Ausgabe 
(26.3.1939) Nr. 85
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vremerMiW

parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

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der Nationalsozialisten Vremens

pmtliches Nerkündungsbkatl des Neichsstattisalters in Oldenburg und Bremen

Nr. SS / 9. Jahrgang

Sonntag, 26. März 19ZS

kinzeipreis 1S Npf.

össitzesßoein im iVsIlinaksEal»

„kaum für alle bat die krde"

kin Beitrag;ur srage der Neuordnung abendländischer

/ Von ^lcruptsckiriitiSitsr Ioü. ö. Oistrrck

Sollen Völker ewig Habenichtse feint

Zehn Millionen Menschen sind im Weltkrieg verblutet, weil das Europa der Vor­kriegszeit es nicht wahrhaben wollte, daß Völker aus zu geringem Raum ständig eine explosive Gefahr für ihre Umgebung bedeuten. Ein Volk aus zu geringem Raum war damals das deutsche Volk. Aus zu geringem Raum lebten die Völker der Donau- Monarchie. Auf zu geringem Raum lebte vor allem auch das italienische Volk. Wenn diese Völker dank einer auch heute wieder sichtbar werdenden Verhetzungspolitik Englands in einem an sich sinnlosen Krieg gegeneinander angingen, so geschah dies zwar scheinbar aus irgendwelchen rein äußerlichen politischen Gründen, aber in Wahrheit aus dem ties- inneren Empfinden, sich mehr Platz aus der Erde, mehr Raum zum Leben verschaffen zu müssen.

„Nur ein genügend großer Raum auf dieser Erde sichert einem Volke die Freiheit des Daseins", sagt Adolf Hitler in seinem Buche „Mein Kampf", und es sollte diese Erkenntnis in unseren Tagen mehr denn je weit über des Reiches Grenzen hinaus Beachtung finden. Es sollte diese Erkenntnis nicht zuletzt bei denjenigen beherzigt werden, die es in srevlerischer Leichtfertigkeit dahin brachten, zu be­haupten, man müsse sich nun einmal damit ab­finden, daß es auch unter den Völkern so wie bei den Menschen im einzelnen Besitzende und Nicht- besitzende (Habende und „Habenichtse") gäbe.

Die Welt befindet sich in gefährlichen Zuckungen. Die „Habenichtse" wollen und können sich picht ab­finden mit einem Zustande, den eine Vergangen­heit zufällig geschaffen hat, und der sie ständig um ihre besten Lebensmöglichkeiten bringt. Denn es bedarf ein Volk zu seinem Gedeihen ebenso sehr des genügenden Grundes und Bodens (der ausreichenden Siedlungs- und Nährfläche mit ent­sprechend guten Rohstosfgrundlagen), wie jede Pflanze, die blühen und Früchte tragen soll. Und wie jede Pflanze den nötigen Licht- und Luft­umkreis braucht, um ein- und ausatmen zu kön­nen, so bedarf ein Volk eines solchen Raumes mit freien, das ist hinreichend von fremden Ein­flüssen unabhängigen Absatzmärkten. Es geraten Völker um so eher miteinander in Streit und

Krieg, je mehr sie sich in ihrem Lebens- und Wachs- tumsdränge naturgegeben gegenseitig hindern niüssen.

Niemals werden vor allem starke und gesunde Völker sich mit Zufalls- und Augenblicksgrenzen abfinden, die ihre Lebensentwicklung behindern. Immer wieder werden sie ihr Recht aus Aende­rung dieses Zustandes tatkräftig geltend machen, letzten Endes entschlossen, unter allen Umstän­den, sei es selbst unter Einsatz des eigenen Blutes, der Unerträglichkeit eines Zustandes ab­zuhelfen, der, statt zur gesunden Entfaltung zum kränklichen Absterben führt.

Auch hier spricht Adolf Hitler wieder in. seinem Buch „Mein Kampf" das richtige Wort, indem er sagt: „Das Recht aus Grund und Boden kann zur Pflicht werden, wenn ohne Bodenerweiterung ein großes Volk dem Untergang geweiht erscheint." Wie sehr das Wort des Führers richtig ist, fühlen nicht nur wir Deutsche heute, die wir so furchtbar unter der Not eines Volkes ohne Raum leiden; das sollten auch fühlen alle politisch begabten und unvoreingenommenen Menschen außerhalb des Deutschen Reiches, insofern sie sich nur erst einmal Gedanken über die durch eine widersinnige Raum- verteilung unter den Völkern des Erdballes her­vorgerufenen Spannungen gemacht-haben sollten.

Bie raumreichsten Staaten der krde

Siaslp

Mutterland

Gessmireich einschließlich 7)eben« lander» Dependenzen Rolonlen u. Manvste

klSche

Einwohner

IlSche

In

1000

qkm

Einwohner

IN

1000

qkm

In

will.

1e

qkm

In

will.

7e

qkm

1. China 1836

19 361

438

42

19 381

436

42

2. Rußland (Ud-ZR.) 1933

6 992

116

22

21173

147

7

3. USA. 1938

7 839

129

16

9 682

137

14

4. Japan 1935

382

89

186

679

99 159

5. Deutsches Reich 1939

635

86

135

635

86

135

6. Erogbritannien 1931

242

46

199

32 998

499

15

7. Italien 1938

319

43

149

3 699

53

15

8. Brasilien 1931

8 511

42

5

8 511

42

5

9. Frankreich

1931

551

42

78

12 461

198

8

10. Polen 1931

389

32

89

389

32

89

11. Spanien 1939

511

24

47

846

25

ÄÜ

13. Belgien 1930

39

8

274

2 387

19

9

13. Nicoerlande 1939

35

8

247

2 035

88

32

14- Portugal 1930

92

7

78

2183

15

7

Die vorstehende Tabelle gibt Ausschluß über die Ungleichartigkeit und Ungerechtigkeit einer Be- sitzverteilung unter den Völkern, von der nur Draumwandler behaupten können, daß sie eine dauernde sein und bleiben müsse. Ueber eine lächerlich kleine, geradezu winzige Bodenflache verfügt Deutschland (ohne das Reichsprotektorat Böhmen und Mähren) mit seinen 80 Millionen Menschen auf noch nicht einmal 600000 qkw gegen­über Großbritannien, das den v l e r t e n Teil der gesamten Erdoberfläche in Besitz hat. Rußland, llhina, die Vereinigten Staaten, sind Raumgebild ,

denen gegenüber Deutschlands Lebensraum nur kläglich anmutet und auch Frankreich besitzt einen Länderumfang, der im Vergleich zum deutschen immer noch die Bezeichnung „gigantisch" verdient. Eine Tatsache von schlechtweg aufreizender Wir­kung ist es dabei, daß diese Völker, die über einen weit über das Maß des für sie nutzbaren Grund, und Bodens hinausgehenden Lebensraum ver­fügen, kein Verständnis haben wollen für jene Völ­ker, die an dem Mangel eigenen Lebensraumes, schier zugrunde gehen. 132mal so groß wie das englische Mutterland mit kaum 46 Millionen Ein­wohnern ist das britische Imperium, 22mal so groß wie das europäische Frankreich das französische Imperium, 58mabso groß wie Holland ist der hol- ländisä^ Kolonialbesitz: 79mal so groß wie Belgien der belgische Kolonialbesitz. Auch Portugal, Spa­nien und Brasilien gehören zu den noch sehr Be­sitzenden und bei Rußland erkennen wir, daß sein zusammenhängendes Riesenreich von mehr denn 21 Millionen gkin den 35fachen Lebensraum des deutschen Volkes einnimmt.

Her Bedanke einer Vesihreform im Weltmaßstab

drängt sich als Notwendigkeit auf, wenn man an Hand solcher Zahlen die ungeheuren Gefahren er­kennen muß, die darin bestehen, daß übermäßig mit Lebensraum bedachte Völker nicht einmal in der Lage sind, den ihnen durch Zufall gewordenen Reichtum für sich und die Welt auszunutzen, den­noch auf diesem eigensinnig beharrend, den Völkern, die unter der Not des Raumes bitter leiden, keine Möglichkeiten bieten wollen, sich einen gerechten Ausgleich zu verschaffen.

Es kann nicht bestritten werden, daß die Erde Raum für alle hätte, wenn durch eine Neuord­nung der Besitzverhältnisse der Völker, die im

Grunde sämtlich lieber friedlich miteinander leben, anstatt gegeneinander kämpfen und sich zerfleischen wollen, endlich einmal die Voraus­setzungen dafür geschaffen würden, datz jedes Volk das Seine erhält.

England ist einfach nicht imstande, seine Dominien (Kanada, Australien, Neuseeland — ja nicht einmal Südafrika —) so zu besiedeln, wie es notwendig wäre, um deren Ertragsfähigkeit und ihren Bodenreichtum sich und der übrigen Welt nutzbar zu machen. Frankreich, dessen zwölf Millionen gkm umfassendes Kolonialreich von dem unter ständigem Geburtenrückgang leidenden fran­zösischen Volk auch in Zukunft niemals besiedelt werden kann, ist nicht einmal in der Lage zu be­haupten, daß es seiner afrikanischen Besitzungen zur Ergänzung seines Lebensunterhaltes bedarf. Denn was Marokko, Algier und Tunis an land­wirtschaftlichen Produkten Frankreich liefern kön­nen, hat im südfranzösischen Wirtschaftsraum ohne­hin schon die Natur reichlich dem französischen Volke beschert.

ftsrikanifcher Staat auf europäischem Boden?

Frankreich ist durchaus nicht aus den Besitz der afrikanischen Kolonien angewiesen und könnte bei einigermaßen intensivem Wirtschaftsbau des Mut­terlandes völlig die ihm aus seinen afrikanischen Kolonien heute zufließenden landwirtschaftlichen Erzeugnisse entbehren. Daß Frankreich übrigens sein nordasrikanisches Kolonialreich auch mehr als Rekrutierungsdepot im Kriegsfalle betrachtet und viel weniger als ein notwendiges wirtschaftliches Ergänzungsgebiet, geht aus allem hervor, was noch bis vor kurzem in der politischen und militä­rischen Literatur Frankreichs über die Bedeutung seiner afrikanischen Kolonien verlautete. Die Ge­fahr allerdings — auch diese hat der Führer in seinem Buche „Mein Kampf" deutlich ausgewiesen — daß schließlich durch die französische Heeres- ergänzung aus Negern und aus der damit ver­bundenen rassischen Verbastardierung des franzö­sischen Volkes ein afrikanischer Staat auf europä­ischem Boden entstehen muß, diese Gefahr will man in Frankreich heute in absichtlicher Blindheit vor den offen zutage liegenden rassischen Natur­gesetzen immer noch geflissentlich übersehen. Nichts­destoweniger besteht sie und spricht gegen den Be­stand eines Kolonialbesitzes, der einen der besten Teile Europas eines Tages zu einem Fremdkör­per machen muß. Da überdies der Besitz der fran­zösischen Kolonien in Afrika von Italien (dessen Lebensraum nun einmal das Mittelmeer ist), ständig als Drohung Frankreichs gegen die itali­

enische Sicherheit betrachtet wird und zudem Ita­lien bis zur Eroberung Abessiniens gleichfalls zu den Völkern der Erde zählte, die als Volk ohne Raum bezeichnet werden müssen, kann man die unvergleichlich scharfen italienisch-französischen Gegensätze von heute schon begreifen. Und begrei­fen kann man den Wunsch des italienischen Vol­kes, sich zumindest der Gebiete zu versichern, die Frankreich wirtschaftlich nichts nützen und es mili­tärisch gegenüber dem italienischen Volke nur ver­dächtig machen.

135 Menschen müssen im Deutschen Reich auf je einem <rkiri zusammengedrängt wohnen. 150 Men­schen mußten bis zum Jahre 1935 in Japan auf einem qk-n wohnen. In Frankreich aber treffen nur 8 Menschen auf einen nkm, in Großbritannien nur 15, in den Vereinigten Staaten nur 14, in Ruß­land überhaupt nur 7. Großbritannien, Rußland, Frankreich, die Vereinigten Staaten von Amerika, die Niederlande, Belgien, Portugal, selbst Spanien und Polen sind weit besser gestellt, als das Deut­sche Reich, dessen Siedlungsdichte lOmal so groß ist wie die durchschnittliche der übrigen Erdober­fläche und annähernd dreimal so groß wie die durchschnittliche im gesamteuropäischen Raum. Die Siedlungsdichte des britischen Weltreiches ebenso des italienischen Imperiums und der Vereinigten Staaten von Amerika entspricht mit rund 14 bis 15 Menschen auf dem gkm ungefähr dem Gesamt- durchschnitt der Erde, die Siedlungsdichte Ruß­lands und des französischen Gesamtveiches bleibt mit je 8 Menschen pro qkw noch um die Hälfte hinter der durchschnittlichen Siedlungsdichte der Erdoberfläche zurück. Und wenn es auch richtig ist, daß das einfache Verhältnis einer Bevölke­rungsziffer zu der Flächeninhaltszahl des Volks­raumes nicht immer ein durchaus eindeutiges Bild für die Ernährung und Siedlung eines Volkes zu geben vermag — Italien ist heute trotz Abessinien noch kein an Lebensmöglichkeiten, an Lebensraum befriedigtes Volk —, so bleibt doch klar, daß des Teutschen Reiches Lage in bezug aus seine Sied­lungsfläche einfach unhaltbar ist, und daß besonders Großbritannien und Frankreich vor allem als unberechtigt bevorzugt in der Raumverteilung der Erde betrachtet werden müssen. Eine Zeit großer Umwälzungen ist angebrochen und die (allerdings bei vielen Regierungen und Völkern absichtlich überhörte) Stimme der Vernunft drängt zur Er­kennung von Problemen, von deren richtiger Lö­sung das Glück und die Wohlfahrt der ganzen weißen Menschheit und somit der abendländischen Kultur abhängt. Wenn wir hier versuchen, einige dieser bedeutsamsten Probleme auszuweisen und nach Lösungen tasten, die in Paris und in London heute vielleicht noch als absurd und undiskutabel betrachtet werden, so tun wir das in dem Be­wußtsein, daß wir nichts wollen -als nur Gerech­tigkeit unter den Völkern, Gerechtigkeit und Gleichberechtigung, worauf sich einzig und allein der Friede und die Wohlfahrt der Menschheit grün­den läßt.

Möglichketten für die Zukunft

Sind England und Frankreich im Besitz von Le­bensräumen, die auszunutzen beide Nationen nicht imstande sind, so kommt noch hinzu, daß es ihnen ganz unverhältnismäßig schwer würde, sie im Ernstfälle gleichzeitig nach allen Seiten hin erfolg­reich zu verteidigen. Wir werden weiter unten darauf zu sprechen kommen, welche Möglichkeiten es für die Zukunft Englands gibt, um den ihm notwendig erscheinenden Kolonialbesitz fest in den Händen zu behalten. Wir werden aber gleichzeitig dabei sehen, wie ungleich schwieriger es für Frank­reich sein muß, sich einen Kolonialbesitz zu erhal­ten, der nach den Absichten Frankreichs bestimmt ist, das Mutterland zu verteidigen und für den vom Mutterland dauernd erfolgreich verteidigt zu werden gar keine Aussicht besteht. Es ist einzig und allein Sache der französischen Regierung, reif­lich zu erwägen, ob es nicht eine aus reinem Selbst­erhaltungstriebe sich ergebende Pflicht ist, fahren, zu lassen, was man nun einmal nicht mehr dauernd zu halten vermag und statt durch einen blutigen Krieg, der das Risiko des völligen Ausblutens der ohnehin schon sehr stark gelichteten französischen Bevölkerung in sich trägt, einen Ausgleich aus der Grundlage friedlicher Verständigung zu suchen, die

den Weiterbestand und die glückliche Weiterent­wicklung Frankreichs für die Zukunft sichert.

^ Es mag so scheinen und es ist zum großen Teil ja wohl auch so, daß Großbritannien zum Er­staunen einer ganzen Welt zurzeit dem japa­nischen Vordringen in China tatenlos zusieht, weil es sich nicht stark genug — oder noch nicht stark genug — fühlt, den Japanern zu wehren. Nichts­destoweniger ist es aber unverkennbar, daß man auch in London bereits darüber nachgedacht hat, daß Japan als Habenichts im Fernen Osten natur- notwendig gezwungen ist, auf dem von ihm eingeschlagenen Wege sich neuen Lebensraum und neue Absatzgebiete zu verschaffen. Da dies in China geschieht, wo ein rasseverwandtes Volk über ungeheure Reichtümer bes Bodens und wirt­schaftliche Zukunftsmöglichkeiten ohnegleichen ver­fügt, müßte man sich eigentlich iri London sagen, daß man kein moralisches Recht hat, Japan Ein­halt zu gebieten, solange Japan nicht selbst einen englischen Lebensnerv bedroht. Auch in USA., wo man Japan bestimmt nicht sehr gewogen ist kann man nicht ganz frei von dieser Einsicht geblieben sein und ließ darum Gewehr bei Fuß bisher die