Ausgabe 
(27.3.1940) Nr. 86
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parteiamtliche ^geszeitung

vas Amtsblatt des Negiereadea Vürgermeisters der Freien l^anlestadr Vremea

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der Nattonalsozialisten Vremens

Amtliches Verkündungsblatt des Neiliisstattdalters in Oldenburg und Meinen

Nr. 86 / 18. Jahrgang

Freitag, 29.Mar; 1S40

Linzelpreis 15 Npf.

wie kngiands „tustslege" zustande kamen

Lügenmeldungen britischer Flieger

öenfationeller Selbstmord eines englischen beschwadersübrers Auszeichnung für „Kriegstaten", die nie vollbracht wurden

französischer Maulheld fordert...

„Völlige Vesetzung Veutfchlands" - „Vas deutsche Volk muß vor feldküchen Schlange stehen" - Neutralen feigheil vorgeworfen

rungspressedienst gibt nun bekannt, daß ein britisches Flug­zeug am Donnerstag beim Morgengrauen wiederum Holland in westlicher Richtung überflog. Das Flugzeug wurde durch ein niederländisches Jagdflugzeug über Pernis. dem Oelhafen von Rotterdam, abgeschossen. Vier Besatzungsmitglieder, eines davon leicht verwundet, wurden interniert; das fünfte Be­satzungsmitglied war aus dem Flugzeug abgesprungen und fand hierbei den Tod.

Dieser Fall ist ein weiterer Beweis, wie die „Beschützer kleiner Staaten" durch die Art ihrer Kriegsführung versuchen, auch in der Luft — ebenso wie zu Wasser — dieselben Staaten zu vergewaltigen.

englische slugbliitter über VSnemark

kv- Kopenhagen, 29. März

In der Nacht zum Donnerstag ereignete sich eine neue schwere Verletzung der dänischen Neutralität durch Eng­land. In Nordschleswig wurden Flugblätter englischen Ur­sprungs aufgefunden, die während der Nacht von englischen Flugzeugen über zahlreichen Orten abgeworfen wurden. Lolche Zeugnisse sür die Ucbersliegung neutralen dänischen Gebietes durch englische Flugzeuge sind beispielsweise bei Hoher in der Tonderner Gegend vorgefunden worden.

Genf, 29. März.

Die zahlreichen Veröffentlichungen französischer, eng­lischer und jüdischer Maulstrategen, die unverblümt eine völlige Vernichtung und Zerstückelung Deutschlands und gleichzeitig eine über das Schicksal neutraler Staaten kaltlächelnd hinweggehende Kriegsausweitung fordern, sind um ein neues Stück bereichert worden. In einem „von der Reichsgrenze" datierten Artikel des ..Lyon Republicaine" schreibt der französische Publizist Jean Vardanne u. a.: Um diesen Krieg zu beenden. müsse Deutschland besiegt werden, und um Deutschland zu be­siegen, müsse man es besetzen. Dieser Krieg müsse mit der totalen Besetzung Deutschlands beendet werden. Wenn dies Volk erst einmal, um etwas zu essen und seinen Hunger zu stillen, vor unseren Feldküchen Schlange stehen muh, unter der Bewachung französischer und englischer Bajonette, an diesem Tag wird es zu verstehen beginnen und an diesem Tag wird der Deutsche fügsam und gehorsam sein.

Zwar werde dies nicht für lange Zeit so bleiben, meint der Artikelschreibcr, „aber wenn wir es richtig zu machen ver-

Nevnaud in -er pariser Schaukel

Vas bin und Her unfähiger Neutralitatsoerbrecher

Amsterdam, 29. März.

„Daily Mail" veröffentlicht einen sensationellen Be­richt über den Selbstmord eines englischen Geschwader- führers der Luftflotte. Eeschwaderführer Richard Era- ham Vlomfield wurde vor kurzem vor das Kriegsgericht gestellt unter der Anklage, das englische Luftsahrtmini- sterium schwerwiegend dadurch irregeleitet zu haben, dah er falsche Meldungen über seine angeblichen Erfolge bei Angriffsflügen gegen die Deutsche Bucht gegeben habe.

Blomfield wurde aus dem Ruhestand bei Kriegs­ausbruch zur aktiven Truppe zurückberufen und stand im Alter von 5V Jahren. Er war Träger hoher Tapferkeits- orden. Kurz vor der Urteilsverkündung des Kriegs­gerichtes vergiftete sich Vlomfield in seiner Zelle.

In diesem Zusammenhang teilt die „Daily Mail" mit, dah schon mehrfach britische Kriegsgerichte eng­lische Flieger hätten bestrafen müssen, die sich für Kriegstaten hätten auszeichnen lassen, die sie nicht voll­bracht hätten. So wird aus London berichtet, dah das Kriegsgericht den englischen Fliegeroffizier D. C. P. Wood verabschiedet habe, weil er einen von ihm geführ­ten Vorstoh vorzeitig abgebrochen habe und dafür mit einem Bericht über Kampfhandlungen und Erfolge zu Hause gelandet sei» die frei von ihm erfunden gewesen seien.

englischer Vomber über üollanv abgeschossen

Von niederländischem Jagdflieger getroffen

Berlin, 29. März.

Wie durch die Berichte deS Oberkommandos der Wehrmacht wiederholt amtlich bekanntgegeben worden ist, sind die Ein- flüge britischer Flugzeuge nach Nordwestdeutschland in un­zähligen Fällen über Holland erfolgt. Der holländische Regie-

Zwei britische Flugzeuge kerunlergeholt

Erfolglose Angriffe gegen die Deutsche Bucht

Berlin, 29. März

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

„An der Westfront keine besonderen Ereignisse. Bei erfolg­losen Angrissen einzelner britischer Flugzeuge aus Vorposten­boote in der Deutschen Bucht wurde durch deutsche Jagdflug­zeuge ein britisches Bristol-Blcnheim-Flugzeug abgeschossen. Bon den seindlichen Flugzeugen, die in der Nacht zum 28. 3. abermals unter Verletzung dänischen, holländischen, belgischen und luxemburgischen Hoheitsgebietes über die deutsche Grenze ein- und ausslogen, wurde ein britisches Flugzeug durch unsere Flak brennend abgeschossen. Ein Teil der Besatzung Wurde gefangengenommen."

Vor Schiffsfriedhof wachst weiter

brv Kopenhagen, 29. März.

In Mittelengland wurden 38 Ueberlcbende des Londoner Dampfers „Rossington Court" (6922 BNT.) gelan­det, der am 13. März angeblich bei einem „Zusammenstoß" mit einem Tankschiff auf dem Atlantik sank.

An der dänischen Westküste strandete ferner ein schwe­disches Motorschiff von 1990 BNT. mit einer Koksladung. Die lLköpsige Besatzung versuchte zunächst, trotz schweren Seegangs aus dem Wrack zu bleiben, signalisierte aber im Lause des Donnerstags um Hilfe.

Rom, 29. März.

Der estnische Dampfer „Orion" (747 BNT.), der von Norwegen nach Großbritannien unterwegs war, ist in der Nordsee gesunken.

Brüssel, 29. März.

England hat sich, angefangen mit der berüchtigten Churchill- Rede, in der er als erster die Neutralen offiziell beschimpfte und ihnen mit dem Einbruch in ihre Gebiete drohte, über die „Cossack"-Asfäre bis zu den letzten zahlreichen und bru­talen Neutralitätsverlctzungen in Dänemark und Norwegen in den Augen der Welt derart kompromittiert, daß man nun­mehr glaubt, Frankreich voranschicken zu müssen. „Rehnaud, geh du voran", sagt man in London und schon strampelt dieser Hampelmann Englands streberhaft mit allen Gliedern stn Glauben, damit sich selbst und seiner „Ein-Stimmen-Mehr- heitsregierung" zu dienen. So ergreift jetzt also dieser „starke Mann" die Verbrechersahne der Kriegsausweitung und des Neutralitätsbruches und trägt sie voran.

Der „Temps", das französische Regierungsblatt hat es natür­lich eilig, diese „stolze Aktivität" des neuen Ministerpräsiden­ten dem reichlich nervösen französischen Volk zu verkünden, um ihm neue „Hoffnung" zu geben. Er teilte also mit, „daß man in zuständigen Kreisen erklärt, die Alliierten sähen es in Zukunft als ihr Recht (!) an, die Neutralität der norwegi­schen Gewässer nicht mehr zu respektieren."

Das amtliche Nachrichtenbüro Havas nahm sich sofort dieser „erfreulichen" Nachricht an und verbreitete sie in alle Welt. Aber kurz daraus bekam mau in Paris Angst vor der eigenen, wenn auch von England bestellten Verbrcchercourage und Havas jagte seiner Meldung den schönen Satz nach: „Havas bittet nachträglich seine letzte Meldung zu annullieren."

Peinlich. Aber eS wird noch peinlicher! Schließlich müssen ja die englischen Wünsche erfüllt werden und auch Herr Rehnaud will der „starke Plann" bleiben. So beschäftigte man sich im französischen Außenministerinm erneut mit dem Fall, setzte einen Juristen an die Arbeit, und als Ergebnis ver­breitete Havas eine neue Meldung, die das gleiche sagt, wie die erste Nachricht des „Temps", nur in der Form verklausu­lierter ist. Darin heißt es u. a.:

„Eine Abendzeitung (der „Temps") veröffentlichte unter dem Anschein der Halbamtlichkeit eine Note, der zusolge die Alliierten sich von nun an berechtigt fühlten, die Neutralität der norwegischen Gewässer nicht mehr zu respektieren. In Wirklichkeit wurde keine Erklärung dieser Art abgegeben. (Man pflegt solche Ansichten ja auch nicht in Erklärungen knndzutun. Uns genügt der „Temps" vollkommen). Der eng­lische und französische Standpunkt habe sich seit dem „Alt- mark"-Fall nicht verändert. Sowohl in Paris wie in Lon­

don ist man der Meinung, daß es einen unerträglichen Zu­stand darstellt, daß die Neutralität eines solchen Landes tatsächlich fortgesetzt durch den Mißbrauch, den deutsche Schisse damit treiben (indem sie gemäß dem Völkerrecht in der norwegischen Hoheitsgrenze fahren) verletzt wird und daß die Alliierten folglich entschlossen sind, selbst die Rolle des Polizisten zu übernehmen. Die Passivität gewisser Regie­rungen fälschte den eigentlichen Sinn der Neutralität, und die Aktion der Alliierten beschränkt sich daraus, das so in Frage gestellte Gleichgewicht wieder herzustellen. Für die Länder, die eine aktive Neutralität betreiben und daraus bedacht sind, geachtet zu werden und sich Achtung zu ver­schaffen, besteht die französische wie die britische Haltung in Verständnis und Sympathie". (Diejenigen Länder aber. die diese „aktive" Neutralität zugunsten der Westmächte nicht betreiben, haben daneben statt „Verständnis und Sympathie" den Einbruch in ihr Hoheitsgebiet durch die Westmächte als ..Polizisten" zu erwarten.

Schaukel hin, schaukel her, schaukel hin nnd jetzt noch ein­mal her: Denn etwas später berichtet Havas: Aus autoritärer Quelle wird gemeldet: Die gestern i.n den Abendblättern erschienene Information über die Neutralität der nor­wegischen Gewässer war notwendigerweise falsch, denn sie spielte auf den möglichen Beschluß einer Versammlung (wohl des Kriegskabinetts) an, die noch gar nicht stattgefunden hat,"

Nun, wir wollen uns als Deutsche nicht den Kopf zer­brechen, was das berühmte Mehrheitskabinett des Herrn Rehnaud beschließen wird, Wir wissen es schon, was England wünschen wird, denn wozu hat Herr Rehnaud sein Telephon nach London? Wir wollen uns nur dieses hin und her von Havas, diese Schaukelei unfähiger Neutralitätsverbrecher gebührend betrachten: denn sie ist ein Symptom dafür, wie Herr Rehnaud regiert.

In Moskau stark beachtet

Moskau, 29. März

Die Verletzung der norwegischen Neutralität durch England findet in Moskau weiter starke Beachtung. Die Presse gibt die Mitteilungen der norwegischen Telegrafenagentur unter Her­vorhebung des norwegischen Protestschrittes in London wieder sowie eine Reihe von norwegischen und schwedischen Blätter­stimmen zu den neuen Völkerrechtsverletzungen Englands.

wie unsere „flltmark keimkekrte

Jubel um Sen tapferen Kapitän und seine tüchtige Vesatzung — Männliche raten im Menste Veutschlands

änd.29. März (KL.)

Die deutsche „Altmark", die durch die schändliche Tat eng­lischer Piraten tagelang im Mittelpunkt des Weltinteresses stand, ist, wie bereits berichtet, Mittwoch abend überraschend in einen deutschen Hafen eingelaufen. Das Schiff, das nach einer abenteuerlichen Fahrt von rund 49 999 Seemeilen dem Verbrecherischen Anschlag in neutralen Gewässern zum Opfer gefallen war, hat durch seine glückliche Heimkehr bewiesen, daß auch in unserer Handelsmarine jener Geist steckt, dem un­sere Kriegsmarine ihre stolzen Ersolge verdankt. Die Fahrt durch den Hasen gestaltete sich für die „Ältmark" zu einem Triumphzug. Dutzende von Fahrzeugen kamen ihr entgegen, und brausende Hurras vermischten sich Mit dem Heulen der Dampssirencn zu einem freudigen Akkord. Gegen 21 llhr machte die „Altmark" fest.

Wir konnten es kaum glauben,' als die Nachricht kam, die „Altmark" befinde sich in deutschn Gewässern, Lag sie nicht in den norwegischen Schären mit beschädigten Schranken und gebrochenem Steuer? Als wir au Bord eines schnellen Fahr­zeuges durch die stejle Dünung dem Schift entgegenfuhren, sind alle Zweifel verschwunden. Rechts voraus machen wir die unverkennbare Silhouette eines großen Dampsers aus. Das kann nur die „Altmark" sein! Alles schaut nun gespannt die­sem Schiff entgegen, bis wir seinen Namen lesen können, der in den letzten Wochen der Welt deutlich machte, wie brutal England Wehrlosen gegenüber zu handeln Pflegt, „Altmark"! Mühsam kämpfen wir uns an den großen Kasten heran. Denn die Dünung macht uns ziemlich zu schassen. Endlich können wir die Halteseile der Jakobsleiter sassen, und Mann sür Mann klettern wir an Bord.

An Deck ist die Mannschaft der „Altmark" angetreten. Kapitän Dau begrüßt seine Gäste. In den Augen dieses Mannes kann man die Genugtuung darüber lesen, daß er sein Schiff und seine Mannschaft glücklich in die Heimat zurück­gebracht hat Run ertönt das Kommando: „Beide Maschinen halbe Kraft voraus!" Und langsam nimmt das große Schift

Fahrt aus. Wir aber. dir wir zum Fragen an Bord gekommen sind. werden nun zu Ausgesragten. Denn alles wollen die Männer wissen, die so viele Monate von der Heimat abge­schnitten waren.

Endlich sind wir mit Fragen an der Reihe, und das tun wir dann auch gründlich. „Nun erzählt mal, wir ihr euer Schift so schnell repariert habt?" — „Repariert? Wir haben gar nicht repariert. Die eine Schraube existiert nur noch zur Halste und die andere hat auch ihre Mucken weg." — Ja, und das Ruder?. Hattet ihr nicht das Ruder im Jössingfjord ge­brochen? „Doch, das haben wir wohl, und es liegt auch noch dort, wo es keiner mehr herausholen kann." — „Ja, wie in drei Teufels Namen seid ihr hierher gekommen?" — „Das ist ganz einfach", mischt sich der Erste Ingenieur ein, „wir haben mit den Schrauben gesteuert: Wenn wir nach Steuer­bord drehen wollten haben wir die Backbordschrauben vor­wärts und die Steuerbordschraube rückwärts lausen lassen. Wenn wir nach Backbord wollten, machten wir es umgekehrt" — „Donnerwetter, hat da das Maschineupersonal aber schwitzen müssen." „Das können Sie glauben, was Männer und Ma­schinen auf dieser Reise geleistet haben, das kann sich leben lassen." Was uns als besondere Leistung erscheint, ist bei die­sen Männern eine Selbstverständlichkeit. Ohne viel Aufhebens davon zu machen, erzählen sie von den Schwierigkeiten, die uns nnüberwindbar erscheinen

Gern besichtigen wir die Kammern, die groß und sauber sind, wie es aus deutschen Schiffen üblich ist. Ein Heller Fleck an der Wand reizt unsere Neugier. „Hier hing ein­mal ein Führerbild, die versl. Tommies haben mirs abge­hängt. Daß sie meine Anzüge und meinen Mantel ebenfalls geklaut haben, hat mich nicht so sehr geärgert, wie gerade dieses Bild. Es war das größte und schönste an Bord. Eine knappe Stunde waren die Engländer hier. aber kaum eine der vielen Kammern ist nicht von oben bis unten geplündert worden. Alle Zigarettenschachteln, Uhren, Anzüge. Mantel. Wäsche, alles haben sie mitgehen heißen, sogar die Photos von Angehörigen der Besatzung wurden nicht verschont.

Bezeichnenderweise sind nicht etwa nur „kleine Andenken" mitgenommen worden, nein, die Auswahl wurde aus­schließlich unter dem Gesichtspunkt der Verwendbarkeit ge­troffen, und damit haben die englischen Matrosen sich ihr Urteil selbst gesprochen.

„Jetzt hat auch Kapitän Dau einen Augenblick Zeit für uns. Er bestätigt alles, was wir bisher von seinen Männern schon gehört hatten, und lehnt in typischer Bescheidenheit, als wir zu seiner langen Fahrt nnd glücklichen Heimkehr gratulieren wollen, jede Art von Glückwünschen ab. „Was mir gelang, „äußerte sich unser alter „Seebär", „ist das Ver­dienst meiner Männer, die — durch beste Kameradschaft ge­eint — vorbildlich und cinsatzfrcudig den uns gestellten Aus­gaben gerecht geworden sind." Nur auf die Frage, wie er denn den Engländern doch zuletzt noch eine Nase gedreht habe, weicht er mit einem feinen Lächeln aus. „Wir sind ausgelaufen," sagt er, „und dann langsam hierher geschip- pert." — „Ja. und die Engländer," — „Die haben sich ein paarmal durch Flieger überzeugt, daß wir noch im Jössing- sjvrd liegen, — aber als sie merkten, daß wir nicht mehr da waren, da war es zu spät,"

Sind das nicht Hurra-Rnse? Wir gehen hinauf auf die Brücke, da rauscht gerade ein Kreuzer an uns vorbei. Die Besatzung steht angetreten an Deck. Brausende Hurras hallen zu uns herüber. Die Antwort von uns bleibt nicht aus. Immer mehr Schisse kommen uns entgegen, und das be­geisterte Grützen herüber und hinüber nimmt kein Ende mehr. Was müssen diese Männer empfinden, die sich viele Monate lang nur aus sich selbst angewiesen südlich und nördlich des Aequators herumgetrieben haben. Die Wellen der Begeiste­rung, die ihnen hier cntgcgenschlagen und die heute und morgen noch nicht verebbt sein werden, geben ihnen die glückliche Gewißheit, daß sie wieder heimgekehrt sind zu einem Volk, das mehr denn je würdigt, was im Dienste des Vater­landes an männlichen Taten vollbracht wird."

2sI1.

stehen, wenn wir das pangermanistische Monstrum zu zer» gliedern wissen, dann wird dies trotzdem sür einige Gene­rationen anhalten. Die Franzosen-Briten (!) werden bans ein lobenswertes Werk vollbracht haben!"

Der Artikel trägt die Ueberschrist „Der Friede ohne Sieg würde sür die Westmächte schlimmer sein als eine Nieder­lage . . (das heißt also. die Kriegshetzer wollen einen Sieg ohne Frieden! Die Schristleitung). Am Schluß des Artikels heißt es: Es bliebe also nur eine Lösung, die alle Länder wünschen müßten, und zwar die Neutralen mehr noch (I) als die Westmächte: dir Niederlage Deutschlands. Dafür aber, daß diese Niederlage schnell verwirklicht werde und damit auch die ganze Welt nicht zu sehr unter den Härten des Krieges leide, müsse man hassen, daß „gewisse Völker" endlich ver­stünden, daß die „Stunde der Erpressungen" vorbei sei, andere Völker müßten über die schweren Folgen nachzudenken ver­stehen, die ihre Feigheit haben könnte. (!)

Der sowohl geistig wie moralisch minderwertige Artikelschreiber des „Lyon Republicaine" versucht ver­gebens sich und andere in den Wahn hineinzuschwatzen, dah die Westmächte überhaupt noch eine Wahl zwischen Frieden ohne Sieg, Frieden mit Sieg oder Frieden mit Niederlage haben. Das Gesetz des Handelns und der Entscheidung liegt allein in der Hand des Führers! Deutschland wird den üblen Schmierfinken L la Jean Vardanne und ihren hetzenden Hintermännern militärische Lexionen erteilen, die ihnen die „Lust zu fabulieren" nehmen werden. Die. absurden Wunsch- träume der demokratischen Pressehyänen bestätigest uns eindeutig, wie notwendig es ist, Europa im In­teresse eines dauerhaften Friedens von diesem wider­lichen Geschmeiß der politischen Unterwelt ein für alle-, mal zu befreien. Der sich selbst anprangernde französische Schreiberling ist blöde genug, seine aggressiven Aus­führungen zu dem bekannten „Wink mit einem Pfiff" an die Neutralen zu „steigern". Nun. die von den West­mächten heimgesuchten neutralen Staaten haben schon genug „Stunden der Erpressung" seitens der französisch­englischen Völkerrechtsbrecher erlebt, um zu wissen, welches Schicksal ihnen im Falle einer (an sich unmög­lichen) „Besetzung und Zergliederung Deutschlands" zu­teil würde. Lie bitteren Erfahrungen, die sie gerade in diesen Wochen sammeln konnten, wirft man nicht leicht­fertig zum Fenster hinaus! Auch die zynische Be­schimpfung der Neutralen durch das Lyoner Blatt dürf­ten sich die mit plutokratischem Schmutz beworfenen Länder in einem ganz anderen Sinne einprägen, als es sich das Kleingehirn des französischen Maulstrategen ausmalt. Wir aber werden uns dieser und anderer Aeußerungen der „Franzosen-Briten" am Tage der Generalabrechnung bestimmt erinnern! Wort für Wort!

mü.

^'e«ke« Aers

Reynaud spekuliert aus Kammerstimmen

Das französische Nachrichtenbüro Havas hat Don­nerstag nachmittag folgendes Kommunique heraus­gegeben: „Die Pariser Presse hofft, daß die neue Re­gierung im Einvernehmen mit England den Krieg mit wachsender Energie führen wird: sie verzeichnet mit Genugtuung die zwangsweise Abreise des russischen Botschafters Suritz als Zeichen der neuen Zeit und kommentiert die Tätigkeit der britischen Marine an den skandinavischen Küsten günstig."

Besser hätte die gegenwärtig in Paris herrschende Stimmung nicht charakterisiert werden können. Die in den letzten Wochen so schlapp herabhängenden Segel der Kriegstreiber haben neuen Wind eingefangen und beginnen sich wieder etwas aufzublähen. Triumphie­rend verkündet in der Brüsseler Zeitung „Soir" der Außenpolitiker des „Temps", daß alles darauf hin­deute, daß nunmehr von der englischen Seite her der Krieg mit wachsender Energie geführt werde: die Rundfunkrede Paul Reynauds, die Tätigkeit der eng­lischen Flotte in den norwegischen Hoheitsgewässern, die Beratungen des französischen Kabinetts wie die ständige Fühlungnahme zwischen Paris und London über die Führung der Operationen zu Wasser, zu Lands

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Die westlichen Plutokratien erklären nunmehr ganz offen, daß sie die Souveränität der Neutralen, im be­sonderen Skandinaviens, überhaupt nicht mehr respek­tieren werden.

Auf der Londoner Kriegsratstagung empfing die Draht­puppe der englischen Plutokratie, Rehnaud. ihre In­struktionen.

Ein holländischer Jäger schoß einen englischen Bomber über holländischem Gebiet ab.

Der sensationelle.Selbstmord eines englischen Geschwader­führers deckt das Zustandekommen der fabulierten „eng­lischen Lustsiege" überraschend aus.

Ein Lhoner Journalist versteigt sich zu der Forderung, ganz Deutschland zu besehen und wirft den Neutralen Feigheit vor.

Am 18. Jahrestag der Gründung der italienischen Luft­waffe ehrte der Duce die Helden der Luftfahrt.

Der Reichserziehungsminister hat eine Neuorganisation der Unfall- und Haftpflichtversicherung für Schüler an­geordnet.

In Bremen besiegten Riedersachsens Boxer die Dänen- ouswahlsieben mit 19:4 Punkten.

Sportverein Werder-Bremen opferte seine gesamten Sie- gestrophäen sür die Metallspende.