Ausgabe 
(25.3.1940) Nr. 84
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parteiamtliche Lageszeitung

vas Amtsblatt des Negierenden Vürgermeisters der Lreien fjansestadt Ncemen

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der Nationalsozialisten Vremens

flmttiches verkündungsblatt des Neichsstattffalters in Videnburg und Vremey

Nr. 84/10. Jahrgang

Mittwoch, 2?. März 1940

Linzeipreis 15 Npf.

Segen die britischen Seeräuber

Norwegen protestiert in London

WkpeAr« «reit 4 e« AaLtao

Bittere Enttäuschungen in England

VSnemarks Schiffer fordern Schutzmaßnahmen / Schluß mit dentechnischen Neutrasitäks Verletzungen / stmerikamscher Pressedienst kennzeichnet die Verlogenheit der vriten

Oslo, 27. März.

Der norwegische Gesandte in London hat bei der britischen Regierung Vorstellungen wegen mehrerer Fälle von Verletzung der norwegischen Neutralität erhoben, die sich in den letzten Lagen ereignet haben. Der Protest Norwegens bezieht sich auf die bereits bekanntgewordenen Belästigungen mehrerer deutscher Schisse durch britische Kriegsschiffe innerhalb der norwegischen Hoheitsgewässer.

Der Protest in London wird von der norwegischen Presse unter dicken Schlagzeilen, die über die ganze Blattseite gehen, verzeichnet.Morgenbladet" erinnert .an eine Anfrage des Abgeordneten Dalton im englischen Unterhaus über angebliche deutsche Neutralitätsverletzungen gegenüber Norwegen mit der Antwort von Chamberlain selbst daß solche Neutralitäts­verletzungen wie auch die norwegischen Untersuchungen seinerzeit eindeutig ergaben nicht stattgesunden haben. Seit mehreren Monaten also, sagt das Blatt, hätten die beobach­tenden englischen Seestreitkräfte nach Chamberlains eigener Aussage keine Verletzung der norwegischen Neutralität durch Deutschland feststellen können während dem von englischer Seite derCossak"-Fall gegenüberstehe. ..Astenposten" richtete an den Außenminister Koht die Frage, ob die englische Ant­wort aus den Protest Norwegens wegen der groben Neutrali­tätsverletzungen bereits vorliege, was der Minister verneinen mutzte.

kn-lan- will klnmischuns verstärken

Wie Norwegens Protest behandelt werden soll

kv, Kopenhagen, 27. März.

Der norwegische Protest wegen der verschiedenen englischen Neutralitätsbrüche wird, wir man in Londoner außenpoli­tischen Kreisen erklärt,natürlich" zurückgewiesen werden. Die englische Presse fügt zu dieser Ankündigung höhnisch hinzu, Norwegen sei selbst nicht neutral, und die Zeit sei für Eng­land gekommen, aus einerbesseren" Auslegung des Begriffes Neutralität" zu bestehen. Die Antwort patzt zum Bilde Englands! Die Briten sind augenscheinlich entschlossen, in ihren Neutralitätsverletzungen fortzufahren und das Völker­recht als ungeeignet sür britische Piraten abzulehnen.

weder Mißverständnis noch Zufall

dos- D e n H a a g. 27. März.

Die fortgesetzten Neutralitätsbrüche der Engländer in nor­wegischem Hoheitsgebiet haben auch in den politischen Kreisen HollandS ziemliches Aussehen und zugleich Beunruhigung hervorgerufen. Man ist überzeugt, daß es sich nicht um Einzel­aktionen der britischen Flotte handelt, sondern um einen festgelegten britischen Plan.

Die holländischen Blätter geben einem Bericht der United Preß großen Raum. in dem es heißt, daß die Hebelgriffe der englischen Flotte nicht auf ein Mißverständnis oder auf Zufall zurückzuführen sind In London wolle man nicht, be­reisen. so heißt es weiter, daß die neutralen Staaten gegen

icse ,,technische Neutralitätsverletzung" protestieren. London stelle sich aus den Standpunkt, daß die englische Politik durch menschliche Gesichtspunkte (IN und nicht durch bürokratische Gesetze geleitet werden müsse (Wobei als ein besonders mensch­licher Gesichtspunkt" die Beschießung harmloser dänischer Spaziergänger durch englische Flugzeuge zu gelten hätte.) Es ser nur zu gut zu verstehen/ heißt es bei United Preß weiter, daß sich das neutrale-Ausland über die.verlogene.englische Beweisführung entrüstet? Das Haager BlattHct Vaderland"

sronzöfisäies Zag-flugjeug abgeschoffen

Neue Neutralitätsverletzungen feindlicher Flugzeuge

Berlin, 27. März.

DaS Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

An der Westfront keine besonderen Ereigniss«. In der Ge­gend Saarbrücken fand zwischen Mcsserschmitt-Jägern und ftanzösischen Morane-Jagdslugzeichen ein Lustkamps statt, in dessen Verlaus ein feindliches Flugzeug abgeschossen würde. In der Nacht von, 2«. zum 25. März unternahm die deutsch« Lustwasse einige erfolgreiche Erkundungsslüge nach Nord- und Ostsrankreich, ohne aus Gegenwehr zu stoßen. Feindliche Flugzeuge slogcn um die gleiche Zeit nach Nord- und Süd- westdeutschland «in, wobei sie teils aus dem Hin-, teils aus dem Riickslug mehrfach niederländisches, belgisches, luxem­burgisches und schweizerisches Hoheitsgebiet verletzten."

Die deutsche Luftwaffe dagegen arbeite nach einem durch­dachten strategischen Plan. Der Einsatz der deutschen Lust- waffe in Polen sei vorbildlich gewesen, aber auch jetzt operier­ten die Deutschen, so stellt der Korrespondent fest, nicht weni­ger erfolgreich. Deutschland habe bisher keine einzige Lust­operation unternommen, die nicht unmittelbar dem Ziel ge-

schreibt hierzu, die Neutralen müßten aufs schärfste gegen Handlungen Protestieren, die im Gegensatz zum internationa­len Recht stünden. Die neutralen Staaten würden nicht mehr Herren im eigenen Lande sein, wenn sie die sogenannten technischen Neutralitätsverletzungen" ohne Protest Hinnehmen würden.

kinstellung -er Nor-seefakrten angeSrokl

Kopenhagen, 27. März.

Vertreter der Organisationen der dänischen Seeleute ver­sammelten sich gestern in Kopenhagen zu einer Besprechung über die starken Verluste an Schissen und Menschen, die der englische Krieg der dänischen Handelsflotte zugefügt hat.

VLnische ffolieilsgebiele stän-i-es flnsriffsriel -er britischen U-Voote!

Kopenhagen, 27. März.

In Kopenhagen permutet man, daß englische U-Boote in Zukunft, ungeachtet der Rechte eines neutralen Staates, innerhalb der dänischen Drei-Meilen-Zone in großem Stil gegen die deutschen Schisse vorzugehen versuchen wollen, die den Verkehr zwischen Deutschland und den skandinavischen Ländern aufrechterhalten. Man glaubt, daß Anzeichen einer sich ändernden englischen Seekriegstaktik zu erblicken sind und hält für dir Zukunft ein Vorgehen gegen deutsche Handels­schiffe auch dann nicht sür ausgeschlossen, wenn diese sich in dänischen, schwedischen oder norwegischen Hoheitsgewässern befinden.

dient hätte, die englischen Ueberseeverbindungen zu stören. Auf der Seite der Westmächte, gesteht der Korrespondent resig­nieren- ein, sei leider nichts von einem präzisen Einsatz zu spüren.' Diesen Feststellungen ist nichts hinzuzufügen,, sie sprechen für sich selbst.

Die Vertreter haben eine Entschließung angenommen, in der in sehr entschiedener Form unter Androhung einer even­tuellen Einstellung der Nordseesahrten die Durchführung der Anordnung des dänischen Handelsministers gefordert wird. daß dänische Schisse aus allen Reisen über die Nordsee von einem Hochscesischkutter begleitet werden müßen.

Wenn diese Maßnahme zum Schutze des Lebens dänischer Seeleute nicht verwirklicht würde, würden die beteiligten Or­ganisationen, wie es in der Entschließung weiter heißt, ihren Mitgliedern abraten, weiteie Fahrten mitzumachen. Der For­derung an den Handelsminister sind die Bereinigungen der dänischen Steuerleute, der dänischen Maschinenim-'ster, der dänischen Heizer und der dänischen Schisfsgästwirtjch./tsange- stellten beigetreten.

knglanSer griff -Lutschen Dampfer in norwegischen ffokeitsgewSffern an

Berlin. 27. März.

Unter den deutschen Handelsschiffen, die in den letzten Tagen innerhalb norwegischer Hoheitsgewässer Angriffen britischer Kriegsschisse ausgesetzt waren, befand sich auch der Herings- dampserButt". Am Morgen des 22. März hat ein eng­lisches Torpedoboot versucht, diesen Dampfer durch Abgabe eines Warnungsschusses zu stoppen, obwohl er in norwegischen Hoheitsgewässern suhr. Die bei diesem Warnungsschuß abge­feuerte Granate ist, wie jetzt bekannt wird, aus norwegischem Boden eingeschlagen.

Moskau. 27. März.

Die neuen Verletzungen der norwegischen Neutralität durch britische Kriegsschiffe finden in der Sowjetprcsse starke Be­achtung. Sämtliche Blätter verbreiten darüber die amtliche Mitteilung sowie die Meldung über den Protcstschritt des nor­wegischen Gesandten in London. "..r--,»« -

fln -er so-eskiiste gesunken

Kopenhagen. 27. März.

Einer Mitteilung der Kopcnhagencr Reederei Lauritzen zufolge ist der DampferBritta", 114k BRT., am zweiten Ostcrtag, morgens 6 Uhr, vor der Nordostküste Schottlands gesunken. Bon den 18 Mann der Besatzung werden 13 ver­mißt, fünf wurden gerettet.

Der holländische Fischdampser P r o t i n u s" ist. wie aus Amuiden berichtet wird, aus eine Mine gelaufen und unter­gegangen.

vritische leilgestSndniffe

Amsterdam, 27. März.

Wie der Flottenkorrespondent desDaily Telegraph" fest­stellt, ist mit dem Verlust des Trawlers -.Loch Ässater" die Gesamtverlustzisser bei den Trawlern auf 18 angestiegen. Mit Ausnahme von dreien hätten alle diese 18 seit Kriegsaus­bruch im Dienst der Admiralität gestanden. Reun dieser Schisse seien aus Minen gelaufen, süns würden vermißt, drei seien durch Bomben oder Torpedos versenkt worden, wäh­rend ein Trawler nach einem Zusammenstoß mit einem französischen Dampfer gesunken sei.

Mit diesem Eingeständnis gibt England erneut einen ver­schwindend geringen Teil seiner großen Verluste seit Kriegs­ausbruch zu. Auch in diesem Falle wird genau wie in frühe­ren' Fällen wieder nach der berühmten Methode Churchills versahren worden sein, daß die , angegebenen Verluste be­stimmt nicht länger verheimlicht werden konnten.

limes" dsneiäkt lleulscklsnlk I-uktvstte

Usus «onlvltillugs üs r Sriten . Ansatz verlskll. Lsmerlielrsvlerle Erkenntnisse

boe. Den Haag. 27. März

Die Mitzerf-lge der englischen Luftwaffe werden von dem Luftfahrikorrespondenten der ..Times" zum Gegenstand eines bemerkenswert scharfen Angriffes gegen die ver­antwortliche Leitung der britischen Luftwaffe gemacht. Wenn das offiziöse Blatt auch die wenigen Einzelaktionen der Engländer als gelungen und erfolgreich bezeichnet, so wird in dem Bericht doch ganz offen zugegeben, datz der Einsatz vollkommen verfehlt gewesen ist. Das Blatt macht bei einem Vergleich mit der deutschen Luftwaffe der eigenen den Vorwurf. datz sie kein sestumrissenes Ziel habe. Die englische Luftwaffe sei bis jetzt nur für isolierte Aktionen eingesetzt worden, die man als vollkommen unwirtschaftlich (!) bezeichnen müsse. Die Konfettiflüge, die sogenannten Sicherheits- slüge und der Angriff auf Sylt patzten nicht in ein militärisches Programm.

*

Niederträchtige britische Verdreliungskünste

Vergebliche vemiihungen ton-ons, -ie deutsche Soi-atenehre;u beschmutzen

Berlin, 27. März.

Eines der tollsten Stücke, die sich die englischen Piraten der Lust letzthin leisteten, war die Beschießung dänischer Spa­ziergänger in Nhmindegab am hellichten Tage. Dabei wurde durch einen glücklichen Zufall keine Person verletzt; es wurde aber eindeutig von den Beschossenen das englische Hoheits­zeichen an den Flugzeugen erkannt.

Run beginnen die leidenschaftlichen Proteste der Neutralen gegen dir ständigen" frechen Reutralitätsbriiche der Engländer, der englischen Propaganda selbst aus die Nerven zu sallen und so ersiydet sie flugs einen neuenAthenia"-Fall dies­mal einenAthenia"-Fall der Lust. Mit dreister Stirn be­hauptet sie nämlich, daß das angreifende Flugzeug beileibe kein englisches gewesen sei. Denn englische Flieger würden niemals bewußt dänisches Hoheitsgebiet verletzen und außer­dem sei gar kein englischer Flieger zu dieser Zeit in der

Lust gewesen. So bleibe also nur übrig, daß die Deutschen ein Flugzeug mit einer englischen Kokarde bemalt hätten, um durch einen brutalen Angriss aus dänische Zivilisten die eng­lischen Flieger ins Unrecht zu setzen.

Der Ruf der deutschen Wehrmacht ist in der'ganzen Welt zu gut begründet, um durch derart infame Verdächtigungen beschmutzt werden zu können. Da aber die englische Propa­ganda nach dem im Weltkrieg bewährten RezeptSeiuper sliauicl Iiseret" (Jrgendetwas bleibt immer, hängen)- zu han­deln pflegt, wird von zuständiger Seite eindeutig festgestellt, daß an jenem Tage kein deutscher Flieger den in Frage kom­menden Luftraum beslogen hat, daß ferner selbstverständlich die deutsche Luftwaffe derart niedrige und feige 'Kampfmetho­den ablehnt und daß es endlich nicht Deutschland, sondern England ist, das an einer Ausweitung des Krieges Interesse hat. Es wird also wie in demAthenia"-Fall so auch diesmal das vergütete Geschoß den hinterlistigen Schützen selbst tresfen.

flrbetter fordern Plutokraten-Steuern

vorwürfe gegen Ltzamberlain un- Simon Unerberene Nalsttzlöge

dos Den Haag, 27. März.

Bus ihren Osterzusammenkiinsten haben die englischen Ge­werkschaften, die Labour-Partei und die Unabhängige Partei, einmütig gegen das rapide Ansteigen der Preise sowie gegen die Preis- und Lohnpolitik der Regierung Stellung ge­nommen. Aus allen Tagungen wurde empört daraus hin­gewiesen, datz Chamberlain und sein Schatzkanzler den Eftcn- bahnaktioniiren, den Inhabern der Reedereien, kurz den plutokratischen Nutznießern die Taschen füllten, die Arbeiter aber hungern lassen.

Wyhl oder übet mußte sich -erDaily Herald" mit diesen Dingen beschäftigen. Mit eindringlichen Worten verlangt das Blatt, daß Chamberlain keine neuen Steuern aus Nahrungs­mittel erheben dürfe. Im Hinblick auf. das bevorstehende neue Budget wird Schatzkanzler Simon beschworen keine neuen Steuern für Waren festzusetzen, die sich die breite Masse des Volkes kaufen muß Dafür solle die Regierung endlich die lang versprochene Kapitalsteuer sür die besitzenden Schichten einführen Außerdem fti die Gewinnsteuer viel zu niedrig. Nach Ansicht des Blattes sei es Chamberlains Pflicht die Kriegsgewinnler gehörig anzupacken und ihre Verdienste mit mindestens 60 Prozent zu besteuern Aus andere Weise

könnten die Hunderte von Millionen Pfund, die Simon brauche, um den Krieg zu finanzieren, nicht zusammengebracht werden.

Schließlich fordert derDaily Herald" das Schatzamt aus, die Steuerhintcrzieher schärfer zu erfassen. Nach der Behaup­tung des Blattes haben es die Plutokraten verstanden, durch Verschiebung großer Kapitalien ins Ausland und durch an­derephantastische Winkclzügc" riesige Summen dem Zugriff des Schatzamtes zu entziehen. Das Blatt schätzt, daß England durch die .Kapitalflucht jährlich mindestens 75 Millionen Pfund, das sind etwa l Milliarde RBi., verliere.Daily Expreß" scheint sich ebenfalls einige Sorge darüber zu machen, ob Simon in seinem neuen Staatshaushalt die Zange richtig ansetzen werde. Das Blatt weiß jedoch dem Tchatzkanzler nur Ratschläge zu geben, wie dieser seine plutokratischen Freunde zufriedenstellen kann, ohne die breite Masse des Volkes allzu­sehr vor den Kops zu stoßen. Das Blatt rät, eine Schenkungs­steuer einzuführen, da die besitzende Klasse die recht hohe Erb­schaftssteuer wirksam zu umgehen weiß.

Die englische Regierung wird sich diese"Vorschläge anhören, ohne sich nach ihnen zu richten. Seine Instruktionen holt sich der Schatzkanzler zur rechten Zeit aus dem City.

. Berlin» 27. März.

Man hielt sich in London zweifellos für äußerst schlau, als man in den letzten vor Ostern herausgegebene» Zeitungen eine wilde Hetzkampagne um den Balkan ent­fesselte. Da während der Festtage keine Blätter er­schienen, glaubte man, das britische Gift wenigstens drei Tage lang wirken lassen zu können und solange vor einer Entlarvung sicher zu fein.

Es erübrigt sich, die ganze Lügenserie zu zerpflücken, die in diesen Tagen auf die Neutralen niederprasselte, um sie unter Ankündigung schrecklicher Gefahren in immer neue Unruhe zu stürzen und möglicherweise zu kopflosen Maßnahmen zu veranlassen. Einmal sollte Rumänien von Deutschland, dann wieder von Rußland bedroht sein, behauptenTimes" undDaily Telegraph". Ein Krieg zwischen Rußland und der Türkei könnte jede Minute ausbrechen, behaupten die gleichen Hetzer, wäh­rend andere die Variante eines unvermeidlichen Kon­fliktes zwischen Rußland und dem Iran erfanden.

Frankreich hatte seinen wohlerwogenen Anteil an dieser Aktion, die in diesem speziellen Falle offensichtlich auch dazu dienen sollte, Reynaud den Anschein besonders kriegerischer Aktivität zu verschaffen, um auf diese Weise seine wie man in London befürchtet allzu schwache innerpolitische Stellung zu untermauern. Getreu der verabredeten Regieanweisung propagierten daher meh­rere Pariser Blätter einen Krieg gegen Rußland, wäh­rendOrdre" die Aufgabe zugewiesen erhielt, den Jugoslawen einzureden, daß sie die nächste Beute Deutschlands und Italiens würden.

Schneller als die plutokratischen Intriganten erwartet hatten, setzte der Rückschlag ein. Ehe weiteres Unheil angerichtet werden konnte, entschloß sich die rumänische Regierung, den Reuter-Vertreter, der ein angebliches deutsches Wirtschaftsultimatum an Bukarest aus seinen schmutzigen Fingern gesogen hatte, zur Rede zu stellen und auszuweisen. Dem französischen Rundfunk, der den blamierten Vriten retten wollte, fiel nichts besseres ein als die blödsinnige Erklärung, daß Deutschland selbst diese Gerüchte über ein Ultimatum lanciert habe. Un­vorsichtigerweise hatte sich aber kurz zuvor der einer infamen Brunnenvergiftung überführte Reuter-Vertre­ter mit der Behauptung herauszureden versucht, er habe seineInformationen" von einer sonst gut unterrichte­ten Stelle in Bukarest erhalten. Vermutlich von der­selben Stelle, die gleichzeitig drei verschiedene Anlagen der rumänischen Erdölindustrie durch Agenten des Le­eret Service in Brand stecken ließ.

Aber auch im Nahen Osten verwandelten sich die bri­tischen Hctzmanöver in ein jämmerliches Fiasko. Ruß­land und Iran, zwischen denen angeblich jede Sekunde der Krieg ausbrechen konnte, schlössen statt dessen einen weitgehenden Handelsvertrag miteinander ab, der in Moskau und Teheran ausdrücklich als ein Beitrag zur Festigung der freundschaftlichen Beziehungen kommen­tiert wurde.

Die dritte Ohrfeige für die plutokratischen Giftmischer kam aus Rom und Belgrad, wo man in lebhaften Kund­gebungen das dreijährige Bestehen des Adria-Paktes feierte, der nicht nur die früheren Spannungen zwischen den beiden Ländern endgültig beseitigte, sondern auch zu einer absoluten Gewährleistung des Friedens in diesem Teile Europas führte. Mit Recht wies die ita­lienische Presse aus diesem Anlaß darauf hin, daß es stets das Bestreben Italiens - und Deutschlands war, den Frieden im Südosten zu erhalten, mit den Völkern des Balkans freundschaftliche Beziehungen zu pflegen " sür alle Beteiligten fruchtbarem Handelsaus­tausch zu stehen. Ein Beweis dieser loyalen und kon­struktiven Politik der Achse ist nicht zuletzt der zur Zeit in Rom stattfindende Besuch des ungarischen Minister­präsidenten Teleki, der Gelegenheit zur Besprechung der aktuellen Probleme Europas und insbesondere des Donauraumes gibt.

Trotz dieses Debakels der englisch-französischen Hetz- aktron auf der ganzen Linie wäre es jedoch verfehlt anzunehmen, daß man in London und Paris die ent­sprechenden Lehren beherzigen würde. Im Gegenteil: .Ran schwindelt sich von einer Lüge zur anderen^ ergeht sich in dunklen Ankündigungen und scheut auch vor den brutalsten Drohungen nicht zurück. So bemüht sich z. B.

P"sse nach wie vor. Deutschland die schlimm- U"-?^chten anzudichten, über einen angeblichen Wirt- rrftE auf die Neutralen zu phantasieren und eine militärische Offensive des Reiches nach dem Südosten als bevorstehend an die Wand zu malen. Andererseits .'«.es trotz'Alkpr finnischen Erfahrungen noch für zugkräftig, den ValkanftaatenGarantien" und aktive Hilfe der Plutokratien zu versprechen, um sie

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Die norwegische Regierung protestierte in London gegen die britischen Seeräubermethoden.

Ein englisches U-Boot griff unter erneuter Verletzung der dänischen Neutralität ein deutsches Fischerboot an.

Die britischen Arbeiter erheben laute Anklagen gegen Chamberlain und Simon.

Zwischen Rußland und dem Iran wurde ein Handels­abkommen unterzeichnet.

Bei den kanadischen Wahlen kam es zu schweren Zu­sammenstößen.

In Bolivien wurde ein Militärputsch durch die Regie­rung niedergeschlagen.

Bor dem dänischen Reichstag kam die trostlose Etatlage Dänemarks zur Sprache.

Die deutsche Jagdabwehr schoß «in französisches Flug­zeug ab.

Die BZ. besuchte die Bbschußstelle des Vickers-Wellington- Langstreckenslugzeuges. das in der Nacht aus Ostern durch unsere Flakartillerie vernichtet wurde.

Die ersten Kriegsrekruten des RAD. wurden durch Ge- neralarbeitSsührer Blank vereidigt.