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«n 7. Mai 1940. Zrede, 1 . Beigeordneter.
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chung der Hanszinssteuer, rer, 1. Rase KmchuÄv- Rate Bürgerst«, M landwirtschaMchen öaus- chule und zur gemMcheu ule findet stakt: lausen am 9. 5. 1940, r 9 bis'IOVr Uhr, ehe, am 9. 5. 1940, r 11 bis 15 Uhr, rchwehh« am 10. 5. ISIS,
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,eitel sind mitzubringen, ütig haben alle Hnrcheha!- am 1. 1. 1910 einen oder Hunde hatten, diese anzu-
Die Kemeindekajs«.
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Monalsbezug Ml 2M elnschl. Zustellgebühr; Postbezug-preis man all. 2^0 E (elnschl. 28,7 ^ Post- zelkungSgebühr) zuzügl. 42 Bestellgeld. Bezugspreis Ist im voraus ahlbar. Postscheck: Hamburg 17272. Eine Vehladening der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch auf Rückzahlung des BezugSprelseS. Verlag: N8.-Tauver(ag Weser- EmS GmbH., Bremen, Teeren k-8. Fernspr.: 54121, Nachtr. u. Vonntg. » I115. tzprech z.: Verlag: werktl. 12—1? uhrr Schriftleiwng Dienstag und Freitag 12V-—13V» Ubr.
vreMrMuno
parteiamtliche Lageszeitung
vas Amtsblatt des Negierenden vurgermeisters der Freien Hansestadt Vremen
Aazelgr« » Trrtndprrife:
Die I arm hohe und 22 nun breite Zeile im Anzeigenteil 13 A/. Die 78 rrrni breite und 1 rnw hohe Zeile
im Tertteil 75 Ermüßlgle
Grundpreise (für kleine, Fomillen- anzeigen u. a.1 sowie sonstige Bedingungen Preisliste 8 Nachlaß- staffel <2. Für Anzeigen dur» den Fernsprecher keine Gewühr. An-
nahmeschkuß 1S llhr. Geschäkls-
stellen: In Bremen: Am Teeren Nr. 6/8. Fernspr. 5 41 21. N°»tmf und sonntags' Fernsprecher 51115; Obernskraße 83, Fernspr. 5 4121. Nn Koke. Mühlendamm Nr. 2.
der Nationalsozialisten Siemens
flmNiches verkündungsblakt des Neiözsstattftalters in Vldendurg und vremen
Nr. 12? / 10. Jahrgang
Freitag, 10. Mai 1940
Linzelpreis 15 Npf.
/^ukekIuDrSiekss kingosKänelnUs c>ss krUlisekSN
/^uksnminUstsrs Um Unlsrkcius:
M ckiug, um anderweitig zu operieren
öespräch lftamberlain-Nevnciud bestätigt
Bemerkungen zur llnterhausrede Churchills
Wirrwarr von Widersprüchen als „Verteidigung" für das mißglückte Norwegen-flbenteuer
Schon wieder Londoner KabinettsumbiMungZ
Amsterdam, 1l>. Mai.
Tie Aussprache über das mißglückte Norwcgenabenteuer wurde am Mittwoch sowohl im englischen Unterhaus wie im Oberhaus fortgesetzt. Während im Oberhaus keine Abstimmung stattfand, blieb Sie Regierung Chamberlain im Unterhaus mit dem nicht gerade überwältigenden Ergebnis von 281 gegen 200 Stimmen in der Mehrheit. Wie der parlamentarische Mitarbeiter von Reuter erfährt, will Chamberlain trotz der vernichtenden Kritik der Opposition, die sich zu schwersten Angriffen vor allem gegen seine eigene Person steigerte, weiter im Amte bleiben. Jedoch wird eine neue Umbildung seines Kabinetts als höchstwahrscheinlich angesehen.' Voraussichtlich soll ein neuer Versuch unternommen werden, die Opposition zur Teilnahme an der Regierungsverantwortung zu veranlassen — ossenbar in der Hossnung, aus diese Weise der im Lande immer mehr um sich greifenden Mißstimmung entgegenzuwirken.
Doch dies ist nicht das wesentlichste Ergebnis der Parlamentsaussprache. Von weit größerer Bedeutung ist die Tatsache, daß die Aussprache in beiden Häusern des Parlaments aus dem Munde maßgebender Mitglieder der Regierung sowie auch aus den Kreisen der Opposition wieder einmal in klarster Weise die neuen englischen Aggressionsabsichten in ihrer ganzen brutalen Nacktheit enthüllt hat. Gleichzeitig ergaben die zum Teil äußerst scharsen Attacken der Oppositionsredner und die krampshasten Verteidigungsreden der Regierungsvcrtreter die völlige Ratlosigkeit, mit der England den Gründen und den Auswirkungen der Niederlage in Norwegen gegenübersteht.
Aus der Suche nach der . Schuld für diese, unerwartete Katastrophe ist keine Ausrede zu lächerlich und dumm, um nicht von den verantwortlichen Kriegshetzern vorgebracht zu werden: schamlose Beschuldigungen der schändlich verratenen
Norweger sehlten ebenfalls nicht.
Im Oberhaus bemühte sich Lord Halifax nach Kräften, die Opposition durch das Versprechen einer verstärkten Aggressionspolitik zu beruhigen. Nachdem er zugegeben hatte, datz in der Norwegen-Angelegenheit „Fehlet" gemacht worden seien, erklärte er osfen, dah die britische Regierung beschlossen habe, in Norwegen
U-Voot Surrst Sombonireffer vermchket
70VV-To.-Transporter bei Narbik versenkt
Berlin, 10. Mai.
Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Deutsche Kampsflugzeuge griffen feindliche Secstrcitkriistc bei Nar- vik an. Dabei wurde ein Transporter von 7000 T». durch eine Bombe mittleren Kalibers zum Sinken gebracht. Nördlich Narbik glissen Kampsvcrbände wiederholt in den Erdkamps ein. belegten Marschkolonnen mit Bomben und bekämpften scindliche Battcriestellungen. Die Lustwasse vernichtete im Skagcrrak ein seindlicheS U-Boot durch Bombcn- trcsser. An der Wcstsront verlies der Tag ruhig."
See sichrer empfing Botschafter stlkolito
Berlin, 10. Mai.
Der Führer empfing gestern in der Neuen Reichskanzlei den von seinem Berliner Posten scheidenden Königl.-Jtalieui- schcn Botschafter Dr. Attolico und Frau Attolico zur Verabschiedung.
Zu Ehren des aus Berlin scheidenden Königlich-Italienischen Botschafters Attolico und Frau Attolico gab der Reichs- ministcr des Auswärtigen von Nibbeytrop am Donnerstag ein Frühstück im kleinen Kreis, an dem Mitglieder der italienischen Botschaft. Herren des Auswärtigen Amtes sowie einige weitere Persönlichkeiten teilnahmen.
die Verluste zu beschränken, um anderweitige Operationen zu beginnen. Die Regierung werde nicht von ihrem Hauptziel abweichen, sondern die Aktion zu dem Zeitpunkt, der ihr am besten erscheint, und mit der besten technischen Beratung fortsetzen, um das erwähnte Ergebnis zu erlange».
Den Einwand, datz England den Neutralen nicht rechtzeitig „Hilfe" bringe, beantwortete Halifax mit dem drohenden Hinweis: „Wenn die Alliierten den Krieg gewinnen, so sind bestimmte Versicherungen für diejenigen vorhanden, die in die Sklaverei der Nazithrannci gefallen sind. und wenn wir verlieren, so werden die Opser der deutschen Aggression keine Hossnung aus ein Wiederauferstchen haben." Mit Bezug auf die neuen Funktionen Churchills sagte Halifax, erhoffe, dah diese neue Anordnung eine wertvolle Beihilfe sür
Berlin, 10. Mai.
Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat für hervorragende Verdienste im Zusammenhang mit den Operationen in Norwegen das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz verliehen:
Im Heer: Generalleutnant Dietl, Kommandeur einer Gebirgsdivision, Generalleutnant Pellengahr, Komman- -cur einer Jnsanteriedidision, Generalmajor Engclbrecht, Kommandeur einer Jnsanteriedidision, Oberst Fischer, Hermann, Kommandeur eines Infanterieregiments, Major Klein, Walter, Bataillonskommandeur in einem Infanterieregiment, Oberleutnant Matheß, Leopold, Kompaniechef in einem MG.-Bataillon, Oberleutnant Girlach, Wal- demar, Kompanieches in einem MG.-Bataillon.
Berlin, 10. Mai.
Der Führer und Oberste Besehlshaber der Wehrmacht hat an den Ob-rbesehlshaber der deutschen Truppen in Norwegen solgenden Beseht erlassen:
Entgegen dem Willen des deutschen Volkes und seiner Regierung haben König Haakon von Norwegen und sein Kabinett zum Kriege gegen Deutschland ausgcsordert. In diesem Kampse konnten solgendc Feststellungen gemacht werden: Anläßlich des Krieges im Osten wurden von den Polen deutsche Soldaten, die das Unglück hatten, verwundet oder unvcrwnndet in ihre Hände zu satten, meist in der grausamsten Weise mißhandelt und zu Tode massakriert. Zum Unterschied muß von der norwegischen Armee festgestellt werden, datz sich in ihr nicht ein Fall einer solchen entwürdigenden Entartung der Kriegsftihrung gezeigt hat. Der norwegische Soldat hat alle feigen und hinterlistigen Mittel, wie sie bei den Polen an der Tagesordnung waren, verabscheut. Er hat ossen und ehrlich gekämpst und unsere Verwundeten und Gcsangenen nach seinem besten Vermögen anständig behandelt, geachtet und versorgt.
Die Zivilbevölkerung hat eine ähnliche Haltung bewiesen. Sie beteiligte sich nirgends am Kamps und nahm sich in fürsorglicher Weise unserer Verletzten an.
Ich habe mich daher entschlossen, in Würdigung dieser Umstände die Genehmigung zu erteilen, die gcsangenen nor-
cine „höhere Kriegsstrategie" (lies: verstärkte Aggression) sein werde.
Der berüchtigte Kriegshetzer Dusf Cooper äußerte im Unterhaus zwar sein Mißfallen mit der Politik der Regierung, aber auch er stieß in das gleiche Horn der Kriegsausweitung. Er zeigte verdächtiges Interesse sür den Balkan, den er als den äußersten Vorposten der Neutralität bezeichnete. Er schlug dann vor, einen „Staatsmann von erstem Kaliber" zum Besuch der Hauptstädte aller dieser Länder zu entsenden, um ihnen klarznlegen, daß es für sie heute nur zwei Auswege gebe: den einen, der die Sklaverei unter Deutschland bedeute, und dann den anderen, nämlich die „Zusammenarbeit" mit Frankreich und Großbritannien sür ihre eigene Unabhängigkeit und Rettung.
(Fortsetzung aus Seite 21
In der Kriegsmarine: Generaladmiral Saal Wächter, MarincgruPPenbesehlshaber West, Kapitän z. S. Bey, Führer der Zerstörer.
In der Lustwasse: Oberst Fiebig, Kommodore
eines Kampsgeschwaders, Hauptmann Hozzel, Kommandeur einer Kampsgruppe, Oberleutnant Schäfer, Elmar, Flugzeugführer in einer Kampfgruppe, Leutnant Möbus, Martin, Flugzcugsührcr in einer Kampsgruppe, Leutnant Baumbach, Werner, Flugzeugführer in einer Kampsgruppe, Unterossizier Grenzcl, Gerhard, Flugzeugführer in einer Kampsgruppe.
Das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz wurde ferner verliehen: Korvettenkapitän Hartmann, Werner, Kommandant eines U-Bootes.
wegischcn Soldaten wieder in Freiheit zu setzen. Nur die Berusssoldaten müßen solange in Hast behalten werben, bis die ehemalige norwegische Regierung ihren Ausruf zum Kamps gegen Deutschland zurückgezogen hat oder bis sich Ossiziere und Soldaten durch seicrlrches Ehrenwort im einzelnen verpflichten, unter keinen Umständen an weiteren Kampshandlungen gegen Deutschland teilzunehmen?
(gez.:) Adols Hitler.
»
De'r großmütige Entschluß des Führers, die norwegischen Soldaten, die als anständige und tapfere Männer getämpst haben, freizulassen, wird in Norwegen sicher dazu beitragen, nach dem sinnlosen Widerstand auch an der letzten Stelle wieder Ruhe einkehren zu lassen und dem Volke die Gewißheit zu schenken, datz Deutschland zur Sicherung Norwegens selbst sich znr Besetzung des Landes entschloß. Die Tat des Führers ist der Ausdruck der Kraft und des Selbstbewußtseins des Reiches, das einem fairen Gegner nach seiner Ueberwindung ehrlich entgegenkommt. Die deutsche Großmut entspringt dem Gefühl des unbedingten Rechts des Reiches und seiner idealen Ziele in der Bekämpfung der von den Westmächten auch hier entsachten Brandherde. Nicht als brutaler Eroberer — so wie England und Frankreich in allen Teilen der Welt — kam der deutsche Soldat nach Norwegen, sondern als Verteidiger der Ordnung uird des Friedens im Norden Europas, m^.
Auszeichnung für Hervorragende Verdienste
der siilirec verlieft Norwegenkämpfern Sao Nitterkreu; des eisernen Kreuzes
Norwegische Soldaten werden freigelassen
Vefeftl des süftrers / «Vao verkalken der flrmee und der Vevölkerung Norwegens offen und eftrlich"
vas stNenla» auf den Südoften entftüllt
Front von Mazedonien bis zum Schwarzen Meer — rag sür lag Landemanöver — wo stelzen die Lruppen?
rä. Berlin, 10. Mai.
Es ist von eigenem Reiz, die Reden miteinander zu vergleichen, die der englische Marinemtnister Churchill über den norwegischen Feldzug gehalten hat. Zwei Tage, nachdem die deutsche Landung dem englischen „Strat- forceplan" in Norwegen zuvorgekommen war, erklärte Churchill am 11. April im Untsohaus, Hitler habe einen schweren strategischen Fehler gemacht. Der Erste Lord der Admiralität hatte dann fortgefahren: „Wir werden dem Feind nicht erlauben, seine Truppen in Norwegen auf dem Seewege ungestraft zu beliefern." Acht Tage später begrüßte Churchill die heimgekehrten Ueberleben- den des Flottillenführers „Hardy" auf einem öffentlichen Platz in London. Er rühmte sie, daß sie nach dem Untergang im West-Fjord an Land geschwommen seien und fügte hinzu: „Dies ist wiederum ein Beweis des
Amphibiencharakters von Großbritannien und seiner Flotte. Ihr seid in Wirklichkeit die Vorhut der Armeen, die wir und unsere französischen Verbündeten gebrauchen werden, um Norwegens Wikingerboden von der schmutzigen Besudelung Lurch die Nazityrannei zu säubern." — Diese „Amphibienrede" Churchills war die Begleitmusik zur englisch-französischen Landung in den -norwegischen Häfen Andalsnes und Namsos. Ganze vierzehn Tage dauerte es, bis diese engkisch-sranzösische Armee aus Süd- und Mittelnorwegen hinweggefegt war. Aber Churchill brauchte noch eine ganze Woche, um eine Begründung zu finden, warum alles hundertprozentig anders gekommen war, als er prophezeit hatte. Während der jetzigen llnterhausdebatte konnte der Erste Lord der Admiralität den Fragen der Kritiker jedoch nicht mehr ausweichen. Es gelang ihm durchaus nicht, die Niederlage in einen Sieg umzulegen.
Man kann die Rede Churchills um und um drehen, man wird auch kein Wort der Stellungnahme zu dem deutschen OKW.-Bericht finden, der ganz genau die Vernichtung eines englischen Schlachtschiffes im Seegebiet westlich Namsos durch eine Stukabombe geschildert hat. Das englische Schlachtschiff war in knapp einer Minute mit Mann und Maus versunken. Wenn es keine lleber- lebende gibt, so kann auch keiner reden, meint Churchill allem Anschein nach, und deshalb schweigt auch er. Der englische Marineminister weiß natürlich, daß dieses Ereignis einen neuen Abschnitt in der Eeekriegsführung eingeleitet hat. Man kann die weitere Entwicklung nicht im einzelnen voraussagen, aber das eine ist sicher, daß die ganze Entwicklung dank der deutschen Luftüberlegenheit sich gegen England auswirkt.
Es gibt im übrigen keine eindringlichere Bestätigung für die deutsche Luftüberlegenheit und zugleich für die Zuverlässigkeit der deutschen Wehrmachtsberichte als die Begründung Churchills, weshalb der deutsche Nachschub über das Skagerrak nicht gestört werden konnte. Der britische Marineminister sagte wörtlich: „Die Verluste, die auf unsere Seestreitkräfte bei einem Vorstoß ins Skagerrak durch Luftangriffe entfallen wären, hätten zweifellos recht bald zu einem vollkommenen Fehlschlag für unsere Flotte geführt." Mit dieser Feststellung hat Churchill eigenhändig alle seine Dementis gegenüber deutschen Fliegerersolgen in den Papierkorb geworfen.
Nun will Churchill Englands Flotte keinen neuen Verlusten aussetzen, deshalb zog sich die Heimatflotte von Norwegen zurück und deshalb fuhr die Mittelmeer- flotte von Malta nach Alexandrien. In der Londoner Admiralität scheint man, nach Clwachills Worten, noch inimer zu glauben, Englands Flone könne aus sicherer Ferne durch ihr bloßes Dasein wirken. Aber die wachsende Reichweite der Luftwaffe hat aus Häfen, die einst als „sichere Ferne" galten, eine gefährliche Nähe gemacht. Schon vor der nordischen Heerfahrt Deutschlands lag Scapa Flow im Bereich deutscher Bomber, doch der angebliche „strategische Fehler", den Deutschland durch die rechtzeitige Besetzung Norwegens, laut Churchill, gemacht haben soll, hat unsere Luftwaffe nun in noch viel größere Nähe zu den englischen Stützpunkten gebracht. Damit ist die Kraft der deutschen Wehrmacht in ihrem Kampfwert gegen England außerordentlich ' gestärkt worden. 8. O.
xck. Rom, 10. Mai.
Der sührende italienische Nahost-Kenncr Antonie Lovato, der vor kurzer Zeit aus A-ghptcn und Syrien ausgewiesen worden ist und derzeit in Athen weilt, dcrösscntlicht in einer Reihe italienischer Blätter ausschcncrregcnde Enthüllungen über die englisch-französischen Pläne und die von äußerst zahlreichen englischen Agenten getrosscncn Vorbereitungen sur den Mittclmccrkrieg. Es ist ein neuer Beweis sür dre Richtigkeit der deutschen Angaben über das Telefongespräch zwischen Chamberlain und Rchnaud, wenn Lovato eingangs feststellt, daß die Engländer und Franzosen schon im Februar d. J. endgültig beschlossen, im Acgäischen Meer lind am Balkan einen Krieg hcrbcizusührcn.
Ende März war der Aktionsplan in jeder Einzcllieit fertiggestellt. Tie britisckie Admiralität sollte durch Perschäriuug der Blockade und durch militärische Maßnahmen eine Reaktion Italiens erzwingen. Wcygand hätte darauf den „bedrohten" Balkanvölkcrn zu Hilfe eilen sollen. Wochenlang lagen die Trapsportschisse für das Expeditionskorps in den Levante- häfen bereit. Tie britische Admiralität hätte.»- a. sogar ägyptische Dampfer aufgekauft, wie den „Zamzam", der früher im Roten Bteer Dienst tat. Englische Marinctrnppen übten mittlerweile ununterbrochen Landemanöver, gelegentlich auch in unmittelbarer Nähe italienischer Inseln.
Lovato verweist in diesem Zusammenhang aus den gewaltigen Vorteil, den sich die Wcstmächte durch die Besetzung einer Insel des Dodekancs erhosscn: die Türkei endgültig in den Krieg hineinzuziehen! Als Vorbereitung dazu sei vor kurzem ei» britischer Flotten- und Luststützpuntt in einer tiefeingeschnittenen Bucht der anatolischen Küste unweit von Smhrna errichtet worden. Bei dem Gespräch, das General Weygand in Kairo mit General Wavel hatte, so heißt eS weiter, sei über die Schwierigkeiten einer cnglisch-sranzösischen
Mittelmeeraktion im Augenblick des sür die britische Flotte so verhängnisvollen Kampses in der Nordsee gesprochen worden.
Aber nach der Katastrophe im Nordseeraum mache sich jetzt auch in England wieder eine starke Strömung zugunsten einer Aggression im Mittelmeer bemerkbar. Folgende Absichten würden dabei versolgt:
1. Die Westmächte wollen mit einer Truppenlandung im Südosten die Heere der Balkanstaaten zwingen, sie als „Befreier" zu empsangen und mit ihnen gegen die Achsenmächte zu kämpfen.
2. Wehgand ist insgeheim zum Oberbefehlshaber der türkischen Armee ansersehen. Die einzige Methode, die Türkei in einen Krieg zu verwickeln, bestehe aber darin, Italien durch Provokationen im östlichen Mittelmeer hcrauszusordcrn. Die von den Engländern ursprünglich bereits sür Mitte April vorgesehene Expedition der Rahosttruppen nach Griechenland habe in diesem Sinne die Ausgahc, die Türkei in den Krieg hineinzuziehen und eine englisch-sranzösisch-türkrschc Front von Mazedonien bis zum Schwarzen Meer zu bilden, immer aber unter dem Vorwand, als „Beschützer der SUdostvölker vor der deutschen und italienischen Bedrohung" auszutrcicn.
3. Die Nahost-Strcitkriistc der Wcstmächte kosten sehr viel, haben aber bis jetzt keinen Vorteil eingebracht. Lovato bemerkt hier, datz General Wavel sich lebhaft dagegen aus- spricht, daß auch nur ein einziger der in Acghptcn stationierten englischen Soldaten dem Expeditionskorps Wcygands zugeteilt werde. Tie Gcncralstäbe der Wcstmächte seien sclscn- fest davon überzeugt, daß im Falle eines Mfttclmccrkricgcs eine Vereinigung der englischen Truppen in Acghpten und der französischen Truppen in Tunis durch Libhcn hindurch möglich sei.
4. Den Arabern verspricht London einen großen syrischen Staat, den Türken Gebietserweiterungen aus Kosten des italienischen Besitzstandes, den Aegyptern Ausdehnung ihrers Staates nach Osten und vielleicht auch nach dem Westen.
Einen llcbcrblick über den derzeitigen Stand der Nahost- Strcitkräste gibt Lovato in folgender Ausstellung:
Acghptcn: Zwei Divisionen britischer hcimattruppen, eine Division indischer Truppen, zwei Brigaden Neuseeländer, levantinische „Freiwillige" und 40 000 Acghpter. Es handele sich um stark motorisierte Truppen ohne schwere Artillerie mit starker Lustwasse.
Palästina: Zwei Divisionen englischer Hcimattruppen der Reserve^ eine australische Division, zwei slidasrikanische Brigaden, die erst in den letzten Tagen über Suez eingetrosicn sind.
Syrien: Tie berühmte Wchgand-Armcc zähle nicht mehr als 130 000 Mann. Gamclin habe die Verstärkung aus 200 000 Mann abgelehnt.
Während bei den in Acghpten stationierten Truppen auf drei Mann ein Motor entfalle, sei das Verhältnis im Heer Wehgands 29 :1. Dafür sei die Streitmacht Wcygands besser mit Reittieren versehen.
Es ist gewiß, so schließt Lovato seinen Bericht, daß England im Mittelmeer eine Aktion vorhat, um sein in Norlyegeu erschüttertes Prestige wieder zu erhöhen und um ein Mißtrauen seiner kleinasiatischen Freunde zu verhindern. Die Gcldsäcke, die von England heute amtlich und privat über den Sttdostcn und den Nahen Osten ausgeschüttet werden, genügen nicht. 'Alle diese Maßnahmen sind wirkungslos, wenn England den Rus einbüßt, der Stärkere zu sein. „Lausen seine Schiffe heute in das Mittelmeer «in, nur um der unermüdlichen deutschen Lustwasse im Nordsceraum zu entgehen. oder auch, um neue Kriegsschauplätze zu suchen? In kurzer Zeit werden wir cS wissen!"
IMINIIINN„„IN„N„II»ININ„ttI»,I,I»N»NI»N»NNN,MINi»i,NIMNNU„„„>,N„
Vnssr
Ueber die Kriegsausweitungsaktion der Wcstmächte liegen neue alarmierende Nachrichten aus dem Mittclmcer- ranm vor.
Für hervorragende Verdienste wurden Angehörige der deutschen Wehrmacht durch Verleihung des Ritterkreuzes ausgezeichnet.
Durch deutsche Flieger wurden ein feindliches U-Boot und -in großer Transporter vernichtet.
Aus Beseht des Führers werden g-sangcnc norwegische Soldaten freigelassen.
Der Führer empfing Botschafter Attolico.
In Anwesenheit des italienischen Ministers Pavolini sand im Staatlichen Schauspielhaus in Berlin die scierlichc Erstausführung des von Mussolini und Forzano geschriebenen Schauspiels „Cabour" statt.
Mussolini hielt am vierten Jahrestag des römischen Imperiums vom Balkon des Palazzv Vcnczia eine kurze Ansprache.
Viktor Emanuel erössnete in Neapel die Kolonialaus- stcllung.
Die Mißerfolge der englischen Kriegsstratcgic finden in Moskau starke Beachtung.
Am 6. Mai starb der Großindustrielle Walter Rau, der als Förderer der Niederdeutschen Gedenkstätte „Stcdinas- ehre" eng mit dem Nordscegau verbunden ist.