Ausgabe 
(21.4.1939) Nr. 109
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kleiner killliw

parteiamtliche Lageszeitung

Das Amtsblatt des Negierenden Nürgermeisters der Lreien Hansestadt Nremen

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der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches verkiindungsblatt des Neichsstattdalters in Oldenburg und vremea

Nr. 109/9. Jahrgang

Zreitag, 21. flpril 19Z9

Einzelpreis 1S Npf.

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2er lzolze Lesttag der Nation

Überwältigende treuebeweise für Adolf Hitler / der glanzvolle liölzepunkt des klzrentages des sülzrers: die bisher größte Truppenparade der deutschen Wehrmacht / sriumphfahrten durch Millionenspaliere

(viaktderieüt nnssi-vi- Hei-Iinei- SeliiikkleiluiiK) rä. Borlin, 21. April.

In allen deutschen Bauen und wo Deutsche leben in der Welt waren gestern die Gedanken aus den Mann gerichtet, dem Deutschland und unser Volk alles verdankt, was es heute besitzt. Ein Festtag war angebrochen für die ganze Nation. Alle Liebe und Hingabe des deutschen Volkes an den Führer fand gestern an seinem Ehrentag Ausdruck. Mit seinem Führer feierte das ganze deutsche Volk. Im Mittelpunkt aber stand das grytze Geschehen in der Reichshauptstadt. Schon am Vorabend erlebten wir hier ein überwältigendes Treuebekenntnis der Berliner Bevölkerung zu ihrem Führer. Für Berlin war gestern bereits der zweite Festtag angebro­chen. Hunderttausend«: nahmen an dem gewaltigen Schauspiel der bisher größten Parade der Wehr­macht teil. Am Morgen vollzog sich aus dem Wil­helmplatz unter Anteilnahme einer vieltausend­köpfigen begeisterten Menschenmenge die Auffahrt der Gratulanten zur Reiclzskanzlei. die gestern zu einem Wallfahrtsort für die ganze Nation ge­worden war.

Vorbeimarsch der teibstanbarte

Noch ist es nicht 7 Uhr, und schon strömen die ersten Morgengratulanten herbei, scharen sich vor dem Hause der Reichskanzlei zusammen. Schon schallen Chöre auf. die bald weit über den Platz hinweg hallen. Der Musikzug der Leibstandarte ss ..Adolf Hitler" der zu einem Morgenständchen für den Führer in den Garten der Äbten Reichskanzlei marschiert, wind mit herzlichem Beisall begrüßt. Gegen 9 Uhr ist die Masse der harren­den Menschen auf viele tausend angewachsen, die nun in erneuten stürmischen Jubelkundgebungen und Sprech- chören den Führer auf den Balkon bitten. Wenige Mi­nuten vor 9 Uhr öffnet sich latiächlicki die Balkontür, und, mit einem einzigen'Ruf des Jubels begrüßt, tritt Adolf Hitler, der heute seinen Ehrentag begeht, auf den Balkon, um den harrenden Massen' für die vieltausendstimmigen Rufe „wir gratulieren (!)" zu danken. Der Führer begibt sich dann auf die Straße, um von der an der Ecke der Boß- und Wilhelmstraße aufgestellten Rampe den ss-Vorbeimarsch abzunehmen. Bald darauf setzt Trommelwirbel ein, der Musikzug der Leibstandarte „Adolf Hitler" schwenkt ein. Der Vorbei­marsch der ss-Verfügungstrnppen wird von einem Sturmbann des ss-Totenkopsverbandes eröffnet. Nach den Kolonnen der ss defiliert unter dem Beifall der Menge ein ganzes Bataillon Schutzpolizei in den präch­tigen Paradeuniformen am Führer vorüber. Unter stürmischer Begeisterung begibt sich dann der Führer, immer wieder lachend nach allen Seiten grüßend, in die Reichskanzlei zurück.

Auffahrt der Vratulanten beginnt ^

Die auf dem Wilhelmplatz harrende Menge weicht nicht von der Stelle. Jeder vorbeifahrende Wagen wird mit gespannter Aufmerksamkeit verfolgt. Die Auffahrt der Gratulanten hat begonnen. Man erkennt den aposto­lischen Nuntius Monsignore Orfenigo, der die Reihe der Gratulanten eröffnet. Wenige Minuten darauf schon fährt der Rcichsprotektor für Böhmen und Mähren, Reichsminister Freiherr von Neu rath, in Begleitung des Staatspräsidenten Dr. Hacha unter den Jubclrufen der Menge' zur Reichskanzlei. Auch der slowakische Ministerpräsident Dr. Tiso hat sich bereits in die Reichskanzlei begeben, um dem Führer die Glück­wünsche der slowakischen Nation zu übermitteln. Wäh­rend im Gebäude der Reichskanzlei der Führer noch Freiherrn von Neurath und Dr. Hacha und wenige Minuten darauf Dr. Tiso empfängt, vollzieht sich'von der anderen Seite, von der Voßstraße her die Anfahrt der Reichsminister, die vom Führer Punkt 9.45 Uhr zur Gratulation empfangen werden.

An den Empfang der Reichsregierung schließt sich un­mittelbar die Gratulation der Vertreter der Wehr­macht, an ihrer Spitze Eeneralfeldmarschall Hermann Eöring. Die An- und Abfahrt der führenden Män­ner von Staat, Partei und Wehrmacht sowie der aus allen Teilen Europas nach Berlin gekommenen aus­ländischen Ehrengäste vollzieht sich nun in rascher Reihenfolge.

öaulytter sorster überbringt den ktzrenbürgerbrief Vanzigs

Auch Oberbürgermeister und Stadtpräsident Dr. L i p- perl ist inzwischen in der Reichskanzlei eingetroffen, um die Eriche und Wünsche der Reichshauptstadt und ihrer Bewohner dem Führer zu überbringen. Nach der Gratulation der Abordnung der Adolf-Hitler-Stiftung der deutschen Gemeinden und Gemeindeverbände für Jungarchitekten und Städtebauer begibt sich Gauleiter Förster, der von der harrenden Menge erkannt und mit herzlichem Jubel begrüßt wird, zum Führer und überreicht ihm den Ehrenbürgerbrief der Stadt Dan zig.

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See sülzrer begibt stch zur Parade

Draußen auf dem Wilhelmplatz schwellen indessen die Sprechchöre von neuem an, in denen der Führer immer und immer wieder gebeten wird, auf den Balkon zu kommen. In der vordersten Reihe hinter der Ab­sperrung haben sich Mädel vom BDM. zufaminengetait und rufen in exattem Rhythmus unausgesetzt: wir wol­len unsern Führer sehen. Kurz vor 11 Uhr geht eine Bewegung durch die Massen. Plötzlich ein einziger Ju­belruf: Der Führer besteigt seinen Wagen um sich in Begleitung der Chefs der drei Wehrmachts- tette und der Generalität zur Parade auf die Ost-West- Achse zu begeben. Von neuem donnern Jubelstürme über den Wilhelmplatz und pflanzen sich fort zur Straße Unter den Linden.

Scoßartigo Paradeaufstellung der Wehrmacht

Im Lustgarten, Unter den Linden und aus der Pa­radestraße. auf der Charlottenburger Chaussee bis zur Technischen Hochschule hat sich indessen bereits der Auf­marsch der Truppen zur Parade vollzogen. Ohne jede Stockung mit der Genauigkeit eines großen reibungslos laufenden Uhrwerks wurde der Aufmarsch in wenigen Stunden durchgeführt. Schon um 8 Uhr früh hatte ein großer Teil der an der Parade teilnehmenden Truppen ihre schon Tage zuvor auf den Straßen weiß markierten

Standplätze eingenommen. Stunden vor Beginn der Parade erstreckt sich von der Technischen Hochschule bis zum Lustgarten ein unabsehbarer Heerbann der deut­schen Wehrmacht.

Alle Waffengattungen sind vertreten. Motorisierte Einheiten mit ihren schnellen gelandegängigen Wagen, die schwarzen Panzertruppen mit ihren gewaltigen stählernen Ungetümen, Pioniere mit mächtigen Rau­penschleppern, Booten, Pontons und mächtigen Trägern und Pfeilern zum Brückenbau, die graublauen Sol­daten der Luftwaffe, Flakabteilungen und Fallschirm- truppen, Artillerie jeden Kalibers. Marinesoldaten in ihren weißen Blusen,' bespannte und berittene Kolon­nen und immer wieder Fahnen, blitzende Schellenbäume und- Musikkapellen. Gewehr bei Fuß erwartet die In­fanterie ihren Befehl, schnurgerade ausgerichtet das schwarze Koppel auf der graugrünen Paradeuniform, junge braungebrannte Gesichter blicken unter dem Stahl­helm.

Hunderttousende drängen sich »

Ringsum aber hinter den Sperrseilen, die sich Kill meler weit pannen, eine unabsehbare zehn- un zwanzig sack, gestaffelte Menschenmenge, erfüllt von de Erwartung 'ind von dem Hochgefühl einer festliche (Fortsetzung auf Seite 2)

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Dar V/sItscliO clss f-lllirsrgsIorutLtogsr (vrsktbericbt unserer Lerlinsr Zckrittleltung)

rä. Berlin, 21. April.

Die gesamte Weltpresse ist völlig von den großen ^Er­eignissen und Feierlichkeiten aus Anlaß des 50. Geburts­tages des Führers beherrscht. In den Leitartikeln, Stimmungsbildern und Meldungen der ausländischen Zeitungen, ob sie nun in herzlicher Sympathie oder in abgründigem Hasse geschrieben sind, dokumentiert sich immer wieder die Tatsache, welch gewaltiges Ansehen der Führer in den Augen der ganzen Weltöffentlichkeit genießt. Selbst in den demokratischen Blättern kommt trotz zahlreicher Entstellungen und hämischer Glossie- rungen, die offenbar ein Aggregat ihres Geisteszustan­des sind, sehr häufig die Bewunderung des Werkes und der Person Adolf Hitlers zum Ausdruck. Die ergreifen­den Kundgebungen der Liebe, Treue und Dankbarkeit des deutschen Volkes gegenüber seinem Führer zogen die ausländischen Augenzeugen unwiderstehlich in ihren Bann, während die gewaltige Parade des Voltes in Waffen sie aufs allerstärkste beeindruckte. „Hitlers Geburtstag steht im Blick zentrum der Welt"; stellt ein Warschauer Blatt fest.

Selbst in Paris kann man sich gewisser Aeußerun­gen unverhohlener Bewunderung für die Größe der Berliner Feierlichkeiten nicht enthalten. Aus den Wor­ten des „Matin": „Diese Stadt grenzt ans Unwirk­liche . . ." spricht der große Eindruck, den die neue eröffnete Ost-West-Achse und die einzigartige Aus­schmückung der Reichshauptstadt auf den, französischen Berichterstatter gemacht haben. Die Truppenparade wird von den französischen Blättern in seltener Aus­führlichkeit behandelt und darauf hingewiesen, daß dies die größte Parade gewesen sei. die Deutschland je er­lebt habe. Das Deutsche Reich habe seinen zahlreichen ausländischen Ehrengästen einen unauslöschlichen Be­weis seiner militärischen Stärke geben wollen. Natür­lich fehlt es auch nicht an .zahlreichen gehässigen Aeuße­rungen, die ein verzerrtes Bild dieser neuen Demonstra­tion der deutschen Kraft und der gewaltigen Vertrauens­kundgebungen des Volkes für seinen Führer zu geben versuchen. — Unter den Einzelheiten der Parade, die offenbar bei dem französischen Beobachter besonderes Interesse gesunden hat, werden hervorgehoben: Die Tanks auf Lastwagen, die als „eine sehr bemerkte Neu- emführung" genannt werden, ferner neue Typen schwerer Flugäbwehrgeschütze, die motorisierte Kavallerie und drei nach den neuesten Ideen zusammengestellte gemischte Infanterie-Regimenter.

Die englische Presse nimmt ebenfalls in Wort und Bild ausführlich von den Berliner Feierlichkeitest Notiz. „Daily Expreß" gibt den Eindruck, den die Fahrt des Führers über die neue Prachtstraße Berlins auf die englischen Gäste hinterlassen hat, in der Feststellung wieder, daß dies der größte Triumphzug ds Führers in den letzten Jahren gewesen sei. Napoleon sei weder in Paris, noch in eroberten Städten so eingezogen wie der Führer in Berlin. Man müsse in der Geschichte zweitausend Jahre bis zu den Tagen der Triumphzüge römischer Imperatoren zurückgehen, um Vergleiche zu finden. Besondere Aufmerksamkeit widmet man in der englischen Presse der freundlichen Aufnahme, die dem rumänischen Außenminister Gase neu von der Reichs­regierung zuteil geworden ist. Das einzigartige mili­tärische Schauspiel der großen Parade wird von den englischen Blättern in langen Sondermeldungen be­richtet, wobei sich natürlich einige britische marxistische Zeitungen nicht unverschämter Bemerkungen enthalten können.

An führender Stelle veröffentlichen die Blätter dann die Meldung, daß der englische König von Schloß

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Unssr IsgessmssSl

(Unsers beutisss .Vusgade umtallt 12 Seiten)

Die Feierlichkeiten und Veranstaltungen des 19. und 20. April finden in der Auslandspresse ein gewaltiges Echo.

Der Geburtstag des Führers gestaltete sich zu einem gewaltigen Treuebekenntnis für Adolf Hitler.

Die Geburtstagsseierlichkeiten in Berlin fanden rhren Höhepunkt in der bisher größten deutschen Truppenparade.

Rudolf Heß vereidigte eine Million Politischer Leiter.

Das französische Kabinett ist für heute überraschend einberufen worden.

In Bremen wurden 3900 Männer und Frauen in die Führerschaft der Partei und ihren Gliederungen ausgenommen.

Zehntausende Bremer waren gestern Zeuge der ge­waltigen Parade der Wehrmacht. '

Die vierzehnjährigen Jungen und Mädel wurden gestern in die HI. und den BDM. überwiesen.

Bei einem schweren Brand des Eiltriebwagens Lille—Paris wurde auch der deutsche Konsul in Le Havre verletzt.