Ausgabe 
(15.3.1939) Nr. 74
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vremerZMug

parteiamtliche Tageszeitung

Das flmtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Lreien Hansestadk Bremen

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der Nationalsozialisten Vremens

flmiliches Nerkündungsblall des Beilftsstatklzalters in Oldenburg und Bremen

Nr. ?4 / 9. Jahrgang

Mittwoch, 15. März 1SZS

kinzelpreis 15 Npf.

Dsutsekv VoUcsangekörig« krsiwil«! kussitisckvr

sschecho-Slowakei in Irümmern!

llnabhängigkeitserklärung der Slowakei / Ungarischer kinmarfch in die Karpato-Ukraine

Neue Negierung Nso

preßburg, 15. Mär;, der slowakische Landtag, der gestern morgen;u einer geheimen Sihung zusammentrat, hat die Unabhängigkeit des slowakischen Staates aus­gerufen.

Dr. Tiso hat, nach Preßburg zurückgekehrt, eine neue Regierung mit fol­gender Zusammensetzung gebildet: Präsident und Ministerpräsident Tiso, Stellvertreter Tuba, Landesverteidigung Zatlos, Schule Sivak, Inneres Sidor, Aeutzeres Durcansky, Justiz Fritz, Finanzen Prucinski, Propaganda- ches Mach.

Aus einem vorangegangenen slowakischen Ministerrat unter dem Vorsitz Sidors hatte Minister Tiso das Wort ergriffen und seine Berliner Reise ge­schildert, die unter dem tiefen Eindruck von der Persönlichkeit des Führers gestanden habe.Die Regierung Sidor" hat ihren Rücktritt erklärt.

Der Außenminister der Slowakei, Dr. Durcansky hat an alle Staaten eine Note gerichtet, in der er die Schaffung eines selbständigen Staates Slo­wakei und die Uebernahme der Präsidentschaft durch Dr. Tiso mitteilt. Gleich­zeitig suchte er um die Anerkennung des neuen Staates nach.

Ultimatum an Prag

vudapest, 15. Mär;. Im Verfolg der zahlreichen Zwi- schensälle, die tschechische Soldaten an der karpato-ukrai- nischen Srenze provozierten, haben ungarische kuppen die örenze der karpato-Ukraine unter heftigem feuergefecht bei Munkacs überschritten.

Im Zusammenhang mit dem Einmarsch ungarischer Truppenteile wurde ein Ultimatum an die Präger Regierung überreicht.

Die Mobilisierung in Ungarn kann jeden Augenblick durchgeführt wer­den; Vorbereitungen hierzu sind bereits getroffen. In Pretzburg wird be-i konnt, datz ungarische Freischärler in der Südostslowakei in Rudnok (bei Metzensaisen) die Grenze überschritten und den strategisch wichtigen Berg Kloptana besetzt haben. Nachdem die ungarischen Truppen die karpato-ukrai- nische Grenzgemeinde Podhering besetzten, haben drei Bataillone ungarischer Infanterie den Vormarsch fortgesetzt. Die Feuergesechte forderten zahlreiche Todesopfer und Verwundete. Später wurde gemeldet, datz die ungarischen Truppen bis 18 Kilometer nördlich von Munkacs vorgedrungen seien unds das Städtchen Svalaya besetzten.

furchtbares Blutbad im Iglau-Vezirk

feueriiberfall aus Sie deutsche Veoölkerung sschechen verhindern ärztliche Hilfeleistung

Wien, 14. März

In «tannern (Bezirk Jglau) kam es, wie jetzt be­kannt wird, zu großen Demonstrationen der deutschen Bevölkerung gegen die Verhaftung des örtlichen Volks­deutschen Führers Slabig. Die tschechische Polizei fuhr in die demonstrierende Menschenmasse rücksichtslos mit lleberfallwagen hinein, eröffnete ein wildes Gewehr- seuer und richtete ein furchtbares Blutbad unter der entsetzten Menge an. Der Deutsche Matejka war auf dcr «telle tot. Die Deutschen Kleixner, Teltschner, Lande, und Quell sanken schwer verletzt zu Boden. Nach dieser vernichtenden Eewehrsalve ging die Polizei in wilder Raserei mit geschwungenem Gewehrkolben auf die flüchtende Menge los. Dabei wurde» der schwer- kriegsverletzte deutsche Eemeinderat Pollack sowie der Deutsche Paul Lang durch Kolbenhiebe niedergestreckt und von den entmenschten Polizisten mit Füßen ge­treten. Im ganzen gab es bisher 18 Verletzte.

hilfreiche 'Volksgenossen, die sich der in ihrem Blute liegenden stöhnenden Verwundeten annehmen wollten, wurden von den Polizisten, die den Platz abriegelten, durch Kolbenhiebe an jeder Hilfeleistung verhindert, Erst nach zwei Stunden wurde ärztliche Hilfe lur die Verwundeten zugelassen, die dadurch schwerste -Blutverluste erlitten und jetzt mit dem Tode rin­gen, Auch das Auto, das die Verwundeten ins Krankenhaus transportierte, wurde von der Polizei nochmals stundenlang ausgehalten. Die Polizei hat im simchluß im diesen beispiellosen blutigen Ueberfall, der >u der ganzen Bevölkerung die höchste Empörung hervor- grruren hat, zu ihrem eigenen Schutz angeordnet, daß in wlannern niemand das Haus verlassen darf, Bei den Kundgebungen der Tschechen vor einer deut­en Buchhandlung wurden alle Bilder des Führers heruntergerissen.

Von Tschechen belagert

Iglau. 18. März.

Die Lage in Iglau verschärft sich weiter. Die Dlchechen beherrschen praktisch die ganze Stadt. Tic Deutschen haben sich in denJglauer Hos" stlliichgezggx,, wo sie von einer vielhundertköpsl- Vn Menge belagert werden. Sämtliche deutschen ^rzte der Stadt der Stadt müssen imJglauer V°!' ärztliche Hilfe leisten.

nommen werden, daß sie ermordet und ihre Leichen beiseitegeschafft pnirden.

Aus Trentschin wird gemeldet, datz dem Ortsleiter der Deutschen Partei in seinem Hause die Fenster­scheiben eingeschlagen, seine Frau und sein Kind bedroht wurden. In der ganzen Stadt wurden in den deutschen Häusern die Fenster zertrümmert.

Unerträgliche Lage der Veutfchen

(Oralitmslciung unseres Zonäorbsiiobtsistattors)

Troppau, 14. März.

Im ganzen Gebiet des südöstlichen Zipfels des Sudetengaues wächst die Erregung von Stunde zu Stunde. Volksdeutsche Flüchtlinge aus Mähren berichten von immer neuen tschechischen Ausschreitungen gegen Deutsche und gegen deutsche Geschäfte.

Die kommunistisch-chauvinistischen Elemente jenseits der Grenze haben sogar versucht, die tschechische Min­derheit aus Reichsboden aufzuwiegeln. Es wurden Flugblätter aus dem Ostrauer Gebiet herübergeschmug- gelt, in denen es heißt:Wir kommen jetzt unser tsche­chisches Troppau holen", oder an anderer Stelle:Sta­

lin wird euch befreien, der Tag der Rache ist ge­kommen."

Flüchtlinge aus Mnhrisch-Ostrau erzählten, daß die Deutschen i'm ganzen Gebiet in größter Gefahr seien. In den Abendstunden haben deshalb Truppen des 8. Armeekorps sowie der Letbstandarte üAdolf Hitler" die deutsche Grenze überschritten und Mährisch-Ostrau besetzt. Den einziehenden reichsdeutschen Truppen wurde von der deutschen Bevölkerung Ostraus ein überwältigender Empfang bereitet. Von allen deutschen Häusern wehten Hakenkreuzfahnen. Von Ostrau aus wurden überraschend die Witkowitzer, Eisenwerke, eine jüdisch-marxistische Hochburg, in Besitz genommen. Die Uebernahme des Werkes ging so schnell vor sich, daß es den roten Genossen nicht'möglich war, wie sie voraus­sagten, Unglück und Unheil über Ostrau zu bringen.

Hermann ööring wieder in Verlin

Berlin, 14. März.

Ministerpräsident Generalfeldmarschall Hermann Göring hat seinen Erholungsurlaub in Italien abge­brochen und ist gestern um 1« Uhr in Berlin einge­troffen.

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Tsieliiinim: Kleasr

Vemstste in Srimn oogelfrei

VrLnn, 15. März

Deutschen in Brunn find seit Sonntag oogelfrei. uunistcn, die Eendarmerieuniforinen tragen, ler­eren die Stadt. Bewaffnete Abteilungen haben »lästigsten Gebäude und Plätze besetzt und dre innere Stadt umstellt. Seit Montag hat sich dre her Vrünner Opfer wieder beträchtlich erhöht. Die lchcn Ophcrt, Turetschek, Serabal, Steiner, erch, Braun sowie fünf weitere Deutsche, deren rn noch nicht festgestellt werden konnten, sind schwer ist in die Krankenhäuser eingeliefert worden. «ie » hauptsächlich schwere Schädeloerletzungen, v,kl­aust schwere Magen- oder sonstige innere Bcr- Acu aus. die von Fußtritten herrühren. Dre isten Starckcnberger und Potzickler werden vermißt, ihrem Verbleib fehlt jede Spur. Es muß ange-

staksta in Verlin

In Begleitung des tschechischen Außenministers

Berlin, 1S. März

Mit einem Sonderzug, der Prag um 18 Uhr verlassen hatte, traf am Dienstag um 22.48 Uhr der tschechische Staatspräsident Hacha in dcr Reichshauptstadt ein. I» seiner Begleitung befanden sich Außenminister Chval- koosky, der Legationsrat im Außenministerium Dr. Moravek und der Legationssekrctär der Präsidenten­kanzlei Dr. Kliment. Außerdem hat Hachas Tochter, die in der Sozialfürsorge der Tschechei eine führende Stellung einnimmt, an der Fahrt nach Berlin teil­genommen.

Im Auftrage des Führers begrüßte dcr Eher der Präsidialkanzlei Staatsminister Dr, Meißner die tsche­chischen Staatsmänner auf dem Anhalter Bahnhof.

Außerdem waren neben dem tschechischen Gesandten in Verlin Dr, Mastny und einigen Herren der Gesandt­schaft anwesend der Staatssekretär im Auswärtigen Amt Gesandter Freiherr von Weizsäcker, der Chef des Proto­kolls Freiherr von Doernberg, der Kommandant von Berlin Generalleutnant Seisert sowie der slowakische Legationsrat Szatmary.

Auf dem Bahnhofsvorplatz war eine Ehrenkompanie mit der Regimentsfahne des Wachregiments Berlin auf­marschiert. Unter den Klängen des Präsentiermarsches ichritt der tschechische Staatspräsident die Ehrensront ab.

Um 23.38 Uhr empfing der Reichsminister des Aus­wärtigen von Ribbentrop Außenminister Lhval- kovsky .zu einer längeren Aussprache, Im Anschluß daran stattete der Reichsaußcnminister dem tschechischen Staatspräsidenten Dr. Hacha im Hotel Adlon einen Besuch.

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Das Ende deseuropäischen Blinddarms"

R. fAü. Bremen, 15. März.

Wie auch uns bekannt geworden ist, Herr Benesch, haben Sie sich dieser Tage nach Ihren Besprechungen mit dem sowjetrussische« Geschäfts­träger in Washington, Umanski, in Newyork be­reits eins Schisfskarte nach Europa gesichert. Sie müssen sich nun aber, wollen Sie wenigstens den restlosen Zerfall des einst aus Ihr Betreiben zur Welt gebrachtenStaatssystems" der Tschecho- Slowakei aus nächster Nähe miterleben, wirklich beeilen! Ja, die Ereignisse der letzten Stunden deuten darauf hin, daß Sie wahrscheinlich auch bei den Liqnidierungsvorgängen im tschechischen, slo­wakischen und karpato-nkrainischein Raum zu spät auf der Bildfläche erscheinen werden und deshalb im günstigsten,Fall gerade noch das Er­gebnis des von Ihren Schergen eingeleiteten Zersetzungsprozesses betrachten können . . .

Woher wir von Ihrer Absicht Kenntnis erhiel­ten, sich nach Prag zu bemühen und wieder einmal höchst persönlich die Brandfackel an das tschechische Pulverfaß zu legen? Das wollen wir Ihnen gerne verraten! Sie hätten Ihr neues Zusammenspiel, mit Litwinow-Finkelstein nicht so geräusch- v o l I in Szene setzen sollen! Vor allem hätten Sie dem Moskauer tschechischen Gesandten, dem Juden Firlinger, einen Maulkorb umhängen müssen; denn was dieser Ihr Günstling von den im Kreml abgekarteten Plänen zurRückensteifung Prags" in die'Welt hinausposaunen ließ, war deutlich ge­nug! Auch Ihre kommunistischen Gesinnungs­genossen in Prag selbst haben allzuviel aus der Schule geplaudert!

Aber das alles liegt jetzt am Rande des Ge­schehens. Das Wesentliche und Beherrschende ist, daß die von Ihnen dirigierte tschechische Unterwelt eine Entwicklung heraufbeschworen hat, die man kurz und bündig als den Anfang vom Ende der Tschecho-Slowakei" bezeichnen muh. Gewiß, Sie hatten sich die Sache anders gedacht. Wie war das alles von den jüdisch-marxistischen Rädelsführern Ihrer in Prag zurückgelassenen Clique raffiniert ausgetüftelt worden: Putschabsichten und Epio- nageaktionen wurden den anderen, den Slo­waken angedichtet, damit Prag seinen Verfassungs- brnch zu bemänteln in der Lage sein sollte.Ganz nebenbei" sollten im Zuge der antislowwkischen Re­volte die tschechischen Haßinstinkte gegenüber den im PrägerStaatsverband" verbliebenen Volks­deutschen abreagiert werden. Wir haben es nicht überhört, daß Dimitrosss Mitarbeiter Manuilskt soeben auf dem Kongreß der Kommunistischen Par­tei erklärte, wenn die Tschecho-Slowakei im Sep­tember vorigen Jahres nicht den Spuren Spaniens folgte, so sei das höchst bedauerlich. Was nicht ist, so meinen Sie, Herr Benesch, das kann noch wer­den! Welch verbrecherischer Gedanke! Sie hatten es im September freilich erreicht, daß die gesamte Kulturwelt von unzähligen Exzessen tschechischer Barbarei überrascht wurde; dann waren Sie zu­nächst in der Versenkung verschwunden. Heute hat Ihr irregeführtes und staatspolitisch durchaus

Unser Isgesspisgel

(vis llsukixs LvsZnds nmkallt 14 Jsitsv)

Nach der Unabhängigkeitserklärung der Slowakei und dem Einmarsch der Ungarn in die Karpato- Ukraine ist der Tschechenstaat zusammengebrochen. Der kommunistisch-hnssitische Terror gegen Deutsche und Slowaken, hat auch gestern zahlreiche Opfer gefordert.

Der tschechische Staatspräsident Hacha weilt in Berlin.

Hermann Göring ist nach Berlin zurückgekehrt.

Der Saharaflug ergab einen eindeutige» Sieg Italiens.

Der Beauftragte für den Vierjahresplan hat eine Verordnung zur Erhöhung der Förderleistung und des Leistungslohnes im Bergbau erlassen.

Der Gau Weser-Ems musterte seine Adols-Hitler- Schulanwärter.

Der Bremer Westen erhält zwei Parteibanten.

Der NSRL. führte in Bremen eine wichtige Kreis­tagung durch.

Bremen wird 1848 zum 75jährigen Bestehen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger Vertreter von 18 Nationen versammelt sehen.

Ein verhängnisvolles Eisenbahnunglück in Cha- teauroux erforderte eine große Anzahl Toter.