Ausgabe 
(5.6.1940) Nr. 152
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parteiamtliche Lageszeitung

vas flmtsblatt des NrgierenSm Bürgermeisters der Freien Hansestadt Vremen

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der Nationalsozialisten Vremens

flnitliches verkündungsblatt des Neichsstattkialters in Oldenburg und vremeo

Nr. 152 / 10. Zatzrgang

Mittwoch, 5. Juni 1940

kinzelpreis 15 ttps.

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Deutschland gewann die größte Vernichtungsschlacht aller Zeiten!

1,2 Millionen öefangene / Waffen und Material von ?S bis 80 Moisionen zerstört oder erbeutet / stund ZS00 feindliche slugzeuge vernichtet , Vün- kirchen erobert / Schwerste Schlüge gegen -ie Kriegsflotten der Weltmächte Wein 90 Kriegs- und Iransportschiffe versenkt / die eigenen Verluste gering

wirksamste Luftangriffe

auf militärische ftnlagen im Naume von Paris

500 bis 400 slugzeuge am Soden zerstört / weitere 129 Flugzeuge abgeschossen

Führerhauptquartier, 4. Juni

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

„Der Kampf um Dnnkirchen steht vor dem Abschlug. Unsere Truppen sind in die Stadt ein­gedrungen und haben dem verzweifelt sich wehrenden Feind das Fort Louis entrissen. Der Häuserkamps mit französischen Truppen, denen die Ausgabe zuteil geworden war, die Flucht der englischen Soldaten auf die Schiffe zu decken, ist noch im Gange.

Die Luftwaffe griff, wie schon durch Sondermeldnng bekanntgegeben, am 3. Juni mit starken Verbänden aller Waffe» die Basis der französischen Luftwaffe um Paris überraschend an. Es gelang, die feindliche Luftverteidigung auszuschalten und in zusammengefaßten Hoch- und Tief­angriffen auf Häfen und Jndustricwerke der französischen Luftwaffe stärkste Wirkung zu erzielen. Zahlreiche Brände und Explosionen wurden beobachtet. In Lnftkämpfen wurden 104 Flugzeuge abgeschossen, in Hallen oder am Boden 300 bis 400 Flugzeuge zerstört. Die Flakartillerie erzielte am 3. Juni 21 Abschüsse. Gegenüber diesen außerordentlichen Erfolgen werden nur neun eigene Flugzeuge vermißt.

In der Nacht vom 3. zum 4. Juni hat der Gegner seine Einfliigc und Bombenangriffe in Holland, West- und Siidwcftdcutfchland fortgesetzt. Die Erfolge waren ebenso gering wie bisher.

Dabei gelang es bei Rotterdam und in Westdeutschland, je ein Flugzeug durch Flakartillerie, zwei weitere feindliche Flugzeuge durch Nachtjäger abzuschießen."

Berlin , 8. Juni.

Die Festung Dünkirchen wurde nach schwerem Kamps genommen. 40 000 Gefangene und un­übersehbare Beute fielen in unsere Hand. Damit ist die gesamte belgische und die französische Kanalküste bis zur Somme-Mündung restlos von deutschen Truppen besetzt.

Unsterblicher stulzm

Uebermenschliche Leistungen unserer weffrmachl

Führerhauptquartier, 4. Juni

Ueber den Verlauf der bisherigen Operationen im Westen gibt das Oberkommando der Wehr­macht folgendes bekannt:

Der große Kampf in Flandern sind im Artois ist beendet. In die Kriegsgeschichte wird er als die bisher größte Vernichtungsschlacht aller Zeiten eingehen.

Als am Morgen des 1ü. Mai die deutsche Wehr­macht zur Entscheidung im Westen antrat, war ihr durch den Führer und Obersten Befehlshaber als strategisches Ziel gesteckt, den Durchbruch durch die feindlichen Grenzbefestigungen südlich Namur zu erzwingen und dadurch die Voraussetzung für die Vernichtung der englischen und französischen Armeen nördlich der Aisne und der Somme zu schaffen. Gleichzeitig sollte Holland rasch in Besitz genommen und dadurch als Basis für die beabsich­tigten englischen Operationen zu Lande und in der Luft in der Nordflanke des deutschen Heeres ausgeschaltet werden.

Am 4. Juni konnte die Wehrmacht ihrem Ober­sten Befehlshaber die Erfüllung dieser gewaltigen Aufgabe melden.

Dazwischen liegt ein Heldentum des deutschen Soldaten und ein Ruhmesblatt deutschen Führer- tumcs, wie es in diesem Ausmaße nur in einer Wehrmacht möglich sein konnte, die von einem Willen geführt, von einer Idee beseelt und von der Begeisterung und Opferwilligkeit eines geein­ten Volkes getragen ist.

Eine genauere Betrachtung und Würdigung der Operationen des Heeres, der Luftwaffe und der Kriegsmarine muß einer späteren Zeit vorbehal­ten werden. Aus diesem kurzen Ueberblick soll L>as deutsche Volk nur entnehmen, wie es zu diesem gewaltigen Sieg in so kurzer Zeit kommen konnte und die Gewißheit schöpfen, daß der Endsieg unser ist.

Seit Monaten sah sich die deutsche Führung der täglichen Gefahr gegenüber, daß die alliierten be­weglichen Armeen unter dem Vorwand einer Hilfeleistung für Holland und Belgien gegen das

Ruhrgebiet vorstießen. Dieser Gefahr galt es am 10. Mai im letzten Augenblick noch zuvorzu­kommen.

Mit einem mühsamen wochenlang dauernden Ab­ringen um die gesperrten Grenzzonen und die neu­zeitlich aufgebauten Festungen Holland—Belgien konnte ihr nicht mehr begegnet werden. Unter dem

schiagortigen einsah der deutschen Luftwaffe

die in wenigen Stunden durch rücksichtslose An­griffe auf die feindlichen Luftstreitkräfte die Sicherheit des eigenen Lustraumes herstellte, ist es gelungen, durch eine große Zahl bis ins ein­zelne vorbereiteter Ueberraschungsaktionen von ausgesuchten Verbänden des Heeres und der Luft­waffe nicht nur wichtige Brücken »»zerstört in die

Hand zu bekommen, sondern auch Sperrsorts zu nehmen, die der Feind bisher für uneinnehmbar gehalten hatte. Es gelang ferner durch Fallschirm- und Luftlandetruppen sich im Innern der Festung Holland trotz stärkster Gegenwehr festzusetzen und die Einfallspforte vom Süden her über die gewal­tigen Brücken bei Moerdyk solange äffest Hr: hät­ten, bis Panzer- und motorisierte Verbände zur Stelle waren und zusammen mit der Luftwaffe gegen Rotterdam eingrisfen. Dieser erstmalige Einbruch in ein Festungsbercich aus der Luft und der rasche Entsatz dieser Sturmtruppen von außen in Verbindung mit dem gleichzeitigen Durchbruch durch -ie Grebbe-Linie südöstlich von Utrecht hat die Kapitulation von Holland am 14. Mai nach einem Kampf von knapp fünf Tagen erzwungen,

(Fortsetzung auf Seite 2)

„Das kolossale militärische Desaster

clzurtizillrede Im Unterhaus - Mefige Materialverluste zugegeben - Neue Vorwürfe gegen König Leopold

kve. Kopenhagen. S. Juni. chill hielt am Dienstag vor dem Unterhaus -in« Rede ie Niederlage in Belgien.und Nordsrankreich, in der r ersten Male wenigstens insofern die Wahrheit gc- als er von einem „kolossalen militärischen Desaster in anderer Hinsicht suchte er aber wie bisher zu be­en: so leugnete er beispielsweise die hohen Verluste nschcn, während er die gigantischen Matcrialvcrluitc rnd. Insgesamt zeigte die Rede einen kragen Wechsel Propagandataktik. Sie wandte sich einerseits an das Volk, vor allem aber an das Empire, dem durch Aus- der G-sahr die Notwendigkeit eingehämmert werden n Kamps gegen Deutschland in vergrößertem Rahmen dann fortzusetzen, wenn, was Churchill als möglich rge faßte, die englischen Inseln ganz oder teilweise in e Hand geraten oder wenn England allein den Kamps m bitteren Ende führen sollte. , .

chill ging von dem deutschen Durchbruch bei Sedan llebergang über die Maas aus. In diesem Tal- . den er den Franzosen zur Last legte, erblickt er den ei iür alle weiteren Ereignisse. Don diesem Moment an, .ärtc er, hätte nur ein rascher Rückzug die englische >e' sranzösische Arme« retten können, aber das Iran- oberkommando habe gehasst, die Lücke noch schließen neu, überdies habe es sich auch um das Schicksal der >en Armee gehandelt, die man nicht habe preisgeben ' Als Wehgand das Kommando übernahm, hätten die ie und die französische Armee die belgische zu retten ck und gleichzeitig den Versuch gemacht, der neuen »scheu Armee hinter der Somme die Land zu reichen

— Aber die deutschen Truppen seien mit starken Panzer­divisionen längs der Küste vorgestoßen, hinter denen motori­sierte deutsche Divisionen und dann das Gros der deutschen Armee gekommen seien. Nach der Churchillschen Terminologie gewöhnt an das Niedeetrampcln kleiner Länder", das heißt von einer derart unwiderstehlichen Ttvßkrast, das Eng­länder und Franzosen nichts unternehmen konnten.

Ueber den Verlust von Bonlogne und Calais machte Chur­chill das bemerkenswerte Eingeständnis, daß man von den englischen und sranzöfischen Truppen, die Calais zuletzt noch verteidigt hatten, nur M unverwundetc Soldaten habe retten können, lieber das Schicksal der übrigen herrsche Un­klarheit.

Churchill erklärte weiter, die Lage der alliierten Armeen sei zu diesem Zeitpunkt nahezu hoffnungslos gewesen, sie seien von allen Seiten von deutschen Truppen bedrängt worden, ebenso durch deutsche Lnstübcrmacht. Bor einer Woche hätte er das größte militärische Desaster in der Geschichte verzeich­nen müssen, der Kern der englischen Armee sei vom Unter­gang bedroht gewesen. Ein weiterer schwerer Schlag sei hin­zugekommen: Die Kapitulation des Königs Leopold, die, wie Churchill 'erneut wider besseres Wissen betonte, ohne Be­ratung mit den Alliierten auf eigene Faust und zu deren Lasten durchgeführt. Vor einer Woche habe er noch gebeten, das Urteil über diese Kapitulation aufzuschieben, da die Tat­sachen nicht klar seien. Seilte liege kein Grund mehr vor. dar- därteste Urteil zu verschieben. Leopold von Belgien habe die englische und die französische Armee preisgegeben. Die Eng­länder hätten dadurch den Kontakt mit zwei von den sie begleitenden drei französischen Armeen verloren. Drei oder

vier Tage intensiver Kämpfe seien gefolgt, es habe sich ein immer enger werdender Ring entwickelt, aber die englische Flotte hape es unternommen, daS Rettungswerk durchzuführen,

Churchill erklärte dann in jäher Verleugnung der bis­herigen Parolen seines Jniormationsministcriunis: Das sei nicht ein Sieg, denn Kriege würden nicht durch Evakuierun- gcn gewonnen, aber es habe sich um einen Sieg über die deutsche Luftwaffe gehandelt, weil es ihr nicht möglich ge­wesen sei, den Abtransport zu verhindern. Auch Churchill versucht also selbst jetzt noch. die bei Nacht und Nebel unter­nommene Flucht undisziplinierter Neste der der alliierten Armeen zu beschönigen. Er gestand im übrigen bemerkens- wcrtcrw-lse die schweren Verluste an Material ein, die er selbst „enorm nannte: ION» Geschütze, nahezu alle Tanks und sonstigen Fahrzeuge seien verlorengegangen. Das werde die Ausdehnung der militärischen Siege Englands stark behin­dern, denn das beste Material sei an das englische Erpe- ditionskorps gegangen. Alles hänge jetzt von der Kriegs­produktion ab,

Troß aller Dankesworte darüber, daß die Armee gerettet sei, dürst Man sich nicht darüber täuickzen lassen, daß ein kolossales militärisches Desaster vorliege. Man müsse aus neue Schläge gesaßt sein ebenso gegen England wie gegen ,Frankreich. Frankreich habe gewaltige Gebiete und große Befestigungslinien verloren Aber England habe jetzt große militärische Kräste in der Heimat. Aber es wolle sich nicht mit einem Defensivkrieg begnügen (Beifalls. Es walle, das Expeditionskorps neu aufbauen unter der Leitung von Lord Gort. tNeuer Beifall). Inzwischen müsse das ganze Land N>r ristkiive Verteidigung in Bereitlchait aeletzt werden

Las ÜaLeLttt

3.8. v. Bremen, 5. Juni

Ein Hohes Lied deutschen Heldentums, deutscher Organisation und deutscher Kriegskunst ist der Abschlußbericht des OKW. über die in der Kriegs­geschichte einzig dastehende Vernichtungsschlacht in Flandern.

Fünfundsiebzig bis achtzig Divisionen feindlicher Kerntruppen vierer Staaten wurden innerhalb dreier Wochen von dem deutschen Ansturm nicht nur überrannt, sondern eingekesselt, zerschlagen, zerschrottet und bis auf einen Rest von wenigen Zehntausenden, die das nackte Leben durch das Meer schwimmend auf ständig von deutschen Bom­ben bedrohten Schiffen retten konnten, ver­nichtet oder gefangengenommen. Eine Material­beute von unerhörter Menge und guter Qualität wurde von den deutschen Truppen dabei gemacht und ein Geländegewinn erzielt, dessen Bedeutung durchaus nicht erschöpft ist in dem Ausmaß von rund 80 000 Quadratkilometer, welche die deut­schen Truppen jetzt besetzt halten, sondern darin, daß die deutsche Wehrmacht jetzt die von den Fein­den für uneinnehmbar gehaltene Verteidi­gungsstellung der Westmächte, als neue Ausgangs­stellung für weitere Operationen in Händen hat.

Bis ins Herz Frankreichs ist heute das vor den Stellungen der deutschen Truppen sich nach Süden ausbreitende Gelände offen, in dem weder, die Somme noch die Aisne noch die Oise und Seine ein unüberwindliches Hindernis für den weiteren deut­schen Vormarsch bilden können. An der Küste des Kanals aber stehen gleichfalls die deutschen Truppen mit schweren Geschützen und Bombengeschwadern bereit, ins Herz Englands hineinzustoßen. Sowohl in England wie in Frankreich ist man im Augen­blick in schwerster Verlegenheit, die verloren ge­gangenen 7ö—80 Divisionen zu ersetzen, deren menschenmäßiger und Materialverlust, so wie die Dinge liegen, einfach gar nicht ersetzt werden kann.

Es ist ja jo, daß mit dem siegreichen deutschen Vorstoß durch Holland und Belgien bis an den Ka­nal und bis an die Somme und Aisne auch ein ganz, gewaltiger Teil der feindlichen Rüstungs­industrie der deutschen Wehrmacht in die Hand fiel und daß sich die den Feindmächten noch ver­bliebene Industrie bei aller Ueberanstrengung der Arbeiterschaft nie und nimmer mehr wird darauf einstellen können, auch nur den Ausfall der durch die verlorengegangenen Jndustriewerke fortan man­gelnde Produktion auszugleichen, geschweige denn, in absehbarer -b'it si e vernichteten Waffen'der ver­lorenen 75—80 Divisionen zu ersetzen.

Ueber 1,2 Millionen Gefangene haben unsere tapferen Soldaten in der Flandernschlacht gemacht Wir wollen es uns schenken, davon zu sprechen, wieviel Tote und Verwundete die Flandernschlacht den Feinden kostete. Wir brauchen nur zu er- der englischen Presse selbst allein schon 4000 Ertrunkene genannt sind, die bei dem Versuch, auf die englischen Schiffe zu gelangen, umkamen. Wenn wir des weiteren erwägen was England allein noch an Toten auszuweisen hat durch die Vernichtung der Anzahl von Kriegs­schiffen vor der Küste Flanderns und was die geg­nerische Flugwaffe bei der Vernichtung von 3500 Flugzeugen zu beklagen haben dürfte, so brauchen wir gar nicht erst an die Hauptmasse der tödlichen Verluste des Gegners, die er während der Schlach­ten auf der Erde erlitt, zu denken, um ohne wei­teres zu wissen, daß die nach den Angaben des Berichtes des OKW. rund zehntausend betragen­den deuticken Verluste an Toten nur ein per?»-