Ausgabe 
(18.3.1939) Nr. 77
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parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Zielen lzansestadt Bremen

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der Nationalsozialisten Vremens

sinnliches Berkündungsblatt des Beichsstatchalters in Oldenburg und Bremen

Nr. ?? / 9. Jahrgang

Sonnabend, 16. März 19ZS

Einzelpreis 15 Bps.

Wien bra chte dem sichrer den Dank Sro ßd eutschlands dar

Unbeschreiblicher Empfang stdolf Millers in der donmistadl Von Orkanen des Zubels eingelMU / Vie ganze Stadt stand Spalier / Erbebende sreudenkundgebungen auch in Vrünn

das kcho der rat

(vrsktberlckt

unserer Wiener Sckriktlsitung)

. rck. Wien, 1H. März.

Wien, die Hauptstadt der Ostmark, hat dem Führer nach seiner Fahrt durch das Protektorat Nähmen und Mähren einen überwältigenden Empfang bereitet. Das ganze Glück und die Dank­barkeit für die Befreiung der deutschen Volks­genossen schwang in den Begeisterungskundgebun­gen der Hunderttausende mit. Vom Nordbahnhof eus, wo der Sonderzug des Führers um 17.00 Uhr eintraf, begleiteten nicht endende Iubelorkane die Fahrt Adolf Hitlers bis zum Hotel „Imperial". Mit dem Führer sind Relchsautzenminister von Rib- bentrop, der Chef des Oberkommandos der Wehr­macht, Generaloberst Keilet, Reichsminister Dr. Lammers, Reichssührer ii Himmler und Reichs- pressechef Dr. Dietrich stach Wien gekommen.

Segrühungsvorbereitungen in einer Stunde

Um vier Uhr nachmittags gab der Rundfunk die Mel­dung durch, daß der Führer gegen fünf Uhr auf dem Nordbahnhof in Wien eintreffen werde. Ein Taumel der Begeisterung ergriff die Donaustavt. Sofort schlössen alle Betriebe ihre Pforten, und die Eefolgfchaftsmit- glicder marschierten in endlosen Kolonnen zum Nord- bahnhof, zu den Ringstraßen und zum Hotel „Imperial . Zn wenigen Minuten war der Ring mit Girlanden und Fahnen geschmückt. Menschenmauern sperrten das Hotel „Imperial" und den Nordbahnhof ab. Um 4.58 Uhr traf der Tonderzug des Führers ein. Die Befehle der Führer der Ehrenformationen, die vor dem Bahnhof Aufstellung genommen hatten, gingen in den Heilrufen und Sprech- chören der begeisterten Wiener unter.

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Das neu« äentsebe keiebsKsbiet

2siebriunA: UiyAsr

-ala-ier vor -er Kammer

„Ich werde die flrbeit zur Bettung des friedens fortsetzen"

öurch die praterstraße ;um „Imperial"

Adolf Hitler bestieg sofort seinen Wagen und fuhr ständig grüßend über die dichtumsäumte Praterstraße, sie Danaübrücke und den Ring zum Hotel „Imperial", wo Ehrenformationen der SÄ. und und ein Bataillon der ss-Verfügungstruppe Aufstellung genommen hatten. Reim Eintreffen des Führers drängte , sich ein kleines Wiener Mädel durch die Absperrketten und überreichte Adolf Hitler Blumen. Unter den Klängen des Präsen- bermarsches begab sich der Führer ins Hotel.

Die Begeisterung der Taufende kannte keine Grenzen Immer wieder erklangen die Sprechchöre „Wir wollen unseren Führer sehen", bis sich Adolf Hitler mehr- I°ch auf dem Balkon des Hotels zeigte, wo ihm brausende ds'lruse umfingen. Wien ist glücklich darüber, den Hührcr nach seiner Triumphsahrt durch Böhmen und Ehren in seinen Mauern zu wissen, und ihm den ganzen glühenden Dank abstatten zu können.

Einer wieder muß der Führer sich zeigen. Jedesmal, »enn er aus den Balkon ins strahlende Licht der Schein- wcrser tritt, steigert sich der brausende Jubel der Massen i» Ovationen unvorstellbaren Ausmaßes.

(Bericht über den vorangegangenen Empfang des Führers in Vrünn siehe Seite 2)

(Drabtbsricbt nussrss Uoväovsi Vsrtrstors)

London, 18. März.

Der britische Botschafter in Berlin Sir Neville Henderson hat von seiner Regierung die Anweisung "halten, zur Berichterstattung nach London zu kommen.

3n Londoner Regierungskreisen macht sich eine große . ^esiläl bemerkbar, die auf recht ernste Meinungsver­schiedenheiten im konservativen Lager oder gar in der egierung schließen läßt, und man sagt, daß aus den reisen der Verufsdiplomaten. vielleicht auch vom ^uzenininister Lord Halifax selbst, die Befriebungs- wiirde ^Eberlains nicht mehr voll und ganz gebilligt

(Orabtboriebt unseres karissr Vertreters)

Paris, 18. März.

Der kommunistische Abgeordnete Peri eröffnete die Pariser Kammer-Debatte über die außenpolitischen Interpellationen mit einem heftigen Angriff auf die Außenpolitik der Regierung. In Anwesenheit Daladiers und Bonnets wies er darauf hin, daß binnen drei Tagen die gesamten Rüstungsanstrengungen der Westmacht hinfällig geworden wären, und zwar dadurch, daß Deutschland sich in den Besitz des tschechischen Kriegs­materials gesetzt hätte. Peri schloß seine Angriffe, indem er sich zu Daladier und Bannet wandte und ihnen zu­rief: „Gehen Sie weg, damit Frankreich aufatmen kann!" Die Bänke der Regierungskoalition antworteten darauf mit „Hoch Daladier!"

Auch ein Sprecher der Mitte nahm zur außenpolitischen Lage Stellung und erklärte, die Regierung habe nicht

In der Tatsache der Zitierung des englischen Bot­schafters sieht man «ine Bestätigung für diese Gerüchte. Es heißt, Lord Halifax strebe die Bildung einer Natio- nalregierung an, die die Führer aller Parteien ent­halten soll und somit eine breitere Basis hätte. Auch von einer Mitwirkung Edens und Churchills ist die Rede. Es scheint nach der Stimmung der Londoner Presse wahrscheinlich, daß zumindest eine Regierungsumbildung unvermeidlich ist.

Die Pläne einer Einbeziehung der Labour-Party stoßen jedoch in den Kreisen dieser Partei auf Wider­stand. Man wendet sich gegen die Bildung einer Natio- nalregierung, solange Ehamberlain an her Spitze der Regierung stände. Die Partei macht ihre Beteiligung von der Zusicherung abhängig, daß die Absicht, die all­gemeine Wehrpflicht einzuführen, fallen gelassen wird.

hinreichend Festigkeit und Konsequenz gezeigt. Es sei nicht richtig, mit Deutschland über einen Handelsvertrag zu verhandeln, sondern man müsse eine Politik der absoluten Unnachgiebigkeit. führen.

Im Verlauf der Aussprache ergriff Ministerpräsident Daladier das Wort zur Verteidigung seiner Politik. Nachdem zuvor Leon Vlum behauptet hatte, die Mün­chener Politik sei zusammengebrochen, begann Daladier seine Ausführungen mit dem Hinweis, es sei eine äußerst rasche Aktion nötig, und man müsse sich vor unfrucht­baren Polemiken hüten. Das Ermächtigungsgesetz sei nicht geplant, um damit die freien Einrichtungen der Republik zu gefährden, sondern um den totalitären Staa­ten mit gleichen Waffen entgegentreten zu können. Früher habe er, so fuhr Daladier fort, bei der Linken kein Verständnis gefunden, aber dennoch habe er jetzt die feste Absicht, seine Politik fortzusetzen und noch zu ver­käsen. „Ich sage ohne Rücksicht auf den Ausgang der Abstimmung: Ich trage Absichten, von denen ich noch nicht sprechen kann. ^ Man hat München kritisiert und davon gesprochen, daß unser Wort verraten worden sei. Ich habe im September 1938 mehr als eine Million Mann mobilisiert. Wenn die Tschecho-Slowakei ange­griffen worden wäre. so hätte unser Handeln außer Frage gestanden. Es fand eine Reihe von Verhand­lungen statt. Wer hätte dem Krieg den Abmachungen von München den Vorzug gegeben?

Ich bedaure die damalige Zustimmung nicht, und ich werde die Arbeit um die Rettung des Friedens fort­setzen. Man hat uns aufgcforde.rt, die französische Ein­heit zu bilden. Wenn ich könnte, würde ich sie herstellen, notfalls auch mit meiner Demission. Wenn ich bleibe, so entspreche ich damit der Aufforderung des französischen Volkes. Sie müssen mich schon stürzen, wenn Sie kön­nen. Die Regierung unterbreitet der Kammer ein Er­mächtigungsgesetz. Ich will die Kräfte Frankreichs er­höhen und in der Lage sein» militärische Maßnahmen mit äußerster Schnelligkeit zu treffen.

Nevolte gegen t-amberlmnr

Ein Vorstoß der Verufsdiplomaten — Nationalregierung geplant

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Das Ende der „Kleinen Entente"

Der Zusammenbrach des aus leeren Fiktionen gegründeten unnatürlichen Staatsgebildes, das sich einmal Tschecho-Slowakei nannte, hat das zwangsläufige Ende einer weiteren Schöpfung Versailler Prägung zur Folge, über deren Wert oder Unwert schon seit Jahren keine Zweifel mehr bestehen konnten: Mit der Todesstunde des tschechischen Zwangsstaates war die Sterbestunde der sogenannten Kleinen Entente gekommen, deren wichtigstes und treibendes Mitglied der Staat Beneschs war.

Im Spätsommer 1920 gegründet, hatte dieser „Kleine Verband" zunächst'keine andere Aufgabe, als die militärische Kraft der in ihm zusammen­geschlossenen Länder — „Tschecho-Slowakei", Ru­mänien und Jugoslawien — für die Aufrechterhal­tung des Listus quo einzusetzen. Das Vertrags­system war nach außen hin zwar aus rein defen­siven Gesichtspunkten aufgebaut. Aber in dem Um­stand allein schon, daß es eigens dazu geschaffen war, eine unnatürliche und ungerechte Ordnung mit den Mitteln der Gewalt und der Waffe auf­rechtzuerhalten, war der Charakter dieses Bünd-

Slapellauf des Schlachtschiffes „S" aml.flpril

Wilhelmshaven, 18. März. Am 1. April läuft aus der Kriegsmarinewerft Wil­helmshaven das Scbwesterschisf des Schlachtschiffes „Bis- marck". das Schlachtschiff „Q" vom Stapel.

nissystems eindeutig gekennzeichnet. Darüber hin­aus war die „Kleine Entente", vor allem in den ersten Jahres ihres Bestehens, nicht anderes als ein Werkzeug indenHändender fran­zösischen Hegemonialpolitik, die sich seiner in aller Offenheit und Rücksichtslosigkeit zur Festigung ihrer Bormachtsstellung in Europa be­diente.

Seine Blütezeit erreichte der „Kleine Verband" nach der Gründung des Völkerbundes. Herr Benesch war jahrelang einer der Hauptmataüoren der Genfer Politik. Unter seiner Führung trat die „Kleine Entente" auch in Genf immer dann ge­schlossen in Aktion, wenn es galt, die natürlichen Rechte der in Versailles ausgeraubten Völker zu vergewaltigen. Bei der Beratung sämtlicher Min­derheitenfragen kamen die entscheidenden Wider­stände von dieser Seite. In allem und jedem er­wies sich die Tschecho-Slowakei und ihr damaliger

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Un5er Issessmesel

(vis ksutiZs äusgvbs uwkoüt 16 8 sitsv)

Nach erhebendem Empfang und kurzem Aufenthalt des Führers in Vrünn traf Adolf Hitler, von einem Orkan des Jubels begrüßt, in Wien ein.

Daladier verteidigte in der Pariser Kammer feine Politik.

In London rechnet man mit einer Neubilduna des britischen Kabinetts.

Der Bau der Reichsautobahnstrecke Duisburg—Saar­pfalz wurde beschlossen.

Im Jser- und Riesengebirge herrscht tiefster Winter. Der Standortälteste Generalmajor Graf v. Sponeck richtet zum „Tag der Wehrmacht" einen Aufruf an die Bremer Bevölkerung.

Adolf Heister schlug im Kampf um die Europa­meisterschaft im Schwergewicht Heinz Lazek ent­scheidend.