Ausgabe 
(9.5.1940) Nr. 126
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der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches verkündungsdlatt des Neichsstatchalkers in MÜenburg und vremeo

Nr. 126/10. Zalirgang

Donnerstag, 9. Mai 1940

kinzelpreis 16 Nps.

britische liriegsausweite in ilirem klement

Militärische Maßnahmen vulgariens

So griffen unsere Stukas an

Südbulgarische Moisionen alarmbereit / Abreise des britischenVotschasters nach Ankara

wie das englische Schlachtschiff versenkt wurde

dos- Belgrad, 9. Mai.

Die bulgarische Regierung, hat, Informationen aus Sofia zufolge, angesichts der bedenklichen Situation im Süden des Landes, insbesondere an der türkischen Grenze, militärische Maßnahmen getrosten, um einer eventuellen Verletzung der Neutralität wirksam zu begegnen. Die in Tüdbnlgarien statio­nierten Divisionen befinden sich im Bercitschastszustand.

Der britische Botschafter in der Türkei. Knatchbull-Hng- gessen, der sich einige Tage zur Bearkntung der bulgarischen Regierung in Sofia aushielt hat Sosia am Mittwoch wieder verlassen.'um auf seinen Posten nach Ankara zurückzukehren. Zuvor sand auf der britischen Gesandtschaft in Soiin ein Empfang statt, an dem Ministerpräsident Fiposf und Außen­minister Popost teilnahmen. Bei dieser Gelegenheit sollen die bulgarischen Staatsmänner den Briten erneut zu verstehen gegeben haben, daß Bulgarien seine bisherige Außenpolitik fortsetzen werde. Damit dürfte die Mission des britischen Botschafters, wohl als gescheitert betrachtet werden, der sich, wie man erführt, in Besprechungen mit den führenden bul­garischen Persönlichkeiten fieberhaft bemüht hat, Bulgarien vor den Wagen der.plutvkratischen Kricgspolitik zu spannen.

1KÜ Kriegsschiffe im Mittelmeer konzentriert.

In Belgrader politischen Kreisen hat die telefonische Unterredung Reynand-Chamberlain größtes Aussehen er­regt. Man befürchtet unter diesen Umständen, daß die Ver­wirklichung der britischen Aggression schon in den nächsten Tagen ersvlhen wird. Die Unrnhe und Besorgnis sämtlicher Balkanhauptstädte haben sich erheblich verschärft, da man allgemein zu der Ueberzeugung gekommen ist, daß die Westmächte um jeden Preis ihr durch die Niederlage im Norden verlorengegangenes Prestige durch eine militärische Intervention im Mittclmeer und Südosten wiederherstellen wollen.

Die Gesamtstärke ihrer im Mittelmeer konzentrierte» .Kriegsflotte soll inzwischen aus llil! Einheiten gestiegen sein, von denen ein großer Teil vor der Lstkiiste Griechenlands kreuzt. Auch der militärische Sachverständige des Agramer RegierungsblattesHrvatskh Dnednik" vertritt die Ansicht, daß der Konflikt nunmehr aus daS Mittelmeer übergreifen werde. Nach einer ausführlichen Darstellung des Kampf- Wertes der italienischen Flotte kommt der Verfasser zu dem Schluß, daß diese die Seestreitkräftc der Westmächte nicht zu lürchten brauche. Den Italienern sei mit ihren Stützpunkte» in Sizilien, Pantelleria und aus den Dodekanes-Inseln die Möglichkeit gegeben, ohne Schwierigkeiten das Mittelmeer in «er Mitte abzusperren.

Die Lage in den griechischen Gewässern.

In Athen glaubt man immer klarer zu erkennen, daß die Konzentricrung der englischen Flotte im Mittclmeer entweder eine nervöse Reaktion der englischen Regierung oder aber eine Operation für Tarnung anderweitiger Angrijssabsichten war.

sran;ösischer Kreuzer schwer beschädigt

m. Brüssel, s. Mai.

Nach dem Verlust des sranzösischen ZerstörersBison" gibt die französische Admiralität jetzt auch die Beschädigung Leo Leichten KreuzersEmile Berti,," zu. Der Kreuzer diente als Admiralsschiff des znr Unterstützung der Engländer in die Nordsee entsandten Leichten Geschwaders. Es wird behauptet, daß er vor Namsos durch eine deutsche Fliegerbombe beschä­digt worden sei; Mannschastsverluste seien nicht zu verzeichne».

Dem stehen jedoch Mitteilungen der französischen Presse entgegen, daß der KreuzerEmile Berti,," durch eine Bombe vonmehreren Ivü Kilo" getrosten worden sei, die das Pan­zerdeck durchschlagen habe und erst im Innern des Schisses, und zwar angeblich in den 'Wohnräumen, explodiert sei. Da es sich bei derEmile Berti,,"m ein rund lllllll! Tonnen großes Schiff handelt, das über keinen schweren Deckpanzer verfügt, kann man mit Recht annehmen, daß die Beschädi­gungen des Kreuzers sehr schwerer Natur sind. Daraus deutet auch der Umstand hin, daß der Kreuzer, der den Rückzug der Franzosen am l. und L. Mai vor Namsos deckte, erst am 7 Mai wieder in seinem Heimathafen ciiigctrosscn sei.

Sämtliche Pariser Mittwochblättcr vcröstcntlichcn Dutzende von Ausnahmen aus Namsos, aus denen die ungeheure Wir­kung der deutschen Fliegerangriffe ersichtlich ist. Man sieht nur noch rauchgeschwärzte Trümmer, zwischen denen sich einige völlig verstörte französische Infanteristen und Marine- soldaten herumtreiben.

Die Mittelmeerschistahrt wird durch den ausgedehnten Patrouillendienst stark behindert. Aus englischer Seite scheint man in den letzten Tagen davon abgekommen zu sein mög­licherweise aus Furcht vor Spionage die angehaltenen Schisseach Malta z eskortieren, wie eS in den vergangenen Wochen der Fall war. Die Kontrollen sind auf hoher See vor­genommen worden. Nach den Berichten der Kapitäne griechi­scher Handelsdampser und den Erzählungen griechischer Schif­fer ist der englische Wachtdienst zwischen Athvs und den nörd­lichen Sporaden bei Kreta und an der Südspitzc Griechenlands verschärft worden. Das Festland gegenüber der Insel Korsu ist von den griechischen Behörden als Sperrgebiet erklärt wor­den. und es dürfen dort keine Schisse landen. Das Ueberfliegen dieser Gegend ist verboten. Der Patrouillendienst im Ionischen Meer wird, wie man hier hört, von englischen Unterseebooten durchgeführt.

Berlin, 9. Mas.

Dir Aufdeckung der britischen Pläne im Tiiddsten Europas hat auf die betroffenen Völker einen solchen Eindruck ge­macht, daß die englischen Kriegshctzcr heut« zu ebenso dum­men wie plumpen Ablenkungsmanövern greisen. Sie be­dienen sich dabei amerikanischer Presseagenturen, durch die Nachrichten verbreitet werden, nach denen Holland aus das höchste bedroht sein soll. Es ist die alte Methode desHaltet den Dieb!", nach der hier Verfahren wird.

So berichtet die Associated Preß, daß ihr Vonhöchst zu­verlässiger Seite" mitgeteilt wurde, zwei deutsche Armeen bewegten sich von Bremen und Düsseldorf aus Holland, und zwar so schnell, daß sie gleich die Grenze erreichen würden.

Diezuverlässige Quelle" dieses militärischen Unsinns ist, wie wir festzustellen in der Lage sind, das britische Jnsor- mationsministeri»»,. Dieses britische Jnformativnsministe- rium ist Von den deutschen Enthüllungen über die un­mittelbar bevorstehenden Absichten Englands und Frankreichs derartig getrosten worden, daß unter allen Umständen dieses Adlentungsmanöver in Szene gesetzt werden mutzte.

«

Die leitenden Männer des Londoner Jnsormationsministe- riumS verraten bemerkenswerte Aermlichkcit in ihren Metho­den und in der taktischen Anlage publizistischer Unterneh­mungen. Nach den Ereignissen der letzten Tage war es säst zu erwarten, daß London etwas tun würde,m die auf­merksam gewordene Welt von den verdächtigen Bewegungen im Mittclmeer abzulenken, nnd die durch die sensationelle Veröffentlichung ihres Telephonqespräches kompromittierten Staatsmänner aus dem Scheinwerserlicht zu rücken. Was

Berlin, 9. Mai.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die Luft­waffe griff erneut feindliche Secstreitlräfte bei Narvik an. Zwei Kreuzer erhielten Treffer. Feindliche Stellungen und Marschkolonnen wurden wirkungsvoll mit Bomben belegt. Im Lustkamps wurde ostwärts Narvik ein britisches Jagdflugzeug abgeschossen. In Narvik selbst ist die Lage unverändert.

Unter der umsangrcichen Beute, die bisher im Raume um Andalsnes sichergestellt werden konnte, befinden sich: still eng­lische Tantbnchscn mit Munition, 49 Geschütze, darunter 4V englische Flak, «ll Granatwerfer, :!."> Maschinengewehre, »399 Gewehre, 4'/- Mill. Schuß Jnsanteric-Munition und ein Mu­nitionszug mit 399 Tonnen Munition.

Die letzten Reste norwegischen Widerstandes i» Süd- und Mittelnorwcgen wurden nunmehr beseitigt. Bei Vinje er­

stich. ...... 9. Mai <!'!<.).

Das war ein Kampstag allererster Ordnung für unsere Fliegergruppe, die schon in Polen sich bewährt hatte und die in den vergangenen Monaten reiche Erfahrungen im Luftkriege zur See hatte sammeln können. Aber wenn nun auch schon viele Erfolge in der Chronik dieser Stuka-Gruppe verzeichnet sind einen solchen glanzvollen Tag hat sie bisher noch nicht melden können.

Seeon'klä: M-Idet-Ii -in'n starke: enpl!: ä n ' l'it'nq

auf westlichem Kurs mit hoher Fahrt von der norwegischen Küste aus ablausend. Diesen Verband müssen wir haben! Mit Maschinen starten wir beim Morgengrauen. In kurzer Zeit haben sich alle Maschinen in der Lust versammelt und nun geht es anf See hinaus, dem Engländer nach.

aber unternommen wurde, ist eigentlich nur als klassischer Fall eines schlecht angelegten Ablenkungsmanövers bemerkens­wert.

Die Aufdeckung der britischen Absichten, zu deren Verwirk­lichung derAlarmismus", wie die Italiener sagen, im Mittclmeer der erste Schritt war, wurde in London mit Recht als peinlich empfunden. Aber daß inmitten des ganzen Tu­mults der ertappte Aggressor auf seinen Gegner zeigt und rüst:Der war'sl", das ist doch in der Tat zu durchsichtig, um irgendwo Glauben zu finden.

Daran vermag auch die Tatsache nichts zu ändern, daß Jniormationsminister Sir John Reith seine Nachricht über angeblistze Angrisfspläne Deutschlands gegen Holland über den Umweg amerikanischer, also neutraler Agenturen. lausen ließ, die dann auch prompt auf diezuverlässigen Informa­tionen" liereiniielen. Ob den Vüiern dieses nachrichtenpvliti- schen Unternehmens nicht selbst der Gedanke gekommen ist, baß sie damit doch nur die Stichhaltigkeit der gegen die Aggressoren erhobenen Vorwürfe bestätigen?

Wir wissen nicht, ob der neue britisch« Schlag irgendwo im Miltelmeer oder an anderer Stelle geführt lverden soll. Daß ein neuer Streich bevorsteht, ist nicht zuletzt durch die neuen Vollmachten sür Winston Churchill bestätigt worden, die Chamberlain in seiner Rede erwähnt«. Hatte sich der Premier, als Churchill bei der letzten Kabinettsumbildung Seniorminister der drei Wehrmachtsmintstsrien und Chef des Wetzrausschusses wurde, noch die letzten Entschejdungen über kriegerische Lperationcn vorbehalten, so scheinen diese Bedin­gungen jetzt zu fallen, und Churchill wird möglicherweise bald in der Lage sein, als eine ArtErster Kriegslord" über den Kops der zuständigen Minister hinweg den drei t^neral- stabschess Weisungen zu erteilen.

gaben sich Teile eines norwegischen Jnsanteric-Regimentes. Große Mengen an Gerät, Waffen und Sprengstossporräten wurden hierbei sichergestellt.

An der Westfront wurde südlich Saarlautern der Angriff eines feindlichen Stoßtrupps mit starken Verlusten für den Feind abgewiesen.

vritisches Kotzlenschiff gesunken

Brüssel, 9. Mai.

Das britische KohlenschifsBrsghton" (5359 BNT.) ist am Montag bei Diinkirchcn infolge einer Explosion gesunken. Ein Motorschiff lies aus und rettete die aus 34 Mitgliedern bestehend« Mannschaft; zehn Mitglieder der Mannschaft sind verletzt.

Wie ruhig und friedlich ist dieser Anfing im Gegensatz zu dem, was sich in kurzer ^Zeit abspielen soll. Die Berge Norwegens versinken hinter uns mit ihren weißen schnee­bedeckten Kuppen langsam im Frühnebel. Unter uns bis zum Horizont nichts als das Meer, das aus dieser großen Höhe völlig unbewegt zu sein scheint. Es ist eine ideale Sicht. Langsam steigst in unserem Rücken , die Sonne empor. Bei diesem Wetter entgeht den spähenden Augen nicht ein Schiff auf der weiten Nordsee. Eng geschlossen in vorge­schriebener Ordnung fliegen die Maschinen. Deutlich erkennt man hinter dem gläsernen Ausbau die Kameraden. Ab und an wird durch Sprechfunk von Maschine zu Maschine ein Wort gewechselt.

Fast eine Stunde dauert nun schon der Flug, und un­geduldig suchen alle Augen den Horizont ab. Wir müssen die Engländer noch fassen! Da. plötzlich tönt es in allen Telephon- muscheln: Es ist die Stimme des voraussliegenden Komman­deursAchtung! An alle! Fertig machen zum Angriff"; nun sehen auch wir weit voraus läuft ein großer englischer Verband im Zickzackkurs nnd weitaufgclöstcr auseinandsr- gezogcner Formation nach Westen.

Wir haben ihn. jetzt wird er unseren Bomben nicht mehr entgehen. Alle Nerven spannen sich. langsam werden die englischen Schisse deutlicher. 11 Einheiten sind auszumachen, jetzt werden auch schon die Unterschiede deutlicher, klar heben sich die Transportschiffe von den begleitenden Kriegsschiffen ab. Unter den Kriegsschissen, und das läßt alle Herzen Höher schlagen, sind ein paar große schwere Brocken.

Was jetzt kommt, spielt sich mit Minutenschnelle ab. Kaum haben die Engländer uns entdeckt, als wütendes Flakseuer einsetzt. Noch liegen die Schisse weit von uns weg. Vor uns zerplatzen die schwarzen und Weißen Wölkchen der detonie­renden Geschosse, aber das sind wir gewöhnt, das regt uns nicht mehr aus. Wie nett es aussieht, wenn der Wind diese Bällchen verweht!

Schars kurven rechts nnd links unsere Maschinen. Wir starren auf die flüchtenden Schisse dort unten, baß uns die Augen brennen. Der Gegner schießt aus allen Rohren. Da, das sind schwere Kreuzer. Deutlich sind sie an den Decks- niifbaiiten und an ihrer Größe zu erkennen. Weiter voraus liegen die kleineren Zerstörer. Und da, das ist ein Schlacht­schiff. Biet größer als die anderen, kurvt es durch das Wasser.

In weitem Bogen umfliegen wir den Geleitzug. Noch zö­gert unser Kommandeur mit dem Angriff. Lssenbar sucht er sich die beste Angriffsposstion sür den dicksten Brocken heraus. Tann stellt er mit einem Male die Maschine aus den Kopf, in rasender Fahrt schießt sie nach unten dem Feinde entgegen. Das ist sür die ganze Gruppe das Signal zum Angriss.

Blitzschnell entwickelt sich jetzt der Kampf. Meine Maschine hat sich einen schweren Kreuzer ausgesucht, wir stürzen aus ihn zu, jetzt fällt die Bombe und schlägt hart steuerbords des Kreuzers inS Wasser. Deutlich ist die Einschlagstelle zu sehen. Turmhoch steigt die Explosionssontänc empor, dann ist eine kleine Weile nur Himmel in meinem Blickfeld.

Aber nun stürzt wieder das Bild der See aus mich zu. Und der Flugzeugführer fliegt jetzt in engen Kurven gänz­lich über dem Wasser dahin und hat alle Hände voll mit seiner Maschine zu tun. Ich kann mich nun ganz auf das Beobachten verlegen. Es ist ein wundervolles Bild, wie die Flugzeuge die englischen Kriegs- und Transportschiffe an­greifen.

Da ist auch das englische Schlachtschiff wieder. Gerade kracht eine Bombe auf das Vorschiff. Eine unheimlich schwarz bis grau gefärbte Rauchwolke schießt mit Blitzesschnelle zum Himmel empor. Tann gibt es eine ungeheure Detonation. Wahrscheinlich ist die Munitionskammer getrosten worden. Eine gewaltige Stichflamme schießt in den Himmel hinein, wieder eine Detonation, nnd nun steht eine gewaltige Feuer» läute über dem Schlachtschiff. Nicht weit von dem Schlacht» schiff sehe ich einen schweren Kreuzer in Flammen gehüllt. Und noch weiter voraus fährt ein Transportschiff unmittelbar in die riesenhohe Wassersäule einer genau vor seinem Bug einschlagenden Bombe hinein.

^ Jetzt fliegen wir wieder hinauf über dem englischen Schlachtschiff. Noch ist keine Minute vergangen, seitdem die Bombe traf, und doch sehen wir jetzt, wie das Schiff in der Mitte gebrochen sich neigt und mit Mann und Maus, stammenumhüllt, rasend schnell in die Tiefe geht! Es ist ein grandioses Tchauspicll Noch einmal kurvt un» serc Maschine; als sie wieder die Stätte der Vernichtung überfliegt, ist von dem Schlachtschiff nichts mehr zu sehen.

Noch immer schießt der Tommy wütend aus uns ein. Rund um uns blitzt es. Abschuß folgt auf Abschuß. Zu schade, daß wir inmitten dieses Infernos keine Zeit haben, Aufnahmen zu machen oder gar einen Film zu drehen. Aber hier gilt es jede Sekunde znm Kampf auszunutzen.

Da tönt auch schon wieder in den Muscheln der Telephone der Befehl des GruppcnkoMmandeurs:Achtung! An allel Alles sammeln in X Meter Höhe!" Steil zieht mein Flugzeug­führer die Kiste nach oben. Eine Maschine nach der andern stiegt langsam aus. Noch einen Blick zurück: Dort. wo eben noch das stolze Schlachtschiff der britischen Flotte uns seine

Neues Spser des britischen Ketzeimdievstes

per tlzef-korrespondent derUnited preß" wegen seiner verichterstattung über cffamberlains Nede umgebracht

englisches Ablenkungsmanöver gescheitert

die Londoner Kgoressoren saseln von einem angeblich aus kollanb und Velgien

geeichteren deutschen singriff

wieder vomben aus zwei britische Kreuzer

Umlangreiche Kriegsbeute in flndalsnes - die letzten Neste norwegischen Widerstandes in Siid-

und Mittelnorwegen beseitigt

Amsterdam, 9. Mai.

Der europäische Chcs-Korrespondent desUnited Preß". Mil­ler, wurde Mittwoch früh neben den Gleisen einer Londoner Vorortbahn mit einer Kopsverletzung tot ausgefundcn. Am Dienstag hatte er an der englischen Untcrhaussitzung teilge­nommen und sowohl am Rundfunk wie sür seine Nachrichten- Agentur hierüber Berichte gegeben. Anschließend wollte er sich mit einem Nachtzuge zur Erholung aufs Land begeben. Wie aus London durchgcgebcn wurde, soll eraus dein Zug ge­fallen" sein.

Miller galt in feiner Einstellung für keineswegs deutsch­freundlich. Um so größeres Aussehen machten in der neutralen Welt seine Berichte, die in den letzten Monaten immer schär­fer wcrdene Kritik an der Regierung übten und bei der gro­ßen Verbreitung der United Preß zu einer.erheblichen Gefahr für die Kricgsausweitungsplänc der Alliierren wurden.

Am Dienstag schilderte Miller in seinem Bericht mit plasti­schen Worten das Auftreten Chamberlains vor dem Unter­haus:Mit müder e-timme. oft den Klemmer ab- und wieder aussetzend, habe er seine Rechtfertigung hinsichtlich Norwegens vorgetragen, während Churchill gleichzeitig ungeduldig in den Zähnen herumgestochert habe. Oftmals seien jedoch seine Worte durch ironisches Gelächter übertönt worden. Seit Kriegsaus­bruch habe er. Miller. Chamberlain nicht so unruhig gesehen. Seine Hände seien ständig in nervöser Bewegung gewesen und es sei ihm nicht gelungen, die Abgeordneten von seinen Aus- sübrungen zu überzeugen."

Das waren die letzten Worte von Webb Miller. Als Folg« seiner Berichterstattung kam die prompte Antwort: Bereits in den Nachtstunden wurde er vermißt und am Mittwoch

früh fand ihn ein Eisenbahnbeamter tot neben dem Gleis. Der britische Geheimdienst hatte gründliche Arbeit geleistet. Miller stand den Interessen der britischen Plutokraten im Wege, deshalb wurde er rücksichtslos beseitigt.

Ü-

Seit langem' stoßt das neutrale Ausland immer wieder aus die dunklen Spuren des britischen Geheimdienstes, der bald hier, bald dort feinem ebenso brutalen wie lichtscheuen Gewerbe nachgeht. Das Münchener Attentat auf den Füh­rer. die Sabotngeaktion aus der Donau und die Sprengstofs- Funde bei den britischen Geheimagenten in Schweden sind nur ein paar Fälle in der langen Kette der Verbrechertätig­keit. in der die unheimliche Hand des Secret Service sichtbar wurde und der nun auch Miller, dieser unbequeme neutrale Zeuge, zum Opfer siel. Zu den Kriegszielen des deutschen Volkes gehört auch. die Welt von dieser Verbrecherorganisa- tivn zu befreien.

sußsall britischer Propaganda-Vischöfe

Sie bitten winselnd um die Hilse Jugoslawiens

Belgrad, 9. Mai.

In führenden «reisen der serbisch-orthodoxen Kirche spricht man teils mit Entrüstung, teils mit Ironie über einen Vor­fall. der sich am Dienstag am Schluß der dreistündigen Kon­ferenz von Vertretern der serbischen orthodoxen Kirche mit den gegenwärtig I« Jugoslawien weilenden Bischöfe» der

Anglikanischen Kirche in Belgrad zutrug. Als das Schluß­gebet ausgesprochen war und die anwesenden serbischen Kirchensiirsten mit dem Patriarchen Dr. Gabrilo an der Spitze sich bereits wieder erhoben hatten, sielen die drei anglikani­schen Bischöfe samt ihrem Gefolge plötzlich wieder erneut vor dem Patriarchen nieder anf die Knie und flehten ihn i» theatralischer Weise mit gefalteten Händen an, doch seine ganze große Autorität aufzuwenden, um das serbische Voll dahin zu erleuchten, daß es England in seinem gegenwärtigen Besreiungskamps um die höchsten Güter der christliche» Zivili­sation unterstützen und so wie im Weltkriege tatkräftig an der Seite Englands in den Kamps eintrete.

In serbischen Priesterkreisen ist man über eine solche Zu­mutung an das Oberhaupt ihrer Kirche um so mehr empört, als man hier der Ansicht ist. daß die Kirche sür den Frieden und nicht sür den Krieg wirken soll. Andererseits aber stellt man fest, wie schwach sich England fühlen müsse, wenn es seine Bischöfe nach Südosteuropa schickt, um dort um Hilfe zu winseln. Ein solches Benehmen ist den Serben, die Jahr­hunderte lang ohne äußere Hilfe gegen das bekanntlich von England nnd Frankreich unterstützte ottomanische Reich kämpften, einfach unverständlich und wird entrüstet abgelehnt.

kroatischer Mschos fötzrt nach Nom

wsi. Rom. 9. Mai.

Ter Erzbischof von Agram, der als Oberhaupt der römisch- katholischen Kirche in Kroatien eine nicht unbedeutende po­litische Rolle spielt, hat eins Reise nach Rom angetreten.

»N»NNNINN»N»NUIUIIII»N»»M»NNNINNNNINttNNINNNNN»N»NIN»MNIN»

vnsor

Die Kricgsausweitungspläne der Westmächte haben zu militärischen Maßnahmen Bulgariens geführt und auch andere Länder des Balkans abwchrbcrcit gemacht.

Ein englisches Ablenkungsmanöver, das Holland und Belgien in die plntokratischen Kricgsausweitungs- Pläne cinbczichcn wollte, ist gescheitert.

Gegen Chamberlain wurde im Unterhaus ein Mitz- traucnsantrag eingebracht.

Aus der britischen Admiralität wurde Lord Chatsiclds als Tiindenbock ausgeschifft.

Der Ches-Korrespondent derUnited Preß", Miller, wurde wegen seiner Berichterstattung über die Ch-mbcr- lain-Rcdc vom britischen Geheimdienst beseitigt.

Ueber die Versenkung des englischen Schlachtschiffes durch deutsche Stukas liegt ein aufschlußreicher I>L.» Bcricht bor.

Der LKW.-Bericht meldet die Bombardierung zweier britischer Kreuzer sowie die Einbringung umfangreicher Kriegsbeute in Andalsnes.

Der italienische Minister Alcssandro Pavolini traf auf deutschem Boden ein.

Die Deckungsgräben in den össentlichen Anlagen werden dem Schutze der Volksgenossen empfohlen.