Ausgabe 
(31.3.1939) Nr. 90
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Das Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Lreien Hansestadt Bremen

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der Nationalsozialisten Bremens

sinnliches Berkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Bremen

Nr. SO / S. Jahrgang

Lreitag, Z1. INarz 19Z9

kinzelpreis 15 Nps.

von «Isr ^lorclsSS bis ruin 5ekvssorLQn

Veutschlands geballte Wirtschaftskraft

Neichsminifter funk über die sinanzpolitik

siir Semeinschastsarbeit auf den Weltmärkten / die neuen Aufgaben der Neichsbank

Berlin, 31. März

Anläßlich der ersten Sitzung des Zentralausschusses der Reichsbank unter der neuen Reichsbankleitung sprach gestern Reichswirtschaftsminister und Reichsbankpräsident Funk ausführlich über die Grundsätze der neuen Kredit- und Finanzpolitik, über die Wirtschafts- und finanzpolitische Lage und die wirtschaftlichen und finanziellen Be­ziehungen Deutschlands zum Ausland. Gleichzeitig machte der Reichsbankpräsident Mitteilungen über die Neugestaltung des Bankgesetzes und die neuen Ausgaben der Reichsbank.

Der Reichswirtschaftsminister ging in seiner Ansprache von seiner Berufung zum Präsidenten der Deutschen Reichsbank aus, seit der Ereignisse von weittragender politischer und wirtschaftlicher Bedeutung eingetreten sind. „Der Führer hat die Macht und die Stärke des Erotzdeutschen Reiches in den letzteil Wochen aufs neue um ein Bedeutendes vermehrt und damit auch die W irisch aftskraftdesdeutschenVolkeswe- sentlich gestärkt. Im mitteleuropäischen Raum ist ein unerträglicher Unruhe- und Gefahrenherd beseitigt und eine neue Ordnung hergestellt worden. Aus dieser neuen Ordnung wachsen neue politische.und wirtschaft­liche Kräfte. Wie immer in der Geschichte der Völker ist auch diesmal die Politik Bahnbrecherin für die Gestal­tung n^uen wirtschaftlichen Lebens und Geschehens ge­wesen. Deutschland stellt heute

das größte Industrieland der Welt aus einheitlichem Naum

dar. und gleichzeitig wird der durch die Natur vorge- zeichnete Grostwirtschaftsraum von der Nordsee bis zum Schwarzen Meer sich noch prodMiver und für 'alle be­teiligten Länder erfolgreicher ausgestalten lassen. Ferner mutz die enge politische und geistige Verbundenheit zwi­schen dem nationalsozialistischen Deutschland und dem faschistischen Italien auch zu einer Verbundwirtschaft der beiden Staaten führen, indem die beiderseitigen Wirt­schaftskräfte systematisch für die gemeinsamen großen Aufgaben zur Erreichung eines größeren Nutzeffektes und größerer Leistungen organisiert und ausgewertet werden."

Der Reichswirtschaftsminister ging dann auf

das deutsch-rumänische Wirtschaftsabkommen

ein, in dem zum erstenmal in einem wirklich bedeutende Werte umfassenden Bereich auf der Grundlage der neuen, von Deutschland eingeleiteten Handelspolitik ein Wirtschaftsvertrag zustandegekommen ist, der als bahn­brechend und richtungweisend bezeichnet werden kann. Hier rollen keine „silbernen Kugeln", so erklärte Funk, sondern es werden die naturgegebenen wirtschaftlichen Kräfte und Arbeitsenergien für eine gemeinsame Lei­stung mobilisiert und methodisch eingesetzt.

Dies geschieht in der planmäßigen Zusammenarbeit der beiden sich geradezu ideal ergänzenden Volkswirt­schaften unter staatlicher Lenkung. Deutschland gibt lang­fristige Kredite in Halb- und Fertigprodukten, die wie­derum durch Arbeitserzeugnisse des rumänischen Volkes abgetragen werden, nachdem diese Investitionsgüter sich produktiv ausgewirkt haben. Unsere Produkte wirken somit in Rumänien wie Valuten und die rumänischen Rohstoffe bei uns wie Devisen. Auf dieser Grundlage finanziert Rumänien seine Neuproduktion mit zusätz­lichem Lei und wir die unsere mit zusätzlichen Reichs­mark. Die bankmäßige Verrechnung ist dann nur ein technisches Problem, allerdings nur unter der Voraus­setzung. daß dieser Gegenseitigkeits- und Ergänzungs­verkehr auf der Basis staatlich regulierter Preise, ge­sicherter Arbeitsleistungen und festgelegter Mengen sich vollzieht. Die staatlich geregelte Arbeits­leistung ist also auch die Grundlage der

W äh r u ngs s i ch e rhe i t. Der Staat sichert die Wäh­rung durch eine aktive staatliche Konjunkturpolitik.

Wir werben unsere Wirtschaft nicht wieder von einer international manipulierten Wiihrungs- und Konjunk­turpolitik abhängig machen, nachdem es uns gelungen ist, unsere eigenen Methoden mit Erfolg durchzusetzen und unsere wirtschaftliche Unabhängigkeit zugleich mit der nationalen Freiheit und Macht mehr und mehr zu sichern.

Die kapitalarmen Völker werden sich nicht mehr durch Ausländsanleihen abhängig machen. Diese Länder wollen ihre Produkte zu nutzbringenden Preisen ver­kaufen, sie wollen durch den Verkauf ihrer Produkte und den Bezug von Investitionsgütern ihre eigene Pro­duktion erhöhen und die Kaufkraft ihrer Völker stärken. Dieser Austausch kann sich nur da vollziehen, wo die natürlichen Voraussetzungen hierfür gegeben sind. Das ist aber im Verhältnis von Deutschland zu den Ländern des südo st europäischen Rau­mes der Fall.

Nachdem der Reichswirtschaftsminister von dem begeh­renswerten Wirtschaftspartner Deutschland gesprochen hatte, dessen Produktions- und Kaufkraft seiner hoch­qualifizierten geschlossenen Industrie und seiner Be­völkerung von ca. 90 Millionen mit hohem Lebens­standard die Weltwirtschaft nicht entbehren könnte.

wolle sie nicht selbst in eine weitere, noch schwerere Ver­fallskrise geraten, brandmarkte er den Mißbrauch mit Auslandskrediten, der nach der Versailler Vergewaltigung betrieben worden ist. Um in gemein­samer Arbeit die internationalen Handelsbeziehungen zu fördern und der Weltwirtschaft wieder eine gesunde Grundlage zu geben, hatte, Deutschland mit England und Frankreich erfolgversprechende Gespräche geführt, die nun durch die letzten politischen Ereignisse unter­brochen worden sind. Nach der Herstellung der neuen Ordnung im mitteleuropäischen Raum sei die Not­wendigkeit für die Fortsetzung dieser Gespräche nicht geringer, sondern eher größer geworden.

Der Reichswirtschaftsminister bezeichnete in diesem Zusammenhang die vorläufige Beschlagnahme privater Guthaben eines unter das Protektorat des Deutschen Reiches gestellten Landes, die von England unternom­men worden ist, als eine Handlung, die unter dem Ein­fluß der allgemeinen Verwirrung und Unsicherheit und einer Verkennung der tatsächlichen Verhältnisse er­folgt ist.

Der Reichswirtschaftsminister kam dann auf

die Umgestaltung der Neichsbank

zu sprechen, die ihm durch die Anordnung des Führers zur Pflicht gemacht worden ist. In dieser Anordnung wurde es als die Aufgabe Funks bezeichnet, „die mit dem Gesetz vom 10. Februar 1937 eingeleitete Umgestal­tung der durch den Dawes-Pakt der uneingeschränkten Hoheit des Reiches entzogenen damaligen Reichsbank zu einer der Souveränität des Staates bedingungslos unterstellten deutschen Notenbank zu jenem Abschluß zu bringen, der den nationalsozialistischen Prinzipien entspricht." — Dieser Auftrag des Führers macht eine grundlegende Neufassung des Bankgesetzes vom.3.8.24

erforderlich.

(Fortsetzung auf Seite 2)

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ksiebsminister Iniill vor «kein lleivlisbanlrilirelrtorium

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der Hure sprach in losenca

„Italien bleibt kein Oefangener im Mittelmeer"— Paris vertieft die Kluft

(vraktbsriebt vussrss Vertreters in Rom)

Rom, 31. März.

Auf seiner Fahrt durch Kalabrien hat Mussolini am Donnerstagvornnttag in Cosenca an die dort zu Zehn- tausenden zusammengeströmte Bevölkerung eine kurze Ansprache gerichtet. Der Duce betonte, glücklich zu sein. dieses fruchtbare Land in einem Augenblick zu besuchen, der alle italienischen Herzen wegen, des Sieges des Generals Fronco höher schlagen lasse, zu dem die glor­reichen italienischen Freiwilligen beigetragen hatten.

Nach dem Hinweis, daß die törichten und erbärm­lichen Prophezeiungen der Gegner durch den Willen und den Glauben des italienischen Volkes zerstört worden seien, versicherte der Duce, daß Italien keinesfalls dre Absicht habe, „im Mittelmeer weiter als Gefangener zu verbleiben."

Mussolini gedachte sodann des früheren Partei- l-Irctärs Biastchi. der 1S Jahre lang einer seiner wert­vollsten Mitarbeiter gewesen und dessen absolute Zuver­lässigkeit eine der besonderen Tugenden des Bodens,

Kalabriens und seiner Raffe sei. Bianchi habe den Satz

geprägt, daß, „wenn man alles dem Vaterland gegeben hat, man noch nicht genug gegeben hat." Mit der Auf­forderung, sich in jedem Augenblick als Faschist und Italiener des Andenkens Bianchis würdig zu erweisen, schloß Mussolini seine immer wieder von begeisterter Zustimmung und stürmischem Beifall begleitete Ansprache.

Daladier hat mit faschistischer Schnelligkeit die Ant­wort des Duce erhalten. Italiens Forderungen zur Erfüllung ferner Rechte durch Frankreich bleiben — an diesem Tatbestand ändern nach faschistischem Urteil fran­zösische Manifestationen, welcher Art sie auch immer seien, nicht das geringste. Daladier hat dementsprechend mit seiner Rede das Gegenteil besten erreicht, was er sich vermutlich einbildete: der Unnachgiebigkeit Frank­reichs setzt Italien sein gutes Recht und den Zwang feiner Ausdehnung entgegen. Durch Tunis und Suez ist Italien noch „Gefangener im Mittelmeer". Die in Cosenza abgegebene Erklärung des Duce steht dem­entsprechend in direktem Zusammenhang mit der fran­zösisch-italienischen Spannung. Was der Duce voraus­sah: „Der französischen-Regierung stecht es vollkommen

frei, auch nur eine einfache Aussprache Wer Tunis, Dschibuti, Suez abzulehnen..ist durch die Erklärung Daladiers, daß Frankreich nicht ein einziges seiner so­genannten Rechte abtrete, eingetroffen. Für Italien sind die Erklärungen des französischen Ministerpräsidcn ten vollauf negativ. Die weitere Entwicklung der Ve Ziehungen zwischen Rom und Paris ist damit durch eine immer größer werdende Kluft gekennzeichnet.

Rom hat die Ausführungen Daladiers mit eisiger Kälte zur Kenntnis genommen. Es genügt ein Wind­zug im Mittelmeer, um die durch Mussolini in feiner Rode vom 26. März offengelassene, von Daladier jetzt fast geschlossene Tür vollends zuzuschlagen. Ueber das Risiko, das Frankreich — und im Hintergrund sein englischer Freund — auf sich nehmen, können Zweifel nicht bestehen. Die römische Presse ist in ihrem lttteil einmütig, daß Frankreich vorsätzlich die Kluft zwischen Rom und Paris vertiefen will. „Wir nehmen davon Kenntnis", sagt „Giornale d'Jtalia". „Italien ist nicht ungeduldig, aber es ist nunmehr klar, daß Frankreich weder die Gebiete noch die Rechte diskutieren will." (siehe auch Seite 2)

Von

Hauptamtsleiter Hamis Oberlindober,

Reichskriegsopserführer

Der Führer der französischen Frontsoldaten, Henry Pichst, dem das deutsche Frontsoldatentum in seinem Friedensdienst die Möglichkeit bot, Deutschland und seine innere Haltung kennenzu­lernen, hat dieser Tage einen Artikel veröffent­licht, in dem er Deutschland mit den willkürlich­sten Unterstellungen und Verdrehungen im An­schluß an das Ende der Tschecho-Slowakei hatz- verblendet beschimpft und verleumdet („Oeuvre", 25. März). Mit seinen nachstehenden Ausführun­gen erteilt ihm Hauptamtsleiter Oberlindober Antwort und Absage der deutschen Frontsoldaten.

Nichts ist für Männer, die ihrem Volke als Füh­rer eines bestimmten Personenkreises verantmort- ich sind, gefährlicher, als wenn sie sich Illusionen hingeben und dabei behaupten, „klar zu sehen". Das gilt besonders für Henry Pichot, den Präsi­denten der Union llscksrsis. Seine Illusionen sind doppelt gefährlich, weil ihr Niederschlag, in flüssi­ger Sprache dargestellt, vom „Oeuvre" einer brei­ten Oesfentlichkeit unterbreitet wird.

Henry Pichot will zweifellos ein guter Franzose sein. Man hört ihn gerne, weil er der Typ des bourgeoisen Volkstribunen ist. Seine Aufsätze aber sind und bleiben trotz aller Tchlagsertigkeit nicht mehr als diktierte Reden. Sie pflegen nach kurzer Zeit von den Ereignissen überholt zu sein und be­sitzen historischen Wert nur dadurch, daß sich in ihnen die Nervosität widerspiegelt, welche die fran­zösische Tagesmeinung bestimmt.

Frankreich und die Franzosen könnten ebenso wie England und die Engländer mit der Vertei­lung der Erde zufrieden sein. Sie sehen ober in jeder Nation, die, nach innerer Not erstarkt, ihr Leb>xnsrecht und ihre Ansprüche aus einen ihren Bedürfnissen gerecht werdenden Lebensraum stellt, eine Bedrohung ihres Besitzes. Wie oft haben sich in den vergangenen sechs Jahren die beiden Im­perien allein von Deutschland bedroht gesehen. Bei der Heimkehr des Saargebiets, bei Einführung der Allgemeinen Wehrpflicht, bei Besetzung der ent­militarisierten Zone am Rhein, bei der Rückkehr der Ostmark ins Reich und bei der Befreiung des Sudetengaues.

Aber besonders bedroht suhlt man sich, seit aus Antrag der tschechischen Regierung das Deutsche Reich den in Versailles bewußt als Angriffsglacis gegen das Reich geschaffenen Pufferstaat unter sei­nen Schutz genommen hat. Das war keine Be­drohung der französischen Sicherheit, sondern nur die Zerstörung der Illusion einer durch Anleihen und Bündnisse erstrebten europäischen Hegemonie.

Zerstörte Illusionen und enttäuschte Hoffnungen trüben den klaren Blick. Im Leben von benach­barten Völkern gelten aber nur Realitäten. Des­halb sehen wir als Deutsche die Grenze des Rei­ches nicht an der Seine oder der Themse oder gar am Mississippi, sondern am Oberrhein und an der Eifel und lächeln, wenn gewisse Engländer Eng­lands Grenzen an den Rhein und gewisse Franzo­sen Frankreichs Grenzen an die Moldau verlegen wollen. Solche Illusionen waren bis vor sechs Jah­ren möglich, sie haben lange Jahre eintönigen Tischreden einen gewissen romantischen Kitzel ge­geben und nie einen Widerspruch bei der Novem- berrepublik ausgelöst. Heute aber steht zwischen den platonischen Wünschen solcher Grenzziehung und ihrer Erfüllung das Deutsche Reich und das deutsche Volk Adolf Hitlers!

Dieses deutsche Volk und sein Führer kennen keine Illusionen mehr. Versailles, das angeblich von „traditionsgemäß anständigen Völkern" ge­macht wurde, und die 16 darauf folgenden Jahre

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Unssr IssesssSSNGk

(VIs bsutixg uwksLt so Zsitsv)

Der Duce erklärte in Cosenca: Italien wird kei» nesfalls im Mittelmeer als Gefangener verbleiben, Neichsinnenminister Dr. Frick sprach übe- das „natürliche Lebensrecht jeder Volksgruppe". Reichswirtschaftsminister Funk hielt eine grund­legende Rede über Deutschlands neue Kredit- und Finanzpolitik.

Bremen erhält ein Postscheckamt.

An der diesjährigen Reichssahrt der Alten Garde nehmen aus Bremen Kreisamtsleiter Tretow und NSKK.-Obersührer Lehmann teil.

Die Deutschen Meisterschaften der Turnerinnen 1938 werden in Bremen zur Durchführung gelangen. Die Einsprüche des Deutschen Meisters Hannover 98 gegen VfL. Osnabrück sind vom Reichsfachamt ab­gelehnt worden.