Ausgabe 
(10.6.1940) Nr. 157
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vremr Zeilmg

par^Liamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Negierenden Vürgermeisters der Zreien Hansestadt Vremen

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Die 1 mm hohe und 22 mw breite Zeile Im Anzeigenteil 13 -H/. Die 78 mm breite und I mw hohe Zeile Im Tertteil 75 2A2. Ermäßigte Grundpreise (für kleine Familien- anzeigen u. a.) sowie sonstige Be­dingungen Preisliste 8 Nachlaß- stasfel S. Für Anzeigen durch den Fernsprecher keine Gewähr. An­nahmeschluß 18 Uhr. Geschäfts­stellen: In Bremen: Am Geeren Nr. 6/8. Fernspr. 5 41 21. Nachtrus und sonntags: Fernsprecher 5 1115; Obernstraße 86, Fernspr. 5 4121. Ln St>ke: Mühlendamm Nr. 2.

der Nationalsozialisten Vremens

stattliches verkiindungsblatt des Reichsstatchalters in oidenburg und vremen

Montag, 10 . Juni 1940

Linzelpreis 1S Npf.

Vie flisne im Kamps überschritten

Ver semd zum Nückzug gezwungen

Starke gegnerische Kräfte im Somme- und Sise-Sebiet zerschlagen / krneuter ersalgreicher Luftangriff aus tkerbourg / Flugplätze und Verketzrsoerbindungen bei Paris wurden mit vomben belegt / Unsere Schlachtschiffe „Sneisenau" und „Scharntzorst" vernichteten im Nordmeer bei Naroik den englischen Flugzeug­träger „Slorious" und weitere kintzeiten der britischen Platte / Nie See­operationen wurden weiter fortgesetzt

Führerhaupt quartier, 8. Juni Das Oberkoiuiuando der Wehrmacht gibt bekannt: „In viertägiger Schlacht im Somme- und Oise-Eebiet haben deutsche Infanterie- und Panzerdivisionen in enger Zusammenarbeit mit der Lustwaffe starke feind­liche Kräfte zerschlagen und andere, zum Teil neu in den Kampf geworfene feindliche Truppen, zum Rückzug gezwungen. Der Versuch des Feindes, den deutschen An­griff um jeden Preis aufzuhalten, ist gescheitert. In Richtung auf die untere Seme wurden rückwärtige Ver­teidigungslinien des Feindes durchbrochen und umfang­reiche Versorgungseinrichtungen und Vorräte des Geg­ners erbeutet.

Die Luftwaffe unterstützte das Vorgehen des Heeres südlich der Somme. Artillerie- und Flakstellungen sowie Kolonnen aller Art sind mit Bomben belegt, Truppen-

ver,lieblet« !„ itim iie l'in^enZt.iiser

(l'uesso-lloitmuiiu)

und Panzeransammlungen zersprengt worden. Weiter ostwärts verfolgen unsere Divisionen den Feind. Beider­seits Soissons ist die Aisne im Kampf überschritten. Heute früh sind weitere Teile der deutschen Front in Frankreich zum Angriff angetreten.

Den Hasen von Cherbourg griff die Luftwaffe erneut mit Erfolg an, mehrere Flugplätze nord- und südostwärts von Paris sowie Straßen und Eisenbahn­strecken nordwestlich von Paris wurden mit Bomben belegt. Dir Gesamtverluste des Gegners in der Lust be­trugen gestern 58 Flugzeuge und einen Fesselballon, da­von sind 38 Flugzeuge im Luftkampf, 13 durch Flak ab­geschossen, der Rest am Boden zerstört. Neun eigene Flugzeuge werden vermißt.

Deutsche Seestreitkräfte, darunter die beiden Schlacht­schiffe „Gn ei senau" und „Scharnhorst", operier­ten unter Führung des Admirals Marschall zur Ent­lastung der um Narvik tiimpsenden Truppen im Nord­meer. Hierbei wurden am 8. Juni durch eine Kampf­gruppe der englische Flugzeugträger „Glorious"

(22 588 Tonnen) und ein feindlicher Zerstörer in Grund geschossen. Eine zweite Kampfgruppe vernichtete den 21888 Tonnen großen Truppentransporter „Orama", den englischen Marinetanker „Oilpioneer" (9188 Ton­nen) und einen modernen U-Bootjäger. Sie brachten ferner mehrere hundert Gefangene ein. Die eigenen Streitkräfte setzten ihre Operationen fort.

Der Feind wiederholte auch in der Nacht zum 8. Juni seine Einflüge in das westdeutsche Gebiet. Militärischer Schaden wurde nicht angerichtet."

Der Flugzeugträger „Glorious' lief 1916 als Schwester- schiff der bereits torpedierten „Couragcous" von Stapel. Bei einer Wasserverdrängung von 22 560 Tonnen, einer Länge von 240 Meter und einer Breite von 30,4 Meter, erreichte die „Elnrivus", die zu den grössten Schissen dieser Gattung gehört, und 48 Flugzeuge aufnehmen konnte, eine Höchst­geschwindigkeit von 31 Seemeilen bei einem Aktionsradius von 3200 Kilometer. Die Bestückung sehte sich zusammen aus 16 12-Zentimeter-Flak, 16 4-Zentimeter-Flak, 4 4,7-Zcntimetcr- GeschützLn. 2 Torpcdonusstoßrohren und 18 MG. (Besatzung 750 Mann.)

wuchtigsterflngriffseitMenschengedenken

In amtlichen pariser Kommuniques zugegeben — weggand befiel)»: keine regellose sluchl

' jb. G e n f, s. Juni.

„Die Schlacht, die am Sonnabend im Raum zwischen dem Meer und dem Ehemin des Dames tobte, war die größte Schlacht dieses Krieges und aller Zeiten". Mit dieser amtlichen

sranzösischen Feststellung versuchen die Pariser Machthaber den vernichtenden Eindruck der neuen iranzösischen Mckzngs- bewcgung in' der sranzösischen Ocffentlichkcit abzuschwächen.

Die Tatsachen dieses Rückzuges wird in Paris keineswegs ver­schwiegen, aber es Wird mit Nachdruck unterstrichen: „Zwischen Anmale an der Bresle und Nohon an der Oise haben die Deutschen eine Ofsensibe ausgelöst, die in sranzösischen Mili- tärlreisen als „nie dagewesen" bezeichnet wird. Es handelt sich um das Vordringe» einer gewaltigen, Masse von Mannschaf­ten und Kampfwagen. Zu den berctis sriihcr beteiligten deut­schen Truppen gesellten sich frische Panzerdivisionen und In­fanteriedivisionen. Vor dieser ungeheuren Lssensivc haben die sranzösischen Truppen eine ,Niickzugsbcwegung eingeleitet. Kurze Zeit später wurde ein weiteres Kommunion« in Paris herausgegeben, in dem erneut unterstrichen wird: „Der von den Deutschen unternommene Angriss zwischen Bresle und Oise ist der wuchtigste Zusammenstoß seit Mcnschengcdcnken. Am Sonnabend gegen übend gab das Kommando in Anbe­tracht der vorstürmenden deutschen Massen d(n Beseht zum 'Rückzug. .

Die Pariser Politiker und Militär? stellen also nun ossen ihre -Ohnmacht gegenüber den deutschen Waffen sest. Sie tun es einfach mit dem Hinweis, es sei unmöglich, diesem größten Angriff aller Zeiten standzuhalten Gleichzeitig weh­ren sie sich gegen die Bezeichnung „Durchbruch" und behaup­ten, das französische Oberkommando habe die Nückzugsorga- nisätion noch völlig in der Hand. Der Rückzug vollziehe sich „in bester Ordnung".

Diese Behauptungen, welche die Panikstimmung in Paris bekämpfen sollen, wird jedoch gleichzeitig entkräftet durch einen Armeebefehl General Wchgands, der die Truppen be­schwört, standzuhalten und nicht die Flucht zu ergreifen. Bei dem angeordneten Rückzug diirse dem Feind nicht der Rücken gezeigt werden, sondern der Blick müsse iinmer seind- wärtS gerichtet bleiben. Regellose Flucht müsse unter allen Umständen vermieden werden.

Ferner ist den Pariser Machthabern an folgender Feststel­lung gelegen, die gleichfalls die Lage kommentieren soll: „Die französische Armee, auch wenn sie schwere Verluste er­litten hat, bleibe intakt." Damit werden in Paris amtlich zum erstenmal „schwere Verluste" zugegeben. Gleichzeitig be­müht sich der amtliche Kommentar, die Hoffnung aus eine Wendung noch wachzuhalten, soweit das noch möglich sein sollte. Kennzeichnend für die Naivität dieser amtlichen sran­zösischen Propaganda ist folgender Satz: „Die Absichten des französischen Oberkommandos sind noch unbekannt geblieben. Das französische Kommando hat die Initiative noch nicht übernommen, kann es jedoch tun, wenn es den Augenblick sür geeignet hält."

Keule Pariser Minisierral

o. seil. B e r n, 9. Juni.

Am Montagabend tritt das französische Kabinett im Pa­riser Kriegsministern»» zu einer, wie es heißt, sehr wichtigen Beratung zusammen. Es soll die militärische und politische Situation durchbcratcn werden. Im Anschluß seien bedeut­same Beschlüsse zu erwarten. In diesem Zusammenhang wird aus die in Paris verbreiteten Gerüchte hingewiesen, nach welchen Mussolini Montagabend zum italienischen Volk sprechen wird.

knalands VlockaSe bedroht Italiens freiheit

Neue Willkürakte — Unverschämtes flnsinnen auf „Kontingentierung" der italienischen einfuhr

Rom, S. Juni

Amtlich wird in Rom der zweite Schäden

durch die englisch-französischeKriegSwirt- AU.°wk L DU» erstattet hat D'-

°egen die italienisch- Schiss-Hrt- ^ kommt nach Au,^

'in-r langen List- neuer Willkürakte aus dem vergangenen Monat zu der Schlußsolgerung: „

„Das Anhalten und Umleiten der uSsuh^verbote

»ahme der Waren, die Bries,-nsur "n?. ^"0«°

haben dem italienischen Volt den ««''baren ' nd -M - ieglichen Beweis gcbracht^daß b-. ° ner Lage,^ w.e ^ ^ Mitielmccr besteht, seine ,,rciheitscm «inen,

Möglichkeit zur Arbeit und Entwicklung E,

Augenblick zum andern durch den W schwere 8e- mittclmevrländischcn Macht vernichtet o auö

sahr gebracht werden könne. Das ist die ""« neun Monaten Kontrolle."

Der zweite Bericht räumt zimüchst o"ch Ps., ^ Gründe der Westmächte, die im ersten Bericht ^ «„s.

gegen die Uncrträgiichkcst der Kontrolle Z östlichen

^r stellt dann fest, daß im April und vo Umleitung

Mlttcimcer eine Zunahme in der zl."!'!'"-°,^inn bis zum Ual(cru,cher Schisse eingetreten yt. ^cit Krieg. 6 -3^Mcn wurden im ganzen 13^- !o.?^^s.ilienischen Vor- , ^ann besaßt sich der Bericht " üiAusühren.

'Alagen. die Kontrolle aus den ^echt-boden z Z ^

Lage sei aber immer WchU^m-rtAtuna im ständigen '--über 193g wurde der britischen Vertretung ' 'taüenisch.-engi^chen Ausschuß eine Denkschrift übe m

der die saschistische Regierung die Lage,, wie »e zum Lcha- den des italienisclien Verkehrs aui Grund der Belchlagnahme und der immer zahlreicheren Sperren italienischer Waren äeschafteii 1 S 0 M 0 Iwar- alff-Süßi-rsri Ägisfi schildert«. 'Richt Mir die RciniPcn der" Aontiw.llhäfru-.wären. voll! tzvn"Waren- son-

noriualen Dienst: sticht mehr nachkommen konnten. „Wir be- saiidek, uns vor einer regetrechten Lahmlegung »stieres San-

^Die Güter verdarben, die Lagergebühren erreichten astro­nomische Ziffern, mehr als ein Industrieunternehmen war gezwungen, wegen der Verspätung der Rohstossc die Arbeit einzustellen und z» reduzieren.

In welchem Geist die Londoner Regierung die Italien,sthcn Vorschlägst aui eine neue Handhabe der Knntrvllc in Er­wägung zog. wurde durch eine Denkschriit bewiesen die am » Januar übermittelt wurde. Darin wurde eine Erleichte­rung der Kontrolle an die Bedingung geknüpft daß sich Italien einer Politik der „Knntiilssentierung" untcrwcrse.

Es war wohl verständlich heißt es in t«'m neuen Bericht weiter, daß die faschistische Regierung sich weigern würde, wie sie sich auch tatsächlich weigerte, einen Vorschlug dieser Art nicht nui! zu diskutieren, sondern überhaupt nur in Er­wägung zu ziehen, der in hohen. Mäße die Smivcränitäi die Freiheit und das Prestige des italienischen Staates ver­letzte

Man muß sich vor allem den Zweck des britischen Vor­schlages vor Augen halten, der darin bestand, sich der in strengster und vollkommenster Weise gchandhabtcn Kontrolle zu bedienen, um Italien zur Annahme einer Begrenzung seiner Einfuhr zu zwingen und es ihm aus diese Weis- un­möglich zu machen, sich Reserven zu schassen und seine «ricgs- vorbereitungen im beschleunigten Rhythmus vorwärts zu

treiben. Gleichzeitig wollte man Italien zwingen, der eng­lischen Regierung ins einzelne gehende und vollständige In­formationen über unser Programm der Rohstosslsescrungen und den Bedarf der nationalen Produktion zur Verfügung zu stellen."

Der Bericht an den Duce führt sodann weitere bisher noch nicht bekanntgegebene Einzelsälls Pon Uebcrgrissen der eng­lischen und sranzösischen Kontrollbchörden aus der jüngsten Zeit an. Obwohl die italienischen Handelsschiffe mit den vorgeschriebenen Papieren versehen waren, wurden sie immer wieder angehalten oder umgeleitet, wobei die Engländer auch nicht davor zurückschrecken, mitten im Adriatischen Meer den Verkehr zwischen Italien und Albanien zu erschweren.

Auch in bczug auf die Postsäckc hat sich. wie in dem Be­richt betont wird. die Lage in den Monaten April und Mai noch verschlimmert. So wurden im April von 16 italienischen Tampsern nicht weniger als 5709 Postsäcke beschlagnahmt, im Mai von eis Schissen sogar 6347 Postsäcke. Von dieser Be­schlagnahme wurden nicht einmal die zwischen Italien und seinem Imperium verkehrenden Dampfer verschont

Beschlagnahmte Waren wurden nicht weniger als einen Monat festgehalten, so daß sie zum Teil verdarben. Hänsig komme es vor, daß die italienischen Firmen von der Fest- haitnng oder Beschlagnahme ihrer Waren nicht in Kenntnis gesetzt würden. So warteten Kaiislcifte in Trieft heute noch auf Waren, die bereits seit Oktober überfällig sind.

Im übrigen, so schließt der Bericht die neue Liste der eng- lisch-iranzösischcn Willkürakte und Schikanen, verschont die Blockade nicht einmal rein neutrale Schisssgiiter mit neutra­lem Ursprungszeugnis und neutralem Abnehmer. So wurden rein schweizerische nach Brasilien bestimmte Waren von den Konlrollbehörden in T»kar von einem italienischen Tampscr heruntergeholt, obwohl diese Fracht vollkommen ordnungs­mäßig mit den erforderlichen Ausweisen der sranzösischen und englischen Konsulate begleitet war. (Siehe auch Seite 2)

Von Obsvlsnlnsut Lbsxlistn

rä. Berlin, 8. Juni.

Einen Monat nach Beginn där großen deutschen West- offensive ist der Angriff der deutschen Truppen mitten in Feindesland in breiter Front in vollster Entfaltung. Die Schilderung, die das amtliche französische Nach­richtenbüro von der Stärke und der Gewalt des deutschen Ansturmes gibt, ist eindrucksvoll und ergreifend. Der ganze revolutionäre Schwung der jungen deutschen Truppen wird deutlich, wenn Havas sagt: „Sie gleichen den Cimbern und Teutonen, die berauscht vom Siege vorwärtsstürmen". Wenn es dann weiter heißt, daß „sie sich an den Händen halten, so daß die Stärkeren die Schwächeren mit fortreißen",, so ist hier die klassische Formulierung des römischen Eeschichtsschreibers benutzt. Aber aus dem Zitat sieht man deutlich, wie sehr Frank­reich vor dem mit kameradschaftlicher Geschlossenheit ge­paarten Ungestüm des deutschen Vormarsches zittert.

Mögen im französischen Heeresbericht noch so viel Umschreibungen für die erneute Niederlage gewählt werden — das Volk drüben weiß jetzt ganz genau, was die Stunde geschlagen hat, wenn die Truppen sich „auf neue Stellungen zurückziehen". Die Weygand-Linie, deren Stärke sich die Franzosen gerade noch rühmten, wird nun plötzlich als die Stelle bezeichnet, „an der die Deutschen versucht haben, der französischen Armee das Grab zu grahen". Zum Glück sei man aber noch rechtzeitig ansgewich'en. Solche Ausreden hat das fran­zösische Volk nun einen Monat lang allzu oft gehört. Es hält sich an die Tatsachen und es sieht, daß eine französische Division nach der andern zerschlagen wird, daß jeder Versuch, den deutschen Angriff aufzuhalten, scheitert. Schon erscheint im deutschen Heeresbericht zum erstenmal der Hinweis, daß auf dem rechten Flügel der Vormarsch auf die untere Seine zu gerichtet ist, und daß dort auch die rückwärtigen Verbindungslinien des Feindes durchbrochen wurden.

Weiter östlich ist inzwischen die Aisne beiderseits Soissons überschrittennvorden. Hier ist ein altes Kampf­gelände aus dem Weltkrieg. Beiderseits Soissons gruben im September 1614 die deutschen Truppen ihre Dauer- stellungen, als der verhängnisvolle Rückzugsbefehl sie mitten aus ihrem Siegeslauf von der Marne abberufen hatte. Hier tobte im Frühjahr 1917 die Angrifssschlacht, in der der französische General Nivelle seine Armee auf­rieb, so daß Frankreich bis an den Rand der Revolution geriet. Hier endlich stürmten in der letzten großen Offensivbewegung des Weltkrieges vor nun genau 22 Jahren die Divisionen bis zur Marne vor. Keine Gegend in ganz Nordfrankreich ist so heiß umkämpft worden wie diese zwischen dem Chemin des Dames und der Marne. Ein Blick auf die Karte zeigt, weshalb: Nicht weit von hier schlägt das Herz Frankreichs. Wenn eine französische Armee sich an dieser Stelle nicht halten kann, wo mag sie sonst Widerstand leisten? Wenn trotzdem der Rückzug nach amtlichen französischen Mel­dungen unvermeidlich war, so kann er eben nur durch die „deutsche Ilebermacht" erklärt werden, die von den Franzosen so beschrieben wird: „Noch niemals, selbst im Verlause der großen Schlacht bei Verdun, hat man seit Beginn des Krieges 1914/18 einen solchen Einsatz von Material und Menschen gesehen. Es handelt sich aber nicht nur, wie damals, um Tausende von Kanonen aller Kaliber, sondern, um Tausende von Panzern, die sich unter ohrenbetäubendem Lärm ihrer Motoren in das Treffen stürzen, um der wahren Mauer von'Menschen­leibern auf einem Vormarsch in einer Front von 148 Kilometer Breite den Weg zu bahnen."

Die große Entfaltung der deutschen Kräfte auf der Front, die von Laon bis zum Meer reicht, ist hier vom Feind anschaulich geschildert. Aber nach dem letzten deutschen Wehrmachtsbericht beschränkt sich die deutsche Offensive nicht mehr auf diesen Teil Frankreichs. Die kurze Feststellung, daß nunmehr „weitere Teile der Front zum Angriff angetreten sind", beweist, daß die große Schlacht um Frankreich jetzt erst ihre volle Aus­dehnung erreicht. Daß sie' gleichzeitig von der Luft her weit ins Hinterland getragen wird, versteht sich heute schon von selbst. Daß aber im Augenblick der gewaltigen Krastentsaltung im Herzen von Frankreich.2088 Kilo- meter entfernt die deutsche Flotte den deutschen Eebirgs- truppen, die auf vorgeschobenstem Posten jenseits des Polarkreises bei Narvik kämpfen, Entlastung bringt und dabei englische Kriegsschiffe, Flugzeugträger, Truppen-

Bei der Lssensivc in Nordsrankrcich überschritten unsere Truppen die Aisne; der Gegner tritt den Rückzug an. Teutsche Schlachtschisse versenkten im Nordmccr bei Narvik den englischen Flugzeugträger „Glorious" sowie weitere Einheiten der britischen Flotte.

Paris bezeichnet die deutsche Lssensivc als den wuchtig­sten Angriss seit Mcnschcngcdenken.

Aus die Pariser Bitte» um baldige Hilsc zeigt London die kalte Schulter.

Mit wachsender Sorge versolgt England das „Unglück aus dem Kontinent".

Stärkste Empörung hat in Italien die zweite Veröffent­lichung über britische Willkürakte aus italienischen Schis­sen ausgelöst.

Allein durch Kricgswirtschastsmaßnahmcn wurde die deutsche Buttererzeugung um über >06 606 Tonnen ge­steigert.

Die Deutsche Reichspost bcsördcrt in gewisse», Umsang wieder Feldpostpäckchen an Soldaten.

Tura Gröpclingcn besiegte im Handball den Nordmark- mcistcr Polizei Hamburg.

Die Enti^cidung im Kamps um die Teutsche Hockeb- meisterschast ist gefallen.

Einen Staffel-Weltrekord über 4X260 Meter für Frauen stellte der TC. Charlottcnburg aus.