Ausgabe 
(23.3.1939) Nr. 82
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vremerZeNno

parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Zreien izansestadk Bremen

A n, e isten -Grundpr e ii ^1

Die 22-nun-Zeile im Anzeigenteil 13 die 78-mm-Zeile im Tert- teil 78 Ermäßigte Grundpreise (für kleine, Familienanzeigen u. a.) sowie sonstige Bedingungen Preis­liste 7 (Nachlaßstaffel O). Für An­zeigen durch den Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschluß 16 Uhr, Geschäftsstellen: In Bremen: Am Geeren 6 — 8, Fern­sprecher Nr. 54121. Nachtruf und sonntags: Fernsprecher

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der Nationalsozialisten Vremens

Amtliches Berkündungsblatt des Beichsstatchalters in Oldenburg und Bremen

Nr. 82 / 9. Jahrgang

Donnerstag, 2Z.1Närz 1SZ9

Einzelpreis 1S Npf.

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Vas befreite Memellmi- in krwartung des sichrecs

kin neuer Iriumptz der sriedenspoMik fldolf Hitlers / Nückgabe nach gütlicher Vereinbarung

Unbeschreiblicher Zubel

(Dimlitlwmelit nnsvivs Vvrtretvrs in Nomol)

Memel, 23. März

Nach 2vjähriger Trennung sind die 159 VVV überglück­lichen Menschen des Memellandes gestern ins Groß- deutsche Reich heimgekehrt. In den Dörfern und Städten läuteten alle Glocken. Vorn Memeler Hafen drang das Heulen der Schiffssirenen weit ins Land hinein. Wäh­rend die litauischen Behörden und Truppen noch das Land räumen, haben alle Betriebe und Geschäfte geschlossen, die Straßen sind mit Menschen übersät. In gewaltigen Dankkundgebungen seiern die treuen Deutschen die neue geschichtliche Tat des Führers.

Die Nachricht von der Rückkehr zu Deutschland ver­breitete sich gestern früh in Memel und im ganzen MehrelgeViet mit Windeseile und löste überall Stürme der Begeisterung und des Jubels aus. In verblüffend kurzer Zeit waren die Häuser der Stadt mit Hakenkreuzfahnen geschmückt, die die Bevölkerung schon seit Wochen und Monaten für diesen Augenblick bereitgehalten hatte. Unübersehbare Trupps von frohen, jubelnden Menschen durchzogen die Straßen. Alle autonomen und städtischen Behörden, das Landes­direktorium, Gericht und Magistrat hatten dienstfrei und die Schulen wurden geschlossen. Sämtliche memel- deutschen Formationen sammelten sich zu Umzügen durch die Stadt.

Landespolizei und Ordnungsdienst sicherten alle litauischen Behörden und wirtschaftlichen Betriebe .im Memelgebiet. Auf der Post wurde ein großes Waffen- und Munitionslager ausgehoben und sichergestellt. Auch bei der Besetzung des bisherigen litauischen Senders Jacken wurden Gewehre und Munition.gefunden und beschlagnahmt. Der Jackener Sender sendet bereits in deuticher Sprache auf Welle 331. Alle öffentlichen Ein­richtungen einschließlich der staatlichen Dienststellen sind im Einvernehmen mit der örtlichen Polizei von der SA. besetzt worden, ebenso das gesamte Hafen­gebiet mit den Tankanlagen, das Lotsenamt, Polizei­boote, die litauische Fabrik Maistas und das litauische Schützenhaus. Die Uebergabe und Besetzung ging in allen Fällen reibungslos vor sich.

lstassenflucht der Hebräer

Die Litauer sind dabei, die Kasernen zu räumen. Zuerst wurden Tanks, Kanonen und die -Bagage mit Zügen nach Litauen abgeschoben.

Unangenehm von der Entwicklung überrascht sind dre Juden, die jahrelang das Memelgebiet verseucht und ausgepreßt hatten. Schon am Dienstag setzte eine Massenslucht der Hebräer ins litauische Ge­biet ein. Sie hielt die ganze Nacht zum Mittwoch über an. In ganz Memel war am Mittwoch kein Auto mehr auszutreiben. Der Bahnhof war überfüllt. Menschen­ansammlungen begleiteten am Bahnhof die Flucht der Juden mit Sprechchören wie: „F a h r t z u A b r a h a m! oder „Wir wünschen gute Reise und Nimmerwieder­sehen"!

Das litauische Kriegsschiff „Präsident Smetana" em ehemaliger Minensucher, verließ gestern um 11.30 Uhr den Memeler Hafen mit nördlichem Kurs. Gegen Mittag wurde in der Stadt bekannt, daß die litauische Armee- leitung den Befehl gegeben habe, alle Memeldeubchen aus dem litauischen Heere zu entlassen.

(Die in der Nacht zum Mittwoch von Litauen gefaßten entscheidenden Beschlüsse, von der „Bremer Zeitung gestern früh bereits durch Sonderausqabc mitgeteilt, siehe Seite 2.)

Panzerschiff „Oeutschland" bringt den Neugestaltet Mitteleuropas nach Memel

Swinemünde, 23. März

Der Führer traf am Mittwoch 18.30 Uhr in Be­gleitung des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine, Generaladmiral Raeder, im Sonderzug in Swine­münde ein. Die Bevölkerung der Seestadt säumte die gesamte Anfahrtstrecke vom Hauptbahnhof bis zum Hafenkai in dichten Reihen und bereitete dem Führer, der langsam im Sonderzug die Strecke entlang fuhr, ununterbrochen begeisterte Kund­gebungen. Am Hafenkai lagen das Panzerschiff „Deutschland" und der Kreuzer „Leipzig" zur Ab­fahrt bereit.

Unmittelbar nach der Ankunft begab sich der Führer an Bord der „Deutschland". Als der Führer das Panzerschiff betrat, ging am Vortopp die Führerstandarte hoch. Der Führer schritt in Be­gleitung von Generaladmiral Raeder und des Kommandanten, Kapitän zur See Wenneker, die Front der am Oberdeck angetretenen Besatzung ab. Gleich darauf, wenige Minuten nach 19 Uhr, ging das Panzerschiff „Deutschland" in See. In Kiel­

linie folgten der Kreuzer „Leipzig", die Panzer­schiffe „Admiral Graf Spee" und „Admiral Scheer", die Kreuzer „Nürnberg" und „Köln", zwei Zerstörer-Divisionen und drei Torpedoboots­flottillen sowie eine Geleitflottille.

In Begleitung des Führers und Obersten Befehls­habers befinden' sich an Bord der „Deutschland" Gene­raladmiral Raeder, Generaloberst Keilet, General­major Bodenschatz, Reichsminister Dr. Lammers, Reichs­pressechef Dr. Dietrich, Reichsleiter Bovmann, Staats­sekretär Stuckart, Obergruppenführer Lorenz, die Ad­jutanten des Führers Obergruppenführer Vrückner, Gruppenführer Schaust, Oberstleutnant SchinuNdt und Korvettenkäpitän Alb recht, , ferner die Kapitäne zur See Henning uNd Hege.

Neichsfükrer U in Memel

Memel, 23. März.

Der Reichsführer ff, Himmler, ist gegen 22 Uhr, jubelnd begrüßt von der Bevölkerung, im befreiten Memel eingetroffen.

Deutsch-litauischer Vertrag

Zukünftiges gutnachbarliches Verhältnis gesichert

Berlin, 23. März.

Nach einer Aussprache zwischen dem Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop und dem litauischen Autzenminister Urbsys sind die deutsche und litauische Delegation gestern abend 19 Uhr in Berlin zusammengetreten. Die im freundschaftlichen Geiste geführten Verhandlungen haben zu einer Lösung geführt, die die Wiedervereinigung des Memellandes mit dem Deutschen Reich regelt und die Voraussetzungen für ein zukünf­tiges gutnachbarliches Verhältnis zwischen den beiden Ländern schafft.

Es wurde folgendes Kommunique ausgegeben: Der deutsche-Reichskanzler und der Präsident der Republik Litauen haben sich entschlossen, durch einen Staatsver­trag die Wiedervereinigung des Memelgebietes mit dem Deutschen Reich, zu regeln, um hiermit die zwischen Deutschland und Litauen schwebenden Fragen zu be­reinigen und so den Weg für eine freundschaftliche Ge­staltung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu erössnen: Zu diesem Zweck haben Regicrungsbevoll- miichtigte ernannt: Der deutsche Reichskanzler den

Reichsminister des Auswärtigen Herrn Joachim von Ribbentrop, der Präsident der Republik Litauen den Außenminister Herrn Juozas Urbsys und den Gesandten in Berlin Herrn Kazys Skirpa, die sich nach Austausch ihrer in guter und gehöriger Form be­fundenen Vollmachten über salzende Bestimmungen ge­einigt haben:

Artikel 1

Das durch den Vertrag von Versailles von Deutsch­land abgetrennte Memelgebiet wird mit Wirkung vom

Sem süstrer unmittelbar unterstem

Verordnung zum krlaß des sükrers über das Protektorat Völzmen und Mäkren

Berlin, 23. März

2n einer Verordnung zum Erlaß des Führers über das Prorektorat Böhmen und Mähren vom 22. März 1939 wird bestimm:: ^

1.

Der Reichsprotektor in Böhmen und Mähren ist der alleinige Repräsentant des Führers und Reichskanzlers und der Reichsregierung im Protektorat. Er unter,teyr dem Führer und Reichskanzler und erhält Weisungen uur von ihm.

II.

Zentralstelle mr Durchführung des Erlasses des Führers und Reichskanzlers über das Protektorat Boy- mcn und Mähren ist der Reichsminister des innern. Die obersten Reichsbehörden haben bei allen Mag- nahinen. die das Protektorat betreffen, nn besonderen bei dem Erlaß von Rechtsvorschriften und bei Organi- sationsmagnahmen das Einvernehmen mit der Zentral­stelle herbeizuführen.

III.

Ausführungsvorschriften zu Ziffer 1 behält sich der Führer und Reichskanzler vor. Anssiihrungsvorschriftcn zu Ziffer U erläßt der Reichsminister des Innern.

Der Führer und Reichskanzler gez.: Adolf Hitler

Der Reichsminister des Innern gez.: Frick

Der Reichsminister und Ehef der Reichskanzlei gez.: Dr. Lammers

Staatssekretär Vr. Stuckart beauftragt

Berlin, 23. März.

Auf Vorschlag des Reichsministers des Innern hat der Führer den Staatssekretär Dr. Stuckart zum Leiter der Zentralstelle zur Durchführung des Erlasses über das Protektorat Böhmen und Mähren im Reichs­ministerium des Innern bestellt.

heutigen Tage wieder mit dem Deutschen Reich ver­einigt.

Artikel 2

Das Memelgebiet wird sofort von den litauischen Militär- und Polizeikrästen geräumt werden. Die litauische Regierung wird dafür Sorge tragen, daß das Gebiet bei der Räumung in ordnungsmäßigem Zustande belassen wird. Beide Teile werdeiy soweit erforderlich, Kommissare ernennen, die die Uebergabe der nicht in den Händen der Autonomiebehörden des Memelgebietes be­findlichen Verwaltungen durchzuführen haben. Die Re­gelung der übrigen, sich aus dem Wechsel der Staats­hoheit ergebenden Fragen, insbesondere der wirtschaft­lichen und finanziellen Fragen, der Veamtenfragen sowie der Staatsangehörigkeitsfragen bleibt besonderer Ver­einbarung vorbehalten.

Artikel 3

Um den wirtschaftlichen Bedürfnissen Litauens Rech­nung zu tragen, wird in Memel sür Litauen eine Frei­hafenzone eingerichtet werden, die Einzelheiten werden nach den Richtlinien der diesem Vertrag beigesügten Anlage besonders geregelt werden.

Artikel 4

Zur Bekräftigung ihres Entschlusses, eine freund­schaftliche Entwicklung der Beziehungen zwischen Deutsch­land und Litauen herzustellen, übernehmen beide Teile die Verpflichtung, weder zur Anwendung von Gewalt gegeneinander zu schreiten, noch eine gegen einen der beiden Teile von dritter Seite gerichtete Gewalt­anwendung zu unterstützen.

Dieser Vertrag tritt mit der Unterzeichnung in Krast. Zu Urkund dessen haben die beiderseitigen Bevollmäch­tigten diesen Vertrag unterzeichnet. Ausgesertigt in doppelter Urschrift, in deutscher und litauischer Sprache.

Berlin, 22. März 1939.

(gez.) Joachim von Ribbentrop (gez.) Urbsys (gez.) Skirpa

Mbbentrop an den sichrer

Der Reichsaußenminister sandte um Mitternacht dem Führer folgendes Telegramm:

„Mein Führer! Ich melde die vollzogene Unterzeich­nung des Vertrages mit Litauen über die Wiederver­einigung des Memellandes mit dem Reich.

von Ribbentrop, Reichsaußenministcr."

Triumph der Gerechtigkeit

I. L. v. Bremen. 23. März.

> Innige Freude überkam in den gestrigen Mor­genstunden das ganze deutsche Volk bei der Kunde, daß Litauen sich entschlossen hatte, das deutsche Memelland dem Reiche wieder zurückzugeben. Es paarte sich mit dieser Freude über die Wiederein­gliederung von 140 000' Memeideutschen in das Reich die Genugtuung über den Sieg der besseren Einsicht in Kowno, derzufoige sich die ver­antwortlichen Männer Litauens der Wiedergut­machung eines Unrechts nicht mehr weiter ver­schlossen hüben. Sie haben, damit einen erfreu­lichen Beitrag sür den Frieden und die Gerechtig­keit geleistet und sie können als Frucht ihres realpolitischen Denkens und Handelns dafür sei­tens Deutschland Verständnis für ihre wirtschaft­lichen Notwendigkeiten im Hafen von Memel entgegennehmen.

In schärfstem Gegensatz zu dieser erfreulichen Realpolitik steht nach wie vor die Einkreisungs- poliiik der westlichen Demokratien, die in unglaub­licher Heuchelei und mit einem frechen, betrüge­rischen Lügennetz.die kleinen Völker Europas gegen Deutschland aufzuwiegeln versuchen, ohne allerdings dabei recht viel Glück zu haben. Das Pergament des Schmachvertrages von Versailles ist völlig morsch geworden und zerbricht Stück um Stück in den Händen derer, die es dereinst als „wsgns cbsrts" für die Versklavung Deutschlands unter englisch-französischem Joch sich gedacht hat­ten. Wenn es diejenigen, die heute unter dem Ein­fluß des britischen Hetzseldzuges gegen Deutschland stehen, zur Hand nehmen wollten, um Artikel für Artikel durchzuprüfen, so könnte das nur ihrem Verständnis dafür förderlich sein, daß Deutschland die Verfechtung seiner Lebensinteressen itt die eigene starke Hand nahm und für alles Gejam­mer und Gekeife wegen dieser Tatsache nur ein nachsichtiges Lächeln hat.

Es nützt den Herren an der Themse nichts, gegen die Neuordnung unseres Lebensraumes — wie wir sie in diesen Tagen vorgenommen haben — zu protestieren. Wir wissen viel zu gut, unter welch brutalen. Mitteln das britische Weltreich zusammengeraubt und zusammengestohlen wor­den ist, um uns nicht selbst erhaben zu fühlen bei der friedlichen und unblutigen Verwirk­lichung einer mitteleuropäischen Ordnung, die be­stimmt nicht allein uns und dem Großdeutschen Reich, sondern in ebenso hohem Maße auch den in diesem Raum lebenden Völkern zum Vorteil gereichen muß. Zu spät kommt England mit sei­nen gleißnerischen Wirtschaftsangeboten im mittel­europäischen Raum; denn es haben di^mitteleuro-

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Unser IsgesspSsssl

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Der Führer befindet sich auf dem Weq ins befreite Memelland.

In London liefen weitere Absagen an die Ein­kreisungspolitiker ein.

Der Reichsprotektor sür Böhmen und Mähren wurde dem Führer unmittelbar unterstellt.

Der Präger Sonderberichterstatter der „Bremer Zei­tung" hatte eine Unterredung mit Präsident Dr. Hacha.

Der Große Rat des Faschismus legte erneut ein starkes Bekenntnis zur Achse Berlin—Rom ab.

Ain 1. April 1439 tritt das neue deutsche Zollqesetz in Kraft.

Ueber der Eisel und dem Bergischen Land wehten außerordentlich heftige Schneestürme.

-Oberführer Ludwig wurde vom Führer zum Polizeipräsidenten in Bremen ernannt.

Im Ortsgruppenbereich Buntcntor wurde das erste Bremer Frauenschastsbeim geweiht.

In Bremen erschien eine Polizciverordnunq gegen Alkoholmißbrauch. » » » .

Aus seiner Ostsee-Skandinavien-Fahrt wird der Er- holungsreiscndanipfor „Steuben" des Norddeutschen Lloyd auch Memel anlaufen.