, 2. flprii 1940
Einzelpreis 13 Npf.
iluslandslournallsten übmeugten sich
tinstkhtnahme in die Originaldokumente des früheren polnischen flußenministeriums
Wachsende vestürzung der kntlarvten
Wie der amerikanische votschaster vullitt gegen den frieden arbeitete
die AaA-este 5 N«
Wer andern eine Grube gräbt ....
«. klü. Bremen, 2 . April.
Rewhork, 2. April.
„ Mehrere Newhorker Blätter veröffentlichen eine United- Pretz-Meldung aus London, die einem direkten Eingeständnis der Echtheit der deutschen Dokumentenverösfentlichung durch polnische Kreise in London gleichkommt. Auch wird in diesem Zusammenhang betont, daß einige Berliner Korrespondenten ausländischer Blätter die Originaldokumente im Berliner Auswärtigen Amt gesehen haben.
Mit dieser Veröffentlichung habe sich der deutsche Erfolg auf politischem Gebiet beträchtlich erhöht, während gleichzeitig jenseits des Ozeans eine lebhafte Debatte über die Verantwortungen ausgebrochen sei. Die öffentliche Meinung in Amerika werde sich fragen, ob Vullitt und seine Kollegen aus ihry eigene Verantwortung oder auf Anweisung von Washington gehandelt hätten. Die Darlegungen des Weißbuches dürften aber auch den Westmächten äußerst unangenehm sein, deren geheime Kriegtreibereien heute aus Licht gekommen und dem öffentlichen Urteil preisgegeben seien.
Zwei wettere Vokumenle des Weißbuches
Berlin, 2. April.
Aus der Dokumentensammlung deS Auswärtigen Amtes, deren erste Folge aus 16 Dokumenten besteht, bringen wir heute die Dokumente 4 und S zur Veröffentlichung.
DokumsnL 4
Leräedt ckvs polnischen Rotscliakters in Washington, Kraken > 1 or 2 ^ kotochi, an äsn polnischen Butten minister in Warschau von, 21. Xovvmber 1938
Botschaft
der Republik Polen Washington, den 21. 11. IS38.
in Washington
Vetr.: Unterredung mit Botschafter Vullitt An den
Herrn Außenminister
in Warschau.
Vorgestern hatte ich eine längere Unterredung mit dem Botschafter Vullitt, der hier in Urlaub ist.
Eingangs bemerkte er, daß sehr herzliche Beziehungen ihn mit dem Botschafter Lukasiewicz in Paris verbinden und daß er mit ihm sehr gerne verkehrt. Da Vullitt den Präsidenten Roosevelt über die internationale Situation in Europa stän-
Ver große krfolg unserer Jagdflieger
Wertvolle Austlärungsergebnisse / Bericht des OKW.
Berlin, 2. April.
Das Oberkommando der Wehrmackit gibt bekannt: „Im Westen geringe Spähtrupptätigkeit und schwaches Artilleriefeuer. — Südlich Saarbrücken über französischem Boden kam es am Nachmittag des 31. März zu verschiedenen größeren Luftkiimpsen zwischen deutschen und französischen Jagdslugzeugen. Trotz zahlenmäßiger Ucberlegenhcit der Franzosen schössen die deutschen Jäger ohne eigene Verluste sieben to- rane-Flugzeuge ab. — Tagsüber wurde über Ostfrankreich und der Nordsee bis zu den Shctland-Jnseln aufgeklärt. Die eingesetzten Flugzeuge kehrten mit wertvollen Ergebnissen unversehrt zurück."
dig informiert, und vor allem über Rußland, werden seine Mitteilungen vom Präsidenten Roosevelt und dem Staatsdepartement mit großer Aufmerksamkeit aufgenommen. Vullitt spricht lebhaft und interessant. Jedoch entspricht seine Reaktion auf die europäischen Ereignisse mehr der Ansicht eines Journalisten als Politikers, da er in seiner Unterhaltung die ganze Skala der sehr verwickelten europäischen Fragen berührte. Aus ihnen zieht er sehr negative Folgerungen.
Vullitt zeigte in seiner Unterhaltung im allgemeinen einen großen Pessimismus. Er sprach davon, daß das Frühjahr IS3S zweifellos wiederum sehr aufregend sein wird. verstärkt noch durch das ständige Altsblitzen der Kriegsmöglichkeiten und der Drohungen von feiten Deutschlands sowie der Gefahr der ungeklärten Verhältnisse in Europa. Er stimmte mit mir «verein, daß der Schwerpunkt der europäischen Frage sich vom Westen nach dem Osten verschoben habe, da die Kapitulation
Snd..2. April <PK.,
Am 31. März konnten unsere Jagdflieger im Westen mit französischen Jägern vom Typ Moräne erfolgreich bleiben, wie bereits berichtet wurde. Den feindlichen Verbänden konnten erheblich« Verluste beigebracht werden. In größeren Luftkämpfen trafen unsere schnellen Mcsserschmitt zahlenmäßig überlegene französische Jagdverbände die sie zum Kampf stellten, auseinander sprengten und aus ihren Reihen sieben Flugzeuge zum Absturz brachten. Während der Aufschlag von drei Moräne durch Augenzeugen einwandfrei bekundet werden konnte, wurden die weiteren vier Flugzeuge mit langen Rauchfahnen und schwersten Beschädigungen im Absturz gesichtet, so daß auch bei ihnen außer Zweifel steht, daß sie irgendwo aus französischem Boden aufgeschlagen sind.
Die Kämpfe spielten sich in den späten Nachinittagsstnnden des Sonntag ab Zwei Staffeln eines Jagdfliegerhorstes im Westen waren hauptsächlich daran beteiligt deren erfolgreiche Flugzeugführer nach der Landung auf dem Heimatflughasen mit knappen Worten schilderten, wie sie zu ihren Erfolgen kamen.
Oberleutnant B. glückte es, in deiü nachfolgend geschilderten Luftkampf gleich zwei Moräne abzuschießen, eine Leistung, die besonders anzuerkennen ist
15.30 Uhr Start. Dumpfig ist es in Bodennähe Oben wird es etwas besser. FrontwärtS geht wie alle Tage der Flug. Immer mehr dringt die Sonne durch. Ob die Franzosen wohl noch da sind. die beim Start durch Funkspruch im Auslug gemeldet wurden? In mehreren tausend Meter Höhe halten die Messerschmitt Ausschau.
Feindliche Fugzeuge vor uns! Von der Fnhrermaschine wird die Meldung durch Funkspruch weitergegeben. Sieben Punkte sind es, die sich am Himmel abzeichnen, harmlosen Insekten gleichend. Französische Jäger. Sie fliegen anscheinend den gleichen Kurs. Jetzt eine große Linkskurve, und der Gegner kommt aus Gegenkurs heran.
Angriff! — Abschwung nach unten, um den Gegner von hinten zu fassen. Die Sonne steht genau im Südwesten — günstig für die Angrisssposition. Schon hacken MG.-Feuer- stöße durch die Lust. Der Führer der deutschen Jagdstaffel hat. als erster den Angriff aus die mittlere Maschine des französischen Schwarms begonnen. Der Franzose ist nach kurzer Feuer- folge so von MG.-Trefsern und Äanoneneinschlägen durchsiebt.
der demokratischen Staaten in München ihre Schwäche gegenüber dem Deutschen Reiche offenbart hat.
Sodann sprach Bullitt über das vollständige Nichtvorbe- reitetsein Großbritanniens zum Kriege und über die Unmöglichkeit, die englische Industrie auf die Massenkriegs- produktion, insbesondere auf dem Gebiete des Flugzeug- wesens, umzustellen. Ueber die französische Armee äußerte er sich mit ungewöhnlichem Enthusiasmus, bestätigte jedoch, daß das französische Flugwesen überaltert sei. Nach' dem, was die Militär-Experten Bullitt während der Herbstkrise des Jahres 1938 gesagt haben, würde ein Krieg mindestens 6 Jahre dauern und würde nach ihrer Ansicht mit einer völligen Zerschlagung Europas und mit dem Kommunismus in allen Staaten enden. Zweifellos würde Sowjetrußland am Schluß davon den Nutzen ziehen.
(Fortsetzung auf Seite 2)
daß er als rauchendes Rad senkrecht abstürzt und am Rande eines kleinen französischen Dorfes aufschlägt.
Nun fliegt Oberleutnant B. an. Greift sich den nächsten auS dem Schwärm heraus. Auf 100 Meter Entfernung erfolgt der erste Feuerstoß. In die vorgehaltene Feuergarbe stiegt die Moräne hinein. Dann haut die Kanone kvs. Jeder Schnitz sitzt. Auf der rechten Rumpfscite stiegen die Fetzen, spritzen die Teile ab. Knapp über die feindliche Küste kann er das eigene Flugzeug ziehen, aus der Kurve heraus sieht er die Maschine abstürzen, ruckartig nach vorn kippend — wie der Flugzeugführer ausstcigt —, das führerlose Flugzeug noch einen tleber- schlag macht und dann nach unten stürzt. Der ist erledigt. Im Hochgehen kann Oberleutnant B aber nochmals aus die Knöpfe drücken — den Nächstliegenden Franzosen mit einem kurzen Feuerstoß beharken Die nachfolgenden Messerschmitt stoßen sofort zu. um diesen ..angekratzten" Gegner weiter 'zu bearbeiten. so daß er rauchend in die Tieie sackt.
Nocb stiegt die Fiihrungskette der Franzosen stur. „Draui! Drauf!" gröhlt Oberleutnant V. seinen Männern durch Funksprnch zu. Jetzt scheint man gemerkt zu haben, was vor sich geht. Doch die deutschen Jäger sitzen schon im Nacken. Don hinter her greift Oberleutnant V. den linken Rotten- mann an Schon nach ein Paar Feuerstößen mit dem MG. und acht Tchnß aus der Kanone stillt das Fahrgestell heraus, iliegt die Maschine ab. ,
Auch hier glückt es dem Piloten noch aus,zusteigen, sich am blähenden Fallschirm zu retten Der zweite Abschliß dieses Angriffes von Oberleutnant B.
Als die erfolgreiche Staffel wieder aus dem Heimatflughafen gelandet ist kann sie zur Freude feststellen, daß auch die andere Staffel zwei Abschüsse an diesem Nachmittag ausweisen kann. Mit neun Flugzeugen war sie'etwas krüher gestartet und traf über der Grenze aus etwa 20 Moräne, aus denen ein Feldwebel n.nd ein Unteroffizier je einen Gegner abschössen.
Obwohl der Franzose auch bei dieser zweiten Begegnung so zahlonmäßig überlegen war, war er nicht imstande, dem Angriff der deutschen Jagdmaschinen Stand zu halten, sondern zog es vor. das Weite zu suchen. Es scheint bei ihm b-rcits bekannt geworden zu sein, daß mit deutschen Jagdfliegern »nd ihren Messerschmitts nicht zu spaßen ist. Erfahrungen haben es gelehrt, dieser neue Schlag wird es erneut eindringlich vor Augen führen. *
si'rikr Uittldr
So schlagen deutsche Jagdflieger zu!
wie die sieben sraniösifchen slugreuge abgeschossen wurden / erfolgreiche eustksmpse über der Westfront
„Mit der Neutralität der USst. unvereinbar
flmerikanische flbgeordnete verlangen öffentliche Klarstellung über den Inffalt der Weißbuch-dokumente
Washington, 2. April.
Sämtliche Blätter behandeln weiterhin aus der ersten und den weiteren Seiten in spaltenlangen Berichten die Berliner Enthüllungen über die polnischen Dokumente sowie die Reaktion in den Vereinigten Staaten, die zwischen empörten Rufen nach Untersuchung der schuldigen amerikanischen Diplomaten, scharfer Kritik Roosevelts und Versuchen variiert, die kehr peinlichen Dokumente teils als gefälscht hinzustellen, reils zu bagatellisieren.
Um so bedeutsamer ist der große Leitartikel der Hüll nahestehenden „Washington Post". Diese lehnt sogar Hull's hundertprozentiges Dementi vöm Freitag ab, offenbar, weil sie ebensogut wie jeder Kenner der amerikanischen Außenpolitik weiß, daß die Behauptungen von Potocki und anderen Polen über die Ansichten Bullitts und Kennedys zumindest grundsätzlich stimmen und weil offensichtlich Hüll dieses Dementi aus direkten Befehl seines Arbeitgebers abgeben mußte. „Washington Post" führt daher aus, es wäre nett, wenn die Angelegenheit dieser Dokumente mit Hulls Dementi erledigt wäre. Leider aber erinnere man sich daran, daß gerade erst vor einer Woche Hüll selbst seinen Gesandten Cromwell wegen ähnlicher Aeußerungen öffentlich zur Rechenschaft ziehen mußte Die deutschen Publikationen betreffen zwei amerikanische Diplomaten, die nicht zur Karriere gehören, sonder wie Cromwell, von Roosevelt aus innenpolitische» Gründen ernannt wurden.
Bullitt habe zwar den Inhalt des Potocki-Berichts dementiert und Kennedy werde vermutlich das gleiche tun, aber leider klängen die bisher bekanntgewordenen Auszüge durchaus plausibel und sie klängen plausibel, weil Bullitt und Kennedy sich nicht als Angestellte des Staatsdepartemrts, sondern als persönliche Abgesandte Roosevelts betrachten und daher ihm anstatt dem Staatsdepartement Gesolgschaftstreue schuldig zu sein glauben. Daher sei Hulls Dementi so unbefriedigend, wenn es, was seine Weisungen angehe, auch dem Buchstaben nach richtig sei. Die volle Wahrheit dagegen zwinge zu dem Verdacht, daß die behaupteten Aeußerungen sehr gut die Ansichten und die Politik Roosevelts. im Gegensatz zu der des Staatsdepartements, wiedergegeben haben mögen.
DaS Blatt verweist darauf, daß man die Dokumente nicht bagatellisieren dürfe, die erstens den Engländern
und Franzosen zeigten, daß Roosevelt sie zum Krieg anstachelte. ohne selbst etwas riskieren zu wollen, zweitens den Amerikanern kurz vor der Präsidentenwahl bewiesen, daß Roosevelt im Streit zwischen Deutschland und Polen bereit war. in einer Weise Partei zu ergreifen, die sich mit einer völligen Neutralität nicht vereinbaren lasse. Man könne daher das Weißbuch nicht mit einem Lächeln abtun.
Große Beachtung fand auch die Sonnabend abend, zur besten Hörzeit des Rundfunks, gebrachte scharfe Rede des führenden republikanischen Mitglieds des Außenausschusses des amerikanischen Abgeordnetenhauses, Hamilton Fish, der erklärte, das deutsche Weißbuch bestätige seine schon immer ausgedrückte Ueberzeugung, daß die Kriegshysterie in den Vereinigten Staaten direkt aus dem Weißen Haus stamme.
Sollte die von ihm geplante Nachprüfung die im Weißbuch enthaltenen Beschuldigungen gegen den Pariser USA.- Botschaster sich bestätigen, so werde er im Kongreß formell beantragen, Bullitt unter öffentliche Anklage zu stellen. Auch Roosevelt sollte das gleiche Schicksal erleiden, falls er geheime Abmachungen, die Amerika in den Krieg verwickeln würden, mit ausländischen Regierungen getrossen habe.
Unter der Balkenüberschrift „Bullitt und Kennedy droht Senatsuntersuchnng" meldet „N ew DorkJournalAme- ricaii", daß der Bundeskongreß über die Enthüllung der geheimen amerikanischen diplomatischen Jntrigen in Europas Politik vor Kriegsausbruch derartig beunruhigt sei, daß obr- aussichtlich der gesamte Fall nächste Woche im Plenum des Senats und Abgeordnetenhauses ventiliert würde.
Das demokratische Mitglied des Auswärtigen Senatsausschusses Reynolds erklärte, dem gleichen Bericht zufolge, er wolle die Borladung Bullitts und Kennedys verlangen, damit beide unter Eid alle Hintergründe der amerikanischen Diplomatie in Europa seit Beginn der augenblicklichen Kriegskrise aufdeckten.
„Wir alle". so fuhr er fort, „erinnern uns, daß vor Amerikas Eintritt in den Weltkrieg von verschiedenen europäischen Regierungen alle möglichen Dokumtsnte veröffentlicht wurden, die das amerikanische Staatsdepartement prompt dementierte. obwohl sich Jahre nach dem Weltkriegsende ergab, daß die ISIS und ISIS erhobenen Beschuldigungen im we
sentlichen zutrafen. Bloße Pressedementis der derzeitigen deutschen Dokumente werden das USA.-Volk nicht zufriedenstellen. Dieses Volk ist vielmehr berechtigt, klaren Wein eingeschenkt zu erhalten. Es wünscht die Wahrheit, und zwar in aller Oessentlichkeit. Es wünscht keinerlei Geheimdiplomatie, die geeignet ist, die Vereinigten Staaten in Europas Krieg zu verwickeln. Jeder Mann weiß. daß Bullitt prosranzösisch und probritisch ist."
„Newyork Journal American" fährt dann fort: Unter Anspielung auf die im Senat beantragte Untersuchung der ausländischen Propaganda in den Vereinigten Staaten erklärte Reynolds, der Senat sollte gleichzeitig festzustellen versuch», was die eigene amerikanische Regierung in fremden Ländern getrieben habe. Der demokratische Senator Holt habe eine formelle Presseerklärung abgegeben, daß die Bullitt zugeschriebenen Bemerkungen durchaus mit srül^ren Aeußerungen .Bullitts übereinstimmten und dal>cr nicht ohne weiteres als Propaganda beiseite geschoben werden könnten. Die Veröffentlichung des Weißbuches folge der Cromwell-Rede aus dem Fuße. Amerika werde weit besser fahren, wenn seine Botschafter und Gesandten ihre Ernennungen ihren Fähigkeiten verdankten und nicht ihren Zuwendungen zur Parteikasse.
Die anglophile „New Herold Tribune" dagegen erklärt wutschnaubend, die stillschweigende Folgerung des Weißbuches, daß die Vereinigten Staaten wegen der bekannten Sympathien Roosevelts für die Wcstmiichte mitverantwortlich für den Krieg seien, verdiene überhaupt nicht ernst genommen zu werden und sei sür den deutschen Jnlandgebrauch bestimmt. Immerhin benutzt das Blatt, das den Republikanern nahesteht, im gleichen*Atem die Weißbuchurkundcn als Argument gegen die „völlige Unklarheit" der von Roosevelt in der Außenpolitik benutzten Methoden.
Untersuchung der Kriegspropaganda in USfl.
Washington, 2. April.
Der Auswärtige Ausschuß des Bundessenats hat einstimmig den Entscblietzungsantrag des demokratischen Senators Clark gebilligt, indem eine Untersuchung der innerhalb der Vereinigten Staaten betriebenen, aus Wegziehung der USA. aus der Neutralität abzielenden ausländischen Propaganda gefordert wird.
Es überrascht uns nicht, daß der schwer belastete USA.-Botschafter in Paris, Bullitt, seine deutschfeindlichen kriegstreiberischen Aeußerungen gegenüber dem polnischen Botschafter in Washington abzustreiten versucht. Zum Wesen der Drahtzieher vom Schlage dieses kompromittierten Diplomaten gehört es, von ihren hinter den Kulissen der politischen Bühne vollbrachten „Taten" vor der Oessentlichkeit scheinheilig abzurücken. Natürlich ist es für die internationalen Hetzer fatal, daß die ganze Welt jetzt einen tiefen Blick in den „Koffer voll Instruktionen und Direktiven vom Präsidenten Roosevelt", das Pariser Gepäck Bullitts, tun durfte. Natürlich ist es außer- ordentlichpeinlich, daß u. a. die Aeußerung Roosevelts, die französische Armee sei die erste Verteidigungslinie der Vereinigten Staaten, und die Erklärungen Bullitts zur Hintertreibung einer Verständigung zwischen den Achsenmächten und den Weststaaten auf Grund der hieb- und stichfesten Dokumenten- publikation des Auswärtigen Amtes von jedermann schwarz auf weiß mitgelesen werden können. Aber die Ausreden des Bloßgestellten tragen den Stempelder Lüge auf der Stirn. Die Originalberichte des polnischen Botschafters Potocki über seine offiziösen Gespräche mit Vüllitt sind nämlich vom ersteren eigenhändig unterschrieben und daher in jeder Beziehung authentisch. Ferner tauchen die antideutschen Drohungen des USA.-Botschafters auch in den unabhängig voneinander erfolgten Meldungen der diplomatischen Vertreter Polens in Paris und London auf. Inzwischen hat der demokratische Senator Holt festgestellt, „die mitgeteilten Sätze des Herrn Bullitt stimmten durchaus mit dessen sonstigen Aeußerungen iiberein", wodurch der Lügner sogar in seinem eigenen Land als solcher gebrast^dmarkt ist. Ohne uns in die Verhältnisse der Vereinigten Staaten einmischen zu wollen, verzeichnen wir noch die Forderung des demokratischen Senators Reynold, den „profranzösischen und probritischen Herrn Bullitt vor den Schranken und unter seinem Eide" zu vernehmen. Wieder einmal bestätigt es sich: Wer gegen die Wahrheit anstürmt, rennt sich den Schädel ein!
Schonungslos hat der russische Außenkommissar Molotow in seiner großen Rede vor dem Obersten Sowjet den westlichen Imperialisten die Maske vom Gesicht gerissen und unterstrichen, daß die Sowjet-Union von Anfang an keinesfalls zum Helfershelfer Englands und Frankreichs bei der versuchten Durchführung der plutokratischen Politik gegenüber Deutschland werden wollte. Die Regierungen in Paris und London hätten als ihre Kriegsziele die Zerstückelung und Vernichtung Deutschlands verkündet, obschon diese Ziele vor den Volksmassen jmmer noch mit heuchlerischen Losungen der „Verteidigung demokratischer Länder" und der „Befreiung kleinerer Völker" bemäntelt werden. Gerade dieser Teil der warnenden Ausführungen Molotows hat in Paris und London erneut große Verwirrung hervorgerufen, weshalb man sofort das Gegenteil vorzutäuschen bemüht war. Die Wut der plutokratischen Giftmischer ist ja auch allzu verständlich, hatten sie doch vor noch nicht langer Zeit alles darangesetzt, die Sowjet-Union vor den Kriegswagen Englands und Frankreichs zu spannen. Wie verzweifelt sind ihre aussichtslosen Anstrengungen, ihre Blamage in Vergessenheit geraten zu lassen und in amtliche Moskauer Aeußerungen über die Außenpolitik der UdSSR. das hineinzudichten, was diese nicht besagen! Die Moskauer „Jswestija" macht nun allerdings wiederum einen dicken Strich durch die Rechnung der englischen und französischen Taktiker, indem sie die eindeutige Abwehrstellung der sowjetrussischen Außenpolitik gegenüber den verbrecherischen Quertreibereien der Westmächte in Europa betont. Den Kriegsbrandstiftern des Westens wird ausdrücklich bestätigt, daß sie sich „grausam verrechnet" hätten, indem sich die Freundschaftsbeziehungen zwischen Berlin und Moskau weiter vertiefen. Wir sind gespannt, welchen Eiertanz die Reklamehelden an Seine und Themse nunmehr aufführen werden.
Die englischen und französischen Kriegstreiber hatten während ihres letzten Obersten Kriegsrates in London
UlIIMttIMINIIIMN»III»»NM»IIII»»»I»»»II»»l»»»»I»I»»II»I»»»»II»I»II»
Aus den Archiven deS srüheren polnischen Außenmini- steriums werden weitere, die internationalen Kriegshetzer schwer belastende Dokumente veröffentlicht.
Ausländischen Journalisten wurden die Originale der Dokumente vorgelegt.
Auch die amerikanische Presse steht im Zeichen der Enthüllungen des Auswärtigen Amtes.
Schwedens Außenminister prangerte das britische Ränke- spiel gegen Skandinavien an.
Ueber den Abschuß der sieben Moräne-Jäger liegt ein PK.-Bericht vor.
Auf einem Jugendbetriebsappell der Focke-Wulf-Flug- zeugbau-G.m.b.H. sprach unser Gauleiter Carl Röder rm Werk Hemelingen.
Die Bremer Sparkasse steht nunmehr unter den deutschen Grotzsparkassen an sechster Stelle.
Im deutschen Futzballsport stehen bereits sieben Bereichs- mecster fest.