Ausgabe 
(29.3.1940) Nr. 88
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1.

vremerZeitiM

parteiamtliche Lageszeitung

vas Pmtsblatt des Negierenden Vurgermeisters der §reien kiansestadt Vremen

Anzeigen - Grundpreise?

Die 1 null hohe und 22 mm breite Zeile im Anzeigenteil 18 ^ Die 78 ww breite und 1 nuv hohe Zeile im Teiltest 75 Ermäßigte Grundpreise sfür kleine, Familien- anzeigen u. a.) sowie sonftiae Be­dingungen Preisliste 9 Nachlaß- staffel <2. Für Anzeigen durch den Fernsprecher keine Gewähr.. An- nahmeschluß 16 Uhr. Geschäfts­stellen: 8n Bremen: Am Geeren Nr. 6/8. Fernspr. 5 41 21. Nochkruf und sonntags: Fernsprecher 51115) Obernstraße 88. Fernspr. 5 4121. In Shke. Mühlendamm Nr. 2.

der Nationalsozialisten Vremens

pmMkffes Verkündungsblatt des Neichsstattffalters in Videnburg und Meinen

7lr. 88/10. Zalirgang

Sonntag, Zl.Morz 1S40

Linzeipreis 15 Npf.

der deutschen knthüiiungen

VsröüsritlicliunN ivsitersr cnilsslisDsrrSFSDäSr Dolrumsuts aus äsn. ^.rcliivsn äss polnischen A.uüsnininistsriums

Berlin, 31..März

Aus der vom Auswärtigen Amt der Öffentlichkeit in einem neuen Weißbuch übergebenen Reihe amtlicher polnischer Originaldokumente» die außerordentlich auf- schlutzreich für die Vorgeschichte des Krieges sind, veröffentlichen wir heute die Doku­mente Nr. 1, 5, 8, 8, 10 und 16.

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aack I-oncioa vom 2. ^prii 1935*) "

Folgendes von Mr. Eden!

Ich hatte heute nachmittag eine Unterredung mit Mar schall Pilsudski. Die Unterhaltung war nicht leicht zu führen, weil ein großer Teil der Bemerkungen des Marschalls. die er alle aus sranzösisch machte, weder für mich noch für die beiden mitanwesenden polnischen Minister ver­ständlich war. Ein beträchtlicher Teil seiner Bemerkungen be­stand auS Erinnerungen, wobei er sich nach meinen Kriegs­erlebnissen erkundigte und der britischen Armee im Kriege Anerkennung zollte.

Das politische Hauptthema, soweit es sich herausschälen lieh, war, daß er seinen Pakt mit Deutschland und Rußland habe, daß die Politik des letzteren Landes immer sehr schwer zu durchschauen sei, daß andere Nationen sie oft mißverstünden, und daß Mr. Llohd George im besonderen ein Schulbeispiel solcher irriger Beurteilung sei.

Als Beleg hiersür bezog er sich auf die von Llohd George an Denikin gewährte Unterstützung. Er, der Mar­schall, habe immer gewußt, daß Denikin niemals eine Aus­sicht aus Erfolg gehabt habe. aber Mr. Llohd George habe die Lage in trauriger Weise falsch eingeschätzt. Der Mar­schall schien zu wünschen, daß sich Großbritannien mit seinen Kolonien beschäftigen solle, statt daS schlechte Beispiel von Llohd George nachzuahmen. Wie z. B., so fragte er, ist die politische Lage in Jamaica?

Ich entgegnete, daß, wenn Europa nur so wenig Bedeu­tung hätte wie Jamaica, wir keine Sorgen zu haben brauch­ten. Ich srug den Marschall. ob er der Ausfassung sei, daß es sür Großbritannien keine Alternative zwischen Isolierung

.gebe. Der Marschall antwortete, daß seine Meinung

nach eine solche Alternative nicht bestehe. Ich sagte ihm meinerseits, daß wir nichts lieber wünschten, als Europa seinen eigenen Schwierigkeiten zu überlassen; wir hätten aber die Erfahrung gemacht, daß diese Schwierigkeiten die unangenehme Eigenschaft hätten, unser eigenes Land hinein­zuziehen. Der Marschall widersprach nicht.

Ich hatte den Eindruck eines jetzt Physisch sehr geschwäch­ten Mannes, der trotz seiner. In jedem Falle ließ

er sich nicht in eine Erörterung der politischen Tagessragen verwickeln. So wie er die Stellung seines eigenen Landes unter den gegenwärtigen Verhältnissen ersaßt zu haben scheint, ist es die eines Landes, das an den Pakten mit jedem seiner großen Nachbarn festhält und es ablehnt- sich aus eine Aenderung seiner Stellung einzulassen odcVirgend- wclche Ereignisse ins Auge zu fassen, die es nötigen könn­ten, die eingenommene Haltung zu revidieren.

*) Das in der Dokumcntenvcröffentlichung im Faksimile wicdergegebene Schriftstück wurde unter den polnischen Akten aufgefunden. Offenbar handelt es sich um ein Telegramm des britischen Botschafters in Warschau an das Forcign Otftce in London.

Dokument S

Lvriobt äes polnischen Votsebaktevs in ?ni-is, stnles I-uknsiervjes, an cken polnischen ^nllenministsv in ^Varscbau vom 17. vexember 1S38 Politischer Bericht Nr. XI/3.

Nr. 1_PV58 Paris den 17. Dezember 1935.

Betr.: Stellung Frankreichs zu Osteuropa.

An den Vertraulich!

Herrn Außenminister

in Warschau.

In Ergänzung meiner telegraphischen Berichte, die ich die Ehre hatte, Herrn Minister im Lause der letzten Woche zu übersenden gestatte ich mir, hiermit zusammenfassend meine

Meinung über die. Außenpolitik Frankreichs nach der Kon­ferenz von München und dem Besuch Ribbentrops darzu­legen.

Das wichtigste Ereignis dieses Zeitraumes war natürlich die von Minister Bannet und Ribbentrop in Paris am Ki De­zember ds. Js. unterzeichnete französisch-deutsche Deklaration.

Der französische Wunsch, die Beziehungen zu Deutschland nach der Münchener Konferenz zumindest in dem Maße aus­zugleichen, wie das England durch die Verkllndung des be­kannten Komuniquös Ehamberlain-Hitler getan hat, war zweifellos deutlich und stark. Wie es scheint, ist die kon­krete Initiative jedoch von Kanzler Hitler in seiner. Ab­schiedsunterredung mit Botschafter FraNeois-Poncet ausge­gangen. Französischerseits wurde diese Initiative sehr wohl­wollend und mit underborgeuer Zufriedenheit aufgenommen, sogar mit dem Wunsch einer föfortigen Realisierung. Als ich Ende Oktober nach Warschau reifte, kündigte mir Mi­nister Bonnet an, datz die Unterzeichnung und Beiküitdigüng der Deklaration jeden Tag erfolgen könne.

Diese Annahmen haben sich jedoch aus zwei Gründen nicht bewahrheitet: Die Vereinbarung des Textes ist angeblich nicht ohne Schwierigkeiten vor sich gegangen und andererseits hat die Ermordung des deutschen Botschaftsattaches in Pari? von vornherein eine zweiwöchige Unterbrechung der Verhandlun­gen nach sich gezogen.

'(Fortsetzung auf Seite S)

L. v. Bremen, 31. März

vlick ins englische Hauptbuch

Wir treten morgen in den achten Monat des Krieges. Sieben Monate sind verflossen, seitdem an der Themse und Seine -frevelhafter Uckbermut, gepaart mit geifern­dem Haß gegen das seiner Stärke und Sendung bewußt gewordene deutsche Volk den Krieg vom Zaune brach, einen Krieg, der bis auf den heutigen Tag Deutschland Erfolg über Erfolg, den judenhörigen Westmächten Nie­derlage über Niederlage gebracht hat. Wenn das Juden­pack in London dem ebenso törichten wie urteilslosen Volke der Engländer das selbstmörderische Abenteuer, worin man dieses Volk gestürzt hat. anfangs noch da­durch schmackhaft machen wollte, datz man den Krieg als ein Geschäft pries, bei dem jeder Engländer nach dem Abschluß sich besser stellen würde als vorher, so haben die Ergebnisse der Monatsabschlüsse des gegen Deutschland leichtfertig unternommenen Ueberfalls allerdings inzwischen selbst dem dümmsten Englishman klargemacht, datz es diesmal für den Mann im Volke in England nichts mit Profit und Kriegsgewinn ist. Ganz im Gegenteil steht heute fest, datz das Verlust­konto Großbritanniens bereits erhebliche Ausmaße zeigt, während das Gewinnkonto immer noch in unbe­fleckter Reinheit sich als weißes unbeschriebenes Blatt dartut, ähnlich den Zensurlücken der englischen und frästzösischen Presse, die gewaltsam daran gehindert wird, ihre Leser auch nur andeutungsweise in Kenntnis zu setzen von der trostlosen militärischen Lage, in die Frankreich und England dank ihrer am jüdischen Gän­gelband zappelnden politischen Stümper und diplomati­schen Tausendkünstler geraten sind.

trostlos

Es gibt keine bessere Bezeichnung für die heutige militärische und politische Lage Englands und Frankreichs als das Wort trostlos. In den Krieg

Neuer Fliegerangriff auf britischen 6eleit;ug

kin kreu;er durch vombenlreffer beschädigt, ein Handelsschiff versenkt

Berlin. 31. März.

Das OKW. gibt bekannt: Im Westen wurden mehrere Vorstöße feindlicher Spähtrupps abge­wiesen. Die Luftwaffe setzte ihre Austlärungsflüge trotz ungünstiger Witterung bis in die Abendstunden über der Nordsee, gegen die britische Ostkiiste und über Frankreich fort. Hierbei wurde ein feindlicher Eeleitzug nördlich Flamborough Head angegriffen. Ein den Eeloitzug sichern­der Kreuzer wurde durch Bombentresser beschädigt, ein Handelsschiff versenkt und ein anderes ge­troffen. Ein deutsches Flugzeug kehrte von diesem Unternehmen nicht zurück. An der Westfront kam es zu Luftkämpfen zwischen deutschen und französischen Jagdflugzeugen. Drei feindliche Jäger vom Muster Moräne erhielten schwere Treffer und mußten unmittelbar hinter der feindlichen Linie not­landen. Ein deutsches Jagdflugzeug wurde abgeschossen.

Eines der am Vortage als vermißt gemeldeten Aufklärungsflugzeuge ist von einem deutschen U-Boot in der Nordsee treibend gesichtet worden. Die Besatzung wurde an Bord genommen, das Flugzeug versenkt.

Heuler gibt zu ...

Amsterdam, 31. März.

Reuter gibt zu, daß der bewaffnete FischkutterPrineetz Noyal" am Donnerstagabend aus der Höh« der schottischen Nordost«iiste von deutschen Kampfflugzeugen angegriffen und schwer beschädigt wurde. Der Bug des Schiffes habe nach dem Angriff unter Wasser gelegen. Mehrere Mann der Besatzung seien verletzt worden.

5 vrilenbomber über ksbjerg

Kopenhagen, 31. März.

Bei den ausländischen Flugzeugen, die am Freitag über Esbjerg beobachtet wurden, handelt es sich nach neuesten Feststellungen um siins Bombenflugzeuge, die von Südosten kamen, die Stadt überflogen und in westlicher Richtung verschwanden. Die dänischen Flakbattereien feuerten drei Warnungsschüsse ab. Es besteht kein Zweifel, daß es sich wiederum um englische Neutralitätsbrecher handelt.

Vas neueVeutsche Weißbuch" eine Sensation

Serielle Sleichsültigkett in London / Mderlpruchsvolle Stimmen aus USff. / ffull distanziert sich / die Neutralen horchen aus

!erlin, 31. März.

Die Veröffentlichung der außerordentlich aufschluß­reichen polnischen Dokumente zur Vorgeschichte des Krie­ges in dem neuen deutschen Weißbuch hat in der ganzen Welt stärkstes Aufsehen erregt. Ueber das Echo, das die Veröffentlichung in der Weltpresse findet, liegen im einzelnen folgende Meldungen vor:

London:

Die neuen - Dokumente über die Vorgeschichte des jetzigen Krieges aus Grund der Funde im Warschauer Außenministe- rium sind in London mit einer kuriosen Mischung von ge­spielter Gleichgültigkeit und heimlichem Interesse für die Rolle amerikanischer Politiker, beispielsweise des Botschafters Bul- litt, ausgenommen worden. Das englisch-amerikanische Ver­hältnis ist, nachdem die Erwartungen Englands ani baldigen Kriegseintritt der Vereinigten Staaten sich nicht erfüllten, und nach dem amerikanischen Protest gegen die englischen Blockademethodcn im jetzigen Augenblick n,cht gerade sehr freundlich.

Newqork:

In den Vereinigten Staaten schlug das Bekanntwerden des sensationellen Inhaltes des neuen deutschen Weißbuches wie eine Bombe ein. Unter Riesenschlagzeilen veröffentlicht die gesamte USA.-Presse die von den amerikanischen Agenturen »m Auszug verbreiteten polnischen Dokument«.

Die Kommentatoren des amerikanischen Rundfunks mach­ten verzweifelte Anstrengungen im Zusammenhang mit dem Weißbuch, Deutschland unlautere propagandistische Absichten zu unterschieben. Während der Inhalt des Weißbuches vielfach nur flüchtig gestreift wurde und der Umstand, daß die pol­nischen Originaldokumente authentisch sind, einfach unter­schlagen oder angezweifelt wurde, zitierten einige Sprecher zur Bekräftigung von Dementis der Hauptakteure Roosevelt, Potocki und Bullitt sogar englische und französische Presse­stimmen, die nach den alten Spielregeln der westlichen Lügen­propaganda die Echtheit der Warschauer Urkunden bestreiken. Roosevelt interventionistische Absichten zu unterstellen, so wurde weiter argumentiert, klinge weiter absurd, Was den Londoner USA.-Botschaster angehe, sei gerade Kennedy häufig mit isolationistischen Erklärungen hervorgetreten.

Auch in den Kreisen des amerikanischen Kongresses wird das deutsche Weißbuch lebhaft erörtert. Der Vorsitzende des Außenausschusses des Senats, Pittman, unterschob Deutsch­land propagandistische Absichten. Der republikanische Senator Danaher erklärte, Quellen, aus denen heutzutage Dokumente herrührten, seien sicherlich Mißtrauen ausgesetzt.Wir kennen nicht einmal die Ziele unserer früheren Alliierten." Der demo­kratische Senator Pepper behauptete, es handele sich um deut­sche Propaganda, und der demokratische Senator Byrnes er­klärte, es handele sich um die Frage, ob die Dokumente echt seien, und er nehme an, daß jemand Bullitt diesbezüglich befragen werde. Der demokratische Senator Thomas, ein Mit­glied des Außenausschusses. drückte die Ansicht aus, es sei nur natürlich für die amerikanischen Gesandten, Sympathie mit den Ländern auszudrücken, denen sie zugeteilt seien.

Der republikanische Abgeordnete Fish erklärte, die Beschul­digungen seien so ernster Natur, daß der Autzenausschutz des Unterhauses eine Untersuchung einleiten sollte. Falls Roose- velts geheimes Einvernehmen oder Bindungen mit fremden Regierungen einging, um Amerika in den Krieg zu ver­wickeln, sollte öffentlich Anklage gegen ihn erhoben werden. Den bisher stärksten Beifall zollte dem deutschen Weißbuch der demokratische Senator Holt, welcher erklärte, er sei über­zeugt, daß Bullitt die ihm nachgesagten Aeußerungen gemacht habe. In Bordeaux habe Bullitt seinerzeit ähnlich gesprochen. Senator Holt kritisierte sodann die USA.-Diplomaten, denen Tees und Cocktails die Zunge lockerten, die aber nie bei den Soldaten in den Schützengräben zu finden sein würden.

Der amerikanische Staatssekretär des Auswärtigen Hüll be­eilte sich, kurz nach Bekanntwerden der ersten Auszüge aus dem deutschen Weißbuch in eindringlicher Form nachdrück­lichst von den Berichten des Polnischen Botschafters abzulen­ken. Er erklärte u. a.. die Presse bringe die Berichte über die Herausgabe eines Weißbuches durch das deutsche Auswärtige Amt, das Dokumente enthalte, die in den Archiven des pol­nischen Auswärtigen Amtes in Warschau gesunden sind und Aufzeichnungen über Besprechungen enthalte, die Polnische amtliche Stellen mit diplomatischen Vertretern der Vereinig­ten Staaten gehabt haben.Ich mutz nachdrücklich betonen", sagte Hüll,daß weder ich noch einer meiner Mitarbeiter im Staatsdepartement je von solchen Unterredungen Kenntnis erhalten habe, wie diese angeführt werden."

(Weitere Pressestimmen im Innern des Blattes)

gegen Deutschland eingetreten, als dieses die notwen­dige Abrechnung mit den Polen vornehmen mußte und somit ein großer Teil seiner Wehrmacht im Osten ein­gesetzt war. ist es der frAnzösischen und englischen Streit­macht während der Zeit des Polenfeldzuges nicht ge­lungen, auch nur einen einzigen, winzigen militäri­schen Erfolg zu erringen. Heute, da Deutschlands ge­samte Streitmacht in der einen Front gegen die Westmächte steht, sehen diese sich m^i zähneknirschend ist die hoffnungslose Defensive gedrängt und müssen er­kennen, daß das Gesetz des Handelns nach wie vor bei Deutschland liegt, in dessen Belieben es steht, heuts weiter am Westwall zu verharren und den Handelskrieg zum Schaden Englands inzwischen mit täglich neu er­folgenden Prankenschlägen der deutschen Luftwaffe und der deutschen Flotte zu führen oder, je nachdem wie es der Führer für gut hält, über die Maginot- ltnie hinwegzufluten und den Franzosen die Lehre zu erteilen, daß, wer mit England geht, nicht bloß zur See, sondern auch auf dem Lande dem Verderben preis­gegeben ist.

flmoklSufer

Nur mit größter Mühe gelingt es den Kriegsver- brechern an Themse und Seine, angesichts ihrer wie am laufenden Band in Erscheinung tretenden militäri­schen und diplomatischen Niederlagen den eigenen ohne­hin schon seit Jahrzehnten in die Irre geführten Volks- .schichten vorzuschwindeln, es könne von Frankreich und England noch einmal der Sieg über Deutschland er­rungen werden. Ohne im Herzen daran zu glauben, hofft das (im Gegensatz zu seiner skrupellos Kriegs­gewinne scheffelnden Plutokratie) die Lasten des Krieges tragende englische und französische Volk auf ein von ungefähr kommendes Wunder, auf eine Wen­dung der Dinge, nur darum, weil es sich nicht darein zu finden vermag, daß es von den eigenen Führern in einen ebenso grundlosen wie aussichtslosen Krieg gestoßen worden ist. Es ist ein Krieg, den allerdings diese Führer nie und niemals gewagt hätten, wenn sie sich darüber klar gewesen wären, daß man ihn allein auf sich selbst gestellt mit dem angegriffenen Deutschland werde ausfechten müssen. Kein Wunder, wenn die Kriegsschuldigen in London und Paris nun alle Minen hinterhältiger Diplomatie springen lassen, um sich doch noch der Hilfe neutraler Staaten in diesem Kriege zu versichern, nachdem sie Tag für Tag mehr sehen müssen, wie die eigene Kraft bei weitem nicht hinreicht, um das so dreist Lberfallene Deutschland niederzuringen. Kein Wunder, wenn man. um die Hilfe anderer Staaten zu erreichen, sich geradezu als Amokläufer gebärdet, indem man, wie es der Temps" dieser Tage so offen und dreist ausplauderte (und wie Havas dann in zwar gewundenen, aber den­noch leicht verständlichen Ausführungen bestätigte), fortan nicht mehr die Neutralität anderer Staaten zu wahren entschlossen ist.

Nachdenkliches für die Neutralen

Die Kundgabe des Willens Englands und Frank­reichs, sich über jede Völkerrechtsbestimmuna hinwegzu­setzen und die Rechte der Neutralen zu mißachten, wo dies zum Nutzen der Westmächte geschehen kann, ist bei uns Deutschen alles andere, nur keine Ueberraschung ge­wesen. Nach den ungezählten Neutralitätsbrüchen Eng­lands durch Ueberfliegen holländischen, belgischen und dänischen Hoheitsgebietes, nach dem himmelschreienden Völkerrechtsbruch gegen dieAlhmark", nach den erst in diesen Tagen wieder unternommenen Verftichen eng­lischer Kriegsschiffe, friedliche deutsche Handelsschiffe in norwegischen Hoheitsgewässern zu entern und zu kapern, lag es doch jedem urteilsfähigen Menschen offen vor Augen, wie es dastugendhafte" England und das ritterliche" Frankreich mit der Neutralität kleiner Staaten zu halten gedenken. Und was wir vomTemps'* und der Havas erfuhren, war wirklich nichts anderes als die bloße Bestätigung dessen, was wir Deutschen längst wußten. Da es nun auch die übrige Welt ver­nommen hat und zur Kenntnis nehmen muß, ist sie auch gezwungen, die notwendigen für England und Frankreich nicht schmeichelhaften Folgerungen daraus zu ziehen, was immerhin im weiteren Verlauf des Krieges von besonderer Bedeutung werden kann. Nicht mit Unrecht beklagt sich die norwegische Zeitung Nation" über die fortwährenden Attentate Englands auf die norwegische Neutralität und hebt sehr richtig hervor, daß die einzige Chance der kleinen Staaten in

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Das Auswärtige Amt setzt die sensationellen Publika­tionen der in den Warschauer Archiven gefundenen Dokumente fort.

Ein neutraler Augenzeuge schildert eine der deutsche« Flicgerosfensiven in der Nordsee.

Bei einem neuen deutschen Fliegerangriff aus einen englischen Geleitzng wurde ein Kreuzer durch Bomben­treffer beschädigt, ein Handelsschiff wurde versenkt.

Die NSDAP., Kreis Bremen, veranstaltet am 4. April eine Großaktion mit 3V Kundgebungen.

Die RS.-Frauenschaft des Kreises Bremen-Lesum be­gann mit einer Werbeaktion.

Für den Bezirk des Landgerichts Bremen wurde ein Sondergericht errichtet.

August Hinrichs' jüngstes LustspielFür de Katt" wird in Cloppenburg gedreht.