Ausgabe 
(28.3.1940) Nr. 87
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vr« Mma

parteiamtliche Lageszeitung

Vas PmtsblaU des Negierenden Vürgermeisters der 5reien Hansestadt Meinen

Anzeigen - Grundpreise?

Die l mw hohe und 22 mw breite Zeile im Anzeigenteil 13 Die 78 mw breite und 1 mm hohe Zeile im Tertteil 75 Ermäßigte

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der Nationalsozialisten Vremens

flmttirftes verkundungsblatt des Neichsstatchalters in oldenburg und Meinen

Nr. S? / 10. Iatzrgang

Sonnabend, Z0. März 1940

Einzelpreis 15 Npf.

llokumölltell-kublikslion ües Ausvsrligell Amtes äeckt internälionsle I^äclienscksklen suk

durchschlagende neue knchüllungen

über die Vorgeschichte des Krieges

Sensationelle fünde in Warschau

DaOmeste Aa-e» 4 «

Schriftstücke, die für sich selber sprechen

Auswertung der flrchioe des früheren polnischen flußenmknisteriums: aufschlußreiche diplomalen- berichte aus London, Paris und wasliington der Weltöffentlichkeit unterbreitet

Berlin, 30. März.

Das Auswärtige Amt übergab gestern der Oeffentlichkeit in einem neuen Weißbuch eine Reihe amtlicher polnischer Originaldokumente» die außerordentlich aufschlußreich für die Vorgeschichte des Krieges sind. Die Dokumente stammen aus den nach der Besetzung von Warschau in deutsche Hand gefallenen umfangreichen Beständen von Akten des polnischen Außenministeriums, die, soweit sie für die Vorgeschichte des Krieges von Bedeutung oder sonst von allgemeinem Interesse sind, zur Zeit ge­sichtet werhen und fortlaufend veröffentlicht werden sollen. Das jetzt herausgegebene Weißbuch ist die erste Folge dieser Veröffentlichungen. Die in ihm im Faksimiledruck mit deutscher Uebersetzung wiedergegebenen Dokumente werfen ein bedeutsames neues Licht auf die ganze politische Entwick­lung, die zum Kriege geführt hat. Sie enthüllen in voller Klarheit» wo die Drahtzieher des Krieges saßen, mit welchen Mitteln sie arbeiteten und welche Ziel« sie verfolgten. Aus dem Weißbuch ver­öffentlichen wir heute die Dokumente Nr. 2, 3, 11, 12, 13 und 15.

Dokument 2

Lckrsi'bsn ciss polmscksn Qsnsralstabss f^btsüuns II) in IVcrisckcrv cm ckcrs llcki'nfstsri'um 6ss

^ULUvärtissn in Warsckau

Warschau, den 8. 8. 1933.

Geheim!

Verhalten zu ausländischen

Generalstab Abteilung II.

I,. 17 731/11 «. 0.

Beurteilung der internationalen Lage von Portugal aus gesehen.

Ministerium des Auswärtigen Politisches Departement.

Hier..

Ich übersende dem Herrn Direktor eine Abschrift des Be­richts unseres Militärattaches in Lissabon zur Kenntnis­nahme und bitte um eine Weisung für mein den in dem Bericht dargelegten Ansichten der Offiziere.

Eine Anlage. Der Chef der Sektion IV der Abteilung II des Generalstabes

Danach, Dipl. Oberstleutnant

Beurteilung der internationalen Lage von Portugal aus gesehen.

Die in Portugal tätige englische Militärmission beschäftigt sich im Augenblick damit, die militärische Zusammenarbeit zwischen Portugal und England in ihren allgemeinen Linien festzulegen. Admiral Wodehouse machte mit den Stäben der Armee und Marine von Portugal die englischen Forderungen aus. alle Projekte wurden aber seitens der Regierung und des Kriegsministeriums sabotiert; die Mission erhielt aus sie nicht einmal eine Antwort.

Hierüber konferierte Admiral Wodehouse mit dem englischen Botschafter Selby, der ihm Ruhe und Zurückhaltung an­befahl. Schließlich schickte Admiral Wodehouse einen Bericht direkt nach London, über den er salzendes sagte:Ich ftagte in London, ob ich ihnen schon die Pistole aus die Brust setzen oder noch warten sollte. Auf jeden Fall trete ich jetzt ihnen gegenüber schärfer auf."

Der portugiesische General Peirote e Cunha, der als^Ver­trauensmann von Salaze die Perfonairesorm ,n der Armee durchführt, erklärte mir:Daß Portugal stsstb Jukunst nur in der Unterstützung durch das Äündnis mit England neyl; Spanien unabhängig von dem Ausgang der spanischen Er­eignisse für Portugal eine ständige Drohung darstellt. Schwächung Spaniens, selbst durch Losrerßung von lonien. würde man in Portugal gerne sehen.

Oberstleutnant Chamberlain, ein Mitglied der englischen Militärmission, sprach von der Gefahr eines europäischen Krieges und äußert sich folgendermaßen:Wir sind uns über den Bluff von Deutschland und Italien vollkommen im kl^ ren. Ebenso wie die jüngeren Herren unseres Stabes bin ich auch persönlich der Meinung, daß wir mit dem Kriege an­fangen sollten, -und zwar gleich." Er motivierte das damit, daß Deutschland nicht durch neues Kriegsmaterial überraschend wirken könne, daß die Armee unvorbereitet sei, denn es mangele ihr vor allem an entsprechenden Kaders, das alte Flugzeug- und Panzermaterial sei wenig wert und mit ver­besserten bzw. neuen Einheiten nur ungenügend ausgerüstet, außerdem führte er die wirtschaftliche und moralische -age des Landes an (Möglichkeit eines Sturzes deS Regimes). Es mangele Deutschland an Erz, Oel, Kautschuk und Lebens­mitteln. Der eventuelle Bundesgenosse Italien sei in einer

Eine

Kata-

Noch ein vpfer der englischen »Siegesmeldungen*

Der Eeneralinspekteur der britischen Luftstreitkräfte zurückgetreten

London, 30. März.

Das britische Luftfahrtministerium gibt bekannt, daß der Marschall der königlichen Luststreitkräfte, Srr Ed­ward Ellington, auf sein Verlangen von dem Posten des Eeneralinspekteurs der britischen Luststreitkräfte zu­rückgetreten ist. Der Luftmarschall Sir Edward Lud- low-Hewitt wird an seiner Stelle Generalnispökteur. Luftmarschall Portal wurde Oberkommandierender des Bombenkommandos und Lustmarschall Eossage Mitglied des Luftpersonalrates. Es dürste kein Zweifel darüber bestehen, daß dieser Rücktritt in ursächlichem Zu>ammen- hang mit dem aufsehenerregenden Selbstmord des Ee- schwaderführers Eraham Blomfield steht, der wegen falscherSiegesmeldungen" vor ein Kriegsgericht ge­stellt worden war.

noch schlechteren Lage, da er überhaupt nicht über Rohstoffe verfügt. Er erklärte, daß sich unter den gegenwärtigen Um­ständen ein Krieg in Zukunft nicht werde vermeiden lassen.

Es sei besser, schon jetzt anzufangen, wo der bevorstehende Krieg weniger Gefahren birgt. Augenblicklich kann England aus eine enge Zusammenarbeit mit Amerika rechnen. Ich stellte Chamberlain die Frage, ob England in diesem Falle beabsichtige, die allgemeine Wehrpflicht einzuführen. Er ant­wortete mir daraus, daß dem nicht so sei. denn man halte folgende Form englischer Hilfe für die am meisten zweck- enftprechende: die Teilnahme der Marine und Luftflotte so­wie der Panzerwasse: die Teilnahme der Wirtschaft und In­dustrie.

Natürlich kann sich die Form dieser Hilfe im Verlauf der Kriegsereignisse noch bis zu einer allgemeinen Mobilisation ausweiten.

Oberst Daly von der englischen Militärmission ist bezüglich der voraussichtlich zu erwartenden Ergebnisse der Arbeit der Mission optimistisch. Er gab mir zu verstehen, daß England Mittel anwende, die einen Erfolg garantieren.

Augenblicklich wird schon der Verkauf von deutschen, Kriegs­material hier in großem Platze durchkreuzt, Alan kaun die Möglichkeiten, daß noch mehr deutsches Kriegsmaterial ge­kauft wird, sehr skeptisch beurteilen. Ei^ bemerkte dabei, daß die letzten Erfahrungen mit deutschem Kriegsmaterial in Ru­mänien ungünstig gewesen seien.

Oberst Daly sagte mir, daß Deutschland in der letzten Zeit eine gewisse Anzahl an Waffen an Rotspanien verkauft habe.

Ueber die englischen Möglichkeiten sprach er sich ähnlich wie Chamberlain aus, er unterstrich sehr nachdrücklich die schon jetzt erreichten Ergebnisse dtzr Zusammenarbeit Englands mit den Vereinigten Staaten. Ueber die allgemeine Wehrpflicht sagte er. daß England durch eine militärische Vorbereitung. Schießausbildung und Formung starker Freiwilligen-Berbände für die Verteidigung gegen Luftangriffe, durch Transport- und Sanitätsdienst sich die Voraussetzungen zu einer sehr gro­ßen Erweiterung seiner Armee schasse. In großem Stile orga­nisiert England strategisch« Reserven in seinen Kolonien, vor allem in Indien, und bildet diese dort aus. Seit zwei Jah­ren werden auch Schulen für die Stäbe der Kaders zur Füh­rung des künftigen Krieges vorbereitet:

Die Zentrale der höheren Militärstudien sür die Vorberei­tung der leitenden politischen, administrativen und militäri­schen Stellen, das Jmperial Military College znr Vorberei­tung sür die entsprechenden Posten in den unteren Stellen. Verdoppelung der Zahl der vorbereiteten Generalstabsvssiziere aus Jahreskursen sür die Besetzung der Stäbe bis" znr Di­vision einschließlich »nd auf zwei Jahresknrsen sür die höheren Stäbe.Auf diese Weise erhält England sür das ganze Empire eine Organisation und Vorbereitung sür den künftigen Konflikt.

' Der Kommandeur Gade, der amerikanische Marineattache, sagte mir s. Z.:Den Ideen nach stehen wir vollkommen aus Seite der Demokratien. Augenblicklich studiert man in Amerika die Möglichkeiten für eine schnelle Hilfeleistung für England und Frankreich; man ist zur Ueberzeugung gekommen, daß die Hilfe nicht wie im Weltkriege erst nach einem Jahr einsetzen soll, als die ersten amerikanischen Soldaten aktiv eingrissen. sondern im Lause von sieben bis zehn Tagen nach dem Be­ginn des Krieges sollen lOOO Flugzeuge geschickt werden."

Außerdem machte mich Kommandeur Gade aus die unzulässi­gen Methoden der deutlchen Penetration in Südamerika auf­merksam. mit der die Vereinigten Staaten sich nicht einver­standen erklären können.

Der Kommandeur Gäbe ist ein Vertrauensmann und ein persönlicher Freund von Roosevelt. Er besitzt sehr enge Be­ziehungen nach Belgien und erfreut sich der Freundschaft des belgischen Königs. Deutschland steht er sehr unfreundlich gegenüber. Persönlich ist er sehr reich. Aus den Unterredungen mit Chamberlain. Baly und Gade suhlte ich die stille Gewiß­heit enger Zusammenarbeit im Falle eines Konfliktes heraus.

Ich unterhielt mich häufiger mit den hiesigen Italienern. Sie waren äußerst nervöse interessierten sich sehr sür unsere Haltung in einem künftigen Konflikt; an die Wand gedrückt, wiesen sie auf die Bedrohung der Menschheit und der Kultur in einem künftigen Kriege hin, den man deshalb um jeden Preis vermeiden müsse.

Während der Anwesenheit der französischen Flotte, hier bat mich der Kommandeur Darrienh, der stellt«. Chef des Stabes der Atlantik-Flotte, der sür die kommende Leuchte der fran­zösischen Marine gehalten wird, und der mir schon von seinem früheren Besuch in Lissabon als Führer einer Torpcdoboot- Zerstörer-Einheit bekannt war, persönlich auf das Admiral- schiff smvie zu einer Besichtigung des FlugzeugträgersVsarn". Zusammen mit Kapitän Stefanowicz waren wir dort in Be­gleitung des französischen Ministers die einzigen Ausländer. Bäarn" lag in der Mitte des Tejo-Flusses-, weitab von jeder Möglichkeit, ihn näher in Augenschein zu nehmen, a

Bei der Unterredung äußerte sich der Kommandeur Dar­rten») ziemlich ruhig über die Möglichkeit eines künftigen Kon­fliktes. Vor allem betonte er. daß in Frankreich die Rechts- kreisc und die Rechtspresse unnötigerweise Furcht haben und die Lage nicht richtig einschätzen. Für den größten Fehler hält er den Pazifismus der Demokratien, denn dadurch kann man den Krieg nicht als erster anfangen. Auf diese Weise gibt man dem Gegner den wertvollsten Trumpf, den der Ueber- raschung, in die Hand. Doch ist man über diese Ansicht schon etwas hinausgekommen. Er hält es für möglich, sich mit den Italienern zu verständigen. Zusammenfassend möchte ich Ruhe und Einsicht Vertretern von England und Frankreich sowie der Vereinigten Staaten betonen.

(Fortsetzung aus Seite 2)

vrMsttzer Seleilzug zersprengt

lreffer seitens deutscher Kampfflugzeuge aas sechs große Kandelsschiffe Ein vewachungssalirzeug versenkt Verstärkte Luftausklärung mit wertvollen krkundungsergebnissen

Berlin, 80. März.

__ it:Im Westen keine besonderen

Ereignisse. Deutsche Kampsslngzeuge griffen in den Abend­stunden des 28. März unter schwierigsten Wetterbedingnngen einen britischen Geleitzug im Seegebiet der Shetlands erfolg­reich an. Der Geleitzug wurde zersprengt. Sechs große Han- delsschissc erhielten Treffer, ein Schiff geriet in Brand und ein Bewachungsfahrzeug wurde versenkt. Alle eingesetzten Kampfflugzeuge kehrten unversehrt zurück. Tagsüber wurde in verstärktem Maße über der Nordsee, Grotzbrtzaiznien und Ostsrankreich aufgeklärt. Die Flüge erstreckten sich bis nach

den Orkney- nnd Shetland-Inseln. Sie erbrachten tiwtz heftiger Gegenwehr wertvolle Erkundungsergebnisje. Zwei Ausklärungs- slngzeuge sind vom Feindslng nicht zurückgekehrt."

Norwegischer Vampser vor England gesunken

Oslo. 30. März.

Die Eigner des norwegischen DampfersBurgos" (3219 BRT.) erhielten die Mitteilung, daß der Dampfer am Don­nerstag an der Ostküste von England gesunken sei. Die aus 32 Mann bestehende Besatzung wurde gerettet.

Verordnung zum Schutz der Melattsammlung

Todesstrafe für Versicherung an gesammeltem Metall

Berlin. 30. März

Der Ministerrat sür die Reichsderteidigung hat gestern eine Vrrorbnung zum Schutz der Metallsammlung des deutschen Volkes erlassen. Die Verordnung hat folgenden Wortlaut: Der Ministerrat süt die Reichsverteidigung verordnet mit Gesetzeskraft: Die Metollsammlnng ist ein Opfer des deutschen Volkes sür das Durchholten in dem ihm ausgezwungenen Le­benskampf. Wer sich an gesammeliem oder vom Verfügungs­berechtigten zur Sammlung bestimmten Metall bereichert oder solches Metall sonst seiner Verwendung entzieht, schädigt den

großdeutschen Freihcitskampf und wird daher mit dem Tode bestraft. Diese Verordnung tritt mit der Verkündung durch Rundfunk in Krast. Sie gilt auch in den eingegliederten Ost- gebieten.

Berlin. den 29. März 1940.

Der Vorsitzende des Ministerrates siir die Reichsderteidigung (gcz.) Göring. Gcneralscldmarschall.

Der Rcichsministcr und Ches der Reichskanzlei lgez.) Dr. Lammers.

ck. S. v. Bremen, 30. März

Die nach der Besetzung Warschaus Deutschland in die Hände gefallenen Schriftstücke aus dem Archiv des früheren polnischen Außenministers, die nunmehr vom Auswärtigen Amte der Oeffentlichkeit in einem neuen Weißbuch übergeben werden, sind derart, daß sie selbst bei den bisher unbelehrbarsten Gegnern Deutsch­lands in der Welt eine Umwälzung der politischen Auffassungen über die Ursachen und die Schuld des Krieges herbeiführen müssen. War schon durch das vor mehreren Wochen herausgegebene amtliche deutsche Weißbuch haarscharf bewiesen worden, in welch red­licher Weise und mit welch zäher Geduld sich Deutsch­land bemüht hatte, mit Polen zu einem gerechten Ab­kommen auf der Grundlage einer Verständigung und zu konstruktiver Zusammenarbeit zu kommen, so er­gibt sich aus den jüngsten Veröffentlichungen des Aus­wärtigen Amtes, die den polnischen .Archiven ent­nommen sind, einwandfrei, warum alle Bemühungen Deutschlands vergebens bleiben mußten., warum Polen in entscheidender Stunde sich allen Vernunft­gründen verschloß und allem guten Willen Deutsch­lands gegenüber sich verhärtete.

Untrüglich steht nach Auffindung des Materials heute fest, daß es die der englischen gleichgesinnt Diplomatie demokratischer Mächte gewesen ist, welche unter der Peitsche internationaler Kriegstreiber als ihr ein­ziges Ziel den Krieg gegen Deutschland betrachtet hat und ihn zielbewußt durch ihre Diplo­maten vorbereiten ließ. Wie man in diesen Diplo­matenkreisen schon 1938 zum Krieg drängte, erhellt schon aus dem Schreiben des polnischen General- stabes in Warschau an das polnische Ministerium des Auswärtigen vom 8. August 1938. Darin wird, nach­dem zuerst von allgemeinen Richtlinien der militärischen Zusammenarbeit zwischen Portugal und England die Rede ist, von einem Mitglied der englischen Militär- mission in Lissabon als Sprachrohr der Ansichten der dor­tigen englischen Offiziere auf schärfste die Meinung vertreten, daß man mit dem Kriege gegen Deutschland beginnen solle und zwar gleich, da Deutschland nicht imstande sei durch neues Kriegsmaterial zu wirken und die deutsche Armee, der es vor allem an dem ent­sprechenden Kaders, sowie an neuem Flugzeug- und Panzermaterial mangele, auf einen Krieg nicht vor­bereitet wäre.

So sehr die Hoffnung dieser englischen Offiziere sich später als trügerisch erwies und so sehr auch ihre Er­wartungen, daß die wirtschaftliche und moralische Lage Deutschlands schlecht und die Möglichkeit des Sturzes seines Regimes durchaus gegeben sei, fehlschlugen, so wie auch die Hoffnungen auf Deutschlands Mangel an Erdöl, Kautschuck und Lebensmittel trogen, ebensosehr steht aber auch fest, daß man in jenen Kreisen bereits 1938 drängte, den Krieg gegen Deutschland auf alle Fälle vom Zaune zu brechen, wobei die Zuversicht Pate stand, daß eine Zusammenarbeit Englands und Frank­reichs mit den Vereinigten Staaten genau so wie eine Zusammenarbeit der Alliierten mit Sowjetrußland durchaus sicher stünde.

Wer will sich wundern, daß man in Polen bei derlei in Aussicht gestellten Unterstützung durch eine' ganze Weltkoalition sich auf das hohe Roß setzte und statt mit Deutschland zu verhandeln, täglich mehr und mehr die Volksdeutschen bedrängte, bedrückte und der'Grausamkeit eines aufgehetzten Pöbels preisgab? Sollte doch nach Angabe des amerikanischen Marineattaches in Lissabon, Kommandeur Gade, eine schnelle Hilfeleistung für England und Frankreich so rasch in Erscheinung treten, daß bereits im Laufe der ersten Woche nach dem Be­ginnen des Krieges, eintausend amerikanische Flugzeugs den Verbündeten zur Verfügung stehen würden. Diese

Vnsor LaFSsspssysL

Das Auswärtige Amt unterbreitet der Weltöffentlichkeit sensationelle Dokumente aus den Archiven des früheren pol­nischen Außenministeriums)

Die deutsche Luftwaffe zersprengte erneut einen britischen Geleitzug.

Der Generalinspekteur der britischen Luststreitkräfte ist im Zusammenhang mit den erschwindelten Siegesmeldungen zurückgetreten.

Aus der Plenarsitzung des Obersten Sowjets gab Molotow einen umfassenden Bericht über die Außenpolitik der Sowjetunion.

Gewaltige Schäden wurden durch die Ucberschwemmungcn in Jugoslawien angerichtet.

Eine Verordnung zum Schutz der Metallsammlung des deutschen Volkes sieht Todesstrafe für Bereicherung an gesammeltem Metall vor.

Im Wilhelm-Deckcr-Haus fand eine Führerbesprechuna der Standarte 7S statt.

Bremens Jungmädelschast erhielt eine neue Untergau- sührerin.

Zum Austakt der Wunschkonzerte am^. Wochenende in Bremen wurde verkündet, daß über 80 000 RM. dem Kriegswinterhilfswerk zugeführt werden können.