Ausgabe 
(17.3.1939) Nr. 76
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vremer Zeitung

parteiamtliche Tageszeitung

Das flmtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

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der Nationalsozialisten Vremens

sinnliches Berkünüungsblatt des Beichsstattstalters in Oldenburg und Bremen

Nr. ?6 / 9. IaHrgang

Freitag, 1?.März 19Z9

Einzelpreis 15 Bps.

ltißlsr gikl «in voebilcHickss Lsispivl §üe t^incksrksitsnsekuk

Dlsmen und IMren Neichsprotektorat

öcoßdeutschland blickt mit tiefem dankesgefülzl auf die neue sriedenstat des Wstrers!

Mit der Erklärung des Neichsprotektorats über die Länder Böhmen und Mähren ist in diesem Teile Mitteleuropas eine Neuordnung geschaffen worden, die ebenso sehr einer langjährige» geschichtlichen Ent­wicklung Rechnung trägt, wie sie den Bedürfnissen und Auffassungen der Gegenwart die das Selbst­bestimmungsrecht als die Grundlage einer Zusam­menarbeit zwischen den Völkern erkannt hat ent­spricht. Ausländische Kritiker haben voreilig behaup­tet, daß der Einmarsch der deutschen Truppen in Böhmen und Mähren das Abgehen des national­sozialistischen Deutschlands von seinem völkischen Prinzip bedeute. Die nunmehr vom Führer ge­troffene Neuordnung der Verhältnisse beweist das

Gegenteils Sie zeigt eine bisher noch nicht dagewesene vorbildliche Lösung des Minderheitenproblems. Auf dieser Basis kann in den böhmisch-mährischen Länder» endlich Ruhe und Ordnung wiederhergestellt werden.

Durch die Jahrhunderte Haben Deutsche und Tsche­chen in diesem Raume nebeneinander gelebt, und die überlegene deutsche Kultur hat dem Lande für ewig ihr Gesicht gegeben. Die geographische Lage und die natürliche» Bedingungen des Landes weisen beide Völker auf die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit hin, wobei das tschechische Volk den Führungsansprnch der Deutschen freiwillig anerkannt hat. Niemals in der Geschichte haben die Tschechen den böhmisch-mäh­rischen Lebensraum staatsbildend durchdringen können.

Durch das Eingreifen des Reiches sind die mit dem Versailler Experiment geschaffenen unmöglichen Ver­hältnisse nunmehr wieder im richtigen Maßstab ge­ordnet worden. Dabei ist den Bedürfnissen des tsche­chischen Volkes in einer äußerst großzügigen Weise Rechnung getragen worden. Die Eigenart der völki­schen und kulturellen Entwicklung ist dem tschechischen Volksteil in jeder Weise gesichert.

Es unterliegt jedenfalls keinem Zweifel, daß der Führer mit seinem Beschluß vom 16. März 1939 einen bewnndernswerten Großmut bewiesen hat, der in keinem Verhältnis zu dem steht, was man einst von tschechischer Seite den dreieinhalb Millionen Deutschen Böhmens und Mährens zugemutet hat.

Vrun-legender krlaß des sützrers

Nationales Eigenleben der Ischechen gekichert

Der Führer hat unter dem 16. März auf der Präger Burg folgenden Erlaß über das Protektorat Böhmen und Mähren unterzeichnet:

Ein Jahrtausend lan g gehörten zum Lebensraum des deutschen Volkes die böhmisch-mähr ischen Länder. Gewalt und Unverstand haben sie aus ihrer alten historischen Umgebung willkürlich gerissen und schließlich durch ihre Einfügung in . das künstliche Gebilde der Tschecho-Slowakei den Herd einer ständigen Unruhe ge­schaffen. Von'Iahr zu Jahr vergrößerte sich die Gefahr, daß aus diesem Raume her­aus wie schon einmal in der Vergangenheit eine neue ungeheuerliche- Bedro­hung des europäischen Friedens kommen würde. Denn dem tschecho-slowakischen Staat und seinen Machthabern war es nicht gelungen, das Zusammenleben der in ihm willkürlich vereinten Bölkergruppen vernünftig zu organisieren und damit das Interesse aller Beteiligten an der Aufrechterhaltung ihres gemeinsamen Staates zu - erwecken und zu erhalten. Er hat dadurch aber seine innere Lebensunfähigkeit

^ erwiesen und ist deshalb nunmehr auch der tatsächlichen Auslösung verfallen .

Das Deutsche Reich aber kann in diesen für seine eigene Ruhe und Sicherheit sowohl als für das allgemeine Wohlergehen und den allgemeinen Frieden so ent­scheidend wichtigen Gebieten keine andauernden Störungen dulden. Früher oder später mutzte es als die durch die Geschichte und geographische Lage am stärksten interessierte und in Mitleidenschaft gezogene Macht die schwersten Folgen zu tra­gen haben. Es entspricht daher dem Gebot der Selbstechaltung. wenn das Deutsche Reich entschlossen ist. zur Wiederherstellung der Grundlagen einer vernünftigen mitteleuropäisch en Ordnung entscheidend einzugreifen und die sich daraus ergeben­den Anordnungen zu tressen. denn es hat in seiner tausendjährigen geschichtlichen Vergangenheit bereits bewiesen, daß es dank sowohl der Größe als auch der Eigen­schaften des deutschen Volkes allein berufen ist, diese Aufgaben zu lösen.

Erfüllt von dem ernsten Wunsch, den wahren Interessen der in diesem Le­bensraum wohnenden Völker zu dienen, das nationale Eigenleben des deutschen und des tschechischen Volkes sicherzustellen, zu befrieden und der sozialen Wohlfahrt aller zu nutzen, ordne ich daher namens des Deutschen Reiches als Grundlage für das künftige Zusammenleben der Bewohner dieser Gebiete das Folgende an:

Artikel 1

1. Die von den deutschen Truppen im März 1939 ^sttzten Landesteile der ehemaligen Tschecho-slo- wakischen Republik gehören von jetzt ab Zum Gebiet des Großdeutschen Rei­ches und treten alsProtektorat Böh­men und Mähren" unter dessen Schutz.

2. soweit die Verteidigung des Reiches es er­widert, trifft der Führer und Reichskanzler für einzelne Teile dieser Gebiete eine hiervon abwei­chende Regelung.

Artikel 2

1. Die Volksdeutschen Bewohner des Protekto­rats werden deutsche Staatsangehörige und nach den Vorschriften des Reichsbürgergesetzes vom

September 1935 (RGB. 1 I S. 1146) Reichsbür- 8". Für sie gelten daher auch die Bestimmungen Zum schütze des deutschen Blutes und der deut­schen Ehre. Sie unterstehen deutscher Gerichts­barkeit.

2. Die übrigen Bewohner von Böhmen und Mäh­ren werden Staatsangehörige des Protektorats -bäumen und Mähren.

Artikel 3

Das Protektorat Böhmen und Mähren ist -ltet sich selb

2. Es übt seine ihm im Rahmen des Protekto­rats zustehenden Hoheitsrechte im Einklang mit den politischen, militärischen und wirtschaftlichen Belangen des Reiches aus. (Fortsetzung auf Seite 2)

Slowakei unter deutschem Schutz

Lelegrammwechfel zwischen fldoif Hitler und Vr. Ekso

Der slowakische Ministerpräsident Tiso hat an den Führer folgendes Telegramm gerichtet:Im starken Vertrauen auf Sie, den Führer und Reichskanzler des Großdeutschen Reiches, unterstellt sich der Slowakische Staat Ihrem Schuhe. Der Slowakische Staat bittet Sie, diesen Schuh zu übernehmen. (gez.) Tis o."

Der Führer hat darauf geantwortet:Ich bestätige den Empfang Ihres gestrigen Telegramms und übernehme hiermit den Schutz des Slowakischen Staates. (gez.) Ad o lf Hitler."

Vislscigsncjs lotsoclisn in Aftern: 37 k^Iiliionsn Einwoiinsr auk 675000 Oua^rotlcilomstss!

Böhmen, Mähren und die Slowakei stehen unter dem Schutz des Reiches, dessen starke Waffen nunmehr den gewaltigen Raum von 675 000 Quadratkilometer mit einer Einwohnerzahl von 87 .Millionen Menschen be­schirmen. Die militärische und wirtschaftliche Eingliede­rung dieser Länder in den deutschen Lebensraum er­öffnet ungeahnte Möglichkeiten der Ergänzung auf den verschiedenen Gebieten zwischen dem deutschen Volk und jenen Volksgruppen, die vertrauensvoll ihr Schicksal in die Hand des Führers legten. Ueber die neuen terri­torialen, wirtschaftlichen, militärischen und politischen Gesichtspunkte, die sich aus den Ereignissen der letzten Tage ergeben, wird man sich am ehesten klar, wenn man zum Vergleich und zur Veranschaulichung einige nüchterne, aber dennoch vielsagende Ziffern vor Augen führt.

Das Deutschland Vismarcks umfaßte 540 000 Quadrat­kilometer. In Versailles wurden davon 70 000 Quadrat­kilometer abgetreten, so daß das Reichsgebiet auf 470 000 Quadratkilometer zusammenschmolz. Unter der Führung Adolf Hitlers sind folgende abgetretene Ge­biete zurückgeholt, bzw. früher nicht zum Bismarck-Reich gehörende deutsche Gebiete angeschlossen worden. 1935 das Saarland (1900 Quadratkilometer), 1938 Oester­reich (83 840 Quadratkilometer) und das Sndetcnland (28 200 Quadratkilometer). Die Bevölkerung des Reichs-

^ Prag, 17. März.

Am frühen Nachmittag des Donnerstags sind im Vor- hof der Präger Burg im weiten Viereck die Studenten der deutschen Hochschulen aus Prag angetreten. Sie fuh­ren ihre Studentenfahne mit, die Fahne des NS.- Studentenbundes aus Prag, der seine Geschichte hat. Mit den Studenten sind angetreten die Politischen Lei­ter der bisherigen Landesgruppen der NSDAP. in Prag und eine Schar deutscher Mädels. Ein« Ehren­kompanie mit Musikkorps schließt das weite Viereck. Draußen auf dem weiten Vorplatz drängen sich Tau­sende von deutschen Volksgenossen aus Prag; die Kin­der winken mit ihren Fähnchen, und schnell haben sich die Jungem und die Alten zu dem Sprechchor zusam­mengefunden den wir lo gut kennen, den w,i auch in der Ostmark hörten und im Sudetengau und den wir

^_____ . nun hier aus der Präger Burg hörten:W i r w o l le n

autonom und verwaltet sich selbst. s unseren Führer ,eh«nl"

Her sützrer tzal Prag verlassen

Jubelstürme um stvolf Hitler beim flbschieS von der Burg

Kommandos ertönen:Stillgestanden!" und kurz dar­auf:Präsentiert das Gewehr!" Der Führer betritt den Borhof. Der Präsentiermarsch wird übertönt von dem brausenden Jubelsturm, mit dem die vielen tausend Menschen ihren Führer in dieser historischen Stunde auf dem Hradschin in Prag grüßen. Der Führer nimmt die Meldungen entgegen und schreitet langsam die Fronten ab. Hier drückt er einem verwundeten Studen­ten die Hand, dort klopft er einem anderen auf die Schulter und spricht freundliche Worte mit diesen jun­gen deutschen Kämpfern.

Unaufhörlich jubeln die Deutschen Prags dem Führer u, als er den Wagen besteigt. Langsam setzt sich die Kolonne in Bewegung. Tiefergrisfen ist die Menge. Mit Tränen in den Augen winken die deutsche» Volks­genossen hinter den Wagen her. Die Wagenkolonne fährt den Hradschin herunter. Eine historische Stunde ist vor­über. Der Führer hat Prag verlassen.

gebiets erhöhte sich von etwa 67 Millionen 1933 auf 74 Millionen nach dem Anschluß Oesterreichs und aus 77,6 Millionen nach der Befreiung des Sudetenlandes. Etwa 400 000 Deutsche blieben auch nach der Angliede- rung des Sudetenlandes an das Reich im Staatsgebiet der ehemaligen Tschecho-Slowakei, da sich die Einver­leibung der großen deutschen Sprachinseln in Böhmen,^ Mähren und der Slowakei damals als unmöglich her­ausstellte. Nach der Präger Proklamation des Führers werden diese Deutschen, mit Ausnahme von etwa 15 000 Deutschen in der Karpato-Ukraine, Reichsangehörige. Unter dem Schutz der deutschen Waffen werden außer­dem in Zukunft 6,5 Millionen Tschechen und 2,5 Mil­lionen Slowaken als Staatsangehörige ihrer autono-- men Länder leben. Die Gesamteinwohnerzahl des Rau­mes, der das bisherige Deutsche Reich und die Länder Böhmen, Mähren, Slowakei umfaßt, beträgt demnach ungefähr 87 Millionen Menschen, wovon über 78 Mil­lionen deutschen Blutes und Angehörige des Reiches sind. Der Raum, den die deutsche Wehrmacht nach An- gliederung des Sudetenlandes zu beschirmen hatte, um­faßte von der Nordsee bis zu den Karawanken und von der Eifel bis Wien und Reichenberg bereits 584 640 Quadratkilometer. Nunmehr werden deutsche Soldaten für den Schutz eines Raumes sorgen, der durch Böhmen (32 440 Quadratkilometer), Mähren (16 920 Quadratkilometer) und die Slowakei (38 460 Quadrat­kilometer) aus den Umfang von 675 000 Quadratkilometer

Unser Vsssss» sssl

(vis tisvi-igs ^.usgsbs rimkalU 18 8 sitsn)

Der Führer hat in einem Erlaß Böhmen und Mähren zum Reichsprotektorat erklärt.

Adolf Hitler hat Prag wieder verlassen.

Aus Dr. Tisos Bitte hin hat der Führer die Slo­wakei unter den Schutz des Reiches gestellt.

Das Fangergebnis der deutschen Walfangflotte be­tragt über S«g««0 Faß Walöl.

Die Reichsbahn hat ein Eroß-Fahrzeugprogramm ausgestellt.

Der Autofallenräuber Eerling wurde am vierten Tag nach der Tat hingerichtet.

Das Vremer SA.-SpielRabauken" wurde ,um vierzigsten Male aufgeführt.

Die Bremer Verkehrsunfall-Statistik verzeichnet seit dem 1. Januar den zwölften Toten.

Die Bremer Straßenbahn vergrößert ihren Wagen­park.