Ausgabe 
(26.6.1940) Nr. 173
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vrmer Muno

parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Zreien Hansestadt vremen

Anzeigen - Erundpretse'. Die 1 nun hohe und 22 cnrn breite Zeile im Anzeigenteil 13 ^4. Die 78 mw breite und 1 mw hohe Zeile im Teitteil 75 ^4. Ermäßigte Grundpreise (für Mein- u. Famftien- anzeigen u. a.) sowie sonstige Be­dingungen Preisliste 9 Nachlaß­staffel <2. Für Anzeigen durch den Fernsprecher keine Gewähr. An­nahmeschluß 16 Uhr. Geschäfts­stellen: In Bremen: Am Geeren Nr. 6/8. Fernspr. 5 41 21. Nachtruf und sonntags: Fernsprecher 51115? Obernstraße 86, Fernspr. 54121, 8n Svke: Müblendamm Nr. 2.

der Nationalsozialisten Siemens

Amtliches verkündungsblatt des Reichsstatthalters in oldenburg und vremen

Nr. 1?Z / 10. Jahrgang

kinzelpreis 15 Vpf.

vesetztmgslmie oerlöuft etwa über die vrte Vole, parag le " und vourges bis etwa 20 km östlich von laues, dann nach flngouleme- Libourne, über Mont de Marsan und Seche; bis;ur spanischen Sren;e

Wortlaut der vedingungen

Ausgleichende öerechtigkeit und Sicherung der weiteren Kriegführung Veutschlands gegen kngland

Berlin, 23. Juni

Der zwischen dem vom Führer des Deutschen Reiches und Obersten Befehlshabers der deutschen Wehrmacht beauftragten Chef des Oberkommandos der Wehrmacht Generaloberst Keitel einerseits und den mit ausreichenden Vollmachten versehenen Be­vollmächtigten der französischen Regierung: Armeegeneral Huntziger, Vorsitzender der Delegation, Französischer Botschafter Noel, Vizeadmiral Le Luc, Armeekorpsgeneral Parisot und General der Luftwaffe Bergeret andererseits vereinbarte Waffenstillstands­vertrag hat folgenden Wortlirut:

Die französische Regierung veranlaßt in Frankreich sowie in. den französischen Besitzungen, Kolonien, Protek- toratsgebieten und Mandaten sowie auf dem Meere die Einstellung des Kampfes gegen das Deutsche Reich. Sie bestimmt die sofortige Waffonniederlegung der von den deutschen Truppen bereits eingeschlossenen französischen Verbände.

2 .

Zur Sicherstellung der Interessen des Deutschen Reiches wird das französische Staatsgebiet nördlich und westlich der in anliegender Karte gezeichneten Linie von deutschen Truppen besetzt. Soweit sich die zu besetzenden Teile noch nicht in Gewalt der deutschen Truppen befin­de», wird diese Besetzung unverzüglich nach Abschluß die- , ses Vertrages durchgeführt.

3.

In den besetzten Teilen Frankreichs übt das Deutsche Reich alle Rechte der besetzenden Macht aus. Die Franzö­sische Regierung verpflichtet sich, die in Ausübung dieser Rechte ergehenden Anordnungen mit allen Mitteln zu unterstützen und mit Hilfe der französischen Verwaltung durchzuführen. Alle französischen Behörden und Dienst- . stellen des besetzten Gebietes sind daher von der franzo-

Zusammentritt der woffenstillstandskommWon in Wiesbaden

Berlin, 25. Juni.

- Aus Grund des deutsch-französischen Waste »stillstand-Ver­trages tritt eine Wasfenstillstandskommission zusammen, die ihren Sitz in Wiesbaden haben wird. Zum Vorsitzenden der Wasfenstillstandskommission hat der Führer den General der Infanterie von Ltiilpnagcl ernannt. Ausgabe der Wasfen­stillstandskommission ist «s, die Durchführung des Wassen- stillstandsvertrages zu regeln und zu überwachen. Die iranzösischc Regierung ist aufgefordert worden, ihrerseits " ter zu der Wasfenstillstandskommission zu entsenden.

fischen Regierung unverzüglich anzuweisen, den Anord­nungen der deutschen Militärbefehlshaber Folge zu lei­sten und in korrekter Weise mit diesem zusammenzu­arbeiten.

Es ist die Absicht der Deutschen Regierung, die Be­setzung der Westküste nach Einstellung der Feindseligkei­ten mit England auf das unbedingt »rsorderliche Aus­maß zu beschränken.

Der französischen Regierung bleibt es überlassen, ihren Regierungssitz im unbesetzten Gebiet zu wählen, oder wen» sie es wünscht, auch nach Paris zu »erlegeu. Die Deutsche Regierung sichert in diesem Falle der französischen Regierung und ihren Zentralbehörden jede notwendige Erleichterung zu, damit sie die Verwaltung des besetzten und nicht besetzten Gebietes von Paris aus durchzuführen in der Lage ist.

4.

Die französische Wehrmacht zu Lande, zu Wasser und in der Lust ist in einer noch zu bestimmenden Frist dcmobil zu machen und abzurüsten. Ausgenommen davon sind mir jene Verbände, die für die Aufrecht­erhaltung der inneren Ordnung nötig sind. Ihre Stärke und Bewaffnung bestimmen Deutschland bzw. Italien. Die in dem von Deutschland zu besehenden Gebiet be­findlichen Verbände der sranzösischen Wehrmacht werden beschleunigt in das nicht zu besetzende Gebiet zurück­geführt und sind zu entlassen. Diese Truppen lege« vor ihrem Abmarsch ihre Waffen und ihr Gerät all dem Platz nieder, wo sie sich zur Zeit des Inkrafttretens dieses Vertrages befinden. Sie sind für eine ordentliche Uebergabe an die deutschen Truppen verantwortlich.

8 .

Als Garantie für die Einhaltung des Waffenstill­standes kann gefordert werden die unversehrte Aus­lieferung aller jener Geschütz«, PanzerkampfroaHen, Panzerabwehrwasfen, Kriegsflugzeuge, Flakgeschütze, Infanteriewaffen, Zugmittel und Munition von Ver­banden der sranzösischen Wehrmacht, die im Kampf gegen Deutschland standen und sich zur Zeit des In­krafttretens dieses Abkommens in dem von Deutsch­land nicht zu besetzenden Gebiete befinden. Den Um­fang der Auslieferungen bestimmt die deutsche Waffen stillstandskommisiion.

(Fortsetzung auf Seite 2)

Hochoercatsaktion Nepnauds

Me Spießgesellen des ehemaligen Ministerpräsidenten an der spanisch?» Srenze verhaftet

Madrid, 25. Juni.

Politische Gangster, die sich als Spieß gesell en Ney- naups erwiesen, versuchten den schwierigsten Augenblick ihres Vaterlandes auszunutzen, um das letzte Geld aus dem Staats­schatz zu rauben. Dieser großen Hochverratsaktion französischer Volksfrontler kam die spanische Grenzpolizei auf die Spur. Sie verhaftete an der Grenze bei Jrun drei verdächtige Franzosen, die in drei Autos ankamen und in zahlreichen Kaisern viele Millionen französische Francs in Gold und ge­heime Staatsdokumcnte «ndeklaricrt nach Spanien einzu­schmuggeln versuchten. Die Verhaftete» hatten als angebliche Sekretäre Rchnauds die spanische Einreiseerlaubnis erhalten. Ihre Koffer wurden jedoch, wie bei allen jüdischen Reisenden, einer eingehenden Kontrolle unterzogen. Die Untersuchungen ergaben, dah die Dokumente über Frankreichs politische und wirtschaftliche Beziehungen zum Ausland handelten und ver­schiedenen Ministerien entwendet worden find. Die riesigen Geldsummen entstamme« dem Finanzministerium. Die Unter­suchungen ergaben weiter, daß es sich um eine hochverräterische

Aktion des ehemaligen französischen Ministerpräsidenten Rcy- naud handelt, der durch seine Agenten dem sranzösischen Na- tionalkomitec in London wertvollstes Material in die Hände spielen ^wollte, um Pctains Sturz herbcizukühren. s

Der französische Botschafter in Madrid wurde durch die spanische Botschaft von dxn Vorsällen unterrichtet und es ist anzunehmen, daß dieser die spanischen Maßnahmen billigt. Da? Geld wurde zunächst der Bank von Spanien zugeführt. Ueber eine etwaige Rückgabe der beschlagnahmte» Dokumente und des Geldes werden Verhandlungen geführt.

„Jnfvrmacioncs" schreibt zu der Verhaftung" der drei Spießgesellen Rchnauds, diese Art „Politiker" wie Rehnaud sei gleich zynisch und gewissenlos in allen Ländern. Der Klüngdl Rchnauds stelle sich in den Dienst der Feinde Frank­reichs wie sich der Klüngel NcgrinS während des spanischen Bürgerkrieges in den Dienst des Auslandes stellte

Sie veenöigung des seldzuges in Frankreich

»eilissl« le-o-poe'« -<-° l--"--bl<b°n MiaaUbbii,'- dxmd-edle-, - lw,-G°W,e nach Mine,-n,Ion»

-— mit Mamben I Da« Oberkommando der Wehrmacht

Führerhanptquartier, 25. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: »Der Fcldzug in Frankreich hat nach einer Dauer von nur sechs Wochen mit einem unvergleichlichen Siege 8er deutschen Waffen geendet. Seit heute 1,35 Uhr herrscht Waffenruhe.

2m Verlauf des gestrigen letzten Kampftages rückten unsere Divisionen an der Atlantiklüste nach Brechung klrzen Widerstandes bis zur Linie Royan an der Eironde-MünLung-Angoil leme vor.

An der Rheinfront und in Lothringen verlor der Gegner weitere Festungswerke. Am Donon in den Vo- gcscn kapitulierte, wie durch Sondermeldung bekannt- siegeben, eine Feindgruppe von über 22 lilsti Mann, darunter ein Kommandierender General und drei Dl-

vifionskommandeiirc.

Südwestlich von Lyon wurden St. Etienne und Anno- uay genommen. In Savoycn gelang es unseren Trup­pen unter Einsatz von Gebirgsjägern, die zäh ver- le>digtcn Feindstellungen an mehreren Stellen zu durch- drechcn. Aix-les Bains wurde genommen.

I« Zuge der bewaffneten Lustaufklärung vor der 'konzösischen Atlantikküste wurde «in britische« Trans­

portschiff von 5—ötlliü Tonnen erfolgreich mit Bomben angegrisse». Weitere Ausklärungsfliige erstreckten sich auf Teile der Nordsee. In der Nacht zum 25. Juni unternahmen deutsche Kampsverbände einige Angrifss- flüge nach Mrttelengland und belegten Flugplätze und Anlagen der Flugzeugindustrie mit Bomben.

Ein britisches Flugzeug flog bei Tag den Flugplatz Stavanger-Sola an. Vor Abwurf von Bomben wurde es von unseren Jägern abgeschossen.

Britische Flugzeuge setzten ihre Einflügc nach Nord- und Westdeutschland auch. in der letzten Rächt fort, ohne irgendwelchen Schade» an militärischen Anlagen

anzurichten.

Der Flakartillerie unserer Kriegsmarine gelang es an der Nordseeküste zwei englisch« Flugzeuge abzu­schießen

vee italienische Heeresbericht

Rom, 25. Juni.

Der italienische Heeresbericht vom Dienstag hat folgenden Wortlaut:

„Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Infolge der Unterzeichnung des Wafsenstillstands- abkommens sind heute früh 1.35 Uhr die Feindselig­keiten zwischen Italien und Frankreich aus allen nationalen und Ueberseesektoren eingestellt worden.

Eines unserer U-Boote hatte einen feindlichen Damp­fer von Willi BRT. versenkt. Ein anderes U-Voot, das im Roten Meer stationiert war, ist nicht in seinen Heimathafen zurückgekehrt. -

Bei dem seindlichcn Lustangrisf aus Tripolis sind Ziele von militärischem Interesse nicht getroffen wor­den. Die Bomben fielen aus Häuser des alten Juden­viertels und verursachten an 211 Opfer.

Ein feindlicher Luftangriff aus Cagliari, bei dem gegen 3V Bomben geworfen wurden, hat keinen Schaden an den Häusern angerichtet und nur wenige Personen verletzt.

Zwei Luftangriffe gegen Palermo sind von unseren Jagdflugzeuge», die die feindlichen Flugzeuge zur Flucht zwangen, vereitelt worden.

Der Krieg gegen Großbritannien wird bi, zum Endsiege fortgesetzt."

weiter

LtthWhe Luke««-/

' rä. Berlin, 25. August.

Seit der Stunde, in der die französischen Bevoll­mächtigten im Walde von Compisgne eintrafen, wartete die Welt in höchster Spannung auf die Bekanntgabe der deutschen Waffenstillstandsbedingungen. Die -en- sationsblätter aller Kontinente übten sich in ihrer alten Praxis des Äombinierens, ohne hierfür selbstver­ständlich sachliche' Anhaitspnnkte zu besitzen. Tatsächlich kannte die Oeffentlichkeit bisher nur dre drei Haupt­gesichtspunkte der deutschen Forderuügen, wie sie Generaloberst Keitel Lei der Uebergabe der Bedin­gungen im historischen Verhandlungswagen Marschall Fachs ankündigte.

Die Schmach von Compiögne im November 1918 ist getilgt. Aber nicht der Gedanke der Rache beseelte den Sieger, sondern das Bewußtsein von Recht und Gerech­tigkeit, Las eine Wiedergutmachung des ihm früher an- getanenen Unrechts verlangt: „Es ist ehrenvoll für. den Sieger, den Besiegten zu ehren", so erwiderte General­oberst' Keitel dem französischen General Huntzinger, als dieser an soldatische Auffassungen und Begriffe > appellierte. Konnte es eine stolzere Antwort geben angesichts des Denkmals jenes Marschalls, der vor 22 Jahren nichts als Demütigungen und Schmach er­sann, um das deutsche Volk und seine Armee in den Staub zu zerren? Deutschland hat von Frankreich nichts verlangt, was den eng gezogenen Rahmen der drei Grundbedingungen überschritten würde: 1. Ver­

hinderung einer Wiederaufnahme des Kampfes. 2. Sicherung der Wcitsrführung des Krieges gegen England. 3. Vorbereitung eines Friedens, der in erster Linie unter dem Leitmotiv der Wiedergut­machung steht.

Noch ist es freilich nicht Zeit, vom Frieden zu reden, und jene Grundsätze weiter zu entwickeln, die später einmal die europäische Neuordnung bestimmen werden. Der letzte Entscheidungskampf steht erst bevor: die große Abrechnung mit England, dem Hauptfeind des Konti­nents. Im Kriege der Plutokratien gegen die jungen Völker Europas ist Frankreich ausgefallen, niedergewor­fen in einem Siegeszug, der in der Geschichte kein Bei­spiel hat. Es müßte daher vordringlichste Aufgabe des jetzigen Waffenstillstandes sein. die Gewähr dafür zu schaffen, daß der geschlagene Feind nicht wiederum die Waffen ergreifen oder seinen bisherigen Verbündeten anderweitig unterstützen kann.

Wichtigste Voraussetzungen hierfür sind die Besetzung derjenigen Teile Frankreichs, die für die zukünftige Kriegführung gegen England von Bedeutung sein konn­ten und die völlige Demobilisierung der noch vorhan­denen Streitkräfte des Gegners. Selbstverständlich müßte sich die französische Regierung außerdem verpflich­ten, England keinerlei Hilfe mehr zu leisten. Aus diesem Grunde mußte die.Beförderung von Mannschaften und Waffen ins Ausland unterbunden und allen französi­schen Staatsangehörigen verboten werden, für England zu kämpfen. Wesentliche andere Vorsichtsmaßnahmen wie die Demobilisierung der Kriegsflotte, das Verbot für Handelsschiffe, ohne Genehmigung auszulaufen, die Stillegung der Funkstationen, das Startverbot für Flug­zeuge, das Verbot der Herstellung von Kriegsmaterial im nicht besetzten Gebiet dienen diesem Zweck.

Andererseits wird dafür Sorge getragen, daß in den besetzten Gebieten das Wirtschaftsleben wieder in nor­malen Bahnen verläuft, wofür u. a. die Unterordnung der französischen Behörden und sonstigen Dienststellen unter die Vefehlsgewalt des deutschen Oberkommandos natürlich Voraussetzung ist. Durch die Verpflichtung einer unversehrten Uebergabe der vorhandenen in­dustriellen Anlagen und anderer wichtiger Einrichtun­gen der Verkehrsmittel. Eisenbahnen, Binnenschiffahrt wird diese-Entwicklung ebenso beschleunigt wie durch

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Ter Wortlaut der unterzeichneten Waffcnstillstandsbedin- gungcn liegt nun vor.

England greift nach Frankreichs Auslandsguthaben.

An der spanischen Grenze wurden drei Spießgesellen Rchnauds als Hochverräter verhaftet.

In Südafrika wächst die Protestbewegung gegen den Kriegshctzer Smuts.

Die ägyptische Regierung ist zurückgetreten.

Der LKW.-Bericht meldet die Beendigung des Fcldzuges in Frankreich sowie Angrjfssftügc nach Mittelcngland. Ueber die Sommcraufgabcn der Nordsec-Hitlcr-Jugcnd äußerte sich der K.-Führcr des Gebietes Nordsee, Haupt- bannftihrcr Finkcntch.

Mit Dr. Heinrzch Flügel verlor Bremen einen wegwei- ienbcn Förderer der Derkchrswisicnichaft »nb -wirischaft.