Ausgabe 
(14.4.1939) Nr. 102
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parteiamtliche Lageszeitung

Das Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Meinen

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der Nationalsozialisten Vremens

sinnliches Nerkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Bremen

Nr. 102 / g. Jahrgang

Freitag, 14. flpril 19Z9

Einzelpreis 15 Npf.

Scharfe spanische Warnung an frankreich

Ungewöhnliche diplomatische pktion des spanischen votschafters in Paris/Sibcaltar-eine unangenehme

Erinnerung" / Starke Spannung im spanisch-sranrösischen Verhältnis

(vraktberickt unseres kariser Vertreters)

k. V. P a r i s. 14. April.

Der spanische Botschafter in Paris, Lequerica, hat einen Empfang der franzö­sischen Presse in der Botschaft am Mittwochabend zu einer ungewöhnlichen diplomatischen Aktion benutzt. Er hat sich in seiner Erklärung über Nichtaus- sührung der französisch-spanischen Abmachungen beklagt und ernste Warnungen an Frankreichs Adresse gerichtet.

: Er hat u. a. erklärt:Wenige Dinge sind so gefährlich

! für die Eintracht unter den verschiedenen Nationen, wie ! das Vorhandensein von Gruppen, die sich selbst als

> Missionare betrachten, um anderen Völkern ihre po- ! Mischen Doktrinen aufzuerlegen oder sie aus der Zivi- § lisation auszuschließen, wenn sie nicht die gleiche Orga- ! nisationsform des ihm angenehmen Regierungssystems

übernehmen Jedes Land kennt seine Pflichten und die ihm angemessenen Formen". Der Botschafter hat ferner darauf hingewiesen, daß Spaniens Geschichte, seine Geographie und seine Stellung ihm ausreichende Rechtstitel geben für die Achtung seiner Ansprüche und für das Verständnis seiner Absichten, einen Platz in der europäischen Politik zu finden.

Die Erklärung des Botschafters, der in privaten Un­terhaltungen auch auf Gibraltar Bezug genommen und Gibraltar alsUnangenehme Erinnerung" l bezeichnete, wird in der Pariser Presse zum Teil nur

> verstümmelt, zum Teil mit Beschwerden über diese f Stellungnahme wiedergegeben, die, wie es heißt, am

- Quai d'Orsay einen sehr unangenehmen Ein­druck hervorgerufen haben soll.

In diesem Zusammenhang haben sich die Gerüchte über Rücktrittsabsichten des französischen Botschafters in Burgos, Marschalls Petain, verstärkt. Der Emp­

fang des Abg. Pietri bei Innenminister Sarraut wird dahin ausgelegt, daß Pietri, früher Marine­minister, vielleicht als Nachfolger für Petain in Aussicht genommen ist.

* Spanische pbfulie für Paris

(Orslitbericbt unserer Berliner Lebriktlsitung)

. Berlin, 14. April.

Vor noch nicht allzu langer Zeit gab es in Paris wochenlang« Verhandlungen, in denen erbittert darüber gestritten wurde, ob m. n General Franco anerkennen sollte oder nicht. Schließlich entschloß man sich doch dazu, einen Botschafter nach Burgos zu entsenden, wobei man sich einbildete, die nationalenRebellen" durch Kredit­angebote für sich gewinnen zu können. General Franco wies die unerwünschten Franken-Anleihen jedoch mit dem unmißverständlichen Hinweis zurück, daß er nicht das Geld der kapitalistischen Demokratien zum Wieder­aufbau seines Landes brauche. Paris schickte endlich Marschall Petain als Botschafter nach Burgos, wobei französische Blätter recht wenig taktvoll äußerten, Petain werde in Burgos baldOrdnung schaffen", da Franco wohl kaum einemmilitärischen Vorgesetzten" von solch

hohem Rang widerstehen könne. Auch in diesem Falle hat Frankreich von dem nationalspanischen Staatschef eines anderen'belehrt werden müssen. Der Botschafter Frankreichs fand keineswegs geöffnete-Türen, sondern konnte erst nach recht geraumer Zeit General Franco sein Beglaubigungsschreiben überreichen. Die voreiligen Hoffnungen Frankreichs stellten sich aber bald als trüge­rische Illusionen heraus. Der Marschallbotschafter scheint bereits den Fehlschlag seiner Mission einzusehen, denn Pariser Meldungen besagen, daß Petain amts- müde sei.

Wie gespannt tatsächlich die Beziehungen zwischen Burgos und Paris sind, geht auch aus den äußerst scharfen Erklärungen hervor, die jetzt der national- spanische Botschafter in Paris abgab wobei er fest­stellte. daß alle Welt nach dem Siege Francos der ver­änderten Stellung Spaniens Rechnung tragen müsse. Spanien ist gewillt hinfort eine aktive Politik in der europäischen Politik zu spielen." Der spanische Bot­schafter in Paris hat sich mit Betonung jede Ein­mischung französischer Demokraten in die inneren Ver­hältnisse Spaniens verbeten. Klipp und klar er­klärte er, daß Frankreich seine von Senator Bsrard eingegangenen Verpflichtungen nicht erfüllt habe. Von einem vertrauensvollen Verhältnis zwischen Frankreich und Spanien könne daher keine Rede sein.

Deutlicher läßt sich wirklich nicht feststellen, wie ge­spannt zurzeit das spanisch-französische Verhältnis ist. In Paris hat mau in Erinnerung an frühere Zeiten augenscheinlich noch nicht die Bedeutung des Empor­steigen-? eines nationalen antibölschewistischen Spaniens erkannt. Die scharfen und heilsamen Worte des spani­schen Votschafters in Paris werden daher vielleicht dazu beigetragen haben, den durch demokratische Doktrinen vernebelten.französischen Horizont etwas aufzuklären.

üarlintienfiir Numömen und öciechenland

tkamberlaln proklamiert Fortsetzung der Einkreisung Provokatorische Kritik an Italien Engste sützlung mit Moskau

(Orsblbsriclit unseres lwnäonsr Vertreters)

kb. London, 14. April.

Die in England mit großer Spannung erwartete Er­klärung des Premierministers vor dem Unterhaus am Donnerstag bestätigte, daß die englische Einkreisungs­politik trotz aller gegenteiligen Behauptungen einiger Londoner Blätter hartnäckig weiterverfolgt wird. Eng­land hat die Gelegenheit der italienischen Aktion in Albanien benutzt, um Griechenland und Rumänien ebenfalls unter seinen sogenanntenSchutz" zu stellen. Es handelt sich dabei bezeichnenderweise um eine ein­seitige Erklärung Englands gegenüber den genannten beiden Staaten, die offenbar die Uebernahme von Ver­pflichtungen nach dem Muster des englisch-polnischen Abkommens ablehnten. Die Türkei wurde nicht erwähnt, was die früheren Nachrichten bestätigt, wonach An­kara den englischen Anbiederungsversuchen die kalte Schulter zeigte. Dagegen erhielt Sowjetrußland die tröstliche Versicherung von Chamberlain, es würde wei­terhin in engem Kontakt mit London bleiben.

Ministerpräsident Chamberlain begann seine etwa einstündigen Ausführungen kurz nach der Er­öffnung der Unterhaussitzung mit einer längeren Dar­stellung der Ereignisse und der Verhandlungen zwischen dem englischen Botschafter in Ilom und dem italienischen Außenminister. Die Darstellung ließ deutlich die Ten­denz erkennen, die italienische Handlungsweise in Mißkredit zu bringen. Insbesondere wurde betont, daß die Verhandlungen zwischen Rom und Tirana unter der drohenden Haltung der italienischenUebermacht" gestanden hätten. Als König Zogu infolge seiner an­dauernden Weigerungen gegenüber Rom ein schlechtes Gewissen bekam, richtete er nach den Behauptungen Lhamberlains einen natürlich erfolglosen Hilferuf an London, was London daraufhin am 8. April unter­nommen hat, vergaß Ehamberlain allerdings mitzu­teilen.

Dagegen schwelgte er um so mehr in pathetischen Phrasen, mit denen er glaubhaft zu machen versuchte, die Weltmeinung sei au fs neue erschüttert worden durch Anwendung von Gewalt, wobei Eham­berlain jedoch nicht Palästina, sondern seltsamerweise Albanien meint. Besonders die angrenzenden Länder auf dem Balkan seien höchst beunruhigt, behauptete der Premier weiter und teilte dann mit, daß die englische Regierung in Rom habe erklären lassen, sie sei auf Grund des englisch-italienischen Abkommens berechtigt, eine volle Aufklärung nicht nur über die vergangenen Ereignisse, sondern auch über die italienischen Pläne der Zukunft zu erwarten. (!) Das Adriatische Mexr sei ein Bestandteil des Mittelmeeres, weshalb sich England sehr interessiert zeigen müsse.

Das Vertrauen sei aber, wenn es einmal erschüttert worden sei. nicht so leicht wieder zu beruhigen, und die englische Regierung fühle sich daher verpflichtet, keinen Zweifel über ihre Einstellung zu lassen. Deswegen nehme er, Chamberlain, die Gelegenheit war, um zu betonen, welche Bedeutung die englische Regierung der weiteren Aufrechterhaltung des Status quo im Mittel­meer und auf der Balkanhalbinsel beimesse. Die Re­gierung sei aus diesem Grunde auch zu dem Entschluß gekommen,im Falle einer Aktion, die deutlich die Un­abhängigkeit von Griechenland und Rumänien bedrohe und der die betreffenden Regierungen selbst Widerstand

entgegenzusetzen für notwendig erachteten» alle die Unterstützung zukommen zu lassen, die in Englands Macht stehe". Diese Erklärung sei den interessierten Mächten, vor allem der Türkei, die enge Beziehungen mit Griechenland unterhalte, mitgeteilt worden.

Obwohl das albanische Ereignis, wie sich Ehamberlain weiter ausdrückte, einen Schatten auf die Aufrichtig­keit der italienischen Regierung in bezug auf ihre Ver­sprechungen geworfen habe (!), und er, Ehamberlain, selbst tiefe Enttäuschung fühle, würde er es doch nicht für eine verantwortungsbewußte Maßnahme hal­ten, das englisch-italienische Abkommen leichthin für beendet zu erklären, denn das müßte zu einer beklagens­werten Verschärfung der Lage führen. Chamberlain zitierte in diesem Zusammenhang eine italienische Zu- sicherung, die Legionäre im Mai aus Spanien zurück­zuziehen.

Paris, 14. April.

Ministerpräsident Daladier gab gestern im Namen der französischen Regierung eine Erklärung ab, die sich inhaltlich im wesentlichen mit den Ausführungen des britischen Premierministers Chamberlain vor dem Unterhaus deckt. Daladier lieferte damit erneut den Beweis, daß Paris völlig im Schlepptau der englischen Kriegspolitik handelt und der von London dirigierten Hetze erlegen ist.

Die eigenartigen Bemühungen um den angeblich bedrohten Frieden werden in einer Verlaut­barung näher gekennzeichnet, die Daladier abgab. Er betonte dabei, daß diese in Uebereinstimmung zwischen der französischen und der englischen Regierung fest­gelegt worden sei. Im Rahmen dieser Erklärung

(Oiabtberlclit unserer Berliner Lobriktlsitung)

. Berlin, 14. April.

Die peinlichen Abfuhren, die London und Paris in den letzten Tagen einstecken mußten, haben den Eifer derSchutzherren" nicht erlahmen lassen. Nun sind auch Griechenland und Rumäniengarantiert". Mit theatralischer Geste hat Herr Chamberlain dem griechi­schen und rumänischen Volke seinen Regenschirm ange­boten und dabei allerdings übersehen, daß dieser in­zwischen einige Löcher und Risse erhalten hat, die seinen Schutz in recht zweifelhaftem Licht erscheinen lassen. Herr Chamberlain hat in seiner Unterhaus- Ansprache die alte abgeleierte Platte wieder aufgedreht. Im Ton des moraltriefenden Biedermannes sprach er von dem angeblich erschütterten Vertrauen durch die Anwendung von Gewalt, von den Besorgnissen einer imaginären Weltmeinung, von einer allgemeinen Be­unruhigung. Herr Chamberlain hat aber vergessen mit­zuteilen, wo die Ursachen der Beunruhigung liegen.

Zuletzt zog er sich wieder in die alten Heucheleien zurück, indem er von der Notwendigkeit sprach, die Geduld bei den Anstrengungen, den Frieden zu erhal­ten, guten Willen zu zeigen und Mißtrauen zu beseiti­gen, nicht zu verlieren. Dabei phantasierte er über eine wachsende gemeinsame Erkenntnis einer gemeinsamen Gefahr", wobei er unter anderem versicherte, daß Eng­land mit Sowjetrußland weiterhin engste Fühlung unterhalten werde (!). England versuche alle Kräfte, dieimmer noch in der Welt für den Frie­den eintreten und bereit seien, Angriffen zu wider­stehen", zu sammeln und zu stärken.

Außenminister Lord Halifaxgab zur gleichen Zeit im Oberhaus eine Erklärung ab, die sich im wesentlichen mit der des Ministerpräsidenten im Unterhaus deckte, allerdings meist in ziemlich schärferen Formulierungen, als sie Chamberlain gebrauchte.

spricht Daladier nach englischem Muster eine besondere Garantie für Rumänien und Griechenland aus. Im Gegensatz zu dem französisch-polnischen Militärbündnis, auf das Daladier hinwies, mußte er zugeben, daß diese beiden Balkanstaaten sich in keiner Weise gegenüber Frankreich oder England gebunden haben. Von einer Bitte um Hilfeleistung konnte er naturgemäß kein Wort sagen. Bezeichnend ist es, daß der französische Ministerpräsident am Schluß seiner Erklärung aus­führte. daß Frankreich auf derSuche nach allen geeigneten Bündnissen" in dereinzigen Sorge um den Frieden" sei. Dies ist nichts anderes als die alte Parole des sowjetischen Außenkommissars Litwinow- Finkelstein vomunteilbaren Frieden", die nach dem Willen der weltrevolutionären Sowjets die diploma­tische Möglichkeit für den unteilbaren Krieg geben soll.

Nicht etwa der Vormarsch der italienischen Truppen in Albanien, die rasch und sicher die Ordnung wieder­hergestellt haben, erfüllt das griechische Volk mit Be­sorgnis, wie Herr Chamberlain andeutete. Es sieht von dort keine Gefahr, wie Ministerpräsident Metaxas in seiner Botschaft an den Dnce erst 24 Stunden vor der überflüssigen und lächerlichen Garantieerklärung Englands und Frankreichs ausgesprochen hat. Dafür dürften aber die geheimnisvollen Bewegungen eng­lischer, französischer uüd auch sowjetrussischer Flotten- einheiten in griechischen Gewässern um so beunruhigen­der sein. Was sollen diese Manöver und Provokationen? Was sollen die Flottendemonstrationen vor Korfu? Darüber hat Chamberlain kein Wort verloren.

Hinter moralistischen Reden versucht Großbritannien wieder einmal, die Krallen eines brutalen Im­perialismus zu verbergen. Niemand hat

(Fortsetzung auf Seite 2)

Vala-ier auf tliamberlains Spuren

Bezeichnende Unselbständigkeit der pariser Negierungserklärung

Vesparados eines brutalen Imperialismus

Der ömtooten

Der Südosten. Das Stichwort genügt, ym sämtliche demokratischen Politiker oder besser, die sich dafür halten in Europa und jenseits des Ozeans in höchste Aufregung zu versetzen. Gräßliche Gespenster werden heraufbeschworen mit diesem einen harmlosen Wort. Es scheint alle Apokalyptischen Reiter durch die Welt zu jagen vermögen und Katastrophen auszulösen, die jenem Teil der Erde, in dem sich Regenschirme besonderer Be­liebtheit erfreuen, unermeßlich vorkommen. Es macht den Inhalt der gesamten westlichen Presse zu einer dü­steren Prophetie und läßt aus bescheidenen französischen Rentnern und weniger bescheidenen schottischen Anglern finstere Schwarzseher werden.

Das alles tut dieses eine Wort Südosten. Dabei ist es zunächst nur ein Stichwort und wir haben berechtigten Anlaß zu der Annahme, daß jene, die das meiste Ge­schrei um es veranstalten, nicht viel mehr Begriffe mit ihm verbinden als eben den einen, daß es Stichwort für Geschrei sei. Denn so sehr w i r wissen, daß Erdkunde eine nützliche und sinnvolle Wissenschaft ist und so sicher Atlanten und Karten bei uns gedruckt werden, damit man sie betrachte und lese, so wenig bergen diese Tat­sachen allgemeine Verpflichtungen in sich. Und gerade jene Großmächte, die ihre Grenzen bald am Rhein und der Maginot-Linie, bald in Polen und bald auf griechi­schen Inseln haben, verlangen, vielleicht infolge der geo­graphischen Vielfältigkeit dieser Grenzen, von ihren führenden Männern ja keineswegs die Geographiekennt­nisse auch nur eines durchschnittlichen deutschen Ober­schülers. Wir wollen dabei gar nicht auf das Zustande­kommen des Versailler Diktats und auf andere wichtige Punkte der Nachkriegsgeschichte verweisen. Es genügt die Erinnerung an jenen maßgeblichen französischen Leit­artikler, der kürzlich durch die Heimkehr des Memel- landes eine gemeinsame deutsch-sowjetrussische Grenze geschaffen sah. Nun, er wußte immerhin, daß die Memel irgendwo im Osten fließt und im übrigen kommt es ja einer' gewissen Auslandspresse auf einen Fehler mehr oder weniger gar nicht an. Es wird sowieso genug ge­logen.

Aber der Südosten ist abgesehen von seiner Verwen­dungsmöglichkeit als Unterlage für Hetzartikel auch noch eine geographische, geschichtliche und politische Realität, deren Betrachtung allein viel interessanter sein dürfte als sämtliche westlichen Lügen zusammengenommen.

Europas Südosten schließt in sich jenen anderen Be­griff, der schon im vorigen Jahrhundert gleich nach dem Wiener Kongreß und über die Jahrhundertwende hin­aus schließlich bis zum Beginn des Weltkrieges Gegen­stand vieler politischer Diskussionen und Händel war, denBalka n". Während die eigentliche Balkan-Halb­insel geographisch gesehen einen Umfang von 540 000 Quadratkilometer hat, also beispielsweise noch um 70 000 Quadratkilometer mehr als das Altreichsgebiet des Jahres 1937 mißt, erfaßt der politische Südosten, um den heute diskutiert wird, etwa 930 000 Quadratkilo­meter mit rund 60 Millionen Einwohnern. Er ist also um nahezu 300 000 Quadratkilometer oder um fast die Hälfte größer als das Großdeutsche Reich mit dem Pro­tektorat, weist aber nur etwas mehr als zwei Drittel der heutigen Einwohnerzahl unseres Reiches auf. Hinzu komm* als für die Geschichte und die Entwicklung dieses Raumes ganz entscheidende Tatsache die Vielfalt seiner völkischen Zusammensetzung und

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Unser Isgssspisgsl

(Die bsutigs Ausgabe umkaüt 16 Lei teil)

Chamberlain und Daladier drängten gemäß ihren gestrigen Erklärungen Rumänien und Griechenland einseitige Garantien aus.

Der spanische Botschafter in Paris richtete scharfe Warnungen an Frankreich.

Als ein Ergebnis der französischen Pressehetze ist die Anpöbelung eines deutschen Frachtschiffes i» französischen Gewässern zu verzeichnen.

Reichsminister Dr. Goebbels traf zu einem Besuch in Istanbul ein.

Generalseldmarschall Eöring trifft heute in Rom ein.

Gauleiter Carl Röver führt« Senator Dr. Fischer in sein neues Amt ei».

Der Kommandant der niederdeutschen Gedenkstätte Stedingsehre" äußerte sich über die Aufgaben des Bookholzberges.

Der Sommerlustverkehr der Deutschen Lufthansa brmgt für Bremen eine Erweiterung seines Luft-

Der bekannte italienische Rennfahrer Taruffi konnte neue Rekorde für Italien erringen.

In Hannover wurde« durch eine stürzende Mauer mer Kinder getötet und sieben verletzt.